DE2131663A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung eines Schnittes fuer das Oberleder eines Schuhs - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung eines Schnittes fuer das Oberleder eines SchuhsInfo
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- DE2131663A1 DE2131663A1 DE19712131663 DE2131663A DE2131663A1 DE 2131663 A1 DE2131663 A1 DE 2131663A1 DE 19712131663 DE19712131663 DE 19712131663 DE 2131663 A DE2131663 A DE 2131663A DE 2131663 A1 DE2131663 A1 DE 2131663A1
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Description
MÖGER - STELLRECHT-GRIESSBACH - HAECKER
PATENTANWÄLTE IN STUTTGART 2131663
A 38 952 b
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24.o6.71
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C. & J. CLARK LIMITED
Street, Somerset, England
Street, Somerset, England
Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung eines Schnittes für das Oberleder eines Schuhs
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung eines Schnittes
für das Oberleder eines Schuhs mit Hilfe eines Leistens, der
eine dem oberen Rand des Schuhs entsprechende Oberkante, eine von der Oberkante zur Spitze laufende Mittellinie und eine Sohlenkante
aufweist, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung dieses
Verfahrens. Dabei soll unter Schnitt die flach ausgebreite- . te Form des Oberleders zwischen der Oberkante und der Sohlenkante
verstanden werden.
Die Form des Werkzeugs für das Zuschneiden des Oberledermate-
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rials erhält man durch Modifizierung des Schnittes durch Zugabe eines für die Befestigung dienenden Randes im Bereich der
Sohlenkante und durch Berücksichtigung der während der herstellung auftretenden Verzerrungen. Es ist möglich, die Oberleder
in einem Stück zu schneiden; üblicherweise wird ein Oberleder jedoch aus zwei oder mehr Stücken zusammengesetzt. In diesem
Fall ist die Zugabe schmaler Ränder für die Nähte, mit denen die Stücke verbunden werden müssen, erforderlich. In der vorliegenden
Anmeldung soll nun unter dem "Schnitt" die flache Form des gesamten Oberleders für einen Schuh oder eines Teils desselben
verstanden werden. Dieser Schnitt kann nun durch die Koordinaten einer Anzahl von seine Form definierenden Punkten dargestellt
werden, und die Koordinaten können benutzt werden, um die Form des Schnittes aufzuzeichnen, was entweder mit Hilfe
diskreter Punkte oder mit voll ausgezogenen Linien erfolgen kann.
Bekanntlich wird der Schnitt für das Oberleder mit Hilfe eines Leistens gewonnen, der die Form des gewünschten Schuhs aufweist.
Bei einem bisher gebräuchlichen Verfahren wurde auf den Leisten eine Haut aus Polyvinylchlorid oder dergleichen aufgebracht und
nach dem Aushärten von dem Leisten abgezogen und flach ausgebreitet.
Dieses Verfahren erfordert ebenso wie andere bisher bekannte Verfahren ein beträchtliches Geschick, und es verbleibt
dennoch in jedem Fall ein gewisses Mass an Unsicherheit hinsichtlich
der Genauigkeit des so erzeugten Schnittes.
Ausgehend von diesem Stand der Technik lag der vorliegenden Er-
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findung nunmehr die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren und eine Vorrichtung zu seiner Durchführung vorzuschlagen,
welches bzw. welche es ermöglicht, Schnitte von gleichmässigerer Beschaffenheit und grösserer Genauigkeit für das Oberleder
von Schuhen zu schaffen als dies bisher möglich war.
Diese Aufgabe wird bei dem Verfahren nach der vorliegenden Erfindung
dadurch gelöst, dass die Koordinatenwerte von Messpunkten auf der Oberfläche des Leistens ermittelt und einer Rechen-.maschine
als Eingangssignal zugeführt werden, die so programmiert ist, dass sie eine diesen Eingangssignalen entsprechende
Form in einer Ebene entwickelt.
Bei dem erfxndungsgemässen Verfahren werden also die dreidimensionalen
Koordinaten vorgegebener Punkte auf der Oberfläche des Leistens gemessen und diese Koordinaten werden in einen Rechner
eingegeben, der die durch die Koordinaten definierte Form in
eine flache Ebene transformiert.
In Weiterbildung der Erfindung ist ein Informationsträger für
den Rechner vorgesehen, beispielsweise ein Lochstreifen, ein Magnetband, ein Plattenspeicher oder ein Trommelspeicher, und
auf diesem Informationsträger ist ein Programm gespeichert, welches den Rechner derart steuert, dass dieser den Schnitt für
das Oberleder eines Schuhs aus den dreidimensionalen Koordinaten von ausgewählten Punkten auf dem Leisten ableitet, wobei
das Programm den Rechner veranlasst, eine Bezugsebene zu ermit-
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teln und die Koordinaten jedes der ausgewählten Punkte nacheinander
in Koordinaten der Bezugsebene umzuwandeln. Im einzelnen erfolgt dabei die Transformation, indem jeder Punkt, nachdem
er in die Bezugsebene transformiert ist, als neuer Ausgangspunkt behandelt wird. Die Position des nächsten Ausgangspunktes
wird dann durch Drehen des Radiusvektors des nächsten Punktes um den kleinsten Winkel in die Bezugsebene bestimmt, und die
gleiche Drehung wird für die in der Reihe folgenden, ausgewählten Punkte durchgeführt, wobei sich aufeinanderfolgende Drehungen
des gleichen Punktes kumulieren, bis dieser in die Bezugsebene transformiert ist. Infolge dieser Massnahmen wird die
Umrißlinie des Schnittes durch die Lage der in die Bezugsebene transformierten Punkte auf der Oberkante und der Sohlenkante
des Leistens bestimmt. Vorzugsweise wird dabei das Rechenprogramm so gewählt, dass der Rechner an seinem Ausgang eine graphische
Darstellung liefert, die aus der Aufzeichnung dieser Punkte besteht. Die Koordinaten der in die Bezugsebene transformierten
Punkte können jedoch auch in numerischer Form von dem Rechner ausgegeben werden. Auf jeden Fall liegen beide Ausgestaltungen
des Rechenprogramms im Rahmen der vorliegenden Erfindung .
Es ist wesentlich, sicherzustellen, dass bei der Transformation
jede Verzerrung der Form und der Länge der Oberkante möglichst gering gehalten wird. Zur Erreichung dieses Ziels wird das Programm
vorzugsweise so entworfen, dass die gesamte Oberkante auf die Bezugsebene projiziert wird, bevor eine der Zwischenlinien
projiziert wird.
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In Weiterbildung des erfxndungsgemässen Verfahrens zur Gewinnung
eines Schnittes für das Oberleder eines Schuhs von einem Leisten hat es sich als günstig erwiesen, wenn die Koordinaten
ausgewählter Punkte auf der Oberfläche des Leistens in allen drei Dimensionen längs der Oberkante des Leistens, längs der
Sohlenkante und an dazwischenliegenden Stellen gemessen werden und wenn diese Koordinaten als Eingangssignale einem Rechner
zugeführt werden, der in der vorstehend beschriebenen Weise programmiert wurde, um eine Transformation der Punkte in eine Bezugsebene
in der Reihenfolge durchzuführen, wie sie vorstehend
ebenfalls beschrieben wurde.
Vorzugsweise liegen die ausgewählten Punkte am Leisten auf der Mittellinie, längs der Oberkante, längs der Sohlenkante und längs
einer Reihe von Zwischenlinien, die auf dem Leisten zwischen der Sohlenkante und der Oberkante bzw. zwischen der Sohlenkante
und der Mittellinie verlaufen. Der Einfachheit halber können die Zwischenlinien in parallelen Ebenen und äquidistant zueinander
gewählt werden. In der Praxis ist festgestellt worden, daß die gesamte Anzahl von Messpunkten zur Erzielung eines befriedigenden
Ergebnisses zwischen 15o und 2oo liegen kann. Es kann sich jedoch auch als günstig erweisen, die Zwischenlinien dort
enger zu legen, wo der Leisten eine starke Krümmung aufweist. Die Zwischenlinien brauchen nicht parallel zu sein, und es kann
wünschenswert sein, dass sie zumindest teilweise radial verlaufen. Die Zwischenlinien können beispielsweise geodätisch sein
(d.h. sie nehmen den kürzesten Weg von einem Punkt der Mittel-
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linie oder der Oberkante zu der Sohlenkante), oder es können zumindest einige der Zwischenlinien strahlenförmig von einem
ausgewählten Punkt ausgehen. In einigen Fällen kann die Lage der Zwischenlinien auch durch die Art des Schuhs vorgegeben
sein. So werden beispielsweise bei Sandalen die Zwischenlinien längs der Riemchen der Sandale verlaufen.
\
Ein üblicher Ausgangspunkt für die schrittweise durchgeführten Operationen des Rechners ist ein Punkt in der Bezugsebene, der
einem Punkt auf der Mittellinie des Leistens entspricht, und im' Bereich der Schuhspitze bzw. unmittelbar hinter der Schuhspitze
liegt. Typischerweise erfolgt dann das schrittweise Vorrücken folgendermassen:
a) entlang der Mittellinie und entlang der einen Seite der Oberkante bis zu der Ferse,
b) entlang der Mittellinie und dann entlang der anderen Seite der Oberkante bis zu der Ferse,
c) längs der Zwischenlinien abwärts auf einer Seite des Leistens und
d) die Zwischenlinien abwärts auf der anderen Seite des Leistens.
Während der Transformation der Linie a) und b), wie sie vorstehend
beschrieben wurden, werden die kumulativen Drehoperationen für aufeinanderfolgende Punkte in der Folge,während jeder ein-
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zelne Punkt in die Bezugsebene transformiert wird, nur für die
nachfolgenden Punkte in dieser Linie und auf den zugehörigen Zwischenlinien durchgeführt. Während der Transformation jeder
der Zwischenlinien werden die kumulativen Drehoperationen nur für die folgenden Punkte dieser Zwischenlinie durchgeführt.
Bei der vorstehend beschrieb-enen schrittweisen Operation ergibt sich jedoch bei einigen Typen von Schuhen eine Schwierigkeit,
die eine Folge davon ist, dass die Form des Leistens an seiner breitesten Stelle von einem im wesentlichen horizontalen
Verlauf zu einem im wesentlichen senkrechten Verlauf übergeht. Zur Überwindung dieser Schwierigkeiten bei der Transformation
hinter dem breitesten Teil des Leistens hat es sich als befriedigend erwiesen, alle Zwischenlinien hinter dem breitesten
Teil zusätzlich um 9o bezüglich der Oberkante zu drehen. Jede Zwischenlinie wird um 9o° nach auswärts gedreht,und zwar um den
Teil der Oberkante, über den sie^nit der vorangegangenen Zwischenlinie
verbunden ist.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden nachstehend
anhand einer Zeichnung näher erläutert und/oder sind Gegenstand der Schutzansprüche.
In der Zeichnung zeigen:
In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1,
2 und 3 die Seitenansicht, die Vorderansicht und die Draufsicht auf den Teil eines Leistens für einen Strassenschuh,
der vom Oberleder bedeckt werden soll,
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Fig. k eine schematische Darstellung der durch die Messungen
an dem Leisten gemäss der Erfindung gewonnenen Informationen
,
Fig. 5 ein Diagramm zur Erläuterung der vom Rechner durchgeführten
Operationen,
Fig. 6 ein Diagramm der Ausgangsinformation des Rechners, wie sie ohne eine Kompensation hinter der breitesten Stelle
des Leistens gewonnen wird,
Fig. 7 ein Diagramm eines Schnittes für das Oberleder, wie es von dem Rechner be-i einer Kompensation hinter der
breitesten Stelle des Leistens erhalten wird,
Fig. 8 ein Bussdiagramm eines Rechenprogramms für die Durchführung
des erfindungsgemassen Verfahrens,
Fig. 9 eine diagrammartige Darstellung der Funktion des Rechners bei der Herbeiführung der ursprünglichen Drehung
der Zwischenlinien um die Oberkante und
Fig.io eine diagrammartige Darstellung der Funktion des Rechners bei der Projektion der Oberkante in die Bezugsebene
.
In den Figuren 1 bis 3 ist ein Leisten für einen Damen-Strassen-
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- schuh dargestellt, wobei die dem oberen Rand des Schuhs entsprechende
Oberkante mit 1 bezeichnet ist. Die Mittellinie des Leistens trägt das Bezugszeichen 3.
Gemäss einer ersten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
wird der Leisten von dem Tisch einer Messmaschine (nicht dargestellt) getragen, die eine Meßspitze 6 besitzt. Die Position
der Spitze der Meßspitze wird von der Messmaschine für alle drei Dimensionen ermittelt und die Meßspitze wird nacheinander
zu ausgewählten Messpunkten auf der Oberfläche des Leistens ge- ' bracht, so dass die Koordinaten dieser Messpunkte aufgezeichnet
werden können. Die Messpunkte sind in der Zeichnung durch Punkte angedeutet, und man erkennt, dass die ausgewählten Messpunkte
längs der Mittellinie 3, längs der Oberkante 1, längs der Sohlenkante
7 und auf Zwischenlinien 8 liegen. Mit Ausnahme der drei Zwischenpunkte 9 liegen sämtliche Messpunkte in senkrechten
Ebenen, die bei dem Ausführungsbexspiel jeweils 2 cm voneinander entfernt sind und die Zwischenlinien enthalten.
Die gemessenen Koordinatenwerte der ausgewählten Messpunkte werden
einer nicht dargestellten Rechenmaschine als Eingangssignale
zugeführt, und diese Rechenmaschine ist in einer noch zu beschreibenden Weise programmiert, um daraus den Schnitt für das
Oberleder abzuleiten. Die Art der dem Rechner zugeführten Informationen ist in Fig. 4 veranschaulicht, die ein Skelett des
Leistens zeigt, welches von den Messpunkten gebildet wird, die durch gerade Linien miteinander verbunden sind. Der Rechner ist
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nun so programmiert, dass er dieses Gebilde flach in eine Bezugsebene
4 überträgt, indem er der Reihe nach die Koordinaten
der Messpunkte verarbeitet, um diese in die Bezugsebene zu transformieren. Die Bezugsebene ist üblicherweise parallel zu
der Bodenebene. Der Ausgangspunkt in der Bezugsebene wird durch Extrapolation der Linie bestimmt, die die zwei vordersten
Punkte der Mittellinie verbindet, wobei die Länge dieser Linie verdoppelt wird. Dies ergibt den Ausgangspunkt Io in der Bezugsebene.
Beginnend mit dem Ausgangspunkt Io bestimmt der Rechner die Koordinaten des nächsten Messpunktes 11, wenn dieser durch'
einfache Drehung in die Bezugsebene transformiert ist. Die neuen Koordinaten des Punktes 11 werden dann als neuer Ausgangspunkt
benutzt, und das Verfahren wird# für den nächsten Messpunkt
12 wiederholt, usw.
Fig. 5 zeigt den Transformationsvorgang. Mit Punkt 11 als Ausgangspunkt
in der Bezugsebene wird der Radiusvektor R des Punktes 12 um den kleinsten möglichen Winkel gedreht (d.h. um den
Winkel, den dieser Vektor mit seiner Projektion in die Bezugsebene einschliesst), bis der Punkt 12 in der Bezugsebene liegt.
Die neuen Koordinaten des Punktes 12 werden als nächster Ausgangspunkt bestimmt, und gleichzeitig wird die gleiche Drehung
auf die folgenden Punkte in der Reihe ausgeübt, so dass sich veränderte Koordinaten ergeben. Diese veränderten Koordinaten
gelten in Fig. 5 für die Punkte 13a, IUa usw. Immer wenn ein
neuer Punkt in die Bezugsebene gebracht wird, werden auch die weiteren Punkte in der Reihe gedreht, so dass sich eine kumulative
Drehung ergibt.
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Betrachtet man nunmehr erneut Fig. 4, so erkennt man dort mehrere
Reihen, die nacheinander transformiert werden. Die erste Reihe von Messpunkten verläuft längs der Linie ABCE, und es
sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass während der Transformation jedes einzelnen Punktes dieser Reihe in die Bezugsebene
nicht nur jeweils eine Drehung der folgenden Punkte in der Reihe längs der Linie ABCE, sondern auch eine Drehung
der Punkte auf den Zwischenlinien, die von diesen aufeinanderfolgenden Punkten ausgehen, erfolgt. Eine weitere Reihe von
'Punkten liegt längs der Linie AB D E, und das Verfahren zur Transformation dieser Punkte ist das gleiche, wie dies zuvor
beschrieben wurde. Nach der Transformation der beiden genannten Reihen wird jede Zwischenlinie wie eine einzelne Reihe behandelt,
so dass die kumulative Drehung lediglich für die folgenden Punkte der zu transformierenden Zwischenlinie eintritt.
Wenn auf diese Weise sämtliche Zwischenlinien transformiert sind, liefern die so erhaltenen Koordinaten der transformierten
Punkte auf der Oberkante und auf der Sohlenkante in der Bezugsebene die Konturen eines Schnittes für das Oberleder. Bei der
dargestellten Schuhform ergeben sich jedoch beispielsweise Schwierigkeiten, weil an der breitesten Stelle ein Wechsel zwischen
einer überwiegend horizontalen und einer überwiegend vertikalen Form eintritt. Führt man bei einem solchen Schuh
keine Kompensation durch, so ergeben sich für den Leisten gemäss Fig. 1 bis 3 die in Fig. 6 graphisch dargestellten Ausgangsdaten
des Rechners. Eine Lösung dieses Problems ergibt
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sich, wenn man mit Hilfe des Rechenprogramms für alle Zwischenlinien
hinter der breitesten Stelle eine zusätzliche Drehung um 9o° herbeiführt. Diese zusätzliche Drehung wird herbeigeführt,
bevor die Zwischenlinien in die Bezugsebene transformiert werden. Im einzelnen wird jede Zwischenlinie um 9o° nach auswärts
gedreht, und zwar um den Teil der Oberkante, über weLchen sie mit der vorangehenden Zwischenlinie verbunden ist. Die
durch diese Kompensationsmassnahme erhaltene Form des Schnittes zeigt Fig. 7. Obwohl alles, was erforderlich ist, die Koordinaten
der Punkte auf der Oberkante und auf der Sohlenkante sind, liefert die Rechenmaschine an ihrem Ausgang die in Fig. 7 gezeigte
Darstellung.
In Fig. 8 ist das Flussdiagramm des Rechenprogramms aufgezeich- ·
net. Das Programm bietet zusätzlich zu der Möglichkeit einer Aufzeichnung des Schnittes für das Oberleder die Möglichkeit
der Aufzeichnung e.ines Schnittes für die Sohle, wenn dies erforderlich ist, und ausserdem die Möglichkeit einer Aufzeichnung
von Querschnitten durch den Leisten. Derartige Querschnitte
können benutzt werden, um die charakteristischen Eigenschaften verschiedener Leisten miteinander zu vergleichen. Die für das
Programm erforderlichen Daten können als Mittel zur Definition komplexer Formen verwendet werden, sowie für die Aufzeichnung
der Abmessungen von Standardleisten. Auf diese Weise kann eine Modell-"Bücherei" aufgebaut werden, in welcher die Daten für
Standardleisten aufgezeichnet sind.
Fig. 9 zeigt die aufeinanderfolgenden Schritte bei der Drehung
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einer Zwischenlinie B C D um einen Teil der Oberkante A B. Die ' einzelnen Befehle des Rechenprogramms für jeden der Teilschritte
a) bis f) in Fig. 9 lauten wie folgt:
a) Drehe die Zwischenlinie B C D im Uhrzeigersinn um einen Winkel θ um die Z-Achse durch den Punkt A, so dass B in
der X-Z-Ebene durch A liegt.
b) Drehe die Zwischenlinie BCD entgegen dem Uhrzeigersinn
um einen Winkel 0 um die Y-Achse durch A, so dass B in der durch A laufenden X-Achse liegt.
c) Drehe die Zwischenlinie BCD entgegen dem Uhrzeigersinn
um 9o° um die X-Achse durch A.
d) Drehe die Zwischenlinie B CD im Uhrzeigersinn um einen Winkel 0 um die Y-Achse durch A.
e) Drehe die Zwischenlinie BCD entgegen dem Uhrzeigersinn
um einen Winkel θ um die Z-Achse durch A.
f) Drehe die Linie B C D um 9o um das Oberkantenstück A B.
Fig. Io zeigt die aufeinanderfolgenden Schritte bei der Transformierung
des Oberkantenstückes A B in die, Bezugs-(X Y)Ebene. Die Zwischenlinien werden in der gleichen Weise in die Bezugsebene
transformiert. Die Befehle des Rechenprogramms für jeden
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der Schritte a) bis d) in Fig. Io lauten wie folgt:
a) Drehe die Zwischenlinie B C D im Uhrzeigersinn um einen Winkel θ um die Z-Achse durch A, so dass B in der X-Z-Ebene
durch A liegt.
b) Drehe die Zwischenlinie BCD entgegen dem Uhrzexgersinn
um einen Winkel 0 um die Y-Achse durch A, so dass B in der X-Achse durch A liegt.
c) Drehe die Zwischenlinie BCD entgegen dem Uhrzexgersinn
um einen Winkel θ um die Z-Achse durch A.
d) Drehe das Oberkantenstück A B in die X-Y-Ebene durch A.
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Claims (1)
- A 38 952 b
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24.o6.71PatentansprücheVerfahren zur Gewinnung eines Schnittes für das Oberleder eines Schuhs mit Hilfe eines Leistens, der eine dem oberen Rand des Schuhs entsprechende Oberkante, eine von der Oberkante zur Spitze laufende Mittellinie und eine Sohlenkante aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Koordinatenwerte von Messpunkten auf der Oberfläche des Leistens ermittelt und einer Rechenmaschine als Eingangssignal zugeführt werden, die so programmiert ist, dass sie eine diesen Eingangssignalen entsprechende Form in einer Ebene entwickelt.Informationsträger, welcher ein Rechenprogramm trägt, zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , dass das Rechenprogramm die Rechenmaschine derart steuert, dass diese eine Bezugsebene schafft und die Koordinatenwerte jedes Messpunktes nacheinander in Koordinatenwerte in der Bezugsebene transformiert, wobei die Transformation in der Weise erfolgt, dass jeder Messpunkt nach seiner Transformation in die Bezugsebene als neuer Ausgangspunkt behandelt wird, und wobei a) die Lage des nächsten Ausgangspunktes durch Drehung- 16 -209809/1042A 38 952 b f - *B -2U.o6.71des dem nächsten Messpunkt zugeordneten Radiusvektors um den kleinsten möglichen Winkel in die Bezugsebene iBelTEimmt wird, und wobei
b) die gleiche Drehung für~v©r-g:egebene Messpunkte durchgeführt wird, die in der Reihe cfer—zu—transformierenden Messpunkte folgen j wobei aufeinanderfolgende Drehungen sich an einem Punkt kumulativ auswirken, bis er in die Bezugsebene transformiert ist.3. Informationsträger nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf ihm ein solches Programm gespeichert ist, das durch die Rechenmaschine die der Oberkante entsprechende Linie auf die Bezugsebene projiziert wird, bevor irgendeine Zwischenlinie projiziert wird.4. Informationsträger nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass auf ihm ein Programm gespeichert ist, das den zusätzlichen Schritt umfasst, dass jede Zwischenlinie hinter der breitesten Stelle des Leistens um 9o um den Teil der der Oberkante entsprechenden Linie gedreht wird, durch den sie mit der vorangehenden Zwischenlinie verbunden ist.5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Messpunkte Punkte an der Oberkante, an der Sohlenkante und an anderen Stellen des Leistens gewählt werden, dass für die Messpunkte die Koordinatenwerte für die drei Dimensionen- 17 -209809/1042k-146
2U.o6.71in einem Bezugssystem bestimmt werden und dass die Rechenmaschine mittels eines Informationsträgers nach Anspruch 1 und 2 programmiert wird.~~B~. VerfäHren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Messpunkte am Leisten längs der Mittellinie, der Oberkante und der Sohlenkante sowie längs einer Reihe von Zwischenlinien gewählt werden, die zwischen der Oberkante und der Sohlenkante und zwischen der Mittellinie und der Sohlenkante verlaufen.7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenlinien in zueinander parallele, äquidistante Ebenen gelegt werden.8. Verfahren nachAnspruch 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Transformation der Messpunkte durch die Rechenmaschine in nachstehender Reihenfolge durchgeführt wird:a) Messpunkte längs der Mittellinie und der Oberkante auf der einen Seite des Leistens von der Spitze bis zur Ferse,b) Messpunkte längs der Mittellinie und der Oberkante auf der anderen Seite des Leistens von der Spitze bis zur Ferse,c) Messpunkte von oben nach unten längs der Zwischenlinien auf der einen Seite des Leistens,d) Messpunkte von oben nach unten längs der Zwischenlinien auf der anderen Seite des Leistens, und dass während- 18 -209809/1042A 3 8 9 52 b k-146 24.o6.71der Durchführung der Transformation gemäss Schritt a) und Schritt b) eine kumulative Drehung der folgenden Punkte der zu transformierenden Reihe erfolgt, während ein Punkt nach dem anderen in die Bezügsebene transformiert wird, jedoch nur für die folgenden Punkte dieser Linie und der davon ausgehenden Zwischenlinien und dass während der Transformation jeder Zwischenlinie nur eine kumulative Drehung der weiteren Punkte dieser Zwischenlinie erfolgt.209809/1042
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