-
Die Erfindung betrifft eine Vakuumpumpe, bei der es sich insbesondere um eine Vorvakuumpumpe handelt und die einen Schöpfraum mit rotierenden pumpaktiven Elementen sowie einen Elektromotor mit einem Rotor und einem Stator aufweist. Der Rotor des Elektromotors ist über eine Rotorwelle mit den rotierenden pumpaktiven Elementen verbunden, um diese anzutreiben.
-
Vakuumpumpen, die im Grob- und Feinvakuumbereich arbeiten und häufig als Vorvakuumpumpen bezeichnet werden, weisen häufig rotierende pumpaktive Elemente auf, die während des Betriebs der Vakuumpumpe in Öl laufen. Beispiele solcher Vakuumpumpen sind Drehschieberpumpen und Wälzkolbenpumpen. Bei diesen Vakuumpumpen treten rotierende Drehschieber bzw. rotierende Wälzkolben mit Innenwänden eines Schöpfraums der Vakuumpumpe bzw. auch miteinander in Kontakt.
-
Durch das Öl wird die Reibung zwischen den rotierenden pumpaktiven Elementen und den Innenwänden und gegebenenfalls auch zwischen den rotierenden pumpaktiven Elementen verringert. Aufgrund der verringerten Reibung treten eine verringerte Abnutzung und ein verringerter Verschleiß innerhalb der Vakuumpumpe auf. Viele solcher Vorvakuumpumpen können ferner ohne die Verwendung eines Schmiermittels im Schöpfraum nicht sinnvoll betrieben werden.
-
Während des Betriebs einer solchen Vakuumpumpe und vor allem auch während deren Stillstand kann jedoch möglicherweise zu viel Öl in einen Raumbereich eines Elektromotors der Vakuumpumpe gelangen, der zum Antreiben der rotierenden pumpaktiven Elemente vorgesehen ist. Bei einem Start der Vakuumpumpe wird dieses Öl, das sich im Raumbereich des Elektromotors befindet, mittels eines Rotors des Elektromotors in Drehung versetzt. Dadurch verteilt sich das Öl sozusagen wie ein Wirbel zwischen dem Rotor und einem Stator des Elektromotors. Aufgrund dieses Ölwirbels ist eine erhöhte Leistungsaufnahme des Elektromotors zum Antreiben der Vakuumpumpe bzw. deren rotierender pumpaktiver Elemente erforderlich. Außerdem sorgt der Ölwirbel für eine zusätzliche Erwärmung der Vakuumpumpe.
-
Eine Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Vakuumpumpe anzugeben, bei der die Menge eines Schmiermittels, das in einem Raumbereich eines Elektromotors der Vakuumpumpe gelangt, kontrolliert und begrenzt werden kann.
-
Diese Aufgabe wird durch eine Vakuumpumpe mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen angegeben.
-
Die erfindungsgemäße Vakuumpumpe, bei der es sich insbesondere um eine Vorvakuumpumpe handelt, umfasst einen Schöpfraum mit rotierenden pumpaktiven Elementen und einen Elektromotor, der einen Rotor und einen Stator aufweist. Der Rotor des Elektromotors ist über eine Rotorwelle mit den rotierenden pumpaktiven Elementen verbunden, um diese anzutreiben. Der Rotor und/oder der Stator des Elektromotors weisen eine Förderstruktur auf, die ausgebildet ist, ein Schmiermittel aus einem Raumbereich des Elektromotors in den Schöpfraum zu transportieren.
-
Der Elektromotor ist beispielsweise als bürstenloser Gleichstrommotor ausgebildet. Der Rotor des Elektromotors umfasst vorzugsweise Permanentmagnete, die in diesen eingebunden sein können, während der Stator des Elektromotors Elektromagnete umfasst, die in eine Vergussmasse eingebunden sein können.
-
Die rotierenden pumpaktiven Elemente der Vakuumpumpe bewegen sich bevorzugt innerhalb des Schöpfraums in dem Schmiermittel, beispielsweise in Öl. Wie eingangs erwähnt, wird dadurch die Reibung zwischen den rotierenden pumpaktiven Elementen und beispielsweise Innenwänden des Schöpfraums sowie auch zwischen den rotierenden pumpaktiven Elementen verringert.
-
Der Schöpfraum und der Raumbereich des Elektromotors sind innerhalb der Vakuumpumpe bevorzugt separiert, beispielsweise durch Innenwände der Vakuumpumpe. Es ist jedoch insbesondere keine Dichtung, wie z.B. ein O-Ring, zwischen dem Schöpfraum und dem Raumbereich des Elektromotors vorgesehen, um den Verschleiß innerhalb der Vakuumpumpe aufgrund der Reibung an einer solchen Dichtung zu verhindern.
-
Da die Förderstruktur, die an dem Rotor oder an dem Stator des Elektromotors oder an beidem angeordnet sein kann, dafür vorgesehen ist, das Schmiermittel aus dem Raumbereich des Rotors wieder zurück in den Schöpfraum zu transportieren, wird mittels der Förderstruktur die Menge des Schmiermittels kontrolliert und begrenzt, die sich in dem Raumbereich des Elektromotors befindet. Falls überschüssiges Öl aus dem Schöpfraum in den Raumbereich des Elektromotors gelangt, beispielsweise während eines Stillstands der Vakuumpumpe, transportiert die Förderstruktur das überschüssige Schmiermittel aus dem Raumbereich des Elektromotors heraus zurück in den Schöpfraum. Die Förderstruktur verleiht dem Schmiermittel im Betrieb der Vakuumpumpe innerhalb des Raumbereichs des Elektromotors insbesondere eine Vorzugsrichtung, die direkt oder indirekt in Richtung des Schöpfraums verläuft.
-
Da die Menge des Schmiermittels, die sich maximal im Raumbereich des Elektromotors befinden kann, aufgrund der Förderstruktur begrenzt ist, ist auch die Leistungsaufnahme und die Wärmeentwicklung innerhalb des Raumbereichs des Elektromotors begrenzt, die beispielsweise aufgrund einer Verwirbelung des Schmiermittels innerhalb des Raumbereichs des Elektromotors durch überschüssiges Schmiermittel erhöht sein könnte. Mit anderen Worten werden eine erhöhte Leistungsaufnahme und eine erhöhte Wärmeentwicklung innerhalb des Raumbereichs des Elektromotors aufgrund der Förderstruktur verhindert, da diese das überschüssige Schmiermittel aus dem Raumbereich des Elektromotors heraustransportiert.
-
Dies ist vor allem unmittelbar nach dem Einschalten der Vakuumpumpe relevant, falls sich überschüssiges Schmiermittel während des Stillstands der Vakuumpumpe im Raumbereich des Elektromotors angesammelt hat. Mittels der Förderstruktur kann das überschüssige Schmiermittel nach dem Start der Vakuumpumpe schnell aus dem Raumbereich des Elektromotors heraus transportiert werden, wodurch Leistungsaufnahme und Wärmeentwicklung innerhalb der Vakuumpumpe anschließend verringert werden.
-
Gemäß einer Ausführungsform ist die Förderstruktur an einer Außenfläche des Rotors angeordnet. Eine solche Anordnung erleichtert das Anbringen oder Herstellen der Förderstruktur, da der Rotor des Elektromotors vor der Montage der Vakuumpumpe als separates Teil gefertigt werden kann.
-
Insbesondere sind Permanentmagnete des Rotors innerhalb der Förderstruktur angeordnet, wenn sich diese an der Außenfläche des Rotors befindet. Die Permanentmagnete können innerhalb des Rotors vergossen und sozusagen "vergraben" sein, so dass die Permanentmagnete von außen nicht mehr sichtbar sind.
-
Innerhalb der Vakuumpumpe definiert eine Drehachse der Rotorwelle eine axiale Richtung, wobei sich der Rotor um diese axiale Richtung dreht. Rechtwinklig zur axialen Richtung verläuft eine radiale Richtung innerhalb der Vakuumpumpe. Die radiale Richtung verläuft somit von der Drehachse der Rotorwelle weg nach außen.
-
Wenn die Permanentmagnete des Rotors innerhalb der Förderstruktur angeordnet sind, können die Permanentmagnete somit radial innerhalb der Förderstruktur angeordnet sein.
-
Die Förderstruktur kann die gesamte Außenfläche des Rotors abdecken. An dem Rotor kann daher die gesamte zur Verfügung stehende Fläche für die Förderstruktur ausgenutzt werden. Dadurch kann die Wirksamkeit der Förderstruktur optimiert werden.
-
Alternativ oder zusätzlich kann die Förderstruktur an einer Innenfläche des Stators angeordnet sein. Die Förderstruktur kann bei einer solchen Ausführungsform wiederum vor der Montage der Vakuumpumpe auf einfache Weise an dem Stator als separates Teil angebracht bzw. bereitgestellt werden.
-
Der Stator kann Elektromagnete aufweisen, die außerhalb der Förderstruktur angeordnet sein können, wenn sich diese an der Innenfläche des Stators befindet. Dies kann wiederum bedeuten, dass die Elektromagnete des Stators radial außerhalb der Förderstruktur angeordnet sind. Spulen der Elektromagnete können bei einer solchen Ausführungsform in dem Stator vergossen sein. Die Förderstruktur kann daher bei einer solchen Ausführungsform in oder an einer Vergussmasse des Stators gebildet sein.
-
Vorzugsweise deckt die Förderstruktur denjenigen Teil der Innenfläche des Stators ab, welcher dem Rotor gegenüberliegt. Bei dieser Ausführungsform ist die Förderstruktur folglich nur in einem solchen Bereich angeordnet, in welchem die Drehung des Rotors während des Betriebs der Vakuumpumpe wirksam ist. Somit erstreckt sich die Förderstruktur in diesem Fall lediglich über eine minimale erforderliche Fläche. Dadurch lässt sich der Aufwand bei der Herstellung der Förderstruktur verringern. Die Förderstruktur erstreckt sich insbesondere in der axialen Richtung entlang der Rotorwelle in einem Bereich, in welchem die Magnete des Rotors angeordnet sind.
-
Alternativ kann die Förderstruktur die gesamte Innenfläche des Stators abdecken. Dadurch kann die maximal zur Verfügung stehende Fläche an dem Stator für die Förderstruktur ausgenutzt werden.
-
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist die Förderstruktur gewindeartig ausgebildet. Ein Gewinde der Förderstruktur kann bei dieser Ausführungsform eine Gewindetiefe von 0,1 mm bis 0,4 mm aufweisen. Durch die gewindeartige Ausbildung der Förderstruktur verleiht diese dem Schmiermittel eine Vorzugsrichtung durch den Verlauf des Gewindes. Diese Vorzugsrichtung verläuft insbesondere aus dem Raumbereich des Elektromotors heraus, und zwar bevorzugt direkt oder indirekt in Richtung des Schöpfraums der Vakuumpumpe. Anhand einer Ganghöhe und der Gewindetiefe des Gewindes der Förderstruktur kann dessen Wirksamkeit festgelegt und optimiert werden.
-
Ferner kann die der Förderstruktur gegenüberliegende Fläche des Stators oder des Rotors glatt ausgebildet sein. Wenn die Förderstruktur gewindeartig ausgebildet ist, ergibt sich für diese bei einer glatten gegenüberliegenden Fläche eine ähnliche Funktionalität wie bei einer Holweckpumpstufe. Eine glatte gegenüberliegende Fläche bezogen auf die Förderstruktur vereinfacht die Herstellung des Elektromotors der Vakuumpumpe.
-
Die Vakuumpumpe kann ferner einen Rückführungskanal für das Schmiermittel umfassen, der den Raumbereich des Elektromotors mit dem Schöpfraum verbindet. Bei einer solchen Ausführungsform kann die Förderstruktur beispielsweise derart als Gewinde gestaltet sein, dass das Schmiermittel zu einem Einlass des Rückführkanals transportiert wird, um über diesen weiter in den Schöpfraum geleitet zu werden. Der Rückführungskanal kann somit eine definierte Rückführung des Schmiermittels ermöglichen, beispielsweise in ein Schmiermittelreservoir, das mit dem Schöpfraum verbunden sein kann.
-
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist ein Bereich zwischen dem Schöpfraum und dem Elektromotor frei von einer Dichtung. Wie bereits erwähnt, ist der Schöpfraum dennoch von dem Elektromotor der Vakuumpumpe separiert, beispielsweise durch eine Innenwand bzw. Trennwand. Es wird bei dieser Ausführungsform somit auf eine abschließende Dichtung wie etwa einen O-Ring verzichtet, welche den Schöpfraum gegenüber dem Elektromotor vakuumdicht verschließen würde. Der Elektromotor befindet sich bei dieser Ausführungsform folglich in einem evakuierten Bereich innerhalb der Vakuumpumpe, d.h. in einem Bereich, in dem Unterdruck bezogen auf den Atmosphärendruck in der Umgebung der Vakuumpumpe herrscht.
-
Die Vakuumpumpe ist vorzugsweise als Drehschieberpumpe ausgebildet. Alternativ kann die Vakuumpumpe als Wälzkolbenpumpe ausgebildet sein.
-
Nachfolgend wird die Erfindung beispielhaft anhand vorteilhafter Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren beschrieben. Es zeigen, jeweils schematisch:
- Fig. 1
- eine Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Vakuumpumpe,
- Fig. 2
- einen Rotor für die Vakuumpumpe von Fig. 1, der eine Förderstruktur für ein Schmiermittel aufweist, und
- Fig. 3
- einen Stator für die Vakuumpumpe von Fig. 1, der eine Förderstruktur für ein Schmiermittel aufweist.
-
Fig. 1 zeigt eine Vakuumpumpe 100 in einer vereinfachten, schematischen Darstellung. Die Vakuumpumpe 100 umfasst einen Schöpfraum 110, in dem rotierende pumpaktive Elemente 112 angeordnet sind. Der Schöpfraum ist in Fig. 1 nur schematisch mittels einer gestrichelten Linie dargestellt und kann in der Realität eine komplexe innere Struktur aufweisen.
-
Während des Betriebs der Vakuumpumpe 100 wird mittels der rotierenden pumpaktiven Elemente 112 ein Fluid, beispielsweise ein Gas, das über einen Einlass 114 in den Schöpfraum 110 eintritt, in dem Schöpfraum 110 komprimiert und zu einem nicht dargestellten Auslass der Vakuumpumpe 100 gefördert. Die rotierenden pumpaktiven Elemente 112 drehen sich um eine Rotorwelle 116.
-
Die Vakuumpumpe 100 weist ferner einen Elektromotor 120 auf. Über die Rotorwelle 116 sind die pumpaktiven Elemente 112 mit dem Elektromotor 120 verbunden. Der Elektromotor 120 ist als bürstenloser Gleichstrommotor ausgebildet und umfasst einen Rotor 130 sowie einen Stator 140. Insgesamt befinden sich die Elemente des Elektromotors 120, die den Rotor 130 und den Stator 140 umfassen, in einem Raumbereich 122, der mittels einer Trennwand 150 von dem Schöpfraum 110 der Vakuumpumpe 100 separiert ist.
-
Die Rotorwelle 116 ist an geeigneten Positionen in axialer Richtung gelagert, d.h. beispielsweise mittels mindestens zweier Wälzlager (nicht dargestellt). Ferner umfassen der Schöpfraum 110 und der Raumbereich 122 geeignete Dichtungen gegenüber einer äußeren Umgebung der Vakuumpumpe 100, wobei diese Dichtungen ebenfalls der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt sind.
-
Mittels des Elektromotors 120 werden die rotierenden pumpaktiven Elemente 112 angetrieben bzw. in Drehung versetzt. Der Rotor 130 umfasst zu diesem Zweck Permanentmagnete 132, die innerhalb einer Außenfläche 134 des Rotors 130 angeordnet und sozusagen innerhalb des Rotors "vergraben" sind. Mit anderen Worten sind die Permanentmagnete 132 in einer Vergussmasse 136 des Rotors 130 vergossen, so dass die Permanentmagnete 132 von außen nicht sichtbar sind.
-
Der Stator 140 umfasst Elektromagnete 142. Sobald Spulen der Elektromagnete 142 mit Strom beaufschlagt werden, versetzt bekanntermaßen das Magnetfeld der Elektromagnete 142 den Rotor 130 durch eine magnetische Wechselwirkung mit den Permanentmagneten 132 in Drehung. Dadurch werden die pumpaktiven Elemente 112 in dem Schöpfraum 110, die mit dem Rotor 130 des Elektromotors 120 über die Rotorwelle 116 verbunden sind, ebenfalls in Drehung versetzt.
-
Die Elektromagnete 142 befinden sich außerhalb einer Innenfläche 144 des Stators 140 und sind in eine Vergussmasse 146 des Rotors 140 eingebunden. Die Elektromagnete 142 sind daher ebenso wie die Permanentmagnete 132 des Rotors 130 von außen nicht sichtbar.
-
Die Rotorwelle 116 dreht sich zusammen mit den pumpaktiven Elementen 112 und dem Rotor 130 um eine Drehachse 118, entlang derer sich die Rotorwelle 116 erstreckt. Die Drehachse 118 definiert eine axiale Richtung innerhalb der Vakuumpumpe 100. Eine radiale Richtung innerhalb der Vakuumpumpe 100 verläuft hingegen senkrecht zu der Drehachse 118 von der Rotorwelle 116 weg. Die Permanentmagnete 132 des Rotors 130 befinden sich somit radial innerhalb der Außenfläche 134 des Rotors 130, während sich die Elektromagnete 142 des Stators 140 radial außerhalb der Innenfläche 144 des Rotors befinden.
-
Während des Betriebs der Vakuumpumpe 100 bewegen sich die pumpaktiven Elemente 112 innerhalb des Schöpfraums 112 in einem Schmiermittel 160, bei dem es sich im vorliegenden Ausführungsbeispiel um Öl handelt. Fig. 1 zeigt einen Zustand im Stillstand der Vakuumpumpe 100, in welchem sich das Öl 160 bis zu einem Ölniveau oder Ölpegel 162 in einem unteren Bereich der Vakuumpumpe 100 ansammelt. Der Ölpegel 162 ist in Fig. 1 durch eine strichpunktierte Linie veranschaulicht.
-
Wie man in Fig. 1 erkennen kann, befindet sich das Öl 160 im Stillstand der Vakuumpumpe 100 auch innerhalb des Raumbereichs 122 des Elektromotors 120 und sammelt sich dort ebenfalls bis zum Ölpegel 162. Dies ist unter anderem dadurch bedingt, dass in der Vakuumpumpe 100 auf eine vakuumdichte Abdichtung zwischen dem Schöpfraum 110 und dem Raumbereich 122 des Elektromotors 120 verzichtet wird, d.h. im Bereich der Trennwand 150. Wenn eine Dichtung beispielsweise an der Rotorwelle 116 im Bereich der Trennwand 150 angeordnet wäre, z.B. in Form eines O-Rings, würden Reibung und Verschleiß an einer solchen Dichtung auftreten. Dadurch würden die Leistungsfähigkeit und die Dauer bis zu einer notwendigen Wartung der Vakuumpumpe 100 eingeschränkt werden.
-
Ohne eine solche Dichtung im Bereich der Trennwand 150 gelangt jedoch Öl 160 über einen Spalt 152 in der Trennwand 150 im Bereich der Rotorwelle 116 aus dem Schöpfraum 110 in den Bereich 122 des Elektromotors 120. Beim Start der Vakuumpumpe 100 wird das Öl 160, das sich in dem Bereich 122 des Elektromotors 120 befindet, durch die Drehung des Rotors 130 ebenfalls in Drehung versetzt. Dadurch verteilt sich das Öl sozusagen wie ein Wirbel zwischen dem Rotor 130 und dem Stator 140. Aufgrund des Ölwirbels tritt eine erhöhte Leistungsaufnahme des Elektromotors 120 beim Antreiben der rotierenden pumpaktiven Elemente 112 auf. Ferner bewirkt der Ölwirbel eine zusätzliche Erwärmung der Vakuumpumpe 100.
-
Um dies zu verhindern und die Leistungsfähigkeit der Vakuumpumpe 100 zu verbessern, weist der Rotor 130 oder der Stator 140 des Elektromotors 120 eine Förderstruktur 120 auf, die jeweils in Fig. 2 bzw. Fig. 3 dargestellt ist. Die Förderstruktur 200 ist dafür vorgesehen, während des Betriebs der Vakuumpumpe 100 das Öl 160 aus dem Bereich 122 des Elektromotors in den Schöpfraum 110 zu transportieren.
-
Bei einer ersten Ausführungsform, die in Fig. 2 dargestellt ist, ist die Förderstruktur 200 in der Form eines Gewindes 210 an der Außenfläche 134 des Rotors 130 angeordnet. Die dem Gewinde 210 gegenüberliegende Innenfläche 144 des Rotors 140 ist bei dieser Ausführungsform glatt ausgebildet. Das Gewinde 210 an dem Rotor 130 wirkt daher zusammen mit der glatten Innenfläche 144 (vgl. Fig. 1) des Stators 140 wie eine Holweckpumpstufe.
-
Bei einer zweiten Ausführungsform, die in Fig. 3 dargestellt ist, ist die Förderstruktur 200 hingegen an der Innenfläche 144 des Stators 140 in der Form eines Gewindes 220 ausgebildet. Bei dieser Ausführungsform von Fig. 3 ist die Außenfläche 134 des Rotors 130 glatt ausgebildet, so dass das Gewinde 220 an der Innenfläche 144 des Stators 140 zusammen mit der glatten Außenfläche 134 (vgl. Fig. 1) des Rotors 130 wiederum wie eine Holweckpumpstufe wirkt.
-
Im Betrieb der Vakuumpumpe 100 verleiht das Gewinde 210, 220 bei beiden Ausführungsformen dem Öl 160 (vgl. Fig. 1), das in dem Raumbereich 122 des Elektromotors 120 vorhanden ist, durch die Drehung des Rotors 130 eine Vorzugsrichtung 230 in Richtung des Schöpfraums 110. Diese Vorzugsrichtung 230 ist in den Fig. 1 bis 3 durch den Pfeil 230 veranschaulicht.
-
Aufgrund seiner Vorzugsrichtung 230 bewegt sich das Öl 160 in Richtung des Schöpfraums 110, d.h. innerhalb des Raumbereichs 122 des Elektromotors 120 in Richtung eines Rückführungskanals 170, der den Raumbereich 122 des Elektromotors 120 mit dem Schöpfraum 110 verbindet. Über den Rückführungskanal 170 gelangt das Öl durch die Wirkung der Förderstruktur 200 wieder zurück in den Schöpfraum 110. Damit das Öl 160 nicht in den Raumbereich 122 des Elektromotors 120 zurückströmen kann, ist ein Rückschlagventil 172 in dem Rückführungskanal 170 vorgesehen.
-
Bei beiden Ausführungsformen von Fig. 2 und Fig. 3 weist das Gewinde 210 bzw. 220 der Förderstruktur 200 eine Gewindetiefe zwischen 0,1 mm und 0,4 mm auf. In Fig. 1 ist ferner der Abstand in radialer Richtung zwischen der Außenfläche 134 des Rotors 130 und der Innenfläche 144 des Stators 140 übertrieben groß dargestellt. In der Praxis weist dieser Abstand eine Größe von lediglich etwa 0,5 mm bis 1,0 mm auf.
-
Aufgrund der Rückführung des Öls 160 während des Betriebs der Vakuumpumpe 100 mittels der Förderstruktur 200 wird die Menge des Öls 160 kontrolliert und begrenzt, die während des Betriebs der Vakuumpumpe 100 in dem Raumbereich 122 des Elektromotors 120 verbleibt. Dadurch lässt sich eine Ansammlung von überschüssigem Öl 160 in dem Raumbereich 122 des Elektromotors 120 verhindern, wodurch die Leistungsfähigkeit der Vakuumpumpe 100 und deren Wärmehaushalt verbessert werden.
-
Im Ausführungsbeispiel von Fig. 1 ist die Vakuumpumpe 100 als Drehschieber-Vakuumpumpe ausgebildet. Dies bedeutet, dass die rotierenden pumpaktiven Elemente 112 mindestens einen Drehschieber umfassen, dessen Außenfläche mit einer Innenfläche des Schöpfraums 110 in Kontakt gelangt und dabei eine Schmierung mittels des Öls 160 benötigt. Alternativ kann die Vakuumpumpe 100 auch als Wälzkolbenpumpe ausgebildet sein. Die vorstehenden Ausführungen gelten ferner für sämtliche Pumpen, bei denen rotierende pumpaktive Elemente in einem Schmiermittel wie etwa Öl laufen und die einen bürstenlosen Gleichstrommotor aufweisen.
Bezugszeichenliste
-
- 100
- Vakuumpumpe
- 110
- Schöpfraum
- 112
- rotierende pumpaktive Elemente
- 114
- Einlass
- 116
- Rotorwelle
- 118
- Drehachse
- 120
- Elektromotor
- 122
- Raumbereich des Elektromotors
- 130
- Rotor des Elektromotors
- 132
- Permanentmagnet des Rotors
- 134
- Außenfläche des Rotors
- 136
- Vergussmasse des Rotors
- 140
- Stator des Elektromotors
- 142
- Elektromagnet des Stators
- 144
- Innenfläche des Stators
- 146
- Vergussmasse des Stators
- 150
- Trennwand
- 152
- Spalt innerhalb der Trennwand
- 160
- Schmiermittel bzw. Öl
- 162
- Ölpegel
- 170
- Rückführungskanal
- 172
- Rückschlagventil
- 200
- Förderstruktur
- 210
- Gewinde an der Außenfläche des Rotors
- 220
- Gewinde an der Innenfläche des Stators
- 230
- Vorzugsrichtung des Öls