Werkzeugmaschinensystem und Verfahren zur Steuerung einer mobilen Werkzeugmaschine
Beschreibung
Die Erfindung geht aus von einem Werkzeugmaschinensystem für eine Baustelle, umfassend eine mobile Werkzeugmaschine, wobei die mobile Werkzeugmaschine zur Arbeit, insbesondere mit einem Werkzeug, an wenigstens einer Arbeitsposition der Baustelle eingerichtet ist.
In der Vergangenheit ist es immer wieder zu schweren Unfällen aufgrund auf einer Baustelle unsachgemäß montierter Bauteile gekommen. Daneben kann die Lebensdauer eines Bauwerks durch unsachgemäß montierte Bauteile erheblich verkürzt werden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Werkzeugmaschinensystem für eine Baustelle mit einer mobilen Werkzeugmaschine sowie ein Verfahren zur Steuerung einer mobilen Werkzeugmaschine auf einer Baustelle anzubieten, die eine nachhaltig sichere Ausführung von Arbeiten auf der Baustelle ermöglichen.
Gelöst wird die Aufgabe durch ein Werkzeugmaschinensystem für eine Baustelle, umfassend eine mobile Werkzeugmaschine, wobei die mobile Werkzeugmaschine zur Arbeit, insbesondere mit einem Werkzeug, an wenigstens einer Arbeitsposition der Baustelle eingerichtet ist, eine Steuereinheit zur Steuerung der mobilen Werkzeugmaschine, umfassend eine Mikroprozessoreinheit und eine Programmcodespeichereinheit, in der auf der Mikroprozessoreinheit ausführbarer Programmcode speicherbar ist, sowie eine Bauteildatenspeichereinheit, in der wenigstens ein Bauteildatensatz zu wenigstens einem auf der Baustelle zu verwendenden Bauteil speicherbar ist, wobei die Steuereinheit eingerichtet ist, die Arbeitsposition anhand eines in der Bauteildatenspeichereinheit gespeicherten Bauteildatensatzes zu bestimmen.
Ein der Erfindung zugrundeliegender Gedanke ist es somit, anhand des gespeicherten Bauteildatensatzes die Arbeitsposition zu bestimmen. Unter einer solchen Bestimmung der Arbeitsposition kann insbesondere eine aktive Ermittlung der Arbeitsposition, beispielsweise eine Berechnung der Arbeitsposition oder wenigstens eine aktive Überprüfung eines vorgegebenen Positionswertes auf Tauglichkeit als zu bestimmende Arbeitsposition, insbesondere im Gegensatz zu einer Vorgabe, beispielsweise eines Benutzers des Werkzeugmaschinensystems, verstanden werden. Es ist also nicht mehr notwendig, dass der Benutzer des Werkzeugmaschinensystems die Arbeitsposition einstellt und / oder vorgibt. Dies ermöglicht es, die Arbeitsposition auf dem Bauteildatensatz abzustimmen. Umfasst der Bauteildatensatz beispielsweise eine Sicherheitsangabe, dass die Arbeitsposition einen bestimmten Abstand von einem Rand des Bauteils mindestens einzuhalten hat, so kann dies bei der Bestimmung der Arbeitsposition berücksichtigt werden. Diese Berücksichtigung kann selbsttätig durch das Werkzeugmaschinensystem, insbesondere durch die Steuereinheit, erfolgen. Es kann somit auf überraschend einfache Weise sichergestellt werden, dass ein oder mehrere Anforderungen, insbesondere Sicherheitsanforderungen, des Bauteils bei Verrichtung der Arbeit erfüllt werden. Das Risiko einer unsachgemäßen Montage des Bauteils und damit verbunden eine spätere Gefährdung von Personen oder Objekten können somit erheblich gesenkt oder sogar vollständig ausgeräumt werden.
Die mobile Werkzeugmaschine kann ein Bauroboter sein. Die mobile Werkzeugmaschine, insbesondere der Bauroboter, kann vorzugsweise zum Einsatz im Hoch- und / oder Tiefbau eingerichtet sein. Sie kann insbesondere nicht für einen Einsatz im Bergbau geeignet sein.
Das Werkzeug kann ein Bohrwerkzeug, ein Meißelwerkzeug, ein Schneidwerkzeug, ein Sägewerkzeug, ein Setzwerkzeug, beispielsweise zum Setzen eines Verbindungselements, beispielsweise eine Schraube oder ein Nagel, ein Schleifwerkzeug oder ein Markierwerkzeug, beispielsweise eine Sprühdüse umfassend, sein und/oder ein solches Werkzeug umfassen.
Das zu verwendende Bauteil kann eine Wand, eine Decke oder ein Boden der Baustelle, beispielsweise eines zu errichtenden Bauwerks, sein. Das Bauteil kann auch ein Bauelement sein. Beispielsweise kann das Bauteil ein Deckenelement, ein Wandelement, ein Installationselement, ein Verbindungselement, beispielsweise ein Schraubanker, oder dergleichen sein.
Die Steuereinheit kann einen Teil der mobilen Werkzeugmaschine bilden. Sie kann auch separat von der mobilen Werkzeugmaschine, insbesondere separat von der übrigen Steuereinheit, ausgebildet sein. Wenigstens ein Teil der Steuereinheit kann tragbar ausgebildet sein.
Der Bauteildatensatz kann eine Bauteilart, zum Beispiel der Art eines Deckenelement, ein Material, beispielsweise Stahl oder Beton, und / oder eine Maßangabe, beispielsweise einer Abmessung, umfassen. Denkbar ist, dass der Bauteildatensatz eine Maßangabe zu einer relativen Arbeitsposition innerhalb der betreffenden Bauteilart umfasst.
Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann die Steuereinheit eingerichtet sein, die Arbeitsposition unter Verwendung eines Baustellendatensatzes einer Baustellendatenspeichereinheit zu bestimmen. Dazu kann die Steuereinheit eine Baustellendatenspeichereinheit, in der wenigstens ein Baustellendatensatz speicherbar ist, umfassen. Der Baustellendatensatz kann einem Ist-Wert oder einem Soll-Wert entsprechen. Beispielsweise kann der Baustellendatensatz aus einer Building Information Model (BIM)- Planung stammen.
Während der Bauteildatensatz somit eine auf das Bauteil bezogenen Angabe umfassen kann, kann der Baustellendatensatz eine auf die Baustelle bezogene Angabe umfassen.
Somit können Sicherheitsanforderungen bei der Bestimmung der Arbeitsposition berücksichtigt werden, die sich aus dem Zusammenspiel des Bauteils mit der Baustelle ergeben.
Beispielsweise kann eine Anforderung sein, dass das Bauteil, beispielsweise ein Tragelement, nur mit einem bestimmten Mindestabstand von einem Rand einer Wand montiert werden darf. Dann kann der Baustellendatensatz eine Maßangabe zu der Wand, beispielsweise zu der Position und / oder der Lage der Wand, insbesondere ihrer Ränder, umfassen. Der Bauteildatensatz kann eine Angabe der Bauteilart, hier also der Art des Tragelement, umfassen. Ein weiterer Bauteildatensatz kann eine Angabe zu einer Relativposition und einer Relativlage einer Bohrung im Tragelement relativ zu einem Eckpunkt des Tragelements umfassen. Somit kann eine Arbeitsposition, insbesondere eine Bohrposition innerhalb der Wand anhand der Bauteildatensätze in Verbindung mit dem Baustellendatensatz durch geeignete Summation bestimmt werden, sodass die Anforderung bezüglich des Mindestabstands eingehalten wird.
Die Steuereinheit kann auch eingerichtet sein, die Arbeitsposition unter Verwendung eines Regeldatensatzes einer Regeldatenspeichereinheit zu bestimmen. Hierzu kann die Steuereinheit eine Regeldatenspeichereinheit, in der wenigstens ein Regeldatensatz speicherbar ist, umfassen. Der Regeldatensatz kann Regeln zum relativen Verhältnis wenigstens zweier Bauteile zueinander und / oder zum relativen Verhältnis wenigstens eines Bauteils zur Baustelle umfassen. Beispielsweise kann der Regeldatensatz eine Regel zur flächenhaften Anordnung des oder der Bauteile innerhalb der Baustelle umfassen. Der Regeldatensatz kann auch eine Angabe zu einer Sicherheitsanforderung, beispielsweise zu der vorangehend genannten Anforderung, umfassen. Durch einen solchen Regeldatensatz ist es auf besonders einfache Weise möglich, dass das Werkzeugmaschinensystem, insbesondere die Steuereinheit, eingerichtet ist, mehrere Arbeitspositionen, beispielsweise unterschiedlicher Bauteile, gemäß einer in Form eines Regeldatensatz vorliegenden Regel zu bestimmen. Somit ist es möglich, dass das Werkzeugmaschinensystem nicht nur Sicherheitsanforderungen, sondern auch andere Anforderungen wie beispielsweise ästhetische Anforderungen oder dergleichen bei der Bestimmung wenigstens einer Arbeitsposition berücksichtigt.
Die Steuereinheit kann eingerichtet sein, die Arbeitsposition dadurch zu bestimmen, dass eine vordefinierte Soll-Arbeitsposition, insbesondere unter Verwendung des Bauteildatensatzes, des Baustellendatensatzes und / oder des Regeldatensatzes, modifiziert wird. Denkbar ist insbesondere, dass die Arbeitsposition in Form der Soll-Arbeitsposition bereits vordefiniert vorliegt. Beispielsweise kann die Soll-Arbeitsposition aus einem BIM-Planungssystem stammen.
Das Werkzeugmaschinensystem, insbesondere die Steuereinheit, kann dazu eingerichtet sein, die Soll-Arbeitsposition mit dem Bauteildatensatz und / oder mit dem Baustellendatensatz abzugleichen. Sie kann insbesondere eingerichtet sein zu ermitteln, ob alle für die zu bestimmende Arbeitsposition relevanten Anforderungen, einschließlich der Regeln des Regeldatensatzes, gleichzeitig erfüllbar und / oder erfüllt sind.
Sind alle Anforderungen bereits erfüllt, kann die Soll-Arbeitsposition unverändert als zu bestimmende Arbeitsposition vom Werkzeugmaschinensystem, insbesondere von der Steuereinheit, übernommen werden.
Stehen unterschiedliche Anforderungen in einem gegenseitigen, unauflösbaren Konflikt, kann das Werkzeugmaschinensystem, insbesondere die Steuereinheit, eingerichtet sein,
selbsttätigen ein Konfliktlösungsverfahren zu durchlaufen und / oder eine Interaktion des Benutzers des Werkzeugmaschinensystems anzufordern.
Steht die Soll-Arbeitsposition in Konflikt mit einer oder mehreren der Anforderungen, so kann das Werkzeugmaschinensystem, insbesondere die Steuereinheit, eingerichtet sein, einen Versatz zu bestimmen, sodass bei Verschieben der Soll-Arbeitsposition um den Versatz alle Anforderungen erfüllt sind. Das Werkzeugmaschinensystem, insbesondere die Steuereinheit, kann, insbesondere im üblichen Falle, dass unterschiedliche Versätze möglich sind, eingerichtet sein, unter allen möglichen Versätzen den Versatz mit der geringstmöglichen Versatzdistanz zu ermitteln. Alternativ oder ergänzend ist für diesen Fall denkbar, dass das Werkzeugmaschinensystem, insbesondere die Steuereinheit, eingerichtet ist, eine entsprechende Auswahl eines Versatzes von einem Benutzer abzufragen.
Die zu bestimmende Arbeitsposition kann somit durch Modifikation der Soll-Arbeitsposition, insbesondere entsprechend der Position, die sich nach Verschieben der Soll-Arbeitsposition um den ermittelten Versatz ergibt, bestimmt sein oder werden.
Bei einer besonders vorteilhaften Klasse von Ausführungsform der Erfindung weist die Steuereinheit einen Erfassungssensor zur Erfassung wenigstens eines Bauteildatensatzes und / oder eines Baustellendatensatzes auf.
Insbesondere kann der Erfassungssensor eine Bildaufnahmeeinheit, beispielsweise eine optische Kamera, zur Aufnahme eines ein-, zwei- und / oder drei-dimensionalen Bildes umfassen. Alternativ oder ergänzend kann der Erfassungssensor einen Distanzmesser umfassen. Der Distanzmesser kann ein Laserdistanzmesser sein. Der Erfassungssensor kann an der Steuereinheit und / oder an der mobilen Werkzeugmaschine angeordnet sein. Alternativ kann er auch unabhängig von der Steuereinheit und / oder unabhängig von der mobilen Werkzeugmaschine, insbesondere auf der Baustelle, angeordnet sein.
Der Erfassungssensor kann eingerichtet sein, den Bauteildatensatz und / oder den Baustellendatensatz selbsttätig zu ermitteln.
Dazu kann das die Steuereinheit eine Analyseeinheit zur Analyse des Bildes umfassen.
Somit kann die Steuereinheit eingerichtet sein, das Bauteil zu erkennen und / oder eine Position, eine Lage und / oder eine Abmessung des Bauteils innerhalb der Baustelle zu ermitteln. Die Steuereinheit kann auch eingerichtet sein, die Baustelle zu erkennen und / oder eine Position, eine Lage und / oder eine Abmessung innerhalb der Baustelle zu erkennen. Beispielsweise kann so das Werkzeugmaschinensystem, insbesondere die Steuereinheit und vorzugsweise unter Verwendung des Erfassungssensors, eingerichtet sein, wenigstens eine Abmessung eines auf der Baustelle befindlichen Raums, einer Wand, einer Decke und / oder eines Fußbodens zu ermitteln.
Vorzugsweise ist die Analyseeinheit selbstlernend ausgebildet. Sie kann dazu ein künstliches neuronales Netz, beispielsweise in Form einer Deep-Learning-Einheit, umfassen.
Das erfindungsgemäße Werkzeugmaschinensystem lässt sich besonders bei häufig wiederkehrenden Arbeiten einsetzen.
Daher ist es günstig, wenn die mobile Werkzeugmaschine zum Bohren, Hammerbohren und / oder Meißeln eingerichtet ist.
Dabei ist besonders vorteilhaft, dass ein beispielsweise zum Bohren und / oder Hammerbohren eingerichtetes, erfindungsgemäßes Werkzeugmaschinensystem eine vorausschauende Umsetzung von Arbeiten ermöglicht. Insbesondere kann das Werkzeugmaschinensystem , beispielsweise durch geeignete Regeldatensätze, eingerichtet sein zu erkennen, dass eine der Soll-Arbeitspositionen von Bohrungen zu modifizieren ist, und dass dazu alle mit dieser Soll- Arbeitsposition in Beziehung stehenden Bohrungen entsprechend zu verändern sind, sodass im Endeffekt Bauteile trotz Modifikation der Soll-Arbeitspositionen ordnungsgemäß und in sich stimmig montiert werden können.
Beispielsweise kann das Werkzeugmaschinensystem in Bezug auf ein erstes Deckenelement erkennen, dass das erste Deckenelement gegenüber einer in einer BIM-Planung definierten Position in der Realität zu versetzen ist, da sich die Decke, an der das Deckenelement montiert werden soll, ebenfalls in der Realität an einer gegenüber der BIM-Planung geänderten Position befindet. Dann kann das erfindungsgemäße Werkzeugmaschinensystem eingerichtet sein, zusätzlich auch alle anderen an der Decke zu montierenden Deckenelemente bzw. die für die Montage der Deckenelemente benötigten Bohrungen entsprechend zu versetzen, sodass im Endeffekt die Deckenelemente zwar gegenüber der BIM-Planung versetzt, jedoch in sich
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stimmig und allen Anforderungen entsprechend an der Decke ohne weitere Nacharbeiten montierbar sind.
Hierdurch wird auch ein möglichst hochgradig automatisierter Betrieb des Werkzeugmaschinensystems ermöglicht.
Bei bisher bekannten Systemen bestand dagegen das Problem, dass aufgrund ungeeignet gesetzter Bohrungen entstehende Montageprobleme zum Teil erst zu einem viel späteren Zeitpunkt erkannt werden konnten und zu erheblichen Rückbau- und Nacharbeiten führten. Somit beschränkten derartige Unterbrechungen und notwendige manuelle Eingriffe den bisher erreichbaren Automatisierungsgrad bei Baurobotern.
Denkbar ist auch, dass die mobile Werkzeugmaschine eingerichtet ist, das zur Ausführung der Arbeit zu verwendende Werkzeug aus einem Satz von Werkzeugen auszuwählen. Dazu kann die mobile Werkzeugmaschine mit einem Werkzeugwechselsystem ausgestattet sein. Sie kann auch eine Werkzeugablage zur Ablage ein oder mehrerer Werkzeuge aufweisen.
Besonders bevorzugt kann die mobile Werkzeugmaschine eingerichtet sein, das zur Ausführung der Arbeit zu verwendende Werkzeug anhand des Bauteildatensatzes und / oder anhand des Baustellendatensatzes auszuwählen. Somit kann die mobile Werkzeugmaschine beispielsweise eingerichtet sein, ein Bohrwerkzeug geeigneter Größe in Abhängigkeit von einem Bauteildatensatz, in dem ein Durchmesser eines in das Bauteils einzubringenden Bohrlochs gespeichert ist, aus einem Satz von Bohrwerkzeugen unterschiedlicher Größe auszuwählen.
Ein besonders breites Anwendungsgebiet ergibt sich für das Werkzeugmaschinensystem, wenn wenigstens ein Element des Werkzeugmaschinensystems, insbesondere die mobile Werkzeugmaschine oder die Steuereinheit oder zumindest ein Teil der Steuereinheit, kabellos betreibbar ist. Sie kann dazu wenigstens einen wiederaufladbaren Akkumulator, beispielsweise einen lithium-basierten Akkumulator, und / oder eine Brennstoffzelle, aufweisen.
Zur Kommunikation mit einem Benutzer kann die Steuereinheit eine Displayeinheit aufweisen. Die Displayeinheit kann zur Anzeige der Arbeitsposition eingerichtet sein.
Aus Sicherheitsgründen kann die Steuereinheit kann eingerichtet sein, die Arbeit der mobilen Werkzeugmaschine erst nach einer positiven Quittierung eines Benutzers zu starten.
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Bei einer besonders benutzerfreundlichen Ausführungsform der Erfindung kann die Steuereinheit eine Displayeinheit, insbesondere zur Darstellung eines Augmented-Reality- (AR-) Bildes, aufweisen. Das AR-Bild kann in Form eines Mixed-Reality- (MR-) Bildes oder in Form eines Virtual-Reality- (VR-) Bildes ausgebildet sein. Insbesondere kann die Steuereinheit eingerichtet sein, die bestimmte Arbeitsposition und / oder einen Vergleich zwischen der Soll- Arbeitsposition und der Arbeitsposition abzubilden.
Wenigstens ein Element der Steuereinheit kann Cloud-basiert ausgebildet sein. Das wenigstens eine Element kann über ein Netzwerk, beispielsweise ein mobilfunkbasiertes Netzwerk oder allgemein das Internet, mit dem übrigen Werkzeugmaschinensystem verwendbar und / oder mit dem übrigen Werkzeugmaschinensystem verbindbar oder verbunden sein.
Wenigstens zwei der Speichereinheiten können mit Hilfe von wenigstens einem gemeinsam verwendeten elektronischen Bauteil ausgebildet sein. Insbesondere können zwei oder mehr der Speichereinheiten mittels derselben Speicherbauteile ausgebildet sein.
Denkbar ist insbesondere, dass die Bauteildatenspeichereinheit oder zumindest ein Teil der Bauteildatenspeichereinheit in einem oder mehreren, entfernten, insbesondere Cloud-basierten, Speichersystemen ausgebildet ist. So ist denkbar, dass die Bauteildatenspeichereinheit als Teil einer oder mehrerer Bauteildatenbanken oder zumindest zum Teil aus der einen oder den mehreren Bauteildatenbanken eines oder mehrerer Hersteller von Bauteilen ausgebildet ist.
In den Rahmen der Erfindung fällt des Weiteren ein Verfahren zur Steuerung einer mobilen Werkzeugmaschine, insbesondere ein Bauroboter, vorzugsweise zum Einsatz im Hoch- und / oder Tiefbau, auf einer Baustelle, wobei die mobile Werkzeugmaschine zur Arbeit, insbesondere mit einem Werkzeug, an wenigstens einer Arbeitsposition der Baustelle eingerichtet ist, wobei die Arbeitsposition anhand eines Bauteildatensatzes bestimmt wird.
Analog zum erfindungsgemäßen Werkzeugmaschinensystem erlaubt daher auch das erfindungsgemäße Verfahren, dass die Arbeitsposition selbsttätig bestimmt wird anstatt dass diese von einem Benutzer des Verfahrens bzw. der mobilen Werkzeugmaschine vorzugeben ist.
Somit lassen sich verfahrensgemäß wiederum Anforderungen, insbesondere Sicherheitsanforderungen, bei der Bestimmung der Arbeitsposition berücksichtigen, sodass sich wiederum die eingangs genannten Risiken ebenfalls verringern oder ausräumen lassen.
Es ist auch denkbar, dass die Arbeitsposition anhand eines Baustellendatensatzes bestimmt wird. Sie kann somit insbesondere anhand des Bauteildatensatzes und anhand des Baustellendatensatzes bestimmt werden.
Um allfälligen Abweichungen der Realität von BIM-Planungsdaten zu begegnen, kann die Arbeitsposition auch dadurch ermittelt werden, dass eine vordefinierte Soll-Arbeitsposition, insbesondere unter Verwendung des Bauteildatensatzes, des Baustellendatensatzes und / oder des Regeldatensatzes, modifiziert wird.
Für einen derartigen Soll-Zlst-Abgleich kann der Bauteildatensatz und / oder der Baustellendatensatz mittels eines Erfassungssensors des Werkzeugmaschinensystems, insbesondere der Steuereinheit, ermittelt werden.
Die Steuereinheit kann auch eingerichtet sein, anhand des Bauteildatensatzes, des Baustellendatensatzes und / oder des Regeldatensatzes wenigstens einen weiteren Parameter der Arbeit der mobilen Werkzeugmaschine neben der Arbeitsposition zu steuern. Dieser weitere Parameter kann beispielsweise eine Werkzeugart, eine Werkzeugabmessung, eine Anpresskraft, eine Geschwindigkeit, beispielsweise eine Vortriebsgeschwindigkeit, ein Drehmoment oder dergleichen sein.
In manchen Ländern werden beispielsweise Deckenelemente durch Ausgießen einer Schalung hergestellt, beispielsweise bei sogenannten Betonverbunddecken. Die Schalung kann insbesondere ein oder mehrere Profilbleche aufweisen. Das oder die Profilbleche können wenigstens ein Wellblech, ein Trapezblech oder ein anderes, durch geometrische Strukturen verstärktes Blech aufweisen. Das wenigstens eine Profilblech kann als verlorene Schalung verwendet werden.
Eine Oberfläche des Bauteils kann, insbesondere optisch, abgetastet werden.
Beispielsweise bei solchen Profilblechen hat es sich als günstig erwiesen, wenn die Oberfläche des Bauteils punktförmig und / oder linienförmig, insbesondere optisch, abgetastet wird. Dies kann eine präzise Bestimmung der Geometrie oder Teilen der Geometrie ermöglichen.
Insbesondere kann auch ein Abgleich der bestimmten Geometrie mit Bauteildaten und / oder Daten eines BIM-Modells erfolgen.
Dazu kann die Abtastung mithilfe eines Abtastsensors erfolgen. Der Abtastsensor kann beispielsweise ein Laserdistanzmesser sein und / oder einen solchen umfassen. Ein Laserstrahl des Abtastsensors kann linienförmig, beispielsweise schleifenförmig, umgelenkt werden. Dazu kann der Laserstrahl abgelenkt und / oder der Laserdistanzmesser geeignet bewegt werden.
Denkbar ist auch, dass der Abtastsensor eine 2D- und / oder eine 3D-Sensor umfasst. Dazu kann der Abtastsensor beispielsweise eine optische Kamera umfassen. Er kann auch eine 3D- Kamera umfassen.
Wenigstens ein Regeldatensatz kann dann verwendet werden, um aus der abgetasteten Oberfläche auf eine Position und / oder Lage des Bauteils, beispielsweise relativ zur Baustelle, zu schließen. Somit kann auch direkt und / oder indirekt die Arbeitsposition bestimmt werden.
Somit kann die Arbeitsposition an einem das Profilblech aufweisenden Bauteil bestimmt werden.
Zur Abtastung der Oberfläche kann der Abtastsensor relativ zur Oberfläche bewegbar sein. Dazu kann der Abtastsensor beispielsweise an einem Manipulator, insbesondere an einem Endeffektor des Manipulators, angeordnet sein.
Ebenso wie die Oberfläche des Bauteils können auch wenigstens eine Trägerstruktur und / oder Installationselemente, beispielsweise bezüglich ihrer jeweiligen dreidimensionalen Strukturen, abgetastet werden. Eine solche Abtastung kann mit denselben und / oder mit den gleichen Mitteln erfolgen wie die Abtastung der Oberfläche.
Ein Weg, um mit der mobilen Werkzeugmaschine, insbesondere mit deren Manipulator und / oder einem daran angeordneten Werkzeug, beispielsweise einem Bohrer oder einem Setzwerkzeug, zur Arbeitsposition zu gelangen kann geplant werden. Dabei kann die Planung des Weges aus der Abtastung gewonnene Daten berücksichtigen. Befindet sich beispielsweise
die Arbeitsposition in unmittelbarer Nähe zu einem detektierten Objekt, beispielsweise der Trägerstruktur, so kann ein Bewegungsablauf des Manipulators so geplant und / oder gesteuert werden, dass der Manipulator sich ohne anzustoßen am detektierten Objekt vorbei bewegt.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden detaillierten Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, anhand der Figuren der Zeichnung, die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigt, sowie aus den Ansprüchen. Die dort gezeigten Merkmale sind nicht notwendig maßstäblich zu verstehen und derart dargestellt, dass die erfindungsgemäßen Besonderheiten deutlich sichtbar gemacht werden können. Die verschiedenen Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen bei Varianten der Erfindung verwirklicht sein.
In der schematischen Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 ein Werkzeugmaschinensystem;
Fig. 2 eine schematische Darstellung des Werkzeugmaschinensystems in einem ersten Beispiel einer Bestimmung von Arbeitspositionen;
Fig. 3 eine schematische Darstellung des Werkzeugmaschinensystems bei einem zweiten Beispiel einer Bestimmung von Arbeitspositionen;
Fig. 4 ein Flussdiagramm eines Verfahrens;
Fig. 5 eine schematische Schnittansicht durch ein als Deckenelement ausgebildetes Bauteil; und
Fig. 6 das Bauteil gemäß Fig. 5 und ein Werkzeugmaschinensystem in schematischer, perspektiver Darstellung.
In der nachfolgenden Beschreibung der Figuren werden zur Erleichterung des Verständnisses der Erfindung für gleiche oder sich funktional entsprechende Elemente jeweils die gleichen Bezugszeichen verwendet.
Fig. 1 zeigt in einer schematischen Darstellung ein Werkzeugmaschinensystem 10. Das Werkzeugmaschinensystem 10 weist eine mobile Werkzeugmaschine 12 auf, die als Bauroboter zum Einsatz im Hoch- und Tiefbau eingerichtet ist. Insbesondere ist die mobile Werkzeugmaschine 12 zur Arbeit an wenigstens einer Arbeitsposition einer Baustelle
eingerichtet; sie ist mit einem Bohrwerkzeug 14 ausgestattet und kann somit Bohrarbeiten verrichten.
Das Bohrwerkzeug 14 ist an einem mehrachsigen Manipulator 16 der mobilen Werkzeugmaschine 12 angeordnet. Mit Hilfe eines Fahrwerks 18 kann sich die mobile Werkzeugmaschine 12 auf einer Baustelle, vorzugsweise selbsttätig oder zumindest ferngesteuert, fortbewegen.
In einem Gehäuse 19 des Fahrwerks 18 ist eine Steuereinheit 20 zur Steuerung der mobilen Werkzeugmaschine 12 untergebracht. Die Steuereinheit 20 ist als Rechnereinheit ausgebildet.
Die Steuereinheit 20 umfasst eine Mikroprozessoreinheit 21 , eine Programmcodespeichereinheit 22, in der auf der Mikroprozessoreinheit 21 ausführbarer Programmcode speicherbar ist, sowie eine Bauteildatenspeichereinheit 24, in der wenigstens ein Bauteildatensatz zu wenigstens einem auf der Baustelle zu verwendenden Bauteil speicherbar ist.
Die Steuereinheit 20 weist ferner eine Baustellendatenspeichereinheit 26 zur Speicherung wenigstens eines Baustellendatensatzes sowie eine Regeldatenspeichereinheit 28, in der wenigstens ein Regeldatensatz speicherbar ist. Die Speichereinheiten 22, 24, 26 und 28 sind gesamtheitlich durch eine Gesamtspeichereinheit 29, beispielsweise eine nichtflüchtige, schreib- und lesbare Speichereinheit, realisiert.
Die mobile Werkzeugmaschine 12 weist des Weiteren einen Erfassungssensor 30 auf. Der Erfassungssensor 30 ist durch zwei Bildaufnahmeeinheiten 32 ausgebildet, die es zusammen ermöglichen, dreidimensionale Bilder der Umgebung aufzunehmen. Anhand der dreidimensionalen Bilder können insbesondere Längen, beispielsweise Distanzen, ermittelt werden.
Zur Analyse aufgenommener Bilder ist in der Steuereinheit 20 eine Analyseeinheit 33 ausgebildet. Dazu weist die Steuereinheit 20 eine Deep-Learning-Einheit auf.
Das Werkzeugmaschinensystem 10 weist des Weiteren eine Displayeinheit 34 auf, die als Teil der Steuereinheit 20, jedoch unabhängig von der übrigen Steuereinheit 20, insbesondere tragbar, ausgebildet ist. Sie ist über eine Funkverbindung mit der übrigen Steuereinheit 20
verwendbar.
Die Displayeinheit 34 ist eingerichtet, VR-Bilder darzustellen. Sie weist ferner zwei Eingabetasten 36 auf, mit denen der Benutzer des Werkzeugmaschinensystems 10 bestimmte Arbeitspositionen quittieren und damit die Ausführung von Arbeiten starten oder verhindern kann.
Fig. 2 zeigt in einer schematischen Darstellung eine Bestimmung von Arbeitspositionen mithilfe des vorangehend beschriebenen Werkzeugmaschinensystems 10.
In der schematischen Darstellung gemäß Fig. 2 ist eine Baustelle 38 zu erkennen, auf der an einer Wand 42 ein Bauteil 44 zu bearbeiten ist. Das Bauteil 44 kann beispielsweise ein Wandverkleidungselement sein.
Durch das Bauteil 44 hindurch und in die Wand 42 hinein sollen im vorliegenden Beispiel zwei Bohrlöcher eingearbeitet werden.
Das Bauteil 44 weist einen Code 46 auf, anhand dessen und mithilfe des Erkennungssensors 30 die Steuereinheit 20 das Bauteil 44 erkennt.
Mithilfe des Codes 46 ruft die Steuereinheit 20 (siehe Fig. 1) aus der Bauteildatenspeichereinheit 24 (ebenfalls Fig. 1) Bauteildatensätze zu dem Bauteil 44 ab.
Die Bauteildatensätze können insbesondere Angaben zu Positionen, an denen Bohrlöcher zu fertigen sind, umfassen. Zusätzlich werden über den Erfassungssensor 30 Baustellendatensätze zur Baustelle 38, insbesondere zur Wand 42, erfasst.
Die Baustellendatensätze umfassen dabei beispielsweise die Position und die Lage der Wand 42 sowie die Relativposition des Bauteils 44 relativ zur Wand 42.
Mithilfe der Bauteildatensatzsätze sowie der Baustellendatensätze werden sich aus diesen Datensätzen ergebende Arbeitspositionen bestimmt, insbesondere berechnet.
Das Ergebnis wird auf der Displayeinheit 34 in Form eines VR-Bildes 48 dargestellt. Im VR-Bild 48 ist zunächst ein Abbild der Baustelle 38 zu erkennen. Zusätzlich sind - in Form von
Fadenkreuzen - Arbeitspositionen 50 im VR-Bild 48 abgebildet. Zusätzlich zu den Fadenkreuzen umfassen die abgebildeten Arbeitspositionen 50 Darstellungen der zu erstellenden Bohrlöcher.
Quittiert nun der Benutzer des Werkzeugmaschinensystems 10 die bestimmten Arbeitspositionen 50 auf einer der Tasten 36, insbesondere auf der mit „OK“ markierten Taste 36, so steuert die Steuereinheit 20 die mobile Werkzeugmaschine 12 derart an, dass diese an den bestimmten Arbeitspositionen 50 die gewünschten Bohrungen bohrt.
Konkret ist in Fig. 2 eine Situation dargestellt, bei der das Werkzeugmaschinensystem 10 just die Bohrarbeiten abgeschlossen hat, sodass zwei Bohrlöcher 52 durch das Bauteil 44 hindurch und in die Wand 42 hinein gebohrt sind.
Fig. 3 zeigt, ebenfalls in schematischer Darstellung, ein weiteres Beispiel einer Bestimmung von Arbeitspositionen.
Im Unterschied zu der Situation gemäß Fig. 2 liegen in der Fig. 3 zugrunde liegenden Situation Soll-Arbeitspositionen aus einem BIM-Planungssystem vor. Diese Soll-Arbeitspositionen sind in Form von Baustellendatensätzen in der Baustellendatenspeichereinheit 26 (siehe Fig. 1) gespeichert.
Soweit nicht anders beschrieben, entspricht das Werkzeugmaschinensystem 10 dem vorangehend beschriebenen Werkzeugmaschinensystem 10, wobei dieses Werkzeugmaschinensystem 10 dahingehend gegenüber dem vorangehend beschriebenen modifiziert ist, dass es Arbeitspositionen ausgehend von wenigstens einer vorgegebenen Soll- Arbeitsposition bestimmen kann.
Es versteht sich, dass das Werkzeugmaschinensystem 10 eingerichtet sein kann, Arbeitspositionen je nach Vorliegen von Soll-Arbeitspositionen sowohl mit als auch ohne diesen zu bestimmen.
Wie in der Darstellung gemäß Fig. 3 zu erkennen ist, zeigt in diesem Fall das VR-Bild 48 eine schematische Draufsicht auf die Wand 42 mit dem Bauteil 44. Alternativ oder ergänzend ist auch denkbar, dass das Werkzeugmaschinensystem 10 auf der Displayeinheit 34 ein VR-Bild 48 nach Art des vorangehend beschriebenen Ausführungsbeispiels darstellt. Auch Mischungen der
Darstellungsarten oder andere Darstellungsarten sind denkbar.
Entsprechend der vom Erkennungssensor 30 erfassten Position und Lage der Wand 42 werden die resultierenden Positionen der Soll-Arbeitspositionen 54 schematisch innerhalb des V-Bildes 48 dargestellt. Zu erkennen ist, dass sich die Soll-Arbeitspositionen 54 zu dicht an Rändern des Bauteils 44 befinden.
Es bestehen Konflikte mit in der Bauteildatenspeichereinheit 24 gespeicherten Bauteildatensätzen für das Bauteil 44, nach denen die Bohrlöcher mit bestimmten Mindestabständen von den Rändern sowie mit bestimmten Höchstabständen von den Rändern des Bauteils 44 zu fertigen sind.
Die Steuereinheit 20 ist daher eingerichtet, einen Versatz ausgehend von den Soll- Arbeitspositionen 54 vorzusehen, mit dessen Hilfe die Steuereinheit 20 die finalen Positionen der Arbeitspositionen 50 bestimmt. Diese bestimmten Arbeitspositionen 50 sind ebenfalls in der Displayeinheit 34 abgebildet.
Nach Quittierung durch den Benutzer werden wiederum die geplanten Bohrlöcher 52 an den den bestimmten Arbeitspositionen 50 entsprechenden Positionen gebohrt.
Fig. 4 zeigt ein Verfahren 100 in Form eines Flussdiagramms. Zur Erläuterung des Verfahrens 100 wird im Folgenden in Bezug auf das Werkzeugmaschinensystem 10 sowie in Bezug auf die Baustelle 38 auf die vorangehend eingeführten Bezugszeichen zurückgegriffen.
In einem ersten Schritt 110 ruft das Werkzeugmaschinensystem 10, insbesondere die Steuereinheit 20, in einem Cloud-basierten Speicher gespeicherte Bauteildatensätze zu unterschiedlichen Bauteilen ab. Ferner werden Baustellendatensätze aus einem BIM- Planungssystem in die Baustellendatenspeichereinheit 26 geladen.
In einem nachfolgenden Schritt 112 werden mehrere Bauteildatensätze mittels des Erfassungssensors 30 und der Analyseeinheit 33 erfasst. Insbesondere werden der Typ des Bauteils 44 sowie dessen Position und Lage ermittelt. Zusätzlich werden Baustellendatensätze der Baustelle 38 mittels des Erfassungssensor 30 und der Analyseeinheit 33 erfasst. Insbesondere werden die Position und die Lage der Wand 42 ermittelt.
In einem weiteren Schritt 114 werden die Arbeitspositionen 50 anhand der Bauteil- und der Baustellendatensätze bestimmt. Liegen Soll-Arbeitspositionen 54 vor, werden diese anhand der Bauteildatensätze und unter Berücksichtigung der Baustellendatensatzes auf Konflikte geprüft.
Wird ein Konflikt festgestellt, so wird die jeweils betreffende Arbeitsposition 50 durch Bestimmung einer geringsten, erforderlichen Verschiebung der Soll-Arbeitsposition 54 bestimmt, um den betreffenden Konflikt auszuräumen.
Liegen Regeldatensätze vor, die vorzugsweise in der Regelspeichereinheit 28 gespeichert sein können, so werden die damit verbundenen Regeln durch die Steuereinheit 20 zusätzlich geprüft.
Beispielsweise kann ein Regeldatensatz vorliegen, der eine Anordnung des Bauteils 44 nur an bestimmten Positionen oder in Form eines bestimmten Musters innerhalb der Baustelle 38 vorsieht.
Wird diese Regel bei der aktuell bestimmten Arbeitsposition 50 nicht erfüllt, so wird die Arbeitsposition 50 zusätzlich modifiziert, sodass auch alle Regeln entsprechend aller betreffenden Regeldatensätze erfüllt sind bzw. werden. Sollte ausnahmsweise die Gesamtheit der zu berücksichtigenden Anforderungen gemäß der Bauteildatensätze, der Baustellendatensätze und der Regeldatensätzen nicht konfliktfrei erfüllbar ist, kann vorgesehen sein, dass das die Steuereinheit 20 eine Interaktion des Benutzers zur Entscheidung des weiteren Vorgehens abzufragen.
In einem weiteren Schritt 116 werden die bestimmten Arbeitspositionen 50, sowie gegebenenfalls die Soll-Arbeitspositionen 54 sowie deren Verschiebung auf der Displayeinheit 34 als VR-Bild 48 dargestellt. Anschließend wird eine Quittierung mittels der Tasten 36 durch den Benutzer abgewartet.
Je nach Ausgang der Quittierung durch den Benutzer werden sodann in einem abschließenden Schritt 118 Bohrlöcher 52 bzw. allgemein Arbeiten an den den bestimmten Arbeitspositionen 50 entsprechenden Positionen innerhalb der Baustelle 38 ausgeführt oder eine Ausführung der Arbeiten geblockt.
Es versteht sich, dass die Interaktionen im Schritt 116 mit dem Benutzer, insbesondere die Darstellungen auf der Displayeinheit 34 und / oder das Einholen der Quittierung, optional sind.
Insbesondere kann auf den Schritt 116 verzichtet werden, wenn das Werkzeugmaschinensystem 10 ausgebildet sein soll, während des Ablaufs des Verfahrens 100 vollständig autonom und insbesondere ohne Interaktion mit dem Benutzer zu agieren.
Nach Abschluss der Arbeiten kann vorgesehen sein, dass das Verfahren erneut, insbesondere beginnend mit Schritt 110, durchgeführt wird, bis alle zu bearbeitenden Arbeitspositionen 50 bestimmt und die entsprechenden Arbeiten ausgeführt sind.
Fig. 5 zeigt eine schematische Schnittansicht eines Bauteils 44 auf einer Baustelle 38. Das Bauteil 44 ist als Deckenelement ausgebildet. Es bildet eine Decke eines in Fig. 5 nicht weiter dargestellten Gebäudes. Das Bauteil 44 weist eine Betonschicht 56 auf. Unterseitig der Betonschicht 56 befindet sich ein Profilblech 58, insbesondere ein Trapezblech. Das Profilblech 58 kann Erhöhungen, Vertiefungen und / oder andere Geometrien aufweisen.
Zur Herstellung des Bauteils 44 dient das Profilblech 58 als verlorene Schalung für die durch Gießen hergestellte Betonschicht 56. Es kann somit eine Betonverbunddecke ausbildbar sein.
Zum Setzen von Ankern 53 sind an Arbeitspositionen 50 Bohrlöcher 52 zu bohren, vorzugsweise unter Einhaltung eines geforderten Mindestabstandes und / oder einer definierten Bohrposition.
Beispielhaft zeigt Fig. 5 jeweils zwei solcher Arbeitspositionen 50, Bohrlöcher 52 bzw. Anker 53.
Ferner sind diverse Markierungen, beispielsweise Farbmarkierungen oder Codierungen, beispielsweise für nachfolgende Bauarbeiten, oder für Hinweise für eine spätere Installation, auf das Profilblech 58 aufzubringen.
Aufgrund des trapezförmigen Querschnitts des Profilblechs 58 unterliegen die Arbeitspositionen 50 und damit die Positionen der Bohrlöcher 52 bzw. der Anker 58 Bauteil-spezifischen Eigenschaften. Diese Eigenschaften sind beispielhaft durch Bauteildatensätze R I, R II, R III abgebildet.
Beispielsweise entsprechen die Bauteildatensätze R I und R ill der Eigenschaft, dass in horizontal oder zumindest im Wesentlichen horizontal verlaufenden Abschnitten des Profilblechs
58 sowohl Arbeitspositionen 50 für Bohrlöcher 52 zur Verfügung stehen als auch dass in diesen Abschnitten Farbmarkierungen markierbar sind.
Eine weitere Eigenschaft kann sein, dass beispielsweise in schräg zur Horizontalen verlaufenden Abschnitten des Profilblechs 58 dagegen lediglich Markierungen angebracht, nicht aber Bohrlöcher 52 gebohrt werden sollen. Diese Eigenschaft des Bauteils 44 entspricht in Fig.
5 beispielhaft dargestellten Bauteildatensätzen R II.
Fig. 6 zeigt Bauteil 44 gemäß Fig. 5 sowie ein Werkzeugmaschinensystem 10 in einer schematischen, perspektivischen Darstellung.
Zur Vereinfachung der Darstellung und der weiteren Erläuterungen ist in Fig. 6 die Betonschicht 56 lediglich durch eine schraffierte Fläche schematisch abgebildet. Ebenfalls aus Darstellungsgründen ist in Fig. 6 das Profilblech 58 teiltransparent als Liniendarstellung abgebildet. Das Profilblech 58 ist nur beispielhaft und kann auch eine andere als die in Fig. 6 abgebildete Geometrie aufweisen.
Das Werkzeugmaschinensystem 10 kann soweit im Folgenden nicht abweichend beschrieben, dem vorangehend beschriebenen Werkzeugmaschinensystem 10 entsprechen. Insbesondere weist es eine mobile Werkzeugmaschine 12 auf. Ferner weist es den Manipulator 16 mit einem Bohrwerkzeug 14, insbesondere innerhalb einer Staubabsaugung 15 befindlich, auf.
Im Bereich der Staubabsaugung 15 befindet sich ferner ein Distanzmesser 60. Der Distanzmesser 60 ist als Laserdistanzmesser ausgebildet. Er ist ausgebildet, mittels eines Laserstrahls 62 eine Oberfläche, insbesondere die Unterseite, des Profilblechs 58, insbesondere optisch, abzutasten. Er ist insbesondere eingerichtet, jeweils seine Distanz zu einem Auftreffpunkt des Laserstrahls 62 auf dem Profilblech 58 zu bestimmen. Dies kann beispielsweise durch eine oder mehrere Laufzeitmessungen erfolgen.
Die Position und Lage des Distanzmessers 60 und damit des starr zu diesem angeordneten Bohrwerkzeugs 14 erfolgt mittels einer Positionsmesseinrichtung. In diesem Ausführungsbeispiel weist die Positionsmesseinrichtung eine vollautomatische Totalstation 64 auf, die mit einem eigenen Laserstrahl 65 einen Reflektor 66 nachverfolgt. Bei alternativen Ausführungsformen sind auch andere Positionsmesseinrichtungen denkbar. Beispielsweise kann eine Positionsmessung auch durch Messung der Positionen und/oder Lagen einzelner
Armelemente des Manipulators 16 erfolgen.
Das Profilblech 58 ist aus einer Vielzahl abgekanteter Blechelemente gebildet, die derart relativ zueinander angeordnet sind, dass für den trapezförmigen Querschnitt erforderliche Kanäle mit Senken, Schrägen bzw. Erhebungen ausgebildet sind. Die Kanäle verlaufen jeweils parallel zueinander. Diese Eigenschaft ist in Fig. 6 durch einen Regeldatensatz IV schematisch dargestellt.
Mithilfe des Regeldatensatzes IV lassen sich Arbeitspositionen 50 (Fig. 5) am Profilblech 58 bestimmen. Zunächst sind dazu horizontal verlaufende Abschnitte sowie gegebenenfalls gegen die Horizontale schräg verlaufende Abschnitte des Profilblechs 58 zu lokalisieren, um die Bauteildatensätze R I, RH und / oder R III (Fig. 5) oder gegebenenfalls weitere Bauteildatensätze zur weiteren Bestimmung der Arbeitspositionen 50 verwenden zu können.
Dazu wird zunächst die Unterseite des Profilblechs 58 linienförmig, beispielsweise entlang einer schleifenförmigen Abtaststrecke 68, abgetastet. Insbesondere wird ein Höhenprofil des Profilblechs 58 entlang der Abtaststrecke 68 mithilfe des Distanzmessers 60 gemessen.
Zur Abtastung entlang der Abtaststrecke 68 wird der Distanzmesser 60 mithilfe des Manipulators 16, vorzugsweise in einer horizontalen Ebene, bewegt. Der Verlauf der Positionen des Distanzmessers 60 und damit des Laserstrahls 62 bzw. seiner Auftreffpunkte entlang der Abtaststrecke 68 werden durch die Totalstation 64 in Verbindung mit dem mitbewegten Reflektor 66 protokolliert. Die Abtastung kann mit einer Abtastrate von beispielsweise mindestens 10 Hz, vorzugsweise von mindestens 20 Hz, erfolgen.
Zusammenhängende Teilstrecken der Abtaststrecke 68 mit konstanten oder zumindest nur geringfügig schwankenden Distanzen, in Fig. 6 beispielsweise die Teilstrecke 70, können horizontale Abschnitte des Profilblechs 58 indizieren. Zusammenhängende Teilstrecken der Abtaststrecke 68 mit wachsenden oder schwindenden Distanzen, in Fig. 6 beispielsweise Teilstrecke 72, können dagegen schräg zur Horizontalen verlaufende Abschnitte des Profilblechs 58 indizieren.
Da mittels des Regeldatensatzes IV bekannt ist, dass die horizontalen bzw. die schrägen Abschnitte jeweils geradlinig und parallel zueinander verlaufen, können die Positionen und / oder Lagen der horizontalen sowie der schrägen Abschnitte des Profilblechs 58 ausgehend von 19
BERICHTIGTES BLATT (REGEL 91) ISA/EP
den jeweiligen zusammenhängenden Teilstrecken, also z. B. den Teilstrecken 70 oder 72, auf das gesamte Profilblech 58 extrapoliert werden.
Somit ergeben sich die Positionen und / oder Lagen der horizontalen Abschnitte und, soweit erforderlich, beispielsweise im Falle, dass Markierungen zu setzen sind, der schräg gegen die Horizontale verlaufenden Abschnitte des Profilblechs.
Somit können nun die Bauteildatensätze R I, R II und / oder R III und / oder gegebenenfalls weitere Bauteildatensätze in Bezug zum Bauteil 44 zur Feinbestimmung von Arbeitspositionen 50 verrwendet werden. Insbesondere kann somit im Ergebnis sichergestellt werden, dass beispielsweise Bohrlöcher 52 lediglich in horizontal verlaufenden Abschnitten des Profilblechs 58 gebohrt werden. Dies kann somit selbst dann sichergestellt werden, wenn die Position und / oder die Lage des Profilblechs 58 relativ zur Baustelle 38 von einer geplanten Position und / oder einer geplanten Lage abweichen.
Durch die punktuelle bzw. linienförmige Abtastung des Profilblechs 58 können Störeinflüsse von Reflexionen der Oberfläche des Profilblechs 58 minimiert werden. Da die Abtaststrecke 68 nur einen Teilbereich des Profilblechs 58 umfassen braucht, wird zudem der Zeitaufwand für die Messungen der Position und / oder Lage des Profilelements 58 reduziert.
Denkbar ist auch, dass auf die vorangehend beschriebene Weise eine Soll-Arbeitsposition, beispielsweise entsprechend einer Planung in einem BIM-Modell, unter Berücksichtigung des Regeldatensatzes R IV und / oder weiterer Regeldatensätze sowie der Bauteildatensätze R I, R II, R III und / oder weiterer Bauteildatensätze, und insbesondere für den Fall, dass das Bauteil 44 ein oder mehrere Profilbleche aufweist, modifiziert wird.
Ein Regeldatensatz und / oder ein Bauteildatensatz kann auch eine Begrenzung einer Änderung der Arbeitsposition 50 umfassen. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass eine Arbeitsposition, beispielsweise eine Bohrposition, nur höchstens bis zu einer maximal zulässigen Distanz änderbar ist.
Bei der Änderung der Arbeitsposition kann auch wenigstens ein Genauigkeitskriterium berücksichtigbar sein.
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BERICHTIGTES BLATT (REGEL 91) ISA/EP
Bezugszeichenliste
10 Werkzeugmaschinensystem
12 mobile Werkzeugmaschine
14 Bohrwerkzeug
15 Staubabsaugung
16 Manipulator
18 Fahrwerk
19 Gehäuse
20 Steuereinheit
21 Mikroprozessoreinheit
22 Programmcodespeichereinheit
24 Bauteildatenspeichereinheit
26 Baustellendatenspeichereinheit
28 Regeldatenspeichereinheit
29 Gesamtspeichereinheit
30 Erfassungssensor
32 Bildaufnahmeeinheit
33 Analyseeinheit
34 Displayeinheit
36 Eingabetaste
38 Baustelle
42 Wand
44 Bauteil
46 Code
48 Bild
50 Arbeitsposition
52 Bohrloch
53 Anker
54 Soll-Arbeitsposition
56 Betonschicht
58 Profilblech
60 Distanzmesser
62 Laserstrahl
64 Totalstation
6 Reflektor
68 Abtaststrecke
70 Teilstrecke
72 Teilstrecke R I, R H, R ill Bauteildatensatz
R IV Regeldatensatz
100 Verfahren
110 Schritt
112 Schritt 114 Schritt
116 Schritt
118 Schritt