Voss Automotive GmbH, Leiersmühle 2-6, 51688 Wi pperfürth
"Anschlu ßvorrichtung für Medienleitungen"
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anschlußvorrichtung für Medienleitungen (Rohroder Schlauchleitungen für pneumatische oder hydraulische Druck-und Strömungsmedien), bestehend aus einem insbesondere als Einpresspatrone ausgebildeten Einsatzteil und einem Aufnahmeteil, wobei das Einsatzteil mit einem insbesondere als Einpressabschnitt ausgebildeten Einsetzabschnitt in eine Anschlussöffnung des Aufnahmeteils durch einen einfachen Steckfügevorgang einsetzbar bzw. eingesetzt ist.
Die WO 2004/029497 A1 offenbart einige Ausführungen einer Einpresspatrone (Figuren 11 bis 18 und Ansprüche 11 bis 15), die in eine Anschlußöffnung eines Aggregateteils einsetzbar bzw. einpressbar ist. Zur Halterung innerhalb der Anschlußöffnung ist auf dem Außenumfang des Einpressabschnittes mindestens ein radial vorstehendes Halte- bzw. Zahnelement zum form- oder kraftformschlüssigen Eingriff in die Innenfläche der Anschlußöffnung vorgesehen. Hierbei ist eine Ausführung der Halteelemente beschrieben, die nach dem Einsetzen bzw. Einpressen ein Lösen durch eine Herausschraubbewegung ermöglicht. In der Praxis hat sich gezeigt, dass das Einpressen eine hohe Kraft erfordert und daher nicht manuell, sondern nur mit einer geeigneten Pressvorrichtung möglich ist. Zudem ist die Herstellung der Komponenten mit einem hohen Aufwand verbunden. Beispielsweise muß die Anschlußöffnung des Aggregateteils durch spanende Bearbeitung als zylindrische Bohrung hergestellt werden. Die bekannten äußeren Halteelemente sind entweder als Metallteile bereichsweise in das Material der aus Kunststoff bestehenden Einpresspatrone eingebettet oder als Ansätze der aus Metall bestehenden Einpresspatrone gebildet.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anschlußvorrichtung der genannten Art zu schaffen, die sich durch verbesserte Herstellungs- und Gebrauchseigenschaften auszeichnet.
Erfindungsgemäß wird dies durch die Merkmale des Anspruchs 1 erreicht. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen enthalten.
Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung, wonach die Anschlußöffnung des Aufnahmeteils zu ihrer äußeren Mündungsseite hin leicht konisch erweitert ausgebildet ist, wird zunächst eine vereinfachte Herstellung des Aufnahmeteils ermöglicht, indem dieses als Druckgußteil z. B. aus Kunststoff, Aluminium oder dergleichen geformt werden kann. Dabei wirkt die leichte Konizität der Anschlußöffnung als Entformschräge und macht dadurch ein einfaches Entformen mit Kernzug möglich. Zudem erübrigt sich jegliche spanende Nachbearbeitung der Anschlußöffnung. Dies ist mit dem zusätzlichen Vorteil verbunden, dass die durchgehend sehr glatte Guß-Oberfläche erhalten bleibt, wohingegen durch eine spanende Bearbeitung bei manchen Werkstoffen das darunterliegende, poröse Gußmaterial freigelegt werden würde. Die glatte Oberfläche ist für das Einpressen und für die Abdichtung der Einpresspatrone vorteilhaft. Durch die Erfindung wird auch eine Reduzierung der zum Einpressen aufzubringenden Kraft erreicht, so dass auch eine manuelle Montage möglich ist. Die durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung erreichte Einpresskraft liegt jedenfalls unter 500 N, vorzugsweise sogar im Bereich um 150 N oder weniger.
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Einpressabschnitt der Einpresspatrone auf seinem Außenumfang über den Umfang verteilt angeordnete Halteelemente aufweist, die Bestandteile eines metallischen, ringförmigen sowie vorzugsweise an einer Umfangsstelle eine axial und radial durchgehende Unterbrechung aufweisenden Halteteils sind. Dieses in einer Ringnut des Einpressabschnittes sitzende Halteteil wird somit als separates Einzelteil vorgefertigt und durch einfaches Aufsetzen auf den Einpressabschnitt der Einpresspatrone montiert. Dazu ist das Halteteil als im Wesentlichen zylindrisches (bzw. wegen der Umfangsunterbrechung "teilzylindrisches") Blechformteil ausgebildet, wobei die Halteelemente als freigeschnittene und schräg nach außen gebogene Haltezungen ausgebildet sind. Dabei kann das Halteteil mit Vorteil derart aus einem Drahtmaterial gewalzt sein, dass seine Randkanten natürliche Rundungsradien aufweisen. Auch diese Maßnahme trägt zu einer wirtschaftlichen Herstellung bei, und zwar durch Einsparung eines zusätzlich Entgrat-Vorganges (z. B. sog. Trovalisieren).
Die Einpresspatrone ist mit Vorteil auf ihrer dem Einpressabschnitt gegenüberliegenden Seite als Kupplungsteil einer Steckkupplung zum lösbaren Anschluß einer Medienleitung ausgebildet, und zwar vorzugsweise als Muffenteil mit einer Stecköffnung zur Aufnahme eines Einsteckabschnittes eines mit der Medienleitung verbundenen bzw. verbindbaren Steckerteils. Dabei ist eine Halteeinrichtung zum lösbaren Arretieren des Einsteckabschnittes in seinem in die Stecköffnung eingesteckten und umfangsgemäß über eine Dichtung abgedichteten Zustand vorgesehen. Die Ausgestaltung der Steckkupplung und der zugehörigen Halteeinrichtung ist grundsätzlich beliebig. Nachfolgend werden einige bevorzugte Ausführungsbeispiele hierfür erläutert werden. In allen Fällen bildet die Einpresspatrone eine Art Adapter, um einen Steckverbindungsanschluß an einem beliebigen Aufnahmeteil (beliebiges Verbindungsteil, z. B. auch Aggregat, wie beispielsweise Ventilgehäuse, Druckspeicher/-Erzeuger oder dergleichen) zu ermöglichen, welches lediglich die erfindungsgemäße Anschlußöffnung aufzuweisen braucht.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnungen und darin veranschaulichter, bevorzugter Ausführungsbeispiele genauer erläutert. Dabei zeigen:
Fig. 1 eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Anschlußvorrichtung im Axialschnitt mit einem zusätzlichen Steckerteil in einer ersten Steckposition (sog. Vorraststeilung),
Fig. 2 die Ausführungsform gemäß Fig. 1 in einer winkelversetzten
Axialschnitt-Ebene und in einer zweiten Steckposition des Steckerteils (sog. Vollraststellung),
Fig. 3 einen weiteren, nochmals winkelversetzten Axialschnitt der
Anschlußvorrichtung gemäß Fig. 1 und 2, jedoch ohne Steckerteil,
Fig. 4 einen Axialschnitt nur der Einpresspatrone der Ausführung gemäß
Fig. 1 bis 3 mit geschlossener Dreharretierung,
Fig. 5 einen weiteren, winkelversetzten Axialschnitt der Einpresspatrone gemäß Fig. 4 mit offener Dreharretierung,
Fig. 6 und 7 Perspektivansichten von Einzelteilen eines zweiteilig ausgebildeten Einpresspatronen-Gehäuses der Ausführung nach Fig. 1 bis 5,
Fig. 8 und 9 zugehörige Schnittansichten zu Fig. 6 bzw. 7,
Fig. 10 einen Axialschnitt des Aufnahmeteils mit der Anschlußöffnung in einer ersten Ausführung,
Fig. 11 einen Axialschnitt analog zu Fig. 10 in einer zweiten Ausführung,
Fig. 12 eine Ausschnittvergrößerung des Bereichs XII in Fig. 11 ,
Fig. 13 eine Ausschnittvergrößerung des Bereichs XIII in Fig. 11 in einer gegenüber Fig. 12 alternativen Ausgestaltung,
Fig. 14 eine Perspektivansicht eines Halteteils der Einpresspatrone,
Fig. 15 eine vergrößerte Seitenansicht des Halteteils gemäß Fig. 14,
Fig. 16 einen Schnitt des Halteteils in der Ebene A-A gemäß Fig. 15,
Fig. 17 einen Schnitt in der Ebene B-B gemäß Fig. 15,
Fig. 18 einen Schnitt in der Ebene C-C gemäß Fig. 15,
Fig. 19 eine Vergrößerung des Details E in Fig. 17,
Fig. 20 eine Vergrößerung des Details F in Fig. 15,
Fig. 21 eine Vergrößerung des Details G in Fig. 18,
Fig. 22 einen vergrößerten Schritt in der Ebene H-H gemäß Fig. 16,
Fig. 23 einen stark vergrößerten Ausschnitt eines Schnittes in der Ebene
A-A gemäß Fig. 15 (allerdings mit entgegengesetzter Blickrichtung) im Bereich eines Halteelementes des Halteteils,
Fig. 24 eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Anschlußvorrichtung in einem Axialschnitt ähnlich Fig. 1 ohne Steckerteil,
Fig. 25 die Anschlußvorrichtung nach Fig. 24 mit einem eingesteckten, von einem Ende einer Medienleitung gebildeten Einsteckabschnitt,
Fig. 26 eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Anschlußvorrichtung mit einem gesteckten Steckerteil und
Fig. 27 eine vergrößerte Ansicht nur der Einpresspatrone der Ausführung gemäß Fig. 26.
Eine erfindungsgemäße Anschlußvorrichtung 1 besteht aus einer Einpresspatrone 2, die mit einem Einpressabschnitt 4 in eine Anschlussöffnung 6 eines Aufnahmeteils 8 einsetzbar (einpressbar) ist. Das Aufnahmeteil 8 kann ein beliebiges Verbindungsoder Anschlussteil sein, beispielsweise auch ein Gerät bzw. Aggregat, wie ein Ventilgehäuse, ein Druckerzeuger oder Druckspeicher oder dergleichen.
Die Einpresspatrone 2 ist bevorzugt als Kupplungsteil einer Steckkupplung zum lösbaren Anschluß einer Medienleitung ausgebildet, und zwar insbesondere als Muffenteil mit einer Stecköffnung 10 zur Aufnahme eines Einsteckabschnittes 12 eines Steckerteils 14, wobei das Steckerteil 14 seinerseits mit einer Medienleitung verbindbar oder verbunden ist. Somit bildet die Einpresspatrone 2 einen Adapter, über den eine Medienleitung an dem jeweiligen, lediglich die Anschlußöffnung 6 aufweisenden Aufnahmeteil 8 über ein Stecksystem lösbar anschließbar ist.
Die in den Figuren 1 , 2 und 20 nicht dargestellte Medienleitung ist beispielsweise auf einen Anschlußdorn 16 des Steckerteils 14 aufsteckbar. In der sogenannten "dornlosen" Ausführung gemäß Fig. 18 und 19 bildet die Medienleitung 18 selbst das Steckerteil 14, indem sie mit einem den Einsteckabschnitt 12 bildenden Leitungsende direkt in die Stecköffnung 10 einsteckbar ist.
Die Einpresspatrone 2 weist auf dem Außenumfang ihres Einpressabschnittes 4 widerhakenartige Halteelemente 20 zum form- oder kraftformschlüssigen - und dadurch unter normalen Betriebsbedingungen unlösbaren - Verkrallen in der Anschlussöffnung 6 des Aufnahmeteils 8 auf.
Wie sich nun insbesondere aus Fig. 10 und 11 ergibt, ist erfindungsgemäß die Anschlußöffnung 6 des Aufnahmeteils 8 zu ihrer äußeren Mündungsseite 22 hin leicht konisch erweitert ausgebildet. Hierbei bedeutet die Angabe "leicht konisch", dass sich die Anschlußöffnung 6 mit einem Konuswinkel α etwa im Bereich von 1° bis 6° erweitert. Vorzugsweise beträgt der Konuswinkel α etwa 4,5°.
In der Ausführung gemäß Fig. 10 ist die Anschlussöffnung 6 über ihre axiale Länge hinweg durchgehend leicht konisch erweitert ausgebildet. An die konische Anschlussöffnung 6 schließt sich über eine radial nach innen vorspringende Stufe ein Innengewindeabschnitt an. Diese Ausführung des Aufnahmeteils bildet somit einen Anschlussadapter mit Anschlussgewinde.
In der in Fig. 11 veranschaulichten, vorteilhaften Ausgestaltung weist dem gegenüber die leicht konische Anschlußöffnung 6 im Wirkbereich der Halteelemente 20 des eingesetzten Einpressabschnittes 4 der Einpresspatrone 2 einen axial sehr kurz bemessenen, zylindrisch ausgebildeten Halteflächenabschnitt 24 auf. Wie sich aus den vergrößerten Ausschnitten in Fig. 12 und 13 ergibt, weist der zylindrische Halteflächenabschnitt 24 eine kurze axiale Länge L auf, die etwa im Bereich von 0,5mm bis 4mm, insbesondere 1 ,5mm bis 2,5mm liegt. Der zylindrische Halteflächenabschnitt 24 trägt zu einem effektiven Verkrallen der Halteelemente 20 bei. Wie sich hierzu aus Fig. 13 ergibt, gelangen die Halteelemente 20 im korrekt eingesetzten Zustand des Einpressabschnittes 4 derart mit äußeren Haltekanten 26 im Bereich des zylindrischen Halteflächenabschnittes 24 zum verkrallenden Einriff, dass zwischen den Haltekanten 26 und dem der Mündungsseite 22 zugekehrten Ende 28 des zylindrischen Halteflächenabschnittes 24 ein axialer Abstand x vorhanden ist, der mindestens 0,5 mm beträgt.
Gemäß Fig. 12 kann der zylindrische Halteflächenabschnitt 24 durch eine radiale Vertiefung bzw. Ausnehmung in der konischen Innenfläche der Anschlussöffnung 6 gebildet sein. Vorzugsweise geht hierbei der Halteflächenabschnitt 24 einerseits zur Mün
dungsseite 22 hin mit gleichem Innendurchmesser, also ohne radiale Stufe, und andererseits gegenüberliegend über eine radiale, den Innendurchmesser sprunghaft reduzierende Stufenfläche 30 in die konische Innenfläche der Anschlussöffnung 6 über.
In der in Fig. 13 dargestellten Alternative geht der zylindrische Halteflächenabschnitt 24 in beiden axialen Richtungen in mit jeweils gleichem Innendurchmesser, also ohne radiale, den Durchmesser sprunghaft ändernde Stufen, angrenzende konische Innenflächenabschnitte 6a bzw. 6b der Anschlussöffnung 6 über.
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung sind die Halteelemente 20 als Bestandteile eines metallischen, ringförmigen Halteteils 32 ausgebildet. Dieses ringförmige Halteteil 32 weist vorzugsweise an einer Umfangsstelle eine axial und radial durchgehende Unterbrechung 34 auf, um das ringförmige Halteteil 32 in eine auf dem Außenumfang des Einpressabschnittes 4 der Einpresspatrone 2 vorgesehene Ringnut 36 einsetzen zu können. Das Halteteil 32 mit der Unterbrechung 34 ist am besten in den gesonderten Darstellungen in Fig. 14 bis 23 zu erkennen. Zu der Ringnut 36 des Einpressabschnittes 40 wird insbesondere auf Fig. 5, 7 und 9 verwiesen.
Gemäß Fig. 14 bis 23 ist das Halteteil 32 als im Wesentlichen zylindrisches bzw. wegen der Umfangsunterbrechung 34 teilzylindrisches Blechformteil ausgebildet. Dabei sind die Halteelemente 20 als freigeschnittene und schräg nach außen gebogene Haltezungen 38, 38a ausgebildet, die an ihren freien Enden die oben bereits erwähnten Haltekanten 26 aufweisen. Hierbei ist eine erste Art von Haltezungen 38 vorgesehen, die sich in axialer, der Einsetzrichtung entgegengesetzter Richtung und schräg radial nach außen erstrecken. Bevorzugt ist als Sicherungsmittel gegen Verdrehen der Einpresspatrone 2 innerhalb der Anschlussöffnung 6 des Aufnahmeteils 8 mindestens eine andersartige Haltezunge 38a vorgesehen, die sich in Umfangsrichtung und schräg radial nach außen erstreckt. Bevorzugt sind zwei solche Haltezungen 38a einander etwa diametral gegenüberliegend angeordnet, wobei sich diese zwei Haltezungen 38a in entgegengesetzte Umfangsrichtungen erstrecken (vgl. Fig. 16), um eine gute Verdrehsicherung in beiden Drehrichtungen zu gewährleisten. Wie sich aus Fig. 22 ergibt, können diese Haltezungen 38a zusätzlich derart um ihre Längsachse tordiert sein, dass sie mit einem Haltekanten-Eckbereich 26a gleichzeitig zur umfangsgemäßen und auch zur axialen Befestigung der Einpresspatrone 2 in der Anschlussöffnung 6 beitragen. Die Haltezungen 38a sichern als radial nach außen wirkende Sicherungsmittel das Halteteil 32 effektiv gegen Verdrehen in der
Anschlussöffnung 6. Um auch ein Verdrehen der Einpresspatrone 2 innerhalb des ringförmigen Halteteils 32 auszuschließen, ist als radial nach innen wirkendes Sicherungsmittel bevorzugt innerhalb der Ringnut 36 des Einpressabschnittes 4 ein Ansatz 39 vorgesehen (siehe insbesondere Fig. 5, 7 und 9), wobei das Halteteil 32 mit seiner Umfangsunterbrechung 34 diesen Ansatz 39 so aufnimmt, dass in Umfangsrichtung praktisch eine spielfreie Verbindung gegeben ist. Somit wirkt das Halteteil 32 insgesamt vorteilhafterweise als Verdrehsicherung für die Einpresspatrone 2.
Alternativ zu der beschriebenen, bevorzugten Ausführung kann das Halteteil 32 zur Verdrehsicherung auch Haltezungen nach Art der Haltezungen 38a aufweisen, die aber derart tordiert bzw. gebogen sind, dass sie bereichsweise sowohl radial nach außen als auch radial nach innen wirken. Dabei kann sich dann eventuell der Ansatz 39 des Einpressabschnittes 4 erübrigen. Zudem kann das Halteteil 32 auch umfangsgemäß geschlossen, d. h. ohne die Unterbrechung 34 ausgebildet sein. Zur Halterung auf dem Einpressabschnitt 4 kann dabei das Halteteil 32 nach innen weisende Haltezungen aufweisen, die in eine Nut und/oder in die Außenumfangsf lache des Einpressabschnittes 4 eingreifen. Ferner kann das Halteteil 32 auch mehrteilig, z. B. aus zwei Halbschalen ausgebildet sein, die mit geeigneten Mitteln an der Einpresspatrone 2 und/oder gegeneinander fixiert, z. B. verrastet sind.
Im Interesse einer wirtschaftlichen Herstellung ist es vorteilhaft, wenn das Halteteil 32 derart aus einem ursprünglich beispielsweise im Querschnitt kreisförmigen Drahtmaterial zu einem flachen Querschnitt bzw. teil-hohlzylindrisch gewalzt ist, dass seine Randkanten natürliche Rundungsradien erhalten. Dadurch erübrigt sich ein separater Entgrat-Vorgang, der sinnvoll wäre, wenn das Halteteil aus einem flachen Blechmaterial ausgestanzt und dann gebogen werden würde. Die Haltezungen 38, 38a allerdings sind aus dem Halteteil 32 derart freigestanzt, dass im Bereich der Haltekanten 26 etwa radial nach außen gerichtete, scharfkantige Stanzgrate gebildet sind. Dies trägt zu einem sehr festen, formschlüssigen Verkrallen in der Anschlussöffnung 6 bei. Wie sich aus Fig. 23 ergibt, werden zunächst durch einen Stanzvorgang von innen nach außen in Richtung der eingezeichneten Pfeile 40 U- förmige, die Kontur der Haltezungen 38, 38a umgebende Taschen 42 ausgestanzt, wodurch ein entsprechend U-förmiger Stanzrest 44 anfällt, der in Fig. 23 geschnitten dargestellt ist. Durch diesen Stanzvorgang erhält somit jede Haltezunge 38, 38a nach außen gerichtete Stanzgrate. Erst an den Stanzvorgang anschließend werden die so
frei gestanzten Haltezungen 38, 38a radial schräg nach außen gebogen (Pfeil 46 in Fig. 23).
Das Haltteil 32 kann grundsätzlich aber auch als Stanzbiegeteil aus Blech hergestellt werden. Dabei ist ein Entgraten optional, zumal eventuelle Grate durch die bevorzugte Verdrehsicherung unschädlich sind, weil durch Vermeidung von oszillierenden Bewegungen auch Beschädigungen der Einpresspatrone 2 durch Stanzgrate des Halteteils 32 vermieden werden. Es ist auch möglich, das Stanzbiegeteil vor dem radialen Ausbiegen der Haltezungen 38, 38a so zu entgraten, dass nur Grate an äußeren Randkanten entfernt werden, nicht aber im Bereich der Kanten der Haltezungen. Bei einem Trovalisier-Vorgang kann dies durch Verwendung von entsprechend großen Steinen (Schleifkörpern) erreicht werden, die durch ihre Größe nicht in die Bereiche der gestanzten Taschen 42 eingreifen können.
Bevorzugt weist das Halteteil 32 eine Anzahl von sechs bis fünfzehn, wie dargestellt insbesondere zwölf, Halteelementen 20 bzw. Haltezungen 38, 38a in gleichmäßiger, radialsymmetrischer Umfangsverteilung auf. Ferner weist das Halteteil 32 eine radiale Material-Dicke im Bereich von 0,2mm bis 0,6mm, insbesondere 0,4mm, auf. Die Unterbrechung 34 des im Übrigen ringförmigen Halteteils 32 - und somit entsprechend auch der korrespondierende Ansatz 39 in der Ringnut 36 der Einpresspatrone 2 - erstreckt sich über einen Winkel von maximal 30°, so dass das Halteteil 32 einen Umgreifungswinkel >330° aufweist. Dabei besteht das Halteteil 32 aus Federstahl, vorzugsweise rostfreiem Edelstahl, oder aus einer Beryllium-Verbindung, insbesondere Beryllium-Bronze.
Die Haltezungen 38, 38a bilden derart kurze Hebelarme, dass in allen Betriebszuständen ihre Durchbiegung stets geringer als die Materialdicke des Halteteils 32 ist.
Zur Abdichtung der Einpresspatrone 2 innerhalb der Anschlussöffnung 6 trägt der Einpressabschnitt 4 auf seinem Außenumfang mindestens einen Dichtring 48 in einer äußeren Ringnut 50. Es ist vorteilhaft, wenn der Dichtring 48 - wie dargestellt - in einem den Halteelementen 20 bzw. dem Halteteil 32 mit den Haltezungen 38, 38a in Einsetzrichtung (siehe hierzu den Pfeil 52 z. B. in Fig. 4) vorgeordneten Bereich des Einpressabschnittes 4 angeordnet ist. Dadurch wird der mit dem Dichtring 48 zusammenwirkende Dichtbereich der Anschlussöffnung 6 beim Einsetzen der
Einpresspatrone nicht von den Halteelementen 20 erreicht und bleibt daher vorteilhafterweise riefenfrei. Dadurch bleibt stets eine optimale Dichtwirkung gewährleistet. Zusätzlich zu der in Fig. 11 dargestellten Ausführung kann die Anschlussöffnung 6 einen kurzen zylindrischen Dichtflächenabschnitt (nicht dargestellt) im Anlagebereich des Dichtrings 48 aufweisen (insbesondere zum Toleranzausgleich).
Im folgenden werden noch einige Besonderheiten erläutert, die das Steckprinzip zum lösbaren Anschluss der Medienleitung bzw. des mit dieser verbundenen Steckerteils 14 sowie eine Halteeinrichtung 54 betreffen, die zum lösbaren Arretieren des Einsteckabschnittes 12 in seinem in die Stecköffnung 10 der Einpresspatrone 2 eingesteckten und umfangsgemäß über mindestens eine Dichtung 56 abgedichteten Zustand vorgesehen ist.
Bei der in den Fig. 1 bis 9 veranschaulichten Ausführungsform ist innerhalb der Einpresspatrone 2 ein radial elastisches Rastelement 58 zum formschlüssig rastenden Hintergreifen einer radialen Raststufe 60 des Einsteckabschnittes 12 gelagert. Um ein Lösen des Steckerteils 14 aus seinem verrasteten Einsteckzustand zu ermöglichen, ist bei dieser Ausführung die Einpresspatrone 2 zweiteilig aus einem hülsenförmigen Außenteil 62 und einem koaxial in diesem sitzenden, hülsenförmigen Innenteil 64 ausgebildet. Die Einpresspatrone 2 ist über das den Einpressabschnitt 4 mit den Halteelementen 20 aufweisende Außenteil 62 unlösbar in die Anschlussöffnung 6 des Aufnahmeteils 8 einsetzbar, wobei das Innenteil 64 jedoch lösbar mit dem Außenteil 62 verbunden ist. Das Rastelement 58 ist hierbei derart zwischen Innenteil 64 und Außenteil 62 gelagert, dass es durch Lösen des Innenteils 64 aus dem Außenteil 62 zusammen mit dem verrasteten Einsteckabschnitt 12 des Steckerteils 14 entnehmbar ist. In der dargestellten, bevorzugten Ausführung sind das Außenteil 62 und das Innenteil 64 nach Art einer Bajonettverbindung miteinander verbunden. Ein zwischen dem Innenteil 64 und dem Außenteil 62 gebildeter Ringspalt ist über eine Dichtung 66 nach außen abgedichtet. Beide Teile 62, 64 weisen im Bereich der Mündungsseite 22 radiale, flanschartige Verbindungsabschnitte 68, 70 auf, wobei der Verbindungsabschnitt 68 des Außenteils 62 in den Verbindungsabschnitt 70 des Innenteils 64 eingreift. In diesem Bereich ist die Bajonettverbindung gebildet, wozu insbesondere auf Fig. 6 und 7 verwiesen wird. Dabei sind Mittel zur Sicherung des Innenteils 64 gegen ungewolltes Verdrehen relativ zu dem Außenteil 62 vorgesehen. Hierzu kann mindestens ein stiftartiges Sicherungselement 72 vorgesehen sein, welches sich lösbar axial durch korrespondierende Öffnungen der beiden
Verbindungsabschnitte 68, 70 des Innenteils 64 und des Außenteils 62 erstreckt. Hierzu wird insbesondere auf die Darstellungen in Fig. 2 bis 4 (eingesteckte Sicherungsstellung) und Fig. 5, 6 und 8 (Lösestellung) verwiesen. Bei der dargestellten, bevorzugten Ausführung ist ein bügelartiges, U-förmiges Sicherungsteil
74 vorgesehen, dass mit seinen zwei Schenkeln zwei parallele Sicherungselemente 72 bildet, die über einen Verbindungssteg 75 verbunden sind. Der Verbindungssteg 75 dient als Handhabe zum Einstecken in die Sicherungsstellung sowie auch zum Lösen, indem in einen zwischen der Stirnoberfläche der Einpresspatrone 2 und dem aufliegenden Verbindungssteg 75 gebildeten Spalt 77 ein geeignetes Werkzeug, z. B. eine Schraubendreherklinge, eingesetzt werden kann, um damit den Verbindungssteg
75 mit den Sicherungselementen 72 hochzuziehen. Zur Bildung des Spaltes 77 können im Anlagebereich von Verbindungssteg 75 und/oder Stirnfläche der Einpresspatrone 2 Schrägen gebildet sein (siehe Fig. 2 und 4).
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung dieser Ausführungsform ist das Rastelement 58 derart als Doppelrastelement mit zwei axial beabstandeten Teilrastelementen 58a und 58b ausgebildet, dass der Einsteckabschnitt 12 einerseits in einer teilgesteckten Vorraststeilung (siehe Fig. 1) und andererseits in einer ganz gesteckten und mediendicht abgedichteten Vollraststellung (Fig. 2) arretierbar ist. Gemäß Fig. 1 liegt in der Vorraststeilung eine definiert begrenzte, insbesondere akustisch wahrnehmbare Leckage vor, indem im Bereich der Dichtung 56 axiale Leckagepfade gebildet sind. Hierzu können innerhalb der Stecköffnung 10 über den Umfang verteilte radiale Vertiefungen 76 gebildet sein. Sofern das Steckerteil 14 zusätzlich noch eine Schmutzdichtung 78 im Bereich der Mündungsseite 22 aufweist, sind auch hier in der Vorraststeilung nach Fig. 1 noch Leckagepfade gebildet. Dazu können im Mündungsbereich entsprechende radiale Vertiefungen 80 gebildet sein. Hierzu wird auch auf Fig. 3 bis 5 verwiesen.
Die Teilrastelemente 58a, 58b sind bevorzugt als metallische, flach teilringförmige Federklammern ausgebildet und in einem ringförmigen käfigartigen Aufnahmeteil 82 gehalten. Das Aufnahmeteil 82 besteht zweckmäßig aus Kunststoff.
Was nun die Ausführungsform gemäß Fig. 24 und 25 betrifft, so handelt es sich um ein dornloses Stecksystem, wobei die Medienleitung 18 mit einem Ende unmittelbar als Einsteckabschnitt 12 in die Stecköffnung 10 einsteckbar ist. Dabei ist innerhalb der Einpresspatrone 2 ein geschlitzter und dadurch radial verformbarer Klemmring 84
gelagert, der zum Arretieren des vom Ende der Medienleitung 18 gebildeten Einsteckabschnittes 12 mit einem innerhalb der Stecköffnung 10 vorgesehenen Innenkonus 86 so zusammenwirkt, dass nach dem Einstecken des Einsteckabschnittes 12 durch eine Zugbewegung in Löserichtung der Klemmring 84 kraftschlüssig mitgenommen und in den Innenkonus 86 hinein bewegt und dadurch radial verengt wird. Der Klemmring 84 wirkt dann mit mindestens einer radial nach innen weisenden Klemmkante 88 formschlüssig oder zumindest kraftformschlüssig gegen die glatte zylindrische Umfangsfläche des Einsteckabschnittes 12. Um auch hierbei ein nachfolgendes Lösen des Steckerteils 14 bzw. der Medienleitung 18 zu ermöglichen, ist die Einpresspatrone 2 ebenfalls zweiteilig aus zwei lösbaren Teilen ausgebildet, und zwar aus einem den Einpressabschnitt 4 aufweisenden Gehäuseteil 90 und einem mit diesem über eine schnappbare und lösbare Formschlussverbindung 92 verbundenen und den Innenkonus 86 aufweisenden Einsatzteil 94. Innerhalb der Einpresspatrone 2 kann mit Vorteil eine sich axial erstreckende Stützhülse 96 zum kraftschlüssigen Eingriff in den eingesteckten Einsteckabschnitt 12 angeordnet sein. Wir dargestellt kann die Stützhülse 96 einstückig mit dem Gehäuseteil 90 ausgebildet oder alternativ als gesondertes Einzelteil beispielsweise eingepreßt sein.
Weitere Einzelheiten zu der Ausführung des Stecksystems gemäß Fig. 24 und 25 sind in der DE 195 10 193 A1 und der korrespondierenden EP 0 733 844 B1 sowie in der DE 202 14 847 U1 und der korrespondierenden WO 2004/029497A1 enthalten. Auf diese Veröffentlichungen wird daher an dieser Stelle in vollem Umfange Bezug genommen.
Was schließlich noch die Ausführung gemäß Fig. 26 und 27 betrifft, so weist die Einpresspatrone 2 an einem außerhalb des Aufnahmeteils 8 vorstehenden, hülsenförmigen Abschnitt 98 einen radial nach außen stehenden Haltesteg 100 mit einer unteren, in Richtung des Einpressabschnittes 4 weisenden radialen Haltekante 102 auf. Der hülsenförmige Abschnitt 98 bildet hierbei die eigentliche Stecköffnung 10, in die der Einsteckabschnitt 12 des Steckerteils 14 einsteckbar ist. Hierbei weist das Steckerteil 14 äußere Rastfederarme 104 auf, die sich axial in Einsteckrichtung erstrecken und an ihren freien, unteren Enden radial nach innen weisende Rastansätze 106 zum rastenden Über- und Hintergreifen der Haltekante 102 der Einpresspatrone 2 aufweisen. Zum Lösen des Steckerteils 14 können die Rastfederarme 104 radial nach außen gespreizt werden, bis die Rastansätze 106 die Haltekante 102 freigeben.
In allen Ausführungsformen besteht die Einpresspatrone 2 - abgesehen von dem metallischen Halteteil 32 - aus einem geeigneten Kunststoff, insbesondere aus einem faserverstärkten Polyamid. Das Kunststoffmaterial sollte vorzugsweise einen Faser- z. B. Glasfaser-Anteil von mindestens 25% enthalten, beispielsweise PA12+GF30 oder PA12+GF50.
Für viele Anwendungen ist es wesentlich, dass die Anschlussvorrichtung 1 relative Verdrehungen der angeschlossenen Medienleitung verhindert. Deshalb sind bevorzugt (in den Zeichnungen nicht erkennbare) Mittel zur Sicherung des Steckerteils 14 gegen Verdrehen relativ zu der - ihrerseits auch über das Halteteil 32 drehfest relativ zu dem Aufnahmeteil 8 fixierten - Einpresspatrone 2 vorgesehen.
Weiterhin weist die Einpresspatrone 2 außenseitig ein Anschlagelement 108 derart auf, dass dieses zur definierten Einsetzbegrenzung des Einpressabschnittes 4 zur Auflage auf dem Aufnahmeteil 8 gelangt. Im Falle der Ausführung gemäß Fig. 1 bis 9 fungiert zumindest der Verbindungsabschnitt 68 des Außenteils 62, eventuell auch der Verbindungsabschnitt 70 des Innenteils 64, als Anschlagelement.
Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern umfaßt auch alle im Sinne der Erfindung gleichwirkenden Ausführungen. Ferner ist die Erfindung bislang auch noch nicht auf die im Anspruch 1 definierte Merkmalskombination beschränkt, sondern kann auch durch jede beliebige andere Kombination von bestimmten Merkmalen aller insgesamt offenbarten Einzelmerkmale definiert sein. Dies bedeutet, dass grundsätzlich praktisch jedes Einzelmerkmal des Anspruchs 1 weggelassen bzw. durch mindestens ein an anderer Stelle der Anmeldung offenbartes Einzelmerkmal ersetzt werden kann. Insofern ist der Anspruch 1 lediglich als ein erster Formulierungsversuch für eine Erfindung zu verstehen.