EP4780661A1 - Optisch variables sicherheitselement mit farbkippendem interferenzschichtelement, wertgegenstand und herstellungsverfahren - Google Patents

Optisch variables sicherheitselement mit farbkippendem interferenzschichtelement, wertgegenstand und herstellungsverfahren

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EP4780661A1
EP4780661A1 EP24765417.1A EP24765417A EP4780661A1 EP 4780661 A1 EP4780661 A1 EP 4780661A1 EP 24765417 A EP24765417 A EP 24765417A EP 4780661 A1 EP4780661 A1 EP 4780661A1
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EP24765417.1A
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Maik Rudolph Johann SCHERER
Kai Hermann SCHERER
Axel Sauer
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein optisch variables Sicherheitselement (12) zur Absicherung von Sicherheitspapieren, Wertdokumenten und anderen Wertgegenständen, mit zumindest einem farbkippenden, mehrschichtigen Interferenzschichtelement (22) mit einer Reflektorschicht (28), zumindest einer Absorberschicht (24) und zumindest einer dielektrischen Abstandsschicht (26), die zwischen der Reflektorschicht (28) und der zumindest einen Absorberschicht (24) angeordnet ist, wobei das mehrschichtige Interferenzschichtelement (22) mit seinem Schichtaufbau einen intrinsischen Farbkippeffekt mit einer ersten Farbe bei einer ersten Betrachtungsrichtung und einer unterschiedlichen zweiten Farbe bei einer zweiten Betrachtungsrichtung erzeugt. Erfindungsgemäß ist dabei vorgesehen, dass oberhalb und/oder unterhalb des zumindest einen mehrschichtigen Interferenzschichtelements (22) eine farbselektive Streuschicht (30, 32) angeordnet ist, die durch Risse (34) und/oder Lufteinschlüsse erzeugte nanoskalige Brechungsindexvariationen aufweist, und die durch ihre farbselektive Streuung den intrinsischen Farbkippeffekt des zumindest einen mehrschichtigen Interferenzschichtelements (22) modifiziert, so dass das Sicherheitselement einen Farbkippeffekt zwischen einer dritten Farbe bei der ersten Betrachtungsrichtung (40) und einer unterschiedlichen vierten Farbe bei der zweiten Betrachtungsrichtung (42) zeigt, wobei sich die dritte Farbe von der ersten Farbe im Farbton und/oder der Farbreinheit unterscheidet und/oder sich die vierte Farbe von der zweiten Farbe im Farbton und/oder der Farbreinheit unterscheidet.

Description

Optisch variables Sicherheitselement mit farbkippendem
Interferenzschichtelement, Wertgegenstand und Herstellungsverfahren
Die Erfindung betrifft ein optisch variables Sicherheitselement zur Absicherung von Sicherheitspapieren, Wertdokumenten und anderen Wertgegenständen, mit zumindest einem farbkippenden, mehrschichtigen Interferenzschichtelement. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Sicherheitselements und einen entsprechend ausgestatteten Wertgegenstand.
Wertgegenstände, wie etwa Sicherheitspapier, Wert- oder Ausweisdokumente, werden zur Absicherung oft mit Sicherheitselementen versehen, die eine Überprüfung der Echtheit des Wertgegenstands gestatten und die zugleich als Schutz vor unerlaubter Reproduktion dienen. Eine besondere Rolle bei der Echtheitsabsicherung spielen Sicherheitselemente mit betrachtungswinkelabhängigen Effekten, da diese selbst mit modernsten Kopiergeräten nicht reproduziert werden können. Die Sicherheitselemente werden dabei mit optisch variablen Elementen ausgestattet, die dem Betrachter unter unterschiedlichen Betrachtungswinkeln einen unterschiedlichen Bildeindruck vermitteln und beispielsweise je nach Betrachtungswinkel einen anderen Färb- oder Helligkeitseindruck und/ oder ein anderes graphisches Motiv zeigen.
Dabei werden oft Sicherheitselemente mit mehrschichtigen Dünnschichtelementen eingesetzt, deren Farbeindruck sich für den Betrachter mit dem Betrachtungswinkel ändert (im Folgenden als Farbkippeffekt bezeichnet). Als für den Farbeffekt hauptsächlich verantwortliche Schicht enthalten die Dünnschichtelemente eine dünne Dielektrikumsschicht, die typischerweise zwischen einer Absorberschicht und einer Reflexionsschicht angeordnet ist. Diese Dünnschichtelemente stellen Interferenzschichtelemente dar, bei denen die in Reflexion erzeugten Farben durch Interferenzen des an verschiedenen Teilschichten des Elements reflektierten Lichtstrahlen erzeugt werden. Mit solchen Interferenzschichtelementen können daher nur bestimmte, mit den physikalischen Interferenzbedingungen kompatible Farbwechsel erzeugt werden. Teilweise entstehen die erzeugten Farben auch durch Farbmischung von Spektralfarben, beispielsweise von Rot und Blau und zeigen dann oft ein dunkles und wegen der fehlenden Farbreinheit wenig attraktives Erscheinungsbild.
Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Sicherheitselement anzugeben, das die Nachteile des Stands der Technik vermeidet und das insbesondere die Erzeugung von Farbkippeffekten mit neuartigen Farbwechseln oder mit Farbwechseln zwischen Farben hoher Farbreinheit ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Die Erfindung enthält ein optisch variables Sicherheitselement zur Absicherung von Sicherheitspapieren, Wertdokumenten und anderen Wertgegenständen.
Das Sicherheitselement enthält zumindest ein farbkippendes, mehrschichtiges Interferenzschichtelement mit einer Reflektorschicht, zumindest einer Absorberschicht und zumindest einer dielektrischen Abstandsschicht, die zwischen der Reflektorschicht und der zumindest einen Absorberschicht an- geordnet ist. Das mehrschichtige Interferenzschichtelement erzeugt mit seinem Schichtaufbau einen intrinsischen Farbkippeffekt mit einer ersten Farbe bei einer ersten Betrachtungsrichtung und einer unterschiedlichen zweiten Farbe bei einer zweiten Betrachtungsrichtung.
Oberhalb und/ oder unterhalb des zumindest einen mehrschichtigen Interferenzschichtelements ist eine farbselektive Streuschicht angeordnet, die durch Risse und/ oder Lufteinschlüsse erzeugte nanoskalige Brechungsindexvariationen aufweist und durch ihre farbselektive Streuung den intrinsischen Farbkippeffekt des zumindest einen mehrschichtigen Interferenzschichtelements modifiziert. Das Sicherheitselement zeigt daher einen Farbkippeffekt zwischen einer dritten Farbe bei der ersten Betrachtungsrichtung und einer unterschiedlichen vierten Farbe bei der zweiten Betrachtungsrichtung, wobei sich die dritte Farbe von der ersten Farbe im Farbton und/ oder der Farbreinheit unterscheidet und/ oder sich die vierte Farbe von der zweiten Farbe im Farbton und/ oder der Farbreinheit unterscheidet.
Der Farbkippeffekt des Sicherheitselements insgesamt wird im Rahmen diese Beschreibung zur Unterscheidung von dem intrinsischen Farbkippeffekt des Interferenzschichtelements auch als extrinsischer Farbkippeffekt bezeichnet. Der extrinsische Farbkippeffekt entsteht als Kombinationseffekt durch die Beeinflussung und Änderung des intrinsischen Farbkippeffekts durch die farbselektive Streuschicht. Dies erlaubt insbesondere eine gezielte Veränderung der ersten und/ oder zweiten Farbe hin zu Farben größerer Farbreinheit bzw. zu Farben, die durch Interferenzeffekte alleine nicht erzeugt werden können. Als nanoskalige Brechungsindexvariationen sind im Rahmen dieser Anmeldung Brechungsindexvariationen auf einer Längenskala unterhalb der Wellenlänge des sichtbaren Lichts, also unterhalb von 380 nm, insbesondere unterhalb von 300 nm bezeichnet.
Das Sicherheitselement kann eine oder mehrere farbselektive Streuschichten) enthalten. Aussagen, die in dieser Beschreibung für eine farbselektive Streuschicht gemacht werden, gelten bei Gestaltungen mit mehreren farbselektiven Streuschichten für zumindest eine der farbselektiven Streuschichten oder vorteilhaft sogar für alle farbselektive Streuschichten.
In einer vorteilhaften Gestaltung weist das Sicherheitselement genau eine farbselektive Streuschicht auf, die oberhalb oder unterhalb des zumindest einen mehrschichtigen Interferenzschichtelements angeordnet ist. In einer gegenwärtig besonders bevorzugten Gestaltung weist das Sicherheitselement zwei farbselektive Streuschichten auf, die auf gegenüberliegenden Seiten einer Trägerfolie vorliegen und die beide oberhalb oder unterhalb des zumindest einen mehrschichtigen Interferenzschichtelements angeordnet sind. Die beiden farbselektiven Streuschichten sind dabei vorzugsweise mit identischen Eigenschaften, insbesondere bezüglich Material, Schichtdicke und Dichte der Risse bzw. Lufteinschlüsse, ausgebildet.
Gemäß einer bevorzugten Gestaltung ist die farbselektive Streuschicht von einem dichtmaschigen, zusammenhängenden Netz von Risskanten durchzogen. Die Risskanten weist insbesondere eine Breite unterhalb der Wellenlänge des sichtbaren Lichts, also unterhalb von 380 nm, insbesondere unterhalb von 300 nm auf. Eine farbselektive Streuschicht mit Rissen wird nachfolgend auch oft als Rissschicht bezeichnet. Anstelle oder zusätzlich zu Rissen kann die farbselektive Streuschicht auch eine Vielzahl von Lufteinschlüssen aufweisen, die insbesondere Abmessungen unterhalb der Wellenlänge des sichtbaren Lichts, also unterhalb von 380 nm, insbesondere unterhalb von 300 nm aufweisen.
Die farbselektive Streuschicht ist mit Vorteil aus einer rissbildenden Beschichtung gebildet, vorzugsweise in Form einer Dispersion, insbesondere einer kolloidalen Dispersion. Gut geeignet sind dabei beispielsweise Dispersionen aus SiCh -Nanopartikeln oder aus Acrylharz-Nanopartikeln. Darüber hinaus kann die rissbildende Beschichtung auf einem in Lösung vorliegenden Polymer basieren. Eine solche Polymer-Lösung wird auf eine Trägerfolie aufgebracht, insbesondere aufgedruckt, so dass ein dünner Polymerfilm entsteht, der während des Trocknens Risse ausbildet.
Die Riss-Bildung hängt dabei von der Wahl der Rohstoffe, der Wahl des Materials der Trägerfolie, der Schichtdicke der rissbildenden Beschichtung und von den Trocknungsparametern ab. Die Schichtdicke der rissbildenden Beschichtung liegt bevorzugt zwischen 10 nm und 5 gm. Die Breite der Risse liegt vorteilhaft im Bereich von 150 nm bis 300 nm. Die Abmessungen der durch Risse getrennten Schollen können größer sein, liegen aber mit besonderem Vorteil ebenfalls überwiegend im Bereich von 150 nm bis 300 nm.
In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung ist die farbselektive Streuschicht durch eine rissige Acrylatbeschichtung gebildet.
Weitere vorteilhafte Gestaltungen der farbselektiven Streuschicht finden sich in den Druckschriften WO 2016/19258 Al und EP 4 013 188 Al, deren Offenbarungsgehalt insoweit in die vorliegende Anmeldung aufgenommen wird. Die zumindest eine dielektrische Abstandsschicht des Interferenzschichtelements ist vorteilhaft aus SiCh, TiCh, ZnS, MgF oder AI2O3 gebildet ist und weist eine Schichtdicke zwischen 100 nm und 500 nm auf. Sind in dem mehrschichtigen Interferenzschichtelement zwei dielektrische Abstandsschichten vorgesehen, so sind diese vorteilhaft aus demselben Material und mit derselben Schichtdicke gebildet.
Die Reflektorschicht ist vorzugsweise aus Aluminium, einer Aluminium-Ei- sen-Legierung, einer Eisen-Legierung oder Silber gebildet. Die zumindest eine Absorberschicht ist mit Vorteil aus Chrom, einer Eisen-Legierung, einer Chrom-Eisen-Legierung oder Titan gebildet. Sind in dem mehrschichtigen Interferenzschichtelement zwei Absorberschichten vorgesehen, so sind diese vorteilhaft aus demselben Material gebildet. Das Sicherheitselement kann auch mehr als eine Reflexionsschicht enthalten, wie weiter unten genauer erläutert.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist bei dem intrinsischen Farbkippeffekt des mehrschichtigen Interferenzschichtelements die erste Farbe ein Blau und die zweite Farbe ein dunkles Rot geringer Farbreinheit, während bei dem extrinsischen Farbkippeffekt des Sicherheitselements die dritte Farbe ein verglichen mit der ersten Farbe helleres Blau und die vierte Farbe ein verglichen mit der zweiten Farbe helleres und farbreineres Rot ist. Die Angabe "helleres Blau" bezeichnet im Rahmen dieser Beschreibung kein Blau höherer Strahlungsintensität, sondern meint ein helleres, leichteres bzw. pastelligeres blaues Erscheinungsbild der Farbe.
Ein Farbkippeffekt Blau-Rot ist in zahlreichen Anwendungsfällen gewünscht. Herkömmliche, auf dem intrinsischen Farbkippeffekt der Interferenzschichtelemente beruhende Gestaltungen leiden aber insbesondere unter einem dunklen Rot geringer Farbreinheit bei schräger Betrachtung, das oft nur schwer erkennbar und visuell wenig attraktiv ist.
Bei einer anderen, ebenfalls vorteilhaften Ausgestaltung ist bei dem intrinsischen Farbkippeffekt des mehrschichtigen Interferenzschichtelements die erste Farbe Gold und die zweite Farbe Grün, während bei dem extrinsischen Farbkippeffekt des Sicherheitselements die dritte Farbe Orange und die vierte Farbe Grün oder Gelb ist. Ein Farbkippeffekt mit einem solchen Farbwechsel ist mit herkömmlichen Gestaltungen nicht ohne weiteres zu verwirklichen.
Bei einer weiteren, ebenfalls vorteilhaften Ausgestaltung ist bei dem intrinsischen Farbkippeffekt des mehrschichtigen Interferenzschichtelements die erste Farbe Magenta und die zweite Farbe Grün, während bei dem extrinsischen Farbkippeffekt des Sicherheitselements die dritte Farbe Rot und die vierte Farbe Grün oder Gelb ist. Ein Farbkippeffekt mit einem solchen Farbwechsel ist mit herkömmlichen Gestaltungen nicht ohne weiteres zu verwirklichen.
Die erste Betrachtungsrichtung ist vorzugsweise eine senkrechte Betrachtungsrichtung und die zweite Betrachtungsrichtung eine schräge Betrachtungsrichtung von 45°.
In einer vorteilhaften Erfindungsvariante enthält das Sicherheitselement eine Trägerfolie und ein großflächig auf die Trägerfolie aufgebrachtes Dünn- schichtelement, das durch ein einziges der genannten Interferenzschichtelemente gebildet ist. Das Sicherheitselement kann dann insbesondere ein Foliensicherheitselement, wie etwa einen Sicherheitsfaden, ein Sicherheitsband oder einen Sicherheitspatch darstellen. Das Dünnschichtelement ist dabei vorteilhaft durch ein dreischichtiges Interferenzschichtelement mit einer Reflektorschicht, einer Absorberschicht und einer zwischen der Reflektorschicht und der Absorberschicht angeordneten dielektrischen Abstandsschicht gebildet.
Die farbselektive Streuschicht bzw. die farbselektive Streuschichten sind bei dieser Erfindungsvariante vorteilhaft direkt auf der Trägerfolie aufgebracht. Mit besonderem Vorteil sind zwei, auf gegenüberliegenden Seiten der Trägerfolie vorliegende farbselektive Streuschichten vorgesehen.
Das Dünnschichtelement ist mit Vorteil auf einer der farbselektiven Streuschicht gegenüberliegenden Hauptfläche der Trägerfolie aufgebracht, oder ist auf die oder auf eine der farbselektiven Streuschichten aufgebracht, so dass die farbselektive Streuschicht zwischen der Trägerfolie und dem Dünnschichtelement liegt.
Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung enthält das Sicherheitselement zusätzlich eine Prägelackschicht mit einer eingeprägten Reliefstruktur, die mit dem genannten Dünnschichtelement beschichtet ist. Der Farbkippeffekt des Dünnschichtelements ist dann mit einem von der Reliefstruktur erzeugten Bildmotiv kombiniert.
Besonders vorteilhafte Aufbauten enthalten die Schichtenfolge: erste farbselektive Streuschicht - Trägerfolie - zweite farbselektive Streuschicht - Dünnschichtelement oder die Schichtenfolge: erste farbselektive Streuschicht - Trägerfolie - zweite farbselektive Streuschicht - Prägelackschicht mit Reliefstruktur - Dünnschichtelement. Die farbselektiven Streuschichten stellen dabei vorteilhaft rissige Acrylatbeschichtungen dar. In einer vorteilhaften Weiterbildung enthält das Sicherheitselement eine lasierende Farbschicht mit roter Körperfarbe, die vorzugweise auf der Trägerfolie, dem großflächigen Dünnschichtelement oder einer farbselektiven Streuschicht aufgebracht ist.
In einer anderen, ebenfalls vorteilhaften Erfindungsvariante enthält das Sicherheitselement eine Druckschicht, die in einem Bindemittel eine Vielzahl von farbkippenden, plättchenförmigen Pigmenten enthält, die jeweils ein genanntes Interferenzschichtelement aufweisen. Das Sicherheitselement kann in dieser Variante insbesondere ein auf einem Wertgegenstand aufgebrachtes Druckelement darstellen, aber auch ein Foliensicherheitselement, wie etwa einen Sicherheitsfaden, ein Sicherheitsband oder einen Sicherheitspatch.
Die plättchenförmigen Pigmente weisen dabei vorteilhaft jeweils ein mindestens fünfschichtiges Interferenzschichtelement mit einer äußeren ersten Absorberschicht, einer ersten dielektrischen Abstandsschicht, einer zentralen Reflektorschicht, einer zweiten dielektrischen Abstandsschicht und einer äußeren zweiten Absorberschicht. Die plättchenförmigen Pigmente sind dabei mit Vorteil symmetrisch aufgebaut, so dass die beiden Absorberschichten und die beiden dielektrischen Abstandsschichten jeweils aus demselben Material gebildet sind und gleiche Schichtdicken aufweisen.
Für eine magnetische Ausrichtung und/ oder die maschinelle Erfassung ihrer magnetischen Eigenschaften können die plättchenförmigen Pigmente insbesondere auch mindestens eine Magnetschicht enthalten. So kann eine zusätzliche Magnetschicht in den Aufbau eingefügt werden und/ oder die Absorber- und/ oder Reflektorschicht können aus magnetischem Metall oder einer magnetischen Legierung gebildet sein. Die Magnetschicht kann auch eine mittlere Schicht im Schichtaufbau der plättchenförmigen Pigmente bilden, die, falls die Magnetschicht nicht selbst hochreflektierend ist, zweckmäßig von zwei Reflexionsschichten sandwichartig eingeschlossen wird. Das Sandwich aus Reflexionsschicht, Magnetschicht und zweiter Reflexionsschicht kann dann wie oben beschrieben auf jeder Seite mit einer dielektrischen Abstandsschicht und einer Absorberschicht versehen sein, um ein vorzugsweise symmetrisches Interferenzschichtelement zu bilden.
Die farbselektive Streuschicht ist bei dieser Erfindungsvariante vorteilhaft in einer Überlackierung der genannten Druckschicht ausgebildet.
Bei einer vorteilhaften Weiterbildung enthält das Sicherheitselement eine lasierende Farbschicht mit roter Körperfarbe, die vorzugweise auf der Druckschicht mit den farbkippenden, plättchenförmigen Pigmenten oder einer farbselektiven Streuschicht aufgebracht ist.
Die Erfindung enthält auch einen Wertgegenstand, insbesondere ein Sicherheitspapier, ein Wertdokument oder ein Ausweisdokument mit einem Sicherheitselement der beschriebenen Art.
Die Erfindung enthält schließlich auch ein Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitselements der beschriebenen Art, bei dem zumindest ein farbkippendes, mehrschichtiges Interferenzschichtelement bereitgestellt wird, das eine Reflektorschicht, zumindest eine Absorberschicht und zumindest eine dielektrische Abstandsschicht, die zwischen der Reflektorschicht und der zumindest einen Absorberschicht angeordnet ist, aufweist, wobei das mehrschichtige Interferenzschichtelement mit seinem Schichtaufbau einen intrinsischen Farbkippeffekt mit einer ersten Farbe bei einer ersten Betrachtungsrichtung und einer unterschiedlichen zweiten Farbe bei einer zweiten Betrachtungsrichtung erzeugt, oberhalb und/ oder unterhalb des zumindest einen mehrschichtigen Interferenzschichtelements eine farbselektive Streuschicht angeordnet wird, die durch Risse und/ oder Lufteinschlüsse erzeugte nanoskalige Brechungsindexvariationen aufweist, und die durch ihre farbselektive Streuung den intrinsischen Farbkippeffekt des zumindest einen mehrschichtigen Interferenzschichtelements modifiziert, so dass das Sicherheitselement einen Farbkippeffekt zwischen einer dritten Farbe bei der ersten Betrachtungsrichtung und einer unterschiedlichen vierten Farbe bei der zweiten Betrachtungsrichtung zeigt, wobei sich die dritte Farbe von der ersten Farbe im Farbton und/ oder der Farbreinheit unterscheidet und/ oder sich die vierte Farbe von der zweiten Farbe im Farbton und/ oder der Farbreinheit unterscheidet.
Bei einer vorteilhaften Erfindungsvariante wird dabei eine Trägerfolie bereitgestellt und auf eine oder auf beide Seiten der Trägerfolie eine rissbildende Beschichtung aufgebracht, insbesondere aufgedruckt. Anschließend wird auf die beschichtete Trägerfolie großflächig ein Dünnschichtelement aufgebracht, das durch ein einziges der genannten Interferenzschichtelemente gebildet ist. Die Teilschichten des Dünnschichtelements können dazu beispielsweise in einem im PVD-Verfahren auf gedampft werden. Die rissbildende Beschichtung reißt beim Trocknen oder beim Aufbringen des Dünnschichtelements auf und bildet eine Rissschicht mit einem dichtmaschigen, zusammenhängenden Netz von Riss-Kanten. Bei einer anderen, vorteilhaften Erfindungsvariante wird zur Herstellung des Sicherheitselements eine Sicherheitsdruckfarbe verwendet, die in einem Bindemittel eine Vielzahl von farbkippenden, plättchenförmigen Pigmenten enthält, die jeweils ein genanntes Interferenzschichtelement aufweisen. Mit einer solchen Sicherheitsdruckfarbe wird direkt auf einem Zielwertgegenstand oder auf einem Zwischenträger eine Druckschicht aufgebracht. Auf die Druckschicht wird dann eine farbselektive Streuschicht aufgebracht, insbesondere aufgedruckt. Beispielsweise kann eine rissbildende Beschichtung aufgebracht werden, die beim Trockner reißt und dadurch ein dichtmaschiges, zusammenhängendes Netz von Riss-Kanten ausbildet.
In allen Erfindungsvarianten kommt beim Aufdrucken der farbselektiven Streuschicht vorteilhaft Tiefdruck, Flexodruck oder ein Inkjet-Verfahren zum Einsatz
Weitere Ausführungsbeispiele sowie Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand der Figuren erläutert, bei deren Darstellung auf eine maßstabs- und proportionsgetreue Wiedergabe verzichtet wurde, um die Anschaulichkeit zu erhöhen.
Es zeigen:
Fig. 1 schematisch eine Banknote mit zwei optisch variablen Sicherheitselementen nach Ausführungsbeispielen der Erfindung,
Fig. 2 schematisch den Schichtaufbau des ersten Sicherheitselements der Fig. 1 im Querschnitt, Fig. 3 ein Diagramm zur Illustration des Zustandekommens des intrinsischen Farbkippeffekts des Interferenzschichtelements,
Fig. 4 ein Kombinationselement, das den Einfluss einer farbselektiven Streuschicht auf den intrinsischen Farbkippeffekt des Interferenzschichtelements illustriert,
Fig. 5 eine Aufsicht auf die Rissschicht des Kombinationselements der Fig. 4,
Fig. 6 schematisch den Schichtaufbau des zweiten Sicherheitselements der Fig. 1 im Querschnitt,
Fig. 7 eines der plättchenförmigen Pigmente der Fig. 6 separat, und
Fig. 8 schematisch den Schichtaufbau einer Weiterbildung des Sicherheitselements der Fig. 2.
Die Erfindung wird nun am Beispiel von Banknoten erläutert. Figur 1 zeigt dazu eine schematische Darstellung einer Banknote 10, die mit zwei optisch variablen Sicherheitselementen 12 und 14 nach Ausführungsbeispielen der Erfindung versehen ist. Das erste Sicherheitselement stellt dabei ein aufgeklebtes Transferelement 12 dar, dessen Schichtaufbau schematisch im Querschnitt der Fig. 2 gezeigt ist. Das zweite Sicherheitselement ist durch ein auf das Papiersubstrat 16 der Banknote 10 aufgedrucktes Druckelement 14 gebildet, das weiter unten im Zusammenhang mit den Figuren 6 und 7 genauer beschrieben ist. Mit Bezug zunächst auf Fig. 2 zeigt das optisch variable Sicherheitselement 12 ein Bildmotiv mit einem Blau-zu-Rot Farbkippeffekt, wobei der Farbeindruck des Bildmotivs für einen Betrachter zwischen einem kräftigen Blau bei senkrechter Betrachtung 40 und einem kräftigen Rot hoher Farbreinheit bei schräger Betrachtung 42 wechselt.
Das Sicherheitselement 12 enthält eine transparente Trägerfolie 20, die auf ihren gegenüberliegenden Seiten jeweils mit einer Rissschicht 30 bzw. 32 versehen ist. Die Rissschichten 30, 32 sind im Ausführungsbeispiel durch Ac- rylatbeschichtungen gebildet, die von einem dichtmaschigen, zusammenhängenden Netz von schmalen Risskanten 34 durchzogen sind.
An der Unterseite der Trägerfolie 20 ist auf der unteren Rissschicht eine Prägelackschicht 25 aufgebracht, die mit einem farbkippenden dreischichtigen Interferenzschichtelement 22 mit einer Absorberschicht 24 aus Chrom, einer dielektrischen Abstandsschicht 26 aus SiCh und einer opaken Reflektorschicht 28 aus Aluminium beschichtet ist.
Die in die Prägelackschicht 25 eingeprägte Reliefstruktur erzeugt zusammen mit dem Interferenzschichtelement 22 in Reflexion das gewünschte, mit einem Farbkippeffekt kombinierte Bildmotiv. Dabei kann die Schichtdicke der Absorberschicht für die Erzeugung eines Blau-zu-Rot Farbkippeffekts beispielsweise zwischen 2 nm und 8 nm liegen, die Dicke der dielektrischen Abstandsschicht zwischen 220 nm und 330 nm und die Dicke der Aluminiumschicht zwischen 20 nm und 50 nm.
Der von dem Interferenzschichtelement 22 alleine erzeugte Farbkippeffekt wird im Rahmen dieser Beschreibung als intrinsischer Farbkippeffekt des In- terferenzschichtelements 22 bezeichnet. Er wird wesentlich durch das Material und die Schichtdicke der dielektrischen Abstandsschicht 26 bestimmt. Mit dem angegebenen Schichtaufbau erzeugt das Interferenzschichtelement 22 im Ausführungsbeispiel einen intrinsischen Blau-zu-Rot Farbkippeffekt, der allerdings relativ unattraktiv zwischen einem kräftigen Blau bei senkrechter Betrachtungsrichtung 40 und einem dunklen Rot geringer Farbreinheit bei der schrägen Betrachtungsrichtung 42 wechselt.
Zur Erzeugung des insgesamt von dem Sicherheitselement 12 gezeigten, visuell attraktiven Farbkippeffekts ist die Trägerfolie beiderseits mit den rissigen Acrylatbeschichtungen 30 bzw. 32 versehen, die als farbselektive Streuschichten wirken. Wie nachfolgend im Detail erläutert, modifizieren die Riss- schichten 30, 32 durch ihre farbselektive Streuung den intrinsischen Farbkippeffekt des zumindest einen mehrschichtigen Interferenzschichtelements 22 deutlich dahingehend, dass bei der Betrachtung des Sicherheitselements 12 insgesamt der visuell wesentlich ansprechendere Farbkippeffekt zwischen einem helleren Blau und einem farbreinen Rot ergibt.
Auf der Unterseite der Reflektorschicht 28 ist das Sicherheitselement 12 noch mit einer Kleberschicht 38 versehen, mit der es auf das Papiersubstrat 16 der Banknote 10 auf geklebt ist.
Figur 3 illustriert zunächst das Zustandekommen des intrinsischen Farbkippeffekts des Interferenzschichtelements 22. Das Diagramm 50 zeigt die Reflexion R des Interferenzschichtelements 22 in Abhängigkeit von der Wellenlänge X bei einem fast senkrechten Betrachtungswinkel von 8° (Reflexionskurve 52) und bei einem schrägen Betrachtungswinkel von 45° (Reflexionskurve 54). Wie aus der Figur ersichtlich, weist das Reflexionsspektrum des Interferenzschichtelements 22 im Sichtbaren und nahen Infrarot zwei Peaks auf, einen schmalen kurzwelligen Peak 52-B bzw. 54-B im Wellenlängenbereich von 400 - 500 nm und einen breiten, langwelligen Peak 52-R bzw. 54-R im Wellenlängenbereich von 700 - 900 nm.
Bei im Wesentlichen senkrechter Betrachtung (Reflexionskurve 52) liegt das Maximum des langwelligen Peaks 52-R im nahen Infrarot, während das Maximum des kurzwelligen Peaks 52-B bei etwa 465 nm im Blauen liegt. Bei senkrechter Betrachtung wird der Farbeindruck des Interferenzschichtelements 22 daher durch den kurzwelligen Peak 52-B im Blauen bestimmt. Der Anstieg der Reflexion bei etwa 800 nm beeinträchtigt die Farbreinheit des blauen Farbeindrucks kaum, da die spektrale Empfindlichkeit des menschlichen Auges oberhalb von 700 nm bereits sehr gering ist.
Bei schräger Betrachtung (Reflexionskurve 54) ist das Maximum des langwelligen Peaks 54-R in den sichtbaren roten Bereich gewandert, der kurzwellige Peak 54-B ist aber nicht vollständig in den für das menschliche Auge unsichtbaren UV-Bereich verschwunden, sondern weist im sichtbaren blauen Spektralbereich noch eine hohe Intensität auf. Der Farbeindruck des Interferenzschichtelements 22 wird daher bei schräger Betrachtung durch eine Überlagerung des beiden Peaks 54-B und 54-R bestimmt, die eine als dunkles Rot wahr genommene Mischfarbe erzeugt. Aufgrund der geringen Farbreinheit erscheint insbesondere das dunkle Rot der Kippfarbe visuell wenig attraktiv.
Ein visuell attraktiver Farbkippeffekt Blau - Rot wird allerdings durch eine Kombination des Interferenzschichtelements 22 mit den auf beiden Seiten der Trägerfolie aufgebrachten rissigen Acrylatbeschichtungen 30, 32 erzeugt. Die Figuren 4 und 5 illustrieren schematisch den Einfluss einer farbselektiv streuenden Rissschicht 30 auf den intrinsischen Farbkippeffekt des Interferenzschichtelements 22 bei schräger Betrachtung eines Kombinationselements 60 aus Interferenzschichtelement und Rissschicht. Die Erläuterung des erfindungsgemäßen Prinzips erfolgt anhand eines einfachen Ausführungsbeispiels der Erfindung, bei dem nur eine farbselektive Streuschicht 30 auf der Trägerfolie 20 vorgesehen ist und bei dem auf eine geprägte Reliefstruktur verzichtet ist. Die Erläuterung gilt aber gleichermaßen für komplexere Varianten der Erfindung. Figur 4 zeigt das genannte, einfache Kombinationselement 60 mit Trägerfolie 20, Interferenzschichtelement 22 und Rissschicht 30 im Querschnitt, Fig. 5 zeigt eine Aufsicht auf einen Ausschnitt der Rissschicht 30 alleine.
Bei der Herstellung des Kombinationselements 60 wird eine Trägerfolie 20 bereitgestellt und mit einer rissbildenden Schicht, beispielsweise der im Zusammenhang mit Fig. 2 genannten Acrylatbeschichtung versehen. Die riss- bildende Schicht wird insbesondere drucktechnisch, beispielsweise mittels Tiefdruck, Flexodruck oder einem Inkjet-Verfahren aufgebracht.
Beim Trocknen der rissbildenden Schicht und/ oder beim nachfolgenden Aufdampfen der Schichten 24, 26, 28 des Interferenzschichtelements 22 reißt die rissbildende Schicht auf und bildet eine Rissschicht mit einer Vielzahl kleiner Schollen 36, die durch ein dichtmaschiges, zusammenhängendes Netz aus schmalen Riss-Kanten 34 voneinander getrennt sind (Fig. 5). Die Erfinder habe überraschend gefunden, dass die entstandenen Riss-Kanten 34 oft eine sehr geringe Breite unterhalb der Lichtwellenlänge, insbesondere von weniger als 300 nm aufweisen. Ohne an eine bestimmte Erklärung gebunden sein zu wollen, erzeugen die Riss-Kanten 34 nach gegenwärtigem Verständnis aufgrund ihrer geringen Breite in der Rissschicht 30 nanoskalige Brechungsindexvariationen, an denen einfallendes sichtbares Licht stark farbselektiv gestreut wird. Insbesondere wird, wie bei der Rayleigh-Streuung, blaues Licht an den Riss-Kanten deutlich stärker gestreut als rotes Licht.
Bei der Rayleigh-Streuung wird einfallendes sichtbares Licht elastisch, weitgehend isotrop und insbesondere stark farbselektiv gestreut. Der Wirkungsquerschnitt bzw. die Streuintensität I eines Teilchens zeigt dabei eine starke Abhängigkeit von der Wellenlänge, I oc X 4. Die zu kürzeren Wellenlänge mit der vierten Potenz ansteigende Streuintensität hat zur Folge, dass beispielsweise blaues Licht einer Wellenlänge von 420 nm etwa 10 mal stärker gestreut als rotes Licht einer Wellenlänge von 750 nm.
Analog dazu wird an den Riss-Kanten 34 der Rissschicht 30 bei Mikroskopbetrachtung ein hoher Blauanteil im Streulicht beobachtet, so dass gegenwärtig angenommen wird, dass an den Riss-Kanten 34 die Rayleigh-Streuung dominiert.
Zurückkommend auf die Querschnittsdarstellung der Fig. 4 enthält auf das Kombinationselement 60 einfallendes weißes Licht 62 neben seinen anderen Farbanteilen insbesondere rotes Licht 62-R und blaues Licht 62-B. Bei einem schrägen Einfallswinkel von etwa 45° werden diese beiden Lichtanteile von dem Interferenzschichtelement 22 mit vergleichbarer Intensität reflektiert, wie in Fig. 3 gezeigt. Die farbselektive Streuschicht 30 streut nun mit ihrem Riss-Netz 34 den blauen Lichtanteil sowohl des einfallenden, als auch des von dem Interfe- renzschichtelement reflektierten Lichts sehr effektiv in alle Richtungen 64-B, während der rote Lichtanteil von dem Riss-Netz 34 nur wenig beeinflusst wird. Im reflektierten Licht 66 steht der von der farbselektiven Streuschicht 30 weggestreute Lichtanteil 64-B nicht mehr zur Verfügung, so dass dort der blaue Lichtanteil 66-B gegenüber dem roten Lichtanteil 66-R deutlich reduziert ist. Das Kombinationselement 60 erzeugt für den Betrachter 44 in der schrägen Betrachtungsrichtung daher durch die Unterdrückung der störenden blauen Lichtanteile einen roten Farbeindruck hoher Farbreinheit.
Bei senkrechter Betrachtungsrichtung, bei der das reflektierte Licht 66 von dem kurzwelligen Peak 52-B im Blauen bestimmt wird, reduziert die Riss- schicht 30 zwar ebenfalls die Intensität des blauen Lichtanteils, führt damit aber lediglich zu einer leichten Aufhellung des blauen Farbeindrucks, da der langwellige Peak 52-R wegen seines Maximums im nahen Infrarot kaum zum Gesamtfarbdruck beiträgt. Das Kombinationselement 60 zeigt bei senkrechter Betrachtungsrichtung daher ein Blau, dessen Farbton etwas heller und pastellartiger als das intrinsische Blau erscheint, das aber immer noch als kräftiges, farbreines Blau wahrgenommen wird.
Zurückkommend auf die Gestaltung der Fig. 2, ist dort sowohl auf der Oberseite als auch der Unterseite der Trägerfolie 20 jeweils eine Rissschicht als farbselektive Streuschicht vorgesehen, so dass eine starke farbselektive Streuung resultiert. Das Sicherheitselement 12 zeigt durch die Kombination des Interferenzschichtelements 22 mit den beiden farbselektiven Streuschichten 30 einen attraktiven Farbkippeffekt zwischen einem kräftigen Blau in Aufsicht 40 zu einem Rot hoher Farbreinheit in Schrägansicht 42. Während bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 2 sowohl auf der Oberseite als auch der Unterseite der Trägerfolie 20 jeweils eine Rissschicht als farbselektive Streuschicht vorgesehen ist, kann eine farbselektive Streuschicht auch nur auf der Oberseite (wie beispielsweise in Fig. 4) oder nur auf der Unterseite der Trägerfolie 20 vorgesehen sein. Das Ausmaß der Modifikation des intrinsischen Farbkippeffekts des Interferenzschichtelements 22 kann durch die Anzahl der farbselektiven Streuschichten, die Dicke der farbselektiven Streuschichten und die Dichte des Riss-Netzes innerhalb der Streuschichten in weitem Bereich eingestellt werden.
Figur 8 zeigt eine Weiterbildung des Ausführungsbeispiels der Fig. 2, bei der das Sicherheitselement 12 zusätzlich mit einer lasierenden Farbschicht 39 mit roter Körperfarbe ausgestattet ist. Die lasierende rote Körperfarbschicht 39 kann, wie in der Figur gezeigt, zwischen dem Interferenzschichtelement 22 und der Trägerfolie 20 angeordnet sein, sie kann aber auch auf der dem Betrachter zugewandten Seite der Trägerfolie 20 vorgesehen sein. Es hat sich herausgestellt, dass eine solche lasierende rote Körperfarbschicht 39 die Farbwirkung des Blau-zu-Rot-Farbkippeffekts weiter verbessert.
Mit Bezug nochmals auf die Darstellung der Fig. 1 enthält die Banknote 10 als zweites Sicherheitselement ein optisch variables Druckelement 14, das in Fig. 6 schematisch im Querschnitt dargestellt ist. Das Druckelement 14 zeigt, wie das Transferelement 12, einen Blau-zu-Rot Farbkippeffekt, bei dem der Farbeindruck für einen Betrachter zwischen einem kräftigen Blau bei senkrechter Betrachtung 40 und einem Rot hoher Farbreinheit bei schräger Betrachtung 42 wechselt. Das Druckelement 14 ist durch eine auf das Papiersubstrat 16 der Banknote 10 auf gedruckte Sicherheitsdruckfarbe 70 und einer farbselektiv streuenden Überlackierung 90 gebildet.
Die Sicherheitsdruckfarbe 70 enthält ein transparentes Bindemittel 72 mit einer Vielzahl von farbkippenden plättchenförmigen Pigmenten 74, wobei eines der plättchenförmigen Pigmente 74 in Fig. 7 separat genauer dargestellt ist. Jedes der plättchenförmigen Pigmente 74 stellt ein farbkippendes fünfschichtiges Interferenzschichtelement mit einem symmetrischen Aufbau dar und besteht aus einer äußeren ersten Chrom-Absorberschicht 80, einer ersten SiO - Abstandsschicht 82, einer mittleren, opaken Aluminium-Reflektorschicht 84, einer zweiten SiCh- Abstandsschicht 86 und einer äußeren zweiten Chrom-Absorberschicht 88. Die Schichtdicken der dielektrischen Abstandsschichten, der Reflektorschicht und der Absorberschichten liegen dabei vorteilhaft in den oben genannten Bereichen. Für einen symmetrischen Aufbau sind die beiden SiCh- Abstandsschichten 82, 86 und die beiden Absorberschichten 80, 88 jeweils im Wesentlichen gleich dick ausgebildet.
Die in dem Bindemittel 72 der Sicherheitsdruckfarbe 70 verteilten plättchenförmigen Pigmente 74 werden beim Aufdrucken auf das Papiersubstrat 16 durch die beim Druck wirkenden Kräfte im Wesentlichen parallel zur Oberfläche des Papiersubstrats ausgerichtet. Aufgrund des symmetrischen Aufbaus der Pigmente 74 ist es für den beobachtbaren Farbeffekt dabei unerheblich, welche der beiden Chrom- Absorberschichten 80 bzw. 88 zum Papiersubstrat bzw. zum Betrachter weist.
Die Überlackierung 90 ist durch eine farbselektive Streuschicht der oben beschriebenen Art gebildet, beispielsweise durch eine Acrylatbeschichtung, die nach dem Trocknen ein dichtmaschiges, zusammenhängendes Netz von Risskanten 34 aufweist.
Der intrinsische Farbkippeffekt der plättchenförmigen Pigmente 74 entspricht wegen des analogen Schichtaufbaus dem Farbkippeffekt des Interferenzschichtelements 22 der Fig. 2, zeigt also einen relativ unattraktiven Wechsel zwischen einem kräftigen Blau bei senkrechter Betrachtungsrichtung 40 und einem dunklen Rot geringer Farbreinheit bei der schrägen Betrachtungsrichtung 42.
Zur Erzeugung des insgesamt von dem Druckelement 14 gezeigten, visuell attraktiven Farbkippeffekts ist der intrinsische Farbkippeffekt der plättchenförmigen Pigmente 74 durch die farbselektive streuende Überlackierung 90 so modifiziert, dass der Betrachter einen visuell wesentlich ansprechenderen Farbkippeffekt zwischen einem helleren Blau und einem farbreinen Rot ergibt. Die Wirkungsweise ist dabei analog zu der oben gegebenen Erklärung: Das nanoskalige Riss-Netz 34 der Überlackierung 90 streut einfallendes blaues Licht wesentlich stärker als roten Licht, so dass der blaue Lichtanteil im reflektierten Licht gegenüber dem roten Lichtanteil deutlich reduziert ist.
Auch bei der Ausgestaltung der Fig. 6 kann die Farbwirkung des Blau-zu- Rot-Farbkippeffekts durch eine lasierende rote Körperfarbschicht weiter verbessert werden. Eine solche lasierende rote Körperfarbschicht kann insbesondere auf die Sicherheitsdruckfarbe 70 oder die fÜberlackierung 90 der Fig. 6 aufgebracht, insbesondere aufgedruckt sein.

Claims

P a t e n t a n s p r ü c h e
1. Optisch variables Sicherheitselement zur Absicherung von Sicherheitspapieren, Wertdokumenten und anderen Wertgegenständen, mit zumindest einem farbkippenden, mehrschichtigen Interferenzschichtelement mit einer Reflektorschicht, zumindest einer Absorberschicht und zumindest einer dielektrischen Abstandsschicht, die zwischen der Reflektorschicht und der zumindest einen Absorberschicht angeordnet ist, wobei das mehrschichtige Interferenzschichtelement mit seinem Schichtaufbau einen intrinsischen Farbkippeffekt mit einer ersten Farbe bei einer ersten Betrachtungsrichtung und einer unterschiedlichen zweiten Farbe bei einer zweiten Betrachtungsrichtung erzeugt, dadurch gekennzeichnet, dass oberhalb und/ oder unterhalb des zumindest einen mehrschichtigen Interferenzschichtelements eine farbselektive Streuschicht angeordnet ist, die durch Risse und/ oder Lufteinschlüsse erzeugte nanoskalige Brechungsindexvariationen aufweist, und die durch ihre farbselektive Streuung den intrinsischen Farbkippeffekt des zumindest einen mehrschichtigen Interferenzschichtelements modifiziert, so dass das Sicherheitselement einen Farbkippeffekt zwischen einer dritten Farbe bei der ersten Betrachtungsrichtung und einer unterschiedlichen vierten Farbe bei der zweiten Betrachtungsrichtung zeigt, wobei sich die dritte Farbe von der ersten Farbe im Farbton und/ oder der Farbreinheit unterscheidet und/ oder sich die vierte Farbe von der zweiten Farbe im Farbton und/ oder der Farbreinheit unterscheidet.
2. Sicherheitselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die farbselektive Streuschicht von einem dichtmaschigen, zusammenhängenden Netz von Riss-Kanten durchzogen ist.
3. Sicherheitselement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die farbselektive Streuschicht aus einer rissbildenden Beschichtung in Form einer Dispersion, insbesondere einer kolloidalen Dispersion gebildet ist.
4. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die farbselektive Streuschicht durch eine rissige Acrylatbeschichtung gebildet ist.
5. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine dielektrische Abstandsschicht aus SiCh, TiCh, ZnS, MgF oder AI2O3 gebildet ist und eine Schichtdicke zwischen 100 nm und 500 nm aufweist, und/ oder dass die Reflektorschicht aus Aluminium, einer Aluminium-Eisen-Legierung, oder Silber gebildet ist, und/ oder dass die zumindest eine Absorberschicht aus Chrom, einer Eisen-Legierung, einer Chrom-Eisen-Legierung oder Titan gebildet ist.
6. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Farbe ein Blau und die zweite Farbe ein dunkles Rot geringer Farbreinheit ist und die dritte Farbe ein verglichen mit der ersten Farbe helleres Blau und die vierte Farbe ein verglichen mit der zweiten Farbe helleres und farbreineres Rot ist, oder dass die erste Farbe Gold und die zweite Farbe Grün ist, und die dritte Farbe Orange und die vierte Farbe Grün oder Gelb ist, oder dass die erste Farbe Magenta und die zweite Farbe Grün ist, und die dritte Farbe Rot und die vierte Farbe Grün oder Gelb ist.
7. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Betrachtungsrichtung eine senkrechte Betrachtungsrichtung und die zweite Betrachtungsrichtung eine schräge Betrachtungsrichtung von 45° ist.
8. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitselement eine Trägerfolie und ein großflächig auf die Trägerfolie, oder auf eine auf der Trägerfolie vorliegende Reliefschicht aufgebrachtes Dünnschichtelement enthält, das durch ein einziges der genannten Interferenzschichtelemente gebildet ist.
9. Sicherheitselement nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Dünnschichtelement durch ein dreischichtiges Interferenzschichtelement mit einer Reflektorschicht, einer Absorberschicht und einer zwischen der Reflektorschicht und der Absorberschicht angeordneten dielektrischen Abstandsschicht gebildet ist.
10. Sicherheitselement nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die farbselektive Streuschicht(en) direkt auf der Trägerfolie aufgebracht sind.
11. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitselement eine lasierende Farbschicht mit roter Körperfarbe enthält, die vorzugweise auf der Trägerfolie, dem großflächigen Dünnschichtelement oder einer farbselektiven Streuschicht aufgebracht ist.
12. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitselement eine Druckschicht enthält, die in einem Bindemittel eine Vielzahl von farbkippenden, plättchenförmigen Pigmenten enthält, die jeweils ein genanntes Interferenzschichtelement aufweisen.
13. Sicherheitselement nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die plättchenförmigen Pigmente jeweils ein mindestens fünfschichtiges Interferenzschichtelement mit einer äußeren ersten Absorberschicht, einer ersten dielektrischen Abstandsschicht, einer zentralen Reflektorschicht, einer zweiten dielektrischen Abstandsschicht und einer äußeren zweiten Absorberschicht aufweisen, und vorzugsweise symmetrisch aufgebaut sind.
14. Sicherheitselement nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die plättchenförmigen Pigmente jeweils zumindest eine magnetische Schicht enthalten und dadurch mittels externer Magnetfelder ausrichtbar sind.
15. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die farbselektive Streuschicht in einer Überlackierung der Druckschicht ausgebildet ist.
16. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitselement eine lasierende Farbschicht mit roter Körperfarbe enthält, die vorzugweise auf der Druckschicht mit den farbkippenden, plättchenförmigen Pigmenten oder einer farbselektiven Streuschicht aufgebracht ist.
17. Wertgegenstand, insbesondere Sicherheitspapier, Wertdokument oder Ausweisdokument mit einem Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 16.
18. Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitselements nach einem der Ansprüche 1 bis 16, bei dem zumindest ein farbkippendes, mehrschichtiges Interferenzschichtelement bereitgestellt wird, das eine Reflektorschicht, zumindest eine Absorberschicht und zumindest eine dielektrische Abstandsschicht, die zwischen der Reflektorschicht und der zumindest einen Absorberschicht angeordnet ist, aufweist, wobei das mehrschichtige Interferenzschichtelement mit seinem Schichtaufbau einen intrinsischen Farbkippeffekt mit einer ersten Farbe bei einer ersten Betrachtungsrichtung und einer unterschiedlichen zweiten Farbe bei einer zweiten Betrachtungsrichtung erzeugt, dadurch gekennzeichnet, dass oberhalb und/ oder unterhalb des zumindest einen mehrschichtigen Interferenzschichtelements eine farbselektive Streuschicht angeordnet wird, die durch Risse und/ oder Lufteinschlüsse erzeugte nanoskalige Brechungsindexvariationen aufweist, und die durch ihre farbselektive Streuung den intrinsischen Farbkippeffekt des zumindest einen mehrschichtigen Interferenzschichtelements modifiziert, so dass das Sicherheitselement einen Farbkippeffekt zwischen einer dritten Farbe bei der ersten Betrachtungsrichtung und einer unterschiedlichen vierten Farbe bei der zweiten Betrachtungsrichtung zeigt, wobei sich die dritte Farbe von der ersten Farbe im Farbton und/ oder der Farbreinheit unterscheidet und/ oder sich die vierte Farbe von der zweiten Farbe im Farbton und/ oder der Farbreinheit unterscheidet.
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