AT239595B - Verfahren zur Verhinderung von Pflanzenschädigungen - Google Patents

Verfahren zur Verhinderung von Pflanzenschädigungen

Info

Publication number
AT239595B
AT239595B AT598162A AT598162A AT239595B AT 239595 B AT239595 B AT 239595B AT 598162 A AT598162 A AT 598162A AT 598162 A AT598162 A AT 598162A AT 239595 B AT239595 B AT 239595B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
plant
nematodes
fungus
seeds
spores
Prior art date
Application number
AT598162A
Other languages
English (en)
Original Assignee
R Maag Ag Chem Fab Dr
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by R Maag Ag Chem Fab Dr filed Critical R Maag Ag Chem Fab Dr
Application granted granted Critical
Publication of AT239595B publication Critical patent/AT239595B/de

Links

Landscapes

  • Pretreatment Of Seeds And Plants (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Verhinderung von Pflanzenschädigungen 
Nematoden sind tierische Lebewesen, die sich in saprophytische und parasitische Nematoden unterteilen lassen. Volkswirtschaftlich gesehen, sind die pflanzenparasitischen Nematoden von grösster Bedeutung. Durch ihre parasitäre Lebensweise schädigen sie für den Menschen wichtige Kulturpflanzen, wie   z. B. Zuckerrüben,   Gurken, Zwiebeln, Kartoffeln, in beträchtlichem Ausmass. Die Tätigkeit einer besonders wichtigen Art parasitischer Nematoden, Ditylenchus dipsaci (Kühn 1857) Filipjev 1936, kann wie folgt beschrieben werden :
Nach der Aussaat von Pflanzensamen in die hiefür geeigneten Böden streben die Nematoden den Samen zu, sobald diese zu keimen beginnen. Sie sind jedoch nicht in der Lage, die für sie zu harte Samenschale zu durchbohren.

   Im Moment der Samenkeimung zerreisst die Samenschale infolge des Quelldruckes der Kotyledonen. In diesem Moment greifen die Nematoden den hypokotylen Teil an und inplantieren sich, was zu den bekannten Krankheitserscheinungen und Kulturschäden führt. 



   Verfahren der biologischen Schädlingsbekämpfung sind bereits bekanntgeworden. Ganz allgemeine Angaben dazu finden sich in Hollrung "Die Mittel zur Bekämpfung der Pflanzenkrankheiten" (1914) S. 5/6. 



  Im Buch von W.   Trappmann "Schädlingsbekämpfung" (1917) wird   auf S. 62   eine schädlingsmindernde   Wirkung bestimmter Pilze bezüglich Blattläuse, Schildläuse, Raupen, Heuschrecken und andere Pflanzenschädlinge festgestellt. In der USA-Patentschrift Nr. 1, 361, 597 wird die Wirkung von Schwefel oxydierender Bakterien auf schädliche Pilze beschrieben. 



   Es ist auch bekannt, dass pflanzenparasitäre Nematoden von mikroskopischen Pilzen befallen und vernichtet werden können. Bisher hat diese wissenschaftliche Erkenntnis'wohl deshalb keine praktische Anwendung gefunden, weil es unwahrscheinlich erschien, dass man überhaupt geeignete Bedingungen für die erfolgreiche   Infizierung   der Nematoden mit den geeigneten Pilzen finden könnte. 



   Erfindungsgemäss ist nun ein Verfahren gefunden worden, welches erlaubt, wichtige Kulturpflanzen gegen Schädigungen durch pflanzenparasitäre Nematoden zu schützen. Dieses Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass man zur Bekämpfung von Nematoden aus den Gattungen Ditylenchus, Meloidogyne, Anguina, Aphelenchoides, Pratylenchus, Paratylenchus, Xiphinema oder Radopholus Pflanzensamen oder Pflanzensetzlinge mit Sporen und/oder Mycelien der Pilze aus den Gattungen Arthrobotrys,'Dactylaria, Dactylella, Cystopage, Euryancale, Trichothecium, Stylopage, Mematoctonus, Helicocephalum, Triposporina, Cephalosporium, sowie aus Vertretern der Zoopagales behandelt. Unter den genannten Pilzen sind auch Stämme mitumfasst, die durch Selektion oder Mutation mit künstlichen Mitteln gewonnen werden. 



   Im erfindungsgemässen Verfahren sind die Pilze aus den Gattungen Dactylaria, Dactylella und Cephalosporium und insbesondere solche aus der Gattung Arthrobotrys bevorzugt. Das erfindungsgemässe Verfahren ist anderseits besonders zur Bekämpfung von Nematoden aus-der Gattung Ditylenchus bzw. 



  Meloidogyne geeignet. 



   Es ist zweckmässig, den zu verwendenden Pilz auf einem Nährsubstrat,   z. B.   angefeuchtetem Stroh oder Kompost, zur Entwicklung zu bringen und die Pflanzensamen vor oder bei der Aussaat bzw. die Pflanzensetzlinge bei der Anzucht mit dem vom Pilz durchzogenen Substrat zu behandeln. Eine weitere zweckmässige Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens besteht darin, dass man die Pflanzensamen oder Pflanzensetzlinge vor oder bei der Aussaat bzw. Auspflanzung mit einer Suspension aus Sporen 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 und/oder Mycelfragmenten benetzt. Die benötigte Pilzkultur kann auch mit Hilfe des Submers-Verfahrens, z. B. in einer Sojamehl und Zucker enthaltenden Brühe, gewonnen werden. 



   Die Wirkungsweise des erfindungsgemässen Verfahrens lässt sich an Hand eines Beispieles folgendermassen beschreiben :
Werden Samen der Zuckerrübe mit Sporen des Pilzes Arthrobotrys cladodes Drechsler behandelt, indem man die Samen vor ihrer Keimung mit einer wässerigen Suspension von Sporen dieses Pilzes benetzt, so beobachtet man, dass in einem Boden, der mit Nematoden der Art Ditylenchus dipsaci verseucht ist,   die Nematoden im Moment ihrer Annäherung   und Ansammlung um die Samenschale herum mit Pilzsporen behaftet werden. Die Pilzsporen keimen, die Pilzkeimschläuche heften sich ebenfalls an die Nematoden, infizieren diese und töten sie in kürzester Zeit ab. Eine Nematodeninfiltration in den hypokotylen Teil der keimenden Zuckerrüben ist daher nicht mehr möglich. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren ist relativ billig und besitzt den besonderen Vorteil, dass die verwendeten Pilze keinerlei schädigende Wirkung auf Kulturpflanzen zeigen. 



     Beispiel l :   Man impft eine Sporen- oder Mycelsuspension von Arthrobotrys cladodes Drechsler auf angefeuchtetes Stroh. Nach wenigen Tagen ist der Pilz sehr gut entwickelt und er hat auch sehr gut sporuliert. Es wird sodann Wasser zugefügt und gut geschüttelt. Samen von Zwiebeln werden in die erhaltene Brühe eingetaucht, wobei Pilzsporen auf den Samenschalen haften bleiben. 



   Die so behandelten Samen werden in mit Ditylenchus dipsaci durchsetzten Boden gebracht. Nach wenigen Tagen wird'festgestellt, dass   die Zwiebelsamen   keimen und die Nematoden abgetötet sind. Die jungen Pflänzchen entwickeln sich parasitenfrei und normal weiter. 



   Beispiel 2 : Gesunde Tomatensetzlinge werden in einer Erde angezogen, welche mit dem Pilz Arthrobotrys superba geimpft worden war. Die herangewachsenen Setzlinge werden nun in eine Erde gepflanzt, welche mit Nematoden der Gattung Meloidogyne verseucht ist. Nach einigen Tagen kann man feststellen, dass die heranwachsenden Pflanzen nur wenige Wurzelgallen aufweisen, während unbehandelte Pflanzen stark geschädigt sind. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur Verhinderung von Pflanzenschädigungen durch pflanzenparasitische Nematoden, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Bekämpfung von Nematoden aus den Gattungen Ditylenchus, Meloidogyne, Anguina, Aphelenchoides, Pratylenchus, Paratylenchus, Xiphinema oder Radopholus Pflanzensamen oder Pflanzensetzlinge mit Sporen und/oder Mycelien der Pilze aus den Gattungen Arthrobotrys, Dactylaria, Dactylella,   Cystopage,   Euryancale, Trichothecium, Stylopage, Nematoctonus, Helicocephalum, Triposporina, Cephalosporium, sowie aus Vertretern der Zoopagales behandelt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Pflanzensamen vor oder bei der Aussaat bzw. die Pflanzensetzlinge bei der Anzucht mit einem vom Pilz durchzogenen Substrat behandelt.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Pflanzensamen oder Pflanzensetzlinge vor oder bei der Aussaat bzw. Auspflanzung mit einer Suspension aus Sporen und/oder Mycelfragmenten benetzt.
    4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man als Pilz einen solchen aus der Gattung Arthrobotrys- verwendet.
    5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als Pilz Arhtrobotrys cladodes verwendet.
    6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als Pilz Arthrobotrys superba verwendet.
    7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man als Pilz solche aus den Gattungen Dactylaria, Dactylella oder Cephalosporium verwendet.
AT598162A 1961-07-26 1962-07-24 Verfahren zur Verhinderung von Pflanzenschädigungen AT239595B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH239595X 1961-07-26

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT239595B true AT239595B (de) 1965-04-12

Family

ID=4461315

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT598162A AT239595B (de) 1961-07-26 1962-07-24 Verfahren zur Verhinderung von Pflanzenschädigungen

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT239595B (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4751082A (en) * 1985-04-19 1988-06-14 Bruno Schaerffenberg Insecticide and method for its distribution

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4751082A (en) * 1985-04-19 1988-06-14 Bruno Schaerffenberg Insecticide and method for its distribution

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP0035800B1 (de) Bodenbehandlungsmittel
Fortuner et al. Review of the literature on Aphelenchoides besseyi Christie, 1942, the nematode causing" white tip" disease in rice.
Halbrendt et al. Crop rotation and other cultural practices.
Cabrera et al. Efficacy of abamectin seed treatment on Pratylenchus zeae, Meloidogyne incognita and Heterodera schachtii
Kinloch Response of soybean cultivars to nematicidal treatments of soil infested with Meloidogyne incognita
EP0383201B1 (de) Trichoderma-Pilz und ihn enthaltendes Fungizid
AT239595B (de) Verfahren zur Verhinderung von Pflanzenschädigungen
EP2422613B1 (de) Verfahren zur Beizung
Guerout Nematodes of pineapple: a review
Watson et al. Pasture nematodes: the major scourge of white clover.
Fortnum et al. Disease management strategies for control of bacterial wilt of tobacco in the southeastern USA
Paul Studies on the chemical control of mustard pests
Cotterill et al. Reduction of take‐all inoculum by rotation with lupins, oats or field peas
Whitehead et al. Control of potato cyst‐nematode, Heterodera rostochiensis, in three soils by small amounts of aldicarb, Du Pont 1410 or Nemacur applied to the soil at planting time
Jorgenson Granular nematicides as adjuncts to fumigants for control of cotton root-knot nematodes
KAMEL et al. Population fluctuation of three sap sucking insects on cantaloupe summer plantations
Brodie NEMATODES ON VEGETABLESI
EUEIILE et al. Feeding and reproduction of the nematode Hemicycliophora parvana
DUNCAN Influence of nematicide dacement depth and time of application onl treatment. efficacy in the Sahelian zone of Senegal
EP2493316B1 (de) Behandlung von pflanzen und saatgut gegen einen/bei einem befall mit peronosporomyceten
Malone et al. Effect of some fungicides on the yield of grass swards
Bairwa et al. Effect of non-solanaceous crops on potato cyst nematodes
Hawkins et al. Row treatment of potatoes with systemics for meadow nematode (Pratylenchus penetrans) control
Sahoo et al. Population dynamics of buried weed seeds as influenced by shifting and terrace cultivation in the humid subtropics of India
Soler A summary of CIRAD research on pest control (R. reniformis, nematode, and D. brevipes, mealybug associated with wilt), based on the stimulation of natural defenses of the MD2 pineapple in pesticide-free cropping system