Sicherung von Daten eines Datenträgers mit Massenspeicher und Chip ge¬ gen unbefugte Nutzung
Die Erfindung betrifft einen Verfahren zur Sicherung von Daten eines Daten- trägers mit einem Massenspeicher und einem Chip gegen unbefugte Nut¬ zung, sowie einen entsprechenden Datenträger.
Der Datenträger mit einem Massenspeicher ist z.B. ein Datenträger mit ei¬ nem optischen Speicher wie z.B. einen Compact-Disk (CD), wiederbe- schreibbare CD (CD-RW), Digital Versatile Disk (DVD) oder DVD-RW. Al¬ ternativ kann als Datenträger ein Datenträger mit einem elektronischen Mas¬ senspeicher wie z.B. einem Flash-Speicher, ROM oder EEPROM-Speicher vorgesehen sein, z.B. eine Compact Flash (CF) Speicherkarte, eine Secure Disk (SD) Speicherkarte oder eine ähnliche Speicherkarte, wie sie z.B. in digi- talen Multimediageräten wie z.B. Digitalkameras, Camcordern, MP3-Playern und dergleichen verwendet wird. Ein Datenträger mit einem optischen Mas¬ senspeicher hat wahlweise eine runde Form, entsprechend einer üblichen CD oder DVD. Alternativ hat der Datenträger mit einem optischen Massen¬ speicher eine rechteckige Form, entsprechend einer Chipkarte, die z.B. die Außenmaße einer Chipkarte gemäß ISO/ IEC 7816 hat, die aber zusätzlich ein Mittelloch und einen ringförmigen Massenspeicher hat, wobei die Au¬ ßenmaße des Datenträgers in Bezug auf das Mittelloch die Abmessungen einer üblichen CD oder DVD nicht überschreiten, so dass der optische Mas- • senspeicher des Datenträgers in einem handelsüblichen CD- oder DVD- Laufwerk ausgelesen werden kann.
Programm-Software zur Installation in Rechnern jeder Art wie z.B. Personal Computern oder Kleinrechnern (Personal Digital Assistant, Mobiltelefon) wird verbreitet in Datenträgern mit optischen Massenspeichern wie z.B. CDs oder DVDs ausgeliefert. Musikdaten und Filmdaten sind ebenfalls verbreitet in CDs und DVDs gespeichert. Multimediadaten für digitale Multimediage- -
räte wie Digitalkameras, digitale Camcorder, Musik-/ Film- Abspielgeräte wie MP3-Player und dergleichen sind häufig in Datenträgern mit elektroni¬ schen Massenspeichern gespeichert wie Compact Flash (CF) Speicherkarten, Secure Disk (SD) Speicherkarten etc.. ■
Zum Schutz gegen Raubkopien sind die Daten im Massenspeicher häufig ganz oder teilweise verschlüsselt. Hierdurch sind die Daten beispielsweise unlesbar. Multimediadaten wie Musikdaten oder Filmdaten können durch die Verschlüsselung verzerrt oder verrauscht sein. Bei Demo-Versionen kann vorgesehen sein, dass die Daten mit Ausnahme eines zu Demonstrations¬ zwecken freigegebenen Teils der Daten verschlüsselt sind.
Aus WO 00/51119 ist eine CD-ROM oder ähnliche optische Scheibe mit ei¬ nem Chip als Zugriffsschutz für die Daten der CD-ROM bekannt. In der CD- ROM sind Daten abgespeichert, wobei alle oder ein Teil der Daten ver¬ schlüsselt sind. Der Chip enthält einen Schlüssel, mit dem sich die verschlüs¬ selten Daten der CD-ROM entschlüsseln lassen, ohne dass der Schlüssel den Chip verlässt, sowie eine Datenaustauscheinrichtung. Vorzugsweise enthält der Chip den zum Entschlüsseln erforderlichen Kryptoprozessor. Der Schlüssel kann für jede CD-ROM individuell sein. Bei der Nutzung der CD- ROM werden Daten aus der CD-ROM in einen Rechner ausgelesen und vom Rechner aus an den Chip gesandt. Im Chip werden die Daten mit dem Schlüssel entschlüsselt und schließlich über die Datenaustauscheinrichtung des Chips ausgegeben, z.B. an den Rechner. Bei der Herstellung der CD- ROM werden Daten mit einem geheimen Schlüssel verschlüsselt und in die CD-ROM gespeichert. Der verwendete geheime Schlüssel wird in den Chip gespeichert, zum wieder Entschlüsseln der verschlüsselten Daten. Dadurch, dass die Daten im Chip entschlüsselt werden und der Schlüssel den Chip nie
verlässt, kann der Schlüssel nicht kopiert werden. Folglich kann keine funk¬ tionsfähige Kopie der CD-ROM angefertigt werden.
Bei der CD-ROM aus WO 00/51119 kann der Besitzer des Originals der CD- ROM, die den Chip aufweist, die Daten beliebig oft entschlüsseln und nut¬ zen und die entschlüsselten Daten beliebig lange nutzen.
Häufig besteht jedoch der Wunsch, dass die Nutzung von Daten in einem Datenträger mit einem Massenspeicher dem Umfang nach begrenzt ist. Bei- spielsweise soll im Massenspeicher gespeicherte Software, die zum Installie¬ ren in einem Rechner vorgesehen ist, nur ein einziges Mal oder eine vorbe¬ stimmte Anzahl von Malen installiert werden dürfen. Bei einem anderen Bei¬ spiel sollen Multimediadaten wie z.B. Musik oder Filmdaten nur eine vorbe¬ stimmte Anzahl von Malen (evtl. nur ein einziges Mal) abgespielt werden dürfen. Oft ist gewünscht, dass die Nutzungsdauer der Daten begrenzt ist.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Zugriffssicherung für Daten eines Datenträgers der eingangs genannten Art mit einem Massenspeicher und einem Chip zu schaffen, bei dem der Umfang der Nutzung der Daten begrenzt ist, insbesondere die Anzahl der möglichen Nutzungen der Daten und/ oder die Nutzungsdauer begrenzt ist.
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren nach dem unabhängigen Ver¬ fahrensanspruch und durch einen Datenträger nach dem unabhängigen Vor- richtungsanspruch. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
In Anspruch 1 ist ein Verfahren zur Sicherung der Daten im Massenspeicher eines Datenträgers gegen unbefugte Nutzung angegeben. Der Datenträger
hat einen Massenspeicher, in dem die Daten abgespeichert sind, und einen Chip. In dem Chip ist gemäß der Erfindung mindestens ein Zustandskenn- zeichen implementiert, durch das ein maximaler Umfang der zulässigen Nutzung der Daten im Massenspeicher festgelegt ist. Bei dem Verfahren wird bei einem Zugriff einer Nutzungseinrichtung auf den Datenträger, um die Daten im Massenspeicher zu nutzen, das Zustandskennzeichen des Da¬ tenträgers überprüft. Nur falls der gemäß dem Zustandskennzeichen festge¬ legte maximale Umfang der zulässigen Nutzung der Daten eine weitere Nutzung der Daten zulässt, wird die Nutzung der Daten im Massenspeicher gewährt.
Hat das Zustandskennzeichen dagegen einen Wert, der angibt, dass der ma¬ ximale Umfang der möglichen Nutzung bereits erreicht bzw. überschritten ist, können die Daten nicht genutzt werden.
Daher ist gemäß Anspruch 1 ein Verfahren zur Zugriffssicherung der Daten im Massenspeicher eines Datenträgers angegeben, bei dem der Umfang der Nutzung der Daten begrenzt ist.
Vorzugsweise wird das Zustandskennzeichen innerhalb des Chips über¬ prüft.
Wahlweise wird die Nutzung der Daten nicht gewährt, weil das Zustands¬ kennzeichen keine weitere Nutzung der Daten zulässt, indem der Zugriff auf den Massenspeicher verwehrt wird.
Wahlweise sind die Daten in dem Massenspeicher zumindest teilweise ver¬ schlüsselt abgespeichert, wobei in dem Chip weiter ein Schlüssel zum Ent¬ schlüsseln der verschlüsselten Daten abgespeichert ist.
Bei Ausführungsformen der Erfindung, bei denen die Daten in dem Massen¬ speicher zumindest teilweise verschlüsselt abgespeichert sind, wobei in dem Chip weiter ein Schlüssel zum Entschlüsseln der verschlüsselten Daten abge- speichert ist, wird vorzugsweise nur falls der gemäß dem Zustandskennzei- chen festgelegte maximale Umfang der zulässigen Nutzung der Daten eine weitere Nutzung der Daten zulässt, der Zugriff auf den Schlüssel zum Ent¬ schlüsseln der Daten gewährt. Mit anderen Worten ist bei - ganz oder teil¬ weise - verschlüsselten Daten vorzugsweise der im Chip abgespeicherte Schlüssel zum Entschlüsseln der Daten mit dem Zustandskennzeichen abge¬ sichert. Wenn das Zustandskennzeichen eine weitere Nutzung der Daten nicht zulässt, ist der Zugriff auf den Schlüssel verwehrt. Somit können auch die Daten nicht genutzt werden.
Der maximale Umfang der Nutzung umfasst vorzugsweise eine maximale Anzahl von zulässigen Nutzungen und/ oder eine maximale Nutzungsdau¬ er.
Vorzugsweise werden weiter die Daten aus dem Massenspeicher, sofern der Zugriff auf sie gewährt wird, außerhalb des Massenspeichers zur Nutzung bereitgestellt.
Weiter vorzugsweise werden die Daten außerhalb des Massenspeichers be¬ reitgestellt, indem sie in einem externen Speicher außerhalb des Massenspei- chers und außerhalb des Chips installiert werden. Vorzugsweise werden die Daten in der Nutzungseinrichtung installiert. Die Nutzungseinrichtung kann beispielsweise ein Computer sein.
Wahlweise werden die zur Nutzung bereitgestellten Daten an ein Ausgabe¬ gerät, insbesondere an ein Ausgabegerät für Multimediadaten wie z.B. Mu¬ sikdaten und/ oder Filmdaten, bereitgestellt.
Vorzugsweise wird das Zustandskennzeichen bei jedem Bereitstellen der Daten zu ihrer Nutzung außerhalb des Massenspeicher, insbesondere bei jeder Installation der Daten in einem externen Speicher, derart verändert, dass der maximale Umfang der zulässigen Nutzung verringert wird. Wahl¬ weise wird das Zustandskennzeichen vor oder nach dem Bereitstellen ver- ändert. Insbesondere wird das Zustandskennzeichen wahlweise vor oder nach der Installation der Daten in einem externen Speicher verändert.
Weiter wird das Zustandskennzeichen vorzugsweise bei jedem Rückgän¬ gigmachen des Bereitstellens der Daten zu ihrer Nutzung, insbesondere bei jeder Deinstallation der Daten aus einem externen Speicher, derart verän¬ dert, dass der maximale Umfang der zulässigen Nutzung erhöht wird. Wahlweise führt das Rückgängigmachen des Bereitsteilens nur dann zu der Veränderung des Zustandskennzeichens, so dass der maximale Umfang der zulässigen Nutzung erhöht wird, falls das Rückgängigmachen innerhalb ei- nes vorbestimmten Zeitintervalls erfolgt. Das Zeitintervall kann beispiels¬ weise ein Lizenzzeitraum sein, während dessen die Nutzung der Daten zu¬ lässig ist. Nach Ablauf des Zeitintervalls (z.B. Lizenzzeitraums) führt in die¬ sem Fall das Rückgängigmachen (z.B. Deinstallation der Daten) nicht mehr zu der Veränderung des Zustandskennzeichens, durch die der maximale Umfang der zulässigen Nutzung erhöht würde. Wahlweise wird das Zu¬ standskennzeichen vor oder nach dem Rückgängigmachen des Bereitsteilens verändert. Insbesondere wird das Zustandskennzeichen wahlweise vor oder nach der Deinstallation der Daten in einem externen Speicher verändert.
AIs Zustandskennzeichen wird wahlweise ein Flag mit zwei unterschiedli¬ chen möglichen Zuständen verwendet. Alternativ wird als Zustandskenn¬ zeichen ein Zähler mit mehr als zwei unterschiedlichen möglichen Zustän¬ den verwendet. Der Zähler wird beispielsweise bei jeder Installation der Da- ten in einem Computer oder dergleichen um einen vorbestimmten Zähl¬ schritt (z.B. um eins) erhöht und bei jeder Deinstallation der Daten wieder um den Zählschritt verringert. Hat der Zähler eine Höchstgrenze erreicht, ist keine weitere Installation der Daten mehr möglich. Alternativ wird der Zäh¬ ler bei Installation verringert und bei Deinstallation erhöht, und eine weitere Installation ist z.B. nicht mehr möglich, sobald der Zählerstand den Wert Null erreicht hat. Wahlweise führt eine Deinstallation der Daten nur inner¬ halb eines vorbestirnmten Lizenzzeitraums zu einer Verringerung (bzw. Er¬ höhung) des Zählerstandes um den vorbestimmten Zählschritt.
Der Massenspeicher ist vorzugsweise ein optischer Speicher. Alternativ kann der Massenspeicher auch ein elektronischer Massenspeicher sein.
Bei Ausführungsformen, bei denen die Daten im Massenspeicher zumindest teilweise verschlüsselt sind, werden die Daten wahlweise innerhalb des Chips entschlüsselt. Alternativ können die Daten in einem Sicherheitsmodul, z.B. einem Trusted Platform Modul (TPM), der Nutzungseinrichtung ent¬ schlüsselt werden. Das Sicherheitsmodul (z.B. TPM) hat einen Mikroprozes¬ sor-Chip, in dem Daten verschlüsselt installiert sind. Für einen Computer ist beispielsweise die Seriennummer des Computer-Mikroprozessors und/ oder einer oder mehrerer weiterer Computerkomponenten wie z.B. Netzwerkkar¬ te, Massenspeicher etc. in einem Sicherheitsmodul (z.B. TPM) verschlüsselt installiert. Alternativ oder zusätzlich zur Seriennummer können andere in¬ dividuelle Daten des Computer-Mikroprozessors bzw. der Computerkom¬ ponente installiert sein. Das Sicherheitsmodul (z.B. TPM) ermöglicht es ei-
nem Nutzer, die im Sicherheitsmodul (z.B. TPM) verschlüsselt installierten Daten auszulesen und zu Bearbeitungszwecken zur Verfügung zu stellen, beispielsweise um einen Vergleich mit anderen Daten durchzuführen, ohne dass die Daten dem Nutzer im Klartext zur Verfügung gelangen, d.h. wobei die ausgelesenen Daten gegenüber dem Nutzer geheim bleiben.
Gemäß einer Weiterbildung wird weiter eine Zugriffsberechtigung über¬ prüft. Ein Zugriff auf den Datenträger wird nur nach einer erfolgreichen Ve¬ rifizierung der Zugriffsberechtigung möglich. Vorzugsweise wird zuerst die Zugriffsberechtigung (PIN etc.) überprüft, bevor anschließend das Zu- standskennzeichen überprüft werden kann. Die Überprüfung der Zugangs¬ berechtigung kann insbesondere mit einem Passwort und/ oder einer PIN und/ oder einem biometrischen Identifizierungsmerkmal wie z.B. Fingerab¬ druck, Augeniris, Gesichtsform, Handform oder dergleichen durchgeführt werden. Wahlweise wird für die Überprüfung der Zugangsberechtigung ein gesondertes Sicherheitselement wie z.B. ein "Dongle" verwendet.
Gemäß einer anderen Weiterbildung des Verfahrens wird nach jedem Bereit¬ stellen der Daten zur Nutzung ein kumulativer Zähler um einen vorbe- stimmten Zählschritt erhöht (inkrementiert). Der kumulative Zähler wird nicht verringert (dekrementiert), wenn die Bereitstellung der Daten zur Nut¬ zung rückgängig gemacht wird, weil z.B. die Daten deinstalliert werden. Mit dem kumulativen Zähler wird somit die Gesamtzahl von Nutzungen der Daten aus dem Massenspeicher gezählt.
Vorzugsweise wird das Zustandskennzeichen innerhalb des Chips über¬ prüft. Dies hat den Vorteil, dass die Überprüfung in der gegen unbefugte Manipulationen gesicherten Umgebung des Chips erfolgt. Vorzugsweise ist das Zustandskennzeichen innerhalb des Chips abgespeichert. Falls nun zu-
dem die Überprüfung im Chip stattfindet, braucht das Zustandskennzeichen den Chip niemals zu verlassen und ist daher besonders gut gegen Manipula¬ tionen gesichert. Wahlweise ist das Zustandskennzeichen verschlüsselt im Chip abgespeichert. Wahlweise ist das Zustandskennzeichen von außerhalb des Chips nicht veränderbar. Wahlweise ist das Zustandskennzeichen von außerhalb des Chips höchstens auslesbar und also überprüfbar, nicht aber veränderbar. Wahlweise ist der Zugriff auf das Zustandskennzeichen von außerhalb des Chips völlig verwehrt, so dass nur interne Datenverarbei¬ tungsvorgänge innerhalb des Chips auf das Zustandskennzeichen zugreifen können. Wahlweise ist das Zustandskennzeichen verschlüsselt abgespei¬ chert, so dass es zusätzlich gegen Manipulationen gesichert ist.
Der erfindungsgemäße Datenträger ist vorzugsweise als optischer Datenträ¬ ger mit einem optischen Massenspeicher, insbesondere CD, CD-RW, DVD oder DVD-RW, gestaltet, der zusätzlich den Chip aufweist. Alternativ kann der Datenträger auch als elektronischer Datenträger mit einem elektroni¬ schen Massenspeicher gestaltet sein, der zusätzlich einen zumindest logisch gesonderten Chip hat, in dem das Zustandskennzeichen und ggf. der Schlüs¬ sel abgespeichert bzw. implementiert sind.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand von Ausführungsbeispielen und unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert, in der zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße CD/ DVD, die einen optischen Speicher, einen Chip, ein Kontaktfeld zum Kontaktieren des Chips und zwei Aus¬ gleichsgewichte aufweist;
Fig. 2 ein Beispiel für ein zur Anbringung auf einer CD/ DVD vorgesehenes Kontaktfeld, zur kontaktbehafteten Kontaktierung eines auf der CD/ DVD angeordneten Chips;
Fig. 3 ein weiteres Beispiel für ein zur Anbringung auf einer CD/ DVD vor¬ gesehenes Kontaktfeld zur kontaktbehafteten Kontaktierung eines auf der CD/ DVD angeordneten Chips;
Fig. 4 eine erfindungsgemäße CD/ DVD mit einem optischen Speicher, ei- nem Chip und einem Ausgleichsgewicht, sowie eine für die erfin¬ dungsgemäße CD/ DVD eingerichtete Leseeinrichtung mit einer Ein¬ richtung zum Zugreifen auf den Chip;
Fig. 5 ein Flussdiagramm zur Veranschaulichung eines Verfahrens zur Zugriffssicherung der Daten im Massenspeicher eines Datenträgers mit einem Massenspeicher und mit einem Chip, gemäß einer bevor¬ zugten Ausführungsform der Erfindung.
Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße CD/ DVD 100. Die CD/ DVD 100 hat, wie eine herkömmliche CD/ DVD, ein Mittelloch 101, rund um das ein ringför¬ miger, von optischem Speicher freier Bereich 102 angeordnet ist, rund um den ein weiterer ringförmiger Datenbereich 103 angeordnet ist. Im Datenbe¬ reich 103 ist ein optischer Speicher (Massenspeicher) vorgesehen. Im Unter¬ schied zu einer herkömmlichen CD/ DVD 100 sind bei der erfindungsgemä- ßen CD/DVD 100 aus Fig. 1 im freien Bereich 102 zwischen dem optischen Speicher 103 und dem Mittelloch 101 ein Chip 104, ein Kontaktfeld 105 zum Kontaktieren des Chips 104 und zwei Ausgleichsgewichte 106 angeordnet. Der Chip 104 und die Ausgleichsgewichte 106 sind so angeordnet, dass die CD/DVD 100 möglichst keine Unwucht hat, und dass der Schwerpunkt
möglichst im Mittelpunkt der kreisförmigen CD/DVD 100 liegt. Wahlweise sind keine oder eine andere Anzahl von Ausgleichsgewichten vorgesehen.
Fig. 2 zeigt ein Beispiel für ein zur Anbringung auf einer CD/ DVD wie der in Fig. 1 gezeigten vorgesehenes Kontaktfeld 205 zur kontaktbehafteten Kon- taktierung eines ebenfalls auf der CD/ DVD angeordneten Chips. Das Kon¬ taktfeld ist ringförmig gestaltet, so dass es auf einer CD/DVD 100 wie der in Fig. 1 gezeigten im freien Bereich 102 zwischen dem Mittelloch 101 und dem Datenbereich 103 angeordnet werden kann. Das Kontaktfeld 205 hat acht einzelne Kontaktflächen (allgemein typischerweise eine Anzahl von zwei bis zehn Kontaktflächen) in Gestalt von Ringsegmenten, die entlang einer Kreis¬ bahn angeordnet sind.
Fig. 3 zeigt ein weiteres Beispiel für ein zur Anbringung auf einer CD/ DVD vorgesehenes Kontaktfeld 305. Das Kontaktfeld 305 ist, ähnlich wie das Kon¬ taktfeld 205 aus Fig. 2, ringförmig gestaltet, hat aber sechs (allgemein ca. 2 bis 10) konzentrisch zueinander angeordnete, ringförmige Kontaktflächen.
Bei einer erfindungsgemäßen CD/ DVD ist beispielsweise im freien Bereich 102 zwischen dem Mittelloch 101 und dem Datenbereich 103 ein Kontaktfeld 205, 305 gemäß Fig. 2 oder Fig. 3 vorgesehen, damit ein auf der CD/ DVD 100 angeordneter Chip 104 kontaktiert werden kann. Die einzelnen Kontakt¬ flächen (z.B. sechs bzw. acht Stück) können z.B. gemäß ISO/IEC 7816, USB, RS232/ V.24 oder einem anderen Protokoll ansteuerbar sein.
Fig.4 zeigt eine weitere erfindungsgemäße CD/ DVD 100 mit einem opti¬ schen Speicher 103, einem Chip 104 und einem Ausgleichsgewicht, sowie eine für die erfindungsgemäße CD/ DVD 100 eingerichtete Leseeinrichtung 410 mit einer Einrichtung zum Zugreifen auf den Chip.
Fig. 5 zeigt ein Flussdiagramm zur Veranschaulichung eines Verfahrens zur Zugriffssicherung der Daten im Massenspeicher eines Datenträgers mit ei¬ nem Massenspeicher und mit einem Chip gemäß einer bevorzugten Ausfüh- rungsform der Erfindung.
In einem ersten Schritt 1 wird eine PIN überprüft und, falls die PIN verifi¬ ziert wird, zu Schritt 2 fortgeschritten. Falls keine PIN-Prüfung erforderlich ist, beginnt das Verfahren mit Schritt 2. In Schritt 2 wird ein in dem Chip im- plementierter Zähler überprüft, der die Anzahl von erfolgten Nutzungen der Daten angibt und auf eine zulässige Höchstzahl von Nutzungen begrenzt. Falls gemäß dem Zähler die zulässige Höchstzahl von Nutzungen bereits erreicht ist, wird in Schritt 3 der Zugriff auf die Daten im Massenspeicher verweigert. Falls gemäß dem Zähler die zulässige Höchstzahl von Nutzun- gen noch nicht erreicht ist, wird in Schritt 4 der Zugriff auf die Daten im Massenspeicher gewährt. Im Anschluss an Schritt 4 werden in Schritt 5 die Daten in einem Computer installiert und der Zähler im Chip des Datenträ¬ gers um eins hochgezählt (inkrementiert). Falls die Daten wieder deinstal¬ liert würden, würde der Zähler wieder um eins heruntergezählt (dekremen- tiert).
Der Chip, in dem der Zähler implementiert ist, ist typischerweise ein Mikro¬ prozessorchip mit einem Betriebssystem und einer oder mehreren Applika¬ tionen. Der Zähler wird typischerweise durch den Mikroprozessor, und ty- pischerweise unter Verwendung des Betriebssystems hochgezählt bzw. her¬ untergezählt. Der Zähler kann insbesondere wahlweise als Betriebssystem¬ funktion oder als Applikation in dem Chip implementiert sein.
Im Folgenden wird im Detail eine bevorzugte Ausführungsform eines erfin¬ dungsgemäßen Verfahrens zur Zugriffssicherung der Daten im Massenspei¬ cher eines Datenträgers mit einem Massenspeicher und einem Chip be¬ schrieben.
Der Datenträger ist eine DVD mit einem optischen Massenspeicher. Im opti¬ schen Massenspeicher sind Daten eines Programms abgespeichert, das im Speicher eines Computers installiert werden soll, um es nachfolgend auf dem Computer ablaufen zu lassen. Die Daten sind zumindest teilweise ver- schlüsselt. Die DVD hat im optischen Speicher weiter einen unverschlüssel¬ ten Bereich zum Booten der DVD. An der DVD ist, beispielsweise wie in Fig. 1 oder Fig. 4 dargestellt, ein Chip montiert. Im Chip ist ein Schlüssel zum Entschlüsseln der Daten im optischen Massenspeicher abgespeichert. Optio¬ nal ist im Chip eine PIN abgespeichert. Der Zugriff auf den Schlüssel im Chip ist mit einem erfindungsgemäßen Zustandskennzeichen abgesichert, das ebenfalls im Chip implementiert ist. Das Zustandskennzeichen ist ein Flag mit zwei Zuständen, gelöscht und gesetzt.
Für andere Arten von Datenträgern (CD, SC, CF, MMC) mit optischen oder elektronischen Massenspeichern, für andere Arten von Abspielgeräten für Datenträger, insbesondere für andere CD /DVD-Laufwerke wie z.B. CD/DVD -Laufwerke in CD/DVD- Abspielgeräten funktioniert das Verfah¬ ren analog.
Ein Nutzer, der das Programm in einem Computer installieren möchte, legt die DVD in das DVD-Laufwerk des Computers (bzw. Abspielgeräts etc.) ein. Aus dem unverschlüsselten Bereich des optischen Massenspeichers der DVD wird ein Installations-Programm (Start- bzw. Boot-Programm) hochgefahren, durch das eine erste Kommunikation mit der DVD ermöglicht wird.
Das Installations-Programm erkennt, dass eine Nutzungseinrichtung über ein DVD-Laufwerk versucht, auf die DVD zuzugreifen und verlangt vom Nutzer zunächst die Eingabe einer PIN. Bei alternativen Ausführungsformen ist eine PIN-Eingabe nicht erforderlich. Der Nutzer gibt bei der vorliegenden Ausführungsform die PIN über eine Tastatur ein, z.B. über die Tastatur des Computers. Bei einem Abspielgerät kann alternativ die PIN über Tasten ein¬ gegeben werden, die am Abspielgerät ohnehin vorhanden sind, oder das Abspielgerät weist ein oder mehrere zusätzliche Tasten auf.
Zur Überprüfung und Verifizierung der PIN muss auf den Chip der CD zu¬ gegriffen werden.
Gemäß einer ersten Alternative enthält das DVD-Laufwerk einen Chipleser (genauer ein Chip-Lese-Schreibgerät). In diesem Fall beginnt als nächstes der Chipleser die Kommunikation mit dem Chip der CD. Die Kommunikation kann kontaktlos oder kontaktbehaftet erfolgen.
Gemäß einer zweiten Alternative hat das DVD-Laufwerk keinen Chipleser. In diesem Fall wird der Nutzer aufgefordert, die DVD aus dem DVD- Laufwerk zu nehmen. Nachfolgend kontaktiert der Nutzer den Chip mit ei¬ nem kontaktbehafteten oder kontaktlosen Chipleser. Gemäß einer bevorzug¬ ten Variante wird ein kontaktloser Chipleser verwendet, der in den Compu¬ ter integriert ist. Weiter vorzugsweise ist der integrierte Chipleser über eine NFC-Schnittstelle kontaktierbar, die "automatisch" mit dem Chip in Kom¬ munikation tritt, sobald die DVD nahe genug angenähert worden ist.
Der Chipleser (intern oder extern) sendet die eingegebene PIN an den Chip. Im Chip werden die eingegebene PIN und die abgespeicherte PIN vergli-
chen. Wahlweise ist die PIN-Überprüf ung mit einem an sich bekannten Fehl¬ bedienungszähler gekoppelt, der die Anzahl falscher PIN-Eingaben regi¬ striert und bei zu häufiger falscher PIN-Eingabe den Chip sperrt.
Falls die PINs übereinstimmen, wird die Überprüfung des Zustandskennzei- chens ermöglicht. Bei Ausführungsformen des Verfahrens ohne PIN-Prüfung wird sofort mit der Überprüfung des Zustandkennzeichens begonnen, so¬ bald der Chip mit dem Chipleser angesprochen wird.
Das Zustandskennzeichen ist ein im Chip der CD implementiertes Flag. Das Flag wird nun mit dem Chipleser (intern oder extern) überprüft. Die DVD wird im vorliegenden Beispiel zum ersten Mal benutzt. Das Flag ist daher (noch) gelöscht, wodurch angegeben ist, dass eine (weitere) Nutzung der Daten zulässig ist.
Nachdem das Flag im Chip als gelöscht erkannt worden ist, geht die Kom¬ munikation auf das DVD-Laufwerk über, und die Daten aus dem optischen Massenspeicher werden in einen Zwischenspeicher gelesen, der sowohl für das DVD-Laufwerk als auch für den Chipleser zugänglich ist. Anschließend werden die Daten in den Chip gelesen. Im Chip werden die Daten mit dem Schlüssel entschlüsselt.
Die entschlüsselten Daten werden schließlich in den Computer installiert.
Sobald die Installation der Daten im Computer abgeschlossen ist, wird das Flag (Zustandskennzeichen) im Chip des Datenträgers gesetzt. Hierdurch wird kenntlich gemacht und erzielt, dass keine nochmalige Installation der Daten möglich ist. Bei alternativen Ausführungsformen wird das Flag an einem anderen Punkt im Verfahrensablauf gesetzt. Beispielsweise wird das
Flag alternativ gesetzt, nachdem die verschlüsselten Daten in den Zwischen¬ speicher gelesen worden sind. Alternativ wird das Flag gesetzt, nachdem die Daten entschlüsselt worden sind. Alternativ wird das Flag gesetzt, nachdem es überprüft und als gelöscht erkannt worden ist.
Dass die Daten nicht nochmals installiert werden können, wird beispielswei¬ se dadurch erzielt, dass, nachdem das gesetzte Flag erkannt worden ist, kein Zugriff auf den optischen Massenspeicher gewährt wird, so dass die Daten nicht zum Entschlüsseln aus dem optischen Massenspeicher ausgelesen wer- den können. Alternativ oder zusätzlich wird, nachdem das gesetzte Flag er¬ kannt worden ist, kein Zugriff auf den Schlüssel gewährt, so dass die ver¬ schlüsselten Daten zwar ggf. ausgelesen werden können, aber nicht ent¬ schlüsselt werden können.
Werden die Daten unter Verwendung des Datenträgers wieder von dem
Computer deinstalliert, wird das Flag wieder gelöscht, sobald die Deinstalla¬ tion abgeschlossen ist oder sobald zumindest vorbestimmte Teilschritte der Deinstallation abgeschlossen sind, so dass die Daten nicht mehr nutzbar sind. Dabei wird zur Deinstallation vorzugsweise eine im Datenträger im- plementierte Deinstallationsfunktion verwendet.
Bei alternativen Ausführungsformen ist an Stelle eines Flag ein Zähler in dem Chip installiert, der um eins hochgezählt (bzw. alternativ herunterge¬ zählt) wird, sobald die Installation der Daten abgeschlossen wird, und der um eins heruntergezählt (bzw. alternativ hochgezählt) wird, wenn die Daten wieder deinstalliert werden.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung, die in einer anderen, am selben Tag eingereichten Patentanmeldung beschrieben ist, ist der Datenträger zu-
sätzlich auf eine oder mehrere vorbestimmte Nutzungseinrichtungen perso¬ nalisiert, so dass die Nutzung des Datenträgers nur mit der bzw. den vorbe¬ stimmten Nutzungseinrichtung(en) möglich ist.