EP4705841A1 - Computer-implementiertes verfahren zum betreiben einer bearbeitungslinie und bearbeitungslinie - Google Patents
Computer-implementiertes verfahren zum betreiben einer bearbeitungslinie und bearbeitungslinieInfo
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- EP4705841A1 EP4705841A1 EP24726151.4A EP24726151A EP4705841A1 EP 4705841 A1 EP4705841 A1 EP 4705841A1 EP 24726151 A EP24726151 A EP 24726151A EP 4705841 A1 EP4705841 A1 EP 4705841A1
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Abstract
Computer-implementiertes Verfahren zum Betreiben einer Bearbeitungslinie (1), wobei die Bearbeitungslinie (1) ein erstes Anlagenmodul mit einer ersten Steuereinrichtung und ein zweites Anlagenmodul mit einer zweiten Steuereinrichtung umfasst. Dabei ist eine Auswerteeinrichtung mit einer Recheneinrichtung vorgesehen, wobei die Auswerteeinrichtung mit der ersten Steuereinrichtung des ersten Anlagenmoduls und der zweiten Steuereinrichtung des zweiten Anlagenmoduls in Wirkverbindung steht. Die Auswerteeinrichtung empfängt einen Datensatz der ersten Steuereinrichtung und einen Datensatz der zweiten Steuereinrichtung, wobei die Recheneinrichtung dazu geeignet und ausgebildet ist, anhand einer Auswertung basierend auf der Zusammenschau der Datensätze mit einer automatisierten Anwendung eine Funktionalität zu überprüfen. Die erfindungsgemäße Bearbeitungslinie (1) umfasst ein erstes Anlagenmodul mit einer ersten Steuereinrichtung und ein zweites Anlagenmodul mit einer zweiten Steuereinrichtung und eine Auswerteeinrichtung, die dazu geeignet und ausgebildet ist, ein solches computer-implementiertes Verfahren durchzuführen.
Description
Computer-implementiertes Verfahren zum Betreiben einer Bearbeitungslinie und Bearbeitungslinie
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrif ft ein Computer-implementiertes Verfahren zum Betreiben wenigstens einer Bearbeitungslinie , wobei die Bearbeitungslinie wenigstens ein erstes Anlagenmodul mit wenigstens einer ersten Steuereinrichtung und wenigstens ein zweites Anlagenmodul mit wenigstens einer zweiten Steuereinrichtung umfasst . Die vorliegende Erfindung betri fft weiterhin wenigstens eine Bearbeitungslinie umfas send wenigstens ein erstes Anlagenmodul mit wenigstens einer ersten Steuereinrichtung und wenigstens ein zweites Anlagenmodul mit wenigstens einer zweiten Steuereinrichtung .
Maschinen bzw . Baugruppen von Anlagen auf verschiedensten techni schen Gebieten haben oft wenigstens eine Steuereinrichtung, welche die j eweilige Maschine bzw . Baugruppe steuert .
In der Regel i st wenigstens ein Sensor oder dergleichen verbaut bzw . vorgesehen, worüber die entsprechenden Arbeitsschritte der Maschine überwacht und/oder kontrolliert werden . Diese Daten können dann unter anderem auch dazu genutzt werden, die Maschine bzw . Baugruppe zu steuern und/oder regeln .
Diese Daten werden in der Steuereinrichtung zweckmäßig auch gesichert und/oder vorgehalten, um z . B . bei Defekten und/oder
ERSATZBLATT (REGEL 26)
bei der Wartung Informationen zu der Arbeitsweise der Maschine auslesen zu können .
Stellt eine Maschine bzw . die Steuereinrichtung während des Betriebs eine Fehl funktion fest bzw . wird ein vorbestimmtes Ergebnis nicht erreicht , wird oft eine Fehlermeldung ausgegeben bzw . eine sogenannte Log-Datei erzeugt bzw . abgelegt .
Bei einer Anlage mit mehreren Maschinen oder Baugruppen kann es vorgekommen, das s eine bestimmte Maschine einen Fehler feststellt , welcher dann z . B . in der Steuereinrichtung auch abgelegt wird . Weiterhin kann oft auch eine entsprechende Fehlermeldung ausgegeben werden . Je nach Art des Fehlers kann dieser aber unter Umständen bereits in einer anderen (vorgelagerten ) Baugruppe entstanden sein, j edoch erst in der aktuellen Baugruppe ( die den Fehler erkennt/ausgibt ) eine Auswirkung zeigen . Dies kann ein Bediener durch die Fehlermeldung in der aktuellen Baugruppe in der Regel nicht erkennen, sodas s er fälschlicherweise dazu verleitet werden kann, Einstellungen an der Maschine bzw . Baugruppe vorzunehmen, welche die Fehlermeldung ausgegeben hat .
Dies kann zwar unter Umständen das gewünschte Endergebni s wiederherstellen, da durch einen veränderten Arbeitsablauf in der aktuellen Maschine der Fehler ausgeglichen wird . Eine solche Vorgehenswei se behebt j edoch nicht die Ursache des Fehlers und i st somit nicht vorteilhaft .
Gerade bei komplexeren Anlagen mit mehreren Baugruppen kann es dadurch oft sehr schwierig und zeitaufwendig sein, eine Fehl funktion richtig zu lokali sieren und somit die tatsächliche Ursache eines Fehlers zu beseitigen .
Es i st deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Zusammenwirken von mehreren Maschinen bzw . Anlagen dahingehend zu
verbes sern, dass der Ursprung eines Fehlers bzw . einer Fehl funktion bzw . einer ungewünschten Eigenschaft bes ser lokali siert und vorzugswei se abgestellt werden kann .
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Computer-implementiertes Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch eine Bearbeitungslinie mit den Merkmalen des Anspruchs 16 . Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche . Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindungen ergeben sich aus der allgemeinen Beschreibung und der Beschreibung des Aus führungsbeispiel s .
Das erfindungsgemäße computerimplementierte Verfahren ist zum Betreiben einer Bearbeitungslinie vorgesehen, wobei die Bearbeitungslinie wenigstens ein erstes Anlagenmodul mit wenigstens einer ersten Steuereinrichtung und wenigstens ein zweites Anlagenmodul mit wenigstens einer zweiten Steuereinrichtung umfasst . Weiterhin i st wenigstens eine Auswerteeinrichtung mit wenigstens einer Recheneinrichtung vorgesehen, wobei die Auswerteeinrichtung wenigstens mit der ersten Steuereinrichtung des ersten Anlagenmodul s und mit der zweiten Steuereinrichtung des zweiten Anlagenmodul s in Wirkverbindung steht . Dabei empfängt die Auswerteeinrichtung wenigstens einen Datensatz der ersten Steuereinrichtung und wenigstens ein Datensatz der zweiten Steuereinrichtung, wobei die Recheneinrichtung dazu geeignet und ausgebildet i st , anhand einer Auswertung basierend auf der Zusammenschau der Datensätze der ersten und der zweiten Steuereinrichtung mit wenigstens einer automati sierten Anwendung wenigstens eine Funktionalität zu überprüfen . Daraufhin wird wenigstens eine vorbestimmte Handlung vorgenommen .
Bevorzugt umfasst die Auswerteeinrichtung eine Speichereinrichtung, in der fortwährend die von den Steuereinrichtungen erzeugten Datensätze , j e nach Aus führung auch
nach Datensatztyp in unterschiedlichen Ablageorten, abgelegt und verarbeitet werden.
Als Bearbeitungslinie wird anmel dungs gemäß insbesondere das Zusammenwirken von wenigstens zwei Anlagen bzw. Anlagenteilen bzw. Maschinen bzw. Baugruppen verstanden, welche wenigstens abschnittsweise bzw. wenigstens zeitweise wenigstens indirekt Zusammenwirken. So können die beiden Anlagenmodule insbesondere direkt aufeinanderfolgende Bearbeitungsschritte und/oder Handlungen vornehmen. Es können aber vorzugsweise auch andere Bearbeitungsschritte bzw. Handlungen zwischen den beiden Anlagenmodulen vorgesehen sein. So ist es insbesondere auch möglich, dass die Anlagenmodule räumlich voneinander getrennt vorgesehen sind und dass wenigstens ein Transportschritt vorgesehen ist, um beispielsweise ein Produkt erst mit dem ersten Anlagenmodul zu Bearbeiten und nach dem Transport mit dem zweiten Anlagenmodul .
Eine Bearbeitungslinie kann insbesondere beispielsweise ein Bearbeitungszentrum sein, wobei die beiden Anlagenmodule eines solchen Bearbeitungszentrums beispielsweise eine Handlingeinrichtung und eine Fördereinrichtung sein können. In bevorzugten Ausgestaltungen kann eine Bearbeitungslinie beispielsweise auch eine klassische Packlinie bzw. eine Packerei sein. So kann die Bearbeitungslinie vorzugsweise eine Packanlage zum Abfüllen von Schüttgut, Flüssigkeiten und/oder dergleichen sein, wobei eine solche Packanlage beispielsweise eine rotierende Packmaschine und einen der Packmaschine zugeordneten Sackauf Stecker umfasst. Alternativ kann die Packanlage aber auch zum Füllen von anderen Gebinden vorgesehen sein, insbesondere wenn z. B. Flüssigkeiten abgefüllt werden. Dann kann das zu füllende Gebinde beispielsweise Fässer, Container, Flaschen, Bigbags, Octabins, Beutel und/oder dergleichen sein.
Dass die Recheneinrichtung dazu geeignet und ausgebildet ist, anhand einer Auswertung wenigstens eine Funktionalität zu überprüfen, heißt anmeldungsgemäß insbesondere, dass wenn beispielsweise wenigstens eine bestimmte Eigenschaft, wenigstens eine Fehlfunktion bzw. wenigstens ein Fehler erkannt wird, dass die automatisierte Anwendung die Funktionalität bzw. die Fehlfunktion bzw. der Fehler bzw. die Eigenschaft analysiert wird, um die Ursache der bestimmten Eigenschaft bzw. des Fehlers bzw. der Fehlfunktion herauszufinden.
Eine Recheneinrichtung umfasst anmel dungs gemäß vorzugsweise wenigstens einen Computer und/oder dergleichen und/oder wird durch wenigstens einen Computer und/oder dergleichen zur Verfügung gestellt. So kann ein Computer auch die Auswerteeinrichtung bereit stellen, welche die Recheneinrichtung beinhaltet .
Eine automatisierte Anwendung ist insbesondere wenigstens eine prozessorbasierte Anwendung bzw. eine computerbasierte Anwendung, welche die von den Steuereinrichtungen erfassten Daten prozessiert bzw. weiterverarbeitet bzw. analysiert.
Das erfindungsgemäße Computer-implementierte Verfahren bietet viele Vorteile. Ein erheblicher Vorteil ist, dass bei Fehlfunktionen bzw. Fehlern bzw. ungewünschten Resultaten und/oder Eigenschaften nicht nur erkannt wird, dass etwas nicht nach Vorgabe läuft, sondern dass durch die automatisierte Anwendung eine automatisierte Analyse bzw. Fehlersuche bzw. Fehlfunktionsermittlung ausgeführt werden kann. Dabei werden erfindungsgemäß nicht nur die Daten eines Anlagenmoduls berücksichtigt, sondern es werden die Datensätze von verschiedenen Steuereinrichtungen zusammengeführt und in einer Zusammenschau analysiert, um ein detailliertes Bild der Vorgänge auf der Bearbeitungslinie bzw. den einzelnen Anlagenmodulen zu erhalten, um so die Funktionalität bzw. eine Fehlfunktion bzw.
einen Fehler besser einordnen zu können. Je nach Ausgestaltung können die einzelnen Datensätze zunächst, parallel oder nachträglich auch einzeln analysiert werden.
So kann vorzugsweise die Ursache der erkannten Funktionalität (Fehler, Eigenschaft etc. ) erkannt und dementsprechend abgestellt werden. So können vorzugsweise z. B. Eigenschaften eines Anlagenmoduls automatisch angepasst werden und/oder einem Benutzer kann eine geeignete Handlungsanweisung gegeben werden.
Da die Daten mehrerer Steuereinrichtungen in Zusammenschau berücksichtigt werden, ist es nicht nur möglich, eine bestimmte Funktionalität bzw. einen Fehler zu erkennen, sondern es können auch nicht-triviale bzw. komplexe bzw. unmittelbar nichtersichtliche Zusammenhänge zwischen Arbeitsschritten und einer bestimmten Funktionalität erkannt werden.
Dabei kann die automatisierte Anwendung insbesondere hinterlegte Funktionalitäten bzw. Beispiele für Fehlfunktionen und/oder Fehler berücksichtigen. Insbesondere können beispielsweise in einer Datenbank Normalparameter für bestimmte Prozesse hinterlegt werden, wobei die automatisierte Anwendung dann zum Beispiel Soll- und Ist-Werte von bestimmten Bearbeitungsschritten vergleicht und in Bezug auf den gesamten Bearbeitungsprozess setzt. Hier können je nach Ausgestaltung z. B. auch unterschiedliche Schwellwerte berücksichtigt werden und/oder driftende bzw. sich tendenziell ändernde Werte (Tendenzen) erkannt bzw. berücksichtigt werden. So kann beispielsweise von einer automatisierten Anwendung erkannt werden, dass bei einem zweiten Anlagenmodul immer dann ein bestimmter Fehler auftritt, wenn bei dem ersten Anlagenmodul ein gewisser Parameter für einen bestimmten Bearbeitungsschritt vorliegt. So kann je nach Ausgestaltung beispielsweise der Verschleiß von bestimmten Bauteilen an einem ersten Anlagenmodul erkannt werden, auch wenn hierdurch erst bei dem zweitem bzw. einem nächsten Anlagenmodul
eine bestimmte Funktionalität erkannt wird bzw . ein Fehler auftritt .
So können vorzugswei se durch eine zeitsynchrone Erfas sung von Events unterschiedlicher Anlagenteile und die Zusammenschau dieser Events in einem einheitlichen System zur Ursachenanalyse besser und schneller Fehler erkannt werden . Anschließend können dann automati siert oder angewiesen entsprechende Handlungen und/oder Einstellungen vorgenommen werden, um die Fehlerfunktionen abzustellen . Weiterhin i st es möglich, durch die Zusammenschau eine Prozes soptimierung vorzunehmen .
Vorzugswei se wird ein Fehlerbild basierend auf Fehlerhäufigkeiten im Gesamtkontext erkannt .
Bevorzugt umfasst eine vorbestimmte Handlung, welche aufgrund einer überprüften Funktionalität vorgenommen wird, eine Anwei sung, ein Hinwei s und/oder ein Bericht bzw . das Ausgeben einer Anweisung bzw . eines Hinwei ses bzw . eines Berichts sein . Eine vorzunehmende Handlung kann aber bei spiel swei se auch wenigstens eine Änderung und/oder Anpassung wenigstens einer Einstellung umfas sen .
Berichte können dabei vorzugswei se automatisiert versendet werden und insbesondere auch zwi schen Anlagen geteilt werden . Der Verteilerkrei s kann j e nach überprüfter Funktionalität und/oder Ergebnis der Überprüfung und/oder bei bestimmten Schwellwerten bevorzugt abgestimmt werden, wobei insbesondere eine interne und eine externe Verteilung und unterschiedliche Personen und/oder Personengruppen möglich sind .
Vorzugswei se werden KPI s ( Key Performance Indicator ) maschinenübergrei fend ermittelt/erstellt und als Bericht ausgegeben bzw . in wenigstens einem Dashboard der Anlage angezeigt .
Bevorzugt ist auch der "Chat" zwischen Maschinen (von Dashboard zu Dashboard) , zwischen Hotline und Maschine, zwischen Maschine und Produktionsleitung und/oder dergleichen und die Verwendung von vorgefertigten Berichten zur schnellen Kommunikation, insbesondere Kl-unterstützt für schnelle Antworten.
Bei der Überprüfung werden vorzugsweise „Ausreißer" rausgerechnet bzw. erkannt. Dabei heben sich „Ausreißer" vorzugsweise (deutlich) von der gemittelten Mehrzahl von Werten bzw.
Ereignissen ab, sodass diese statisch unberücksichtigt bleiben können .
Die Änderung und/oder Anpassung wenigstens einer Einstellung bzw. das Einstellen von bestimmten Parametern kann insbesondere auch zur Prozessoptimierung genutzt werden. So können zum Beispiel Wartezeiten abgestellt werden, wenn ein Prozess an einer nachfolgenden Anlage Wartezeiten aufweist, obwohl die Anlage davor die Leistung noch erhöhen kann. Andersherum kann z. B. bei Gewichtsschwankungen bei einem Abfüllprozess die Leistung auch reduziert werden, um eine bessere Abfüllgenauigkeit zu erreichen.
Bevorzugt umfasst die automatisierte Anwendung wenigstens eine Kl-Anwendung und/oder wenigstens eine Machine-Learning Anwendung. Durch die Verwendung von künstlicher Intelligenz bzw. von Machine-Learning kann bei der Auswertung der Datensätze besonders vorteilhaft auf bestimmte Daten in Bezug auf eine bestimmte Funktionalität bzw. einen Fehler bzw. eine Fehleigenschaft geschlossen und entsprechende Handlungen vorgenommen oder Handlungsanweisungen gegeben werden.
Dabei ist die automatisierte Anwendung wenigstens eine Kl- Anwendung und/oder eine Machine-Learning-Anwendung und/oder umfasst wenigstens eine dieser Anwendungen. Dabei kann insbesondere auch wenigstens eine Computer Vision Anwendung vorgesehen sein.
Dabei bezeichnet Computer Vision insbesondere die Analyse von Bildern und Videos mithilfe von Computerprogrammen. Ziel dieser Analysen ist insbesondere die Extraktion von im Bild enthaltenen Informationen. Dabei kommen je nach Ausgestaltung vorzugsweise probabilistische Methoden zum Einsatz, Methoden der Bildverarbeitung, der projektiven Geometrie, des Deep Learning und der Computergrafik.
Im Bereich der Kl-Anwendung kann jede Anwendung im Bereich der künstlichen Intelligenz verwendet werden, welche vorteilhaft in Bezug auf die jeweils vorgesehene Auswertung von Datensätzen verwendet werden kann.
Insbesondere ist hier die Verwendung von Machine-Learning (ML) vorteilhaft, wobei ein solches maschinelles Lernen ein Teilgebiet der künstlichen Intelligenz (KI) ist. Zentraler Bestandteil von maschinellem Lernen sind insbesondere Algorithmen und Methoden, die es Programmen ermöglichen, von Daten zu lernen, ohne explizit programmiert zu werden. So können diese Programme vorzugsweise selbstständig Entscheidungen treffen.
Es wird insbesondere zwischen überwachtem, unüberwachtem und semi-überwachtem Lernen unterschieden. Zu den überwachten Lernverfahren zählen unter anderem Convolutional Neural Networks (auch bezeichnet als Space Invariant Artificial Neural Networks) und Weiterentwicklungen der Convolutional Neural Networks, wie Region based Convolutional Neural Networks. Diese Abwandlungen von herkömmlichen Neural Networks sind insbesondere aber nicht ausschließlich für bildverarbeitende Anwendungen geeignet, da vor dem Neural Network je nach Ausgestaltung ein oder mehrere Vorverarbeitungsschritte durchgeführt werden, unter anderem je nach Anwendung z. B. Faltungsoperationen.
Insbesondere werden mit Sensoren (z. B. optischen Sensoren wie z. B. mit einer Kamera in Farbe oder Schwarz/Weiß , Wärmebild,
Temperatursensoren, Schwingungssensoren, Geräuschsensoren, etc. ...) Daten von bestimmten Zuständen aufgenommen und in der jeweiligen Steuereinrichtung abgelegt.
Die erhaltenen, prozessierten und deklarierten Informationen werden dann vorzugsweise durch Machine Learning bzw. Kl-Verfahren bzw. KI -Anwendungen in ein CNN (convolutional neural network) übertragen/ angelernt .
Besonders bevorzugt werden Datensätze von gleichartigen Bearbeitungslinien von der automatisierten Anwendung berücksichtigt. So ist es möglich, dass die automatisierte Anwendung nicht nur von der jeweiligen Bearbeitungslinie lernt, sondern auch von der „Erfahrung" anderer gleichartiger Bearbeitungslinien profitiert.
Um die Kl-Anwendung bzw. Machine-Learning-Anwendung mit Normwerten anzulernen, ist es bevorzugt, diese bereits mit Standardwerten einer derartigen bereits wiederholt gebauten Anlage vorzulernen, oder während der Inbetriebnahme vor Ort durch einen geschulten Bediener die Anlagenwerte bzw. Datensätze in einem störungsfreien Normbetrieb aufzunehmen und als korrekt zu deklarieren, bzw. im Falle des Auftretens von Abweichungen, diese der Kl-Anwendung als fehlerhaft zu lernen.
Bevorzugt kann auch eine geführte bzw. angeleitete Fehlersuche mit Feedback-Schleife zum Training der KI bzw. der automatisierten Anwendung allgemein vorgesehen sein. So kann die KI anlagenspezifisch und kontrolliert nachtrainiert werden.
In zweckmäßigen Ausgestaltungen umfasst wenigstens ein Datensatz wenigstens einen Wert. Dabei kann ein Datensatz insbesondere wenigstens einen und vorzugsweise eine Mehrzahl von Werten umfassen, welche beispielsweise die Temperatur, die Geschwindigkeit, die Fördergeschwindigkeit, das Gewicht und/oder
dergleichen umfassen können. Im einfachsten Fall kann ein Datensatz auch einen einzelnen Wert umfassen, welcher beispielsweise eine Momentaufnahme von einem bestimmten Parameter angibt .
Bevorzugt umfasst wenigstens ein Datensatz wenigstens einen Verlauf wenigstens eines Werts. Insbesondere kann die Entwicklung wenigstens eines Wertes, beispielsweise der Temperatur, über die Zeit in einem Datensatz enthalten sein. So können über den Verlauf dieses Wertes und/oder einer Mehrzahl bzw. Vielzahl von Werten bzw. Wertverläufen Rückschlüsse auf bestimmte Ereignisse gezogen werden. Insbesondere können auch die Daten bzw. die Entwicklung der Daten an unterschiedlichen Tagen und/oder von unterschiedlichen Schichten berücksichtigt werden.
Besonders bevorzugt umfasst wenigstens ein Datensatz wenigstens einen Verschleißindikator (abgeleitet z. B. aus längeren Zylinderlaufzeiten, erhöhter Motorstromaufnahme, längeren Bremskurven, etc. ) , wenigstens ein Event-Log bzw. ein Ereignis und/oder wenigstens eine Einstellungsänderung und/oder bildet derartige Eigenschaften ab.
In zweckmäßigen Weiterbildungen ist dabei wenigstens ein Event- Log wenigstens ein Alarm-Event-Log. So kann beispielsweise ein Alarm-Event-Lock eine Fehlermeldung sein, welche beispielsweise eine falsche Eigenschaft und/oder ein unerwünschtes Ergebnis beschreibt. Beispielsweise im Bereich von Packanlagen kann ein Alarm-Event-Log das falsche Gewicht eines gefüllten Sacks bzw. eine zu große Gewichtsabweichung und/oder auch bei der anschließenden Palettierung von gefüllten Säcken ein schiefes Lagenbild bzw. eine schief gepackte Palette sein. Je nach Anlage kann ein Alarm-Event-Log vorzugsweise auch beim Erreichen vorbestimmter Schwellwerte und/oder beim Erkennen von driftenden bzw. sich
tendenziell ändernden Werten erstellt und/oder ausgelöst werden.
In zweckmäßigen Ausgestaltungen werden die Daten von mehr als einer Steuereinrichtung pro Anlagenmodul berücksichtigt. So ist es insbesondere möglich, dass ein Anlagenmodul mehrere Steuereinrichtungen ausweist, welche unterschiedliche Datensätze auf nehmen bzw. ausgegeben können. Auch hierdurch kann eine besonders genaue zielgerichtete Analyse von Funktionalitäten durch die automatisierte Anwendung vorgenommen werden.
Bevorzugt werden die Daten von den Steuereinrichtungen von mehr als zwei Anlagenmodulen berücksichtigt. Insbesondere bei komplexeren Bearbeitungslinien, beispielsweise bei Packanlagen, welche unter anderem z. B. eine Sackherstellung, einen Sackauf Stecker , eine Packmaschine und eine nachfolgende Verladeeinrichtung umfassen können, kann die Zusammenschau der Datensätze von mehr als zwei Anlagenmodulen besonders zielführend eingesetzt werden, um Funktionalitäten bzw. Fehlfunktionen zu analysieren .
Besonders bevorzugt untersucht die Auswerteeinrichtung bzw. die Recheneinrichtung bzw. die automatisierte Anwendung bei einem Alarm-Event-Log eines Anlagenmoduls diesen Datensatz mit den Datensätzen unterschiedlicher weiterer Anlagenmodule. Dabei kann insbesondere bei einem Alarm-Event-Log bei einer Steuereinrichtung ein Vergleich mit den Daten bzw. Event-Logs bzw. Alarm-Event-Log anderer Anlagenmodule vorgenommen werden. Die Analyse kann dabei z. B. nacheinander, gleichzeitig und/oder auch sequenziell erfolgen. So ist es insbesondere möglich, dass die automatisierte Anwendung bei einem erkannten Fehler in einem Anlagenmodul bzw. bei einem Alarm-Event-Log auf die Suche nach dem Auslöser dieses Fehlers geht. Insbesondere kann analysiert werden, bis zu welchem Bearbeitungsschritt bzw. bei welchem Anlagenmodul alle Arbeitsschritte bzw. Arbeitsergebnisse noch der Norm entsprachen bzw. normal waren. Insbesondere kann bei einem
auftretenden Fehler auch ein Hinweis an einen Benutzer ergehen, dass eine auf den ersten Blick naheliegend erscheinende Handlungen, beispielsweise eine Änderung bzw. Anpassung eines Parameters, zu unterlassen ist, da der vorliegende Fehler eben nicht auf der naheliegenden Ebene zu suchen ist, sondern durch die Auswertung der Datensätze der unterschiedlichen Steuereinrichtungen an einer ganz anderen Stelle zu suchen ist. Insbesondere können auch die Alarm-Event-Logs von unterschiedlichen Tagen und/oder unterschiedlichen Schichten berücksichtigt bzw. verglichen werden.
Bevorzugt ist wenigstens ein Anlagenmodul aus wenigstens einem technischen Gebiet vorgesehen, welches aus einer Gruppe technischer Gebiete umfassend Abfülltechnik, Packanlagen, Fördertechnik, Aufbereitungstechnik, Lagertechnik und/oder Logistik ausgewählt ist.
Insbesondere umfasst die Bearbeitungslinie wenigstens eine Packanlage und/oder ist als solche ausgebildet. Eine Packanlage kann insbesondere eine Packanlage zum Abfüllen von Schüttgut bzw. fließfähigen und/oder rieselfähigen Feststoffen und/oder eine Abfüllanlage zum Abfüllen von flüssigen und/oder pastösen Produkten ausgebildet sein. Die zu packenden bzw. füllenden Gebinde können dann beispielsweise Säcke, Fässer, Beutel, Flaschen, Container, Kanister, Bigbag, Octabin und/oder dergleichen sein.
Vorzugsweise ist dann wenigstens ein Anlagenmodul der Packanlage aus einer Liste ausgewählt, die umfasst: Aufgabebunker, Becherwerk, Zwischensilo, Filteranlage (mit Lüfter) , Siebanlage, Verteilrinne, Bunkerbatterie, Siloabzugstechnik (z. B. Schneckenförderer) , Misch- und/oder Batchsilos, Mischer, Dosiereinrichtung, Verteilschurre, Förderband, Produkt silos , Siloabzugstechnik, Losebeladekopf, Fahrzeuglogistik, Vorbunker, Abzugsschieber, (rotierende) Packmaschine, Leersacklager,
Sackherstellung, Rückmehlsammler und Transport, Sackauf Stecker , Austragslinie (z. B. umfassend: Austrageband, Sackreinigung) , Seitenkanalverdichter, Bandkontrollwaage, Sackausschleusung, Förderstrecke, Metalldetektor, Bügelband, Sackverteilung, Palettierer (z. B. umfassend Ablegetisch, Hubtisch etc. ) , Leerpalettenzuführung, Vollpalettentransport (z. B. als Rollenbahn, Kettenförderer etc. ) , Eckumsetzer, Press- und/oder Wendeeinrichtung, Haubenüberzieher und/oder Wickelstretcher, Palettenabnahme, mobile Fördertechnik (z. B Stapler) und Lagerlogistik. Dabei sind insbesondere alle Anlagenmodule der Packanlage aus der Liste bzw. dem technischen Gebiet der Packanlagen entnommen. Wenn eine Abfüllanlage umfasst ist, können entsprechend bekannte Anlagenmodule für eine derartige Anlage umfasst sein.
Vorzugsweise ist wenigstens eine universelle Diagnoseschnittelle für einen Service-Techniker vorgesehen.
In zweckmäßigen Weiterbildungen werden Wartungs- und Reparaturprotokolle hinterlegt und bei der Auswertung berücksichtigt .
Bevorzugt ist wenigstens ein Sensor vorgesehen, welcher anlagenübergreifende Besonderheiten erfasst, wie z. B. eine außergewöhnliche Geräuschentwicklung, eine Temperatur (Veränderung) , eine Staubentwicklung und/oder dergleichen. Dazu können geeignete thermische, akustische, optische, schwingungssensitive Sensoren und/oder dergleichen an einer geeigneten Stelle verwendet werden.
Vorzugsweise werden basierend auf der Auswertung Hinweise, Anleitungen und/oder Videos aus einer Bibliothek ausgewählt und einem Benutzer angeboten. Dabei kann beispielsweise eine Anzeige auf einem Monitor, einer VR-Brille und/oder dergleichen vorgesehen sein. Diese Hinweise, Anleitungen und/oder Videos
können basierend auf früheren Auswertungen gleicher Anlagen und/oder Anlagentypen erstellt sein . Die Hinweise , Anleitungen und/oder Videos werden bevorzugt in einer Datenbank im lokalen Netzwerk oder in einer Cloudanwendung bzw . von überall zugänglich ( Internet ) vorgehalten .
Die erfindungsgemäße Bearbeitungslinie umfas st wenigstens ein erstes Anlagenmodul mit wenigstens einer ersten Steuereinrichtung und wenigstens ein zweites Anlagenmodul mit wenigstens einer zweiten Steuereinrichtung . Weiterhin i st wenigstens eine Auswerteeinrichtung mit wenigstens einer Recheneinrichtung umfas st , die dazu geeignet und ausgebildet i st , wenigstens ein computerimplementiertes Verfahren durchzuführen, wie es zuvor beschrieben wurde .
Auch die erfindungsgemäße Bearbeitungslinie bietet die Vorteile , wie sie zuvor schon zu dem erfindungsgemäßen Computerimplementierten Verfahren ausgeführt wurden .
Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus dem Aus führungsbeispiel , welches im Folgenden mit Bezug auf die beiliegenden Figuren erläutert wird .
In den Figuren zeigen :
Fig . 1 eine rein schemati sche Darstellung von zwei Aus führungsbei spielen nebeneinander angeordneter erfindungsgemäßer Bearbeitungslinien in einer seitlichen Schnittansicht ;
Fig . 2 eine rein schemati sche Darstellung von zwei weiteren Aus führungsbei spielen nebeneinander angeordneter erfindungsgemäßer Bearbeitungslinien in einer seitlichen Schnittansicht ;
Fig. 3 eine rein schematische Darstellung von zwei nächsten Ausführungsbeispielen nebeneinander angeordneter erfindungsgemäßer Bearbeitungslinien in einer seitlichen Schnittansicht; und
Fig. 4 die linke Bearbeitungslinie aus Figur 2 in einer vergrößerten Darstellung.
In den Figuren 1 bis 3 sind insgesamt sechs Ausführungsbeispiele von erfindungsgemäßen Bearbeitungslinien 1 (la bis lf) dargestellt, welche hier beispielhaft dem Bereich der Verarbeitung bzw. Verpackung von Schüttgütern wie z. B. Zement zuzuordnen sind.
Die Bearbeitungslinie la ist beispielsweise eine Tagebaulinie für Gestein mit Vorbrech-, Brech-, und Klassieranlage, sowie Speichersilos .
Die Bearbeitungslinie lb ist ein Misch- und Lagerwerk für z. B. mineralische Baustoffe und ein Verladeterminal
Die Bearbeitungslinie lc ist eine Packanlage, welche hier unter anderem eine Schüttgutabsackung, eine Palettierung, sowie einen Ladungs-/Witterungsschutzhaubenüberzieher umfasst .
Die Bearbeitungslinie ld ist eine andere beispielhafte Konfiguration einer Packanlage.
Die Bearbeitungslinie le ist eine Schiffsbeladeanlage (insbesondere für Schüttgüter) und die Bearbeitungslinie lf ist ein Schiffsentladeterminal mit Weiterverarbeitungsanlage.
Jede dieser Bearbeitungslinien la bis lf besteht aus einer Mehrzahl von Anlagenmodulen 2, 4, 6, wobei eine erfindungsgemäße Bearbeitungslinie 1 grundsätzlich wenigstens
ein erstes Anlagenmodul 2 und ein zweites Anlagenmodul 3 umfasst .
Die hier gezeigten Ausführungsbeispiele von erfindungsgemäßen Bearbeitungslinien 1 (la-lf) umfassen jeweils ein erstes Anlagenmodul 2, ein zweites Anlagenmodul 3 und mehrere weitere Anlagenmodule 6, welche in den Figuren nur schematisch angedeutet werden. Diese Anlagenmodule 2, 4, 6 weisen jeweils eine Steuereinrichtung 3, 5, 7, welche in den Figuren 1 bis 3 nicht näher dargestellt sind.
Jedes Anlagenmodul 2, 4, 6 kann z. B. eine eigenständige Maschine, eine Anlage und/oder eine Baugruppe sein. Dabei umfasst jedes Anlagenmodul eine Steuereinrichtung 3, 5, 7, welche über Sensoren oder ein anderes geeignetes Monitoring Daten bzw. Werte zu dem Zustand und/oder der Arbeitsweise der Anlagenmodule 2, 4, 6 und/oder dergleichen empfängt bzw. aufnimmt bzw. speichert. Solche Daten werden dann als Datensatz in der Speichereinrichtung hinterlegt bzw. gespeichert. Dabei können unterschiedliche Speicherorte für unterschiedliche Datensätze vorgesehen sein.
Insbesondere können für den Betrieb des entsprechenden Moduls charakteristische Werte und/oder Wertverläufe gespeichert werden. Hier könne beispielhaft eine Temperatur, ein Druck, eine Geschwindigkeit und/oder ein Gewicht genannt werden. Ein Datensatz kann aber beispielsweise auch wenigstens einen Verschleißindikator, wenigstens ein Event-Log (Ereignis) und/oder wenigstens eine Einstellungsänderung abbilden bzw. umfassen.
Erfindungsgemäß umfasst eine Bearbeitungslinie 1 wenigstens eine Auswerteeinrichtung 50 mit wenigstens einer Recheneinrichtung 51, wobei die Auswerteeinrichtung 50 bzw. die Recheneinrichtung 51 wenigstens Daten bzw. Datensätze von der ersten Steuereinrichtung
3 und der zweiten Steuereinrichtung 5 empfangen kann. In den gezeigten Ausführungsbeispielen in den Figuren 1 bis 3 steht die Auswerteeinrichtung 50 bzw. die Recheneinrichtung 51 in Wirkverbindung mit den Steuereinrichtungen 3, 5, 7 von allen Anlagenmodulen 2, 4, 6.
Je nach Ausführungsbeispiel können auch die Auswerteeinrichtungen 50 von unterschiedlichen Bearbeitungslinien 1 (la-lf) miteinander im Datenaustausch stehen. Auch die Vernetzung mehrerer gleichartiger Bearbeitungslinien 1 kann vorteilhaft sein.
Die Auswerteeinrichtung 50 bzw. die Recheneinrichtung 51 ist dazu geeignet und ausgebildet, Datensätze von mehreren (wenigstens zwei) Steuereinrichtungen 3, 5, 7 zu empfangen und anhand einer Auswertung basierend auf der Zusammenschau der Datensätze mit wenigstens einer automatisierten Anwendung wenigstens eine Funktionalität zu überprüfen.
Dabei kann die Auswerteeinrichtung 50 bzw. die Recheneinrichtung insbesondere eine Kl-Anwendung bzw. eine Machine-Learning- Anwendung verwenden, wie sie beispielhaft in dieser Anmeldung beschrieben ist.
Durch die automatisierte Anwendung bzw. die automatisierte Analyse bzw. Zusammenschau von Datensätzen von unterschiedlichen Anlagenmodulen 2, 4, 6, bzw. deren Steuereinrichtungen 3, 5, 7 wird es möglich, auch komplexe Zusammenhänge von Änderungen von Parametern, Eigenschaften bzw. Fehlern bzw. Fehlfunktionen zu analysieren. So können Fehlerquellen wesentlich besser und schneller lokalisiert werden.
Ein Bediener einer solchen Bearbeitungslinie 1 bzw. eines Anlagenmoduls 2, 4, 6 wäre generell damit überfordert, permanent alle Datentöpfe aller Steuereinrichtungen 3, 5, 7 aller Anlagenmodule 2, 4, 6 zu beobachten und selbst wenn die
Datenverläufe in Diagrammen visualisiert wären, kann ein Bediener diese nicht übereinanderlegen und so Abweichungen bzw. komplexe Zusammenhänge erkennen.
In Figur 4 ist rein schematisch ein Ausführungsbeispiel einer Bearbeitungslinie 1 dargestellt, wie sie bereits in Figur 2 (Bearbeitungslinie lc) gezeigt ist.
Diese Bearbeitungslinie 1 ist hier als Packanlage 100 ausgebildet, welche eine Vielzahl von Anlagenmodulen 2, 4, 6 mit den jeweiligen Steuereinrichtungen 3, 5, 7 umfasst. Die Steuereinrichtungen 3, 5, 7 sind dabei nicht konkret dargestellt, sondern nur über die gepunkteten Pfeile angedeutet.
Die Packanlage 100 umfasst dabei insbesondere eine Packmaschine 101 als Anlagenmodul 2, welche hier als FFS-Packmaschine (form- fill-seal) ausgebildet ist.
Die hier dargestellte Packmaschine umfasst eine Nettowaage 102, der eine Dosiereinrichtung 103 zugeordnet ist, welcher abzufüllendes Produkt aus einem Silo 110 zugeführt wird.
Weitere Anlagenmodule 4, 6 sind unter anderem Förderstrecke 104 mit einer Kontrollwaage 105, ein Palettierer 106 mit einem Ablagetisch 107, unter dem Leerpaletten angeordnet werden können. Weiterhin ist ein Vollpalettentransport 108 und ein Haubenstretcher 109 vorgesehen.
Auch hier umfasst die Bearbeitungslinie 1 wenigstens eine Auswerteeinrichtung 50 mit wenigstens einer Recheneinrichtung 51, wobei die Auswerteeinrichtung 50 bzw. die Recheneinrichtung 51 Daten bzw. Datensätze von den Steuereinrichtungen 3, 5, 7 empfangen können. Die Vernetzung bzw. Datenverbindung zwischen der Auswerteeinrichtung 50 bzw. der Recheneinrichtung 51 ist über die gestrichelten Linien angedeutet.
Die Auswerteeinrichtung 50 bzw. die Recheneinrichtung 51 ist dazu geeignet und ausgebildet, Datensätze von den Steuereinrichtungen 3, 5, 7 zu empfangen und anhand einer Auswertung basierend auf der Zusammenschau der Datensätze mit wenigstens einer automatisierten Anwendung wenigstens eine Funktionalität zu überprüfen .
Dabei kann die Auswerteeinrichtung 50 bzw. die Recheneinrichtung hier mittels einer Kl-Anwendung bzw. einer Machine-Learning- Anwendung Rückschlüsse auf bestimmte Funktionalitäten bzw. Fehler ziehen .
Bei einer Anlage, wie sie in Figur 4 beispielhaft dargestellt ist, kann es passieren, dass nach einer längeren Anlagenlaufzeit (z. B. Monate) die Sackgewichte der Nettowage 102 einer Packmaschine 101 zu Beginn eines Batches bei der Kontrollverwiegung auf der Kontrollwaage 105 tendenziell höher sind, als durch die Nettowaage 102 gewogen, obwohl die Nettowaage 102 prinzipiell korrekt gewogen hat und auch sonst eigentlich nichts verändert wurde.
Später im Batch stimmen die Gewichte wieder überein. Als Ursache wird die Dosiereinrichtung 103 vor der Nettowaage 102 erkannt, deren Dichtwirkung durch beginnenden Verschleiß schlechter wird.
Zu Beginn eines Batches mit hohem Silofüllstand ist der Produktdruck höher und führt auch bei geschlossener Dosiereinrichtung 103 zu einem leichten Nachrieseln, was die Nettowaage 102 nicht mehr detektiert, da sie bereits in den zu füllenden Sack entleert. Fällt der Produktdruck mit dem Füllstand, schafft es die Dichtung wieder dieses Nachrieseln zu verhindern .
Ein solcher Zusammenhang kann mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens aufgeklärt werden oder mögliche Fehlerquellen können zumindest besser eingegrenzt werden.
Dadurch, dass die Auswerteeinrichtung 50 bzw. die Recheneinrichtung 51 die Datensätze von allen Anlagenmodulen in einer Zusammenschau zusammen, einzeln und/oder auch sequenziell betrachten bzw. auswerten kann, können Fehlerquellen besser gefunden bzw. ermittelt werden.
In dem zuvor beschriebenen Beispiel kann die automatisierte Anwendung, insbesondere unter Verwendung wenigstens einer Kl- Anwendung bzw. wenigstens einer Machine-Leraning-Anwendung z. B. aus den Daten zum Füllstand des Silos 110, den Daten der Nettowaage 102 und der Kontrollwaage 105 und z. B. dem Wartungsintervall der Dosiereinrichtung 103 bzw. allgemein der Betriebszeit der Anlage 100 bzw. Packmaschine Rückschlüsse auf den Fehler bzw. die ermittelte Funktionalität, nämlich temporäre Abweichungen zwischen den Werten der Nettowaage 102 und der Kontrollwaage 105, schließen.
Abstrakt gesprochen würde die automatisierte Anwendung bzw. die KI -Anwendung bzw. die Machine-Learning-Anwendung einen vorzugsweise permanenten Abgleich von Daten machen und Auffälligkeiten, z. B. Abweichungen die sich ergeben, melden.
Die automatisierte Anwendung bzw. die Kl-Anwendung bzw. die Machine-Learning-Anwendung wird dazu vorzugsweise über einen bestimmten Zeitraum mit Daten angelernt, zum Beispiel auch durch den Betrieb der Anlage, während diese korrekt läuft. Dies wird während der Anlernphase vorzugsweise durch einen geschulten Servicetechniker begleitet.
Eine solche Lernphase kann z. B. dadurch erweitert werden, wenn die automatisierte Anwendung Zustände erkannt hat, die nicht der beigebrachten Norm entsprechen.
Je nach Ausgestaltung kann es auch vorgesehen sein, dass von einem Bediener entschieden wird, ob ein detektierter Zustand noch tolerabel ist, also in Zukunft als in Ordnung gewertet werden soll, oder ob dies ein fehlerhafter Betriebszustand ist. Eine solche Vorgehensweise mit Eingriff smöglichenkeiten eines Bedieners kann jedoch auch negative Auswirkungen haben. Einerseits kann das System bzw. die automatisierte Anwendung hierdurch „schlauer" und in gewissen Grenzen fehlertoleranter werden, andererseits können so auch typische schleichende Veränderungen die frühzeitig erkannt größere Schäden verhindern können auch schnell „weggedrückt" werden, weil es in dem Moment für den Bediener einfacher ist. Dann würde das System bzw. die automatisierte Anwendung schlechter bzw. „dümmer" werden.
Ein weiteres Anwendungsbeispiel bei der in Figur 4 gezeigten Bearbeitungslinie 1 liegt im Bereich der Palettierung.
Das sogenannte Lagenbild einer Palette ist stark schwankend. Dabei können (nahezu) perfekte Lagen vorkommen. Es kommen aber immer wieder auch weniger optimale Lagenbilder bis hin zu herausstehenden Säcken vor. Hierdurch kommt es immer wieder zu Problemen beim Verpacken der Palette, z. B. mittels eines Haubenstretchers .
Die durch die automatisierte Anwendung bzw. hier die Kl-Anwendung bzw. die Machine-Learning-Anwendung festgestellte Ursache hierfür ist, dass nach einer fest vorgegebenen Anzahl hergestellter Säcke die Absackmaschine einen Sack kontrollverwiegen muss.
Dazu wird die Produktionsgeschwindigkeit der Maschine automatisch reduziert. Daraus folgend kommen die Säcke in größeren Lücken am Palettierer an. Aufgrund dieser Verzögerung kann es dazu kommen,
dass Sacktransportbänder kurzzeitig anhalten. Dies kann dazu führen, dass Säcke geringfügig ihre Form verlieren. Dieses wird in der Regel durch Leit- und Formatbleche im bzw. am Palettierer kompensiert .
Die Bediener hatten jedoch vor der Analyse der automatisierten Anwendung vermutet, dass das vermeintliche Problem der Sackformänderung durch Korrekturen der Sackpositionierung im Palettierer über Eingaben in der entsprechenden Steuerung immer wieder angepasst bzw. kompensiert werden müsse. Diese Anpassungen durch die Bediener haben das stark schwankende Lagenbild der Palette hervorgerufen.
Die automatisierte Anwendung bzw. hier die Kl-Anwendung bzw. die Machine-Learning-Anwendung konnte aus einer Kombination der Event-Informationen der verschiedenen Steuereinrichtungen 3, 5, 7 der einzelnen Anlagenmodule 2, 4, 6 (Alarm-Event-Log vom Haubenstretcher , FFS-Bag-Event der Packmaschine und ParameterChange-Event des Palettierers) die Ursache finden und entsprechende Anweisungen an die Bediener geben. Ein Bediener hätte diesen komplexen Zusammenhang bzw. das Zusammenspiel mehrerer Anlagenmodule 2, 4, 6 für den vermeintlichen Fehler nicht durchdringen können.
Bezugszeichenliste
1 Bearbeitungslinie la-f Bearbeitungslinie
2 erstes Anlagenmodul
3 erste Steuereinrichtung
4 zweites Anlagenmodul
5 zweite Steuereinrichtung
6 weiteres Anlagenmodul
7 weitere Steuereinrichtung
50 Auswerteeinrichtung
51 Recheneinrichtung
100 Packanlage
101 Packmaschine
102 Nettowaage
103 Dosiereinrichtung
104 Förderstrecke
105 Kontrollwaage
106 Palettierer
107 Ablagetisch
108 Vollpalettentransport
109 Haubenstretcher
110 Silo
Claims
1. Computer-implementiertes Verfahren zum Betreiben wenigstens einer Bearbeitungslinie (1) , wobei die Bearbeitungslinie (1) wenigstens ein erstes Anlagenmodul (2) mit wenigstens einer ersten Steuereinrichtung (3) und wenigstens ein zweites Anlagenmodul (4) mit wenigstens einer zweiten Steuereinrichtung (5) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Auswerteeinrichtung (50) mit wenigstens einer Recheneinrichtung (51) vorgesehen ist, wobei die Auswerteeinrichtung (50) wenigstens mit der ersten Steuereinrichtung (3) des ersten Anlagenmoduls (2) und der zweiten Steuereinrichtung (5) des zweiten Anlagenmoduls (4) in Wirkverbindung steht, und dass die Auswerteeinrichtung (50) wenigstens einen Datensatz der ersten Steuereinrichtung (3) und wenigstens einen Datensatz der zweiten Steuereinrichtung (5) empfängt, und dass die Recheneinrichtung (51) dazu geeignet und ausgebildet ist, anhand einer Auswertung basierend auf der Zusammenschau der Datensätze mit wenigstens einer automatisierten Anwendung wenigstens eine Funktionalität zu überprüfen, um daraufhin wenigstens eine vorbestimmte Handlung vorzunehmen.
2. Computer-implementiertes Verfahren nach Anspruch 1, wobei die vorzunehmende Handlung das Ausgeben eines Hinweises, einer Anweisung und/oder eines Berichts und/oder die Änderung und/oder Anpassen wenigstens einer Einstellung umfasst .
3. Computer-implementiertes Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die automatisierte Anwendung wenigstens eine Kl-Anwendung und/oder wenigstens eine Machine-Learning-Anwendung umfasst .
4. Computer-implementiertes Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die automatisierte Anwendung Datensätze von gleichartigen Bearbeitungslinien (1) berücksichtigt .
5. Computer-implementiertes Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wenigstens ein Datensatz wenigstens einen Wert umfasst.
6. Computer-implementiertes Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wenigstens ein Datensatz wenigstens einen Verlauf wenigstens eines Werts umfasst.
7. Computer-implementiertes Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Datensätze von unterschiedlichen Tagen und/oder von unterschiedlichen Schichten berücksichtigt werden.
8. Computer-implementiertes Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wenigstens ein Datensatz wenigstens einen Verschleißindikator, wenigstens ein Event- Log (Ereignis) und/oder wenigstens eine Einstellungsänderung abbildet/umf asst .
9. Computer-implementiertes Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei wenigstens ein Event-Log ein Alarm-Event-Log ist .
10. Computer-implementiertes Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Daten von mehr als einer Steuereinrichtung (3, 5) pro Anlagenmodul (2, 4) berücksichtigt werden.
11. Computer-implementiertes Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Daten von den Steuereinrichtungen (3, 5, 7) von mehr als zwei Anlagenmodulen (2, 4, 6) berücksichtigt werden.
12. Computer-implementiertes Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Auswerteeinrichtung (50)
bei einem Alarm-Event-Log eines Anlagenmoduls (2, 4, 6) diesen Datensatz mit den Datensätzen unterschiedlicher Anlagenmodule (2, 4, 6) untersucht.
13. Computer-implementiertes Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wenigstens ein Anlagenmodul (2, 4, 6) aus wenigstens einem technischen Gebiet umfasst ist, welches aus einer Gruppe technischer Gebiete umfassend Abfülltechnik, Packanlagen, Fördertechnik, Aufbereitungstechnik, Lagertechnik und/oder Logistik ausgewählt ist.
14. Computer-implementiertes Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Bearbeitungslinie (1) wenigstens eine Packanlage (100) und/oder wenigstens eine Abfüllanlage umfasst und/oder als solche ausgebildet ist.
15. Computer-implementiertes Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei wenigstens ein Anlagenmodul (2, 4, 6) der Packanlage (100) aus einer Liste ausgewählt ist, die umfasst: Aufgabebunker, Becherwerk, Zwischensilo, Filteranlage, Siebanlage, Verteilrinne, Bunkerbatterie, Siloabzugstechnik, Misch- und/oder Batchsilos, Mischer, Dosiereinrichtung, Verteilschurre, Förderband, Produkt silos , Siloabzugstechnik, Losebeladekopf, Fahrzeuglogistik, Vorbunker, Abzugsschieber, (rotierende) Packmaschine, Leersacklager, Sackherstellung, Rückmehlsammler und Transport, Sackauf Stecker , Austragslinie, Seitenkanalverdichter, Bandkontrollwaage, Sackausschleusung, Förderstrecke, Bügelband, Sackverteilung (meist im Palettierer integriert) , Palettierer, Vollpalettentransport, Eckumsetzer, Press- und Wendeeinrichtung, Haubenüberzieher, Wickelstretcher, Palettenabnahme, mobile Fördertechnik und/oder Lagerlogistik.
16. Bearbeitungslinie (1) umfassend wenigstens ein erstes Anlagenmodul (2) mit wenigstens einer ersten
Steuereinrichtung (3) und wenigstens ein zweites
Anlagenmodul (3) mit wenigstens einer zweiten Steuereinrichtung (4) , gekennzeichnet durch wenigstens eine Auswerteeinrichtung (50) mit wenigstens einer
Recheneinrichtung (51) , die dazu geeignet und ausgebildet ist, wenigstens ein computer-implementiertes Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche durchzuführen.
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