Titel: Dateiformat zur Organisation von Daten und Steuergerät
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Dateiformat zur Organisation von Daten, insbesondere von Bilddaten und den Bilddaten zugeordneten Parametern, bei dem ein Header und mindestens ein Datenbereich vorgesehen ist.
Derartige Dateiformate, insbesondere Bilddateiformate, sind aus dem Stand der Technik bekannt und weisen den Nachteil auf, dass sie - zumeist aus Gründen der Kompatibilität z.B. zu älteren Dateiformatversionen - für die meisten Anwendungsfälle unnötig viele Parameterbereiche oder zusätzliche Datenfelder in ihrem jeweiligen Header besitzen, so dass bei der Verwendung des entsprechenden Formats zur Speicherung einer Datei oftmals unnötig viel Speicherplatz benötigt wird, obwohl der betreffende Header zumindest teilweise keine für die zu speichernden Daten sinnvollen Informationen enthält.
Daher sind die aus dem Stand der Technik bekannten Dateiformate zur Speicherung von Dateien in auf Microcontrollern oder digitalen Signalprozessoren (DSP) basierenden Anwendungen nur bedingt geeignet.
Ferner bieten bekannte Dateiformate, insbesondere Bilddateiformate, keine Möglichkeit, neben den eigentlichen Bilddaten sowie ggf. im Header enthaltenen Parametern, die beispielsweise einen Kompressionsgrad oder die Codierung des verwendeten Farbraums oder einer Farbenpalette angeben, weitere zu dem Bild gehörende Daten abzuspeichern.
Demgemäß ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Dateiformat anzugeben, das einen geringen Speicheraufwand aufweist und eine flexible Anpassung an zu speichernde Daten ermöglicht.
Diese Aufgabe wird bei einem Dateiformat der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Header Parameterbereiche zur Speicherung von Parametern eines bildgebenden Systems aufweist, das bei Kraftfahrzeugen zur Erzeugung von Kamerabildern einer Umgebung des Kraftfahrzeugs verwendet wird.
Auf diese Weise ist es möglich, die häufig zur weiteren Auswertung der erzeugten Kamerabilder benötigten Parameter und sonstige Daten des bildgebenden Systems direkt zusammen mit dem zugehörigen Kamerabild abzuspeichern, so dass eine weitere Auswertung ohne den zusätzlichen Aufwand einer separaten Ermittlung dieser Parameter bzw. sonstiger Daten erfolgen kann.
Bei den Parametern des bildgebenden Systems kann es sich erfindungsgemäß beispielsweise um Belichtungsdaten wie z.B. eine Belichtungsdauer und/oder eine Blendeneinstellung oder dergleichen handeln. Ferner sind beim Einsatz von CCD- Bildsensoren in dem bildgebenden System beispielsweise typische Arbeitsparameter des CCD-Bildsensors wie z.B. dessen Temperatur, Angaben über ggf. verwendete binning-Modi oder dergleichen in dem Header des erfindungsgemäßen Dateiformats speicherbar. Ebenso sind bei der Verwendung anderer Bildsensoren wie z.B. CMOS-Bildsensoren oder beliebiger weiterer Bildsensoren deren jeweilige Arbeitsparameter in dem Header des erfindungsgemäßen Dateiformats speicherbar.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens weisen die Parameterbereiche Bereiche zur Speicherung von mindestens einem Zeitstempel und/oder einer Indexzahl auf, so dass ein Zeitpunkt der Erzeugung eines in
dem erfindungsgemäßen Dateiformat gespeicherten Kamerabildes oder eine Zuordnung des Kamerabildes zu einer Sequenz von Bildern ermöglicht wird.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens weist der Datenbereich mindestens einen Farbkanal auf. In dem Farbkanal können beispielsweise bei einem Monochrombild die jeweiligen Grauwerte der Bildpunkte oder bei einem Farbbild z.B. die der jeweiligen Farbkomponente entsprechenden RGB-Werte gespeichert werden.
Besonders vorteilhaft ist die Speichertiefe von Daten in dem Datenbereich in Abhängigkeit von Parametern eines Bildsensors eines bildgebenden Systems wählbar. Beispielsweise kann bei einem Bildsensor mit einem geringen Dynamikumfang eine Speichertiefe von 8 bit gewählt werden, während zur Speicherung von Bildern eines anderen Bildsensors eine größere Speichertiefe gewählt wird.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung beträgt die Speichertiefe von Daten in dem Datenbereich 16 bit.
Besonders vorteilhaft ist das erfindungsgemäße Dateiformat zum Speichern und/oder Laden von Bildern und/oder sonstigen Daten eines bildgebenden Systems insbesondere eines Kraftfahrzeugs verwendbar.
Als eine weitere Lösung der Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist ein Steuergerät zur Verarbeitung von mittels einem bildgebenden System eines Kraftfahrzeugs erhaltenen Kamerabildern angegeben, das dadurch gekennzeichnet ist, dass das Steuergerät geeignet ist, das Dateiformat nach einem der Ansprüche 1 bis 6 zur Speicherung und/oder zum Laden von Daten, insbesondere von Kamerabildern, zu verwenden.
Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile der vorliegenden Erfindung sind in der nachstehenden Figurenbeschreibung unter Bezug auf Fig. 1 angegeben, die eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Dateiformats in Form einer Tabelle zeigt.
Die linke Spalte der Tabelle aus Fig. 1 enthält die Angabe einer Byte-Nummer, die einen sog. Offset darstellt, der den Abstand des in der rechten Tabellenspalte beschriebenen Datenfelds von dem Dateianfang einer unter Verwendung des erfindungsgemäßen Dateiformats nach Fig. 1 gespeicherten Datei angibt.
Die ersten vier Bytes des Dateiformats enthalten die Zeichenkette „ARIF" (automotive rated image format) , die eine Bezeichnung des erfindungsgemäßen Dateiformats darstellt und beim Einlesen einer erfindungsgemäß abgespeicherten Datei zur Überprüfung des Dateiformats verwendet werden kann.
Die Bytes 4 bis 5 sind zur Kodierung einer Größe des Headers in Bytes vorgesehen, und die Bytes 6 bis 7 geben eine Dateiversion des erfindungsgemäßen Dateiformats an.
Die Bytes 8 bis 11 geben jeweils in Form einer 16 bit - Variable die Ursprungskoordinaten eines im Datenbereich des beschriebenen Dateiformats enthaltenen Kamerabildes an. Diese Ursprungskoordinaten ermöglichen u.a. die Speicherung eines Teils eines Bildes, wie es von einem nicht gezeigten bildgebenden System eines Kraftfahrzeugs erzeugt wird, wobei der Ursprung des Teilbildes relativ zu dem Ursprung des gesamten Kamerabildes durch die Ursprungskoordinaten angegeben werden kann.
Die Bytes 16 bis 19 enthalten Informationen über sog. binning-Modi, die ein Zusammenfassen mehrerer Bildpunkte des Kamerabildes in jeweils einer Dimension ermöglichen.
Die Bytes 20 bis 159 der in Fig. 1 angegebenen Variante des erfindungsgemäßen Dateiformats sind zur Speicherung einer Dateibezeichnung sowie von Kommentaren vorgesehen, wobei die Bytes 59 und 159 jeweils den Wert „\0" enthalten und die Bytes 20 bis 58 und 60 bis 158 Zeichenketten darstellen, deren Nullterminierung durch die vorstehend bereits genannten Bytes 59 und 159 erfolgt.
Die Bytes 160 bis 167 enthalten Zeitstempelinformationen, die beispielsweise zur Kodierung einer Uhrzeit verwendbar sind, zu der das Kamerabild gespeichert wird.
Beispielhaft für die Speicherung von Parametern des bildgebenden Systems mittels dem erfindungsgemäßen Dateiformat sind in den Bytes 168 bis 171 als „camera gain" und „sequence count™ bezeichnete Parameter angegeben.
Alternativ oder zusätzlich hierzu sind z.B. bei der Verwendung eines CCD-Bildsensors in dem bildgebenden System auch Parameter des CCD-Bildsensors speicherbar. Ebenso sind bei der Verwendung von anderen Bildsensoren deren jeweilige Parameter speicherbar.
Mit Byte 172 beginnt der Datenbereich des erfindungsgemäßen Bildformats gemäß Fig. 1, in dem gemäß dem vorliegenden Beispiel ein Farbkanal zur Speicherung der Bilddaten vorgesehen ist.
Die Speichertiefe beträgt im vorliegenden Fall 16 bit, kann aber je nach Anwendung bzw. je nach verwendetem bildgebenden System angepasst werden.
Der Datenbereich erstreckt sich bis zu dem Byte mit dem Offset 172+ (rows*cols*2) -1, wobei rows die Anzahl der Bildzeilen und cols die Anzahl der Bildspalten angibt.