MEDIZINTECHNISCHE VORRICHTUNG, VERFAHREN ZUM REGISTRIEREN EINES MODELLDATENSATZES, DATENVERARBEITUNGSPROGRAMM UND PROGRAMMSPEICHERMEDIUM
Die vorliegende Erfindung betrifft eine medizintechnische Vorrichtung, umfas send eine Navigationseinrichtung zum Erfassen mindestens einer medizintech nischen Markiereinrichtung, eine Datenverarbeitungseinrichtung zum Verarbei ten von Positionsdaten der Navigationseinrichtung, wobei eine Position der mindestens einen Markiereinrichtung ermittelbar ist, und eine Speichereinrich tung, in der ein Modelldatensatz mit räumlicher Repräsentation eines Kno chens speicherbar ist.
Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Registrie ren eines Modelldatensatzes.
Weiter betrifft die vorliegende Erfindung ein Datenverarbeitungsprogramm und ein Programmspeichermedium.
Eine beispielhafte Anwendungsmöglichkeit der vorliegenden Erfindung besteht zum Beispiel bei einem chirurgischen Eingriff im Zusammenhang mit Defekten des Knochens, bei dem es sich zum Beispiel um das menschliche Becken han deln kann (Beckenknochen). Dementsprechend kann nachfolgend beispielhaft die Anwendung der Vorrichtung und des Verfahrens bei Revisionseingriffen in der Hüftendoprothetik erläutert werden, wobei die Erfindung jedoch nicht auf diese Anwendung beschränkt ist und sich auch für eine Anwendung außerhalb von Revisionseingriffen eignet. Bei letzteren bestehen insbesondere von vorn herein schlechte Voraussetzungen an Vorhandensein und/oder Substanz oder Beschaffenheit des Knochens. Im herkömmlichen Fall stellt die Revision eines Hüftimplantates, insbesondere der Ersatz einer künstlichen Hüftpfanne, bei
Vorliegen von höhergradigen Knochendefekten für den Operateur nach wie vor eine große Herausforderung dar. Beispielsweise mangelt es bei fehlender oder schadhafter Knochensubstanz im Bereich des Acetabulums intraoperativ an ei ner Orientierungshilfe für den Operateur, das Revisionsimplantat zu positionie ren. Zwar kann der Operateur mit Hilfe von Vergleichen der krankhaften Seite des Beckenknochens mit der gesunden Seite des Beckenknochens bei dem Re visionseingriff unterstützt werden, wobei zum Beispiel Röntgenaufnahmen des Beckenknochens herangezogen werden. Jedoch tritt in der Praxis der Fall auf, dass es selbst erfahrenen Operateuren aufgrund fehlender anatomischer Land marken des Beckenknochens an der erforderlichen Orientierung fehlt und dadurch das Implantationsergebnis beeinträchtigt wird. Umfassende Erfahrung des Operateurs bei Revisionsoperationen ist in jedem Fall hilfreich und von Vorteil. Eine Navigationseinrichtung kann den Operateur bei der Orientierung und der Positionierung des Revisionsimplantates unterstützen.
Zur Planung des Eingriffs, insbesondere eines Revisionseingriffs, kann bei spielsweise ein Modelldatensatz des Beckenknochens erstellt werden. Wün schenswert ist es, den Modelldatensatz in Übereinstimmung mit dem realen Beckenknochen zu bringen, mit Unterstützung der Navigationseinrichtung. Al lerdings hängt die Präzision der Navigation stark von der Präzision der Refe- renzierung des Beckenknochens über die chirurgische Markiereinrichtung ab. Dies kann sich als unzureichend erweisen.
Zur Anpassung von Modelldatensätzen an den realen Beckenknochen ist es be kannt, charakteristische Landmarken des Beckenknochens präoperativ und int raoperativ aufzunehmen. Als Referenz dient beispielsweise die Beckenein gangsebene (APP, Anterior Pelvic Plane), über die ein gewissermaßen körper eigenes Koordinatensystem definiert wird. Jedoch erfordert dies zusätzlichen Aufwand bei der Datenaufnahme und -Verarbeitung.
Die DE 10 2018 116 558 Al beschreibt ein medizintechnisches Instrumenta rium und ein medizintechnisches Verfahren, bei dem auf der Basis eines Ist-
Zustand-Datensatzes eines als schadhaft angesehenen Knochens ein Pla nungsdatensatz für den Operateur erstellt wird. Der Planungsdatensatz kann intraoperativ zur Verbesserung des Operationsergebnisses genutzt werden.
Die US 2018/0116728 Al beschreibt eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Ausführen eines chirurgischen Eingriffs, bei dem dem Operateur über ein Head-mounted-Display Anweisungen zur Operationstechnik bereitgestellt wer den.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine medizintechnische Vorrichtung und ein medizintechnisches Verfahren bereitzustellen, um den Operateur bei der Behandlung des Knochens im Hinblick auf ein besseres Ergebnis, insbeson dere bei einer Revisionsoperation in der Hüftendoprothetik, zu unterstützen.
Diese Aufgabe wird durch eine erfindungsgemäße medizintechnische Vorrich tung gelöst, umfassend eine Navigationseinrichtung zum Erfassen mindestens einer medizintechni schen Markiereinrichtung, eine Datenverarbeitungseinrichtung zum Verarbeiten von Positionsdaten der Navigationseinrichtung, wobei eine Position der mindestens einen Markierein richtung ermittelbar ist, und eine Speichereinrichtung, in der ein Modelldatensatz mit räumlicher Re präsentation eines Knochens speicherbar ist, insbesondere des Beckenkno chens, wobei der Modelldatensatz eine charakteristische Information kenn zeichnend eine Referenzpositionsinformation eines am Knochen in definierter räumlicher Position angeordneten Referenzelementes umfasst, wobei die Datenverarbeitungseinrichtung ausgebildet und programmiert ist, anhand von Positionsdaten einer ersten in definierter räumlicher Position zum Knochen angeordneten Markiereinrichtung ein Referenzkoordinatensystem be reitzustellen, eine charakteristische Information kennzeichnend die Position des Referenz elementes im Refe re nzkoordinaten System zu ermitteln, anhand von mittels ei ner weiteren Markiereinrichtung gewonnenen Positionsdaten,
die Position des Referenzelementes im Referenzkoordinatensystem mit der Re ferenzpositionsinformation im Modelldatensatz in Übereinstimmung zu brin gen, und, basierend auf der Übereinstimmung, den Modelldatensatz im Referenzko ordinatensystem zu registrieren, im Hinblick auf eine Überlagerung des Modell datensatzes und des Knochens.
Bei der vorliegenden Erfindung ist ein in definierter räumlicher Position am Knochen angeordnetes Referenzelement in einem den Knochen in räumlicher Repräsentation aufweisenden Modelldatensatz enthalten. Hierzu kann eine die Referenzpositionsinformation kennzeichnende charakteristische Information im Modelldatensatz enthalten sein. Der Modelldatensatz kann gewissermaßen ein Grundkoordinatensystem des Knochens selbst umfassen oder ausbilden. Bei spielsweise intraoperativ kann der Knochen über eine (erste) Markiereinrich tung, die mittels der Navigationseinrichtung erfassbar ist, zur Definition des Referenzkoordinatensystems referenziert werden. Mittels einer weiteren Mar kiereinrichtung kann eine charakteristische Information des physischen Refe renzelementes gewonnen werden. Die charakteristische Information kann durch Erfassen der weiteren Markiereinrichtung im Refe re nzkoordinaten System bereitgestellt und damit kennzeichnend die Position des Referenzelementes im Refe re nzkoordinaten System bestimmt werden. Darauf basierend kann die Da tenverarbeitungseinrichtung anhand der beiden charakteristischen Informatio nen die Position des Referenzelementes im Referenzkoordinatensystem mit der Referenzpositionsinformation im Modelldatensatz in Übereinstimmung bringen, da bekannt ist, dass die am physischen Referenzelement gewonnene charakteristische Information eine Entsprechung im Modelldatensatz aufweist, nämlich die darin enthaltene charakteristische Information. Dies erlaubt es der Datenverarbeitungseinrichtung, bei bestehender Übereinstimmung den Modell datensatz im Refe re nzkoordinaten System zu registrieren. Das Grundkoordina tensystem des Knochens aus dem Modelldatensatz kann auf diese Weise in das Referenzkoordinatensystem überführt werden, und im Modelldatensatz enthaltene Informationen, die die räumliche Repräsentation des Knochens be treffen, sind in diesem Referenzkoordinatensystem bekannt. Auf diese Weise
ist der Modelldatensatz gewissermaßen am physischen Knochen "angeheftet" und kann über die Navigationseinrichtung und die Datenverarbeitungseinrich tung getrackt werden.
In die vorliegende Erfindung fließt der Gedanke mit ein, dass die relativ zum Knochen definierte Position des Referenzelementes ausgenutzt werden kann, indem ein Vergleich der charakteristischen Informationen im Modelldatensatz einerseits und physisch über das Refe re nzkoordinaten System andererseits mit einander verglichen werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Vorrichtungen ist man nicht auf eine komplexe und unzureichende Registrierung eines Mo delldatensatzes an der tatsächlichen Anatomie des Knochens angewiesen, was sich dort insbesondere bei Knochendefekten als problematisch erweisen kann. Des Weiteren kann eine Referenzierung des Knochens über hilfsweise gewon nene Zusatzinformationen, zum Beispiel die Lagen der Beckeneingangsebene im Modelldatensatz und intraoperativ, entfallen.
Unter "Position" kann im vorliegenden Fall insbesondere die "Lage und/oder Orientierung" im jeweiligen Koordinatensystem verstanden werden.
Als Referenzelement kann vorzugsweise ein Implantat am Knochen zum Ein satz kommen. Die Anwendung der Vorrichtung erweist sich insbesondere in ei ner Revisionsoperation als vorteilhaft, bei der das Implantat neu positioniert oder gegen ein anderes Implantat getauscht wird.
Die Registrierung des Modelldatensatzes im Refe re nzkoordinaten System bietet insbesondere die Möglichkeit, im Modelldatensatz enthaltene Informationen an einer Anzeigeeinrichtung darzustellen, insbesondere eine räumliche Repräsen tation des Knochens. Über die Markiereinrichtung besteht insbesondere die Möglichkeit, diese Darstellung visuell im Sichtfeld eines Operateurs anzuhef ten, worauf nachfolgend noch eingegangen wird.
Die Navigationseinrichtung kann zum Beispiel optisch ausgestaltet sein und eine Stereokamera oder eine Monokamera und Markerelemente umfassen.
Hierbei können beispielsweise passive Marker (insbesondere retroreflektie rende Marker), aktive Marker (nicht emittierend) und/oder AR-Marker (aug- mented reality) zum Einsatz kommen. Markerelemente können räumlich in un veränderlicher Beziehung zueinander stehen, zum Beispiel als sogenannter "Rigid Body", und/oder relativ zueinander frei positionierbar sein.
Vorgesehen sein kann, dass die Vorrichtung eine Röntgeneinrichtung umfasst und dass der Modelldatensatz unter Nutzung der Röntgeneinrichtung erstellbar ist. Beispielsweise kommt ein Computertomograph zur Erstellung einer CT- Aufnahme des Knochens einschließlich Referenzelement zum Einsatz, um den Modelldatensatz bereitzustellen.
Günstigerweise umfasst der Modelldatensatz eine dreidimensionale Repräsen tation des Knochens.
Über die räumliche Repräsentation des Knochens hinaus kann der Modellda tensatz vorteilhafterweise weitere Informationen umfassen, die vorteilhaft für die Durchführung des Eingriffs sein können.
Beispielsweise umfasst der Modelldatensatz Informationen betreffend eine Ent fernung eines Implantates.
Beispielsweise umfasst der Modelldatensatz Informationen betreffend eine Im plantation eines Implantates.
Beispielsweise umfasst der Modelldatensatz Informationen betreffend einen Operationsablauf.
Beispielsweise umfasst der Modelldatensatz Informationen betreffend eine Operationstechnik.
Informationen der vorstehend beschriebenen Art können beispielsweise zur Ausgabe von Planungsinformationen und intraoperativ zur Ausgabe von Hin weisen an den Operateur zur Durchführung des Eingriffs ausgegeben werden. Derartige Informationen können zum Beispiel an der vorstehend genannten Anzeigeeinrichtung dargestellt werden.
Wie bereits erwähnt kann das Referenzelement vorzugsweise ein Implantat sein. Die Nutzung eines im Knochen verankerten Implantates als Referenzele ment zum Bereitstellen der Referenzpositionsinformation einerseits und der Position im Referenzkoordinatensystem erweist sich als zuverlässig und ein fach. Beispielsweise unterzieht sich der Patient einer Revisionsoperation unter Neuorientierung oder Austausch des Implantates. In diesem Fall ist vom Ope rateur das Implantat freizupräparieren, so dass der Operateur während des Eingriffs einen Zugang zum Implantat als Referenzelement bereitstellt. Auf diese Weise besteht eine einfache Möglichkeit für den Operateur, die charakte ristische Information intraoperativ am Implantat zu gewinnen. Durch die feste räumliche Anordnung des Implantates im Modelldatensatz einerseits und phy sisch am Knochen andererseits besteht eine jeweilige exakte Referenz, die eine Registrierung des Modelldatensatzes und des Grundkoordinatensystems im Refe re nzkoordinaten System auf sehr zuverlässige Weise ermöglicht.
Das Implantat kann beispielsweise ein Hüftimplantat sein, insbesondere eine künstliche Hüftpfanne, oder ein Knieimplantat.
Die charakteristische Information des Referenzelementes kann unterschiedlich ausgeprägt sein.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist oder umfasst die die Referenzpositionsinformation kennzeichnende charakteristische Information eine charakteristische geometrische Struktur des Referenzelementes. Wird beispielsweise der Modelldatensatz mittels CT erstellt, kann sich eine charakte-
ristische geometrische Struktur eines als Referenzelement verwendeten Im- plantates darin abzeichnen und zuverlässig zur Definition der Referenzpositi onsinformation genutzt werden.
Beispielsweise ist die charakteristische geometrische Struktur ein Oberflächen abschnitt des Referenzelementes oder umfasst einen derartigen Oberflächen abschnitt. Kommt als Referenzelement zum Beispiel eine künstliche Hüft- pfanne zum Einsatz, kann es sich bei dem Oberflächenabschnitt zum Beispiel um einen Rand der Hüftpfanne handeln, der intraoperativ bei geöffnetem Zu gang vom Operateur zu erkennen ist.
Dementsprechend ist es von Vorteil, als charakteristische geometrische Struk tur einen Oberflächenabschnitt zu nutzen, der mit nur geringem Aufwand vom Operateur erreicht werden kann, um die Position des Referenzelementes im Refe re nzkoordinaten System zu ermitteln.
Vorteilhaft kann es insbesondere sein, wenn die Datenverarbeitungseinrich tung ausgebildet und programmiert ist, eine Übereinstimmung der Referenz positionsinformation mit der Position des Referenzelementes durch Vergleich der geometrischen Struktur mit einer geometrischen Vergleichsstruktur festzu stellen, welche Vergleichsstruktur anhand von Positionsdaten bestimmbar ist, die unter Nutzung der weiteren Markiereinrichtung ermittelbar sind. Hierbei kann die geometrische Struktur im Modelldatensatz mit der intraoperativ er fassbaren Vergleichsstruktur verglichen werden. Dies erlaubt es der Datenver arbeitungseinrichtung, die Übereinstimmung festzustellen. Insbesondere kann ein Oberflächenabschnitt des Referenzelementes und insbesondere Implanta- tes im Modelldatensatz mit einem Oberflächenabschnitt verglichen werden, der mittels der weiteren Markiereinrichtung ermittelt wird.
Günstigerweise umfasst die Vorrichtung ein chirurgisches Tastwerkzeug, an der die weitere Markiereinrichtung angeordnet ist und mit dem eine Oberfläche des Referenzelementes ertastbar ist, zum Ermitteln der Position des Referenz-
elementes im Referenzkoordinatensystem. Das Tastwerkzeug weist zum Bei spiel eine Tastspitze auf, mit der das Referenzelement ertastet werden kann (Palpation). Die Markiereinrichtung kann von der Navigationseinrichtung bei spielsweise automatisch erfasst werden. Alternativ kann vorgesehen sein, dass die Vorrichtung ein Eingabeelement, beispielsweise einen Hand- oder Fuß schalter umfasst, nach dessen Betätigung von dem Tastwerkzeug referenzierte Punkte am Referenzelement registriert werden.
Vorgesehen sein kann beispielsweise, dass das Tastwerkzeug entlang eines vorgegebenen oder vorgebbaren Pfades an einer Oberfläche des Referenzele mentes bewegbar ist, um die Position des Referenzelementes zu ermitteln. Im Fall einer künstlichen Hüftpfanne wird zum Beispiel mit dem Tastwerkzeug ein Rand der Hüftpfanne abgefahren. Diese Bewegung wird über die Navigations einrichtung erfasst, und die Datenverarbeitungseinrichtung kann die Form des Randes bestimmen und mit der korrespondierenden geometrischen Struktur im Modelldatensatz vergleichen.
Alternativ oder ergänzend kann vorgesehen sein, dass die Position des Refe renzelementes anhand einer Mehrzahl charakteristischer Punkte an einer Oberfläche des Referenzelementes ermittelbar ist, die mittels des Tastwerk zeuges ertastbar sind. Beispielsweise kann die Möglichkeit bestehen, mehrere Punkte am Rand der Hüftpfanne zu palpieren. Hierbei besteht vorzugsweise die Möglichkeit, bereits anhand von drei Punkten eine vom Rand definierte Ebene und über den Abstand der Punkte voneinander die Form des Randes zu ermitteln.
Vorgesehen sein kann, dass dem Operateur Hinweise zum Führen des Tast werkzeuges bereitgestellt werden, zum Beispiel an einer Anzeigeeinrichtung der Vorrichtung.
Vorzugsweise ist die Datenverarbeitungseinrichtung ausgebildet und program miert, die charakteristische Information anhand einer Analyse des Modellda-
tensatzes zu ermitteln. Beispielsweise können CT-Daten von der Datenverar beitungseinrichtung mittels auf dieser lauffähigen Algorithmen selbsttätig un tersucht werden, um das Referenzelement zu erkennen und die charakteristi sche Information zu extrahieren. Hierbei kann es sich insbesondere um Bild verarbeitungsalgorithmen handeln.
Alternativ oder ergänzend kann vorgesehen sein, dass die charakteristische Information im Modelldatensatz zumindest teilweise unter Eingriff durch einen Operateur erfolgt.
Die Datenverarbeitungseinrichtung ist vorzugsweise ausgebildet und program miert, die charakteristische Information anhand eines vorbekannten Typs des Referenzelementes zu ermitteln. Beispielsweise kann der Typ des Implantates erkennbar oder vorgebbar sein. Anhand des Typs kann beispielsweise eine charakteristische geometrische Struktur im Modelldatensatz bestimmt werden.
Günstig ist es, wenn die Datenverarbeitungseinrichtung ausgebildet und pro grammiert ist, die charakteristische Information anhand eines individualisier ten Referenzelementes zu ermitteln, insbesondere eines patientenindividuellen Implantates. Beispielsweise können patientenbezogene Informationen betref fend das Referenzelement vorhanden sein, auf Basis derer die charakteristi sche Information eindeutig ermittelt werden kann.
Wie bereits erwähnt ist es günstig, wenn die Vorrichtung mindestens eine An zeigeeinrichtung umfasst. Vorzugsweise ist der Modelldatensatz, zumindest teilweise, an der mindestens einen Anzeigeeinrichtung darstellbar. Dabei kann insbesondere eine räumliche und vorzugsweise dreidimensionale Repräsenta tion des Knochens an der Anzeigeeinrichtung dargestellt werden.
Die Anzeigeeinrichtung kann beispielsweise stationär sein. Alternativ oder er gänzend kann vorgesehen sein, dass an einer tragbaren Datenverarbeitungs einrichtung, insbesondere einem Tablet-Computer (schließt vorliegend ein Smartphone o. ä. mit ein) eine Anzeigeeinrichtung angeordnet ist.
Vorzugsweise kann eine Anzeigeeinrichtung an einer Head-mounted-Einrich- tung, die von einem Operateur am Kopf getragen wird, eine Anzeigeeinrich tung angeordnet sein. Hierbei kann es sich zum Beispiel um eine Datenbrille handeln, die vom Operateur so getragen wird, dass der Bildinhalt mit dem Mo delldatensatz in das Sichtfeld des Operateurs eingeblendet werden kann.
Die Nutzung der Head-mounted-Einrichtung erlaubt es dem Operateur zum Beispiel, auf den physischen Knochen zu blicken und die Bildinformation des Modelldatensatzes im Sinne augmentierter Realität (AR, Augmented Reality) einzublenden.
Bei Nutzung einer andersartigen Anzeigeeinrichtung kann dieselbe Wirkung beispielsweise dadurch erzielt werden, dass mittels einer Kamera eine Auf nahme des physischen Knochens erfolgt und dieser an der Anzeigeeinrichtung dargestellten Aufnahme die Information des Modelldatensatzes überlagert dar gestellt wird.
Vorzugsweise ist die Datenverarbeitungseinrichtung ausgebildet und program miert, die Position der Anzeigeeinrichtung im Referenzkoordinatensystem zu ermitteln. Hierzu kann beispielsweise vorgesehen sein, dass die Anzeigeein richtung von der Navigationseinrichtung erfassbar ist. Zu diesem Zweck kann zum Beispiel an der Anzeigeeinrichtung eine Markiereinrichtung angeordnet sein.
Abhängig von der ermittelten Position der Anzeigeeinrichtung im Referenzko ordinatensystem kann von der Datenverarbeitungseinrichtung der Modellda tensatz vorzugsweise mittels augmentierter Realität dem Knochen überlagert dargestellt werden. Der Modelldatensatz kann gewissermaßen optisch am Kno chen "angeheftet" werden und ist dadurch vorzugsweise im Sichtfeld des Ope rateurs, wenn dieser auf den Knochen blickt.
An der Anzeigeeinrichtung sind beispielsweise Hinweise betreffend eine Entfer nung eines Implantates darstellbar.
An der Anzeigeeinrichtung sind beispielsweise Hinweise betreffend eine Im plantation eines Implantates darstellbar.
An der Anzeigeeinrichtung sind beispielsweise Hinweise betreffend einen Ope rationsablauf darstellbar.
An der Anzeigeeinrichtung sind beispielsweise Hinweise betreffend eine Opera tionstechnik darstellbar.
Vorgesehen sein kann, dass die Markiereinrichtung direkt invasiv, zum Beispiel mit einer Knochenschraube, oder indirekt nichtinvasiv am Knochen anbringbar ist. Eine Markierung kann zum Beispiel nichtinvasiv mittels einer Bandage am Knochen anbringbar sein.
Wie eingangs erwähnt, betrifft die vorliegende Erfindung auch ein Verfahren.
Ein erfindungsgemäßes medizintechnisches, die eingangs genannte Aufgabe lösendes Verfahren umfasst:
Bereitstellen eines Modelldatensatzes mit einer räumlichen Repräsenta tion eines Knochens, wobei der Modelldatensatz eine charakteristische Information kennzeichnend eine Referenzpositionsinformation eines am Knochen in definierter räumlicher Position angeordneten Referenzele mentes umfasst;
Bereitstellen eines Referenz Koordinatensystems am Knochen anhand von Positionsdaten einer ersten in definierter räumlicher Position zum Kno chen angeordneten Markiereinrichtung;
Ermitteln einer charakteristischen Information kennzeichnend die Posi tion des Referenzelementes im Referenzkoordinatensystem, anhand von mittels einer weiteren Markiereinrichtung gewonnenen Positionsdaten;
Bereitstellen einer Übereinstimmung der Position des Referenzelementes im Referenzkoordinatensystem mit der Referenzpositionsinformation im Modelldatensatz; und
Registrieren, basierend auf der Übereinstimmung, des Modelldatensatzes im Refe re nzkoordinaten System, im Hinblick auf eine Überlagerung des Modelldatensatzes und des Knochens.
Die Vorteile, die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erzielbar sind, wurden bereits im Zusammenhang mit der Erläuterung der erfindungsgemäßen Vor richtung erwähnt. Diesbezüglich kann auf die voranstehenden Ausführungen verwiesen werden.
Vorteilhafte Ausführungsbeispiele des Verfahrens ergeben sich durch vorteil hafte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Diesbezüglich kann zur Vermeidung von Wiederholungen auf die voranstehenden Ausführun gen verwiesen werden.
Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Datenverarbeitungsprogramm. Ein erfindungsgemäßes Datenverarbeitungsprogramm umfasst Programmcodemit tel zur Verwendung in mittels einer Datenverarbeitungseinrichtung gestützter Chirurgie, wobei das Datenverarbeitungsprogramm, wenn es auf der Daten verarbeitungseinrichtung läuft oder auf die Datenverarbeitungseinrichtung ge laden wird, die Datenverarbeitungseinrichtung dazu veranlasst, das vorste hend beschriebene Verfahren auszuführen.
Weiter betrifft die vorliegende Erfindung ein Programmspeichermedium, um fassend das Datenverarbeitungsprogramm der vorstehend beschriebenen Art. Das Programmspeichermedium kann nicht-flüchtig oder flüchtig sein.
Die nachfolgende Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der Erfin dung dient im Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung der Erfindung. Es zeigen:
Figur 1: eine perspektivische schematische Darstellung einer erfindungsge- mäßen medizintechnischen Vorrichtung zur Durchführung des er findungsgemäßen Verfahrens, wobei eine Navigationseinrichtung und eine Datenverarbeitungseinrichtung sowie ein Operateur mit Anzeigeeinrichtung und ein sich einem Revisionseingriff unterzie hender Patient dargestellt sind;
Figur 2: schematisch einen Beckenknochen des Patienten, von dem mittels Röntgenstrahlung ein Modelldatensatz erstellt wird;
Figur 3: den physischen Knochen des Patienten mit daran angebrachter chi rurgischer Markiereinrichtung sowie ein Tastwerkzeug zum Ertas ten eines Referenzelementes; und
Figur 4: den Modelldatensatz gemäß Figur 2, der dem Knochen gemäß Fi gur 3 unter Nutzung der Markiereinrichtung überlagert dargestellt ist.
Figur 1 zeigt in perspektivischer Darstellung eine insgesamt mit dem Bezugs zeichen 10 belegte vorteilhafte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen medizintechnischen Vorrichtung. Die Vorrichtung 10 umfasst eine Datenverar beitungseinrichtung 12, beispielsweise ausgestaltet als Computer mit Mikro prozessor und flüchtigem oder nicht-flüchtigem Speicher. Auf der Datenverar beitungseinrichtung 12 ist ein erfindungsgemäßes Datenverarbeitungspro gramm lauffähig, welches zum Beispiel mit einem erfindungsgemäßen Pro grammspeichermedium bereitgestellt werden kann. Die Vorrichtung 10 weist ferner eine vorliegend in die Datenverarbeitungseinrichtung 12 integrierte Speichereinrichtung 14 auf.
Weiter umfasst die Vorrichtung 10 eine Navigationseinrichtung 16. Die Naviga tionseinrichtung 16 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel optisch ausgestal tet und umfasst eine Kamera, insbesondere eine Stereokamera 18. Mit der
Stereokamera 18 kann Strahlung, insbesondere Infrarotstrahlung, die von ei ner Markiereinrichtung 20 der Vorrichtung 10 ausgesandt wird, erfasst wer den.
Vorliegend ist die Markiereinrichtung 20 sowie eine weitere Markiereinrichtung 22 der Vorrichtung 10 passiv ausgestaltet. Von der Stereokamera 18 emit tierte Strahlung wird von den Markiereinrichtungen 20, 22 reflektiert und in der Stereokamera 18 wieder empfangen. Alternativ oder ergänzend ist der Einsatz von aktiven Markiereinrichtungen 20, 22 möglich, die ihrerseits Strah lung emittieren.
Die Markiereinrichtungen 20, 22 sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel als an sich bekannte Rigid Bodys ausgestaltet (auch als "Navigationsstern" be zeichnet), die Markerelemente in definierter räumlicher Anordnung zueinander aufweisen.
Die Navigationseinrichtung 16 bildet ein optisches Messsystem, das Positions daten der Markiereinrichtungen 20, 22 ermitteln kann. Dies gibt die Möglich keit, die Markiereinrichtungen 20, 22 zu tracken, um deren Lage und deren Orientierung als Funktion der Zeit festzustellen. Positionsdaten der Navigati onseinrichtung 16 können der Datenverarbeitungseinrichtung 12 für eine dies bezügliche Analyse bereitgestellt werden.
Alternativ oder ergänzend zur hier beschriebenen optischen Navigationsein richtung 16 kann eine andersartige Navigationseinrichtung vorgesehen sein.
Die Datenverarbeitungseinrichtung 12 kann Bestandteil der Navigationsein richtung 16 sein, oder umgekehrt.
Die Vorrichtung 10 kommt im vorliegenden Fall zur Unterstützung des Opera teurs 24 bei einer Revisionsoperation zum Eingriff. Im vorliegenden Beispiel geht es dabei um die Entfernung eines in einem Knochen 26 implantieren Im-
plantates 28. Der Knochen 26 ist in dem beschriebenen Beispiel der Becken knochen 30 und das Implantat 28 ist eine künstliche Hüftpfanne 32, die dem Patienten 34 in einem vorangegangenen Eingriff implantiert wurde.
Die Hüftpfanne 32 ist in das Acetabulum 36 eingesetzt und weist einen scha lenförmigen Abschnitt 38 auf, der in das Acetabulum 36 eingreift, sowie einen Rand 40. Der Rand 40 ist an einer Oberfläche 42 der Hüftpfanne 32 angeord net.
Die Vorrichtung 10 kann mindestens eine Anzeigeeinrichtung umfassen. Vor liegend ist eine stationäre Anzeigeeinrichtung 44 in Gestalt eines an sich be kannten Monitors vorgesehen. Darüber hinaus umfasst die Vorrichtung 10 eine Anzeigeeinrichtung 46.
Die Anzeigeeinrichtung 46 ist an einer Head-mounted-Einrichtung 48 angeord net, ausgestaltet als Datenbrille 50. Die Datenbrille 50 kann vom Operateur 24 wie eine herkömmliche Brille getragen werden. In das Sichtfeld 52 des Opera teurs 24 können über die Anzeigeeinrichtung 46 Inhalte eingeblendet werden, wobei diese bei einer Bewegung des Kopfes des Operateurs 24 erhalten blei ben.
Die Anzeigeeinrichtungen 44, 46 sind von der Datenverarbeitungseinrichtung 12 zur Darstellung der Bildinhalte ansteuerbar.
Die Head-mounted-Einrichtung 48 ist vorliegend vorzugsweise mit einer Mar kiereinrichtung (nicht gezeigt) versehen. Dies erlaubt es, die Einrichtung 48 mittels der Navigationseinrichtung 16 zu erfassen. Eine Bewegung der Einrich tung 48 im Raum kann getrackt werden. Dies gibt auch die Möglichkeit, die Lage und Orientierung des Sichtfeldes 52 im Raum zu ermitteln.
Im vorliegenden Fall bildet die Markiereinrichtung 20 ein Referenzkoordinaten system. Die Position der Markiereinrichtung 22 (Lage und Orientierung) kann im Referenzkoordinatensystem bestimmt werden. In entsprechender Weise
kann die Position der Einrichtung 48 im Refe re nzkoordinaten System bestimmt werden.
Die Vorrichtung 10 umfasst ein chirurgisches Tastwerkzeug 54. Der Operateur 24 kann charakteristische Punkte mit dem Tastwerkzeug 54 ertasten (Palpa tion). Das Tastwerkzeug 54 umfasst ein Griffelement 56 und eine daran ange ordnete Tastspitze 58. Am Tastwerkzeug 54 ist die Markiereinrichtung 22 fest gelegt.
Durch die definierte räumliche Beziehung der Markiereinrichtung 22 zur Tast spitze 58 kann von der Datenverarbeitungseinrichtung 12 festgestellt werden, welche Punkte im Refe re nzkoordinaten System ertastet werden.
Die Vorrichtung 10 umfasst ferner eine in Figur 1 schematisch dargestellte Röntgeneinrichtung 60. Die Röntgeneinrichtung 60 ist insbesondere eine CT- Einrichtung zum Erstellen von CT-Bildern des Knochens 26.
Die Vorrichtung 10 kann bei der Revisionsoperation für die Hüftpfanne 32 bei spielsweise folgendermaßen im Rahmen eines vorteilhaften Ausführungsbei spiels des erfindungsgemäßen Verfahrens genutzt werden:
Präoperativ kann vom Beckenknochen 30 ein Modelldatensatz 64 zur Unter stützung des navigierten Eingriffes erstellt werden. Zu diesem Zweck kann mittels der Röntgeneinrichtung 60, deren Strahlung 62 in Figur 2 schematisch dargestellt ist, ein Modelldatensatz 64 erstellt werden. Der Modelldatensatz 64 umfasst eine räumliche Repräsentation des Beckenknochens 30. Vorliegend ist dies insbesondere eine dreidimensionale Repräsentation.
Die Hüftpfanne 32 zeichnet sich im Modelldatensatz 64 deutlich ab. Da die Po sition der Hüftpfanne 32 am Beckenknochen 30 exakt definiert ist, kann die Hüftpfanne 32 als Referenzelement 66 für die nachfolgend erläuterte Registrie rung des Modelldatensatzes 64 im Referenzkoordinatensystem herangezogen werden. Die Hüftpfanne 32 definiert eine charakteristische Information, die
kennzeichnend für die Referenzpositionsinformation der Hüftpfanne 32 am Be ckenknochen 30 ist.
Im vorliegenden Beispiel wird als charakteristische Information insbesondere eine charakteristische Struktur 68 als charakteristische Information genutzt. Bei der charakteristischen Struktur 68 kann im vorliegenden Beispiel der Rand 40 der Hüftpfanne 32 genutzt werden. Dies ist jedoch nicht-einschränkend für die vorliegende Erfindung.
Im Modelldatensatz 64 besteht damit die Möglichkeit, über die charakteristi sche Struktur 68 auf die Position der Hüftpfanne 32 als Referenzelement 66 im Beckenknochen 30 zu schließen.
Hierbei können weitergehende Informationen berücksichtigt werden, die über das Implantat 28 bekannt sind, zum Beispiel der Typ des Implantates oder die Tatsache, dass es sich um ein patientenindividuelles Implantat 28 mit bekann ter Struktur handelt.
Figur 2 zeigt schematisch den der Strahlung 62 ausgesetzten Beckenknochen 30 und eine beispielhafte Darstellung des Modelldatensatzes 64, an dem die charakteristische Struktur 68 hervorgehoben ist.
Der Modelldatensatz 64 kann in der Speichereinrichtung 14 gespeichert wer den. Im Modelldatensatz 64 kann zusätzlich zur räumlichen Repräsentation des Beckenknochens 30 weitere Information enthalten sein, beispielsweise be treffend eine Entfernung des Implantates 28, betreffend eine Implantation ei nes Implantates, z. B. Repositionierung des Implantates 28 oder Einsatz eines neuen Implantates, betreffend einen Operationsablauf und/oder betreffend eine Operationstechnik.
Intraoperativ kann der Operateur 24 die Markiereinrichtung 20 zur Definition des Referenzkoordinatensystems am Beckenknochen 30 anbringen. Dadurch wird eine patientenstationäre Referenz gebildet.
Beim Eröffnen des Zugangs und freipräparierter Hüftpfanne 32 kann insbeson dere deren Rand 40 vom Operateur 24 auf einfache Weise erkannt und er reicht werden.
Ebenso wie die charakteristische Struktur 68 im Modelldatensatz 64 eine defi nierte räumliche Position aufweist, weist die Hüftpfanne 32, insbesondere de ren Rand 40, am tatsächlichen Beckenknochen 30 eine definierte räumliche Position auf. Dies gibt die Möglichkeit, den Rand 40 auf Übereinstimmung mit der charakteristischen Struktur 68 zu vergleichen.
Zu diesem Zweck kann der Operateur 24 den Rand 40 mittels des Tastwerk zeuges 54 abfahren (palpieren). Diese Bewegung kann von der Navigations einrichtung 16 erfasst und von der Datenverarbeitungseinrichtung 12 ausge wertet werden, wobei die Positionsdaten im Refe re nzkoordinaten System be stimmt werden (Figur 3).
Der Rand 40 bildet eine charakteristische Vergleichsstruktur und dementspre chend eine charakteristische Information, die kennzeichnend für die Position des Implantates 28 als Referenzelement 66 im Referenzkoordinatensystem ist.
Die Position des Implantates 28 im Refe re nzkoordinaten System kann mit der Referenzpositionsinformation im Modelldatensatz 64 in Übereinstimmung ge bracht werden. Zu diesem Zweck kann die charakteristische Struktur 68 mit der charakteristischen Vergleichsstruktur 70 verglichen und auf Übereinstim mung geprüft werden.
Bei bestehender Übereinstimmung besteht insbesondere die Möglichkeit, den Modelldatensatz 64 im Refe re nzkoordinaten System zu registrieren. Da die Re ferenzpositionsinformation im Modelldatensatz 64 anhand der charakteristi schen Vergleichsstruktur 70 auf den Beckenknochen 30 übertragen werden
kann, kann die Datenverarbeitungseinrichtung 12 die Position der charakteris tischen Vergleichsstruktur 70 im Referenzkoordinatensystem der Position der charakteristischen Struktur 68 im Modelldatensatz 64 zuordnen.
Der Modelldatensatz 64 wird dadurch gewissermaßen am physischen Becken knochen 30 angeheftet. Bei einer Bewegung des Beckenknochens 30 im Raum, zum Beispiel einer Umlagerung des Patienten 34 zufolge, kann der Mo delldatensatz 64 getrackt werden.
An den Anzeigeeinrichtungen 44, 46 kann der Modelldatensatz 64 dargestellt werden. Vorteilhaft ist beispielsweise eine Darstellung an der Anzeigeeinrich tung 46.
Da die Position der Einrichtung 48 im Refe re nzkoordinaten System bekannt ist, kann der Anzeigeinhalt der Anzeigeeinrichtung 46 so eingeblendet werden, dass die Repräsentation des Beckenknochens 30 mittels augmentierter Reali tät (AR, Augmented Reality) an der korrekten Position dargestellt wird. Da der Beckenknochen 30 selbst durch den beschränkten Zugang nur teilweise zu se hen ist, kann dieser vom Operateur 24 insgesamt nicht gesehen werden. Das System bietet jedoch durch das Anheften des Modelldatensatzes 64 die Mög lichkeit, beispielsweise die vollständige dreidimensionale Repräsentation des Beckenknochens 30 an der korrekten Position im Sichtfeld 52 sichtbar zu ma chen.
Dies ist beispielhaft in Figur 4 dargestellt, wobei symbolisiert werden soll, dass der Blick auf die physische Hüftpfanne 32 möglich ist, ebenso auf die Markier einrichtung 20, wohingegen die Struktur des Beckenknochens 30 aus dem Mo delldatensatz 64 (gestrichelte Linien) stammt.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung 10 und das erfindungsgemäße Verfahren erlauben es, die geometrisch definierten Strukturen des Implantates 28 zu
nutzen. Die Nutzung von anatomischen Strukturen, insbesondere mit hochgra digen Knochendefekten, die eine Referenzierung des Modelldatensatzes 64 er schweren, ist nicht erforderlich.
Darüber hinaus ist es nicht erforderlich, charakteristische anatomische Punkte des Beckenknochens 30 im Modelldatensatz 64 und intraoperativ in Überein stimmung miteinander zu bringen. Dies kann zu einer Erhöhung der Präzision dennoch von Vorteil sein. Beispielsweise kann der Operateur 24 das Tastwerk zeug 64 zum Palpieren charakteristischer Punkte wie etwa der Darmbeinsta chel (Spina iliaca anterior superior) nutzen.
Bei dem Eingriff können etwaige Informationen zur Anleitung des Operateurs 24 an der Anzeigeeinrichtung 46 eingeblendet werden. Denkbar sind hierbei insbesondere Informationen zum Entfernen des Implantates 28, zum Einset zen eines neuen Implantates oder zur Repositionierung des Implantates 28, Informationen betreffend den Operationsablauf und/oder die Operationstech nik.
Bezugszeichenliste:
10 medizintechnische Vorrichtung
12 Datenverarbeitungseinrichtung
14 Speichereinrichtung
16 Navigationseinrichtung
18 Stereokamera
20 Markiereinrichtung
22 Markiereinrichtung
24 Operateur
26 Knochen
28 Implantat
30 Beckenknochen
32 Hüftpfanne
34 Patient
36 Acetabulum
38 schalenförmiger Abschnitt
40 Rand
42 Oberfläche
44 Anzeigeeinrichtung
46 Anzeigeeinrichtung
48 Head-mounted-einrichtung
50 Datenbrille
52 Sichtfeld
54 Tastwerkzeug
56 Griffelement
58 Tastspitze
60 Röntgeneinrichtung
62 Strahlung
64 Modelldatensatz
66 Referenzelement
68 charakteristische Struktur
70 charakteristische Vergleichsstruktur