AT527835B1 - Verfahren zur Herstellung einer vorgespannten Brücke - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer vorgespannten Brücke

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AT527835B1
AT527835B1 ATA50340/2024A AT503402024A AT527835B1 AT 527835 B1 AT527835 B1 AT 527835B1 AT 503402024 A AT503402024 A AT 503402024A AT 527835 B1 AT527835 B1 AT 527835B1
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Kollegger Johann
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Kollegger Gmbh
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Abstract

Zur Herstellung einer vorgespannten Brücke (21) aus bewehrtem Beton mit dem statischen System eines Durchlaufträgers oder Rahmens mit mindestens zwei Feldern werden mindestens zwei Längsträger (11) mit einem Kran oder Versetzgerät installiert. Spannglieder (36) werden in dem durch die Wandplatten (12), die Bodenplatten (13) und die Deckplatten (14) in den Längsträgern (11) gebildeten Hohlraum (17) eingebaut und optional teilvorgespannt. Dann werden Fahrbahnplattenelemente (2) auf den mindestens zwei Längsträgern (11) aufgelegt und optional eine weitere Teilvorspannung auf die Spannglieder (36) aufgebracht. Anschließend wird eine Bewehrung, vorzugsweise eine Längsbewehrung (32) und eine Querbewehrung (34), auf den Fahrbahnplattenelementen (2) und über den Deckplatten (14) der Längsträger (11) zur Herstellung der Fahrbahnplatte (1) aufgebracht. Es kann eine weitere Teilvorspannung auf die Spannglieder (36) aufgebracht werden. Schließlich wird der Aufbeton (9) auf den Fahrbahnplattenelementen (2) und über den Deckplatten (14) der Längsträger (11) aufgebracht und die Endvorspannung auf die Spannglieder (36) aufgebracht.

Description

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Beschreibung
VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG EINER VORGESPANNTEN BRÜCKE
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer vorgespannten Brücke aus bewehrtem Beton mit einer Fahrbahnplatte, die mindestens eine Auskragung aufweist. Unter der Fahrbahnplatte sind mindestens zwei Längsträger hintereinander angeordnet. Die Längsträger sind näherungsweise parallel zur Längsachse oder in der Längsachse der Brücke angeordnet. Die Brücke weist im fertiggestellten Zustand das statische System eines Durchlaufträgers oder eines Rahmens mit mindestens zwei Feldern auf.
[0002] Ein Verfahren zur Herstellung einer vorgespannten Brücke aus Längsträgern und Fahrbahnplattenelementen wird in der AT 524664 B1 beschrieben. Mit diesem Verfahren wird eine mehrfeldrige Brücke in Bauabschnitten hergestellt, wobei die Länge eines Bauabschnitts näherungsweise dem Abstand zwischen zwei Pfeilern entspricht. Die Errichtung eines Bauabschnitts einer Brücke ist beispielweise in den Zeichnungen Fig. 4 bis Fig. 9 der AT 524664 B1 dargestellt. Bei diesem Bauverfahren wird in die Längsträger, die einen trogförmigen Querschnitt aufweisen, ein Füllbeton eingebracht. Die Längsträger weisen im Endzustand einen Vollquerschnitt auf, was mit einen hohen Ressourcenverbrauch verursacht. Das Einbringen und anschließende Erhärten des Füllbetons sind zeitaufwändig, was nachteilig für einen schnellen Baufortschritt ist.
[0003] Ein Verfahren zur Herstellung einer vorgespannten Brücke mit dem Taktschiebeverfahren wird in der JP 2005264533 A beschrieben. Während des Einschiebens wird die Brücke durch gerade interne Spannglieder mit nachträglichem Verbund, die in der Bodenplatte und in der Deckplatte angeordnet sind, und durch gerade externe Spannglieder, die über der Bodenplatte und unter der Deckplatte angeordnet sind, zentrisch vorgespannt. Weitere externe Spannglieder, die einen gekrümmten Verlauf aufweisen, sind gemäß der Fig. 2a der JP 2005264533 A während des Einschiebens bereits eingebaut, aber noch nicht vorgespannt. Nach dem Einschieben werden die geraden externen Spannglieder entspannt, in einer gekrümmten wieder Lage eingebaut und anschließend wieder vorgespannt. In der Fig. 10 wird ein Beispiel einer dreifeldrigen Brücke gezeigt, das aus drei vorgefertigten Segmenten hergestellt wird. Die geraden internen und externen Spannglieder werden in jedem Bauabschnitt, der der Länge eines Segments entspricht, eingebaut und vorgespannt. Die während des Einschiebens vorhandenen externen Spannglieder mit gekrümmter Spanngliedführung müssen in jedem Bauabschnitt mit einer beweglichen Kopplung gekoppelt werden, was nachteilig für einen schnellen Baufortschritt ist. Das Entspannen, das Einbauen in gekrümmter Lage und anschließende Vorspannen der während des Einschiebens geraden externen Spannglieder im Inneren des Hohlkastens ohne Kranunterstützung sind sehr zeitaufwändige Arbeitsschritte, was nachteilig für einen schnellen Baufortschritt ist.
[0004] Ein Verfahren zur Herstellung einer vorgespannten Brücke mit vorgefertigten Längsträgern und vorgefertigten Querträgern wird in der KR 100785634 B1 gezeigt. Die Längsträger und die Querträger weisen massive Vollquerschnitte auf. Die Längsträger werden auf den Querträgern aufgelegt und mit internen Spanngliedern zusammengespannt. In der Fig. 8 wird gezeigt, dass die internen Spannglieder an der Oberseite der Längsträger verankert werden. AnschlieBend wird die Fahrbahnplatte mit Ortbeton hergestellt. Mit dem in der KR 100785634 B1 gezeigten Verfahren ist wegen der vielen Vorspannvorgänge und wegen der Herstellung der Fahrbahnplatte in Ortbeton kein schneller Baufortschritt möglich.
[0005] Ein Verfahren zur Herstellung einer vorgespannten Brücke mit Längsträgern, die im Bauzustand einen trogförmigen Querschnitt mit Wellblechstegen und eine Bodenplatte aus Beton aufweisen, wird in der JP 2006265976 A beschrieben. Für die Montage der Längsträger werden drei Verfahren beschrieben. Beim ersten Verfahren werden vorab Segmente der Längsträger mit Kränen auf den Pfeilern montiert und anschließend Feldsegmente eingehoben. Die Fig. 7 zeigt, dass für diese Montagevorgänge temporäre Unterstützungen erforderlich sind. Die über den Pfeilern angeordneten Umlenkstellen werden in den Pfeilersegmenten bereits im Fertigteilwerk eingebaut. In jedem Feld gibt es zwei Fugen zwischen den Segmenten. Beim zweiten Verfahren, das in der Fig. 11 gezeigt wird, werden die Pfeilersegmente auf temporären Unterstützungen
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gelagert und die Feldsegmente mit Hilfe eines Vorbauschnabels eingeschoben. Anschließend werden externe Spannglieder in die trogförmigen Längsträger eingebaut, an den Endquerträgern verankert und vorgespannt. Beim dritten Verfahren werden Längsträger, deren Länge dem Abstand zwischen zwei Pfeiler entspricht, mit einem Versetzgerät installiert. Der Stoß zwischen zwei Längsträger wird bei ca. 20% der Feldlänge angeordnet. Bei diesem Verfahren gibt es in jedem Feld nur eine Fuge, wie aus der Fig. 21 zu entnehmen ist. Im letzten Arbeitsschritt wird bei den drei in der JP 2006265976 A beschriebenen Verfahren die Fahrbahnplatte mit Ortbeton hergestellt. Wegen der Verwendung von temporären Unterstützungen und der Herstellung der Fahrbahnplatte mit Ortbeton ist mit dem in der JP 2006265976 A beschriebenen Verfahren kein schneller Baufortschritt möglich.
[0006] Ein Verfahren zur Herstellung einer vorgespannten Brücke mit internen Spanngliedern mit nachträglichem Verbund wird in der WO 2022140899 A1 gezeigt. Die Brücke wird in Ortbeton mit einer Schalung auf einem Traggerüst hergestellt. Die Spannglieder verlaufen über die gesamte Länge der Brücke, die eine Länge von 200 bis 250 m aufweisen kann. Wegen der Herstellung der Brücke auf einem Traggerüst ist mit dem in der WO 2022140899 A1 beschriebenen Verfahren kein schneller Baufortschritt möglich.
[0007] Ein Verfahren zur Herstellung einer vorgespannten Brücke aus Längsträgern und Fahrbahnplattenelementen wird in der WO 2024112989 A1 beschrieben. Mit diesem Verfahren wird eine mehrfeldrige Brücke in Bauabschnitten hergestellt, wobei die Länge eines Bauabschnitts näherungsweise dem Abstand zwischen zwei Pfeilern entspricht. Die Errichtung eines Bauabschnitts einer Brücke ist beispielweise in den Zeichnungen Fig. 1 bis Fig. 3 der WO 2024112989 A1 dargestellt. Bei dem in der WO 2024112989 A1 beschriebenen Verfahren sind die in Längsrichtung der Brücke angeordneten Spannglieder etwas länger als die Spannweite eines Feldes. Jedes Spannglied weist entweder eine Spannverankerung und eine Endverankerung oder zwei Spannverankerungen auf. Zur Aufnahme der Verankerungen der in Längsrichtung der Brücke angeordneten Spannglieder ist entweder die Ausbildung von Querrahmen in den Längsträgern, die gemäß Fig. 11 der WO 2024112989 A1 über den Pfeilern angeordnet sind, oder von Pfeilersegmenten (siehe Fig. 18 der WO 2024112989 A1), erforderlich. Die Spannglieder kreuzen sich über den Pfeilern in den Querrahmen oder in den Pfeilersegmenten.
[0008] In den Fugen zwischen aneinandergrenzenden Längsträgern und zwischen Längsträgern und Pfeilersegmenten müssen Druckspannungen in Längsrichtung der Brücke vorhanden sein, um die Übertragung von Querkräften und Torsionsmomenten in den Fugen zu ermöglichen. Die Multiplikation der Druckspannungen mit einem Reibungsbeiwert ergibt die aufnehmbaren Schubspannungen in den Fugen. Im Grenzzustand der Tragfähigkeit ist davon auszugehen, dass sich die Fugen teilweise öffnen. Durch den Einsatz einer Längsvorspannung und die Anordnung einer zusätzlichen Längsbewehrung wird das Öffnen der Fugen minimiert. Im Grenzzustand der Tragfähigkeit ist in den Fugen nachzuweisen, dass die aufnehmbaren Schubspannungen kleiner sind als die einwirkenden Schubspannungen, die durch Querkräfte und Torsionsmomente verursacht werden.
[0009] Bei der abschnittsweisen Herstellung einer mehrfeldrigen Brücke müssen in den Längsträgern bereits im Fertigteilwerk die Querrahmen eingebaut werden, weil eine Herstellung der Querrahmen nach dem Installieren der Längsträger, wegen der Bewehrungs-, Schalungs- und Betonierarbeiten und der erforderlichen Zeitspanne für die Erhärtung des Betons, zu zeitaufwändig wäre. Das Gewicht der Querrahmen vergrößert das Gewicht der Längsträger, was ungünstig für das Anheben der Längsträger im Fertigteilwerk, den Transport und die Montagevorgänge auf der Baustelle ist.
[0010] Mit der Ausbildung von Pfeilersegmenten (siehe die Zeichnungen Fig. 15 bis Fig. 18 der WO 2024112989 A1) wird die durch den Einbau von Querrahmen bedingte Vergrößerung des Gewichts der Längsträger vermieden. Die Länge der Längsträger wird um die in Längsrichtung der Brücke gemessene Abmessung der Pfeilersegmente reduziert, was sich günstig auf das Gewicht der Längsträger auswirkt. Nachteilig bei der Verwendung von Pfeilersegmenten ist, dass in jedem Bauabschnitt zwei zusätzliche Fugen vorhanden sind, die nach dem Installieren der Längs-
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träger verfüllt werden müssen. Das Verfüllen der Fugen ist ein zeitaufwändiger Arbeitsschritt, der zu einer Verlangsamung des Baufortschritts führt.
[0011] In der WO 2024112989 A1 ist angegeben, dass die Längsträger beziehungsweise die Pfeilersegmente unverschieblich und gegebenenfalls biegesteif mit den Pfeilern verbunden werden (siehe Patentanspruch 10 sowie Fig. 5 und Fig. 15 und zugehörige Beschreibungen in der WO 2024112989 A1) oder auf Brückenlagern gelagert werden (siehe Beschreibungen der Fig. 5 und der Fig. 11).
[0012] Eine unverschieblich und biegesteife Verbindung der Längsträger beziehungsweise der Pfeilersegmente mit den Pfeilern erfordert eine große Nachgiebigkeit der Pfeiler in Längsrichtung der Brücke, damit die Längsverschiebungen der Brücke, die infolge des Schwindens und Kriechens des Betons sowie infolge von Temperaturänderungen auftreten, von den Pfeilern über Biegeverformungen aufgenommen werden können. Eine große Nachgiebigkeit der Pfeiler in Längsrichtung der Brücke ist nur vorhanden, wenn die Pfeiler eine große Höhe aufweisen. Das bedeutet, dass die in der WO 2024112989 A1 vorgeschlagene unverschiebliche und biegesteife Verbindung der Längsträger beziehungsweise der Pfeilersegmente mit den Pfeilern nur bei Brücken mit hohen Pfeilern angewendet werden kann.
[0013] Bei der Beschreibung des dritten Ausführungsbeispiels der WO 2024112989 A1, bei dem die Längsträger mit den Taktschiebeverfahren installiert werden, werden die Montagelager nach dem Einschieben der Längsträger ausgebaut und Brückenlager eingebaut. Der nachträgliche Einbau von Brückenlagern bedingt, dass in den Längsträgern an der Unterseite der Bodenplatten Stahlplatten eingebaut sind. Die Stahlplatten werden beim Einbau der Brückenlager mit den oberen Stahlplatten der Brückenlager, ähnlich wie bei einer Stahl-Beton-Verbundbrücke, verschweißt. Anschließend werden, während das Gewicht der Längsträger noch von den Montagelagern übernommen wird, unter den Brückenlagern Lagersockel eingebaut. Das Verschweißen der Stahlplatten der Brückenlager und das Herstellen der Lagersockel nach dem Installieren der Längsträger sind zeitaufwändige Arbeitsschritte, die nachteilig für einen schnellen Baufortschritt sind.
[0014] In der WO 2024112989 A1 ist bei der Beschreibung des ersten Ausführungsbeispiels angegeben, dass auf die Darstellung der Montagelager verzichtet wird. Die Auflagerung der Längsträger auf Montagelagern, die auf den Pfeilern angeordnet sind, ist in der Realität erforderlich, um Bautoleranzen auszugleichen und ein Abplatzen des Betons von den Pfeilern und/oder den Längsträgern zu vermeiden. Bei der Pinkabachbrücke, die 2022 in Österreich mit einem Längsträger und sechs Fahrbahnplattenelementen hergestellt wurde, wurden vor dem Installieren der Längsträger auf den Widerlagern vier Montagelager platziert. Als Montagelager wurden unbewehrte Elastomerlager mit Grundrissabmessungen von 200 mm mal 200 mm und einer Höhe von 50 mm verwendet.
[0015] Unter den Montagelagern waren Lagersockel mit einer Höhe von 50 mm angeordnet. Die Zwischenräume zwischen den Oberseiten des Widerlagers und der Unterseite der Bodenplatte des Längsträgers, der eine Höhe von 100 mm aufwies, wurden nach dem Installieren der Längsträger mit einem Beton mit einem Größtkorn von 8 mm verfüllt. Das Verfüllen der Zwischenräume war ein eigener Arbeitsschritt, der nachteilig für eine schnelle Bauausführung war.
[0016] Die Dicke der Wandplatten des Längsträgers der Pinkabachbrücke musste von 150 mm im Feldbereich auf 300 mm über den Montagelagern vergrößert werden, um die Montagelager unter den Wandplatten platzieren zu können. Diese Vergrößerung der Dicke der Wandplatten vergrößerte das Gewicht des Längsträgers, was nachteilig für die Transport- und Montagevorgänge war.
[0017] Es ist somit Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer vorgespannten Brücke zu schaffen, das eine schnellere Herstellung als die in der AT 524664 B1, der JP 2005264533 A, der KR 100785634 B1, der JP 2006265976 A, der WO 2022140899 A1 und der WO 2024112989 A1 beschriebenen Verfahren ermöglicht, das nicht auf Brücken mit hohen Pfeilern beschränkt ist und bei dem auf eine Vergrößerung der Wanddicken im Bereich
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der Montagelager verzichtet werden kann.
[0018] Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Verfahrensschritte gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen und der Beschreibung dargelegt.
[0019] Zur Herstellung von einer schubfesten Verbindung zwischen einem Längsträger und der Fahrbahnplatte wird in der DE 2520104 A1 vorgeschlagen, in dem mindestens einen Längsträger Bügel anzuordnen. Die Fig. 9 der DE 2520105 A1 zeigt die Anordnung eines Bügels in dem Längsträger einer Brücke, deren Querschnitt im Endzustand durch einen einstegigen Plattenbalken gebildet wird. Der Bügel weist zwei kurze Verankerungslängen im Längsträger auf. Der gröBere Teil des Bügels ist über dem Längsträger angeordnet. Der obere horizontale Teil des Bügels ist knapp unter den oberen Bewehrungslagen, die auf der Baustelle verlegt werden, der Fahrbahnplatte angeordnet. In den beiden oberen Ecken des Bügels sind keine in Längsrichtung der Brücke angeordneten Bewehrungsstäbe eingezeichnet.
[0020] Die in der Fig. 9 der DE 2520105 A1 dargestellte Verbindung zwischen dem Längsträger und der Fahrbahnplatte funktioniert nicht, weil der obere horizontale Teil des Bügels unter der oberen Längsbewehrung angeordnet ist und damit die grundlegende Anforderung für eine schubfeste Verbindung zwischen Längsträger und Fahrbahnplatte nicht erfüllt ist. Im Eurocode 2 wird im Abschnitt 9.2.2 (Querkraftbewehrung) gefordert, dass die Bügel die Längszugbewehrung und die Druckzone umfassen müssen. Auch die im Eurocode 2 enthaltene Forderung, dass in den Ecken von Bügeln normal zur Ebene der Bügel verlaufende Bewehrungsstäbe anzuordnen sind, wird durch die in der Fig. 9 der DE 2520105 A1 dargestellte Ausführungsform nicht erfüllt.
[0021] Die in der Fig. 10 (Brücke mit zweistegigem Plattenbalkenquerschnitt) und Fig. 11 (Brücke mit Kastenquerschnitt) der DE 2520105 A1 dargestellten Schubverbindungen zwischen den Längsträgern und der Fahrbahnplatte entsprechen der in der Fig. 9 dargestellten Ausführungsform und weisen somit keine ausreichende Schubtragfähigkeit auf.
[0022] Ein weiteres Verfahren zur Herstellung von Brücken aus Längsträgern und Fahrbahnplattenelementen wird in der AT 526142 B1 beschrieben. Bei diesem Verfahren wird die obere Querbewehrung der Fahrbahnplatte in den Fahrbahnplattenelementen angeordnet. Die obere Längsbewehrung der Fahrbahnplatte wird am Einbauort in der ersten Lage von oben auf der oberen Querbewehrung der Fahrbahnplatte eingebaut.
[0023] Die schubfeste Verbindung wird durch Bügel, die in den Längsträgern angeordnet sind und in den Aufbeton der Fahrbahnplatte ragen, gewährleistet. Die Bügel weisen an ihrem oberen Ende Schlaufen auf. Im Gegensatz zur üblichen Ausführung sind die Schlaufen, wie in der Fig. 6 und der Fig. 7 der AT 526142 B1 zu erkennen ist, in der Längsrichtung der Brücke angeordnet. Um die Forderung des Eurocodes 2, dass die Bügel die Längszugbewehrung umfassen müssen, zu erfüllen, werden zusätzliche Schlaufen im Aufbeton angeordnet. Mit der in der AT 526142 B1 dargestellten Ausführungsform kann der Nachweis der Schubverbindung zwischen einem Längsträger und den Fahrbahnplattenelementen mit den im Eurocode 2 enthaltenen Bemessungsregeln geführt werden. Ein Nachteil dieser Ausführungsform ist der große Abstand zwischen den Bügeln, der durch die Drehung der Schlaufen in die Längsrichtung der Brücke, die Anordnung der oberen Querbewehrung der Fahrbahnplatte zwischen den Bügeln und den zum Ausgleich von Herstellungstoleranzen notwendigen Abstand zwischen den Schlaufen der Bügel und den Stäben der Querbewehrung entsteht. Das in der AT 526142 B1 beschriebene Verfahren ist somit nur für Brücken mit kleinen Spannweiten, bei denen nur kleine Querkräfte auftreten, geeignet.
[0024] Es ist somit eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer schubfesten Verbindung zwischen den Längsträgern und den Fahrbahnplattenelementen einer Brücke zu schaffen, das für die Aufnahme von höheren Querkräften als bei den bekannten Verfahren geeignet ist.
[0025] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung einer vorgespannten Brücke aus bewehrtem Beton - mit einer Fahrbahnplatte, die mindestens eine Auskragung aufweist;
- Mit mindestens zwei unter der Fahrbahnplatte hintereinander angeordneten Längsträgern, wobei die mindestens zwei Längsträger näherungsweise parallel zur Längsachse oder in der Längsachse der Brücke angeordnet sind und zwischen jeweils zwei aneinandergrenzenden Längsträgern eine Fuge ausgebildet wird;
- Mit dem statischen System eines Durchlaufträgers mit mindestens zwei Feldern oder eines Rahmens mit mindestens zwei Feldern;
umfasst folgende Schritte:
a. Bereitstellen von Fahrbahnplattenelementen,
- wobei ein Fahrbahnplattenelement mindestens zwei Platten und mindestens einen Querbalken und vorzugsweise zwei Querbalken aufweist;
- wobei die Platten aus bewehrtem Beton oder Spannbeton hergestellt sind;
- wobei der mindestens eine Querbalken aus bewehrtem Beton, Spannbeton oder Baustahl hergestellt ist;
- wobei die Platten im Grundriss mit vier Eckpunkten ausgebildet sind;
- wobei mindestens zwei Platten durch den mindestens einen Querbalken verbunden sind;
- wobei der mindestens eine Querbalken im Grundriss unter einem Winkel von 80° bis 90° zu der Längsachse der Brücke angeordnet ist;
- wobei der mindestens eine Querbalken über den Platten angeordnet ist;
- wobei zwei gegenüberliegende Ränder von einer Platte unter einem Winkel von 80° bis 90° zu der Längsachse der Brücke angeordnet sind;
- wobei die zwei übrigen gegenüberliegenden Ränder von jeder Platte unter einem Winkel von 0° bis 10° zu der Längsachse der Brücke angeordnet sind; und
- wobei ein Rand einer ersten Platte und ein Rand einer zweiten Platte einen Abstand zueinander aufweisen, der näherungsweise der Breite an der Oberseite eines Längsträgers entspricht, wobei die Ränder unter einem Winkel von 0° bis 10° zu der Längsachse der Brücke angeordnet sind;
b. Bereitstellen von mindestens zwei vorgefertigten, dünnwandigen Längsträgern aus bewehrtem Beton oder Spannbeton, die entlang ihrer Längserstreckung einen einzelligen, hohlkastenförmigen Querschnitt aufweisen, wobei die Länge eines Längsträgers mindestens doppelt So groß ist wie die Breite des Längsträgers; wobei - Mindestens ein Längsträger an mindestens einem Ende mit einer Aussparung in der Bo-
denplatte und/oder mit einer Aussparung in der Deckplatte hergestellt wird;
- die Aussparung mit einer in Längsrichtung der Brücke gemessenen Länge von 0,1 m bis 1,0 m und vorzugsweise mit einer Länge von 0,2 m bis 0,5 m hergestellt wird; und
- die Aussparung mit einer in Querrichtung der Brücke gemessenen Breite von 0,2 m bis 3,0 m und vorzugsweise mit einer Breite von 0,5 m bis 2,4 m hergestellt wird;
cC. Installieren der mindestens zwei Längsträger mit mindestens einem Kran oder mindestens einem Versetzgerät,
- wobei mindestens eine Fuge zwischen zwei aneinandergrenzenden Längsträgern über einem Pfeiler ausgebildet wird;
- wobei in den Bereichen der Längsträger, die neben der mindestens einen Fuge angeordnet sind, temporäre Auflagerkonstruktionen über oder unter den Wandplatten ausgebildet werden;
- wobei die beiden Längsträger mit Hilfe der temporären Auflagerkonstruktionen auf dem Pfeiler aufgelagert werden und
- Im Bereich von mindestens einer über einem Pfeiler angeordneten Fuge in den Längsträgern mindestens eine Umlenkstelle hergestellt wird;
d. Einbau von Spanngliedern, in dem durch die Wandplatten, die Bodenplatten und die Deckplatten in den mindestens zwei Längsträgern gebildeten Hohlraum,
- wobei sich die Spannglieder über die gesamte Länge der Brücke erstrecken;
- wobei jedes Spannglied mindestens eine Spannverankerung aufweist und
- wobei in der fertiggestellten Brücke in einem Querschnitt durch einen Längsträger über einem Pfeiler die Summe der Vorspannkräfte in den Spanngliedern, die sich über die gesamte Länge der Brücke erstrecken, mindestens 40% und vorzugsweise mindestens 80%
und im besten Fall 100% der gesamten in diesem Querschnitt vorhandenen Vorspannkraft, die in Längsrichtung der Brücke wirkt, beträgt;
e. gegebenenfalls Aufbringen einer Teilvorspannung auf die Spannglieder;
f. Auflegen der Fahrbahnplattenelemente auf den mindestens zwei Längsträgern;
g. gegebenenfalls Aufbringen einer weiteren Teilvorspannung auf die Spannglieder;
h. Verlegen einer Bewehrung, vorzugsweise einer Längsbewehrung und einer Querbewehrung, auf den Fahrbahnplattenelementen und über den Deckplatten der mindestens zwei Längsträger;
1. gegebenenfalls Aufbringen einer weiteren Teilvorspannung auf die Spannglieder;
]J. Aufbringen des Aufbetons auf den Fahrbahnplattenelementen und über den Deckplatten der mindestens zwei Längsträger zur Herstellung der Fahrbahnplatte; und
k. Aufbringen der Endvorspannung auf die Spannglieder.
[0026] Das erfindungsgemäße Verfahren ist für die Herstellung von Brücken mit Spannweiten von 25 m bis 60 m und vorzugsweise von 30 m bis 50 m geeignet.
[0027] Bei einer Brücke mit einer Länge von beispielweise mehr als 200 m kann es vorteilhaft sein, wenn ein Spannglied aus zwei Teilstücken, die jeweils eine Spannverankerung und eine Endverankerung aufweisen, hergestellt wird. In einer Umlenkstelle wird mit den Endverankerungen der beiden Teilstücke ein Übergreifungsstoß hergestellt, wobei sich die beiden Teilstücke in der Umlenkstelle kreuzen. Die beiden Teilstücke werden mit Spannverankerungen in den Endquerträgern der Brücke verankert werden.
[0028] Eine günstige Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ermöglicht, wenn, mindestens ein Spannglied als externes Spannglied ausgebildet wird.
[0029] Um die Biegebeanspruchung in einem Pfeiler beim Auflegen eines Längsträgers klein zu halten, kann es vorteilhaft sein, wenn die Mittelachse von mindestens einer Auflagerkonstruktion in einem in Längsrichtung der Brücke gemessenen Abstand von höchstens 200 mm und vorzugweise von höchstens 140 mm von der Mittelebene des Pfeilers angeordnet ist.
[0030] Vorteilhaft können bei der Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens eine Auflagerkonstruktion mit mindestens einer Stahlplatte und mit mindestens einem Elastomerlager hergestellt werden.
[0031] Ein Auflegen der Fahrbahnplattenelemente auf den Längsträgern ohne die Verwendung eines Krans wird ermöglicht, wenn der Transport der Fahrbahnplattenelemente mit einem Versetzwagen erfolgt, - wobei der Versetzwagen auf mindestens einem Längsträger in Längsrichtung der Brücke bewegt wird; - die Räder des Versetzwagens während des Transports auf der Deckplatte des mindestens einen Längsträgers abrollen; und - Jeweils mindestens ein Fahrbahnplattenelement zum Einbauort transportiert wird.
[0032] Die vorteilhafte Ausbildung eines Hebepunktes zum Anheben eines Längsträgers wird ermöglicht, wenn - In einer Wandplatte zwei Schlaufen mit ausreichenden Verankerungslängen eingebaut werden; - die Schlaufen an der Oberseite des Längsträgers aus den Wandplatten herausragen; - die Schlaufen näherungsweise normal zu der Mittelebene der Deckplatte des Längsträgers angeordnet werden; - die Schlaufen im oberen Bereich einen konstanten Krümmungsradius aufweisen; - In den Schlaufen in den Bereichen, die einen konstanten Krümmungsradius aufweisen, ein Rundstahl eingebaut wird; und - an dem Rundstahl näherungsweise in der Mitte zwischen zwei Schlaufen ein Zugglied befestigt wird.
[0033] Bei der Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann es von Vorteil sein, wenn
- der Aufbeton in zwei Schichten aufgebracht wird;
- die erste Schicht des Aufbetons über den Deckplatten der mindestens zwei Längsträger und gegebenenfalls über einem an die mindestens zwei Längsträger angrenzenden Teil der Platten der Fahrbahnplattenelemente aufgebracht wird; und
- die Dicke der ersten Schicht des Aufbetons über den Deckplatten der mindestens zwei Längsträger mindestens 80 mm beträgt.
[0034] Eine vorteilhafte Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ermöglicht, wenn ein Teil der oberen Querbewehrung in den Fahrbahnplattenelementen in der zweiten Lage von oben eingebaut wird und der übrige Teil der Querbewehrung auf der Baustelle in der ersten Lage von oben eingebaut wird.
[0035] Beim dem erfindungsgemäßen Verfahren kann es vorteilhaft sein, wenn am oberen Ende von mindestens zwei Bügeln und vorzugsweise von allen Bügeln, die an der Oberseite des Längsträgers aus den Wandplatten herausragen, mindestens ein Splintstab, dessen Länge um mindestens 20 mm kleiner ist als der in Längsrichtung der Brücke gemessene Abstand zwischen zwei Querbalken der Fahrbahnplattenelemente, vor dem Installieren der Fahrbahnplattenelemente innerhalb der Bügel eingebaut wird und in einem späteren Arbeitsschritt neben dem mindestens einen Splintstab mindestens ein Bewehrungsstab der Längsbewehrung, der eine um mindestens 1,0 m größere Länge als der mindestens eine Splintstab aufweist und in derselben Bewehrungslage wie der mindestens eine Splintstab angeordnet ist, eingebaut wird.
[0036] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den nachstehenden Erläuterungen von in den Zeichnungen Fig. 1 bis Fig. 33 schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen. In den Zeichnungen zeigen:
[0037] Fig. 1 eine Ansicht einer ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform nach dem Installieren von fünf Längsträgern und während des Einhebens des sechsten Längsträgers;
[0038] Fig. 2 das Detail A der Fig. 1
[0039] Fig. 3 eine Ansicht der ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform nach der Herstellung der Umlenkstellen, der Querträger und der Endquerträger
[0040] Fig. 4 eine Ansicht der ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform nach dem Auflegen eines Teils der Fahrbahnplattenelemente;
[0041] Fig. 5 eine Ansicht der ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform nach dem Aufbringen einer Aufbetonschicht auf die Fahrbahnplattenelemente und die Deckplatten der Längsträger;
[0042] Fig. 6 einen Längsschnitt der ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform entlang der in der Fig. 3 eingezeichneten Schnittlinie VI-VI;
[0043] Fig. 7 einen Längsschnitt der ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform entlang der in der Fig. 1 eingezeichneten Schnittlinie VII-VII;
[0044] Fig. 8 einen Querschnitt der ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform entlang der in der Fig. 7 eingezeichneten Schnittlinie VIN-VIN;
[0045] Fig. 9 das Detail B der Fig. 8;
[0046] Fig. 10 einen Längsschnitt der ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform entlang der in der Fig. 3 eingezeichneten Schnittlinie X-X;
[0047] Fig. 11 einen Querschnitt der ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform entlang der in der Fig. 10 eingezeichneten Schnittlinie XI-XI;
[0048] Fig. 12 einen Längsschnitt der ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform entlang der in der Fig. 1 eingezeichneten Schnittlinie XIl-XII;
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[0049] Fig. 13 einen Längsschnitt der ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform entlang der in der Fig. 3 eingezeichneten Schnittlinie XIN-XII;
[0050] Fig. 14 einen Querschnitt der ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform entlang der in der Fig. 13 eingezeichneten Schnittlinie XIV-XIV;
[0051] Fig. 15 einen der Fig. 7 entsprechenden Längsschnitt mit einer alternativen Anordnung der Auflagerkonstruktionen;
[0052] Fig. 16 einen der Fig. 10 entsprechenden Längsschnitt mit einer alternativen Anordnung der Auflagerkonstruktionen;
[0053] Fig. 17 einen Querschnitt entlang der in der Fig. 16 eingezeichneten Schnittlinie XVIIXVII;
[0054] Fig. 18 eine der Fig. 7 entsprechenden Längsschnitt mit einer weiteren alternativen Ausbildung der Auflagerkonstruktionen;
[0055] Fig. 19 einen Schnitt in einem vergrößerten Maßstab entlang der in der Fig. 18 eingezeichneten Schnittlinie XIX-XIX;
[0056] Fig. 20 eine Ansicht einer zweiten erfindungsgemäßen Ausführungsform nach dem Installieren von einem Längsträger;
[0057] Fig. 21 eine Ansicht der zweiten erfindungsgemäßen Ausführungsform nach dem Installieren von zwei Längsträgern;
[0058] Fig. 22 eine Ansicht der zweiten erfindungsgemäßen Ausführungsform nach dem Installieren von vier Längsträgern;
[0059] Fig. 23 einen Querschnitt der zweiten erfindungsgemäßen Ausführungsform entlang der in der Fig. 22 eingezeichneten Schnittlinie XXIN-XXI;
[0060] Fig. 24 das Detail C der Fig. 23;
[0061] Fig. 25 einen Ausschnitt eines Felds der mit der zweiten erfindungsgemäßen Ausführungsform hergestellten Brücke, das durch eine Gleichlast belastet ist, und den zugehörigen Verlauf des Biegemoments;
[0062] Fig. 26 das Stabwerkmodell für die Querkraftabtragung in den Wandplatten des in der Fig. 25 eingezeichneten Details E;
[0063] Fig. 27 eine Draufsicht auf das Stabwerkmodell in der Deckplatte gemäß der in der Fig. 26 eingezeichnete Schnittlinie XXVII-XXWVII;
[0064] Fig. 28 einen Querschnitt der zweiten erfindungsgemäßen Ausführungsform entlang der in der Fig. 22 eingezeichneten Schnittlinie XXVIN-XXWVII;
[0065] Fig. 29 einen der Fig. 28 entsprechenden Querschnitt nach dem Installieren einer Absenkvorrichtung;
[0066] Fig. 30 das Detail E der Fig. 23 mit der im Fahrbahnplattenelement eingebauten oberen Querbewehrung;
[0067] Fig. 31 das Detail E der Fig. 23 nach dem Verlegen von einem Teil der oberen Längsbewehrung;
[0068] Fig. 32 das Detail E der Fig. 23 nach dem Verlegen der auf der Baustelle eingebauten oberen Querbewehrung; und
[0069] Fig. 33 das Detail E der Fig. 23 nach dem Verlegen des übrigen Teils der oberen Längsbewehrung.
[0070] Eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung einer vorgespannten Brücke 21 mit drei Feldern ist in den Abbildungen Fig. 1 bis Fig. 19 schematisch dargestellt.
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[0071] Im ersten Arbeitsschritt werden gemäß Fig. 1 die Längsträger 11 installiert. Die Fig. 1 zeigt einen Bauzustand bei dem fünf Längsträger 11 in der endgültigen Lage auf temporären Auflagerkonstruktionen 41 aufgelagert sind. Ein sechster Längsträger 11 wird mit zwei Mobilkränen, die der Übersichtlichkeit halber in der Fig. 1 nicht dargestellt sind, eingehoben. Das Gewicht der Längsträger 11 wird von den temporären Auflagerkonstruktionen 41 in die Widerlager 19 und die Pfeiler 22 weitergeleitet. Die Längsträger 11 weisen entlang ihrer Längserstreckung einen einzelligen, hohlkastenförmigen Querschnitt auf. Jeder Längsträger 11 besteht aus sechs Wandplatten 12, einer Bodenplatte 13 und einer Deckplatte 14. Die Längsträger 11 werden in einem Fertigteilwerk hergestellt. Für das Anheben der Längsträger 11 im Fertigteilwerk und für den Transport zur Baustelle ist es vorteilhaft, wenn das Gewicht der Längsträger 11 nicht größer als 80 t bis 130 t ist. Längsträger 11, die ein größeres Transportgewicht aufweisen, können beispielweise aus einzelnen Segmenten bestehen. Die Segmente können auf der Baustelle mit einer Längsvorspannung zu einem Längsträger 11 zusammengefügt werden.
[0072] Die Wandplatten 12 der Längsträger 11 werden liegend aus einem Beton C80/95 hergestellt. Die Wandplatten könnten auch aus einem ultrahochfesten Beton mit einer Druckfestigkeit von 150 N/mm? hergestellt werden. Nach dem Erhärten des Betons werden die Wandplatten, die bei diesem Beispiel eine Dicke von 120 mm aufweisen auf einem Schalboden aufgestellt. Zwischen den Wandplatten 12 wird zuerst die Bodenplatte 13 und anschließend die Deckplatte 14 aus einem Beton C50/60 hergestellt. Die in Längsrichtung des Längsträgers 11 gemessene Länge der Bodenplatte 13 und der Deckplatte 14 ist kleiner als die in Längsrichtung des Längsträgers 11 gemessene Länge von drei Wandplatten 12. Dadurch werden in den Endbereichen der Längsträger 11 Aussparungen 16 in der Bodenplatte 13 und in der Deckplatte 14 gebildet.
[0073] Wegen der liegenden Herstellung ist die Länge der Wandplatten 12 in den meisten Fertigteilwerken auf 12 m bis 15 m begrenzt. Deshalb sind in jedem der in Fig. 1 dargestellten Längsträger 11 vier Fugen 24 zwischen den Wandplatten 12 vorhanden. Es wäre auch möglich, die Wandplatten 12 der Längsträger 11 stehend herzustellen. In diesem Fall wäre es möglich die Wandplatten 12 des Längsträger 11 ohne Fugen 24 herzustellen, dafür müssten besondere Maßnahmen für das Betonieren der dünnwandigen Wandplatten 12 ergriffen werden.
[0074] Das Einheben des sechsten Längsträger 11 erfolgt mit zwei Mobilkränen, die das Gewicht des Längsträgers 11 an vier Hebepunkten 50 übernehmen. Über jeweils zwei in den Endbereichen des Längsträgers angeordneten Hebepunkten 50 wird ein Hebebalken 51 angeordnet, um einen Schrägzug während des Anhebens zu vermeiden.
[0075] Eine Möglichkeit zur Ausbildung eines Hebepunkts 50 ist in der Fig. 2 dargestellt. Zwei Schlaufen 53 werden mit einer ausreichenden Verankerungslänge in der Wandplatte 12 eingebaut. Die Schlaufen 53 werden im Bereich der Aussparung 16 angeordnet. Die Schlaufen 53 können aus einem Bewehrungsstahl hergestellt werden. In den Schlaufen 53 wird im oberen Bereich, der einen konstanten Krümmungsradius aufweist, ein Rundstahl 54 eingebaut. In der Mitte des Rundstahls 54 wird ein Zugglied 52 befestigt, das mit dem Hebebalken 51 verbunden wird. Mit der in der Fig. 1 und der Fig. 2 dargestellten Ausbildung des Hebepunktes 50 wird gewährleistet, dass die acht Schlaufen 53, die zum Anheben des Längsträgers 11 erforderlich sind, gleichmäßig belastet werden.
[0076] Es wäre auch möglich die Schlaufen 53 im Grundriss um 90° zu drehen, um einen Hebepunkt 50 in einer sehr dünnen Wandplatte 12 auszubilden.
[0077] Es wäre auch möglich einen in einer Wandplatte 12 eingebauten Bügel 33 so auszubilden, dass der Bügel 33 am oberen Ende eine Schlaufe 53 mit einem konstanten Krümmungsradius aufweist.
[0078] Wenn die Tragfähigkeit von zwei Schlaufen 53 an einem Hebepunkt 50 zum Anheben eines Längsträgers 11 nicht ausreicht, kann ein Hebepunkt 50 entsprechend der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform, die eine gleichmäßige Belastung der Schlaufen 53 gewährleistet, auch mit vier, acht oder sechzehn Schlaufen 53 hergestellt werden.
[0079] Im zweiten Arbeitsschritt werden gemäß Fig. 3 in die Längsträger 11 über den Pfeilern 22
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Umlenkstellen 40 eingebaut und die Querträger 27 und die Endquerträger 28 hergestellt. Durch den Einbau der Umlenkstellen 40 werden die Fugen 24 zwischen den Längsträgern 11 geschlossen und die Aussparungen 16 werden verkleinert. Die Aussparungen 16 sind vorteilhaft für die Ausführung der Schalungs-, Bewehrungs- und Betonierarbeiten zur Herstellung der Umlenkstellen 40 im Inneren der Längsträger 11.
[0080] Im dritten Arbeitsschritt werden in den Längsträgern 11 Spannglieder 36 eingebaut. Die Aussparungen 16 erleichtern den Einbau der Spannglieder 36. Ohne Aussparungen 16 müssten die Hüllrohre für die Spannglieder 36 durch die Durchgangsöffnungen 60 in den Endquerträgern 28 in das Innere der Längsträger 11 transportiert werden. Nach dem Installieren der Hüllrohre werden die Litzen in die Hüllrohre eingebaut. Anschließend wird eine Teilvorspannung auf die Spannglieder 36 aufgebracht.
[0081] Im vierten Arbeitsschritt werden die temporären Auflagerkonstruktionen 41 durch Betongelenke 45 ersetzt.
[0082] Im fünften Arbeitsschritt wird eine Schicht 10 aus Beton C40/50 mit einer Dicke von 180 mm auf der Bodenplatte 13 eingebaut. Die Aussparungen 16 in den Deckplatten 14 der Längsträger 11 können nach dem Herstellen der Schicht 10 geschlossen werden. Anschließend wird eine weitere Teilvorspannung auf die Spannglieder 36 aufgebracht.
[0083] Im sechsten Arbeitsschritt werden gemäß Fig. 4 Fahrbahnplattenelemente 2 auf den Längsträgern 11 aufgelegt. Die Verwendung von Fahrbahnplattenelementen 2 zur Herstellung einer Fahrbahnplatte 1 für eine Brücke wird beispielweise in der WO 2022/256851 A1 und in der AT5262652 B1 beschrieben. Die Fig. 4 zeigt einen Bauzustand bei dem 24 Fahrbahnplattenelemente 2 auf den Längsträgern 11 aufgelegt wurden und ein weiteres Fahrbahnplattenelement 2 mit einem Mobilkran, der in der Fig. 4 der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt ist, angehoben wird. Nach dem teilweisen oder vollständigen Auflegen der Fahrbahnplattenelemente 2 kann auf die Spannglieder 36 eine weitere Teilvorspannung aufgebracht werden.
[0084] Im siebten Arbeitsschritt wird auf den Fahrbahnplattenelementen 2 und über den Deckplatten 14 der Längsträger 11 die Anschlussbewehrung der untenliegenden Bewehrung der Fahrbahnplatte 1, die Längsbewehrung 32 und die Querbewehrung 34 der obenliegenden Bewehrung der Fahrbahnplatte 1 verlegt. Gegebenenfalls kann anschließend eine weitere Teilvorspannung auf die Spannglieder 36 aufgebracht werden.
[0085] Im achten Arbeitsschritt wird gemäß Fig. 5 auf den Fahrbahnplattenelementen 2 und über den Deckplatten 14 der Längsträger 11 ein Aufbeton 9 zur Herstellung der Fahrbahnplatte 1 aufgebracht. Nach dem Erhärten des Aufbetons 9 der Fahrbahnplatte 1 kann die Endvorspannung auf die Spannglieder 36 aufgebracht werden.
[0086] Ein Längsschnitt in überhöhtem Maßstab durch drei Längsträger 11 ist in der Fig. 6 dargestellt. Das in der Fig. 6 dargestellte Spannglied 36 weist auf der linken Seite eine Endverankerung 39 und auf der rechten Seite eine Spannverankerung 37 auf. Die Höhenlage der Endverankerung 39 und der Spannverankerung 37 entspricht der Höhenlage der Schwerachse der fertiggestellten Brücke 2. In den drei Längsträgern 11 sind zehn Umlenkstellen 40 für die Spannglieder 36 vorhanden. Vier Umlenkstellen 40 sind über den Pfeilern 22 angeordnet. In den Viertelspunkten der Längsträger 11 befinden sich sechs Umlenkstellen 40, die mit den Bodenplatten 13 und den Wandplatten 12 der Längsträger 11 verbunden sind.
[0087] Die Fig. 7 zeigt einen Längsschnitt durch die Endbereiche von zwei Längsträgern 11, die Auflagerkonstruktionen 41 und den Pfeiler 22. Die Auflagerkonstruktionen 41 sind unter den Wandplatten 12 der Längsträger angeordnet. Gemäß dem in der Fig. 1 dargestellten Herstellungsprozess wird zuerst der in der Fig. 7 auf der rechten Seite angeordneten Längsträger 11 installiert. Das Gewicht dieses Längsträgers 11 bewirkt im Pfeiler 22 Normalkräfte und Biegemomente. Weil der Abstand der Auflagerkonstruktion 41 von der Mittelebene des Pfeilers 22 klein ist, entstehen in dem Pfeiler 22 infolge des Gewichts des Längsträgers 11 keine Zugspannungen. Das ist günstig, weil keine zusätzliche Bewehrung zur Aufnahme von Zugspannungen in dem Pfeiler 22 eingebaut werden muss.
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[0088] Zugspannungen im Pfeiler 22 entstehen nach dem Installieren eines Längsträgers 12, wenn der Abstand zwischen der Mittelachse der Auflagerkonstruktion 41 und der Mittelebene des Pfeilers 22 größer ist als ein Sechstel der in Längsrichtung der Brücke 21 gemessenen Dicke des Pfeilers 22. Deshalb ist es günstig, wenn dieser Abstand höchstens 200 mm und vorzugsweise höchstens 140 mm beträgt.
[0089] Die Fig. 7 zeigt, dass bei diesem Ausführungsbeispiel Aussparungen 16 in der Bodenplatte 13 und in der Deckplatte 14 angeordnet sind. Die in Querrichtung der Brücke 21 gemessene Breite der Aussparung 16 entspricht dem Abstand zwischen den Wandplatten 12. Die Aussparung 16 könnte auch mit einer geringeren Breite hergestellt werden. Der in Längsrichtung der Brücke gemessene Abstand zwischen den Wandplatten 12, durch den die Fuge 24 gebildet wird, beträgt 50 mm. Dieser Abstand könnte projektbezogen auch kleiner, beispielweise mit 10 mm, oder größer, beispielweise mit 300 mm, ausgeführt werden.
[0090] Die Fig. 8 zeigt einen durch die Fuge 24 geführten Querschnitt. Die Auflagerkonstruktionen 41 sind zentrisch unter den Wandplatten 12 angeordnet. Die Breite des Pfeilers 22 ist größer als die Breite des Längsträgers, um eine Einleitung des Eigengewichts des Längsträgers 11 durch die Auflagerkonstruktion 41 in den Pfeiler 22 zu ermöglichen.
[0091] Das in der Fig. 9 dargestellte Detail B der Fig. 8 zeigt, dass die Auflagerkonstruktion 41 aus einem Lagersockel 42, einem Elastomerlager 43 und zwei Stahlplatten 44 besteht. Die obere Stahlplatte 44 ist zentrisch unter der Wandplatte 12 angeordnet. Die Breite dieser Stahlplatte 44 ist kleiner als die Dicke der Wandplatte 12, um ein Abplatzen des Betons im Auflagerbereich zu vermeiden. Die untere Stahlplatte 44 verteilt das anteilige Gewicht des Längsträgers 11 annähernd gleichmäßig auf das Elastomerlager 43. Unter dem Elastomerlager 43 ist der Lagersockel 42 angeordnet.
[0092] Der Einbau des Elastomerlagers 43 in die Auflagerkonstruktion 41 ist günstig, weil dadurch Bautoleranzen ausgeglichen werden können und die Längenänderungen im Längsträger 11, die im Bauzustand infolge des Schwindens und Kriechens des Betons sowie infolge von Temperaturänderungen auftreten, aufgenommen werden können.
[0093] Die Fig. 10 zeigt einen der Fig. 7 entsprechenden Längsschnitt nach dem Einbau der Umlenkstellen 40, dem Einbau des Betongelenks 45 und nach dem anschließenden Ausbau der Auflagerkonstruktionen 41.
[0094] Die Fig. 11 zeigt einen der Fig. 8 entsprechenden Querschnitt nach dem Einbau des Betongelenks 45 und der Umlenkstellen 40 und nach dem anschließenden Ausbau der Auflagerkonstruktionen 41. Zwischen den Umlenkstellen 40 ist eine Durchgangsöffnung 60 vorhanden, die für weitere Bauarbeiten wie beispielweise den Einbau der Spannglieder 36 und das Aufbringen der Schicht 10 auf den Bodenplatten 13 der Längsträger 11 gebraucht wird. Auch nach der Fertigstellung der Brücke 21 hat die Durchgangsöffnung 60 eine wichtige Funktion, weil sie die Inspektion der Längsträger 11 auf der Innenseite ermöglicht.
[0095] Die Längsträger 11 werden über dem Pfeiler 22 durch einen Querträger 27 verbunden. Wenn das Betongelenk 45 die Torsionsmomente, die im Längsträger 11 auftreten, ohne klaffende Fuge in den Pfeilern 22 übertragen werden kann, kann auf die Herstellung des Querträgers 27 verzichtet werden.
[0096] Die Aussparungen 16 in den Bodenplatten 13 der Längsträger 11 ermöglichen die Herstellung des Betongelenks 45.
[0097] Die Aussparungen 16 in den Deckplatten 14 der Längsträger 11 ermöglichen einen Zugang zum Hohlraum 17 im Inneren der Längsträger 11 von oben. Dadurch werden die Bauarbeiten zur Herstellung des Betongelenks 45, der Umlenkstellen 40, der Bodenplatte 13, den späteren Einbau der Spannglieder 36 und die spätere Herstellung der Schicht 10 aus Beton auf den Bodenplatten 13 der Längsträger vereinfacht und beschleunigt.
[0098] Die Fig. 12 zeigt einen Längsschnitt durch den Endbereich eines Längsträgers 11 über einem Widerlager 19. Unter den Wandplatten 12 des Längsträgers 11 sind Auflagerkonstruktio-
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nen 41 angeordnet. Die Auflagerkonstruktionen 41 bestehen aus jeweils zwei Stahlplatten 44 und einem zwischen den Stahlplatten angeordneten Rundstahl 54. In der Bodenplatte 13 und in der Deckplatte 14 sind Aussparungen 16 angeordnet, deren in Querrichtung gemessene Breite dem Abstand zwischen den Wandplatten 12 entspricht.
[0099] Die Fig. 13 zeigt einen der Fig. 12 entsprechenden Längsschnitt nach dem Einbau des Endquerträgers 28, nach dem Einbau des Brückenlagers 29 und nach dem anschließenden Ausbau der Auflagerkonstruktion 41. Die Fig. 14 zeigt, dass im Endquerträger 28 eine DurchgangsÖffnung 60 vorhanden ist. Die Durchgangsöffnung 60 wird für weitere Bauarbeiten wie beispielweise den Einbau der Spannglieder 36 und das Aufbringen der Schicht 10 aus Beton auf den Bodenplatten 13 der Längsträger 11 gebraucht. Auch nach der Fertigstellung der Brücke 21 hat die Durchgangsöffnung 60 eine wichtige Funktion, weil sie die Inspektion der Längsträger 11 auf der Innenseite ermöglicht. In den Endquerträger 28 werden Endverankerungen 39 oder Spannverankerungen 37 für die Spannglieder 36 eingebaut.
[00100] Die Fig. 15 zeigt eine im Vergleich zur Fig. 7 alternative Anordnung der Auflagerkonstruktionen 41. Die Auflagerkonstruktionen 41 weisen einen größeren Abstand zur Mittelebene des Pfeilers 22 auf als die in der Fig. 7 dargestellten Auflagerkonstruktionen 41. Dadurch entstehen während des Installierens der Längsträger 11 größere Biegemomente im Pfeiler. Die Zeichnungen Fig. 16 und Fig. 17 zeigen, dass bei dieser alternativen Anordnung der Auflagerkonstruktionen 41 mehr Platz für die Herstellung des Betongelenks 45 vorhanden ist. Das Betongelenk 45 kann deshalb mit einer größeren Breite als das in der Fig. 11 dargestellte Betongelenk 45 hergestellt werden.
[00101] Die Fig. 18 zeigt einen der Fig. 7 entsprechenden Schnitt für eine weitere alternative Ausbildung der Auflagerkonstruktion 41, die in diesem Fall über den Längsträgern 11 angeordnet ist. Ähnlich wie bei dem in der Fig. 2 gezeigten Hebepunkt 50 wird in dem Endbereich von einer Wandplatte12 ein Rundstahl 54 zwischen Schlaufen 53 angeordnet. Ein Viertel des Gewichts des Längsträgers 11 wird über den Rundstahl 54 in einen Stahlträger 56 eingeleitet. Der Stahlträger 56 leitet das Viertel des Gewichts der Längsträgers 11 in zwei Stahlstützen 55 ein. Bei dieser Art der Ausbildung der Auflagerkonstruktion 41 ist es im Vergleich zur Fig. 2 erforderlich, die Hebepunkte 50 etwas weiter entfernt vom Ende des Längsträgers 11 anzuordnen.
[00102] Die in der Fig. 18 gezeigte Ausbildung der Auflagerkonstruktion 41 weist gegenüber der in der Fig. 7 gezeigten Ausführungsform den Vorteil auf, dass der Einbau des Betongelenks 45 leichter möglich ist und das Betongelenk 45 mit einer größeren Abmessung in Querrichtung der Brücke 21 hergestellt werden kann. Nachteilig kann sein, dass durch die große Exzentrizität der Stahlstützen 55 von der Mittelebene des Pfeilers 22 im Vergleich zur Ausführungsform gemäß Fig. 7 größere Biegemomente beim Installieren der Längsträger 11 auftreten.
[00103] Die Fig. 19 zeigt die Anordnung einer Schlaufe 53 in der Wandplatte 12. Im oberen Bereich von zwei Schlaufen 53 ist ein Rundstahl 54 eingebaut, der in der Mitte durch einen Stahlträger 56 gestützt wird. Der Stahlträger 56 ist auf zwei Stahlstützten 55 aufgelagert.
[00104] Eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung einer vorgespannten Brücke 21 mit vier Feldern ist in den Abbildungen Fig. 20 bis Fig. 33 schematisch dargestellt. Die Brücke 21 weist im Endzustand einen Querschnitt mit einem einzelligen Hohlkasten und einer Fahrbahnplatte 1 mit zwei Auskragungen auf.
[00105] Die Fig. 20 zeigt einen Bauzustand nach dem Installieren des ersten Längsträgers 11. Am linken Bildrand der Fig. 20 ist eine Brücke 21 zu erkennen, die bereits mit dem erfindungsgemäßen Verfahren fertiggestellt wurde. Aus der Darstellung des Pfeilers 22 am rechten Bildrand kann geschlossen werden, dass nach der Herstellung der in den Zeichnungen Fig. 20 bis Fig. 33 dargestellten Brücke 21 eine weitere Brücke 21 mit dem erfindungsgemäßen Verfahren gebaut wird. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es demnach möglich sehr lange Brücken 21, die aus einer Vielzahl von Brücken 21 mit beispielweise vier oder einer höheren Anzahl an Feldern zusammengesetzt werden, zu bauen.
[00106] Die Fig. 21 zeigt einen Bauzustand nach dem Installieren des zweiten Längsträgers 11.
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Die Längsträger 11 werden mit einem Versetzgerät installiert. Das Versetzgerät ist der Übersichtlichkeit halber in den Zeichnungen Fig. 20 und Fig. 21 nicht dargestellt.
[00107] Die Fig. 22 zeigt einen Bauzustand nach dem Installieren von vier Längsträgern 11 und während des Auflegens der Fahrbahnplattenelemente 2 auf den Längsträgern 11. Die Fahrbahnplattenelemente 2 werden mit Hilfe eines Versetzwagens 61 auf den Längsträgern 11 in Längsrichtung der Brücke 21 bewegt. Die Fig. 22 zeigt einen Bauzustand nach dem Auflegen von zwei Fahrbahnplattenelementen 2 und während des Transports des dritten Fahrbahnplattenelements 2.
[00108] Die Fig. 23 zeigt einen Querschnitt durch die fertiggestellte Brücke 21. Unter den Umlenkstellen 40 sind Brückenlager 29 angeordnet. Die Auflagerkräfte aus den Brückenlagern 29 werden über Lagersockel 42 in den Pfeiler 22 eingeleitet. Der Aufbeton 9 wird in zwei Schichten 10 aufgebracht. Die erste Schicht 10 des Aufbetons 9 wird über der Deckplatte 14 des Längsträgers 11 und teilweise über den Platten 5 der Fahrbahnplattenelemente 2 aufgebracht. Mit der zweiten Schicht 10 des Aufbetons 9 wird die Fahrbahnplatte 1 fertiggestellt.
[00109] Die Fig. 24 zeigt das Detail C der Fig. 23, wobei die zweite Schicht 10 des Aufbetons 9 und ein Teil der Bewehrung der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt sind. Die Querbewehrung 34 ist über der Längsbewehrung 32 in der ersten Lage von oben eingebaut. Am oberen Ende der in der Wandplatte 12 des Längsträgers 1 eingebauten Bügel 33 ist ein Splintstab 35 eingebaut. Der Splintstab 35, der über der Wandplatte 12 angeordnet ist, wird von den Bügeln 33 umfasst. Die in den Bügeln 33 enthaltenen Zugkräfte werden im Aufbeton 9 in die Splintstäbe übertragen.
[00110] Die in der Fig. 24 dargestellten Bügel 33 weisen zwei Schenkel auf. Es wäre auch möglich Bügel 33 mit nur einem Schenkel in die Wandplatten 12 einzubauen.
[00111] Der Verlauf der Biegemomente in einem Innenfeld der fertiggestellten Brücke 21 mit dem statischen System eines Durchlaufträgers infolge der Belastung mit einer Gleichlast ist in der Fig. 25 dargestellt.
[00112] Die Fig. 26 zeigt die Druckstäbe 70, die Zugstäbe 71 und die Nullstäbe 72 in einem Stabwerkmodell, mit dem die Querkraftabtragung in den Wandplatten 12 des in der Fig. 25 eingezeichneten Details D vereinfachend modelliert werden kann. In den Nullstäben 72 sind keine Kräfte vorhanden. Im Obergurt des Stabwerkmodells sind Nullstäbe 72 vorhanden, weil erfindungsgemäß in den Bügeln 33 ein Splintstab 35 eingebaut wird. In dem Splintstab 35 treten unbedeutend kleine Längszugkräfte auf, weil er nur zwischen den Querbalken 3 der Fahrbahnplattenelemente 2 angeordnet ist. Mit dem in der Fig. 26 dargestellten Stabwerkmodell können die statischen Gleichgewichtsbedingungen nicht erfüllt werden.
[00113] Die Erfüllung der Gleichgewichtsbedingungen ist nur mit einem räumlichen Stabwerkmodell möglich. Das in der Fig. 27 dargestellte Stabwerkmodell zeigt, wie durch neben dem Splintstab 35 angeordnete Bewehrungsstäbe, die einen Teil der oberen Längsbewehrung 32 der Fahrbahnplatte 1 bilden, Zugkräfte die zur Herstellung des Gleichgewichts in dem in Fig. 26 dargestellten Stabwerkmodell erforderlich sind, aufgenommen werden können.
[00114] Erfindungsgemäß ist es somit möglich, in der fertiggestellten Brücke 21 eine hohe Schubtragfähigkeit in Längsrichtung der Brücke 21 mit normgemäßen Methoden nachweisen zu können. Durch den Einbau von Splintstäben 35 ist das Einfädeln von Bewehrungsstäben in den Bügeln 33, das mit einem großen zeitlichen Aufwand verbunden wäre und nur funktionieren würde, wenn die Höhe der Querbalken 3 reduziert wird, nicht erforderlich.
[00115] Die Splintstäbe 35 können im Fertigteilwerk oder auf der Baustelle, aber auf jeden Fall vor dem Auflegen der Fahrbahnplattenelemente 2 auf den Längsträgern 11, in die Längsträger 11 eingebaut werden.
[00116] Der Transport der Fahrbahnplattenelemente 2 mit einem Versetzwagen 61 auf den Längsträgern 11 wird in der Fig. 22 und der Fig. 28 gezeigt. Der Versetzwagen 62 transportiert die Fahrbahnplattenelemente 2 von der bereits fertiggestellten Brücke 21, auf der die Anlieferung
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der Fahrbahnplattenelemente 2 erfolgt, zum planmäßigen Einbauort. Das Gewicht des Versetzwagens 61 und des Fahrbahnplattenelements 2 wird über zehn Räder 62 in die Deckplatten 14 der Längsträger 11 eingeleitet.
[00117] Der Versetzwagen 61 besteht aus einer Stahlkonstruktion. Das Fahrbahnplattenelement 2 wird an vier Stellen auf dem Versetzwagen 61 aufgelagert. Zum Ausgleich von Bautoleranzen erfolgt die Auflagerung über Elastomerlager 43 und Stahlplatten 44. Der in der Fig. 28 dargestellte Abstand der Räder 62 ist möglichst groß zu wählen, damit die Räder 62 in der Nähe der Wandplatten 12 abrollen und dadurch die Biegebeanspruchungen in den dünnwandigen Deckplatten 14 klein bleiben. Ein ausreichender Abstand zwischen den in den Wandplatten 12 angeordneten Bügeln 33 und den Rädern 6€2 ist einzuplanen, um Kollisionen zwischen den Bügeln 33 und den Rädern 62 während des Transportvorgangs zu vermeiden. Bei der Planung der aus den Deckplatten 14 nach oben herausragenden Bewehrung, beispielweise von Gitterträgern 15, ist der Abrollweg der Räder 62 auf den Deckplatten 14 zu berücksichtigen.
[00118] Wenn der Versetzwagen 61 den planmäßigen Einbauort erreicht hat, wird gemäß Fig. 29 eine Absenkvorrichtung 64 installiert. Die Absenkvorrichtung 64 besteht aus einer Stahlkonstruktion mit vier Stahlstützen 55 und Stahlträgern 56 sowie zwei hydraulischen Pressen 63. Die vier Stahlstützen 55 werden neben den Querbalken 3 auf den Wandplatten 12 aufgestellt. Anschließend werden die Stahlträger 56 und die hydraulischen Pressen 63 montiert. Es wäre auch möglich die Absenkvorrichtung 64 in einem Stück mit einem Kran in die planmäßige Position zu heben.
[00119] Im nächsten Arbeitsschritt wird das Gewicht des Fahrbahnplattenelements 2 von den zwei hydraulischen Pressen 63 übernommen und das Fahrbahnplattenelement 2 beispielweise um 50 mm angehoben. Daraufhin kann der Versetzwagen 61 vom Einbauort des Fahrbahnplattenelements 2 wegbewegt werden, um das nächste Fahrbahnplattenelement 2 abzuholen. Sobald der Versetzwagen 61 den Einbauort verlassen hat, kann das Fahrbahnplattenelement 2 abgesenkt und auf den Längsträgern 11 aufgelegt werden.
[00120] Die Verwendung eines Versetzwagens 61 und einer Absenkvorrichtung 64 ermöglicht die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens in Situationen, wenn ein Mobilkran zum Auflegen der Fahrbahnplattenelementen 2 auf den Längsträgern 11 gar nicht oder nur mit großem Aufwand eingesetzt werden kann.
[00121] Eine vorteilhafte Ausführungsform für den Einbau der Längsbewehrung 32 und der Querbewehrung 34 der oberen Bewehrungslagen der Fahrbahnplatte 1 ist in den Zeichnungen Fig. 30 bis Fig. 33 dargestellt. Ein Teil der oberen Querbewehrung 34 wurde gemäß Fig. 30 bereits im Fertigteilwerk in das Fahrbahnplattenelement 2 eingebaut. Gemäß der Fig. 31 wird im nächsten Arbeitsschritt die Längsbewehrung 32, die über den Längsträgern 11 und in der Nähe der Längsträger 11 angeordnet ist, eingebaut. Anschließend wird gemäß Fig. 32 der übrige Teil der Querbewehrung 34 eingebaut. Abschließend wird gemäß Fig. 33 der übrige Teil der Längsbewehrung 32 eingebaut. Die in den Zeichnungen Fig. 30 bis Fig. 33 dargestellte Vorgehensweise zum Einbau der Längsbewehrung 32 und der Querbewehrung 34 der oberen Bewehrungslagen der Fahrbahnplatte 1 ist vorteilhaft, weil ein Teil der oberen Querbewehrung 34 auf diese Art bereits im Fertigteilwerk eingebaut werden kann. Dadurch wird der Aufwand für das Verlegen der Bewehrung auf der Baustelle reduziert.
[00122] Für eine Fahrbahnplatte 1, die wie beim ersten Ausführungsbeispiel über nebeneinander und parallel zur Längsachse der Brücke angeordneten Längsträgern 11 hergestellt wird, kann ein Teil der oberen Querbewehrung 34, die nach dem Auflegen der Fahrbahnplattenelemente 2 zwischen den Längsträgern 11 angeordnet ist, bereits im Fertigteilwerk in die Fahrbahnplattenelemente 2 eingebaut werden. Falls der Transport der Fahrbahnplattenelemente 2 bei einem derartigen Beispiel auf den Längsträgern 11 erfolgt, ist es vorteilhaft, wenn zwei Versetzwägen 61 und zwei Absenkvorrichtungen 64 eingesetzt werden.
[00123] Die Herstellung der Fahrbahnplattenelemente 2 und der Längsträger 11 in einem Fertigteilwerk kann auch durch eine Herstellung auf der Baustelle oder in der Nähe der Baustelle ersetzt
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werden. Bei einer Baustellenfertigung sind die Transportwege vom Herstellungsort zum Einbauort der Fahrbahnplattenelemente 2 und der Längsträger 11 kürzer als bei einer Herstellung in einem Fertigteilwerk.
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LISTE DER BEZUGSZEICHEN
1 Fahrbahnplatte
2 Fahrbahnplattenelement 3 Querbalken
5 Platte
9 Aufbeton
10 Schicht
11 Längsträger 12 Wandplatte 13 Bodenplatte 14 Deckplatte 15 Gitterträger 16 Aussparung 17 Hohlraum 19 Widerlager
21 Brücke 22 Pfeiler 24 Fuge
27 Querträger
28 Endquerträger
29 Brückenlager
32 Längsbewehrung 33 Bügel
34 Querbewehrung 35 Splintstab
36 Spannglied
37 Spannverankerung 39 Endverankerung 40 Umlenkstelle
41 Auflagerkonstruktion 42 Lagersockel
43 Elastomerlager
44 Stahlplatte
45 Betongelenk
50 Hebepunkt
51 Hebebalken
52 Zugglied
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53 54 55 56 60 61 62 63 64 70 71 72
Schlaufe Rundstahl Stahlstütze Stahlträger
Durchgangsöffnung Versetzwagen
Rad
hydraulische Presse Absenkvorrichtung Druckstab
Zugstab
Nullstab
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Claims (10)

A ‚hes AT 527 835 B1 2025-07-15 8 N 8 Patentansprüche
1. Verfahren zur Herstellung einer vorgespannten Brücke (21) aus bewehrtem Beton
- mit einer Fahrbahnplatte (1), die mindestens eine Auskragung aufweist;
- mit mindestens zwei unter der Fahrbahnplatte (1) hintereinander angeordneten Längsträgern (11), wobei die mindestens zwei Längsträger (11) näherungsweise parallel zur Längsachse oder in der Längsachse der Brücke (21) angeordnet sind und zwischen jeweils zwei aneinandergrenzenden Längsträgern (11) eine Fuge (24) ausgebildet wird;
- mit dem statischen System eines Durchlaufträgers mit mindestens zwei Feldern oder eines Rahmens mit mindestens zwei Feldern;
wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst:
a. Bereitstellen von Fahrbahnplattenelementen (2),
- wobei ein Fahrbahnplattenelement (2) mindestens zwei Platten (5) und mindestens einen Querbalken (3) und vorzugsweise zwei Querbalken (3) aufweist;
- wobei die Platten (5) aus bewehrtem Beton oder Spannbeton hergestellt sind;
- wobei der mindestens eine Querbalken (3) aus bewehrtem Beton, Spannbeton oder Baustahl hergestellt ist;
- wobei die Platten (5) im Grundriss mit vier Eckpunkten ausgebildet sind;
- wobei mindestens zwei Platten (5) durch den mindestens einen Querbalken (3) verbunden sind;
- wobei der mindestens eine Querbalken (3) im Grundriss unter einem Winkel von 80° bis 90° zu der Längsachse der Brücke (21) angeordnet ist;
- wobei der mindestens eine Querbalken (3) über den Platten (5) angeordnet ist;
- wobei zwei gegenüberliegende Ränder von einer Platte (5) unter einem Winkel von 80° bis 90° zu der Längsachse der Brücke (21) angeordnet sind;
- wobei die zwei übrigen gegenüberliegenden Ränder von jeder Platte (5) unter einem Winkel von 0° bis 10° zu der Längsachse der Brücke (21) angeordnet sind; und
- wobei ein Rand einer ersten Platte (5) und ein Rand einer zweiten Platte (5) einen Abstand zueinander aufweisen, der näherungsweise der Breite an der Oberseite eines Längsträgers (11) entspricht, wobei die Ränder unter einem Winkel von 0° bis 10° zu der Längsachse der Brücke (21) angeordnet sind;
b. Bereitstellen von mindestens zwei vorgefertigten, dünnwandigen Längsträgern (11) aus bewehrtem Beton oder Spannbeton, die entlang ihrer Längserstreckung einen einzelligen, hohlkastenförmigen Querschnitt aufweisen, wobei die Länge eines Längsträgers (11) mindestens doppelt so groß ist wie die Breite des Längsträgers (11);
dadurch gekennzeichnet, dass - Mindestens ein Längsträger (11) an mindestens einem Ende mit einer Aussparung
(16) in der Bodenplatte (13) und/oder mit einer Aussparung (16) in der Deckplatte (14) hergestellt wird;
- die Aussparung (16) mit einer in Längsrichtung der Brücke (21) gemessenen Länge von 0,1 m bis 1,0 m und vorzugsweise mit einer Länge von 0,2 m bis 0,5 m hergestellt wird; und
- die Aussparung (16) mit einer in Querrichtung der Brücke (21) gemessenen Breite von 0,2 m bis 3,0 m und vorzugsweise mit einer Breite von 0,5 m bis 2,4 m hergestellt wird;
cC. Installieren der mindestens zwei Längsträger (11) mit mindestens einem Kran oder mindestens einem Versetzgerät,
- wobei mindestens eine Fuge (24) zwischen zwei aneinandergrenzenden Längsträgern (11) über einem Pfeiler (22) ausgebildet wird;
- wobei in den Bereichen der Längsträger (11), die neben der mindestens einen Fuge (24) angeordnet sind, temporäre Auflagerkonstruktionen (41) über oder unter den Wandplatten (12) ausgebildet werden;
- wobei die beiden Längsträger (11) mit Hilfe der temporären Auflagerkonstruktionen (41) auf dem Pfeiler (22) aufgelagert werden und
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- Im Bereich von mindestens einer über einem Pfeiler (22) angeordneten Fuge (24) in den Längsträgern (11) mindestens eine Umlenkstelle (40) hergestellt wird;
d. Einbau von Spanngliedern (36), in dem durch die Wandplatten (12), die Bodenplatten (13) und die Deckplatten (14) in den mindestens zwei Längsträgern (11) gebildeten Hohlraum (17),
- wobei sich die Spannglieder (36) über die gesamte Länge der Brücke (21) erstrecken;
- wobei jedes Spannglied (36) mindestens eine Spannverankerung (37) aufweist und
- wobei in der fertiggestellten Brücke (21) in einem Querschnitt durch einen Längsträger (11) über einem Pfeiler (22) die Summe der Vorspannkräfte in den Spanngliedern (36), die sich über die gesamte Länge der Brücke (21) erstrecken, mindestens 40% und vorzugsweise mindestens 80% und im besten Fall 100% der gesamten in diesem Querschnitt vorhandenen Vorspannkraft, die in Längsrichtung der Brücke (21) wirkt, beträgt;
e. gegebenenfalls Aufbringen einer Teilvorspannung auf die Spannglieder (36);
f. Auflegen der Fahrbahnplattenelemente (2) auf den mindestens zwei Längsträgern (11);
g. gegebenenfalls Aufbringen einer weiteren Teilvorspannung auf die Spannglieder (36);
h. Verlegen einer Bewehrung, vorzugsweise einer Längsbewehrung (32) und einer Querbewehrung (34), auf den Fahrbahnplattenelementen (2) und über den Deckplatten (14) der mindestens zwei Längsträger (11);
1. gegebenenfalls Aufbringen einer weiteren Teilvorspannung auf die Spannglieder (36);
]J. Aufbringen des Aufbetons (9) auf den Fahrbahnplattenelementen (2) und über den Deckplatten (14) der mindestens zwei Längsträger (11) zur Herstellung der Fahrbahnplatte (1); und
k. Aufbringen der Endvorspannung auf die Spannglieder (36).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Spannglied (36) aus zwei Teilstücken, die jeweils eine Spannverankerung (37) und eine Endverankerung (39) aufweisen, hergestellt wird, in einer Umlenkstelle (40) mit den beiden Endverankerungen (39) ein Übergreifungsstoß für die beiden Teilstücke hergestellt wird und die beiden Teilstücke mit Spannverankerungen (37) in den Endquerträgern (28) der Brücke (21) verankert werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Spannglied (36) als externes Spannglied (36) ausgebildet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittelachse von mindestens einer Auflagerkonstruktion (41) in einem in Längsrichtung der Brücke (21) gemessenen Abstand von höchstens 200 mm und vorzugweise von höchstens 140 mm von der Mittelebene des Pfeilers (22) angeordnet ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Auflagerkonstruktion (41) mit mindestens einer Stahlplatte (44) und mit mindestens einem Elastomerlager (43) hergestellt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Transport
der Fahrbahnplattenelemente (2) mit einem Versetzwagen (61) erfolgt,
- wobei der Versetzwagen (61) auf mindestens einem Längsträger (11) in Längsrichtung der Brücke bewegt wird;
- die Räder (62) des Versetzwagens (61) während des Transports auf der Deckplatte (14) des mindestens einen Längsträgers (11) abrollen; und
- Jeweils mindestens ein Fahrbahnplattenelement (2) zum Einbauort transportiert wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass - in einer Wandplatte (12) zwei Schlaufen (53) mit ausreichenden Verankerungslängen eingebaut werden; - die Schlaufen (53) an der Oberseite des Längsträgers (11) aus den Wandplatten (12) herausragen;
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- die Schlaufen (53) näherungsweise normal zu der Mittelebene der Deckplatte (14) des Längsträgers (11) angeordnet werden;
- die Schlaufen (53) im oberen Bereich einen konstanten Krümmungsradius aufweisen;
- in den Schlaufen (53) in den Bereichen, die einen konstanten Krümmungsradius aufweisen, ein Rundstahl (54) eingebaut wird; und
- an dem Rundstahl (54) näherungsweise in der Mitte zwischen zwei Schlaufen (53) ein Zugglied (52) befestigt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass
- der Aufbeton (9) in zwei Schichten (10) aufgebracht wird;
- die erste Schicht (10) des Aufbetons (9) über den Deckplatten (14) der mindestens zwei Längsträger (11) und gegebenenfalls über einem an die mindestens zwei Längsträger (11) angrenzenden Teil der Platten (5) der Fahrbahnplattenelemente (2) aufgebracht wird; und
- die Dicke der ersten Schicht (10) des Aufbetons (9) über den Deckplatten (14) der mindestens zwei Längsträger (11) mindestens 80 mm beträgt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil der oberen Querbewehrung (34) in den Fahrbahnplattenelementen (2) in der zweiten Lage von oben eingebaut wird und der übrige Teil der Querbewehrung (34) auf der Baustelle in der ersten Lage von oben eingebaut wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass am oberen Ende von mindestens zwei Bügeln (33) und vorzugsweise von allen Bügeln (33), die an der Oberseite des Längsträgers (11) aus den Wandplatten (12) herausragen, mindestens ein Splintstab (35), dessen Länge um mindestens 20 mm kleiner ist als der in Längsrichtung der Brücke (21) gemessene Abstand zwischen zwei Querbalken (3) der Fahrbahnplattenelemente (2), vor dem Auflegen der Fahrbahnplattenelemente (2) auf den mindestens zwei Längsträgern (11) innerhalb der Bügel (33) eingebaut wird und in einem späteren Arbeitsschritt neben dem mindestens einen Splintstab (35) mindestens ein Bewehrungsstab der Längsbewehrung (32), der eine um mindestens 1,0 m größere Länge als der mindestens eine Splintstab (35) aufweist und in derselben Bewehrungslage wie der mindestens eine Splintstab (35) angeordnet ist, eingebaut wird.
Hierzu 8 Blatt Zeichnungen
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