DE19914565A1 - Einrichtung zur Kühlung von wärmeproduzierenden Baukomponenten eines elektrischen Schienenfahrzeugs - Google Patents
Einrichtung zur Kühlung von wärmeproduzierenden Baukomponenten eines elektrischen SchienenfahrzeugsInfo
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Abstract
Es wird eine Einrichtung zur Kühlung von wärmeproduzierenden Baukomponenten eines elektrischen Schienenfahrzeuges, wie insbesondere Stromrichtergeräte (1), unter Einsatz eines flüssigen Kühlmediums vorgeschlagen, wobei die produzierte Wärmeenergie bedarfsweise einem Rückkühler (5) und/oder einer Heizungsanlage (6) für den Fahrgastraum (10) zuführbar ist. Der Rückkühler (5) ist in die Außenhaut des Fahrzeuges integriert, wozu die Außenhaut des Fahrzeuges teilweise mit integrierten Kühlmittelleitungen versehen ist. Der Rückkühler kann im Wagendach (11), im Wagenboden (13) oder in Gehäuseraumdeckeln (14) integriert sein.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur Kühlung von
wärmeproduzierenden Baukomponenten eines elektrischen Schienenfahrzeuges, wie
insbesondere Stromrichtergeräte, unter Einsatz eines flüssigen Kühlmediums, wobei
die produzierte Wärmeenergie bedarfsweise einem Zwischenenergieträger und/oder
einer Heizungsanlage für den Fahrgastraum zuführbar ist.
Aus der DE 42 09 477 A1 ist ein Stromrichtermodul mit zwangsweisem
Kühlflüssigkeits-Strömungsbad bekannt, das die von elektrischen und elektronischen
Bauelementen, wie Widerständen, Kondensatoren, Drosseln, Thyristoren und Dioden
produzierte Wärmeleistung aufnimmt. Wahlweise ist ein Kühlflüssigkeitsstrom vom
Stromrichtermodul zu einer Heizungsanlage und/oder ein Kühlflüssigkeitsstrom über
einen Bypaß parallel zum Stromrichtermodul einstellbar. Der den
Kühlflüssigkeitsbehälter umschließende Gehäuseteil ist derart mit Kühlrippen
versehen, daß hierüber bedarfsweise die gesamte produzierte Wärme abgegeben
werden kann. Zur Führung der Kühlluft zu den Kühlrippen ist ein Luftkanal
vorgesehen. Für die zwangsweise Kühlluftzuführung dient ein Lüfter. Da das
Stromrichtermodul selbst die Wärmetauscherfunktion übernimmt, falls kein
Heizbedarf ansteht, sind zusätzliche Wärmetauscher entbehrlich, was Kosten-,
Raum- und Gewichtsvorteile hat und die Gefahr von Lecks minimiert.
Aus der DE 195 45 449 A1 ist eine Einrichtung zur Beheizung eines
Fahrzeuginnenraumes eines elektrisch angetriebenen Fahrzeuges bekannt, bei dem
die über eine Stromrichterventil-Kühleinrichtung, die über eine Antriebsmotor-
Kühleinrichtung und die über eine Bremswiderstand-Kühleinrichtung erfaßten
Wärmeenergien der Stromrichterventile, der Antriebsmotoren und der
Bremswiderstände zur Beheizung des Fahrzeuginnenraumes herangezogen werden,
wobei es sich bei den Kühleinrichtungen um Flüssigkeitskühleinrichtungen handelt,
bei denen Brauchwasser als Kühlflüssigkeit Verwendung findet. Die
Stromrichterventil-Kühleinrichtung und die Antriebsmotor-Kühleinrichtung sind in
einem ersten Warmwasserkreislauf mit einem Wärmetauscher verbunden, der die
über einen Lüfter angesaugte, mit Frischluft vermischte Raumluft aus dem
Fahrzeuginnenraum erwärmt und über einen Warmluftkanal als Warmluft in den
Fahrzeuginnenraum zurückführt. Die Bremswiderstand-Kühleinrichtung speist die im
Fahrzeuginnenraum befindlichen Warmwasser-Heizkörper. Um die Abführung der
von den Stromrichterventilen, Antriebsmotoren und Bremswiderständen produzierte
Wärmeenergie auch außerhalb der Heizperioden sowie während der Übergangszeit
im Frühjahr und Herbst zu gewährleisten, sind Umschaltschließklappen im
Warmluftkanal vorgesehen. Diese Umschaltschließklappen öffnen den
Warmluftkanal im Winterbetrieb und verschließen ihn im Sommerbetrieb.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zur Kühlung von
wärmeproduzierenden Baukomponenten eines elektrischen Schienenfahrzeuges
anzugeben, bei der der Rückkühler raum- und kostensparend eingebaut ist.
Diese Aufgabe wird in Verbindung mit dem Oberbegriff des Anspruchs 1
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Rückkühler in einen Teilabschnitt der
Außenhaut des Fahrzeuges integriert ist, wozu die Außenhaut des Fahrzeuges
teilweise mit integrierten Kühlmittelleitungen versehen ist.
Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, daß die
relativ großen Flächen der Außenhaut des Fahrzeuges die Abgabe relativ großer
Wärmeenergien ermöglichen, so daß das vorgeschlagene Konzept universell für
kleine Antriebsleistungen und auch für große Antriebsleistungen mit großen
Verlustleistungen geeignet ist. Es wird kein zusätzlicher Einbauraum innerhalb des
Fahrzeuges benötigt. Der Stromrichter des Fahrzeuges ist an beliebiger Stelle des
Fahrzeuges unabhängig von der Rückkühlung einbaubar. Zusätzliche Wärmeerzeuger
für Heizzwecke sind entbehrlich, was Raum- Gewichts- und Kostenvorteile hat. Die
Beheizung des Fahrgastraumes erfolgt ökonomisch ohne den Einsatz zusätzlicher
Energieträger. Die Wartung des Rückkühlers gestaltet sich sehr einfach, da
beispielsweise der Einsatz von Filtermatten, welche in vorgegebenen Zeitabschnitten
ausgetauscht werden müssen, entfällt. Des weiteren ist kein Lüfter für den
Rückkühler erforderlich.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
gekennzeichnet.
Weitere Vorteile der vorgeschlagenen Einrichtung ergeben sich aus der
nachstehenden Beschreibung.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 den prinzipiellen Aufbau einer Einrichtung zur Kühlung von
wärmeproduzierenden Baukomponenten eines elektrischen
Schienenfahrzeuges,
Fig. 2 eine erste Ausführungsform mit einer Rückkühlfläche im Wagendach,
Fig. 3 eine zweite Ausführungsform mit einer Rückkühlfläche im Wagenboden,
Fig. 4 eine dritte Ausführungsform mit Rückkühlflächen in Geräteraumdeckeln.
In Fig. 1 ist der prinzipielle Aufbau einer Einrichtung zur Kühlung von
wärmeproduzierenden Baukomponenten eines elektrischen Schienenfahrzeuges
dargestellt. Es ist ein Stromrichtergerät 1 zu erkennen, welches über eine erste
Kühlmittelleitung 2 (Vorlauf) und eine Pumpe 3 mit dem Eingang eines
Dreiwegeventils 4 (bzw. Dreiwegemischers) verbunden ist. Der erste Ausgang des
Dreiwegeventils 4 führt zum Kühlmitteleintritt eines Rückkühlers 5, während der
zweite Ausgang des Dreiwegeventils 4 an den Kühlmitteleintritt einer
Heizungsanlage 6 für den Fahrgastraum des Schienenfahrzeuges bzw. die
Fahrgasträume eines Zuges angeschlossen ist. Die Kühlmittelaustritte des
Rückkühlers 5 und der Heizungsanlage 6 sind über ein Verbindungsstück 7 mit einer
zweiten Kühlmittelleitung 8 (Rücklauf) des Stromrichtergerätes 1 verbunden.
Als Kühlmittel dient vorzugsweise Brauchwasser mit einem Zusatz
Frostschutzmittel.
Ein zur Fahrgastraumbelüftung dienender Ventilator 9 fördert Frischluft oder Umluft
oder eine einstellbare Frischluft/Umluft-Mischung durch die Heizungsanlage 6. Der
Rückkühler 5 wird durch den Fahrtwind gekühlt, so daß eine Lüftungsanlage hierzu
nicht erforderlich ist.
Während der Heizperiode im Winter wird das erhitzte Kühlmittel vorwiegend der
Heizungsanlage 6 zugeleitet. Während des Sommers ergibt sich in erster Linie ein
Kühlmittelstrom in den Rückkühler 5, in dem die Rückkühlung des Kühlmittels
durch den Fahrtwind erfolgt. Mit Hilfe des Dreiwegeventils 4 bzw.
Dreiwegemischers ist es darüber hinaus stufenlos möglich, den erhitzten
Kühlmittelstrom teilweise dem Rückkühler 5 und teilweise der Heizungsanlage 6
zuzuleiten, wodurch der Fahrgastraum in der Übergangszeit (Frühjahr und Herbst) in
gewünschter Weise und mit gewünschter Temperatur beheizt werden kann.
In Fig. 2 ist eine erste Ausführungsform mit Rückkühlflächen im Wagendach
dargestellt. Es ist das Schienenfahrzeug im Querschnitt gezeigt, mit Fahrgastraum
10, Wagendach 11, Geräteräumen 12 unter dem Fahrgastraum, Wagenboden 13 und
Geräteraumdeckeln 14. Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 ist das Wagendach
11 mit integrierten Kühlmittelleitungen versehen und dient als Rückkühler 5.2 zur
bedarfsweisen Abfuhr der hierin gespeicherten Wärmeenergie.
In Fig. 3 ist eine zweite Ausführungsform mit Rückkühlflächen im Wagenboden
dargestellt. Bei dieser Ausführungsform dient der Wagenboden 13 als Rückkühler
5.3 und ist hierzu mit integrierten Kühlmittelleitungen versehen.
In Fig. 4 ist eine dritte Ausführungsform mit Rückkühlflächen in Geräteraumdeckeln
dargestellt. Bei dieser Ausführungsform dienen die Geräteraumdeckel 14 als
Rückkühler 5.3 und sind hierzu mit integrierten Kühlmittelleitungen versehen.
Die in den vorstehenden Fig. 2, 3 und 4 gezeigten Maßnahmen können
selbstverständlich auch miteinander kombiniert werden, d. h. es ergeben sich
Ausführungsformen, bei denen beispielsweise sowohl das Wagendach 11 als auch
der Wagenboden 13 oder sowohl der Wagenboden 13 als auch die Geräteraumdeckel
14 usw. mit jeweils integrierten Rückkühlern versehen sind.
Bei allen Ausführungsformen gemäß den Fig. 2, 3, 4 sind die Rückkühler 5.2, 5.3,
5.4 zweckmäßig mit Kühlrippen versehen, um die zur Wärmeabgabe an die
Umgebungsluft wirksame Oberfläche zu vergrößern.
Als wärmeproduzierende Baukomponente ist vorstehend lediglich das
Stromrichtergerät 1 angeführt. Es ist selbstverständlich auch möglich, weitere
wärmeproduzierende Baukomponenten, wie Antriebsmotoren und Bremswiderstände
zusätzlich in den Kühlmittelkreis mit Dreiwegeventil 4, Rückkühlern 5 und
Heizungsanlage 6 einzubeziehen.
1
Stromrichtergerät
2
erste Kühlmittelleitung
3
Pumpe
4
Dreiwegeventil bzw. Dreiwegemischer
5
Rückkühler
6
Heizungsanlage im Fahrgastraum
7
Verbindungsstück
8
zweite Kühlmittelleitung
9
Ventilator für Fahrgastraumbelüftung
10
Fahrgastraum
11
Wagendach
12
Geräteräume
13
Wagenboden
14
Geräteraumdeckel
Claims (5)
1. Einrichtung zur Kühlung von wärmeproduzierenden Baukomponenten
eines elektrischen Schienenfahrzeuges, wie insbesondere Stromrichtergeräte (1),
unter Einsatz eines flüssigen Kühlmediums, wobei die produzierte Wärmeenergie
bedarfsweise einem Rückkühler (5) und/oder einer Heizungsanlage (6) für den
Fahrgastraum (10) zuführbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Rückkühler (5) in
einen Teilabschnitt der Außenhaut des Fahrzeuges integriert ist, wozu die Außenhaut
des Fahrzeuges teilweise mit integrierten Kühlmittelleitungen versehen ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Rückkühler
(5.2) in das Wagendach (11) des Fahrzeuges integriert ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Rückkühler (5.3) in den Wagenboden (13) des Fahrzeuges integriert ist.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Rückkühler (5.4) in Geräteraumdeckeln (14) des Fahrzeuges integriert ist.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Außenhaut des Fahrzeuges am Ort des integrierten Rückkühlers (5) mit
Kühlrippen versehen ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914565A DE19914565A1 (de) | 1999-03-31 | 1999-03-31 | Einrichtung zur Kühlung von wärmeproduzierenden Baukomponenten eines elektrischen Schienenfahrzeugs |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914565A DE19914565A1 (de) | 1999-03-31 | 1999-03-31 | Einrichtung zur Kühlung von wärmeproduzierenden Baukomponenten eines elektrischen Schienenfahrzeugs |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19914565A1 true DE19914565A1 (de) | 2000-10-05 |
Family
ID=7903046
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19914565A Withdrawn DE19914565A1 (de) | 1999-03-31 | 1999-03-31 | Einrichtung zur Kühlung von wärmeproduzierenden Baukomponenten eines elektrischen Schienenfahrzeugs |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19914565A1 (de) |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
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