WO2004088238A1 - Minenschutzanordnung - Google Patents

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WO2004088238A1
WO2004088238A1 PCT/EP2004/003395 EP2004003395W WO2004088238A1 WO 2004088238 A1 WO2004088238 A1 WO 2004088238A1 EP 2004003395 W EP2004003395 W EP 2004003395W WO 2004088238 A1 WO2004088238 A1 WO 2004088238A1
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    • F41WEAPONS
    • F41HARMOUR; ARMOURED TURRETS; ARMOURED OR ARMED VEHICLES; MEANS OF ATTACK OR DEFENCE, e.g. CAMOUFLAGE, IN GENERAL
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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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    • F41H5/02Plate construction
    • F41H5/04Plate construction composed of more than one layer
    • F41H5/0442Layered armour containing metal

Abstract

Es wird eine polyvalente Minenschutzanordnung (2) gegen Blast (5) und gegen PLadungsprojektile (6) vorgeschlagen, die im wesentlichen aus einem drei Funktionsschichten (9, 10, 11) beinhaltenden Schichtaufbau aus metallischen, nichtmetallischen, elastomeren und/oder thermoplastischen Werkstoffen in einer solchen Anordnung und Dimensionierung besteht, dass die Bedrohung durch Minen aufgrund von Projektil und Blastwirkung kompensiert wird. Der Schichtaufbau ist zum Beispiel dem Bodenblech (1) eines Fahrzeugs bei einer adaptierten Lösung vorgeschaltet, bei einer adaptiert/integrierten Lösung vor und nach dem Bodenblech (1) angeordnet. Die für die Funktion des Minenschutzes wesentlichen Funktionsschichten umfassen eine den Bedrohungen (5) und (6) zugewandte erste Funktionsschicht (9), vorzugsweise aus Panzerstahlblech, gefolgt von einer mittleren zweiten Funktionsschicht (10) und eitler fahrzeugseitigen dritten Funktionsschicht (11). Die zweite Funktionsschicht (10) besteht aus einem energiedissipierenden und/oder energleverzehrenden Material bzw. Aufbau. Die Funktionsschichten (9, 10, 11) können jeweils mit einer Verbindungs bzw.Dämpfungsschicht (12, 13). verbunden sein oder durch Gleitschichten (12A, 13A) getrennt sein.

Description


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   Minenschutzanordnung Die Erfindung betrifft eine polyvalente Minenschutzanordnung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs   1.   



  Der Schutz von gepanzerten Fahrzeugen und insbesondere deren Insassen sowohl gegen Blast-als auch gegen projektilbildende Minen gewinnt zunehmend an Bedeutung, da insbesondere beim Einsatz in   Krisengebieten   mit Panzerminen gerechnet werden muss. 



  Es ist daher anzustreben, möglichst auch leichtere   Fahrzeug-Gewichtsklassen   so effizient wie möglich gegen Minenbedrohungen zu schützen. Dies gilt nicht nur für die Entwicklung neuer Fahrzeuge, sondern auch für die Nachrüstung bereits eingeführter Systeme. 



  Bei der Wirkung durch eine Minenexplosion sind vorrangig zwei Kriterien zu beachten : zum einen die Blast-oder Druckwelle durch die Detonation des Sprengstoffs und zum anderen die Durchschlagsleistung des bei Flachladungsminen gebildeten Projektils. 



  Weiterhin existieren Hohlladungsminen, wie beispielsweise die deutsche Mine AT   II,   deren Durchschlagsleistung so hoch ist, dass der Fahrzeugboden einschliesslich eines eventuell aufgebrachten Minenschutzes durchschlagen wird. Daher sollte ein guter Minenschutz gleichzeitig dazu geeignet sein, beim Durchdringen des Minenschutzes durch den HL-Strahl einen geringen Splitterkegel zu bewirken bzw. den Splitterlcegel im Bereich des Fahrzeuginnenraums einzugrenzen. 



  Bei der Ansprengung des Bodenbereichs eines gepanzerten Fahrzeugs, wie beispielsweise eines Schützen-oder Kampfpanzers, mit einer   Druckmine   (z. B. mit einer Sprengladung im Bereich von 5 kg bis 10 kg TNT-Äquivalent) erfolgt aufgrund der Blastwirkung eine dynamische Durchbiegung bzw. ein Durchschwingen des Fahrzeugbodens in einer Zeitspanne von etwa einer Millisekunde. Die Amplitude ist dabei von der Sprengladungsmasse, dem Abstand der Ladung von der Bodenstruktur und der Dicke des Fahrzeugbodens bzw. seiner Masse abhängig. Bei gepanzerten Fahrzeugen liegt diese dynamische Durchbiegung üblicherweise in der Grössenordnung von 200 mm bis 300   mm.   Dabei kann die Geschwindigkeit des durchschwingenden Fahrzeugbodens Spitzenwerte von über 300   m/s   erreichen.

   Weiterhin zieht die dynamische Durchbiegung des Fahrzeugbodens eine entsprechende dynamische Deformation der Seitenwände nach sich, sodass daran befestigte Geräte aus den Halterungen gerissen werden und unkontrolliert durch den 

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 Innenraum fliegen. Technisch optimal wäre daher eine Schutzmassnahme gegen derartige Minenbelastungen, welche die dynamische Durchbiegung des Fahrzeugbodens und damit auch die Belastung der Seitenwände verhindert oder zumindest ausreichend stark begrenzt. 



  In der US 4,   404, 889 wird   eine   Komposit-Panzerung   für gepanzerte Fahrzeuge und speziell für den Fahrzeugboden beschrieben, die im wesentlichen aus sieben Schichten und fünf   Grundmaterialien   besteht : einer äusseren Panzerstahlplatte, einer Honeycomb- Struktur, einer dünnen Stahlfolie, einer ballistischen Schutzschicht aus Kevlar, einer zweiten dünnen Stahlfolie,   Balsaholz   und einer inneren Panzerstahlplatte. Die Honeycomb-Struktur kann dabei mit Materialien gefüllt sein, die zusätzlich das Absorptionsvermögen gegenüber der Blastwirkung verstärken.

   Das Balsaholz wird bei der dynamischen Durchbiegung des   Komposit-Aufbaus   infolge der Blastwirkung komprimiert und schafft somit einen   Deformationsraum   für die vorgeschaltete ballistische Kevlar-Schutzschicht. 



  In der DE 197 34 950 C2 ist eine Minenschutzvorrichtung aus einem Schichtaufbau beschrieben, deren Hauptbestandteil eine Strukturelementplatte ist, die in Verbindung mit den anderen metallischen und nichtmetallischen Schichten in der Lage ist, die dynamische Durchbiegung eines Fahrzeugbodens und seine plastische Verformung zu verringern. 



  Durch die DE 29 34   050   Al ist eine   Verbundplatte   zur Panzerung von Fahrzeuginnen- räumen bekannt, die aus einem Aufbau aus zwei Panzerstahlplatten und einer Füllschicht aus Hartschaum oder Holz und Zwischenschichten aus GFK gebildet ist. 



  Ein mehrschichtiger Aufbau ist auch in der   DE-OS 22 01   637 offenbart, bei dem sich zwischen zwei Stahlschichten ein Verbundkörper aus Stahlfaservlies und Polyurethan- schaumstoff befindet. Die Stahlfasern können dabei auch in diverse andere Kunststoffe oder Mischpolymerisate eingebettet sein. 



  Als Stand der Technik ist somit davon auszugehen, dass   Sandwichaufbauten   aus unter-   schiedlichsten   Materialien und in einer Vielzahl von Anordnungen bekannt sind. Aller- dings beziehen sich diese Anordnungen allein auf die Aufgabenstellung, die Bedrohung durch eine   Blastmine   abzuwehren bzw. deren Wirkung auf das gepanzerte Fahrzeug zu minimieren. 

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  Demgegenüber beruht die Wirkung einer ebenfalls weit verbreiteten Art von Minen, der so genannten Flachladungsmine (FL-Mine) oder Minen aus projektilbildenden Ladungen (P-Ladungsmine) in erster Linie auf der hohen Durchschlagsleistung eines spreng- geformten Projektils, welches sich bei der Detonation einer Mine aus der Mineneinlage bildet. Diese Einlage besteht beispielsweise aus Weicheisen oder anderen metallischen Werkstoffen, die eine pyrotechnische Umformung zu einem Projektil gestatten. Bei der- artigen   FL-Minen   oder   P-Ladungsminen   ist die ballistische Beaufschlagung des Fahr-   zeugbodens   lokal ausgeprägter als bei reinen Blastminen. Die Belastung wird dabei in erster Linie von den Abmessungen, der Kontur und der   Auftreffgeschwindigkeit   des gebildeten Projektils bestimmt.

   Aufgrund der sehr hohen Projektilgeschwindigkeit in der Grössenordnung von 1.800 m/s bis über 2.000 m/s versagen bei derartigen   Bedrohungen   herkömmliche Minenschutzanordnungen, die nur gegen die   Blastbedrohung   konzipiert wurden. 



  Ausgehend von dem geschilderten Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, eine polyvalente Minenschutzanordnung dergestalt zu schaffen, dass die Bedrohung durch Panzerabwehrminen sowohl mit Blast-als auch Projektilwirkung nicht nur weitgehend kompensiert wird, sondern dass auch die verformte Zielfläche möglichst gering ist und sowohl die dynamische Durchbiegung als auch die bleibende Beule minimiert werden. 



  Diese Aufgabe wird durch eine Minenschutzanordnung mit den Merkmalen des Patent- anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben. 



  Bei der Entwicklung der erfindungsgemässen Minenschutzanordnung ist der Erfinder von den folgenden Überlegungen ausgegangen. 



  Ein   polyvalenter   Minenschutz muss grundsätzlich zwei Eigenschaften vereinen : die durch Blastwellen verursachte Energie bzw. Impulsübertragung in die   Fahrzeugstruktur   möglichst weitgehend, d. h. strukturverträglich zu kompensieren und die Durchschlags- fähigkeit eines aus der   P-Ladungseinlage   gebildeten Projektils abzufangen. Dabei ist natürlich auch beim Minenschutz davon auszugehen, dass sowohl der   Energieerhaltungs-   satz als auch der Impulserhaltungssatz gültig bleiben. 



  Obige Forderungen sind grundsätzlich mit homogenen Platten mit ideal elastisch- plastischem Verhalten zu erfüllen, d. h. einer wachsenden   Minenbedrohung   müsste lediglich eine zunehmende Plattendicke (Masse) bzw.   Strukturfestigkeit   gegenüberstehen. 



  Der Mangel an sich ideal verhaltenden Werkstoffen und die begrenzte Bereitstellung von 

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 Masse bei eingeschränkter Bautiefe seitens des zu schützenden Fahrzeugs bedingen technisch/physikalisch leistungsfähigere Lösungen, die insbesondere beim polyvalenten Minenschutz aufgrund der unterschiedlichen Bedrohungsarten die Beherrschung komplexer endballistischer Zusammenhänge voraussetzen. Hierbei muss auch beachtet werden, dass bei homogenen Blechen die scheibenartige Belastung seitens P-Ladungen zu sogenannten   Stanzdurchschlägen   führt, die nicht nur einen energetisch günstigen Panzer- durchschlag zulassen, sondern grundsätzlich auch mit sehr grossen Streuungen verbunden sind. Damit wäre der eigentlich benötigten Dicke noch eine   Sicherheitsmasse   nachzu- schalten.

   Da die Eindringtiefe bzw.   Durchschlagstiefe   mit der Auftreffenergie der Bedrohung mindestens linear ansteigt, scheiden homogene Lösungen entsprechend den obigen Überlegungen aus. Gleichzeitig ist auch die Bandbreite möglicher Bedrohungen beliebig gross. Ein polyvalenter Minenschutz muss daher auch weitgehend unabhängig von einzelnen bedrohungsspezifischen Parametern sein. Nicht zuletzt muss ein derartiger Minenschutz auch finanzierbar, d. h. allgemein und möglichst systemunabhängig einsetzbar sein. 



  Aufgrund der Massen-und Dickenbegrenzung muss ein leistungsfähiger Minenschutz also ein der homogenen Platte überlegenes dynamisches   Strukturverhalten   aufweisen und gleichzeitig die endballistische Durchschlagsleistung im Vergleich zu   Panzerstahl ver-   mindern. Zwar sind in den letzten Jahren bei der Abwehr von KE-Penetratoren relativ hohe   Massefaktoren   (Quotient der durchschlagenen äquivalenten Panzerstahl-Masse zur   durchschlagenen   Masse des betrachteten Ziels) in der Grössenordnung von 2 erzielt worden, die jedoch nur eingeschränkt auf die endballistische Leistung von projektil- bildenden Minen übertragen werden können.

   Auf der anderen Seite handelt es sich hier um extrem kurze (scheibenartige) Penetratoren, die insbesondere aufgrund ihrer hohen Auftreffgeschwindigkeit grossflächige dynamische Spitzenbelastungen erzeugen. Es gilt also, dem auftreffenden P-Ladungsprojektil Geschwindigkeit zu entziehen und gleich- zeitig die beaufschlagte Fläche möglichst rasch zu vergrössern. Weiterhin sollte die zielseitige Gegenkraft möglichst lange aufrechterhalten bleiben, um die energie- absorbierende Wirkung zu optimieren und um die   Impulsübertragung   zeitlich zu strecken. 



  Und dies alles unter der Voraussetzung einer möglichst geringen dynamischen als auch plastischen Beule auf der Innenseite des zu schützenden Fahrzeugs. Letztere Forderung setzt also zusätzlich zu den oben beschriebenen physikalisch/technischen Vorgängen auch noch eine hohe rückseitige Schutzwirkung bzw.   Strukturfestigkeit   voraus. 



  Damit sind die beim Aufbau eines polyvalenten Minenschutzes zu berücksichtigenden Kriterien definiert. Die vorliegende Erfindung setzt diese Überlegungen in technisch besonders wirkungsvoller Weise um, indem sie den einzelnen, oben beschriebenen 

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 Schutzkriterien grundsätzlich drei   Wirkungsebenen   bzw. Funktionsschichten zuweist, die den jeweiligen technischen Vorgaben optimal anzupassen sind. 



  Bei der Belastung eines Fahrzeugbodens durch den Blast einer Sprengladung oder durch das Projektil einer Flachladungsmine sind, wie oben dargelegt, die Massenträgheit der primär belasteten oder dynamisch zugeschalteten Strukturteile, die Fortpflanzung der Stoss-bzw.   Schockbelastung,   das plastische Arbeitsvermögen der einzelnen Schutz- komponenten, der Arbeitsweg (die Durchbiegung) des Fahrzeugbodens aufgrund der hohen Dynamik der Bewegung und die bleibende plastische Deformation die bestimmenden Parameter. 



  Nach den obigen Überlegungen sollte bei der Einleitung der dynamischen Belastung bzw. unmittelbar nach dem Impact sowohl bei Blast-als auch bei P-Ladungsminen den Wirkkomponenten der Mine (dem auftreffenden Teller bei   P-Ladungsminen)   grundsätzlich eine möglichst grosse Masse entweder über eine entsprechende Dichte oder eine ausreichende Dicke der zunächst beaufschlagten Materialschicht entgegenstehen. 



  Weiterhin ist die dynamische Zuschaltung der nachfolgenden Massen bzw. Schichten zu beachten, die in der Regel mit der entsprechenden   Wellenausbreitungsgeschwindigkeit   der beteiligten Materialien erfolgt. Eine Schlüsselrolle bei der Übertragung der Belastung mittels Stosswellen spielt hierbei die so genannte akustische Impedanz, das Produkt p x c, mit p als Dichte der beteiligten Werkstoffe und c als Schallausbreitungsgeschwindigkeit. 



  Dabei liefert der Quotient   (plxcl/p2xc2)   eine Aussage über den zwischen zwei Schichten 1 und 2 weitergegebenen bzw. reflektierten Energieanteil. 



  Nach dem Impulserhaltungssatz kann also bei einem Minenteller aus Stahl mit einer bestimmten Dicke mittels einer Abriebschicht (erste Funktionsschicht bzw. vorderstes Minenschutzblech) aus Stahl mit gleicher Dicke die Geschwindigkeit in etwa halbiert werden, beispielsweise von 2.000 m/s auf 1.000 m/s. Da die   Durchdringungsvorgänge   zeitlich zu strecken und eine möglichst grosse Flächenmasse dynamisch   zuzuschalten   sind, sollte das Dickenverhältnis erste Funktionsschicht/auftreffender Minenteller jedoch grösser als 1 sein, also   aufgrund fahrzeugspezifischer   Vorgaben möglichst zwischen   1   und 3 liegen.

   Damit wird die Geschwindigkeit des nun aus dem auftreffenden Minenprojektil und der   mitbeschleunigten   Masse der ersten Funktionsschicht gebildeten Gesamt- projektils im gleichen Verhältnis herabgesetzt. 



  Plastische Arbeit (innere Reibung) kann entweder durch eine homogene Komponente, z. B. eine dicke Platte mit ausreichend dynamisch-plastischem Verhalten, geleistet werden 

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 oder mittels konstruktiver Massnahmen. Ferner kann plastische Arbeit mittels eines Schichtaufbaus mit delaminierenden Komponenten oder mittels eingebrachter Ver- formungskörper oder auch Hohlräumen erfolgen. Diese Vorgänge werden der zentralen zweiten Funktionsschicht zugeordnet. In ihr wird das von der vorgeschalteten ersten Funktionsschicht umgestaltete Projektil abgefangen und dabei die eingeleitete Energie   dissipiert   bzw. der Impuls zeitlich verteilt.

   Auf diese Weise kann die nachfolgende   Stützebene   (dritte   Funktionsschicht)-unter   Umständen in Verbindung mit dem Fahr- zeugboden-die noch vorhandene Verformungsenergie aufnehmen. 



  Beim Abfangweg bzw. der belasteten Zieltiefe spielen die Zeit und der masseminimierte, d. h. kräfteoptimierte Einsatz der beteiligten Werkstoffe die entscheidende Rolle. Deshalb werden im Minenschutz häufig faserverstärkte Materialien insbesondere gegen P-   Ladungsminen   verwendet. Dabei gilt es aber zu berücksichtigen, dass sich derartige Stoffe ebenso wie polymere Materialien bei hohen Belastungsgeschwindigkeiten dynamisch sehr hart verhalten können. Dynamisch harte Stoffe erfahren in der Regel eine grossflächigere Zerstörung als etwa homogene Bleche aus Panzerstahl (vgl. jedoch obige Bemerkungen zu homogenen Minenschutzaufbauten). 



  Die erfindungsgemässe polyvalente Minenschutzanordnung kann mit dem Fahrzeug stationär, als sogenannte integrierte Lösung, verbunden sein. Alternativ kann sie auch als adaptierbarer Minenschutz ausgebildet sein, der erst bei Bedarf an einem Fahrzeug befestigt wird. Dies bietet den Vorteil, dass Fahrzeug und Minenschutzanordnung logistisch getrennt behandelt werden können und die Fahrzeuge erst beim Einsatz in einem durch Minen gefährdeten Gebiet mit der Minenschutzanordnung ausgerüstet werden.

   Eine derartige modulare, adaptive Bauweise ermöglicht zudem eine kurzfristige Anpassung bei sich ändernden Anforderungen oder technischen   Neuentwicklungen.   Der erfindungsgemässe Minenschutz kann aber auch aus einer gemischten Anordnung, d. h. einer aussen adaptierten und gleichzeitig in die innere   Fahrzeugstruktur   integrierten Anordnung bestehen, um in besonderem Masse den Gegebenheiten einer vorgegebenen Fahrzeugkonstruktion oder evtl. erforderlichen Nachrüstmassnahmen an existierenden Fahrzeugen gerecht zu werden. 



  Weitere Einzelheiten sind in der nachfolgenden Beschreibung der Zeichnungen enthalten, die Beispiele der Erfindung darstellen. Die Figuren zeigen nur die wesentlichen Merkmale der Erfindung. Sie sind deshalb in stark vereinfachter Form gezeichnet. Es zeigen : Figur 1 einen schematisierten Gesamtüberblick ; 

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 Figur 2 einen Schnitt durch eine grundsätzliche Minenschutzanordnung gemäss der 
Erfindung ; Figur 3 die Funktionsweise der polyvalenten Minenschutzanordnung ; 
Figur 4 einen Schnitt durch eine Minenschutzanordnung als adaptierte Anordnung ; Figur 5 einen Schnitt durch eine Minenschutzanordnung als integriert/adaptierte 
Anordnung ; Figur 6 einen Schnitt durch eine Minenschutzanordnung mit dem Fahrzeugwannenboden als dritter Funktionsschicht ; Figur 7 einen Schnitt durch eine aufgespaltete Minenschutzanordnung. 



  Figur 1 zeigt einen stark vereinfachten Aufbau des Minenschutzes mit den ent- sprechenden   Bedrohungen.   Dargestellt ist ein Fahrzeugboden 1 als Beispiel einer der Bedrohung durch die Minen zugewandten Wandung eines zu schützenden Objekts, mit einer vorgeschalteten   Minienschutzanordnung   2. Diese wird durch die Blastwelle 5 und/oder das P-Ladungsprojektil 6 beaufschlagt, die von unter einer Oberfläche (Boden) 3 liegenden   P-Ladungs-oder   Blast-Bedrohung 4 verursacht werden. Die Pfeile 7 und 8 symbolisieren die Ausbreitung der Bedrohung 5 bzw. 6. 



  In Figur 2 ist die erfindungsgemässe Minenschutzanordnung gegen beide Bedrohungsarten Blast-und P-Ladungsmine in ihrem prinzipiellen Aufbau dargestellt. Die erste Funktionsschicht 9 auf der Belastungsseite, d. h. die äussere und damit der Mine zugewandte Wand der Minenschutzanordnung 2 besteht beispielsweise aus einem Stahlblech. Diese erste Funktionsschicht 9 ist mindestens so zu wählen, wie es die   Systemvorgaben   für den Fahrzeugboden beispielsweise gegen Steinschlag oder Abrieb erfordern. Ausreichend hierfür wären Wandstärken von 4 mm bis 6 mm Panzerstahl bei einer Härte von 400 bis 500 HB.

   Gleichzeitig erfüllt die erste Funktionsschicht jedoch eine für die Schutzwirkung der gesamten   Minenschutzanordnung wichtige   Funktion der   Geschwindigkeitsreduzierung (vgl.   hierzu obige   Bemerkungen).   Selbstverständlich kommen hierfür auch andere hochfeste Materialien in Frage. Es ist jedoch davon auszugehen, dass hochwertige Bleche aus Panzerstahl hier das beste   Kosten/Leistungs-   verhältnis erbringen. Allgemein sollte die erste Funktionsschicht 9 aus einem Panzerstahl- blech oder einer hochfesten Metalllegierung mit einer Dicke von mindestens der stahl- 

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 äquivalenten Dicke der Einlage der projektilbildenden Mine 4, vorzugsweise von 4 mm bis 12 mm, bestehen. 



  In Figur 3 ist die Wirkungsweise einer zentralen zweiten Funktionsschicht 10 und der diese einschliessenden ersten und dritten Funktionsschichten 9 und 11 (in Verbindung mit dem Fahrzeugboden 1) für den Fall einer Bedrohung mittels eines P-Ladungsprojektils dargestellt. Durch das Mitbeschleunigen des   Plattenabschnitts   15 der als Erosions-bzw. 



  Abriebschicht dienenden ersten Funktionsschicht 9 seitens des Projektils 6 wird die durch den mittels des symbolisierten Bewegungspfeils 8 (Fig. 2) dargestellte Energie vermindert und gleichzeitig radial   ausgeweitet   (symbolisiert durch die Pfeile 8A). Gleichzeitig breitet sich in der zweiten Funktionsschicht 10 ein   Druckfeld   aus (Pfeile 8B), welches die Energie an die radiale Umgebung und die nachfolgende dritte   Funktionssschicht   11 (abzüglich des in der zweiten Funktionsschicht 10 zum betrachteten Zeitpunkt auf- gezehrten Energieanteils) weitergibt. Nach dem Prinzip actio   gleich reactio   werden auf die eindringenden Körper etwa gleiche Verzögerungskräfte ausgeübt.

   Die Pfeile 16 symbolisieren die dynamisch/mechanische Gegenkraft der dritten Funktionsschicht 11, eventuell verstärkt durch die Stützkraft des Bodens   1.   



  In einer weiteren Ausgestaltung eines   Minenschutzaufbaus   entsprechend der Erfindung können die Schichten 12,   13   zwischen den Funktionsschichten 9,10 und 11 auch als Gleitebenen 12A, 13A ausgebildet sein. Derartige Gleitebenen oder Gleitschichten werden entweder durch einfaches Aneinanderlegen der Ebenen oder mittels einge- brachter, ein Gleiten   unterstützender   Stoffe realisiert. 



  In der mittleren zweiten Funktionsschicht 10 erfolgt das eigentliche endballistische Abfangen des   P-Ladungsprojektils   bzw. des Blastes. Sie ist daher als zentrale Funktion- schicht gegen die Wirkungsweise der P-Ladung zu betrachten. Diese zweite Funktion- schicht 10 besteht aus einem Material, das unter hoher dynamischer Belastung plastisch fliess-bzw. mechanisch erosionsfähig bleibt, also optimale endballistische Schutz- leistungseigenschaften aufweist. Solche Materialien können beispielsweise Metalle oder Metalllegierungen sein. Sie können aber auch von Olefinen, Ölen, Fetten oder Wachs gebildet werden. Aufgrund der geschilderten Eigenschaft dieser zweiten Funktionsschicht 10 und ihrer relativ geringen Dichte kommen hierfür auch Thermoplaste oder Elastomere (z. B. Nylon, PC, PE, PP, Teflon, Gummi bzw.

   Polymere), faserverstärkte Materialien oder amorphe Stoffe wie z. B. Glas in Frage. Bei den letzen beiden Materialien kann nach erfolgter   Projektilbelastung   bzw. Abbremsung mittels Zerlegung oder Delamination Energie im Ziel abgebaut werden (vgl. hierzu aber obige Bemerkung bzgl. der dynamischen Härte derartiger Stoffe). 

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  Für die zweite Funktionsschicht 10 sind grundsätzlich auch metallische Schichten aus Aluminium-oder Magnesiumlegierungen, Weicheisen, Kupfer bis hin zu Tantal geeignet. 



  Gegossene Werkstoffe können aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften bezüglich Dämpfung und Gleitverhalten ebenfalls für die zweite Funktionsschicht 10 interessant sein. Weiterhin können durch Einbringung von   speziellen Körpern (z. B. Hohlkugeln   oder plastische Arbeit leistende Körper) in die Materialien der zweiten Funktionsschicht 10 die schockdämpfenden bzw.   stosswellendissipierenden   Eigenschaften noch verbessert werden. 



  Zur Vervollständigung soll noch erwähnt werden,   das's   die zweite Funktionsschicht 10 auch mehrschichtig aufgebaut und auch z. B. aus einer Kombination der oben auf- geführten Materialien gebildet werden kann. 



  Zwischen der ersten und der zweiten Funktionsschicht 9 und 10 kann sich eine Flächen- verbindungsschicht 12 befinden. Diese ist sowohl in der Lage, die Funktionsschichten so zu verbinden, dass während der dynamischen Durchbiegung diese Funktionsschichten miteinander verbunden bleiben, als auch für eine Dämpfung der Blastwirkung ent- sprechend den obigen Ausführungen zu sorgen und den Stanzeffekt des Projektils zu unterbinden. Als vorteilhaft bezüglich der Haftung während der   Minenbeaufschlagung   hat sich eine Gummischicht 12 erwiesen, wobei die Verbindung der einzelnen Funktions- schichten (hier 9 und 10) durch Vulkanisation eines speziellen CR-Kautschuks erfolgt. 



  Durch diese Flächenverbindungsschicht 12 können bei hoher dynamischer Belastung grosse seitliche Zugkräfte, die infolge der Durchbiegung der einzelnen Funktionsschichten entstehen, aufgenommen und damit der Zielmasse lateral dynamisch zugeschaltet werden. 



  Generell erlauben polymere Werkstoffe als Verbindungsschicht 12 infolge ihrer mannig- faltigen Rezeptureigenschaften ein hohes Mass an Anpassungsfähigkeit an die jeweilige Struktur. Geeignet für diese Verbindungsschicht 12 sind jedoch auch andere Kunststoffe wie z. B. Thermoplaste. Es ist auch denkbar, die Verbindungsschicht 12 aus dünnen metallischen oder nichtmetallischen Schichten/Folien zu fertigen, die ein besonders günstiges Impedanzverhalten aufweisen. 



  Die zweite Funktionsschicht 10 erfüllt somit primär die Aufgabe, das Durchstanzen oder Durchschlagen des Minenschutzes durch das FL-Projektil zu verhindern und die belastete Fläche möglichst weiter zu vergrössern. Sie verteilt aufgrund ihrer Fliessfähigkeit ins- besondere bei hochdynamischer Belastung, d. h. im Geschwindigkeitsbereich des P- Ladungsprojektils einschliesslich mitbeschleunigter   Zielmasse   von 1.000 m/s bis 500 m/s, die Last auf eine noch grössere Fläche. Dies ist mit einem weiteren Abbau der Durch- dringungsgeschwindigkeit verbunden. 

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  Nach der ersten und der zweiten Funktionsschicht 9 und 10 (mit den Verbindungsschichten 12 und 13 bzw. 12A und 13A) ist eine als Stützschicht bzw. weitere Energiekompensationsschicht dienende dritte Funktionsschicht 11 angeordnet   (vgl.   obige Erläuterungen). Hierbei spielen die Masse, die Härte und die dynamisch-mechanischen Eigenschaften des Materials eine entscheidende   Rolle für die nachfolgende Beulen-   bildung. Die dritte Funktionsschicht wird vorzugsweise aus Panzerstahl oder hochfesten Metallegierungen gebildet und stellt den fahrzeugseitigen Abschluss der erfindungsgemässen Minenschutzanordnung dar. 



  Zwischen der zweiten und der dritten Funktionsschicht 10 und 11 kann eine zweite Verbindungsschicht 13 angeordnet sein, die eine gleichartige Funktion wie die Verbindungsschicht 12 übernimmt. Dies wäre beispielsweise erforderlich, wenn die Minenschutzanordnung als adaptiertes Sandwich hergestellt werden soll (Verbindungsschicht zur nachfolgenden dritten Funktionsschicht 11). Es kann sich unter Umständen als zweckmässig erweisen, die beiden und   ggf.   weitere Zugflächen-Verbindungsschichten 12, 13 mit unterschiedlichen Materialien und Wandstärken auszuführen, je nachdem, ob der Dämpfung oder der Kraftübertragung in der jeweiligen Verbindungsschicht die grössere Rolle zugeordnet wird.

   Weiterhin können die   Verbindungsschichten   12A und 13A alternativ von Werkstoffen mit guten Gleiteigenschaften gebildet werden, um die Dissipation in der Funktionsschicht zu unterstützen. 



  Bestimmend für die Leistungsfähigkeit eines polyvalenten Aufbaus der Minenschutzanordnung ist aufgrund der vorgegebenen Belastung (z. B. 8 kg TNT-Äquivalent) die notwendige stahläquivalente Masse. In dieser Masse kann die fahrzeugseitig vorgegebene Bodenstruktur 1 zumindest teilweise enthalten sein. Aufgrund von experimentellen Leistungswerten konnten für Minenschutzanordnungen 2 der erfindungsgemässen Bauweise deutliche Vorteile gegenüber den bisher verwendeten und noch in der Entwicklung befindlichen, gegen Blast optimierten Minenschutzanordnungen festgestellt werden.

   So konnten bei entsprechenden Experimenten mit aussen angebrachten (adaptierten) Minenschutzaufbauten beide Bedrohungen mit vergleichbaren dynamischen Werten für die Durchbiegung und Bewegung des Fahrzeugbodens mit um den Faktor 1,5 bis 1,   8   geringeren   Gesamtschutzmassen   gegenüber einer reinen Stahllösung abgewehrt werden. 



  Auch eine Erhöhung der Bedrohung durch Flachladungsminen, beispielsweise durch   leistungsgesteigerte   Minen vom Typ TMRP 6 mit höherer Projektilgeschwindigkeit, lässt sich durch eine entsprechende Optimierung der erfindungsgemässen Minenschutzanordnung 2, insbesondere der zweiten Funktionsschicht 10, mit relativ geringem Masse- 

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 zuwachs abwehren. Dies ist mit herkömmlichen Bauweisen im Rahmen der Gewichts- limits gepanzerter Fahrzeuge nicht zu erreichen. 



  Figur 4 zeigt in Ergänzung zu Figur 2 einen Schnitt durch eine an den Fahrzeugboden   1   adaptierte Minenschutzanordnung 2. Die Verbindungsfläche 14 zwischen der Minen- schutzanordnung und dem Fahrzeugboden 1 kann dabei eine auch laterale Kräfte über- tragende Schicht sein oder eine reine Trennfläche zwischen Minenschutzanordnung und Fahrzeugboden darstellen. Die in Figur 2 gezeigten Funktionsschichten   9-11   sind in diesem Falle vor dem Fahrzeugboden   1   angeordnet. Ein solcher adaptierter Schichtaufbau kann fest mit dem Fahrzeugboden 1 verbunden sein oder erst vor Ort durch einfache mechanische Mitte befestigt werden. 



  Grundsätzlich kann die gemäss Figur 4 geschilderte adaptierte Anordnung auch durch eine adaptiert/integrierte Anordnung (Figur 5) ersetzt werden, bei der ein Teil der Funktions- schichten hinter der Belastungsseite, d. h. hinter dem äusseren Fahrzeugboden   1   im Innern des Fahrzeugs (integriert) und der übrige Teil der Funktionsschichten aussen am Boden des Fahrzeugs   1   (adaptiert) angebracht sind. In diesem Falle sollten mindestens die erste Funktionsschicht (Abriebschicht) 9, die Verbindungsschicht (Dämpfung) 12 und die zweite Funktionsschicht 10 aussen vor dem Fahrzeugboden 1 angebracht und die dritte Funktionsschicht   (Energiekompensationsschicht   11) dem Fahrzeugboden   1   nachgeordnet sein.

   Eine solche Anordnung ist dann besonders vorteilhaft, wenn der Fahrzeugboden aus Panzerstahl relativ dünn ist und über diesem Boden die Einbringung der dritten Funktionsschicht 11 problemlos erfolgen kann. 



  Sämtliche in den Figuren dargestellten und in der Beschreibung erläuterten Einzelheiten sind für die Erfindung wichtig. Dabei ist es ein Merkmal der Erfindung, dass alle geschilderten Einzelheiten in beliebiger Weise einfach oder mehrfach kombiniert werden können und dadurch jeweils einen individuell angepassten polyvalenten Minenschutz ergeben. 



  In Figur 6 stellt der Fahrzeugboden   1   sowohl die Stütz-als auch die Energie- kompensationsebene dar, sodass die dritte Funktionsschicht 11 entfallen kann. In diesem Beispiel ist die erste Funktionsschicht in eine äussere Abriebschicht 9A und eine nachfolgende innere Vorschotte   9B   aufgeteilt. Eine derartige Anordnung kann zur Verbesserung der   Mitbeschleunigung   von Strukturelementen dienen, indem ein frühes Stanzen verhindert wird. 

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  Figur 7 zeigt schliesslich einen Schnitt durch eine aufgespaltete Minenschutzanordnung 2, bei der sich zwischen dem Fahrzeugboden 1 und der dritten Funktionsschicht (Energiekompensationsschicht) 11 ein Zwischenraum 17 als Beispiel einer allgemeinen Zwischenschicht, die eine dynamische Beulung der dritten Funktionsschicht 11 aufnimmt oder zulässt, befindet. Dieses Beispiel ist repräsentativ für fahrzeugseitig bedingte Vorgaben. 



  Solche Zwischenräume 17 sind   derart einzuplanen, dass   die geschilderte   Gesamtfunktion   der Minenschutzanordnung entsprechend der vorliegenden Erfindung nicht gravierend gestört wird. Gegebenenfalls müssen hier konstruktive Zusatzmassnahmen ergriffen werden. 



  Es ist ferner möglich, zwischen den Funktionsschichten Zwischenräume vorzusehen, in denen bevorzugt stützende Einrichtungen oder   Schichten/Materialien   vorgesehen sind, um die Leistungsfähigkeit der Minenschutzanordnung weiter zu verbessern. 



  In allen oben beschriebenen Ausführungsformen kann die aus der Minenschutzanordnung der Erfindung aufgebaute Fläche ein-oder mehrteilig ausgebildet sein. Ausserdem besteht die Möglichkeit, die aus der Minenschutzanordnung aufgebaute Fläche eben, gekrümmt oder abgekantet auszubilden, zu der Wandung oder der Aussenkontur des Objekts parallel verlaufen oder mit dieser einen Winkel einschliessen zu lassen, und/oder mit einer ungleichenlstufenartigen Dickenverteilung zu bilden. 

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   Liste der Bezeichnungen 1 Fahrzeugboden 2 Minenschutzanordnung 3 Boden 4   Minenbedrohung   5 Blastwelle 6 P-Ladungsprojektil 7 Ausbreitungsrichtung der   Blastwelle   8 Wirkrichtung des P-Ladungsprojektils 8A Pfeile für eindringendes P-Ladungsprojektil 8B Pfeile für sich in 2 ausbreitendes Druckfeld, bedingt durch 8A 9 erste Funktionsschicht (Abriebschicht) 9A äussere Abriebschicht 9B innere Vorschotte 10 zweite Funktionsschicht 11 dritte Funktionsschicht (Stütz-und Energiekompensationsschicht) 12 Schicht bzw. Fläche zwischen 9 und 10 12A Gleitschicht zwischen 9 und 10 13 Schicht bzw.

   Fläche zwischen 10 und 11 13A Gleitschicht zwischen 10 und 11 14 Trennfläche zwischen   1   und 11 15 durch 6 mitbeschleunigtes Plattensegment von 9 16 Pfeile, Stützwirkung des Fahrzeugbodens gegenüber 2   symbolisierend   17 Zwischenraum

Claims

Patentansprüche
1. Minenschutzanordnung (2), bestehend aus einem Schichtaufbau mehrerer Schichten, zum Schutz eines Objekts gegen eine Bedrohung durch Minen (4), die an einer der Bedrohung zugewandten Wandung (1) des Objekts angebracht ist bzw. anbringbar ist, gekennzeichnet durch eine der Bedrohung zugewandte erste Funktionsschicht (9) aus einem Panzerstahlblech oder einer hochfesten Metall-Legierung mit einer Dicke von mindestens der stahläquivalenten Dicke der Einlage der projektilbildenden Mine, eine mittlere zweite Funktionsschicht (10) aus einem Material, das unter dynamischer Belastung plastisch fließfähig bzw. mechanisch erosionsfähig bleibt, und eine nachfolgende dritte Funktionsschicht (11) aus einem Panzerstahlblech oder einer stahläquivalenten Anordnung aus verschiedenen Materialen einer solchen Dicke, dass die dritte Funktionsschicht (11) zusammen mit der Wandung (1) des Objekts eine stahläquivalente Dicke von mindestens 25 mm besitzt.
2. Minenschutzanordnung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Minenschutzanordnung (2) mit dem zu schützenden Objekt bzw. dessen Wandung (1) fest verbunden bzw. integriert ist.
3. Minenschutzanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Minenschutzanordnung (2) zumindest teilweise als separates Bauteil gefertigt ist und mit dem zu schützenden Objekt bzw. dessen Wandung (1) fest oder lösbar verbindbar ist.
Minenschutzanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die komplette Minenschutzanordnung (2) an der der Bedrohung zugewandten
Seite der Wandung (1) angebracht ist bzw. anbringbar ist.
Minenschutzanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil (11) der Minenschutzanordnung (2) an der der Bedrohung abgewandten Seite der Wandung (1) und ein anderer Teil (9, 10) an der der Bedrohung zugewandten Seite der Wandung (1) angebracht ist bzw. anbringbar ist.
6. Minenschutzanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die erste, die zweite und die dritte Funktionsschicht (9, 10, 11) durch elastomere, Zugkräfte übertragende Verbindungs- bzw. Dämpfungsschichten (12) und (13) verbunden sind.
7. Minenschutzanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Funktionsschichten (9, 10, 11) Gleitschichten (12A, 13A) vorgesehen sind.
8. Minenschutzanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Funktionsschicht (10) aus metallischen Werkstoffen, faserverstärkten Materialien, gegossenen metallischen Werkstoffen, elastomeren Stoffen oder aus thermoplastischen, flüssigen oder pastösen Materialien oder einer Kombination mehrerer dieser Werkstoffe gebildet ist.
9. Minenschutzanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Funktionsschicht (10) stoßdämpfende und/oder stoßwellen- dissipierende, hohle oder massive Körper enthält.
10. Minenschutzanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Funktionsschicht (9) und die zweite Funktionsschicht (10) ein- oder mehrschichtig ausgebildet sind.
11. Minenschutzanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Funktionsschicht (11) aus Stahl, Leichtmetall oder einem anderen
Material hoher dynamischer Steifigkeit besteht.
12. Minenschutzanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der dritten Funktionsschicht (11) und der Wandung (1) des zu schützenden Objekts eine Zwischenschicht (17) vorgesehen ist, die eine dynamische Beulung der dritten Funktionsschicht (11) aufnimmt oder zulässt.
13. Minenschutzanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass sich zwischen den Funktionsschichten Zwischenräume befinden.
14. Minenschutzanordnung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass in den Zwischenräumen stützende Einrichtungen oder Schichten/Materialien vorgesehen sind.
15. Minenschutzanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die aus der Minenschutzanordnung (2) aufgebaute Fläche ein- oder mehrteilig ausgebildet ist.
16. Minenschutzanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die aus der Minenschutzanordnung (2) aufgebaute Fläche eben, gekrümmt oder abgekantet ist, zu der Wandung (1) oder der Außenkontur des Objekts parallel verläuft oder mit diesem einen Winkel einschließt, und/oder eine ungleiche/ stufenartige Dickenverteilung aufweist.
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