Beschreibung
Computer-implementiertes Verfahren zur Bestimmung einer Betriebseigenschaft einer Gestänge-Tiefpumpe , Analysevorrichtung und Pumpsystem hierfür
Die Erfindung betri f ft ein computer-implementiertes Verfahren zur Bestimmung einer Betriebseigenschaft einer Gestänge- Tiefpumpe , wobei die Pumpe einen Pump-Kopf aufweist , welcher über ein Gestänge mit einem Kinematik-Wandler verbunden ist , und der Kinematik-Wandler im Betrieb von einem Motor angetrieben wird und ein Last-Weg-Diagramm mit Kurvenpunkten für die Förder-Pumpe mithil fe eines Erfassungsmittels von einer Analysevorrichtung ermittelt und als Betriebs-Last-Weg- Diagramm mit Betriebs-Kurvenpunkten bereitgestellt wird .
Ferner betri f ft die Erfindung ein Computerprogramm, einen elektronisch lesbaren Datenträger und ein Datenträgersignal .
Außerdem betri f ft die Erfindung eine Analysevorrichtung mit einem Speicher und ein Pumpsystem zur Bestimmung einer Betriebseigenschaft einer Gestänge-Tiefpumpe .
Tiefpumpen werden als Fördereinrichtungen zur Gewinnung von unterirdisch lagernden Flüssigkeiten eingesetzt , wenn der Lagerstättendruck nicht ausreicht , dass sie selbständig bzw . in ausreichender Menge an die Oberfläche gelangen . Zumeist wird mit ihnen Erdöl gefördert . Weitere Einsatzgebiete sind die Förderung von Sole und Heilwässern .
Das Bild der meisten Öl felder wird von Gestänge-Tiefpumpen geprägt , die wegen ihres Aussehens und ihrer Bewegung auch Pferdekopfpumpen, Nickesel oder Nicker genannt werden . Dabei befindet sich der eigentliche Pumpmechanismus - ein Kolben mit Rückschlagventilen - in einem eigenen Rohrstrang im Bohrloch nahe der öl führenden Schicht . Der Kolben wird mittels einer verschraubbaren Stange von einem an der Erdoberfläche befindlichen Pumpenbock in eine kontinuierliche Auf- und Ab-
bewegung versetzt . Dies wird durch den sogenannten Pferdekopf bewerkstelligt . Dieser besteht aus einem am Ende eines als Balancier angeordneten Kreisbogensegments , an dem ein Stahlseil- oder Kettenpaar oben angeklemmt ist .
Der Antrieb erfolgt zumeist elektrisch . Beim Vorhandensein von ausreichend im Erdöl gelösten energiehaltigen Gasen kann j edoch ein Teil dieser Gase an Ort und Stelle mittels eines Degasers vom Fördergut abgetrennt und einem Gasmotor, der die Pumpe antreibt , zugeführt werden .
Je nach Pumpenbauart und -große beträgt der Arbeitshub 1 bis 5 m . Pro Minute sind zweieinhalb bis zwöl f Hübe üblich . Die Gestänge-Tiefpumpe kann bis zu Fördertiefen von etwa 2500 m wirtschaftlich eingesetzt werden . Für größere Tiefen sind aufgrund des großen Gewichts der zu hebenden Flüssigkeitssäule andere Pumpensysteme besser geeignet .
Der Pumpentyp „Mark I I" des texanischen Herstellers Lufkin Industries eignet sich durch seine spezielle Bewegungsgeometrie besonders für hohe Förderraten aus großen Tiefen .
Der Pumpentyp „Sucker Rod" weist eine Saugstange auf , das heißt eine Stahlstange mit einer typischen Länge zwischen 25 und 30 Fuß und einem Gewinde an beiden Enden, die in der Ölindustrie verwendet wird, um die Oberflächen- und Bohrlochkomponenten einer in einer Ölquelle installierten Hubkolbenpumpe miteinander zu verbinden .
Ein äußerst wertvolles Instrument zur Analyse der Bohrlochleistung ist ein Bohrlochprüfstand, welcher die Belastung der polierten Stange im Verhältnis zur Position der polierten Stange misst .
Mit Dynamometern können Stangenposition und Stangenlast über der Zeit auf gezeichnet werden . Der lastmessende Teil des Dynamometers ist an der polierten Stange angebracht , damit die Last erfasst und an einen Rekorder gesendet werden kann . Ein
Begleitteil des am Hubbalken angebrachten Leistungsprüfstands erfasst die Position der polierten Stange und sendet sie an denselben Rekorder . Die erzeugte Grafik wird als Dynagraph oder häufiger als Dynamometer oder Dynagraph-Karte bezeichnet und entspricht einem Last-Weg-Diagramm .
An der Oberfläche entnommene Dynamometerkarten können selten direkt zur Erfassung der Betriebsbedingungen der Bohrlochpumpe verwendet werden, da sie auch alle Kräfte ( statisch und dynamisch) widerspiegeln, die von der Pumpe bis zum Bohrlochkopf auftreten . Befindet sich j edoch ein Dynamometer direkt über der Pumpe , ist die auf gezeichnete Karte ein echter Indikator für den Pumpenbetrieb . Dies gelang Gilberts Dynagraph ( ein mechanisches Dynamometer ) in den 1930er Jahren . Stablasten unmittelbar über der Pumpe , die als Funktion der Pumpenposition auf gezeichnet werden, geben Dynagraph-Karten einen Namen, mit dem sie von Oberflächenkarten unterschieden werden . Obwohl die Anwendung von Gilberts Dynagraph eine direkte Untersuchung von Pumpproblemen ermöglichte , hatten die praktischen Auswirkungen, die mit der Notwendigkeit verbunden waren, das Instrument im Bohrloch laufen zu lassen, seine Vorteile bei weitem überwogen .
Bisher werden zur Erfassung der Betriebsbedingungen einer Gestänge-Tief pumpe Sensoren eingesetzt , welche die wirkenden Kräfte beziehungsweise die aktuelle Lage ( Inklination) des Laufbalkens ( englisch „beam" bzw . „cranck arm" ) erfassen, beispielsweise durch Kraft-Sensoren, Hall-Sensoren oder Näherungssensoren . Daraus wird die Position des Gestänges berechnet . Dabei ist es j edoch aufwändig, die j eweiligen Sensoren miteinander zu kalibrieren . Außerdem können durch eine ungenaue Kalibrierung Fehler entstehen, welche die Messdatenauswertung ungünstig beeinflussen können .
Es ist Aufgabe der Erfindung ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Bestimmung von Betriebseigenschaften einer Gestänge- Tiefpumpe bereitzustellen, wobei die Bestimmung der Betriebsbedingungen auf eine einfache und zuverlässige Weise , sowie
mit hoher Genauigkeit erfolgt , sodass eine umfassende Diagnose eines Betriebs zustands erfolgen kann .
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch ein Verfahren eingangs genannter Art gelöst , wobei von der Analysevorrichtung in einem Trainings-Modus zumindest ein Last-Weg-Diagramm- Modell für die Pumpe mit Modell-Kurvenpunkten auf Basis maschinellen Lernens erzeugt und trainiert wird, und im zumindest einen Last-Weg-Diagramm-Modell zumindest zwei vordefinierte Analyse-Bereiche , welche die Modell-Kurvenpunkte zumindest teilweise umfassen, bestimmt werden, und aus den Modell-Kurvenpunkten zumindest eines Bereichs der Analyse- Bereiche ein Referenzpunkt ermittelt wird, und in einem Betriebs-Modus für das Betriebs-Last-Weg-Diagramm geprüft wird, ob innerhalb der durch die Betriebs-Kurvenpunkte eingeschlossenen Fläche der zumindest eine , im Trainings-Modus bestimmte Referenzpunkt eingeschlossen ist , und falls zutref fend, die Betriebseigenschaft der Förder-Pumpe daraus bestimmt wird .
Mit anderen Worten wird ein, von den Betriebs-Kurvenpunkten gebildeten Fläche als „eingeschlossen" oder „umgebenen" erkannter Referenzpunkt dazu herangezogen, die Betriebseigenschaft der Förder-Pumpe zu bestimmen .
Als Analyse-Bereiche können Flächen im Last-Weg-Diagramm definiert werden, beispielsweise Quadranten bei vier Analyse- Bereichen .
Auf besonders einfache Weise können Bereiche beispielsweise entlang der Diagramm-Achsen die Analyse-Bereiche definieren .
Natürlich können alternativ auch komplexere Bereiche , welche beispielsweise durch Polygone definiert sind, als Analyse- Bereiche angewandt werden .
Es können ein oder auch mehrere Last-Weg-Diagramm-Modell erzeugt und trainiert werden, wobei j edes Modell zumindest ei-
nen Bereich und zumindest einen Referenzpunkt aufweist , um beispielweise im Anschluss verschiedene Betriebseigenschaften zu bestimmen .
Dazu können im Betriebs-Modus ein oder mehrere Prüfungen zwischen Last-Weg-Diagramm-Modell mit Modell-Kurvenpunkten und dem Betriebs-Last-Weg-Diagramm stattfinden .
Abweichungen des Betriebs-Last-Weg-Diagramms vom Last-Weg- Diagramm-Modell , das heißt vom Trainings-Modell , können beispielsweise als unerwünschte Betriebseigenschaft der Pumpe selbst erkannt werden .
Ebenso kann ein aktuell erfasstes Pumpmedium, welches von der Pumpe gefördert wird, erkannt werden, indem mit einem entsprechenden Trainings-Modell verglichen wird, das eben dieses Medium beschreibt .
Folglich kann sowohl der Betrieb der Pumpe mit ihren Komponenten, als auch das geförderte Pumpmedium ef fi zient und zuverlässig analysiert werden .
Das Pumpmedium ist meist ein Gemisch aus Gas , Sand/ Gesteinspartikel , Wasser, Öl und teilweise auch chemischen Additiven .
Dadurch wird erreicht , dass die Betriebsbedingungen der Pumpe auf eine einfache und zuverlässige Weise erfolgen kann, indem unter Verwendung von maschinellem Lernen ein Pumpen-Modell verwendet werden kann, welches Erfahrungswerte und Prognosen anderer Pumpen in der Analyse einbezieht .
Dadurch kann die Genauigkeit bei der Bestimmung und eine Diagnose eines Betriebs zustands verbessert werden .
In einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass bei Bestimmung des Referenzpunkts der geometrische Schwerpunkt der Fläche , die durch die Modell-Kurvenpunkte des j eweiligen Bereichs definiert ist , herangezogen wird .
Insbesondere bei Analyse-Bereichen, die durch Polygone definiert sind, bietet die Anwendung des geometrischen Schwerpunkts auf die durch ein Polygon eingeschlossene Fläche eine einfache Weise zur Bestimmung eines Referenzpunkts , da dieser automatisiert bestimmt werden kann .
Mit anderen Worten ist es also günstig, wenn zumindest ein Analyse-Bereich durch ein Polygon definiert ist .
Es ist vorteilhaft , wenn als Referenzpunkt der geometrische Schwerpunkt der Fläche des j eweiligen Analyse-Bereichs direkt oder ein davon abgeleiteter Punkt verwendet wird .
Dadurch kann auf eine einfache Weise ein Referenzpunkt festgelegt werden, der bei der Bestimmung des aktuellen Last-Weg- Diagramms eine hohe Aussagekraft über die diesbezüglichen Betriebseigenschaften aufweist .
Alternativ kann beispielsweise auch ein Mittelwert der j eweiligen Koordinaten innerhalb des Analyse-Bereichs als Referenzpunkt bestimmt werden, wodurch eine besonders einfache Berechnung des Referenzpunktes ermöglicht wird .
In einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass für j eden Bereich ein Referenzpunkt bestimmt wird .
Dadurch kann die Genauigkeit bei der Bestimmung der Betriebseigenschaft weiter verbessert werden .
In einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass zumindest vier, bevorzugt zumindest sechs oder besonders bevorzugt acht und mehr Bereiche bestimmt werden, welche vorzugsweise aneinander angrenzen .
Dadurch kann die Genauigkeit bei der Bestimmung der Betriebseigenschaft weiter verbessert werden .
In einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass sich die Bereiche zumindest teilweise gegenseitig überlappen .
Dadurch kann die Genauigkeit bei der Bestimmung der Betriebseigenschaft weiter verbessert werden .
In einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass zumindest ein Bereich definiert wird, für welchen vorgesehen ist , dass kein eingeschlossener Kurvenpunkt bei der nachfolgenden Prüfung berücksichtigt wird .
Dadurch kann die Genauigkeit bei der Bestimmung der Betriebseigenschaft weiter verbessert werden .
In einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass aus dem Last-Weg-Diagramm-Modell abgeleitete Kurvendaten und aus dem Betriebs-Last-Weg-Diagramm ( DC1-DC5 ) zugrunde liegenden Betriebs-Kurvenpunkte für die Prüfung im Betriebs-Modus zueinander normiert werden .
Durch die Normierung des Last-Weg-Diagramm-Modells , welches durch ein entsprechendes Diagramm beschrieben werden kann, und des Betriebs-Last-Weg-Diagramm, kann der gegenseitige Vergleich einfach und akkurat durchgeführt werden .
Bei der Normierung wird eine Achs-Anpassung im Last-Weg- Diagramm durchgeführt , wie dem Fachmann geläufig, sodass ein Vergleich der Kurvenform direkt möglich ist .
Dadurch ist es möglich, Daten anderer Pumpen und andere Pump- Typen im Last-Weg-Diagramm-Modell zu berücksichtigen und somit sehr rasch nach einer Inbetriebnahme einer neuen Pumpe ein entsprechendes Last-Weg-Diagramm-Modell verfügbar ist .
Durch Bildung eines „sub-surface dynacharts" , also eines Be- triebs-Last-Weg-Diagramms für den unterirdisch arbeitenden Pump-Kopf ist es möglich, die Abhängigkeit des verwendeten
Pump-Typs , also unterschiedlicher Pumpen-Bauart gegenüber dem im vorher angeführten angewandten Verfahren zu eliminieren .
Dies kann beispielsweise durch Anwendung einer Finite Elemen- te-Rechnung und einer FFT auf ein „surface dynachart" , also eines Betriebs-Last-Weg-Diagramms des gesamten Pumpsystems erfolgen .
Dadurch kann ein langwieriges Trainieren des Last-Weg- Diagramm-Modells vor Ort reduziert werden oder auch gänzlich darauf verzichtet werden .
In einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass der Motor elektrisch betrieben wird und ferner ein Erfassungsmittel vorgesehen ist , die Leistungsaufnahme des Motors während dessen Betrieb zu erfassen, aus welcher die Betriebseigenschaften der Förder-Pumpe bestimmt werden .
Dadurch kann die Erfassung des Last-Weg-Diagramms vereinfacht werden, gleichzeitig die Genauigkeit bei der Bestimmung der Kurvenpunkte erhöht und durch die Kombination mit dem genannten Analyse-Verfahren insgesamt die Genauigkeit bei der Bestimmung der Betriebseigenschaft weiter verbessert werden .
In einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass die Mess-Kurvenpunkte und die Modell-Kurvenpunkte zwischen zwei benachbarten Punkten auf den j eweiligen Kurven j eweils Abstände aufweisen, welche durchschnittlich zumindest 50% , bevorzugt zumindest 80% und besonders bevorzugt zumindest 95% des größten Abstands zwischen zwei benachbarten Punkten der j eweiligen Kurve beträgt .
Mit anderen Worten ist es vorteilhaft , wenn die Mehrheit der Punkte äquidistant zu den j eweiligen benachbarten, also unmittelbar in deren Abfolge nacheinander folgenden Kurven- Punkten ist .
Als äquidistante Abstände der Kurven-Punkte können Abstandsabweichungen von bis zu 20% eines j eweiligen Abstands zwischen zwei nacheinander folgenden Punkten angesehen werden .
Die Abfolge der Kurven-Punkte ergibt sich beispielsweise bei deren Erfassung .
Dadurch können Singularitäten von Kurven-Punkten für das Last-Weg-Diagramm reduziert werden, wodurch der Referenzpunkt stabiler und genauer bestimmt werden kann und die Genauigkeit bei der Bestimmung der Betriebseigenschaft weiter verbessert werden kann .
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch ein Computerprogramm gelöst , umfassend Befehle , welche bei deren Aus führung durch einen Computer diesen veranlassen, das erfindungsgemäße Verfahren aus zuführen .
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch einen elektronisch lesbaren Datenträger mit darauf gespeicherten lesbaren Steuerinformationen gelöst , welche zumindest das erfindungsgemäße Computerprogramm umfassen und derart ausgestaltet sind, dass sie bei Verwendung des Datenträgers in einer Recheneinrichtung das erfindungsgemäße Verfahren durchführen .
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch ein Datenträgersignal gelöst , welches das erfindungsgemäße Computerprogramm überträgt .
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird auch durch eine Analysevorrichtung mit einem Speicher eingangs genannter Art gelöst , welche dazu eingerichtet ist , ein bereitgestelltes Betriebs- Last-Weg-Diagramm mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zu analysieren, und daraus die Betriebseigenschaft zu ermitteln .
Die Analysevorrichtung weist zwei Betriebsmodi auf , nämlich einen Trainings-Modus und einen Betriebs-Modus .
Der Trainings-Modus dient zum Erzeugen und Trainieren eines Last-Weg-Diagramm-Modells der Pumpe , wobei für mehrere Betriebsmodi der Pumpe eigene Last-Weg-Diagramm-Modelle trainiert werden können, um diese Modi dementsprechend zu erkennen .
Der Trainings-Modus wird zu Beginn des Betriebs des Pumpsystems durchlaufen, um ein oder mehrere Last-Weg-Diagramm- Modelle auf Basis von „machine learning" (ML ) für den nachfolgenden Betriebs-Modus verfügbar zu machen, in welchem der laufende Betrieb des Pumpsystems durch die Analysevorrichtung fortlaufend überwacht werden kann .
Der Betriebs-Modus dient dazu, einen aktuell erfassten Datensatz in Form von durch ein Erfassungsmittel erfassten Mess- Punkten beispielsweise mit einem ausgewählten Last-Weg- Diagramm-Modell zu vergleichen und bei Übereinstimmung mit dem Last-Weg-Diagramm-Modell diesem Modell zugeordneten Betriebsmodus zu erkennen .
Ferner kann eine Änderung in der erkannten Betriebseigenschaft Hinweis auf einen weiteren Parameter für die Betriebseigenschaft geben .
So kann beispielsweise eine Abfolge in der Änderung erkannter Betriebsmedien Aufschluss darüber geben, ob eine Material- Inhomogenität im Medium vorliegt .
Es könnte zu m Beispiel auch erkannt werden, ob ein Gebrechen in Komponenten der Pumpe vorliegt , wenn ein geändertes Bewegungsmuster des Pumpkopfs nur in Aufwärts-Bewegungen erkannt wurde .
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird auch durch ein Pumpsystem eingangs genannter Art gelöst , wobei die Pumpe einen Pump- Kopf aufweist , welcher über ein Gestänge mit einem Kinematik- Wandler verbunden ist , und der Kinematik-Wandler im Betrieb von einem Motor angetrieben wird, und ein Erfassungsmittel ,
welches dazu eingerichtet ist , ein Last-Weg-Diagramm der Pumpe mit Kurvenpunkten zu erfassen und bereitzustellen, sowie die erfindungsgemäße Analysevorrichtung mit einem Speicher, welche dazu eingerichtet ist , aus dem bereitgestellten Be- triebs-Last-Weg-Diagramm die Betriebseigenschaft zu ermitteln .
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den beigeschlossenen Zeichnungen dargestellten Aus führungsbeispiels näher erläutert . In den Zeichnungen zeigt :
Fig . 1 ein Aus führungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Systems mit einer Gestänge-Tiefpumpe ,
Fig . 2 ein Aus führungsbeispiel für einen Pump-Kopf einer Gestänge-Tief pumpe ,
Fig . 3 ein Aus führungsbeispiel für ein Flussdiagramm eines Verfahrens zur Bestimmung eines Last-Weg-Diagramms aus der Leistungsaufnahme eines elektrisch betriebenen Pumpenmotors ,
Fig . 4 ein erstes Aus führungsbeispiel für ein Last-Weg- Diagramm,
Fig . 5 Last-Weg-Diagramme für eine Pumpe bei verschiedenen Leistungen,
Fig . 6 Last-Weg-Diagramme für eine Pumpe bei verschiedenen Lasten und Betriebsmodi ,
Fig . 7 eine zeitliche Darstellung eines Stromverlaufs eines elektrischen Antriebsmotors für eine Gestänge- Tief pumpe ,
Fig . 8- 12 Beispiele für Betriebs-Last-Weg-Diagramme mit Kurvenpunkten .
Fig . 1 zeigt ein Aus führungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Pumpsystems 100 mit einer Gestänge-Tiefpumpe 1 vom Typ einer Sucker-Rod-Pumpe .
Das Pumpsystem 100 umfasst einen Pump-Kopf 110 , welcher über ein Gestänge 5 , 10 mit einem Kinematik-Wandler 120 verbunden ist .
Das Gestänge 5 , 10 bildet eine sogenannte „Stabschnur" und verläuft durch einen Bohrlochkopf 6 , mit welchen eine Durchflussleitung 7 zur Ableitung eines geförderten Mediums 14 verbunden ist .
An den Bohrlochkopf 6 grenzt ein Mantel 8 an, in welchem eine Röhre 9 verläuft , die das Gestänge 5 bzw . 10 führt .
Am unteren Ende des Gestänges 10 ist der Pump-Kopf 110 befestigt , der einen Kolben 11 in einem Lauf 12 beinhaltet . Eine Bewegung des Kolbens 11 führt zu einem Abpumpen des Fördermediums 14 .
Der Mantel 8 ist in einem Bohrloch 13 gebildet .
Der Kinematik-Wandler 120 wird beispielsweise von einer Antriebsmaschine in Form eines elektrischen Motors 3 über ein Untersetzungsgetriebe 4 angetrieben . Der Kinematik-
Wandler 120 kann zusätzlich einen hydraulischen Kraftverstärker umfassen .
Die mechanische Anbindung des Kinematik-Wandler 120 erfolgt in diesem Beispiel über einen Laufbalken 2 , kann j e nach verwendetem Pumpentyp aber variieren .
Dem Fachmann sind derartige Kinematik-Wandler geläufig, ebenso deren Beschreibung in Form von „Eigenschaften eines Kinematik-Wandlers" durch die Trans formations-Funktion von mechanischen Bewegungen und Kräften .
Der Kinematik-Wandler 120 konvertiert eine Drehbewegung des Motors 3 in eine Linearbewegung des Gestänges 5 , 10 .
Die Eigenschaften des Kinematik-Wandler 120 können beispielsweise über Hebelwirkungen und Übersetzungen, sowie über die elektrische Antriebsleistung und bewegte Massen beschrieben werden . Dabei ist zu beachten, dass die Position einer Schwungmasse entlang einer Drehbewegung und die korrespondierende Krafteinwirkung am Gestänge 10 in einem zeitlichen Zusammenhang steht , welche als Bezugsphasenwinkel bezeichnet wird . Für eine j eweilige Pumpenanordnung kann ein Bezugsphasenwinkel unter Anwendung der Kinematik-Prinzipien der Mechanik bestimmt werden, wie dem Fachmann bekannt .
Ferner ist ein Erfassungsmittel 110 vorgesehen, das dazu eingerichtet ist , die Stromaufnahme und die Betriebsspannung der einzelnen Phasen des Motors 3 während dessen Betrieb zu erfassen . Dies kann beispielsweise durch ein Amperemeter beziehungsweise Voltmeter erfolgen, welches insbesondere zeitlich hochauflösend diskrete Messpunkte mit Strom- beziehungsweise Spannungswerten erfasst .
Durch die erfassten Strom- und Betriebsspannungswerte kann die ef fektive Leistungsaufnahme und die Schein- Leistungsaufnahme bestimmt werden .
Ferner ist eine Analyse- beziehungsweise Rechenvorrichtung 140 mit einem Speicher 150 vorgesehen, welche dazu eingerichtet ist , das erfindungsgemäße Verfahren mithil fe des Erfassungsmittels 130 aus zuführen .
Es ist dem Fachmann bekannt , wie ein Bezugsphasenwinkel für den Kinematik-Wandler 120 mithil fe der Eigenschaften des Kinematik-Wandlers 120 und der Leistungsaufnahme 72 des Motors 3 , welcher den Zusammenhang zwischen dem Maximum 83 der Leistungsaufnahme 72 und dem Maximum der auf das Gestänge der Tiefpumpe 1 wirkenden Kraft beschreibt , ermittelt werden kann .
Es ist dem Fachmann auch bekannt , wie ein Drehmoment-Verlauf aus der Leistungsaufnahme 72 des Motors 3 mithil fe der Eigenschaften des Kinematik-Wandlers 120 ermittelt werden kann .
Das Erfassungsmittel 130 ist dazu eingerichtet , ein Betriebs- Last-Weg-Diagramm der Pumpe 1 mit Kurvenpunkten zu erfassen und der Rechen- beziehungsweise Analysevorrichtung 140 mit dem Speicher 150 bereitzustellen .
Die Analysevorrichtung 140 ist dazu eingerichtet , das bereitgestellte Betriebs-Last-Weg-Diagramm mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zu analysieren, und daraus die Betriebseigenschaft zu ermitteln .
Das erfindungsgemäße Verfahren kann als Computerprogramm implementiert werden, das Befehle umfasst , welche bei deren Aus führung durch einen Computer 140 diesen veranlassen, das erfindungsgemäße Verfahren aus zuführen .
Ferner kann das erfindungsgemäße Verfahren als elektronisch lesbarer Datenträger mit darauf gespeicherten lesbaren Steuerinformationen verfügbar sein, welche zumindest das erfindungsgemäße Computerprogramm umfassen und derart ausgestaltet sind, dass sie bei Verwendung des Datenträgers in einer Recheneinrichtung 140 das erfindungsgemäße Verfahren durchführen .
Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch als Datenträgersignal verfügbar sein, das das erfindungsgemäße Computerprogramm überträgt .
Fig . 2 zeigt ein weiteres , detaillierteres Beispiel für einen Pump-Kopf 111 nach dem Stand der Technik .
Die Stabschnur bzw . das Gestänge 10 wird entsprechend der Fig . 1 angetrieben und in eine Auf- und Ab-Linearbewegung versetzt .
In der gezeigten Variante des Pumpkopfs 111 ist im Bohrloch 13 eine Deckröhre 15 mit vertikalen Rillen angeordnet , welche innerhalb der Deckröhre 15 über eine Haltevorrichtung 16 und ein selbstausrichtendes Lager 17 eine drehende Röhre 18 mit Spiralrillen führt .
Eine Aufnahmeröhre 19 ist über eine Flügelmutter 20 mit einer Kolbenanordnung 21 verbunden, welche in einer Pumpenauskleidung 22 gelegen ist .
Eine kalibrierte Stange 23 ist über einen Sti ft 24 und eine Haltevorrichtung 25 mit dem Gestänge 10 verbunden, welche die Kolbenanordnung durch die Linearbewegung antreibt .
Fig . 3 zeigt ein Aus führungsbeispiel für ein Flussdiagramm eines Verfahrens zur Bestimmung eines Last-Weg-Diagramms aus der Leistungsaufnahme eines elektrisch betriebenen Pumpenmotors mit folgenden Schritten : a) Erfassen der Stromaufnahme und der Betriebsspannung des
Motors 3 mit einer Abtastfrequenz über zumindest einen Pumpzyklus , welcher j eweils vier Betriebsphasen der Tiefpumpe 1 zugeordnet werden kann, in Form von diskreten Messpunkten mit Stromwerten, und daraus Bestimmen der Leistungsaufnahme 72 des Motors 3 mit Leistungswerten, b) Bestimmen für einen Pumpzyklus einer Periodendauer 85 und eines Maximums 82 der Leistungsaufnahme 72 , welches dem Drehmoment-Maximum der Tiefpumpe 1 entspricht , c) Bestimmen eines Bezugsphasenwinkels für den Kinematik- Wandler 120 mithil fe der Eigenschaften des Kinematik- Wandlers 120 und der Leistungsaufnahme des Motors 3 , welcher den Zusammenhang zwischen dem Maximum 82 der Leistungsaufnahme und dem Maximum der auf das Gestänge der Tiefpumpe 1 wirkenden Kraft beschreibt , d) Ermitteln eines Drehmoment-Verlaufs aus der Leistungsaufnahme des Motors 3 mithil fe der Eigenschaften des Kinematik-Wandlers 120 ,
e ) Bestimmen der Betriebseigenschaften der Förder-Pumpe 1 aus dem im Schritt d) ermittelten Drehmoment-Verlauf unter Verwendung der im Schritt b ) bestimmten Periodendauer und dem im Schritt c ) bestimmten Bezugsphasenwinkel .
Die Leistungswerte können durch das Produkt von den diskreten Stromwerten und der Betriebsspannung bestimmt werden .
Die Periodendauer 85 kann beispielsweise mithil fe eines approximierten Polynoms 80 durch die Leistungswerte der Messpunkte ermittelt werden .
Die Periodendauer 85 kann beispielsweise aber auch mithil fe eines Polynoms 80 ermittelt werden, welches für Stützpunkte des Polynoms statistische Mittelwerte der Leistungswerte der j eweiligen Messpunkte über zumindest fünf , bevorzugt zumindest zehn, besonders bevorzugt zumindest fünf zig Pumpzyklen berücksichtigt .
Für die Messpunkte kann ein Referenzwert 81 ermittelt werden, bei welchem für die Änderung des j eweiligen Leistungswerts zwischen zwei unmittelbar aufeinander folgenden Messpunkten ein Maximum vorliegt , und die Periodendauer 85 mithil fe des Referenzwerts 81 ermittelt wird .
Das Bestimmen der Betriebseigenschaften der Förder-Pumpe 1 kann mithil fe eines Last-Weg-Diagramms 30 , 50 , 54 , 57 , 60- 65 erfolgen, welches aus dem im Schritt d) ermittelten Drehmoment-Verlauf unter Verwendung der im Schritt b ) bestimmten Periodendauer und dem im Schritt c ) bestimmten Bezugsphasenwinkel ermittelt wird .
Der Bezugsphasenwinkel kann bezüglich des absoluten Maximums der Leistungswerte der Messpunkte innerhalb eines Pumpzyklus bestimmt werden .
Fig . 4 bis Fig . 6 zeigen Beispiele für Last-Weg-Diagramme , welche häufig dazu verwendet werden, um die Betriebseigenschaften von Gestänge-Tiefpumpen zu bestimmen .
In Fig . 4 ist ein Last-Weg-Diagramm 30 dargestellt .
Auf der x-Achse ist die Position 31 der polierten Stange aufgetragen, und auf der y-Achse die Last 32 der polierten Stange .
Es ist ein tiefster Punkt des Pumpenhubs 33 und ein höchster Punkt des Pumpenhubs 34 erkennbar .
Ferner ist eine Spitze der polierten Stange 35 ( PPRI ) dargestellt .
Strichliert ist eine Karte 36 der polierten Stange für Pumpgeschwindigkeit gleich Null eingezeichnet .
Ferner ist ein Karte 37 der polierten Stange für Pumpgeschwindigkeit größer als Null .
Es ist eine minimale Last der polierten Stange 38 (MPRL ) dargestellt .
Es kann auch eine Bruttokolbenlast 39 abgelesen werden .
Außerdem kann ein Gewicht der Stangen im Fluid 40 bestimmt werden, sowie Kräfte 41 und 42 , und ein Pump-Hub bzw . Pump- Weg 43 .
In Fig . 5 sind Last-Weg-Diagramme 50 mit Stangenlast bei Sollwert als Funktion der Last 32 der polierten Stange über die j eweilige Position 31 der polierten Stange gezeigt .
Ein Last-Weg-Diagramm 51 zeigt den Betrieb bei voller Pumpen- Leistung .
Ein Last-Weg-Diagramm 52 zeigt den Betrieb bei leergepumpten Fördermedium .
Ein j eweiliger Sollwert 53 ist erkennbar .
Ferner sind Last-Weg-Diagramme 54 mit Stangenlast bei einem Betriebswechsel als Funktion der Last 32 der polierten Stange über die j eweilige Position 31 der polierten Stange gezeigt , wobei j eweilige Winkel 55 , 56 ablesbar sind .
Ferner sind Last-Weg-Diagramme 57 mit Stangenlast mit der j eweiligen mechanischen Arbeit der Stangen dargestellt .
In Fig . 6 sind Last-Weg-Diagramme 60- 65 für verschiedene Betriebs zustände dargestellt .
Diagramm 60 zeigt Last-Weg-Diagramme bei einem normalen Betrieb .
Diagramm 61 zeigt Last-Weg-Diagramme bei einem Fluid-Lager .
Diagramm 62 zeigt Last-Weg-Diagramme bei Gas-Einwirkung im unterirdischen Lager .
Diagramm 63 zeigt ein Last-Weg-Diagramm bei einem feststeckenden Kolben .
Diagramm 64 zeigt Last-Weg-Diagramm bei einem Leck durch ein stehendes Ventil .
Ein Diagramm 65 zeigt ein Last-Weg-Diagramm bei einem Leck durch ein bewegtes Ventil .
Fig . 7 zeigt ein Beispiel für eine zeitliche Darstellung eines Leistungsverlaufs eines elektrischen Antriebsmotors für eine Gestänge-Tiefpumpe , welche aus der Stromaufnahme und Betriebsspannung des Motors 3 ermittelt wurde .
Die Darstellung weist eine Zeitachse 70 und eine Achse 71 für Amplitude der Strom- bzw . Leistungsaufnahme auf .
Es ist eine Leistungsaufnahme 72 gezeigt , für welche ein Nullpunkt bzw . Nullachse 80 , sowie ein Polynom für gemittelte Leistungsaufnahme 81 bestimmt werden kann .
Für das Polynom 80 können ein Maximalwert der gemittelten Leistungsaufnahme 82 , sowie Nulldurchgänge der gemittelten Leistungsaufnahme 83 , 84 ermittelt werden .
Ferner kann für das Polynom 80 eine Periodendauer 85 der gemittelten Leistungsaufnahme bestimmt werden .
Daraus kann ein Phasenwinkel 86 der gemittelten Leistungsaufnahme ermittelt werden, welcher den Zusammenhang zwischen der Drehbewegung des Motors 3 und dem Gestänge 10 der Pumpe 1 beschreibt .
Aus der ermittelten Werten kann ein entsprechendes Last-Weg- Diagramm ermittelt werden, um daraus auf einfache Weise die Betriebseigenschaften der Gestänge-Tiefpumpe 1 abzuleiten . Es ist erkennbar, dass der Absolutwert der Periodendauer 85 in der weiteren Berechnung des Last-Weg-Diagramms nicht berücksichtigt werden muss .
Mit anderen Worten ist es für die Bestimmung der Leistungsaufnahme nicht notwendig, dass die Antriebs frequenz des Pumpenmotors berücksichtigt wird .
Die gewünschten Betriebseigenschaften der Gestänge- Tiefpumpe 1 können durch ein oder mehrere entsprechende Last- Weg-Diagramme im Sinne von „Soll-Werten" festgelegt werden, welche in einen Trainings-Modus als , auf maschinellem Lernen beruhenden Modell erzeugt und trainiert werden . Dabei kann auch auf Last-Weg-Diagramme anderer Pumpen zurückgegri f fen werden .
Beispielsweise kann eine Frage nach dem Gasgehalt in einem Öl-Wasser-Gas-Gemisch einer Förderstätte beantwortet werden, indem ein Trainingsmodell für ein bekanntes Gemisch erstellt und trainiert wird .
Für verschiedene Fragestellung hinsichtlich des Zustands der Pumpe und deren Komponenten, sowie der Zusammensetzung des Förder-Gemischs können unterschiedliche Trainings-Modelle erzeugt werden .
Dieses Trainings-Modell dient als Referenz zu einem Betriebs- Last-Weg-Diagramm .
Abweichungen des Betriebs-Last-Weg-Diagramm vom Trainings- Modell können als unerwünschte Betriebseigenschaft erkannt werden .
In einem Trainings-Modus wird ein Last-Weg-Diagramm-Modell mit Modell-Kurvenpunkten auf Basis maschinellen Lernens von der Analysevorrichtung 140 erzeugt und trainiert .
Im Last-Weg-Diagramm-Modell werden dann zumindest zwei vordefinierte Analyse-Bereiche , welche die Modell-Kurvenpunkte zumindest teilweise umfassen, bestimmt .
Aus den Modell-Kurvenpunkten wird dann für zumindest einen Bereich der Analyse-Bereiche ein Referenzpunkt ermittelt , welcher beispielsweise dem geometrischen Schwerpunkt der Kurvenpunkte des j eweiligen Bereichs beziehungsweise durch die Kurvenpunkte und die Bereichsgrenzen, beispielsweise die Diagramm-Achsen, gebildeten Fläche entspricht .
In einem Betriebs-Modus wird für das Betriebs-Last-Weg- Diagramm von der Analysevorrichtung 140 geprüft , ob innerhalb der durch die Betriebs-Kurvenpunkte eingeschlossenen Fläche der zumindest eine , im Trainings-Modus bestimmte Referenzpunkt eingeschlossen ist .
Falls dies zutri f ft , wird die Betriebseigenschaft der Förder- Pumpe 1 aus dem als „eingeschlossen" erkannten Referenzpunkt bestimmt .
Fig . 8 zeigt ein Beispiel für ein Betriebs-Last-Weg- Diagramm DC1 mit Kurvenpunkten .
Es sind vier Bereiche Q1-Q2 in Form von Quadranten gezeigt , welche durch einen Wert 2 für den Weg 31 und einen Wert 0 . 5 für die Last 32 getrennt sind .
Die Bereiche können beispielsweise unmittelbar aneinander angrenzen, sodass keine Bereiche mit darin eingeschlossenen Kurvenpunkten ohne Zuordnung zu Referenzpunkten entstehen .
Falls gewünscht , können j edoch Bereiche auch ausgeschlossen werden, um beispielsweise zu verhindern, dass Bereiche mit häufig fehleranfälligen Kurvenpunkten gezielt ausgeschlossen werden, um eine Verbesserung der Stabilität bei der Bestimmung der Betriebseigenschaft der Pumpe zu erreichen .
Bereichsgrenzen können beispielsweise auch überlappen, sodass ein Kurvenpunkt mehreren Bereichen zugeordnet werden kann .
Die Mess-Kurvenpunkte und die Modell-Kurvenpunkte zwischen zwei benachbarten Punkten auf den j eweiligen Kurven können j eweils Abstände aufweisen, welche durchschnittlich zumindest 50% , bevorzugt zumindest 80% und besonders bevorzugt zumindest 95% des größten Abstands zwischen zwei benachbarten Punkten der j eweiligen Kurve beträgt .
Daraus können sich annähernd gleiche Abstände zwischen Mess- Kurvenpunkten ergeben .
Fig . 9 zeigt ein Beispiel für ein Betriebs-Last-Weg- Diagramm DC2 mit Kurvenpunkten .
Es ist für vier Bereiche , analog zur vorhergehenden Figur, j eweils ein Centroiden-Punkt C21-C24 eingezeichnet , welcher dem geometrischen Schwerpunkt der Kurvenpunkte des j eweiligen Bereichs beziehungsweise durch die Kurvenpunkte und die Bereichsgrenzen, beispielsweise die Diagramm-Achsen, gebildeten Fläche entspricht .
Es kann vorteilhaft sein, wenn sich die Bereiche zumindest teilweise gegenseitig überlappen, um einen Referenzpunkt des Bereichs besser zu definieren, falls beispielsweise in einem Bereich zu wenige Kurven-Punkte enthalten sind .
Ferner kann beispielsweise zumindest ein Bereich definiert werden, für welchen vorgesehen ist , dass kein eingeschlossener Kurvenpunkt bei der nachfolgenden Prüfung berücksichtigt wird .
Mit anderen Worten kann ein Bereich von der näheren Betrachtung ausgeschlossen werden .
Die kann vorteilhaft sein, wenn beispielsweise ein Bereich als besonders störanfällig bekannt ist und/oder für bestimmte Aussagen hinsichtlich der Betriebseigenschaften nicht oder nur wenig relevant ist .
Bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann es beispielsweise auch vorgesehen sein, mehrere , voneinander unabhängige Prüfungen von Betriebseigenschaften sequenziell oder parallel durchzuführen .
Natürlich kann auch eine iterative Prüfung durch Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehen sein, um bestimmte Verdachtsmomente hinsichtlich einer vermuteten Betriebseigenschaft schrittweise zu erhärten, indem die Kriterien hinsichtlich der Trainings-Modells angepasst werden .
Dabei können beispielsweise sukzessive die Genauigkeitsanforderungen durch eine Erhöhung von Referenzpunkten im j eweils
nachfolgenden Trainings-Modell erhöht werden, oder auch alternative Referenzpunkte untersucht werden, um beispielweise mittels einer Kombination von zwei unterschiedlichen Trainings-Modellen weitere Schlüsse für die zu untersuchende Betriebseigenschaft zu ziehen .
Fig . 10 zeigt ein Beispiel für ein Betriebs-Last-Weg- Diagramm DC3 mit Kurvenpunkten .
Es ist für vier Bereiche , analog zur vorhergehenden Figur, j eweils ein Centroiden-Punkt C31-C34 eingezeichnet , welcher dem geometrischen Schwerpunkt der Kurvenpunkte des j eweiligen Bereichs entspricht .
Fig . 11 zeigt ein Beispiel für ein Betriebs-Last-Weg- Diagramm DC4 mit Kurvenpunkten .
In diesem Beispiel sind acht Bereiche gezeigt , welche durch einen Wert 2 für den Weg 31 und einen Wert größer oder kleiner als 0 . 5 für die Last 32 getrennt sind, wobei für den
Wert 0 . 5 auf der Last-Achse 32 zwei weitere Bereiche vorgesehen sind .
Es ist für die acht Bereiche j eweils ein Centroiden- Punkt C41-C48 eingezeichnet , welcher dem geometrischen Schwerpunkt der Kurvenpunkte des j eweiligen Bereichs entspricht .
Fig . 12 zeigt ein Beispiel für ein Betriebs-Last-Weg- Diagramm DC5 mit Kurvenpunkten .
Es ist für acht Bereiche , analog zur vorhergehenden Figur, j eweils ein Centroiden-Punkt C51-C58 eingezeichnet , welcher dem geometrischen Schwerpunkt der Kurvenpunkte des j eweiligen Bereichs entspricht .
Be zugs Zeichen :
1 Gestänge-Tiefpumpe
2 Laufbalken
3 Antriebsmaschine , Motor
4 Untersetzungsgetriebe
5 polierte Stange
6 Bohrlochkopf
7 Durchflussleitung
8 Mantel
9 Röhre
10 Stabschnur
11 Kolben
12 Lauf
13 Bohrloch
14 Fördermedium
15 Deckröhre mit vertikalen Rillen
16 , 25 Haltevorrichtung
17 selbstausrichtendes Lager
18 drehende Röhre mit Spiralrillen
19 Aufnahmeröhre
20 Flügelmutter
21 Kolbenanordnung
22 Pumpenauskleidung
23 kalibrierte Stange
24 Sti ft
30 Last-Weg-Diagramm
31 Position der polierten Stange
32 Last der polierten Stange
33 Tiefster Punkt des Pumpenhubs
34 Höchster Punkt des Pumpenhubs
35 Spitze der polierten Stange , PPRI
36 Karte der polierten Stange für Pumpgeschwindigkeit gleich Null
Karte der polierten Stange für Pumpgeschwindigkeit größer als Null
Minimale Last der polierten Stange , MPRL Brut to ko Ibenlast
Gewicht der Stangen im Fluid , 42 Kraft
Weg Last-Weg-Diagramm mit Stangenlast bei Sollwert Pumpe , volle Leistung leergepumpt
Sollwert
Last-Weg-Diagramm mit Stangenlast beim Betriebswechsel , 56 Winkel
Last-Weg-Diagramm mit mechanischer Arbeit der Stangen
Last-Weg-Diagramm im normalen Betrieb Last-Weg-Diagramm bei einem Fluid-Lager Last-Weg-Diagramm bei Gas-Einwirkung Last-Weg-Diagramm bei f eststeckendem Kolben Last-Weg-Diagramm bei einem Leck durch ein stehendes Ventil
Last-Weg-Diagramm bei einem Leck durch ein bewegtes Ventil
Zeitachse
Achse für Amplitude der Strom- bzw . Leistungsaufnahme
Leistungsaufnahme gewählter Nullpunkt bzw . Nullachse Polynom für gemittelte Leistungsaufnahme Maximalwert der gemittelten Leistungsaufnahme, 84 Nulldurchgang der gemittelten Leistungsaufnahme Periodendauer der gemittelten Leistungsaufnahme
86 ermittelter Phasenwinkel der gemittelten Leistungsaufnahme
100 Pumpsystem
110 , 111 Pump köpf 120 Kinematik-Wandler
130 Erfassungsmittel , Erfassungsvorrichtung
140 Rechenvorrichtung, Analysevorrichtung
150 Speicher
Q1-Q4 Bereich, Quadrant C21-C24 , C31-C36 , C41-C48
C51-C58 geometrischer Schwerpunkt , Centroid
DC1-DC5 Last-Weg-Diagramm, Dynacard