EP4774736A1 - Iv systems - digitales ecosystem zur verifikation und dokumentation einer infusionsangabe - Google Patents
Iv systems - digitales ecosystem zur verifikation und dokumentation einer infusionsangabeInfo
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- EP4774736A1 EP4774736A1 EP24768062.2A EP24768062A EP4774736A1 EP 4774736 A1 EP4774736 A1 EP 4774736A1 EP 24768062 A EP24768062 A EP 24768062A EP 4774736 A1 EP4774736 A1 EP 4774736A1
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Abstract
Die vorliegende Offenbarung betrifft ein Verfahren zum Verifizieren und Dokumentieren eines Infusionstherapieprozesses (S100) mit den folgenden Schritten, Empfangen einer Medikamentenverordnung aus vorzugsweise einem IT-System (8); Umwandeln der Medikamentenverordnung in eine Handlungsanweisung; erste Verifikation des Medikaments und/ oder der Zubereitung durch eine Scannereinheit (1); zweite Verifikation von zumindest einem Teil der Infusionspumpe durch die Scannereinheit (1); dritte Verifikation eines Patienten durch die Scannereinheit (1); Überwachung der Infusionsgabe und vierte Verifikation der Infusion; und Dokumentation der Infusionstherapie durch Übermittlung aller Verifikationen und Monitordaten an ein IT-System (8). Ferner betrifft die vorliegende Offenbarung eine elektronische Hardware-Anordnung (5) zum Verifizieren und Dokumentieren eines Infusionstherapieprozesses mit einer Benutzerschnittstelle (6), einer, vorzugsweise kabellosen, Datenverbindung (7) zu zumindest einem IT-System (8), einer Scannereinheit (1) zum Einlesen von Daten, einer Software oder Steuerung (10), und einem integrierten oder separaten Sensor (2).
Description
IV Systems - Digitales EcoSystem zur Verifikation und Dokumentation einer Infusionsangabe
Beschreibung
Technisches Gebiet
Die vorliegende Offenbarung betrifft ein Verfahren und eine elektronische Hardware-Anordnung zum Verifizieren und Dokumentieren eines Infusionstherapieprozesses.
Hintergrund der Erfindung
Insbesondere im medizinischen Bereich ist es von besonderer Wichtigkeit, Fehler in Abläufen bzw. Prozessen zu minimieren bzw. zu eliminieren, um die Sicherheit eines jeden Patienten zu erhöhen. Diesbezüglich sind Anwendungen mit einem Scanner/ einer Scannereinheit bekannt, die es ermöglicht, den Zusammenhang zwischen Rezept, Medikament und Patient herzustellen. Ferner gibt es Lösungen, die ein Monitoring/ eine Überwachung der Infusionsgabe ermöglichen. Es existieren Infusionsüberwachungssysteme, die die Möglichkeit haben, die Rezept- und Patientendaten über den Anwender händisch aufzunehmen. Diese unterscheiden sich aber deutlich von anwenderunabhängigen elektronischen Verifikationen.
Stand der Technik
Aus der US 2010/280 486 A1 ist ein Verfahren zum Verabreichen von Medikamenten an einen Patienten unter Verwendung eines abzugebenden Medikamentenverabreichungssystems bekannt. Hierbei wird ein erstes, an den Patienten abzugebendes Medikament bereitgestellt. Die Identität des Patienten wird überprüft und das erste Medikament wird auf einer Benutzerschnittstelle ausgewählt, um dem Patienten verabreicht zu werden. Die Menge des Medikaments, das der
Patient erhält, wird eingegeben. Das erste Medikament wird dem Patienten durch eine Durchflussanordnung injiziert. Die Flussrate und das Volumen des dem Patienten zugeführten ersten Medikaments werden von einer Flusssensoranordnung überwacht, während die Injektion erfolgt. Eine visuelle Anzeige informiert den Anwender über die Injektion. Das Verfahren aktualisiert die elektronische, medizinische Verwaltungsakte des Patienten, um die Informationen bezüglich der Injektion des ersten Medikaments zu erfassen und zu dokumentieren.
Im Stand der Technik ist es jedoch nachteilig, dass zum einen keine elektronische Verifikation des Medikaments, Patienten etc. erlaubt ist und/ oder zum anderen der Vorgang der Infusionsgabe nicht verifiziert und dokumentiert ist.
Es ist angesichts des Stands der Technik die Aufgabe der vorliegenden Offenbarung, ein Verfahren bereitzustellen, welches die Nachteile aus dem Stand der Technik beseitigt oder zumindest verbessert. Hierbei ist es ein Ziel der vorliegenden Offenbarung, sämtliche Aspekte einer Infusionstherapie sicherer zu gestalten, um Fehler im Ablauf bestmöglich zu vermeiden bzw. bei Auftreten zu erfassen, so dass der Anwender auf einen entsprechenden Fehler hingewiesen und diesem die Möglichkeit einer Berichtigung gegeben wird.
Die Aufgabe der vorliegenden Offenbarung wird durch ein Verfahren zum Verifizieren und Dokumentieren eines mittels eines Infusionssystems durchführbaren Infusionstherapieprozesses gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Das Verfahren weist die nachfolgenden Schritte auf:
- In einem ersten Schritt wird eine Medikamentenverordnung für einen Patienten aus vorzugsweise einem IT-System empfangen.
- In einem zweiten Schritt wird die Medikamentenverordnung in eine
Handlungsanweisung umgewandelt.
- In einem dritten Schritt wird eine erste Verifikation basierend auf der
Handlungsanweisung des Medikaments und/ oder der Zubereitung durch eine Scannereinheit durchgeführt.
- In einem vierten Schritt wird eine zweite Verifikation basierend auf der
Handlungsanweisung von zumindest einer Komponente des Infusionssystems, insbesondere einer Infusionspumpe, einem Infusionsüberleitungssystem und/oder einer Spritze, durch die Scannereinheit durchgeführt.
- In einem fünften Schritt wird eine dritte Verifikation des Patienten durch die
Scannereinheit durchgeführt.
- In einem sechsten Schritt wird die Infusionsgabe überwacht und eine vierte
Verifikation basierend auf der Handlungsanweisung der Infusion/ Infusionsgabe durchgeführt.
- Schließlich wird in einem letzten Schritt die Infusionstherapie durch Übermittlung über eine Datenverbindung aller Verifikationen und Monitordaten an ein IT- System dokumentiert.
In anderen Worten wird eine Information bezüglich eines Rezepts aus einer ersten EDV-Anwendung eines IT-Systems wie beispielsweise einem Patientendokumentationssystem empfangen und mittels einer Steuerung/ Software in eine Handlungsanweisung umgesetzt. Basierend auf der Handlungsanweisung kann durch die Steuerung/ Software dann verifiziert werden, ob es sich um das richtige Medikament bzw. die richtige Zubereitung handelt. Ferner gilt es weitere Komponenten des Infusionssystems, die als Hilfsmittel zur Infusionsgabe dienen, zu verifizieren, wie beispielsweise eine Infusionspumpe, ein Infusionsüberleitungssystem, Spritzen, etc. Darüber hinaus stellt das Verfahren sicher, dass der richtige Patient die Infusionstherapie erhält. Während der Infusionsgabe stellt das Verfahren eine Überwachung dieser bereit und ermöglicht das Verifizieren der Infusion durch zumindest einen Sensor, insbesondere eines Flussratensensors. Als letzter Schritt wird die vollständige Infusionstherapie durch Übermittlung aller Verifikationen und Monitordaten an zumindest eine Anwendung des IT-Systems/ des EDV-Systems dokumentiert.
Weitere Aspekte der vorliegenden Offenbarung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
Es ist bevorzugt, wenn die Handlungsanweisung zumindest eine der folgenden Information aufweist:
- Medikamentenname
- Zubereitung
- Flussrate
- Patient, und/ oder
- geplante Zeit der Infusionsgabe.
Es ist von Vorteil, wenn eine Information in einem Barcode, QR-Code, RFID-Tag oder NFC-Tag durch die Scannereinheit ausgelesen oder ein Foto erstellt und dieses mittels Bild- und/oder Mustererkennung mit einer hinterlegten Information abgeglichen wird. In anderen Worten bedeutet das, dass die Scannereinheit einen der vorstehenden Codes bzw. Tags scannt und ausliest. Die ausgelesenen Informationen können dann von der Steuerung/Software weiterverarbeitet werden. Hiermit wird die Verifikation der einzelnen vorstehend genannten Verfahrensschritte durchgeführt.
Es ist bevorzugt, wenn bei der ersten Verifikation die Scannereinheit den Barcode, QR-Code, RFID-Tag oder NFC-Tag auf einer Verpackung des Medikaments erfasst und die Information ausliest oder ein Foto von einer Verpackung des Medikaments erstellt und mittels Bild- und/oder Mustererkennung abgleicht. Die ausgelesene bzw. erhaltene Information kann nun mit einer hinterlegten Information, wie beispielsweise der Medikamentenverordnung, abgeglichen werden, um sicherzustellen, dass es sich um das richtige Medikament bzw. die richtige Zubereitung handelt. Die Verifikation kann den Abgleich einer ausgelesenen oder abgeglichenen Information mit der Handlungsanweisung umfassen. Eine Information kann beispielsweise in einer Patientendatenbank hinterlegt sein. Eine Information kann vorzugsweise in einem IT-System hinterlegt sein.
Es ist vorteilhaft, wenn bei der zweiten Verifikation die Scannereinheit den Barcode, QR-Code, RFID-Tag oder NFC-Tag auf zumindest einem Teil einer Komponente des Infusionssystems, insbesondere einem Teil der Infusionspumpe, erfasst und die Information ausliest oder ein Foto von dem zumindest einen Teil der Komponente des Infusionssystems, insbesondere dem zumindest einen Teil der
Infusionspumpe, erstellt und mittels Bild- und/oder Mustererkennung mit einer hinterlegten Information abgleicht. Auf diese Weise können Komponenten des Infusionssystems, wie beispielsweise Infusionspumpen, Infusionsüberleitungssystem und/ oder Spritzen verifiziert werden. Die Verifikation kann den Abgleich einer ausgelesenen oder abgeglichenen Information mit der Handlungsanweisung umfassen. Eine Information kann beispielsweise in einer Patientendatenbank hinterlegt sein. Eine Information kann vorzugsweise in einem IT-System hinterlegt sein.
Es ist bevorzugt, wenn bei der dritten Verifikation die Scannereinheit den Barcode, QR-Code, RFID-Tag oder NFC-Tag eines Patienten erfasst und die Information ausliest oder ein Foto des Patienten erstellt und mittels Bild- und/oder Mustererkennung mit einer hinterlegten Information abgleicht. Diese Verifikation ermöglicht die Sicherstellung, dass die vorbereitete Infusionstherapie dem richtigen Patienten verabreicht wird.
Es ist von Vorteil, wenn mittels der ersten Verifikation eine falsche Medikation und/ oder eine falsche Zubereitung feststellbar ist, und/oder mittels der zweiten Verifikation eine fehlerhafte Verbindung von Komponenten des Infusionssystems und/oder eine Okklusion in einer Komponente des Infusionssystems, insbesondere in zumindest einem Teil der Infusionspumpe, feststellbar ist, und/oder mittels der dritten Verifikation ein patientenspezifisches Therapieproblem detektierbar ist und/ oder eine falsche Zuweisung von Medikation und Patient feststellbar ist, und/oder mittels der vierten Verifikation eine ungenaue Flussrate, ein falscher Zeitpunkt oder eine Unterbrechung und/ oder eine Verzögerung des Flusses erfassbar ist.
Zusammenfassend werden die Verifikationen mittels einer Scannereinheit durchgeführt, welche eine Markierung an beispielsweise einer Verpackung, einem Patienten, beispielsweise auf einem Armband aufgebracht, oder zumindest einem Pumpenteil oder einer Verpackung zumindest eines Pumpenteils erfasst und die darin enthaltenen Informationen ausliest. Alternativ oder zusätzlich kann die Scannereinheit als Kamera, insbesondere als CCD-Kamera ausgebildet sein. Mittels dieser und in Kombination mit einer Bild- bzw. Mustererkennung können die Verifikationen ebenfalls durchgeführt werden.
Ferner betrifft die vorliegende Offenbarung eine elektronische Hardware- Anordnung zum Verifizieren und Dokumentieren eines Infusionstherapieprozesses mit einer Benutzerschnittstelle, einer, vorzugsweise kabellosen, Datenverbindung zu zumindest einem IT-System bzw. EDV-System bzw. einer Anwendung eines IT- Systems, insbesondere eines Patientendokumentationssystems, einer Scannereinheit zum Einlesen von Daten, einer Software oder Steuerung, und einem integrierten oder separaten Sensor, vorzugsweise einem Flussratensensor, wobei die elektronische Hardware-Anordnung dazu ausgebildet und vorgesehen ist, um die Schritte gemäß einem der vorstehenden Aspekte durchzuführen.
In anderen Worten bedeutet das, dass die elektronische Hardware-Anordnung eine Anordnung ist, deren Anbindung an eine oder mehrere Anwendungen auf einem IT-System oder EDV-System dazu vorgesehen und ausgebildet ist, die vorstehenden Verfahrensschritte durchzuführen.
Vorteilhafterweise ist die Benutzerschnittstelle ein Display, eine Tastatur und/ oder eine Maus.
Demzufolge ist die elektronische Hardware-Anordnung derart vorgesehen und ausgebildet, dass die Scannereinheit Daten/ Informationen gemäß der vorstehenden ersten bis vierten Verifikation aus- bzw. einlesen kann, sodass die Software oder die Steuerung dafür vorgesehen und ausgebildet ist, entsprechende Daten an den Anwender über beispielsweise die Benutzerschnittstelle auszugeben.
Der Sensor kann als ein Flussratensensor, beispielsweise in Form eines Tropfenzählers oder einer Infusionspumpe ausgebildet sein und ist dazu vorgesehen und ausgebildet beispielsweise Start und Ende der Infusionsgabe zu erfassen. Der Sensor kann ein Teil der übrigen Hardware bestehend aus der Benutzerschnittstelle und der Scannereinheit sein oder kann alternativ separat zu der übrigen Hardware ausgebildet sein. Das heißt, die Komponenten der Benutzerschnittstelle, der Scannereinheit und der kabellosen Datenverbindung können in einem System verbaut sein. Der Sensor kann als separates elektronisches Gerät ausgelegt werden, wobei dieses dann eine Datenverbindung zu den restlichen Komponenten oder zu zumindest
einer Anwendung des EDV-Systems/ IT-Systems aufweist, welches dann den logischen Zusammenhang herstellt.
Es ist bevorzugt, wenn der Sensor über die Datenverbindung mit der Benutzerschnittstelle und der Scannereinheit oder zumindest einem IT-System verbindbar ausgebildet ist. Auf diese Weise ist sowohl mit dem integrierten Sensor als auch mit dem separaten Sensor eine Datenübertragung und somit Dokumentation sichergestellt.
Es ist von Vorteil, wenn die Scannereinheit dazu vorgesehen und ausgebildet ist, um einen Barcode, einen QR-Code, einen RFID-Tag oder einen NFC-Tag auszulesen oder die Scannereinheit als Kamera, insbesondere CCD-Kamera ausgebildet ist.
Kurzbeschreibung der Figuren
Fig. 1 ist eine Darstellung zur Veranschaulichung eines Infusionstherapieprozesses gemäß der vorliegenden Offenbarung;
Fig. 2 ist eine Darstellung zur Veranschaulichung der elektronische Hardware- Anordnung gemäß der vorliegenden Offenbarung; und
Fig. 3 ist eine Darstellung zur Veranschaulichung verschiedener verwendbarer Flussratensensoren.
Nachstehend werden Ausführungsbeispiele der vorliegenden Offenbarung auf der Basis der zugehörigen Figuren beschrieben.
Fig. 1 ist eine Darstellung zur Veranschaulichung eines Infusionstherapieprozesses S100 gemäß der vorliegenden Offenbarung. Der Infusionstherapieprozess S100 weist hierbei einen ersten Schritt einer Verschreibung/eines Rezepts auf S1 , einen zweiten Schritt der Zubereitung/ Vorbereitung der Medikation S2, einen dritten Schritt eines Patientenzugangs S3, einen
vierten Schritt einer Anwendung/ Infusionsgabe S4 und einen letzten Schritt der Entsorgung S5.
Während des ersten Schritts S1 und des zweiten Schritts S2 wird eine Medikamentenverordnung/ ein Rezept von einem IT-System 8, insbesondere einem Datendokumentationssystem, empfangen, die darin enthaltenen Informationen werden in eine Handlungsanweisung umgewandelt und das Medikament entsprechend der erhaltenen Informationen zubereitet. Diese beiden Schritte S1 , S2 werden mittels einer ersten Verifikation sichergestellt. Somit kann hier bereits die Verwendung eines falschen Medikaments bzw. einer falschen Zubereitung/ Vorbereitung der Medikation festgestellt werden und es besteht die Möglichkeit einer Berichtigung.
In einem dritten Schritt S3 wird sichergestellt, dass das zubereitete Medikament der Medikamentenverordnung des richtigen Patienten entspricht. In diesem Zuge, sofern die Verifikation erfolgreich war, wird dem Patienten der Zugang für dessen Infusionstherapie gelegt.
In dem vierten Schritt S4 wird die Infusionstherapie/ Infusionsgabe durchgeführt. Hierbei wird zuerst sichergestellt, dass die Medikation bzw. das Medikament dem richtigen Patienten zugewiesen wurde S41 . Sofern dies übereinstimmt wird mit dem Verfahren fortgefahren. Sofern die Zuweisung nicht korrekt ist, wird auf eine falsche Medikation hingewiesen. Anschließend wird die Infusionsgabe mit einer vorgeschriebenen Flussrate und Kontrolle/ Überwachung durchgeführt (S42). Hierbei werden Bestandteile bzw. Komponenten des Infusionssystems, wie beispielsweise die Infusionspumpe, das Infusionsüberleitungssystem und/oder Spritzen verifiziert. Sofern die Verifikation nicht erfolgt, ist die Dokumentation folgender Fehler möglich: fehlerhafter Anschluss, Okklusion/ Verstopfung/ Verschluss, ungenaue Durchflussmenge oder falsche Zeit der Infusionsgabe. In einem weiteren Schritt S43 der Identifizierung von Inkompatibilitäten können therapiebezogene Probleme sowie Unterbrechungen und Verzögerungen erkannt und dokumentiert werden. Anschließend wird in einem weiteren Schritt S44 die Infusionstherapie S100 dokumentiert. Die Dokumentation erfolgt durch Übermittlung aller vorangegangener Verifikationen und Daten, welche während des Infusionstherapieprozesses S100 ausgegeben wurde, an
eine erste oder eine weitere Anwendung eines IT-Systems bzw. EDV-Systems. Sofern in dem Schritt S44 die Dokumentation fehlerhaft ist bzw. fehlt, wird dies entsprechend dem Anwender mitgeteilt.
In einem letzten Schritt S5 wird die Infusionsgabe gestoppt und die entsprechenden Einmalbestandteile des Infusionstherapieprozesses S100 werden entsorgt.
Fig. 2 ist eine Darstellung zur Veranschaulichung der elektronischen Hardware- Anordnung 5 zum Verifizieren und Dokumentieren eines Infusionstherapieprozesses S100 gemäß der vorliegenden Offenbarung. Die elektronische Hardware-Anordnung 5 hat eine Benutzerschnittstelle 6, eine, vorzugsweise kabellose, Datenverbindung 7 zu zumindest einem IT-System 8, eine Scannereinheit 1 zum Einlesen von Daten, eine Software oder Steuerung 10, und einen integrierten oder separaten Sensor 2, vorzugsweise einen Flussratensensor. Die gestrichelte Linie in Fig. 2 deutet die Möglichkeit des separaten Sensors 2 an. Für den Fall, ist eine weitere Übermittlung 9 von Daten für die Kommunikation des Sensors 2 mit der restlichen Hardware dargestellt. Alternativ ist auch eine direkte Übermittlung der Daten des Sensors 2 an das IT-System 8 denkbar/ vorgesehen.
Die Scannereinheit 1 ist hierbei in der Lage, einen Barcode 3, QR-Code 3, RFID- Tag 3 oder NFC-Tag 3 auszulesen. Ferner kann die Scannereinheit 1 als eine Kamera ausgebildet sein. In dem Fall nimmt die Scannereinheit 1 ein Foto/ Bild auf, welches mittels Bild- bzw. Mustererkennung 4 abgleichbar und der Gegenstand bzw. die Medikation bzw. das Medikament bzw. zumindest ein Teil der Infusionspumpe bzw. der Patient bestimmbar ist. Der Abgleich kann mit einer hinterlegten Information stattfinden. Diese Information kann beispielsweise im IT-System 8 hinterlegt sein.
Fig. 3 ist eine Darstellung zur Veranschaulichung verschiedener verwendbarer Flussratensensoren. Die abgebildeten Flussratensensoren dienen in der vorliegenden Offenbarung der Überwachung 11 der Infusionsgabe gemäß Schritt S4.
Bezugszeichen
1 Scannereinheit
2 Sensor
3 Code, Tag
4 Bild-/ Mustererkennung
5 Elektronische Hardware-Anordnung
6 Benutzerschnittstelle
7 Datenverbindung
8 IT-System
9 Übermittlung
10 Steuerung/ Software
11 Überwachung
Claims
1. Verfahren zum Verifizieren und Dokumentieren eines Infusionstherapieprozesses (S100) mittels eines Infusionssystems mit den folgenden Schritten:
- Empfangen einer Medikamentenverordnung für einen Patienten aus vorzugsweise einem IT-System;
- Umwandeln der Medikamentenverordnung in eine Handlungsanweisung;
- erste Verifikation basierend auf der Handlungsanweisung des Medikaments und/ oder der Zubereitung durch eine Scannereinheit (1) (S1 , S2);
- zweite Verifikation basierend auf der Handlungsanweisung von zumindest einer Komponente des Infusionssystems, insbesondere einer Infusionspumpe, einem Infusionsüberleitungssystems und/oder einer Spritze, durch die Scannereinheit (1 ) (S4);
- dritte Verifikation des Patienten durch die Scannereinheit (1) (S41);
- Überwachung der Infusionsgabe und vierte Verifikation basierend auf der Handlungsanweisung der Infusion (S42, S43) durch einen Sensor (2); und
- Dokumentation der Infusionstherapie durch Übermittlung über eine Datenverbindung (9) aller Verifikationen und Daten an ein IT-System (8) (S44).
2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Handlungsanweisung zumindest eine der folgenden Information aufweist:
- Medikamentenname
- Zubereitung
- Flussrate
- Patient, und
- geplante Zeit der Gabe.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Information in einem Barcode (3), QR-Code (3), RFID- Tag (3) oder NFC-Tag (3) durch die Scannereinheit (1 ) ausgelesen oder ein Foto
erstellt und dieses mittels Bild- und/oder Mustererkennung (4) mit einer hinterlegten Information abgeglichen wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei der ersten Verifikation die Scannereinheit (1 ) den Barcode (3), QR-Code (3), RFID-Tag (3) oder NFC-Tag (3) auf einer Verpackung des Medikaments erfasst und die Information ausliest oder ein Foto von einer Verpackung des Medikaments erstellt und mittels Bild- und/oder Mustererkennung (4) mit einer hinterlegten Information abgleicht, wobei die ausgelesene oder abgeglichene Information im Zuge der Verifikation mit der Handlungsanweisung abgeglichen wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei der zweiten Verifikation die Scannereinheit (1 ) den Barcode (3), QR-Code (3), RFID-Tag (3) oder NFC-Tag (3) auf zumindest einem Teil einer Komponente des Infusionssystems, insbesondere der Infusionspumpe, erfasst und die Information ausliest oder ein Foto von dem zumindest einen Teil einer Komponente des Infusionssystems, insbesondere der Infusionspumpe, erstellt und mittels Bild- und/oder Mustererkennung (4) mit einer hinterlegten Information abgleicht, wobei die ausgelesene oder abgeglichene Information im Zuge der Verifikation mit der Handlungsanweisung abgeglichen wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei der dritten Verifikation die Scannereinheit (1) den Barcode (3), QR-Code (3), RFID-Tag (3) oder NFC-Tag (3) eines Patienten erfasst und die Information ausliest oder ein Foto des Patienten erstellt und mittels Bild- und/oder Mustererkennung (4) mit einer hinterlegten Information abgleicht.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der ersten Verifikation eine falsche Medikation und /oder eine falsche Zubereitung feststellbar ist, und/oder
der zweiten Verifikation eine fehlerhafte Verbindung von Komponenten des Infusionssystems und/oder eine Okklusion in zumindest einem Teil der Infusionspumpe feststellbar ist, und/oder der dritten Verifikation ein patientenspezifisches Therapieproblem detektierbar ist und/oder eine falsche Zuweisung von Medikation und Patient feststellbar ist, und/oder der vierten Verifikation eine ungenaue Flussrate, ein falscher Zeitpunkt oder eine Unterbrechung und/ oder eine Verzögerung des Flusses erfassbar ist.
8. Elektronische Hardware-Anordnung (5) zum Verifizieren und Dokumentieren eines Infusionstherapieprozesses (S100) mit einer Benutzerschnittstelle (6), einer, vorzugsweise kabellosen, Datenverbindung (7) zu zumindest einem IT-System (8), einer Scannereinheit (1) zum Einlesen von Daten, einer Software oder Steuerung (10), und einem integrierten oder separaten Sensor (2), vorzugsweise einem Flussratensensor, dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Hardware- Anordnung (5) dazu ausgebildet und vorgesehen ist, um die Schritte gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7 durchzuführen.
9. Elektronische Hardware-Anordnung (5) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (2) über die Datenverbindung (9) mit der Benutzerschnittstelle (6) und der Scannereinheit (1) oder zumindest einem IT- System (8) verbindbar ausgebildet ist.
10. Elektronische Hardware-Anordnung (5) nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Scannereinheit (1 ) dazu vorgesehen und ausgebildet ist, um einen Barcode (3), einen QR-Code (3), einen RFID-Tag (3) oder einen NFC-Tag (3) auszulesen oder die Scannereinheit (1 ) als Kamera, insbesondere als CCD-Kamera ausgebildet ist.
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