Beiersdorf Aktiengesellschaft Hamburg
Beschreibung
Organische Mikropigmente in kosmetischen Schäumen
Die vorliegende Erfindung betrifft schaumförmige, oder schäumbare kosmetische Zuberei- tungen enthaltend organische Mikropigmente.
Schäume bzw. schaumförmige Zubereitungen gehören zu den dispersen Systemen.
Das bei weitem wichtigste und bekannteste disperse System stellen Emulsionen dar. Emulsionen sind Zwei- oder Mehrphasensysteme von zwei oder mehr ineinander nicht oder nur wenig löslichen Flüssigkeiten. Die Flüssigkeiten (rein oder als Lösungen) liegen in einer Emulsion in einer mehr oder weniger feinen Verteilung vor, die im allgemeinen nur begrenzt stabil ist.
Schäume sind Gebilde aus gasgefüllten, kugel- oder polyederförmigen Zellen, welche durch flüssige, halbflüssige, hochviskose oder feste Zellstege begrenzt werden. Die Zellstege, verbunden über sogenannte Knotenpunkte, bilden ein zusammenhängendes Gerüst. Zwischen den Zellstegen spannen sich die Schaumlamellen (geschlossenzelliger Schaum). Werden die Schaumlamellen zerstört oder fließen sie am Ende der Schaumbildung in die Zellstege zurück, erhält man einen offenzelligen Schaum. Auch Schäume sind thermodynamisch instabil, da durch Verkleinerung der Oberfläche Oberflächenenergie gewonnen werden kann. Die Stabilität und damit die Existenz eines Schaums ist somit davon abhängig, wieweit es gelingt, seine Selbstzerstörung zu verhindern.
Kosmetische Schäume sind in der Regel dispergierte Systeme aus Flüssigkeiten und Gasen, wobei die Flüssigkeit das Dispergiermittel und das Gas die dispergierte Substanz darstellen. Schäume aus niedrigviskosen Flüssigkeiten werden temporär durch oberflächenaktive Substanzen (Tenside, Schaumstabilisatoren) stabilisiert. Solche Tensidschäume haben aufgrund ihrer großen inneren Oberfläche ein starkes Adsorptionsvermögen, welches
beispielsweise bei Reinigungs- und Waschvorgängen ausgenutzt wird. Dementsprechend finden kosmetische Schäume insbesondere in den Bereichen der Reinigung, beispielsweise als Rasierschaum, und der Haarpflege Verwendung.
Zur Erzeugung von Schaum wird Gas in geeignete Flüssigkeiten eingeblasen, oder man erreicht die Schaumbildung durch heftiges Schlagen, Schütteln, Verspritzen oder Rühren der Flüssigkeit in der betreffenden Gasatmosphäre, vorausgesetzt, dass die Flüssigkeiten geeignete Tenside oder andere grenzflächenaktive Stoffe (sogenannte Schaumbildner) enthalten, die außer Grenzflächenaktivität auch ein gewisses Filmbildungsvermögen be- sitzen.
Kosmetische Schäume haben gegenüber anderen kosmetischen Zubereitungen den Vorteil, dass sie eine feine Verteilung von Wirkstoffen auf der Haut erlauben. Allerdings sind kosmetische Schäume in der Regel nur durch Verwendung besonderer Tenside, welche darüber hinaus oft wenig hautverträglich sind, zu erreichen.
Ein Nachteil des Standes der Technik ist es, dass derartige Schäume nur wenig stabil sind, weshalb sie üblicherweise innerhalb von etwa 24 Stunden zusammenfallen. Eine Anforderung an kosmetische Zubereitungen ist aber, dass diese eine möglichst jahrelange Stabilität besitzen. Diesem Problem wird im allgemeinen dadurch Rechnung getragen, dass der Verbraucher den eigentlichen Schaum erst bei der Anwendung mit Hilfe eines geeigneten Sprühsystems selbst erzeugt, wozu beispielsweise Sprühdosen verwendet werden können, in denen ein verflüssigtes Druckgas als Treibgas dient. Beim öffnen des Druckventils entweicht das Treibmittel-Flüssigkeitsgemisch durch eine feine Düse, das Treibmittel verdampft und hinterläßt einen Schaum.
Auch nachschäumende kosmetische Zubereitungen sind an sich bekannt. Sie werden zunächst in fließförmiger Form aus einem Aerosol behälter auf die Haut aufgetragen und ent¬ wickeln nach kurzer Verzögerung erst dort unter dem Einfluss des enthaltenen Nachschäum- mittels den eigentlichen Schaum, beispielsweise einen Rasierschaum. Nachschäumende Zubereitungen liegen oft in speziellen Ausführungsformen wie etwa nachschäumenden Rasiergelen oder dergleichen vor.
Der Stand der Technik kennt ferner kosmetische Zubereitungen, welche bereits bei der Herstellung aufgeschäumt werden und dabei an sich eine genügend hohe Stabilität aufweisen, um in üblicher Weise verpackt, gelagert und in den Handel gebracht zu werden (siehe beispielsweise DE-100 63 340-A1, DE-100 63 341-A1 und DE-100 63 342-A1).
Ein Nachteil der Zubereitungen des Standes der Technik ist allerdings häufig die Qualität des Schaumes, d. h. der Schaum ist weich, grobblasig und nach Entnahme aus dem Behältnis nur wenig stabil. Auch schäumbare kosmetische Emulsionen (sog. „Aerosolschäume") lassen sich nach dem Stand der Technik ohne die Verwendung besonderer Tenside nicht formulieren bzw. technisch herstellen. Dieses gilt insbesondere für SystemeA die auf klassischen Emulgatoren basieren. Nach dem Stand der Technik entwickeln derartige Systeme unter Zusatz von Treibgas ausschließlich wäßrig-feuchte Schäume, die nach Applikation schnell brechen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war also, den Stand der Technik zu bereichern und kosmetische selbstschäumende und/oder schaumförmige Zubereitungen zur Verfügung zu stellen, die die Nachteile des Standes der Technik nicht aufweisen.
Kosmetische Schäume, die im Bereich des UV-Lichtschutzes eingesetzt werden, haben den Nachteil, nicht besonders wasserfest zu sein und sich beim Baden schnell wieder von der Haut zu lösen. Kosmetische Sonnenschutz-Produkte werden aber überwiegend am Strand oder Schwimmbad von den Verbrauchern angewendet. Das Wechselbad aus Sonnenbaden und Wasserbaden gehört seit jeher zu den bevorzugten Freizeitgestaltungen der Menschen.
Es war daher eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine besonders wasserfeste, geschäumte oder schäumbare kosmetische UV-Lichtschutzzubereitung zu entwickeln.
Viele kosmetische Sonnenschutzprodukte weisen eine gewisse Klebrigkeit auf, was bei der Anwendung am Strand regelmäßig zu ungewünschten Sandanhaftungen auf der Haut führt. Dieses Phänomen tritt insbesondere bei wasserfesten UV-Lichtschutzzubereitungen auf.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, Sand abweisende, schäumbare oder geschäumte kosmetische Lichtschutzzubereitungen zu entwickeln.
Es stellt ein grundsätzliches Problem geschäumter bzw. schäumbarer kosmetischer Zubereitungen dar, dass es äußerst schwierig ist partikuläre Bestandteile lager- und temperaturstabil einzuarbeiten. Insbesondere größere Mengen an partikulären Stoffen, wie sie für Sonnenschutzmittel auf Basis pigmentärer Filter erforderlich sind, um einen angemessenen UV-Schutz zu gewährleisten, sind nach dem Stand der Technik kaum herzustellen.
Die Vorteile von Mikropigmenten als UV-Filtersubstanz in kosmetischen Zubereitungen liegen vor allem darin begründet, dass die Pigmente im Gegensatz zu löslichen/flüssigen organischen Lichtschutzfiltern, physikalisch und chemisch besonders stabil sind. Sie neigen selbst bei starker UV-Strahlung nicht zur Zersetzung oder zu Photoreaktionen. Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei den Pigmenten um Feststoffe handelt, besteht keine Gefahr einer übermäßigen Penetration der Filter in die Haut. Das Auftreten von allergischen Reaktionen ist damit ausgeschlossen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, die Nachteile des Standes der Technik zu beseitigen und stabile kosmetische Lichtschutzzubereitungen mit hohem Lichtschutzfaktor auf der Basis von Schäumen zu entwickeln. Die Formulierungen sollten bei Ihrer Anwendung auf der Haut ein über einen längeren Anwendungszeitraum stabiles Absorptionsspektrum mit einer ausgewogenen UV-A/UV-B-Absorptionsbalance aufweisen.
Überraschend gelöst werden die Aufgaben durch
• schau mförm ige, oder schäumbare kosmetische Zubereitungen enthaltend ein oder mehrere organische Mikropigmente, • die Verwendung von organische Mikropigmenten zur Schaumverstärkung und
Schaumstabilisierung selbstschäumender, schaumförmiger, nachschäumender oder schäumbarer kosmetischer Zubereitungen,
• die Verwendung von organische Mikropigmenten zur Erhöhung der Wasserfestigkeit selbstschäumender, schaumförmiger, nachschäumender oder schäumbarer kosmeti- scher Zubereitungen.
Als „erfindungsgemäß" gelten im Rahmen der vorliegenden Offenbarung sowohl die erfindungsgemäßen Zubereitungen als auch Zubereitungen die erfindungsgemäß verwendet werden.
Es ist erfindungsgemäß vorteilhaft, wenn die organischen Mikropigmente eine durchschnittliche Teilchengröße von 10 bis 500 nm aufweisen.
Die Partikelgröße der UV-Lichtschutzfilterpigmente wurde mittels
Rasterelektronenmikroskopie (REM) bestimmt.
Die erfindungsgemäßen organischen Mikropigmente können erfindungsgemäß vorteilhaft in einer wässrigen Dispersion vorliegen. Als erfindungsgemäß vorteilhafte Dispergierhilfen können beispielsweise C8-C16 Alkylpolyglucosid und/oder amphiphile Polymere, wie sie in der EP 1093796 B1 beschrieben sind, eingesetzt werden.
Unter „selbstschäumend", „schau mförm ig", „nachschäumend" bzw. „schäumbar" ist im Sinne der vorliegenden Erfindung zu verstehen, dass die Gasbläschen (beliebig) verteilt in einer (oder mehreren) flüssigen Phase(n) vorliegen, wobei die Zubereitungen makroskopisch nicht notwendigerweise das Aussehen eines Schaumes haben müssen. Kosmetische Zubereitungen im Sinne der vorliegenden Erfindung (im folgenden der Einfachheit halber auch als Schäume bezeichnet) können z. B. makroskopisch sichtbar dispergierte Systeme aus in Flüssigkeiten dispergierten Gasen darstellen. Der Schaumcharakter kann aber beispielsweise auch erst unter einem (Licht-) Mikroskop sichtbar werden. Darüber hinaus sind Schäume gemäß der vorliegenden Erfindung - insbesondere dann, wenn die Gasbläschen zu klein sind, um unter einem Lichtmikroskop erkannt zu werden - auch an der starken Volumenzunahme des Systems erkennbar.
Durch die Erfindung wird erstmalig ein gehaltvoller, kompakter Cremeschaum („Mousse") zugänglich, der sich über eine lange Lagerdauer sowie durch eine außerordentlich hohe Stabilität und ein kompaktes Erscheinungsbild auszeichnet. Erfindungsgemäße Zusam¬ mensetzungen entwickeln sich bereits während ihrer Herstellung - beispielsweise während des Rührens oder bei der Homogenisierung - zu feinblasigen Schäumen. Erfindungsgemäß sind feinblasige, reichhaltige Schäume von hervorragender kosmetischer Eleganz erhältlich. Weiterhin sind erfindungsgemäß besonders gut hautverträgliche Zubereitungen erhältlich, wobei wertvolle Inhaltsstoffe besonders gut auf der Haut verteilt werden können.
Mit „Blasen" sind im Sinne der vorliegenden Erfindung die Gasbläschen gemeint, unter „Blasengröße" ist dementsprechend der Durchmesser der Gasbläschen zu verstehen.
Dieser Effekt kann sehr gut anhand einer mikroskopischen Schaumuntersuchung ver- deutlicht werden. Ziel dieser Untersuchung ist die mikroskopische Bestimmung der Anzahl und der Größe der Blasen in kosmetischen Produkten.
Eine mikroskopischen Schaumuntersuchung läßt sich beispielsweise wie folgt bei einer konstanten Temperatur von 21 0C durchführen: • Von der zu untersuchenden kosmetischen Zubereitung wird an drei verschiedenen Stellen (z. B. oben, Mitte, unten) aus dem Behälter jeweils eine Probe mittels Spatel entnommen (entsprechend drei Proben pro Zubereitung). (Aerosolschäume werden in ein Reservoir oder auf Zellstoff gesprüht und die Proben aus dem Reservoir gezogen.)
• Einwaage von 9 mg ± 0,5mg auf Objektträgern • Abdeckung der Probe mit einem Abdeckglas
• Vor der eigentlichen Aufnahme wird auf den Objektträger mit Abdeckglas für 15 sec ein Gewicht von 20 g gelegt.
• Anschließend werden von jeder Probe drei Bilder aufgenommen, wobei die untersuchte Fläche 6,22 mm x 4,66 mm = 28,11 mm2 beträgt. Dazu wird das Mikroskop auf 125fache Vergrößerung eingestellt und die Probe im Durchlicht beleuchtet (Digitalkamera Polaroid
DMC und Bildanalyse-Programm KS400).
Vorteilhafte Zubereitungen im Sinne der vorliegenden Erfindung haben eine mittlere Bla¬ sengröße von 0,005 bis 0,5 mm2, vorteilhaft von 0,005 bis 0,2 mm2, besonders vorteilhaft von 0,005 bis 0,1 mm2 sowie eine Blasenanzahl von 100 bis 4000, vorteilhaft von 500 bis 3000, besonders vorteilhaft von 1000 bis 3000, jeweils bezogen auf den untersuchten Bildausschnitt (s.o.).
Ferner ist es erfindungsgemäß von Vorteil, wenn die organischen Mikropigmente gewählt werden aus der Gruppe der UV-Lichtschutzfilter.
Es ist erfindungsgemäß bevorzugt, wenn der partikuläre organische Lichtschutzfilter gewählt wird aus der Gruppe 2,4,6-Tris-(biphenyl)-1,3,5-triazin und 2,4,6-Tris-(terphenyl)-1 ,3,5-
triazin. Erfindungsgemäß besonders bevorzugt ist dabei das 2,4,6-Tribiphenyl-4-yl-1 ,3,5- triazin.
Vorteilhafte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind dadurch gekennzeichnet, dass sie organische Mikropigmente in einer Konzentration von 0,05 bis 30 Gewichts-%, bevorzugt in einer Konzentration von 0,1 bis 10 Gewichts-% und besonders bevorzugt von 0,5 bis 5,0 Gewichts-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Zubereitung, enthalten.
Es ist erfindungsgemäß vorteilhaft, wenn die Zubereitung oder Verwendung gemäß der vorliegenden Erfindung, weitere UV-Filtersubstanzen enthält.
Ferner kann die erfindungsgemäße Zubereitung vorteilhaft UV-Lichtschutzfiltersubstanzen auf der Basis anorganischer Pigmente enthalten. Bevorzugte anorganische Pigmente sind Metalloxide und/oder andere in Wasser schwerlösliche oder unlösliche Metallverbindungen, insbesondere Oxide des Titans (TiO2), Zinks (ZnO), Eisens (z. B. Fe2O3), Zirkoniums (ZrO2), Siliciums (SiO2), Mangans (z. B. MnO), Aluminiums (AI2O3), Cers (z. B. Ce2O3), Mischoxide der entsprechenden Metalle sowie Abmischungen aus solchen Oxiden sowie das Sulfat des Bariums (BaSO4).
Die Pigmente können vorteilhaft im Sinne der vorliegenden Erfindung auch in Form kommer¬ ziell erhältlicher öliger oder wäßriger Vordispersionen zur Anwendung kommen. Diesen Vor¬ dispersionen können vorteilhaft Dispergierhilfsmittel und/oder Solubilisationsvermittler zuge¬ setzt sein.
Die Pigmente können erfindungsgemäß vorteilhaft oberflächlich behandelt („gecoatef ) sein, wobei beispielsweise ein hydrophiler, amphiphiler oder hydrophober Charakter gebildet wer¬ den bzw. erhalten bleiben soll. Diese Oberflächenbehandlung kann darin bestehen, dass die Pigmente nach an sich bekannten Verfahren mit einer dünnen hydrophilen und/oder hydro¬ phoben anorganischen und/oder organischen Schicht versehen werden. Die verschiedenen Oberflächenbeschichtungen können im Sinne der vorliegenden Erfindung auch Wasser ent¬ halten.
Anorganische Oberflächenbeschichtungen im Sinne der vorliegenden Erfindung können be¬ stehen aus Aluminiumoxid (AI2O3), Aluminiumhydroxid AI(OH)3, bzw. Aluminiumoxidhydrat
(auch: Alumina, CAS-Nr.: 1333-84-2), Natriumhexametaphosphat (NaPO3J6, Natriummeta- phosphat (NaPO3Jn, Siliciumdioxid (SiO2) (auch: Silica, CAS-Nr.: 7631-86-9), Bariumsulfat (BaSO4) oder Eisenoxid (Fe2O3). Diese anorganischen Oberflächenbeschichtungen können allein, in Kombination und/oder in Kombination mit organischen Beschichtungsmaterialien vorkommen.
Organische Oberflächenbeschichtungen im Sinne der vorliegenden Erfindung können beste¬ hen aus pflanzlichem oder tierischem Aluminiumstearat, pflanzlicher oder tierischer Stearin¬ säure, Laurinsäure, Dimethylpolysiloxan (auch: Dimeticone), Methyl polysiloxan (Methi- cone), Simethicone (einem Gemisch aus Dimethylpolysiloxan mit einer durchschnittlichen Kettenlänge von 200 bis 350 Dimethylsiloxan-Einheiten und Silicagel) oder Alginsäure. Diese organischen Oberflächenbeschichtungen können allein, in Kombination und/oder in Kombi¬ nation mit anorganischen Beschichtungsmaterialien vorkommen.
Die Titandioxid- Pigmente können sowohl in der Kristal I modifikation Rutil als auch Anatas vorliegen und können im Sinne der vorliegenden Erfindung vorteilhaft oberflächlich behandelt („gecoatet") sein, wobei beispielsweise ein hydrophiler, amphiphiler oder hydrophober Cha¬ rakter gebildet werden bzw. erhalten bleiben soll. Diese Oberflächenbehandlung kann darin bestehen, dass die Pigmente nach an sich bekannten Verfahren mit einer dünnen hydrophilen und/oder hydrophoben anorganischen und/oder organischen Schicht versehen werden. Die verschiedenen Oberflächenbeschichtung können im Sinne der vorliegenden Erfindung auch Wasser enthalten.
Beschriebene beschichtete und un beschichtete Titandioxide können im Sinne vorliegender Erfindung auch in Form kommerziell erhältlicher öliger oder wäßriger Vordispersionen zur Anwendung kommen. Diesen Vordispersionen können vorteilhaft Dispergierhilfmittel und/oder Solubilisationsvermittler zugesetzt sein.
Die erfindungsgemäßen Titandioxide zeichnen sich durch eine Primärpartikelgröße zwischen 10 nm bis 200 nm aus, wobei Partikelgrößen von 10 nm bis 100 nm erfindungsgemäß bevorzugt sind.
Im Sinne der vorliegenden Erfindung sind besonders bevorzugte Titandioxide das MT-100 Z und MT-500 SAS von Tayca Corporation, Eusolex T-2000 und Eusolex T-AVO von Merck und das Titandioxid T 805 von Degussa und das Eisen/Titandmischoxid Titandioxid T817 von Degussa.
Zinkoxide können im Sinne der vorliegenden Erfindung auch in Form kommerziell erhältlicher öliger oder wäßriger Vordispersionen zur Anwendung kommen. Erfindungsgemäß geeignete Zinkoxidpartikel und Vordispersionen von Zinkoxidpartikeln zeichnen sich durch eine Primärpartikelgröße von < 300 nm aus und sind unter folgenden Handelsbezeichnungen bei den aufgeführten Firmen erhältlich:
Besonderes bevorzugte Zinkoxide im Sinne der Erfindung sind das Z-Cote HP1 von der Firma BASF und das Zinkoxid NDM von der Firma Haarmann & Reimer.
Vorteilhafte weitere UV-Filtersubstanzen im Sinne der vorliegenden Erfindung sind beispielsweise die im folgenden genannten, welche in der Wasser- und/oder der ölphase vorliegen können.
Vorteilhafte bei Raumtemperatur flüssige UV-Filtersubstanzen im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Homomenthylsalicylat (INCI: Homosalate), 2-Ethylhexyl-2-hydroxybenzoat (2- Ethylhexylsalicylat, Octylsalicylat, INCI: Octyl Salicylate), 2-Ethylhexyl-2-cyano-3,3-diphenyl- acrylat (INCI: Octocrylene) und Ester der Zimtsäure, vorzugsweise 4-Methoxyzimtsäure(2- ethylhexyl)ester (2-Ethylhexyl-4-methoxycinnamat, INCI: Octyl Methoxycinnamate) und 4- Methoxyzimtsäureisopentylester (lsopentyl-4-methoxycinnamat, INCI: Isoamyl p-Meth- oxycinnamate), 3-(4-(2,2-bis Ethoxycarbonylvinyl)-phenoxy)propenyl)-methoxysiloxan / Dimethylsiloxan - Copolymer welches beispielsweise unter der Handelsbezeichnung Parsol® SLX bei Hoffmann La Roche erhältlich ist.
Vorteilhafte UV-A-Filtersubstanzen im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Dibenzoyl- methanderivate, insbesondere das 4-(tert.-Butyl)-4'-methoxydibenzoylmethan (CAS-Nr. 70356-09-1), welches von Givaudan unter der Marke Parsol® 1789 und von Merck unter der Handelsbezeichnung Eusolex® 9020 verkauft wird.
Weitere vorteilhafte UV-A-Filtersubstanzen im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Hydroxybenzophenone, welche sich durch die folgende Strukturformel auszeichnen:
worin
R1 und R2 unabhängig voneinander Wasserstoff, CrC2o-Alkyl, C3-Ci0-Cycloalkyl oder C3-Ci0-
Cycloalkenyl bedeuten, wobei die Substituenten R1 und R2 gemeinsam mit dem
Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, einen 5- oder 6-Ring bilden können und
R3 einen CrC20-Alkyl Rest bedeutet.
Ein besonders vorteilhaftes Hydroxybenzophenon im Sinne der vorliegenden Erfindung ist das 2-(4'-Diethylamino-2
1-hydoxybenzoyl)-benzoesäurehexylester (auch: Aminobenzo- phenon), welches sich durch folgende Struktur auszeichnet:
und unter dem Uvinul A Plus bei der Fa. BASF erhältlich ist.
Vorteilhafte weitere UV-Filtersubstanzen im Sinne der vorliegenden Erfindung sind sulfo- nierte, wasserlösliche UV-Filter, wie z. B.:
• Phenylen-1,4-bis-(2-benzimidazyl)-3,3'-5J5'-tetrasulfonsäure und ihre Salze, besonders die entsprechenden Natrium-, Kalium- oder Triethanolammonium-Salze, insbesondere das Phenylen-1,4-bis-(2-benzimidazyl)-3,3'-5J5'-tetrasulfonsäure-bis-natriumsalz mit der INCI-Bezeichnung Bisimidazylate (CAS-Nr.: 180898-37-7), welches beispielsweise unter der Handelsbezeichnung Neo Heliopan AP bei Haarmann & Reimer erhältlich ist;
• Salze der 2-Phenylbenzimidazol-5-sulfonsäure, wie ihr Natrium-, Kalium- oder ihr Trietha- nolammonium-Salz sowie die Sulfonsäure selbst mit der INCI Bezeichnung Phe- nylbenzimidazole Sulfonsäure (CAS. -Nr. 27503-81-7), welches beispielsweise unter der Handelsbezeichnung Eusolex 232 bei Merck oder unter Neo Heliopan Hydro bei Haarmann & Reimer erhältlich ist;
• 1 ,4-di(2-oxo-10-Sulfo-3-bomylidenmethyl)-Benzol (auch: 3,3'-(1 ,4-Phenylendimethylene)- bis-(7,7-dimethyl-2-oxo-bicyclo-[2.2.1]hept-1-ylmethan Sulfonsäure) und dessen Salze (besonders die entprechenden 10-Sulfato-verbindungen, insbesondere das entspre¬ chende Natrium-, Kalium- oder Triethanolammonium-Salz), das auch als Benzol-1 ,4-di(2- oxo-3-bomylidenmethyl-10-sulfonsäure) bezeichnet wird. Benzol-1,4-di(2-oxo-3-bomyli- denmethyl-10-sulfonsäure) hat die INCI-Bezeichnung Terephtalidene Dicampher Sulfonsäure (CAS. -Nr.: 90457-82-2) und ist beispielsweise unter dem Handelsnamen Mexoryl SX von der Fa. Chimex erhältlich;
• Sulfonsäure-Derivate des 3-Benzylidencamphers, wie z. B. 4-(2-Oxo-3-bomylidenmethyl)- benzolsulfonsäure, 2-Methyl-5-(2-oxo-3-bomylidenmethyl)sulfonsäure und deren Salze.
Vorteilhafte UV-Filtersubstanzen im Sinne der vorliegenden Erfindung sind ferner soge¬ nannte Breitbandfilter, d.h. Filtersubstanzen, die sowohl UV-A- als auch UV-B-Strahlung ab¬ sorbieren.
Ein vorteilhafter Breitbandfilter im Sinne der vorliegenden Erfindung ist auch das 2,2'-Me- thylen-bis-(6-(2H-benzotriazol-2-yl)-4-(1 ,1,3,3-tetramethylbutyl)-phenol), welches unter der Handelsbezeichnung Tinosorb® M bei der CIBA-Chemikalien GmbH erhältlich ist.
Vorteilhafter Breitbandfilter im Sinne der vorliegenden Erfindung ist ferner das 2-(2H-benzo- triazol^-ylH-methyl-e-P-methyl-S-ti.S.S.S-tetramethyl-i-^trimethylsilyOoxyldisiloxa- nyl]propyl]-phenol (CAS-Nr.: 155633-54-8) mit der INCI-Bezeichnung Drometrizole Trisilo- xane.
Die weiteren UV-Filtersubstanzen können öllöslich oder wasserlöslich sein. Vorteilhafte öllösliche Filtersubstanzen sind z. B.:
• 3-Benzylidencampher-Derivate, vorzugsweise 3-(4-Methylbenzyliden)campher, 3-Benzyli- dencampher;
• 4-Aminobenzoesäure-Derivate, vorzugsweise 4-(Dimethylamino)-benzoesäure(2-ethylhe- xyl)ester, 4-(Dimethylamino)benzoesäureamylester;
• Ester der Benzalmalonsäure, vorzugsweise 4-Methoxybenzalmalonsäuredi(2-ethylhexyl)- ester;
• Dioctylbutylamidotriazon (INCI: Diethylhexyl Butamido Triazone), welches unter der Han¬ delsbezeichnung UVASORB HEB bei Sigma 3V erhältlich ist; • Ester der Zimtsäure, vorzugsweise 4-Methoxyzimtsäure(2-ethylhexyl)ester, 4-Methoxy- zimtsäureisopentylester;
• Derivate des Benzophenons, vorzugsweise 2-Hydroxy-4-methoxybenzophenon, 2- Hydroxy-4-methoxy-4'-methylbenzophenon, 2,2'-Dihydroxy-4-methoxybenzophenon sowie
• an Polymere gebundene UV-Filter, • Homomenthylsalicylat (INCI: Homosalate) und
• 2-Ethylhexyl-2-hydroxybenzoat (2-Ethylhexylsalicylat, Octylsalicylat, INCI: Octyl Salicy- late).
Besonders vorteilhafte UV-Filtersubstanzen sind: • Phenylen-1,4-bis-(2-benzimidazyl)-3,3'-5,5'-tetrasulfonsäure-bis-natriumsalz (INCI:
Bisimidazylate, Handelsname: Neoheliopan AP),
• Dioctylbutylamidotriazon (INCI: Diethylhexyl Butamido Triazone, Handelsname: Uvasorb HEB),
• 2-(4'-Diethylamino-21-hydoxybenzoyl)-benzoesäurehexylester (auch: Aminobenzophenon) (INCI: Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoat, Handelsname: Uvinul A plus),
• (3Z)-1 ,7,7-trinnethyl-3-(4-nnethylbenzylidene)bicyclo[2.2.1]heptan-2-one (INCI: 4-Methyl- benzylidene Campher, Handelsname: Eusolex 6300), • 2-Ethylhexyl-2-cyano-3,3-diphenylacrylat (INCI: Octocrylene, Handelsname: Uvinul N- 539),
• Benzol-1,4-di(2-oxo-3-bomylidenmethyl-10-sulfonsäure) (INCI: Terephtalidene Dicampher Sulfonsäure, Handelsname: Mexoryl SX),
• 2-(2H-benzotriazol-2-yl)-4-methyl-6-[2-methyl-3-[1 ,3,3,3-tetramethyl-i -[(trimethyl- silyl)oxy]disiloxanyl]propyl]-phenol (INCI: Drometrizole Trisiloxane, Handelsname: Mexoryl
XL).
Ganz besonders vorteilhafte UV-Filtersubstanzen im Sinne der vorliegenden Erfindung sind:
• 2-Ethylhexyl-4-methoxycinnamat (INCI: Octyl Methoxycinnamat, Handelsname: Parsol MCX),
• 4-(tert.-Butyl)-4'-methoxydibenzoylmethan (INCI: Butylmethoxydibenzoylmethan, Han¬ delsname: Parsol 1789),
• Salze der 2-Phenylbenzimidazol-5-sulfonsäure, wie ihr Natrium-, Kalium- oder ihr Trietha- nolammonium-Salz sowie die Sulfonsäure selbst mit der INCI Bezeichnung Phe- nylbenzimidazole Sulfonsäure (Handelsname: Eusolex 232).
• 2,4-Bis-{[4-(2-ethyl-hexyloxy)-2-hydroxy]-phenyl}-6-(4-methoxyphenyl)-1 ,3,5-triazin (INCI: Aniso Triazin, erhältlich unter dem Handelsnamen Tinosorb S) in gelöster Form,
• 4,4',4"-(1 ,3,5-Triazin-2,4,6-triyltriimino)-tris-benzoesäure-tris(2-ethylhexylester) (auch: 2,4,6-Tris-[anilino-(p-carbo-2'-ethyl-1'-hexyloxy)]-1,3,5-triazin (INCI: Octyl Triazone), welches von der BASF Aktiengesellschaft unter der Warenbezeichnung UVINUL® T 150 vertrieben wird) in gelöster Form,
• Dioctylbutylamidotriazon (INCI: Diethylhexyl Butamido Triazone, Handelsname: Uvasorb HEB).
• Titandioxid Eusolex T-AVO
Diese zusätzlichen UV-Filtersubstanzen können erfindungsgemäß vorteilhaft in einer Gesamtkonzentration von 0,01 bis 30 Gewichts-% und erfindungsgemäß bevorzugt in einer Gesamtkonzentration von 0,5 bis 15 Gewichts-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht er Zubereitung in dieser enthalten sein.
Es ist erfindungsgemäß vorteilhaft, wenn die erfindungsgemäße Zubreitung eine O/W- Emulsion darstellt.
Besonders vorteilhafte Zubereitungen im Sinne der vorliegenden Erfindung enthalten ein Emulgatorsystem, welches aus
A. mindestens einem Emulgator A, gewählt aus der Gruppe der ganz-, teil- oder nicht neutralisierten, verzweigten und/oder unverzweigten, gesättigten und/oder ungesättigten Fettsäuren mit einer Kettenlänge von 10 bis 40 Kohlenstoffatomen, B. mindestens einem Emulgator B, gewählt aus der Gruppe der polyethoxylierten Fettsäu¬ reester mit einer Kettenlänge von 10 bis 40 Kohlenstoffatomen und mit einem Ethoxylierungsgrad von 5 bis 100 und
C. mindestens einem Coemulgator C, gewählt aus der Gruppe der gesättigten und/oder ungesättigten, verzweigten und/oder unverzweigten Fettalkohole mit einer Kettenlänge von 10 bis 40 Kohlenstoffatomen besteht.
Der oder die Emulgatoren A werden vorzugsweise gewählt aus der Gruppe der Fettsäuren, welche ganz oder teilweise mit üblichen Alkalien (wie z. B. Natrium- und/oder Kalium¬ hydroxid, Natrium- und/oder Kaliumcarbonat sowie Mono- und/oder Triethanolamin) neutra- lisiert sind. Besonders vorteilhaft sind beispielsweise Stearinsäure und Stearate, Isostearinsäure und Isostearate, Palmitinsäure und Palmitate sowie Myristinsäure und Myristate.
Der oder die Emulgatoren B werden vorzugsweise gewählt aus der folgenden Gruppe: PEG-9-Stearat, PEG-8-Distearat, PEG-20-Stearat, PEG-8 Stearat, PEG-8-Oleat, PEG-25-
Glyceryltrioleat, PEG-40-Sorbitanlanolat, PEG-15-Glycerylricinoleat, PEG-20-Glycerylstearat,
PEG-20-Glycerylisostearat, PEG-20-Glyceryloleat, PEG-20-Stearat, PEG-20-Methylglucose- sesquistearat, PEG-30-Glycerylisostearat, PEG-20-Glyceryllaurat, PEG-30-Stearat, PEG-30-
Glycerylstearat, PEG-40-Stearat, PEG-30-Glyceryllaurat, PEG-50-Stearat, PEG-100-Stearat, PEG-150-Stearat, PEG-150-Laurat. Besonders vorteilhaft sind beispielsweise polyethoxylierte Stearinsäureester.
Der oder die Coemulgatoren C werden erfindungsgemäß vorzugsweise aus der folgenden Gruppe gewählt: Behenylalkohol (C22H45OH), Cetearylalkohol [eine Mischung aus
Cetylalkohol (Ci6H33OH) und Stearylalkohol (Ci8H37OH)], Lanolinalkohole (Wollwachs¬ alkohole, die die unverseifbare Alkoholfraktion des Wollwachses darstellen, die nach der Verseifung von Wollwachs erhalten wird). Besonders bevorzugt sind Cetyl- und Cetyl- stearγlalkohol.
Es ist erfindungsgemäß vorteilhaft, die Gewichtsverhältnisse von Emulgator A zu Emulgator B zu Coemulgator C (A : B : C) wie a : b : c zu wählen, wobei a, b und c unabhängig voneinander rationale Zahlen von 1 bis 5, bevorzugt von 1 bis 3 darstellen können. Insbesondere bevorzugt ist ein Gewichtsverhältnis von etwa 1 : 1 : 1.
Es ist vorteilhaft im Sinne der vorliegenden Erfindung, die Gesamtmenge der Emulgatoren A und B und des Coemulgators C aus dem Bereich von 2 bis 20 Gew.-%, vorteilhaft von 5 bis 15 Gew.-%, insbesondere von 7 bis 13 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Formulierung, zu wählen.
Es ist gegebenenfalls vorteilhaft, wenngleich nicht notwendig, wenn die Formulierungen gemäß der vorliegenden Erfindung weitere Emulgatoren enthalten. Vorzugsweise sind solche Emulgatoren zu verwenden, welche zur Herstellung von W/O-Emulsionen geeignet sind, wobei diese sowohl einzeln als auch in beliebigen Kombinationen miteinander vorliegen können.
Bevorzugt werden der oder die weiteren Emulgatoren im Sinne der vorliegenden Erfindung aus der Gruppe der hydrophilen Emulgatoren gewählt. Erfindungsgemäß besonders bevorzugt sind Mono-, Di-, Trifettsäureestern des Sorbitans.
Die Gesamtmenge der weiteren Emulgatoren wird erfindungsgemäß vorteilhaft kleiner als 5 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Formulierung, gewählt.
Die Liste der genannten weiteren Emulgatoren, die im Sinne der vorliegenden Erfindung ein- gesetzt werden können, soll selbstverständlich nicht limitierend sein.
Besonders vorteilhafte Zubereitungen im Sinne der vorliegenden Erfindung sind frei von Mono- oder Diglycerylfettsäureestem. Insbesondere bevorzugt sind erfindungsgemäße Zubereitungen, welche kein Glycerylstearat, Glycerylisostearat, Glyceryldiisostearat, GIy-
ceryloleat, Glycerylpalmitat, Glycerylmyristat, Glyceryllanolat und/oder Glyceryllaurat ent¬ halten.
Die ölphase der erfindungsgemäßen Zubereitungen wird vorteilhaft gewählt aus der Gruppe der polaren Lipide mit einer Polarität < 35 mN/m Besonders vorteilhafte Lipide im Sinne der vorliegenden Erfindung sind alle nativen Lipide, wie z. B. Olivenöl, Sonnenblumenöl, Sojaöl, Erdnußöl, Rapsöl, Mandelöl, Palmöl, Kokosöl, Rizinusöl, Weizenkeimöl, Traubenkemöl, Distelöl, Nachtkerzenöl, Macadamianußöl, Maiskeimöl, Avocadoöl und dergleichen sowie die im folgenden aufgelisteten.
Es ist ganz besonders vorteilhaft im Sinne der vorliegenden Erfindung, eine oder mehrere UV-Filtersubstanzen zur Schaumverstärkung selbstschäumender, schaumförmiger, nachschäumender oder schäumbarer kosmetischer Zubereitungen zu verwenden, welche
Butylene Glycol Caprylate/Caprate, C12-15 Alkyl Benzoate und/oder Di-CI 2/13 Alkyl Tartrate enthalten.
Von den Kohlenwasserstoffen sind insbesondere Paraffinöl sowie weitere hydrierte PoIy- olefine wie hydriertes Polyisobutene, Squalan und Squalen vorteilhaft im Sinne der vor¬ liegenden Erfindung zu verwenden.
Die Gehalt der Lipide wird vorteilhaft kleiner als 50 Gew.-% gewählt, bevorzugt zwischen 1 und 40 Gew.-%, insbesondere bevorzugt zwischen 5 und 15 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der schäumbaren Zubereitung.
Falls die Lipidphase öllösliche UV-Filtersubstanzen enthält, ist es vorteilhaft den Gehalt der Lipidphase kleiner als 80 Gew.-% zu wählen, bevorzugt zwischen 1 und 40 Gew.-%, insbesondere bevorzugt zwischen 5 und 30 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamt- gewicht der schäumbaren Zubereitung.
Es kann gegebenenfalls vorteilhaft sein, wenngleich es nicht zwingend ist, wenn die ölphase der Zubereitungen im Sinne der vorliegenden Erfindung auch unpolare Lipide enthält.
Die Wasserphase der erfindungsgemäßen Zubereitungen kann vorteilhaft übliche kosmeti¬ sche Hilfsstoffe enthalten, wie beispielsweise Alkohole, insbesondere solche niedriger C- Zahl, vorzugsweise Ethanol und/oder Isopropanol, Diole oder Polyole niedriger C-Zahl sowie deren Ether, vorzugsweise Propylenglykol, Glycerin, Ethylenglykol, Propandiol, Ethylengly- kolmonoethyl- oder -monobutylether, Propylenglykol monomethyl, -monoethyl- oder -monobu- tylether, Diethylenglykolmonomethyl- oder -monoethylether und analoge Produkte, Polymere, Schaumstabilisatoren, Elektrolyte, Selbstbräuner sowie insbesondere ein oder mehrere Verdickungsmittel, welches oder welche vorteilhaft gewählt werden können aus der Gruppe Siliciumdioxid, Aluminiumsilikate, Polysaccharide bzw. deren Derivate, z. B. Hy- aluronsäure, Xanthangummi, Hydroxypropylmethylcellulose, besonders vorteilhaft aus der Gruppe der Polyacrylate, bevorzugt ein Polyacrylat aus der Gruppe der sogenannten Carbopole, beispielsweise Carbopole der Typen 980, 981 , 1382, 2984, 5984, jeweils einzeln oder in Kombination.
Die erfindungsgemäßen kosmetischen Zubereitungen können wie üblich zusammengesetzt sein. Besonders vorteilhaft im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Zubereitungen zur Pflege der Haut: sie können dem kosmetischen Lichtschutz, ferner zur Reinigung oder Pflege der Haut und/oder der Haare und als Schminkprodukt in der dekorativen Kosmetik dienen. Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht in Af- ter-Sun-Produkten.
Entsprechend ihrem Aufbau können kosmetische Zusammensetzungen im Sinne der vor¬ liegenden Erfindung, beispielsweise verwendet werden als Hautschutzcreme, Tages- oder Nachtcreme usw. Es ist gegebenenfalls möglich und vorteilhaft, die erfindungsgemäßen Zu¬ sammensetzungen als Grundlage für pharmazeutische Formulierungen zu verwenden.
Ebenso wie Emulsionen von flüssiger und fester Konsistenz als kosmetische Reinigungs¬ lotionen bzw. Reinigungscremes Verwendung finden, können auch die erfindungsgemäßen Zubereitungen „Reinigungsschäume" darstellen, welche beispielsweise zum Entfernen von Schminken und/oder Make-up oder als milder Waschschaum - ggf. auch für unreine Haut - verwendet werden können. Derartige Reinigungsschäume können vorteilhaft ferner als sogenannte „rinse off' Präparate angewendet werden, welche nach der Anwendung von der Haut abgespült werden
Die erfindungsgemäßen kosmetischen Zubereitungen können auch vorteilhaft in Form eines Schaums zur Pflege des Haars bzw. der Kopfhaut vorliegen, insbesondere eines Schaums zum Einlegen der Haare, eines Schaums, der beim Fönen der Haare verwendet wird, eines Frisierschaums.
Es ist auch vorteilhaft im Sinne der vorliegenden Erfindung, kosmetische Zubereitungen zu erstellen, deren hauptsächlicher Zweck nicht der Schutz vor Sonnenlicht ist, die aber dennoch einen Gehalt an UV-Schutzsubstanzen enthalten. So werden z. B. in Tagescremes oder Makeup-Produkten gewöhnlich UV-A- bzw. UV-B-Filtersubstanzen eingearbeitet. Auch stellen UV-Schutzsubstanzen, ebenso wie Antioxidantien und, gewünschtenfalls, Kon¬ servierungsstoffe, einen wirksamen Schutz der Zubereitungen selbst gegen Verderb dar. Günstig sind ferner kosmetische Zubereitungen, die in der Form eines Sonnenschutzmittels vorliegen.
Zur Anwendung werden die erfindungsgemäßen kosmetischen Zubereitungen in der für Kosmetika üblichen Weise auf die Haut und/oder die Haare in ausreichender Menge aufgebracht.
Die kosmetischen Mittel gemäß der Erfindung können beispielsweise aus Aerosol behältem entnommen und dabei aufgeschäumt werden. Erfindungsgemäße Aerosol behälter sind Sprühvorrichtungen mit einer Füllung aus den flüssigen bzw. breiartigen Stoffen, die unter dem Druck eines Treibmittels stehen (Druckgas- oder Aerosolpackungen). Deratige Behälter können mit Ventilen sehr unterschiedlicher Bauart ausgestattet sein, die die Entnahme des Inhalts als Schaum ermöglichen.
Ferner vorteilhaft können die Zubereitungen gemäß der vorliegenden Erfindung aus Treibgas-freien, mechanisch zu bedienenden Pumpzerstäubern (Pumpspendern) ent¬ nommen werden. Insbesondere vorteilhaft im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Pumpsysteme, welche ohne Druckgas, aber mit einem Filter, der spezielle Verwirbelungen bewirkt, arbeiten.
Die kosmetischen Zubereitungen gemäß der Erfindung können ferner vorzugsweise beispielsweise aus Zweikammeraerosolbehältern entnommen und auf die Haut aufgetragen werden. Erfindungsgemäß vorteilhafte Packmittel sind Behältnisse, in denen sich eine Kammer mit einer Füllung aus den flüssigen bzw. breiartigen Zubereitungen unter dem Druck eines in einer zweiten Kammer befindlichen stehenden Primärtreibmittels befindet. Derartige Behälter können mit Ventilen sehr unterschiedlicher Bauart ausgestattet sein, die die Entnahme des Inhalts der ersten Kammer als Emulsion oder Gel in jeder Lage - auch mit dem Ventil nach unten - ermöglichen.
Eine vorteilhafte Ausführungsform sind BiCan®-Aerosolbehälter, bei denen das Produkt in einem flexiblen Beutel aus Metall oder Kunststoff innerhalb der Dose eingeschlossen ist.
Erfindungsgemäße nachschäumende Zusammensetzungen stellen ungeschäumt, also unmittelbar nach dem Austreten aus einem Aerosolbehälter, Zwei- oder Mehrphasensysteme - in der Regel Emulsionen - dar. Sie können bereits durch leichtes Verreiben, beispielsweise in den Händen oder beim Auftragen und Verreiben auf der Haut, aber auch durch Rühren oder sonstige Aufschäumvorgänge zu Schäumen gestaltet werden.
Es hat sich darüber hinaus in überraschender Weise herausgestellt, dass bei der Verwen¬ dung von (Sekundär-) Treibmitteln, besonders vorteilhaft von in der gegebenenfalls vorhan¬ denen ölphase löslichen Treibmitteln, also beispielsweise üblichen Propan-Butan-Gemi- schen, die erfindungsgemäßen Zubereitungen nicht einfach als Aerosoltröpfchen versprüht werden, sondern sich zu feinblasigen, reichhaltigen Schäumen entwickeln, sobald solche mit solchen (Sekundär-) Treibmitteln beladenen Systeme Druckentspannung erfahren.
Bei Verwendung von Kohlenwasserstoffen oder deren Gemischen mit 4 oder 5 Kohlen¬ stoffatomen, insbesondere Isobutan, n-Pentan und Isopentan, als (Sekundär-) Treibmittel kann man das selbständige Aufschäumen nach dem Austritt aus der Druckverpackung zeitlich verzögern.
Durch das Verdampfen des Sekundärtreibmittels im applizierten Kosmetikprodukt wird der Haut ferner Wärme entzogen und ein angenehmer Kühleffekt erlangt. Solche nach- schäumenden Zubereitungen werden daher ebenfalls als vorteilhafte Verkörperungen der vorliegenden Erfindung mit eigenständiger erfinderischer Tätigkeit angesehen.
Als Druckgasbehälter kommen im Sinne der vorliegenden Erfindung vor allem zylindrische Gefäße aus Metall (Aluminium, Weißblech, Inhalt <1000 ml_), geschütztem bzw. nicht- splitterndem Glas oder Kunststoff (Inhalt < 220 ml_) bzw. splitterndem Glas oder Kunststoff (Inhalt < 150 ml_) in Frage, bei deren Auswahl Druck- und Bruchfestigkeit, Korrosionsbeständigkeit, leichte Füllbarkeit, ggf. Sterilisierbarkeit usw., aber auch ästhe¬ tische Gesichtspunkte, Handlichkeit, Bedruckbarkeit etc. eine Rolle spielen. Der maximale zulässige Betriebsdruck von Sprüh-Dosen aus Metall bei 50 0C ist 12 bar und das maximale Füllvolumen bei dieser Temperatur ca. 90 % des Gesamtvolumens. Für Glas- und Kunststoffdosen gelten niedrigere, von der Behältergröße und dem Treibmittel (ob verflüssigtes, verdichtetes oder gelöstes Gas) abhängige Werte für den Betriebsdruck.
Besonders vorteilhaft im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Dosen aus Weißblech, Aluminium und Glas. Aus Korrosionsschutzgründen können Metalldosen innen lackiert sein (silber- oder goldlackiert), wozu alle handelsüblichen Innenschutzlacke geeignet sind. Bevorzugt im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Polyester-, Epoxyphenol- sowie Polyamidimidlacke. Auch Folienkaschierungen aus Polyethylen (PE), Polypropylen (PP)
und/oder Polyethylenterephthalat (PET) im Innern der Dosen sind vorteilhaft, insbesondere für Dosen aus Weißblech.
Die Druckgasbehälter sind üblicherweise ein- oder zwei-, meist aber dreiteilig zylindrisch, konisch oder anders geformt. Werden Kunststoffe als Sprüh-Behältermaterial verwendet, so sollten diese Chemikalien- und Sterilisationstemperatur-beständig, gasdicht, schlagfest und gegen Innendrücke über 12 bar stabil sein. Prinzipiell für Sprüh-Behälter-Zwecke geeignet sind Polyacetale und Polyamide.
Der innere Aufbau der Sprüh-Dosen sowie die Ventilkonstruktion sind je nach Verwendungs- Zweck und der physikalischen Beschaffenheit des Inhalts - z. B. ob als Zwei- oder als Dreiphasensystem - sehr variantenreich und können vom Fachmann durch einfaches Ausprobieren ohnen erfinderisches Zutun ermittelt werden. Für geeignete Ausführungs¬ formen sei auf das .Aerosol Technologie Handbuch der Aersosol-Verpackung" hingewiesen (Wolf gang Tauscher, Melcher Verlag GmbH Heidelberg/München, 1996).
Erfindungsgemäß vorteilhafte Ventile können mit oder ohne Steigrohr ausgebildet sein. Die Einzelteile, aus welchen erfindungsgemäße Ventile üblicherweise aufgebaut sind, bestehen vorzugsweise aus den folgenden Materialien:
Teller: Weißblech: blank, gold- bzw. klarlackiert, folienkaschiert (PE, PP oder PET)
Aluminium: blank, Silber- oder goldlackiert, verschiedene Lackvarianten, Stoner- Mudge-Ausführung
Dichtung: natürliche bzw. synthetische Elastomere bzw. thermoplastische (Sleeve-Gaskets, folien kaschiert aus PE oder PP) Innen- und Aussendichtungen, z. B. aus Perbunan, Buna, Neopren, Butyl, CLB, LDPE, Viton, EPDM, Chlorbutyl, Brombutyl und/oder diversen Compounds
Kegel: PA, POM, Messing sowie diversen Sondermaterialen,
Standardbohrungen (z. B.: 0,25 bis 0,70 mm oder 2 x 0,45 bis 2 x 1 ,00 mm), verschiedene Schaftdurchmesser
Feder: Metall, besonders bevorzugt V2A, rostfreier Stahl; Kunststoff und auch Elastomer
Gehäuse: Standard und Impact VPH-Bohrungen, RPT-Bohrungen oder geschlitzt für Überkopf-Anwendungen
Materialien: z. B. Polyacetal, PA, PE, POM und dergleichen mehr
Steigrohr: Kunststoff (Polymer Resin), z.B. PE, PP, PA oder Polycarbonat
Vorteilhafte Sprühköpfe im Sinne der vorliegenden Erfindung sind beispielsweise Schaumköpfe für die aufrechte Anwendung (Dose senkrecht halten) oder Schaumköpfe für die Überkopf-Anwendung mit einem oder mehreren Kanälen.
Als Treibmittel sind die üblichen „klassischen" leichtflüchtigen, verflüssigten Treibgase, wie beispielsweise Dimethylether (DME) und/oder lineare oder verzweigtkettige Kohlen¬ wasserstoffe mit zwei bis fünf Kohlenstoffatomen (wie insbesondere Ethan, Propan, Butan, Isobutan und/oder Pentan) geeignet, die allein oder in Mischung miteinander eingesetzt werden können.
Auch Druckluft sowie weitere unter Druck befindliche Gase wie Luft, Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff, Helium, Krypton, Xenon, Radon, Argon, Lachgas (N2O) und Kohlendioxid (CO2) sind vorteilhaft im Sinne der vorliegenden Erfindung als Treibgase (sowohl einzeln als in beliebigen Mischungen miteinander) zu verwenden.
Natürlich weiß der Fachmann, dass es weitere an sich nichttoxische Treibgase gibt, die grundsätzlich für die Verwirklichung der vorliegenden Erfindung in Form von Aerosolprä¬ paraten geeignet wären, auf die aber dennoch wegen bedenklicher Wirkung auf die Umwelt oder sonstiger Begleitumstände verzichtet werden sollte, insbesondere halogenierte (mit Fluor, Chlor, Brom, lod und/oder Astat substituierte) Kohlenwasserstoffe wie beispielsweise Fluorkohlenwasserstoffe und Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW).
Die genannten Gase können im Sinne der vorliegenden Erfindung jeweils einzeln oder in beliebigen Mischungen zueinander verwendet werden.
Vorteilhaft im Sinne der vorliegenden Erfindung wird der Volumenanteil an Treibgas aus dem Bereich von 0,1 bis 30 Vol.-%, bezogen auf das Gesamtvolumen aus Füllgut und Treibgas gewählt (entsprechend einem Volumenanteil von 70 bis 99,9 Vol.-% Füllgut).
Besonders bevorzugtes Treibgas im Sinne der vorliegenden Erfindung ist Kohlendioxid. Insbesondere vorteilhaft sind aus erfindungsgemäßen Zubereitungen erhältliche Schäume, welche Kohlendioxid als einen oder den Wirkstoff enthalten.
Besonders vorteilhafte, feincremige und reichhaltige Schäume sind erhältlich, wenn die erfindungsgemäßen Zubereitungen mit Hilfe von linearen oder verzweigtkettigen, halo- genierten oder nicht-halogenierten Kohlenwasserstoffen aufgeschäumt werden. Ganz besonders vorteilhafte Schäume sind durch Aufschäumen der erfindungsgemäßen Zu¬ bereitungen mit Kohlendioxid, Sauerstoff, Druckluft, Helium, Krypton, Xenon, Radon, Argon und/oder Stickstoff (sowohl einzeln als in beliebigen Mischungen miteinander) erhältlich.
Die kosmetischen Zubereitungen gemäß der Erfindung können kosmetische Hilfsstoffe enthalten, wie sie üblicherweise in solchen Zubereitungen verwendet werden, z. B. Konservierungsmittel, Konservierungshelfer, Komplexbildner, Bakterizide, Parfüme, Substanzen zum Verhindern oder Steigern des Schäumens, Farbstoffe, Pigmente, die eine färbende Wirkung haben, Verdickungsmittel, anfeuchtende und/oder feuchhaltende Substanzen, Füllstoffe, die das Hautgefühl verbessern, Fette, öle, Wachse oder andere übliche Bestandteile einer kosmetischen Formulierung wie Alkohole, Polyole, Polymere, Schaumstabilisatoren, Elektrolyte, organische Lösungsmittel oder Silikonderivate.
Vorteilhafte Konservierungsmittel im Sinne der vorliegenden Erfindung sind beispielsweise Formaldehydabspalter (wie z. B. DMDM Hydantoin, welches beispielsweise unter der Handelsbezeichnung Glydant ™ von der Fa. Lonza erhältlich ist), lodopropylbutylcarbamate (z. B. die unter den Handelsbezeichnungen Glycacil-L, Glycacil-S von der Fa. Lonza erhältlichen und/oder Dekaben LMB von Jan Dekker), Parabene (d. h. p-Hydroxy- benzoesäurealkylester, wie Methyl-, Ethyl-, Propyl- und/oder Butylparaben), Phenoxyethanol, Ethanol, Benzoesäure und dergleichen mehr. Üblicherweise umfaßt das Konser¬ vierungssystem erfindungsgemäß ferner vorteilhaft auch Konservierungshelfer, wie bei¬ spielsweise Ethylhexylglycerin, Glycine Soja etc.
Vorteilhafte Komplexbildner im Sinne der vorliegenden Erfindung sind beispielsweise EDTA, [S,S]-Ethylendiamindisuccinat (EDDS), welches beispielsweise unter der Handels¬ bezeichnung Octaquest von der Fa. Octel erhältlich ist, Pentanatrium-Ethylendiamin- tetramethylenphosphonat, welches z. B. unter dem Handelsnamen Dequest 2046 von der Fa. Monsanto erhältlich ist und/oder Iminodibersteinsäure, welche u. a. von der Fa. Bayer AG unter den Handelsnamen Iminodisuccinat VP OC 370 (ca. 30% ige Lösung) und Baypure CX 100 fest erhältlich ist.
Besonders vorteilhafte Zubereitungen werden ferner erhalten, wenn als Zusatz- oder Wirk- Stoffe Antioxidantien eingesetzt werden. Erfindungsgemäß enthalten die Zubereitungen vorteilhaft eines oder mehrere Antioxidantien. Als günstige, aber dennoch fakultativ zu ver¬ wendende Antioxidantien können alle für kosmetische Anwendungen geeigneten oder gebräuchlichen Antioxidantien verwendet werden.
Besonders vorteilhaft im Sinne der vorliegenden Erfindung können wasserlösliche Antioxi¬ dantien eingesetzt werden, wie beispielsweise Vitamine, z. B. Ascorbinsäure und deren Derivate.
Bevorzugte Antioxidantien sind ferner Vitamin E und dessen Derivate sowie Vitamin A und dessen Derivate.
Die Menge der Antioxidantien (eine oder mehrere Verbindungen) in den Zubereitungen be¬ trägt vorzugsweise 0,001 bis 30 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,05 bis 20 Gew.-%, insbe¬ sondere 0,1 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zubereitung.
Sofern Vitamin E und/oder dessen Derivate das oder die Antioxidantien darstellen, ist vor¬ teilhaft, deren jeweilige Konzentrationen aus dem Bereich von 0,001 bis 10 Gew.-%, bezo¬ gen auf das Gesamtgewicht der Formulierung, zu wählen.
Sofern Vitamin A bzw. Vitamin-A-Derivate, bzw. Carotine bzw. deren Derivate das oder die Antioxidantien darstellen, ist vorteilhaft, deren jeweilige Konzentrationen aus dem Bereich von 0,001 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Formulierung, zu wählen.
Es ist insbesondere vorteilhaft, wenn die kosmetischen Zubereitungen gemäß der vorlie¬ genden Erfindung kosmetische Wirkstoffe enthalten, wobei bevorzugte Wirkstoffe Antioxidantien sind, welche die Haut vor oxidativer Beanspruchung schützen können.
Weitere vorteilhafte Wirkstoffe im Sinne der vorliegenden Erfindung sind natürliche Wirk¬ stoffe und/oder deren Derivate, wie z. B. alpha-Liponsäure, Phytoen, Niacinamid, Panthenol, D-Biotin, Coenzym Q10, alpha-Glucosylrutin, Camitin, Camosin, natürliche und/oder synthetische Isoflavonoide, Kreatin, Kreatinin, Taurin und/oder ß-Alanin sowie 8-Hexadecen- 1 ,16-dicarbonsäure (Dioic acid, CAS-Nummer 20701-68-2; vorläufige INCI-Bezeichnung Octadecendioic acid) und/oder Licochalcon A, welches sich durch die folgende Strukturformel auszeichnet:
Licochalcon kann vorteilhaft auch als Bestandteil von pflanzlichen Extrakten, insbesondere von wäßrigen Radix Glycyrrhizae inflatae, eingesetzt werden.
Es ist erfindungsgemäß vorteilhaft, wenn die kosmetischen Zubereitungen 0,001 bis 10 Gew.-%, insbesondere 0,05 bis 5 Gew.-%, ganz besonders 0,01 bis 2 Gew.-% an einem Extrakt aus Radix Glycyrrhizae inflatae enthalten, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Zubereitung.
Ganz besonders vorteilhaft ist es, von einem Extrakt auszugehen, der unter der Bezeichnung Polyol Soluble Licorice Extract PU (INCI-Bezeichnung Glycyrrhiza Inflata) von der Firma Maruzen zu erhalten ist. Der Extrakt aus Radix Glycyrrhizae inflatae enthält einen Anteil von ca. 25 % Licochalcone A.
Erfindunαsαemäße Rezepturen, welche z. B. bekannte Antifaltenwirkstoffe wie Flavon-
glycoside (insbesondere α-Glycosylrutin), Coenzym Q10, Vitamin E und/oder Derivate und dergleichen enthalten, eignen sich insbesondere vorteilhaft zum Schutz vor ästhetisch unattraktiven Hautveränderungen, wie sie z. B. bei der Hautalterung auftreten (wie beispielsweise Trockenheit, Rauhigkeit und Ausbildung von Trockenheitsfältchen, Juckreiz, verminderte Rückfettung (z. B. nach dem Waschen), sichtbare Gefäßerweiterungen (Teleangiektasien, Cuperosis), Schlaffheit und Ausbildung von Falten und Fältchen, lokale Hyper-, Hypo- und Fehlpigmentierungen (z. B. Altersflecken), vergrößerte Anfälligkeit gegenüber mechanischem Stress (z. B. Rissigkeit) und dergleichen). Weiterhin vorteilhaft eignen sie sich gegen das Erscheinungsbild der trockenen bzw. rauhen Haut.
Die Zubereitungen gemäß der vorliegenden Erfindung können ferner vorteilhaft auch Selbst¬ bräunungssubstanzen enthalten, wie beispielsweise Dihydroxyaceton und/oder Melaninderivate in Konzentrationen von 1 Gew.-% bis zu 8 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zubereitung.
Ferner vorteilhaft können die Zubereitungen gemäß der vorliegenden Erfindung auch Repellenten zum Schutz vor Mücken, Zecken und Spinnen und dergleichen enthalten. Vorteilhaft sind z. B. N,N-Diethyl-3-methylbenzamid (Handelsbezeichnung: Meta-delphene, „DEET"), Dimethylphtalat (Handelsbezeichnung: Palatinol M, DMP), 1-Piperidincarbonsäure- 2-(2-hydroxyethyl)-1-methylpropylester sowie insbesondere 3-(N-n-Butyl-N-acetyl-amino)- propionsäureethylester (unter dem Handelsnamen Insekt Repellent® 3535 bei der Fa. Merck erhältlich). Die Repellenten können sowohl einzeln als auch in Kombination eingesetzt werden.
Als Moisturizer werden Stoffe oder Stoffgemische bezeichnet, welche kosmetischen Zubereitungen die Eigenschaft verleihen, nach dem Auftragen bzw. Verteilen auf der Hautoberfläche die Feuchtigkeitsabgabe der Homschicht (auch transepidermal water loss (TEWL) genannt) zu reduzieren und/oder die Hydratation der Homschicht positiv zu beeinflussen.
Vorteilhafte Moisturizer im Sinne der vorliegenden Erfindung sind beispielsweise Glycerin, Milchsäure und/oder Lactate, insbesondere Natriumlactat, Butylenglykol, Propylenglykol, Methylpropandiol, Biosaccaride Gum-1 , Glycine Soja, Ethylhexyloxyglycerin, Pyr- rolidoncarbonsäure und Harnstoff. Ferner ist es insbesondere von Vorteil, polymere
Moisturizer aus der Gruppe der wasserlöslichen und/oder in Wasser quellbaren und/oder mit Hilfe von Wasser gelierbaren Polysaccharide zu verwenden. Insbesondere vorteilhaft sind beispielsweise Hyaluronsäure, Chitosan und/oder ein fucosereiches Polysaccharid, welches in den Chemical Abstracts unter der Registraturnummer 178463-23-5 abgelegt und z. B. unter der Bezeichnung Fucogel®1000 von der Gesellschaft SOLABIA S.A. erhältlich ist. Moisturizer können vorteilhaft auch als Antifaltenwirkstoffe zum Schutz kosmetischer Haut¬ veränderungen, wie sie z. B. bei der Hautalterung auftreten, verwendet werden.
Die erfindungsgemäßen kosmetischen Zubereitungen können ferner vorteilhaft, wenngleich nicht zwingend, Füllstoffe enthalten, welche z. B. die sensorischen und kosmetischen
Eigenschaften der Formulierungen weiter verbessern und beispielsweise ein samtiges oder seidiges Hautgefühl hervorrufen oder verstärken. Vorteilhafte Füllstoffe im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Stärke und Stärkederivate (wie z. B. Tapiocastärke,
Distärkephosphat, Aluminium- bzw. Natrium-Stärke Octenylsuccinat und dergleichen), Pigmente, die weder hauptsächlich UV-Filter- noch färbende Wirkung haben (wie z. B.
Bornitrid etc.) und/oder Aerosile® (CAS-Nr. 7631-86-9).
Die nachfolgenden Beispiele sollen die vorliegende Erfindung verdeutlichen, ohne sie einzu¬ schränken. Alle Mengenangaben, Anteile und Prozentanteile sind, soweit nicht anders an- gegeben, auf das Gewicht und die Gesamtmenge bzw. auf das Gesamtgewicht der Zube¬ reitungen bezogen.
Beispiele
Zur Herstellung des (Aerosol-) Schaums werden jeweils 80 - 97 Vol.-% der Emulsion (A - G) mit 3 - 20 Vol.-% eines geigneten Gases (z. B. Propan/ Butan, Druckluft, Stickstoff) aufgeschäumt.
Zur Herstellung des (Aerosol-) Schaums werden jeweils 80 - 97 Vol.-% der Emulsion (A - G) mit 3 - 20 Vol.-% eines geigneten Gases (z. B. Propan/ Butan, Druckluft, Stickstoff) aufgeschäumt.