Methode und System zur Datenerhebung auf einem agrarwirtschaftlich genutzten Feld
Einleitung
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Methode und ein System zur Datenerhebung auf einem agrarwirtschaftlich genutzten Feld durch eine Kombination von Flugfern- und Bodennaherkundung insbesondere zur Erkennung von Unkräutern. Die vorliegende Erfindung umfasst auch ein Computerprogrammprodukt.
Hintergrund der Erfindung
Die Präzisionslandwirtschaft ermöglicht es heute durch teilflächenspezifische Herbizidapplikation den Herbizidauwand auf einem agrarwirtschaftlich genutzten Feld zu verringern und trotzdem eine gute Unkrautkontrolle zu erhalten. Ein möglicher Ansatz, die für eine teilflächenspezifische Herbizidapplikation notwendigen Unkrautverteilungskarten zu generieren, ist die objektbasierte Analyse von georef erenzierten Bilddaten unter Verwendung von Modellen des maschinellen Lernens. Dabei werden die Bilddaten häufig mittels Flugfemerkundung und insbesondere durch Verwendung von Drohnen (Unmanned Aerial Vehicle; U AV) und an den Drohnen befestigten bzw. integrierten Kamerasystemen erfasst. Die Bilddaten werden dann mit Referenzdaten, die durch Bodennaherkundungerhalten worden sind, verifiziert. Bei diesem Vorgehen ergeben sich verschiedene Probleme, da beispielsweise die Erfassung von Referenzdaten aufwändig und/oder subjektiv sein kann. Die Verifikation der Bilddaten mit den Referenzdaten kann auch ergeben, dass die Bilddaten zur Generierung der Unkrautverteilungskarten nicht geeignet sind und nochmals erfasst werden müssen. Insgesamt ist es daher wünschenswert die Datenerfassung und die Unkrauterkennung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld und insbesondere die Erstellung von Unkrautverteilungskarten insgesamt zu verbessern bzw. zumindest einzelne Schritte, die dazu notwendig sind, zu optimieren bzw. zu vereinfachen.
Zusammenfassung der Erfindung
Angesichts der beschriebenen Ausgangslage war es eine Aufgabenstellung der vorliegenden Erfindung die bestehenden digitalen Methoden und Systeme zur Datenerfassung und Unkrauterkennung auf einem agrarwirtschaftlich genutzten Feld insbesondere im Hinblick für die Erstellung von Unkrautverteilungskarten, die für teilflächenspezifische Herbizidapplikation notwendig sind, weiter zu verbessern.
In einer ersten Ausführungsform wird die Aufgabe gelöst durch eine Methode zur Datenerhebung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld durch eine Kombination von Flugfem- und Bodennaherkundung, wobei a) in einem ersten Schritt durch Bodennaherkundung an Referenzpunkten auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld die geographische Position des jeweiligen Referenzpunktes erfasst wird und für jeden Referenzpunkt zumindest eine fotografische Aufnahme von zumindest einem Unkraut auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld gemacht wird, b) in einem zweiten Schritt Flugfemerkundungsparameter anhand der Daten einer Bildanalyse der fotografischen Aufnahmen von dem zumindest einem Unkraut für jeden Referenzpunkt bestimmt werden, c) in einem dritten Schritt zumindest die Referenzpunkte auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld durch Flugfemerkundung fotografisch erfasst werden, wobei für die Flugfemerkundung zumindest teilweise die in Schritt b) bestimmten Flugfemerkundungsparameter verwendet werden.
Anders gesagt wird durch die Methode zur Datenerhebung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld zuerst durch Bodennaherkundung Referenzdaten von einem Unkraut bzw. von Unkräutern erhoben. Die Referenzdaten werden verwendet, um u.a. Flugfemerkundungsparameter abzuleiten und so zu gewährleisten, dass die Flugfernerkundung Bilddaten liefern kann, die eine hohe Qualität aufweisen und sich beispielsweise für die Erstellung einer Unkrautverteilungskarte eignen. Durch dieses Vorgehen wird eine optimale Erfassung derFlugfernerkundungsdatenermöglichtund ein Sammeln vonunbrauchbarenDaten minimiert. Das führt zu Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen.
In einem Beispiel wird in dem ersten Schritt a) zumindest ein Referenzpunkt gewählt, auf dem ein Unkraut wächst.
In anderen Worten wird damit die Bildanalyse der fotografischen Aufnahme in Schritt b) verbessert, weil genau ein Unkraut ausgewählt wird. Dadurch wird beispielsweise vermieden, dass mehrere eng beieinanderliegende Unkräuter erfasst werden, bei denen es wahrscheinlicher ist, dass die Bildanalyse in Schritt b) zu falschen Ergebnissen führt und daraus mögliche Folgefehler z.B. bei der Bestimmung der Flugfernerkundungsparameter resultieren.
In einem weiteren Beispiel wird im ersten Schritt a) Bodennaherkundung an zumindest 20 (zwanzig) Referenzpunkten durch geführt.
Für eine gute Bestimmung der Flugfernerkundungsparameter sowie der späteren Evaluierung der Genauigkeit der Erfassung und/oder Bestimmung der Unkräuter ist es erforderlich, Daten an einer gewissen Mindestanzahl an Referenzpunkten zu erheben.
In einem Beispiel umfasst die Bildanalyse der fotografischen Aufnahmen für jeden Referenzpunkt im zweiten Schritt b) die Bestimmung von zumindest einem Unkraut sowie dessen Größe.
In einem Beispiel umfasst die Bildanalyse im zweiten Schritt b) die Bestimmung der Unkrautart für das zumindest eine Unkraut.
In einem weiteren Beispiel werden die Flugfernerkundungsparameter im zweiten Schritt b) dadurch festgelegt, dass zuerst die projizierte Größe eines einzelnen Pixels des kleinsten zu erfassenden Unkrauts am Boden (Ground Sampling Distance, GSD) bestimmt wird.
In einem Beispiel wird das kleinste zu erfassende Unkraut anhand eines Grössenvergleichs aller identifizierten Unkräuter von der Bildanalyse zu den fotografischen Aufnahmen für jeden Referenzpunkt ermittelt.
In anderen Worten ist es durch dieses Vorgehen möglich, Unkräuter in einem frühen Wachstumsstadium auch mit Flugfemerkundung zu identifizieren, weil die kleinsten zu erfassenden Unkräuter auf dem agrarwirtschaftlich genutzten Feld als Maßgabe für die Bestimmung der Flugfernerkundungsparameter verwendet werden.
In einem Beispiel umfassen die Flugfernerkundungsparameter die Flughöhe und die Kameraeigenschaften und werden auf Basis der projizierten Größe eines einzelnen Pixels des kleinsten zu erfassenden Unkrauts am Boden (GSD) bestimmt.
In einem Beispiel umfasst die Bildanalyse der fotografischen Flugfernerkundungsdaten im vierten Schritt d) die Bestimmung von zumindest einem Unkraut.
In einem Beispiel wird in einem vierten Schritt d) zumindest eine Unkrautverteilungskarte für das landwirtschaftlich genutzte Feld mittels einer Bildanalyse der
fotografischen Flugfemerkundungsdaten erstellt.
In einem Beispiel wird in dem vierten Schritt d) die Genauigkeit, der zumindest einen Unkrautverteilungskarte durch Vergleich der Bildanalyse der fotografischen Flugfemerkundungsdaten und der Bildanalyse der Bodennaherkundungsdaten an den Ref erenzpunkten b estimmt.
In einem weiteren Beispiel erfolgt der Vergleich der Bildanalyse der fotografischen Flugfemerkundungsdaten und der Bildanalyse der Bodennaherkundungsdaten an den Referenzpunkten im vierten Schritt d) dadurch, dass überprüft wird, ob an der gleichen geographischen Position eines Referenzpunktes sowohl in der Bildanalyse der fotografischen Flugfemerkundungsdaten als auch in der Bildanalyse der fotografischen Bodennah erkundungsdaten zumindest ein Unkraut erkannt worden ist.
In anderen Worten erfolgt nach der Flugfemerkundung und der Erstellung der Unkrautverteilungskarte eine Validierung mit den Daten die an den Referenzpunkten erhoben worden sind. Damit ist es möglich die Genauigkeit und somit die Qualität der Unkrautverteilungskarte zu bestimmen. Damit kann auch bestimmt werden, ob sich die Unkrautverteilungskarte für eine teilflächenspezifische Herbizidapplikation auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld eignet.
Eine weitere Ausführungsform betrifft ein System zur Datenerhebung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld durch eine Kombination von Flugfern- und Bodennaherkundung umfassend: zumindest einen Messstab; eine Empfangseinheit; eine Rechnereinheit; und eine Ausgabeeinheit; wobei, mit Hilfe des zumindest einen Messstabes durch Bodennaherkundung die geographische Position von einzelnen Referenzpunkten auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld erfasst wird und fürjeden Referenzpunkt zumindest eine fotografische Aufnahme von zumindest einem Unkraut auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld gemacht wird, wobei, die Daten von den Referenzpunkten über die Empfangseinheit der Rechnereinheit zur Verfügung gestellt werden,
wobei, die Rechnereinheit konfiguriert ist, eine Bildanalyse der fotografischen Daten von den jeweiligen Referenzpunkten durchzuführen und zumindest ein Unkraut für jeden Referenzpunkt zu bestimmen, wobei die Rechnereinheit konfiguriert ist, Flugfernerkundungsparameter auf der Grundlage der Bildanalyse zu bestimmen, wobei die Ausgabeeinheit konfiguriert ist, zumindest die Information von der Rechnereinheit bezüglich der Ermittlung von Flugfemerkundungsparameter anzuzeigen, auszugeben oder in einem Datenspeicher zu speichern.
Eine weitere Ausführungsform betrifft ein Computerprogrammprodukt zur Steuerung des oben beschriebenen Systems, welches bei Ausführung durch einen Prozessor so konfiguriert ist, die oben beschriebene Methode auszuführen.
Eine weitere Ausführungsform betrifft einen Messstab zur Datenerhebung durch Bodennaherkundung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld umfassend: zumindest einen Stab; einen Sensor zur Bestimmung der geographischen Position von einzelnen Referenzpunkten auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld; eine Kamera zur fotografischen Erfassung von zumindest einem Unkraut für jeden Referenzpunkt; eine Ausgabeeinheit; wobei der Sensor zur Bestimmung der geographischen Position und die Kamera so auf bzw. am Stab positioniert sind, dass diegeographischePositionunddiefotografische Aufnahme an einem Referenzpunkt zum gleichen Zeitpunkt bestimmt bzw. gemacht werden können.
Anders gesagt ist es durch einen solchen Messstab möglich schnell und genau die erforderlichen Daten für einen Referenzpunkt auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld zu erheben. Messfehler bzw. Ungenauigkeiten können dadurch minimiert bzw. ausgeschlossen werden.
Kurze Beschreibung der Figuren
Ausgestaltungen der Erfindung werden nachfolgend durch Bezugnahme auf die folgenden Figuren beschrieben:
Figur 1 zeigt schematisch Schritt a) der Methode zur Datenerhebung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld.
Figur 2 zeigt schematisch Schritt b) der Methode zur Datenerhebung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld.
Figur 3 zeigt schematisch Schritt c) der Methode zur Datenerhebung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld.
Figur 4 zeigt schematisch Schritt d) der Methode zur Datenerhebung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld und insbesondere die Erstellung zumindest einer Unkrautverteilungskarte.
Figur 5 zeigt schematisch Schritt d) der Methode zur Datenerhebung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld und insbesondere die Bestimmung der Genauigkeit der zumindest einen Unkrautverteilungskarte.
Figur 6 zeigt konkrete Beispiele der Bestimmung der Genauigkeit von der zumindest einen Unkrautverteilungskarte.
Figur 7 zeigt schematisch ein System zur Datenerhebung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld.
Figur 8 zeigt schematisch drei mögliche Ausführungsformen eines Messstabes zur Datenerhebung durch Bodennaherkundung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld.
Detaillierte Beschreibung
Die Figuren 1 bis 3 zeigen schematisch eine Methode 10 zur Datenerhebung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld durch eine Kombination von Flugfern- und Bodennaherkundung, wobei a) in einem ersten Schritt durch Bodennaherkundung an Referenzpunkten auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld die geographische Position des jeweiligen Referenzpunktes erfasst wird und für jeden Referenzpunkt zumindest eine fotografische Aufnahme von zumindest einem Unkraut auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld gemacht wird, b) in einem zweiten Schritt Flugfemerkundungsparameter anhand der Daten einer Bildanalyse der fotografischen Aufnahmen von dem zumindest einem Unkraut für jeden Referenzpunkt bestimmt werden, c) in einem dritten Schritt zumindest die Referenzpunkte auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld durch Flugfernerkundung fotografisch erfasst werden, wobei
für die Flugfemerkundung zumindest teilweise die in Schritt b) bestimmten Flugfemerkundungsparameter verwendet werden.
In einem Beispiel umfasst die Methode der Datenerhebung auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld durch eine Kombination von Flugfern- und Bodennaherkundung die Erkennung von Unkräutern.
Figur 1 zeigt schematisch Schritt a) der Methode 10. Auf den landwirtschaftlich genutzten Feld 11 werden an Referenzpunkten 12 durch Bodennaherkundung Daten erhoben. Das landwirtschaftlich genutzte Feld 11 ist in Figur 1 aus der Vogelperspektive dargestellt. Für jeden Referenpunkt 12 wird die geographische Position erfasst. Zusätzlich wird für jeden Referenzpunkt 12 zumindest eine fotografische Aufnahme 14 von zumindest einem Unkraut 13 auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld 11 gemacht. Für diese Datenerhebung kann beispielsweise ein Messstab 300 eingesetzt werden. Der Messstab umfasst beispielsweise einen Sensor 320 zur Bestimmung der geographischen Position von einzelnen Referenzpunkten 12 sowie eine Kamera 330 zur fotografischen Erfassung 14 von zumindest einem Unkraut 13 für jeden Referenzpunkt 12. In Figur 1 werden an 20 (zwanzig) Referenzpunkten 12 auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld 11 Daten erhoben, so dass die Datenerhebung zwanzig fotografische Aufnahmen und die jeweilige geographische Position von den fotografischen Aufnahmen umfasst.
In einem Beispiel wird zumindest ein Referenzpunkt gewählt, auf dem ein Unkraut wächst.
In einem Beispiel wird zumindest ein Referenzpunkt gewählt, auf dem eine einzelne Unkrautpflanze wächst.
In einem einem weiteren Beispiel wird die geographische Position durch ein Positionsbestimmungssystem bestimmt. Ein bekanntes Positionsbestimmungssystem ist ein Satellitennavigationssystem wie beispielsweise NAVSTAR GPS, GLONASS, Galileo oder Beidou. Da sich die Abkürzung GPS (Globales Positionsbestimmungssystem) in der Umgangssprache als generische Bezeichnungfür alle Satellitennavigationssysteme etabliert hat, wird nachfolgend der Begriff GPS als Sammelbezeichnung für alle Positionsbestimmungssysteme verwendet. Besonders bevorzugt ist die Verwendung eines RTK (Real Time Kinematic) - GPS Positionsbestimmungssystems. Dabei werden Genauigkeiten von 1 bis 2 cm erreicht. Die Koordinaten der Punkte können nach der Initialisierung in Echtzeit berechnet werden.
In einem Beispiel wird im ersten Schritt a) der Methode eine Bodennaherkundung an zumindest (zwanzig) 20 vorzugsweise (dreissig) 30 und noch bevorzugter (fünfzig) 50 Referenzpunkten durchgeführt.
In einem Beispiel wird im ersten Schritt a) der Methode, die zumindest eine fotografische Aufnahme von dem landwirtschaftlich genutzten Feld für jeden Referenzpunkt mit dem gleichen Arbeitsab stand und vorzugsweise mit den gleichen Kameraeigenschaften gemacht wird. In einem Beispiel beziehen sich die Kameraeigenschaften auf die Sensorgröße, die Sensorauflösung und/oder (vorzugsweise „und) die Brennweite.
In einem weiteren Beispiel wird die Bestimmung der geographischen Position und die fotografische Aufnahme an einem Referenzpunkt zum gleichen Zeitpunkt durchgeführt.
In einem Beispiel bezieht sich der Begriff „Bodennaherkundung“ auf die Besichtigung des landwirtschaftlich genutzten Feldes und der Erhebung von Daten in einem bodennahen Bereich beispielsweise in einer Entfernung vom Boden von maximal zwei Metervorzugsweise von maximal einem Meter.
In einem Beispiel bezieht sich der Begriff „Referenzpunkt“ auf einen eng eingegrenzten Bereich auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld. Die Referenzpunkte können zufällig gewählt werden. Es muss nur zumindest ein Unkraut an einem Referenzpunkt wachsen. Für jeden Referenzpunkt kann eine geographische Position bestimmt werden. Beispielsweise umfasst ein Referenzpunkt einen Bereich von 20 cm2, bevorzugt 10 cm2 und noch bevorzugter 5cm2.
In einem Beispiel versteht man unter einer „fotografischen Aufnahme“ (oder einer „fotografischen Erfassung“) eine Datenerfassung mit einer Kamera beispielsweise in 2D. Die Kamera umfasst einen Bildsensor, der geeignet ist, um einzelne Unkräuter aufdem Feld in einer guten Auflösung zu erfassen. Beispielsweise kann eine Kamera eines Mobiltelefons eingesetzt werden. In einem Beispiel ist die Kamera so konfiguriert, dass sie im sichtbaren Wellenlängenbereich fotografische Aufnahmen erfassen kann.
In einem Beispiel ist die Kamera so konfiguriert, dass sie Farbinformationen (RGB) erfassen kann.
In einem Beispiel bezeichnet der Begriff „Unkraut“ Pflanzen die als spontane „Begleitvegetation“ auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld vorkommen, die dort nicht gezielt angebaut werden und aus dem Samenpotential des Bodens, über Wurzelausläufer oder
über Zuflug der Samen zur Entwicklung kommen. Unkräuter können monokotyle oder dikotyle Pflanzen sein.
Figur 2 zeigt schematisch Schritt b) der Methode zur Datenerhebung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld. Anhand einer Bildanalyse 15 der fotografischen Aufnahmen 14 aller Referenzpunkte 12 werden Flugfernerkundungsparameter 16 bestimmt.
In einem Beispiel umfasst die Bildanalyse der fotografischen Aufnahmen für jeden Referenzpunkt im zweiten Schritt b) die Bestimmung von zumindest einem Unkraut sowie dessen Größe.
In einem Beispiel umfasst die Bestimmung der Größe des zumindest einen Unkrautes die Bestimmung der Fläche und des Durchmessers des zumindest einen Unkrautes.
In einem Beispiel umfasst die Bildanalyse die Bestimmung der Unkrautart für das zumindest eine Unkraut.
In einem Beispiel umfasst die Bildanalyse die Bestimmung des BBCH Wachstumsstadiums für das zumindest eine Unkraut. Das BBCH Wachstumsstadium wird durch die Bildanalyse vorzugsweise visuell bestimmt. Der BBCH-Code (oder auch: Die BBCH- Skala) gibt Auskunft über das morphologische Entwicklungsstadium einer Pflanze.
In einem Beispiel erfolgt die Bestimmung des zumindest einen Unkrauts und dessen Eigenschaften mittels Instanzsegmentierung vorzugsweise unter Verwendung von künstlicher Intelligenz und noch bevorzugter unter Verwendung eines konvolutiven neuronalen Netzwerks und noch bevorzugter eines „Region Based Convolutional Neural Networks“ (R-CNN). Instanzsegmentierung und der Einsatz von R-CNN zur Bestimmung von Unkräutern ist dem Fachmann bekannt siehe beispielsweise Julien Champ et al., Instance segmentation for the fine detection of crop and weed plants by precision agricultural robots, Applications in Plant Sciences 2020 8/7); el 1373.
In einem Beispiel wird die Flugfernerkundungsparameter im zweiten Schrittb) dadurch festgelegt, dass zuerst die projizierte Größe eines einzelnen Pixels des kleinsten zu erfassenden Unkrautes am Boden (Ground Sampling Distance, GSD) bestimmt wird.
In einem Beispiel wird für den Größenvergleich aller identifizierten Unkräuter auch die Unkrautart und vorzugsweise auch das BBCH Wachsum stadium der einzelnen Unkräuter in Betracht gezogen.
In einem Beispiel wird für den Wert für das kleinste zu erfassende Unkraut ein Schwellenwert verwendet bzw. der Wert an einen Schwellenwert angepasst. Beispielsweise
kann man einen Schwellenwert für bestimmte Unkräuter wie z.B. Disteln von 2 cm bestimmen, weil die Pflanzen durch die Bildanalyse von Flugfernerkundungsdaten bei einer Pflanzen große unter 2 cm nicht erkannt werden können.
In einem Beispiel umfassen die Flugfernerkundungsparameter die Flughöhe und die Kameraeigenschaften und diese werden auf Basis der projizierten Größe eines einzelnen Pixels des kleinsten zu erfassenden Unkrautes am Boden (GSD) bestimmt.
In einem Beispiel umfassen die Kameraeigenschaften die Sensorgröße, die Sensorauflösung und/oder (vorzugsweise „und) die Brennweite.
In einem Beispiel umfassen die Flugfernerkundungsparameter die geographische Position der Referenzpunkte.
In einem weiteren Beispiel werden Flugfernerkundungsparameter bestimmt, die die Erkennung der Unkräuter gewährleisten und gleichzeitig die Flächenleistung der Fernerkundung maximieren. In einem Beispiel wird dafür folgende Formel verwendet: „Größe Pflanze in mm / 2 * Korrekurfaktor für Licht * Korrekturfaktor für Flugbedingungen“. Der Korrekturfaktor für Licht berücksichtigt beispielsweise die Tageszeit/Jahreszeit bzw. die Wetterverhältnisse (sonnig, leicht bewölkt etc.). Der Korrekturfaktor für Flugbedingungen berücksichtigt beispielsweise unruhige Windverhältnisse die Auswirkungen auf die Kameraverschlusszeiten, die Überlappung der fotographischen Aufnahmen oder auch die Fluggeschwindigkeit haben. Die Korrekturfaktoren kompensieren somit die Bildunschärfe. Die Anpassung kann im Vorfeld auch unmittelbar vor dem Flug aufgrund der Wettervorsage am Standort erfolgen.
Figur 3 zeigt schematisch Schritt c) der Methode zur Datenerhebung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld. Zumindest die Referenzpunkte 12 werden auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld 11 durch Flugfemerkundung fotografisch 14 erfasst. In Figur 3 ist das Flugfahrzeug 17 beispielshaft als Drohne mit Kamera dargestellt, welches für die Flugfemerkundung eingesetzt werden kann. Für die Flugfernerkundung wird zumindest teilweise die in Schritt b) bestimmten Flugfemerkundungsparameter 16 verwendet.
In einem Beispiel wird die ganze Fläche, die von den Referenzpunkten umfasst ist, fotografisch erfasst.
In einem weiteren Beispiel wird das ganze landwirtschaftlich genutzte Feld fotografisch durch Flugfernerkundung erfasst. Für die Generierung einer geeigneten
Unkrautverteilungskarte, ist die fotografische Erfassung des ganzen Feldes notwendig.
Für die Flugfemerkundung wird zumindest teilweise die in Schritt b) bestimmten Flugfemerkundungsparameter wie beispielsweise die Flughöhe und die Kameraeigenschaften verwendet. Darüber hinaus gibt es weitere Flugfernerkundungsparameter wie beispielsweise die Wahl des Luftfahrzeugs, die Flugroute, etc. die berücksichtigt werden müssen.
In einem Beispiel wird in Schritt c) für die Flugfernerkundung zumindest ein unbemanntes Luftfahrzeug (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) eingesetzt. Es können auch mehrere Luftfahrzeuge eingesetzt werden.
In einem Beispiel werden für die fotografischen Aufnahmen der Flugfernerkundungin Luftfahrzeuge integrierte bzw. an Luftfahrzeuge fixierbare Kameras eingesetzt. Wichtig dafür ist insbesondere die Verwendung eines hochauflösenden Kamerasensors.
In einem Beispiel umfasst die Bildanalyse der fotografischen Flugfernerkundungsdaten im vierten Schritt d) die Bestimmung von zumindest einem Unkraut.
In einem Beispiel umfasst die Bildanalyse der fotografischen Flugfernerkundungsdaten im vierten Schritt d) die Bestimmung der Größe des zumindest einen Unkrautes.
In einem Beispiel umfasst die Bestimmung der Größe des zumindest einen Unkrautes die Bestimmung der Fläche und des Durchmessers des zumindest einen Unkrautes.
In einem Beispiel umfasst die Bildanalyse der fotografischen Flugfernerkundungsdaten im vierten Schritt d) die Bestimmung der Unkrautart für das zumindest eine Unkraut.
In einem Beispiel umfasst die Bildanalyse der fotografischen Flugfernerkundungsdaten im vierten Schritt d) die Bestimmung des BBCH Wachstumsstadiums des zumindest einen Unkrautes.
In einem Beispiel erfolgt die Bestimmung des zumindest einen Unkrauts und dessen Eigenschaften mittels Instanzsegmentierung vorzugsweise unter Verwendung von künstlicher Intelligenz und noch bevorzugter unter Verwendung eines konvolutiven neuronalen Netzwerks und insbesondere eines R-CNN. Wie oben beschrieben sind solche Verfahren dem Fachmann bekannt.
Figur 4 zeigt schematisch Schritt d) der Methode zur Datenerhebung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld 11 und insbesondere die Erstellung zumindest einer Unkrautverteilungskarte 18. Die zumindest eine Unkrautverteilungskarte 18 für das landwirtschaftlich genutzte Feld 11 wird mittels einer Bildanalyse 19 der fotografischen Flugfemerkundungsdaten 20 erstellt. Das Luftfahrzeug 17 (in Figur 4 als Drohne dargestellt) fliegt über das landwirtschaftlich genutzte Feld 11 (siehe gestrichelte Linie 25, welche die
Flugroute exemplarisch darstellt). In regelmäßigen Abständen 21, 22, 23, 24 (etc.) erfolgt die fotografische Erfassung 20 des ganzen Feldes 11. Dabei werden vorzugsweise sich überlappende fotografische Aufnahmen 20 gemacht, die zur Georef erenzierung und ggfs. zur Orthorektifizierung der Bilddaten verwendet werden können.
In einem Beispiel erfolgt die Erstellung der zumindest einen Unkrautverteilungskarte 18 auf Basis von georef enzierten und vorzugsweise orthorektifizierten fotografischen Flugfererkundungsdaten 20 und der Bildanalyse 19, bei der zumindest die Unkräuter 13 auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld 11 bestimmt werden. Vorzugsweise wird durch die Bildanalyse 19 wie oben beschrieben auch die Größe der Unkräuter 13 bzw. insbesondere auch die Unkrautarten der einzelnen identifizierten Unkräuter bzw. das BBCH Wachstumsstadium bestimmt.
In einem Beispiel zeigt die Unkrautsverteilungskarte 18 zumindest diejenigen Bereiche 21 auf den landwirtschaftlich genutzten Feld 11 in denen Unkräuter 13 wachsen (in Figur 4 als schraffierte Bereiche 21 dargestellt). Die weißen Bereiche in der Unkrautverteilungskarte 18 in Figur 4 zeigen exemplarisch Regionen auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld wo zum Zeitpunkt der Datenerhebung keine Unkräuter wachsen (bzw. zu klein sind). Die Unkrautsverteilungskarte 18 kann auch detailiertere Daten anzeigen, wie beispielsweise die Verteilung und das Vorkommen von verschiedenen Unkrautarten, die Referenzpunkte 12 oder die Größe bzw. das BBCH Wachstumsstadium der einzelnen Unkräuter. Es können auch Kombinationen dieser Daten dargestellt werden.
Figur 5 zeigt schematisch Schritt d) der Methode zur Datenerhebung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld 11 und insbesondere die Bestimmung der Genauigkeit der zumindest einen Unkrautverteilungskarte. Die Genauigkeit der zumindest einen Unkrautverteilungskarte wird durch Vergleich der Bildanalyse der fotografischen Flugfemerkundungsdaten 27 und der Bildanalyse der Bodennaherkundungsdaten 26 an den Referenzpunkten 12 bestimmt.
In einem Beispiel erfolgt der Vergleich der Bildanalyse der fotografischen Flugfemerkundungsdaten 27 und der Bildanalyse der Bodennaherkundungsdaten 26 an den Referenzpunkten 12 im vierten Schritt d) dadurch, dass überprüft wird, ob an der gleichen geographischen Position eines Referenzpunktes 12 sowohl in derBildanalysederfotografischen Flugfemerkundungsdaten 27 als auch in der Bildanalyse der Bodennaherkundungsdaten 26 zumindest ein Unkraut 13 erkannt worden ist. Figur 4 zeigt Ziffer 28 ein Szenario, bei dem bei
beiden Bildanalysen ein Unkraut erkannt worden ist. In Ziffer 29 stellt ein Szenario dar, wo nur in der Bildanalyse der Bodennaherkundungsdaten 27 ein Unkraut erkannt worden ist, nicht jedoch in der Bildanalyse der Flugfernerkundungsdaten 27. Es ist auch möglich, dass bei beiden Bildanalysen (26 und 27) Unkräuter erkannt werden, es sich jedochbei den Unkräutern um unterschiedliche Unkrautarten handelt.
In einem Beispiel wird die zumindest eine Unkrautverteilungskarte für das landwirtschaftlich genutzte Feld für die teilflächenspezifischen Anwendung von zumindest einem Unkrautbekämpfungsmittel verwendet. Als Unkrautbekämpfungsmittel können alle bekannten Herbizide auf biologischer und/oder chemischer Basis eingesetzt werden.
In einem Beispiel wird die teilflächenspezifische Anwendung von einem Unkrautbekämpfungsmittel gemäß Unkrautverteilungskarte durch einen Traktor mit Pflanzenschutzspritze durchgeführt.
In einem Beispiel kann die Bestimmung der Unkrautart in Schritt d) verwendet werden, um zu bestimmen, welches zumindest eine Unkrautbekämpfungsmittel eingesetzt werden soll.
In einem Beispiel können für verschiedene Unkräuter unterschiedliche Unkrautbekämpfungsmittel eingesetzt werden.
In einem Beispiel ist bzw. wird auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld eine Ackerkultur vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe von Mais, Zuckerrübe, Getreide und Sojabohnen an gepflanzt.
In einem weiteren Beispiel ist die Genauigkeit der zumindest einen Unkrautverteilungskarte im vierten Schritt d) ausreichend, wenn bezogen auf alle durch Bodennaherkundung erfassten Referenzpunkte zumindest in 95% (vorzugsweise zumindest in 96.5% und noch bevorzugter in 98%) der Vergleiche an der geographischen Position eines Referenzpunktes sowohl in der Bildanalyse der fotografischen Flugfemerkundungsdaten als auch in der Bildanalyse der Bodennaherkundungsdaten zumindest ein Unkraut erkannt worden ist. Vorzugsweise wird in diesem Vergleich in beiden Bildanalysen zumindest ein Unkraut erkannt, welches von der gleichen Unkrautart ist.
Figur 6 zeigt konkrete Beispiele der Bestimmung der Genauigkeit von der zumindest einen Unkrautverteilungskarte. Auf der linken Seite von Figur 6 ist ein Beispiel a) dargestellt, bei dem an zwanzig Referenzpunkten Bodennaherkundungsdaten und Flugfemerkundungsdaten erhoben worden sind und durch die beschriebene Methode zumindest eine Unkrautverteilungskarte bestimmt wurde. Die Vergleiche der Bildanalyse der
fotografischen Flugfernerkundungsdaten 27 mit der Bildanalyse derBodennaherkundungsdaten 26 für jeden Referenzpunkt ergab, dass an 19 Referenzpunkten bei beiden Datensätzen zumindest ein Unkraut erkannt wurde. An einem Referenzpunkt wurde nur in der Bildanalyse der Bodennaherkundungsdaten 26 ein Unkraut erkannt, nicht jedoch in der Bildanalyse der Flugfemerkundungsdaten 27. Insgesamt ergibt das für dieses Beispiel eine Genauigkeit der Unkrautverteilungskarte von 95%, die ausreichend ist, um die zumindest eine Unkrautverteilungskarte für eine teilflächenspezifischen Anwendung von zumindest einem Unkrautbekämpfungsmittel zu verwenden. Auf der rechten Seite von Figur 6 ist ein weiteres Beispiel b) dargestellt, bei dem an zwanzig Referenzpunkten Bodennaherkundungsdaten und Flugfemerkundungsdaten erhoben worden sind und durch die beschriebene Methode zumindest eine Unkrautverteilungskarte bestimmt wurde. Die Vergleiche der Bildanalyse der fotografischen Flugfemerkundungsdaten 27 mit der Bildanalyse derBodennaherkundungsdaten 26 für jeden Referenzpunkt ergab, dass an 18 Referenzpunkten bei beiden Datensätzen zumindest ein Unkraut erkannt wurde. An zwei Referenzpunkten wurde nur in der Bildanalyse der Bodennaherkundungsdaten 26 ein Unkraut erkannt, nicht jedoch in der Bildanalyse der Flugfemerkundungsdaten 27. Insgesamt ergibt das für dieses Beispiel eine Genauigkeit der zumindest einen Unkrautverteilungskarte von 90%, die nicht ausreichend ist, um die zumindest eine Unkrautverteilungskarte für eine teilflächenspezifischen Anwendungvon zumindest einem Unkrautbekämpfungsmittel zu verwenden.
Figur 7 zeigt schematisch ein System 100 zur Datenerhebung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld durch eine Kombination von Flugfern- und Bodennaherkundung. Das System umfasst zumindest einen Messstab 110, eine Empfangseinheit 120, eine Rechnereinheit 130 und eine Ausgabeeinheit 140. Mit Hilfe des zumindest einen Messstabes wird durch Bodennaherkundung die geographische Position an einzelnen Referenzpunkten auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld erfasst und für jeden Referenzpunkt zumindest eine fotografische Aufnahme von zumindest einem Unkraut auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld gemacht. Die Daten von den Referenzpunkten werden über die Empfangseinheit der Rechnereinheit zur Verfügung gestellt. Die Rechnereinheit ist konfiguriert, eine Bildanalyse der fotografischen Daten von den jeweiligen Referenzpunkten durchzuführen und zumindest ein Unkraut für jeden Referenzpunkt zu bestimmen. Die Rechnereinheit ist weiter konfiguriert, Flugfemerkundungsparameter auf der Grundlage der Bildanalyse zu bestimmen. Die Ausgabeeinheit ist konfiguriert, zumindest die Information von
der Rechnereinheit bezüglich der Ermittlung von Flugfernerkundungsparameter anzuzeigen, auszugeben oder in einem Datenspeicher zu speichern.
In einem Beispiel umfasst dass System den durch Figur8 näherbeschriebenen Messstab.
In einem Beispiel werden die Daten vom Messstab 110 zur Empfangseinheit 120 durch verschiedene, dem Fachmann an sich bekannte Übertragungstechniken wie z.B. über Kabel oder kabellos z.B. üb er Netzwerke wie PAN (z. B. Bluetooth), LAN (z. B. Ethernet); WAN (z. B. ISDN), GAN (z.B. das Internet), LPWAN oder LPN (wie z.B. SigFox, LoRAWAN, etc ), Mobilfunknetzwerke oder andere, übertragen.
Das System umfasst eine Empfangseinheit, eine Rechnereinheit und eine Ausgabeeinheit. Es ist denkbar, dass die genannten Einheiten Bestandteile eines einzigen Computersystems sind; es ist aber auch denkbar, dass die genannten Einheiten Bestandteile von mehreren separaten Computersystemen sind, die über ein Netzwerk miteinander verbunden sind, um Daten und/oder Steuersignale von einer Einheit zu einer anderen Einheit zu übermitteln. Es ist beispielsweise möglich, dass die Rechnereinheit in der „Cloud“ liegt und die in dieser Anmeldung beschrieb en en Analyse schritte durch diese Rechnereinheit in der „Cloud“ durchgeführt werden. Ein "Computersystem" ist ein System zur elektronischen Datenverarbeitung, das mittels programmierbarer Rechenvorschriften Daten verarbeitet. Ein solches Sy stem umfasstüblicherweise einen "Computer", diejenige Einheit, die einen Prozessor zur Durchführung logischer Operationen umfasst, sowie eine Peripherie. Als "Peripherie" bezeichnet man in der Computertechnik alle Geräte, die an den Computer angeschlossen sind, und zur Steuerungdes Computers und/oder alsEin- und Ausgabegeräte dienen. Beispielehierfür sind Monitor (Bildschirm), Drucker, Scanner, Maus, Tastatur, Laufwerke, Kamera, Mikrofon, Lautsprecher etc. Auch interne Anschlüsse und Erweiterungskarten gelten in der Computertechnik als Peripherie. Computersysteme von heute werden häufig in Desktop-PCs, Portable PCs, Laptops, Notebooks, Netbooks und Tablet-PCs und so genannte Handhelds (zB. Smartphone) unterteilt; alle diese Systeme können zur Ausführung genutzt werden.
Die Rechnereinheit 130 ist konfiguriert, den oben ausführlich beschriebenen Schritt b) der Methode - inklusive aller bevorzugten Ausführungsformen davon - auszuführen.
In einem Beispiel umfasst das System zumindest ein Flugfahrzeug 150. Das Flugfahrzeug umfasst vorzugsweise eine Datenempfangs- und Sendeeinheit. Vorzugsweise ist das Flugfahrzeug zumindest ein unbemanntes Luftfahrzeug (Unmanned Aerial Vehicle, UAV). Es können auch mehrere Luftfahrzeuge eingesetzt werden.
In einem Beispiel ist die Ausgabeeinheit konfiguriert, zumindest die Information von der Rechnereinheitbezüglich der bestimmten Flugfernerkundungsparameter an das zumindest eine Flugfahrzeug, mittels den oben beschriebenen und dem Fachmann und sich bekannten Übertragungstechnologien, zu übermitteln.
In einem weiteren Beispiel ist, das zumindest eine Flugfahrzeug 150 konfiguriert, den oben ausführlich beschriebenen Schritt c) der Methode - inklusive aller bevorzugten Ausführungsformen davon - auszuführen.
In einem weiteren Beispiel werden die Daten der Flugfernerkundung vom Flugfahrzeug 150 über die Empfangseinheit 120 der Rechnereinheit 130 zur Verfügung gestellt.
In einem Beispiel ist die Rechnereinheit 130 konfiguriert, den oben ausführlich beschriebenen Schritt d) der Methode - inklusive aller bevorzugten Ausführungsformen davon - auszuführen.D.h. die Rechnereinheit kann die Bildanalyse der Flugfernerkundungsdaten durchführen, zumindest eine Unkrautverteilungskarte des landwirtschaftlich genutzten Feldes erstellen und/oder die Genauigkeit der Unkrautverteilungskarte überprüfen.
In einem Beispiel wird die von der Rechnereinheit 130 generierte Unkrautverteilungskarte, vorzugsweise nach Überprüfung der Genauigkeit der Unkrautverteilungskarte, von der Ausgabeeinheit 140 der Empfangseinheit eines Traktors mit Pflanzenschutzspritze zur Verfügung gestellt. Der Traktor mit Pflanzenschutzspritze ist konfiguriert eine teilflächenspezifische Anwendung von einem Unkrautbekämpfungsmittel gemäß Unkrautverteilungskarte auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld durchzuführen.
Weitere Ausführungsformen der Erfindung betreffen ein Computerprogrammprodukt zur Steuerung des oben beschriebenen Systems, das bei Ausführung durch einen Prozessor so konfiguriert ist, die oben beschriebene Methode auszuführen. Eine weitere Ausführungßform betrifft ein Speichermedium, welches das Computerprogrammprodukt gespeichert hat.
Figur 8 zeigt schematisch drei mögliche Ausführungsformen a) bis c) eines Messstabes 300 zur Datenerhebung durch Bodennaherkundung auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld. Der Messstab 300 umfasst zumindest einen Stab 310; einen Sensor 320 zur Bestimmung der geographischen Position von einzelnen Referenzpunkten auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld; eine Kamera 330 zur fotografischen Erfassung von zumindest einem Unkraut für jeden Referenzpunkt; und eine Ausgabeeinheit 340. Der Sensor zur Bestimmung der geographischen Position und die Kamera sind so auf bzw. am Stab positioniert, dass die geographische Position und die fotografische Aufnahme an einem Referenzpunkt zum gleichen
Zeitpunkt bestimmt bzw. gemacht werden können.
In einem Beispiel ist der Stab 310 ein Lotstab.
In einem Beispiel ist der Sensor 320 ein Positionsbestimmungssystem und insbesondere ein Satellitennavigationssystem wie beispielsweiseNAVSTAR GPS, GLONASS, Galileo oder Beidou. Besonders bevorzugt ist die Verwendung eines RTK (Real Time Kinematic) - GPS Positionsbestimmungssystems.
In einem Beispiel umfasst die Kamera 330 einen Bildsensor, der geeignet ist, um einzelne Unkräuter auf dem Feld in einer guten Auflösungzu erfassen. Beispielsweise kann eine Kamera eines Mobiltelefons eingesetzt werden. In einem Beispiel ist die Kamera so konfiguriert, dass sie im sichtbaren Wellenlängenbereich fotografische Aufnahmen erfassen kann. In einem Beispiel ist die Kamera so konfiguriert, dass sie Farbinformationen (RGB) erfassen kann. In einem Beispiel erfasst die Kamera fotografische Aufnahmen in 2D.
In einem Beispiel umfasst die Ausgabeeinheit 340 eine Sendeeinheit.
In einem Beispiel ist die Sendeeinheit konfiguriert die Daten von dem Sensor 310 und/oder (bevorzugt „und“) der Kamera 330 über die oben beschriebenen, an sich bekannten Übertragungstechniken wie z.B. über Kabel oder kabellos an andere Geräte zu übermitteln.
In einem Beispiel sind für die Übertragung der geografischen Positionsdaten und für die Übertragung der Bilddaten zwei unabhängige Ausgabeeinheiten 340 vorhanden.
In einem Beispiel befindet sich die Kameraam unterenEnde des Stab s 310 vorzugsweise im rechten Winkel zum Stab (so wie in Figur 8 a) dargestellt). Die Kamera kann in dieser Positionierung das zumindest eine Unkraut von oben (in der Verlängerung der Lotrichtung des Stabes nach unten, Nadir-Position) fotografisch festhalten.
In einem Beispiel umfasst der Messstab 300 eine Kamerahalterung 350. Die Kamerahalterung ist konfiguriert die Kamera am Stab fest aber vorzugsweise reversibel zu fixieren.
In einem Beispiel umfasst der Messtab 300 einen Laserzeiger 360 (siehe auch Figur 8b) und Figur 8c)). Der Laserzeiger ist konfiguriert das zumindest eine Unkraut auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld anzustrahlen. Damit kann gewährleistet werden, dass die geographische Position und die fotografische Erfassung synchronisiert an genau der exakten Stelle erfolgen kann.
Der Sensor 320, die Kamera 330 und der Laserzeiger 360 sind deshalb vorzugsweise synchronisiert. In Figur 8b) befindet sich beispielsweise die Kamera 330 unten seitlich am Stab
310. Mit gestrichelten Linien ist der Aufnahmebereich der Kamera dargestellt. Der Laserzeiger 360 befindet sich auchim unteren Bereich des Stabs. Sein Laserlicht (gestrichelte Linie) ist auf die Mitte des Aufnahmebereichs der Kamera 330 gerichtet. Die Bestimmung der geographischen Position, d.h. da wo der Laser das zumindest eine Unkraut anstrahlt ist im Vergleich zur Lotrichtung des Messstabes leicht versetzt (siehe 321). Dieser Unterschied in der geographischen Position von dem zu erfassenden Unkrautund dem Sensor 320 wird bei der Bestimmung der exakten geographischen Position des zu erfassenden Unkrautes über einen Korrekturfaktor ausgeglichen. Gleiches gilt für die Ausführungsform der Figur 8c) in der die Kamera 300 seitlich (und vorzugsweise im rechten Winkel zum Stab) weiter oben am Stab 310 mit einer Kamerahalterung 350 befestigt ist.
RTK-GPS-Vermessungs-Lotstäbe sind im Stand der Technik bekannt (z.B. ProMark 220 GNSS Ashtech von Spectra, GeoMax Zenitz 35 pro von Geometra) aber nicht geeignet zumindest ein Unkraut an einer Referenzstelle auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld fotografisch festzuhalten und gleichzeitig die geographische Position zu vermessen. Bei den bekannten Messstäben erfolgt eine solche Datenerhebung allenfalls sequentiell, was zu Messfehlern führen kann. Der in der Anmeldung beschriebene Messstab adressiert dieses Problem und bietet eine Lösung, die deutlich weniger fehleranfällig ist.
Die Erfindung ist erläutert, ohne zwischen den Erfindungsgegenständen (Methode, System, Computerprogrammprodukt, Speichermedium, Messstab) wesentlich zu unterscheiden. Die Erläuterungen sollen vielmehr für alle Erfindungsgegenstände in analoger Weise gelten, unabhängig davon, in welchem Kontext sie erfolgen.
Wenn in der vorliegenden Beschreibung oder in den Patentansprüchen Schritte in einer Reihenfolge genannt sind, bedeutet dies nicht zwingend, dass die Erfindung auf die genannte Reihenfolge beschränkt ist. Vielmehr ist denkbar, dass die Schritte auch in einer anderen Reihenfolge oder auch parallel zueinander ausgeführt werden; es sei denn, ein Schritt baut auf einem anderen Schritt auf, was zwingend erforderlich macht, dass der aufbauende Schritt nachfolgend ausgeführt wird (was im Einzelfall aber deutlich wird). Die genannten Reihenfolgen stellen damit bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung dar.