Erweiterungsmodul mit Manipulationsschutz
Die vorliegende Anmeldung betrifft ein Feldgerät gemäß dem Oberbegriff des Pa tentanspruchs 1, ein modulares Feldgerätekonzept gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 14 sowie ein Verfahren zum Betreiben eines Feldgeräts mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 15.
Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Arten von Feldgeräten bekannt.
Unter dem Begriff Feldgerät werden dabei verschiedene technische Einrichtungen subsummiert, die mit einem Produktionsprozess in direkter Beziehung stehen. Feldgeräte können damit insbesondere Aktoren, Sensoren und Messumformer und/oder Auswertegeräte sein.
Deutlich von Feldgeräten abzugrenzen sind in der Terminologie, wie sie in der vor liegenden Anmeldung verwendet wird, übergeordnete Einheiten, die dem Bereich der Leitwarten zuzuordnen sind.
Feldgeräte messen als Prozessmessgeräte seit vielen Jahren zuverlässig prozess relevante Messgrößen von Medien in den unterschiedlichsten Anwendungen. In den Anfangsjahren der Prozessleittechnik wurden die ermittelten Messwerte zu meist in analoger Weise mit Hilfe analoger Schnittstellen, beispielsweise einer 4- 20 mA Schnittstelle, von einem Prozessmessgerät hin zu einer übergeordneten Einheit bspw. einem Auswertegerät oder einer Prozessleitstelle übertragen. Im Zuge der Digitalisierung wurde dieser Standard durch zusätzliches Einprägen digi taler Signale, beispielsweise nach dem HART-Standard, erweitert, wodurch auch eine bidirektionale Kommunikation zwischen Prozessmessgerät und Prozessleit stelle möglich wurde. Charakteristisch an solchen Prozessleitsystemen war aber, dass die Anlagen im Wesentlichen im Inselbetrieb betrieben wurden. Eine Verbin dung zwischen unterschiedlichen Prozessleitsystemen verschiedener Standorte o- der verschiedener Firmen oder eine Anbindung der Systeme ans World Wide Web war nicht vorgesehen.
Aus dem Stand der Technik sind ferner modular aufgebaute Feldgeräte, die aus einem modularen Feldgerätekonzept zusammengestellt sind, bekannt. Bei einem modularen Feldgerätekonzept können aus einer Mehrzahl von kombinierbaren Sensoren, Gehäusen, Elektronikeinheiten bzw. Elektronikmodulen und Bedien- und/ oder Anzeigeeinheiten, die jeweils aufeinander abgestimmt sind, ausgewählt und ein entsprechendes Feldgerät aufgebaut werden. Ein solches modulares Feld gerätekonzept wird bspw. von der Firma Vega Grieshaber KG angeboten. Kombi nierbar sind in der Regel ein Sensor, ein entsprechendes Elektronikmodul, das die Feldgeräteelektronik, d.h. insbesondere eine Messwertverarbeitung und eine Schnittstelle zu einer Steuerung und ggf. einem verwendeten Feldbus enthält, so wie verschiedene Anzeige- und/oder Bedieneinheiten. Die Sensoren, Elektronik- module und Anzeige und/oder Bedieneinheiten sind sowohl aneinander als auch an verschiedene verfügbare Gehäuse angepasst.
Bekannte Feldgeräte für die Prozessautomatisierung weisen bislang nur hersteller spezifisch definierte Vorrichtungen und Verfahren zur Umsetzung von Aspekten der IT-Sicherheit auf. Neuere gesetzliche Vorgaben in verschiedenen Ländern for dern, für kritische Infrastruktureinrichtungen (KRITIS) vorgegebene Sicherheits stufen (Security Level, SL) zu implementieren.
In den letzten Jahren hat sich insbesondere mit den Ansätzen der vierten indust riellen Revolution (Industrie 4.0) die Notwendigkeit herausgestellt, durch einen höheren Grad der Vernetzung ganze Prozessleitsysteme oder aber auch ganze Pro duktionsstandorte miteinander zu verknüpfen, beispielsweise über das World Wide Web. Die damit einhergehende Vernetzung von Industrial-IT-Systemen und Office- IT-Systemen führt allerdings zu einer Reihe neuer Herausforderungen, insbeson dere im Bereich der IT-Security, die eine Fortentwicklung bestehender Geräte und Komponenten zwingend notwendig macht.
Ein weiterer Anwendungsbereich ergibt sich durch seit kurzer Zeit verfügbare au tarke Feldgeräte, insbesondere autarke Sensoren. Sensoren, also Feldgeräte die ser Produktfamilie zeichnen sich durch eine besonders einfache Montage ohne An bringen einer Kommunikations- oder Versorgungsleitung aus. Die von diesen Feld geräten ermittelten Messwerte werden typischerweise unter Verwendung einer Schmalbandfunktechnologie (LoRa, Sigfox, NB-IOT) in eine Cloud, d. h. auf einen
Server im World Wide Web übertragen. Typische Anwendungsszenarien für solche Feldgeräte umfassen Bereiche wie die Hochwasservorhersage, Lagerbestandsver waltung oder auch andere dezentral verteilte Messaufgaben. Durch die direkte An bindung ans World Wide Web sind solche Feldgeräte inhärent einer permanenten Bedrohung durch Hackerangriffe aus dem Netz ausgesetzt.
Neuere Anforderungen an Feldgeräte zielen darauf ab, diese robust gegenüber Sa botageangriffen zu machen, infolge derer massive materielle und immaterielle Schäden an Gebäuden, Anlagen, Lebewesen und der Umwelt entstehen könnten. Solche Sabotageangriffe können durch physische Einwirkung vor Ort, oder durch Hackerangriffe aus einem Netzwerk heraus erfolgen und zu massiven Beeinträch tigungen führen. Darüber hinaus können Aspekte im Hinblick auf Diebstahlschutz, Explosionsschutz, Vertraulichkeit interner Verdrahtungsdetails die Notwenigkeit ei ner Verhinderung einer unbefugten Demontage eines Erweiterungsmoduls von ei nem Sensor begründen.
Modular aufgebaute Feldgeräte sind in ihrer Anwendung und Konfiguration hoch flexibel und lassen sich an eine Vielzahl von Anwendungsszenarien anpassen. In diesem Zusammenhang stellt sich das Problem, dass eine vorab definierte Zusam menstellung eines modular aufgebauten Feldgerätes nicht ohne weiteres verändert werden darf, sei es aus Gründen der speziellen Abstimmung oder Konfiguration für einen überwachten Prozess, aus Gründen der IT-Sicherheit, zum Schutz firmenin ternen Know-Hows oder zum Diebstahlschutz.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein modulares Feldgerät, ein mo dulares Feldgerätekonzept sowie ein Verfahren zum Betreiben modularer Feldge räte derart weiterzubilden, dass die neu aufkommenden Anforderungen erfüllt werden, während gleichzeitig die Flexibilität der Modularität bleibt.
Diese Aufgabe wird durch ein Feldgerät mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1, ein modulares Feldgerätekonzept mit den Merkmalen des Patentanspruchs 14 sowie ein Verfahren zum Betreiben eines modularen Feldgeräts mit den Merkmalen des Patentanspruchs 15 gelöst.
Ein erfindungsgemäßes Feldgerät mit einem Elektronikmodul mit einer Feldgerä teelektronik und wenigstens einem Erweiterungsmodul zeichnet sich dadurch aus, dass das Elektronikmodul und/oder das Feldgerät mit wenigstens einem Erweite rungsmodul persistent verbunden ist.
Das erfindungsgemäße Feldgerät ist modular mit wenigstens einem Elektronikmo dul mit der Feldgeräteelektronik und wenigstens einem Erweiterungsmodul aufge baut, wobei die Feldgeräteelektronik, die der Einfachheit halber auch als Elektro nikmodul bezeichnet wird, persistent mit dem wenigstens einen Erweiterungsmo dul verbunden ist.
Persistent bedeutet in diesem Zusammenhang „nicht unkontrolliert veränderlich", das heißt insbesondere, dass eine Veränderung entweder unterbunden oder zu mindest erschwert und registriert wird.
Im vorliegenden Fall bedeutet, dass das Elektronikmodul und/oder das Feldgerät und das Erweiterungsmodul persistent verbunden sind, dass die Feldgeräteelekt ronik und das Erweiterungsmodul und/oder das Feldgerät und das Erweiterungs modul nicht unkontrolliert voneinander getrennt werden können. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass eine einmal hergestellte Konfiguration aus Elektronikmo dul und Erweiterungsmodul nicht oder zumindest nicht unbemerkt verändert wer den kann. Hierdurch wird die vorbestimmte Konfiguration vor unautorisierten Ver änderungen geschützt und es kann sichergestellt werden, dass keine unbefugten Eingriffe erfolgen.
Eine persistente Verbindung kann bspw. dadurch hergestellt werden, dass das Elektronikmodul und/oder das Feldgerät mechanisch persistent mit dem Erweite rungsmodul verbunden ist.
Eine mechanisch persistente Verbindung kann in einer ersten Ausgestaltungsform durch eine mechanische Verrastung des Erweiterungsmoduls an dem Elektronik modul und/oder in einem Gehäuse des Feldgerätes, bspw. durch geeignet ange ordnete Sperrasten erreicht werden. Zusätzlich oder alternativ kann eine mecha nisch persistente Verbindung durch eine Verklebung, bspw. durch einen Klebering, der bei einer vollständigen und korrekten Montage des Erweiterungsmoduls mit
dem Elektronikmodul und/oder dem Gehäuse des Feldgerätes verklebt, erreicht werden. Eine mechanisch persistente, also irreversible Verbindung kann bspw. als irreversible Rastverbindung und/oder eine irreversible Schraubverbindung und/o der eine irreversible Klebeverbindung ausgebildet sein und/oder eine irreversible Barriere umfassen.
Eine irreversible Barriere kann z. B. ein Gehäusedeckel sein, der eine Gehäuse kammer, in der das Erweiterungsmodul angeordnet ist, irreversibel verschließt. Dazu kann ein ursprünglicher Gehäusedeckel ausgetauscht und mit einem selbst sichernden Deckel ersetzt werden. Ein selbstsichernder Deckel kann bspw. Rast haken oder dergleichen aufweisen, die ein Öffnen des Deckels nach einem erstma ligen vollständigen Verschließen, verhindern. Zusätzlich oder alternativ kann der selbstsichernde Deckel eine Verklebung aufweisen, die den Deckel in einer ver schraubten Position fixiert.
Sowohl eine vorschriftsgemäße Installation des Erweiterungsmoduls als auch ein möglicherweise unzulässiges Entfernen können mittels entsprechender Kontakt schalter überwacht werden. Ein solcher Sabotagekontakt würde der übergeordne ten Einheit dann melden, wenn das Erweiterungsmodul widerrechtlich entfernt o- der manipuliert wurde. Der widerrechtliche Eingriff wird so erkannt und es können Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
In einer weiteren Ausgestaltungsform ist das Elektronikmodul elektrisch persistent mit dem Erweiterungsmodul verbunden. Eine elektrisch persistente Verbindung kann in einer Variante durch eine persistente Ausgestaltung einer elektrischen Ver bindung zwischen der Feldgeräteelektronik in dem Elektronikmodul und dem Er weiterungsmodul erreicht werden. Bspw. können elektrische Verbinder, insbeson dere Steckverbinder, mit einer mechanisch irreversiblen Verriegelung ausgestaltet sein. Das bedeutet bspw., dass die Steckverbinder nicht zerstörungsfrei gelöst werden können. Zusätzlich oder alternativ kann die elektrische Verbindung zwi schen der Feldgeräteelektronik und dem Erweiterungsmodul von außen unzugäng lich und damit manipulationssicher ausgestaltet sein.
In dieser Ausgestaltungsform kann das Erweiterungsmodul auch funktionslos sein und lediglich einen physischen Zugang zu elektrischen Kontakten der
Feldgeräteelektronik dauerhaft verschließen. Auf diese Weise können unterschied liche Ausbaustufen eines Feldgeräts mit ein und demselben Elektronikmodul mit identischer Feldgeräteelektronik angeboten werden, wobei bspw. in einer günsti geren Ausbaustufe der Anschluss von funktionsfähigen Erweiterungsmodulen durch das funktionslose Erweiterungsmodul dauerhaft verhindert wird. Durch die Verwendung der identischen Feldgeräteelektronik können bei der Produktion hö here Stückzahlen und damit sinkende Kosten realisiert werden.
Zusätzlich oder alternativ kann auch durch ein Firmware-Update eine kontinuierli che Überwachung der elektrischen Verbindungen zwischen der Feldgeräteelektro nik und dem Erweiterungsmodul implementiert werden. Eine nicht autorisierte Un terbrechung einer Verbindung kann zu einem Alarmsignal und/oder einer Außer betriebsetzung des Feldgeräts und/oder einer Blockierung des Zugriffs auf die Kon figuration des Feldgeräts führen.
In einer weiteren Ausgestaltungsform ist die Feldgeräteelektronik logisch persis tent mit dem Erweiterungsmodul verbunden. Eine logisch persistente Verbindung bedeutet eine Verknüpfung von Feldgeräteelektronik und Erweiterungsmodul durch eine eindeutige Identifikation.
Bspw. kann die Feldgeräteelektronik und damit das Elektronikmodul eine eindeu tige Geräteidentifikation aufweisen und/oder das Erweiterungsmodul eine eindeu tige Modulidentifikation aufweisen. Die jeweilige Identifikation des anderen Mo duls, kann in einem unzugänglichen Speicherbereich abgelegt und so wechselweise überprüft werden, ob das korrekte Modul verbunden ist.
Zusätzlich oder alternativ kann die Feldgeräteelektronik eine eindeutiges Geräte zertifikat und/oder das Erweiterungsmodul ein eindeutiges Modulzertifikat aufwei sen. Auch diese Zertifikate können ausgetauscht und so die ursprüngliche Konfi guration logisch abgesichert werden.
Die Zertifikate können ferner für eine Verschlüsselung der Kommunikation zwi schen den Modulen verwendet werden.
Durch entsprechende Prüfsummen kann ferner festgestellt werden, ob eine abge speicherte Geräteidentifikation oder ein Zertifikat verändert wurde. Ist dies der Fall, so kann wie oben in Bezug auf eine unautorisierte Unterbrechung der elektri schen Verbindung verfahren werden.
Das Feldgerät ist vorzugsweise als Feldgerät der Prozessautomatisierung, vorzugs weise als Füllstand-, Grenzstand- Durchfluss-, Dichte- oder Dichteprofilmessgerät ausgebildet.
Das Erweiterungsmodul kann wie oben beschrieben als Sperrmodul, vorzugsweise mechanisches Sperrmodul ausgebildet sein. Durch ein solches Sperrmodul kann ein mechanischer Zugang zu elektrischen Kontakten verhindert oder ein Ausbau der Feldgeräteelektronik aus dem Gehäuse des Feldgeräts verhindert werden.
Alternativ kann das Erweiterungsmodul als Anzeige- und/oder Bedienmodul aus gebildet sein.
Das Erweiterungsmodul kann ferner ein Sicherheitsmodul aufweisen. Ein solches Sicherheitsmodul kann verschiedene Funktionen implementieren, und insbeson dere zur Implementierung von vorgegebenen IT-Sicherheitsstufen geeignet aus gebildet sein.
Um auch zukünftig die Verfügbarkeit von Produktivsystemen zu gewährleisten, werden aktuell von verschiedenen Branchen Standards definiert, die darauf abzie len, die Komponenten von Prozessleitsystemen in Bezug auf ihre Resilienz gegen über fahrlässig oder mutwillig initiierten äußeren Angriffen zu härten und somit die Verfügbarkeit der Feldgeräte zu erhöhen und damit die Produktivität der Anlagen betreiber zu sichern.
Darüber hinaus werden auch von Seite der Gesetzgeber neue Anforderungen an die Betreiber und Hersteller von Geräten formuliert, welche das Ziel verfolgen, kritische Infrastruktureinrichtungen (KRITIS) wie beispielsweise Energie (Strom, Gas, Öl), Transport (Luft, Bahn, Wasser, Straße), Trinkwasserversorgung oder auch digitale Infrastruktur widerstandsfähig gegenüber fahrlässigen oder mutwil ligen Hackerangriffen zu machen. Beispielhaft hierfür steht die vom Europäischen
Parlament beschlossene Richtlinie 2016/1148 (NIS-Richtlinie), welche inzwischen von den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union in nationales Recht umgesetzt worden ist. Abhängig von der Gefährdungslage am jeweiligen Anwendungsort wird in den bis lang existierenden Cyber-Security-Normen (z.B. IEC 62443, ISO 27001) gefordert, dass die dort eingesetzten Geräte eine standardisierte IT-Sicherheitsstufe, auch Security Level (SL) genannt, erfüllen. Die IEC 62443 (Stand_08/2013 zum Beispiel), hat dafür die folgenden Security Levels definiert, die nach den dem Angreifer zur Verfügung stehenden Mitteln, zur Verfügung stehenden materiellen und finanziellen Ressourcen, den technischen Fähigkeiten sowie der zugrundeliegenden Motivation eingeteilt werden.
Die Sicherheitsstufe SLO ist dabei ein rein theoretisches Konstrukt, bei dem kei nerlei Beeinträchtigungs- oder Manipulationsrisiko besteht und daher keine Maß nahmen notwendig sind. Die Sicherheitsstufe SL1 beschreibt die Fähigkeit eines Systems, zufällige und un beabsichtigte Beeinträchtigungen oder Manipulationen zu vermeiden.
Die Sicherheitsstufe SL2 beschreibt die Fähigkeit eines Systems, beabsichtigte Ma nipulationen von interessierten Einzelpersonen und Firmen mit generischen Security-Kenntnissen, abzuwehren.
Die Sicherheitsstufe SL3 beschreibt die Fähigkeit eines Systems, beabsichtigte Ma nipulationen von Experten und Firmen, die mit klaren Zielen effektive, jedoch kos tenorientierte Angriffsszenarien entwickeln und einsetzen, abzuwehren.
Die Sicherheitsstufe SL4 beschreibt die Fähigkeit eines Systems, beabsichtigte Ma nipulationen von Organisationen mit Experten, bei denen die Erreichung des spe zifisch ausgewählten Angriffsziels um fast jeden Preis im Vordergrund steht, abzu wehren.
Für die Hersteller von Feldgeräten, insbesondere auch für die Hersteller von Füll stand- und Drucksensoren, erwächst aus diesen Rahmenbedingungen die Notwen digkeit, die in unterschiedlichen (branchenspezifischen) Normen und Gesetzen verankerten IT-Security Vorgaben umzusetzen.
Diese Umsetzung erweiterter Maßnahmen macht es regelmäßig erforderlich, zu sätzliche Hardwarekomponenten und/oder zusätzliche Softwarekomponenten in die Feldgeräte zu integrieren. Wird für bestehende Geräte die Erfüllung einer Si cherheitsstufe (SL) gefordert, oder ändern sich die Anforderungen zur Erlangung einer Zertifizierung für eine definierte Sicherheitsstufe (SL), so führt dies regelmä ßig dazu, die mechanische und elektrische Konstruktion solcher Geräte überarbei ten zu müssen. Bereits ausgelieferte Geräte müssen vom Kunden dann durch die entsprechend zertifizierten Nachfolgegeräte ausgetauscht werden, was zu entspre chenden Kosten und Wartungsaufwand führt.
Zudem besteht das Problem, dass branchenspezifische Normen mit den jeweils darin definierten IT-Sicherheitsstufen SL technisch berücksichtigt werden müssen. Außerdem ist den unterschiedlichen Regelungen von Seiten des Gesetzgebers Rechnung zu tragen.
Darüber hinaus besteht auf Seiten der Hersteller das Problem, dass Geräte für unterschiedliche Sicherheitsnormen und unterschiedliche Sicherheitsstufen (SL), ggf. auch entsprechend den unterschiedlichen Normen in verschiedenen Ländern, entwickelt, gefertigt und vertrieben werden müssen.
Diese Anforderungen können herstellerseitig gut durch ein Erweiterungsmodul er füllt werden, das je nach geforderter IT-Sicherheitsstufe mit der Feldgeräteelekt ronik kombiniert werden kann.
Es ist dadurch möglich, mittels einer Mehrzahl unterschiedlicher Erweiterungsmo- dule sowohl Neugeräte als auch Bestandsgeräte mit unterschiedlichen IT- Sicherheitsstufen auszustatten bzw. zur Verfügung zu stellen, ohne dass es not wendig wäre jeweils ein vollständig neues Gerät, das die jeweilige IT- Sicherheitsstufe implementiert vorzuhalten. Für Hersteller wird es dadurch einfa cher angepasste Feldgeräte anzubieten, wobei aber ein Grundgerät identisch bleibt und dies nur durch das entsprechende Erweiterungsmodul ergänzt wird. Für An wender oder Betreiber von Bestandsgeräten wird auf diese Weise die Möglichkeit eröffnet, ihre Bestandsgeräte an geänderte IT-Sicherheitsanforderungen anzupas sen, ohne die jeweiligen Bestandsgeräte austauschen zu müssen. Die Bestands geräte werden durch ein Erweiterungsmodul, das die gewünschte IT- Sicherheitsstufe implementiert, nachgerüstet und so für eine Betrieb unter gestei gerten IT-Sicherheitsanforderungen ertüchtigt.
Das Erweiterungsmodul kann eine Mehrzahl von funktionalen Einheiten zur Imple mentierung der vorgegebenen IT-Sicherheitsstufe aufweisen. Auf diese Weise kön nen mehrere unterschiedliche Erweiterungsmodule mit unterschiedlichen funktio nalen Einheiten zur Verfügung gestellt werden, die in Zusammenwirken mit einem Feldgerät unterschiedliche IT-Sicherheitsstufen implementieren.
Alternativ kann ein Erweiterungsmodul derart ausgestaltet sein, dass es in Zusam menwirkung mit einem Feldgerät mehrere unterschiedlichen IT-Sicherheitsstufen implementieren kann. Das bedeutet in diesem Zusammenhang, dass durch we nigstens zwei funktionale Einheiten wenigstens zwei unterschiedliche IT- Sicherheitsstufen implementiert werden können. Je nach den gegebenen Anforde rungen können dann einzelne zur Implementierung einer bestimmten IT- Sicherheitsstufe nicht benötigte oder nicht zulässige funktionale Einheiten deakti viert oder benötiget oder vorgeschriebene funktionalen Einheiten aktiviert werden, sodass mit einem Erweiterungsmodul mehrere unterschiedliche IT- Sicherheitsstufen implementiert werden können.
Unter funktionalen Einheiten werden in der vorliegenden Anmeldung in Hardware und/oder Software implementierte Funktionsblöcke verstanden, die für die Einhal tung der vorgegebenen IT-Sicherheitsstufen ausschlaggebend sind. Insbesondere unterscheiden sich in der Regel die IT-Sicherheitsstufen unterschiedlicher Höhe wenigstens in einer funktionalen Einheit, d. h. dass zur Implementierung der einen IT-Sicherheitsstufe wenigstens eine funktionale Einheit aktiviert oder deaktiviert ist, die zur Implementierung einer anderen IT-Sicherheitsstufe entsprechend nicht aktiviert oder deaktiviert ist.
Die dieser Anmeldung zugrundeliegenden IT-Sicherheitsstufen können verschie dene Aspekte der IT-Sicherheit betreffen und durch verschiedene Maßnahmen, die in der vorliegenden Anmeldung in den funktionalen Einheiten zusammengefasst sind, implementiert werden.
Aspekte der IT-Sicherheit, wie sie in den anmeldungsgegenständlichen IT- Sicherheitsstufen implementiert sein können, sind unter anderem verschiedene Stufen der Identifikation und Authentifizierung von Nutzern, Geräten und Soft ware, der Nutzungskontrolle, der Absicherung der Kommunikation des Feldgerätes hinsichtlich Authentifizierung und Integrität sowie bspw. von geforderten Reakti onszeiten.
Das Erweiterungsmodul kann dazu eine erste elektrische Schnittstelle zur Verbin dung des Elektronikmoduls des Füllstandmessgeräts und ein Kommunikationsmo dul zur Verbindung mit einer übergeordneten Einheit aufweisen. Mittels der ersten elektrischen Schnittstelle kann das Nachrüstmodul mit der Feldgeräteelektronik, vorzugsweise einer Kommunikationsschnittstelle, weiter bevorzugt einer verdrah teten Kommunikationsschnittstelle der Feldgeräteelektronik verbunden werden. Mit dem Kommunikationsmodul kann das Erweiterungsmodul eine Kommunikation nach außen aufbauen. Nach außen bedeutet in diesem Sinne zu einer Einheit au ßerhalb des Feldgerätes, insbesondere einer übergeordneten Einheit, einem Be diengerät oder anderen Feldgeräten.
Übergeordnete Einheiten können in diesem Zusammenhang neben Auswertegerä ten und Computern bspw. in einer Leitwarte auch Server in einer LAN- (Local Area
Network) oder WAN (Wide Area Network) Umgebung sein. Auch Geräte in Virtuel len Privaten Netzwerken (VPN) sind hiervon erfasst.
In einer Ausgestaltungsform können die Feldgeräteelektronik und/oder das Erwei terungsmodul derart ausgebildet sein, dass ein Lösen der persistenten Verbindung eine Fehlermeldung auslöst. Dies kann entweder, wie oben beschrieben durch eine Überwachung elektrischer Verbindungen, oder, wie ebenfalls oben beschrieben durch Kontaktschalter, sog. Sabotagekontakte, erfolgen.
Insbesondere sei an dieser Stelle betont, dass das Erweiterungsmodul als separat handhabbare Einheit ausgebildet ist. Das bedeutet, dass das Erweiterungsmodul als Teil eines Baukastensystems verschiedener, aufeinander abgestimmter Module und als separate Baueinheit ausgebildet ist.
Ein erfindungsgemäßes modulares Feldgerätekonzept umfassend eine Mehrzahl unterschiedlicher Sensoren, eine Mehrzahl unterschiedlicher Gehäuse, eine Mehr zahl von Elektronikmodulen sowie eine Mehrzahl von Erweiterungsmodulen, zeich net sich dadurch aus, dass wenigstens eine Kombination aus Gehäuse und/oder Elektronikmodul und Erweiterungsmodul derart ausgestaltet und aufeinander ab gestimmt ist, dass das Elektronikmodul und/oder das Gehäuse mit wenigstens ei nem Erweiterungsmodul persistent verbindbar ist.
Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Betreiben eines Feldgeräts mit einem Elekt ronikmodul mit einer Feldgeräteelektronik und wenigstens einem Erweiterungsmo dul zeichnet sich dadurch aus, dass die Feldgeräteelektronik und/oder das Feldge rät mit wenigstens einem Erweiterungsmodul persistent verbunden wird. Bei ei nem Aufbau oder einer erstmaligen Inbetriebnahme des Feldgeräts wird also das Erweiterungsmodul dauerhaft mit der Feldgeräteelektronik, also dem Elektronik modul, und/oder dem Feldgerät, respektive dessen Gehäuse verbunden.
Das Elektronikmodul und/oder das Feldgerät wird vorzugsweise mechanisch per sistent mit dem Erweiterungsmodul verbunden und/oder es wird die Feldgerä teelektronik mit dem Erweiterungsmodul elektrisch und/oder logisch persistent verbunden.
Auf diese Weise wird ein unbefugtes Lösen der Verbindung unterbunden.
Vorzugsweise ist die Feldgeräteelektronik und/oder das Erweiterungsmodul derart ausgebildet, dass ein Lösen der persistenten Verbindung eine Fehlermeldung aus löst.
Auf diese Weise wird ein unbemerktes Lösen der Verbindung verhindert.
Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezug auf die beigefügten Figuren eingehend erläutert. Es zeigen:
Figur 1 ein Feldgerät gemäß dem Stand der Technik,
Figur 2 ein erstes Ausführungsbeispiel eines Feldgeräts gemäß der vorliegen den Anmeldung,
Figur 3 ein zweites Ausführungsbeispiel eines Feldgeräts gemäß der vorlie genden Anmeldung,
Figur 4 ein Beispiel für ein Verfahren zum Betreiben eines Feldgeräts gemäß Figur 3 und
Figur 5 ein drittes Ausführungsbeispiels eines Feldgeräts mit einem hierzu ausgeführten Erweiterungsmodul.
Figur 1 zeigt ein Feldgerät gemäß dem Stand der Technik.
Das Feldgerät 101 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Radarfüllstand messgerät ausgebildet. Das Feldgerät 101 weist als Sensor 100 eine Sende- und Empfangseinrichtung mit einer Hornantenne auf. In einem Gehäuse des Feldgeräts 101 ist ein Elektronikmodul 102 mit einer auf den Sensor 100 abgestimmten Elekt ronikeinheit angeordnet, die über eine elektronische Erweiterungsschnittstelle 104 verfügt.
An dieser Erweiterungsschnittstelle 104 können verschiedene Erweiterungsmodule angeschlossen und vom Endkunden in Eigenregie im Feldgerät 101 montiert wer den. Besonders verbreitet ist, bestehende Sensoren 101 mit einem
Erweiterungsmodul 106 zu erweitern, das als Anzeige- und Bedieneinheit ausge bildet ist. Das Erweiterungsmodul 106 tauscht über die elektronische Schnittstelle 104 sowohl Energie als auch Daten mit der Feldgeräteelektronik in dem Elektro nikmodul 102 aus.
Mechanisch ist das Erweiterungsmodul 106 mittels einer standardisierten mecha nischen Gehäuseaufnahme 105, beispielsweise einem Eindrehmechanismus 105 an dem Elektronikmodul 102 befestigt. Ein Gehäusedeckel 103 schützt die aus Elektronikmodul 102 und Erweiterungsmodul 106 bestehende Gesamtelektroni keinheit vor mechanischen und atmosphärischen Störeinflüssen.
Bisherige Erweiterungsmodule 106 sind grundsätzlich dafür ausgelegt, beliebig oft auf einem oder mehreren unterschiedlichen Feldgeräten 101 montiert und wieder demontiert werden zu können.
Aktuelle Anforderungen legen immer größeren Wert darauf, einen unbefugten Zu griff auf ein Feldgerät 101 oder einen Sabotageversuch zur Störung des Feldgerä tes 101 oder bspw. eines Messablaufes zu verhindern.
Bisherige Lösungen aus dem Stand der Technik sehen vor, einen unbefugten Zu griff durch eine PIN Abfrage in dem als Anzeige- und Bedienmodul ausgebildeten Erweiterungsmodul 106 zu verhindern. Dies kann allerdings nicht verhindern, dass während einer Sabotage das Erweiterungsmodul 106 und/oder das Elektronikmo dul 102 entfernt oder hardwareseitig manipuliert werden. Schlimmstenfalls wird das gesamte Feldgerät 101 von einer Zuleitung 107 getrennt, und durch einen Scheinsensor, welcher an die Zuleitung 107 angeschlossen wird, ersetzt. Die von diesem Scheinsensor gelieferten analogen und/oder digitalen Messwerte lassen sich beliebig manipulieren, so dass komplette Produktivsysteme außer Betrieb ge setzt werden können.
Figur 2 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel eines Feldgeräts 101 gemäß der vor liegenden Anmeldung mit einem Erweiterungsmodul 201, das vorliegend als Si cherheitsmodul ausgestaltet ist.
Das Sicherheitsmodul 201 beinhaltet verschiedene Hard- und Softwareeinheiten, welche erforderlich sind, im Zusammenwirken mit der Feldgeräteelektronik in dem Elektronikmodul 102 eine definierte Sicherheitsstufe (SL) zu realisieren. Das Si cherheitsmodul 201 beinhalte im vorliegenden Ausführungsbeispiel insbesondere eine Benutzerverwaltung 202, welche eine Liste mit zugelassenen Benutzern für eine Freigabe zur Konfiguration des Feldgerätes 101 enthält. Zur Sicherstellung des Sicherheitskonzeptes, d.h. um sicher zu stellen, dass die IT-Sicherheitsstufe (SL) nicht verändert wird, kann es notwendig sein, eine Demontage des Sicher heitsmoduls 201 fortan zu verhindern, damit nicht mit existierenden Modulen 106 ein unkontrollierter Zugang zum Feldgerät 101 realisiert werden kann. Zu diesem Zweck weist das Sicherheitsmodul 201 eine mechanisch persistente Verbindung zu dem Elektronikmodul 102 auf, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel durch eine Kaskade flexibler Sperrrasten 203 realisiert wird, welche bei der Installation des Sicherheitsmoduls 201 auf das Elektronikmodul 102 zur Seite gedrückt wer den, sich jedoch beim Versuch eines Entfernens des Sicherheitsmoduls 201 quer legen und so verhaken, dass eine Demontage verhindert wird.
Durch eine entsprechende Ausgestaltung der mechanischen Abmessungen des Si cherheitsmoduls 201, kann darüber hinaus eine elektrische Persistenz erreicht werden. Hierzu können neben dem dargestellten Modul 201 insbesondere auch funktionslose Module verwendet werden, welche ausschließlich zur irreversiblen mechanischen Versiegelung angewendet werden.
Im dem in Figur 2 gezeigten Ausführungsbeispiel wird nach dem einmaligen Ein setzen des Erweiterungsmoduls 201 bedingt durch einen Durchmesser d eines Mo dulgehäuses der mechanische Durchgriff auf elektrische Kontakte 204 des Elekt ronikmoduls 102 dauerhaft unterbunden. Dies hat zur Folge, dass ein unberech tigtes Lösen der Verbindung zwischen einer elektrischen Zuleitung 107 und der Sensorelektronik in dem Elektronikmodul 102 fortan verhindert werden kann.
Ergänzend wird durch das Einspielen einer neuen Firmware 205 in das Elektronik modul 102 das Verhalten des Feldgeräts 101 so verändert, dass eine kontinuierli che Überwachung der Ströme in der Zuleitung 107 realisiert wird. Bei einer nicht vorgesehenen Unterbrechung wird nach einem Wiedereinschalten der Betrieb des Feldgeräts 101 nach Ausgabe einer Störmeldung unterbrochen.
Ferner wird bei einer erkannten Unterbrechung ein letztes Alarmsignal, beispiels weise gespeist aus einem hier nicht dargestellten Energiespeicher, drahtlos an eine übergeordnete Einheit übermittelt.
Figur 3 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel eines Feldgeräts 101 gemäß der vor liegenden Anmeldung.
In dem in Figur 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist das dort eingesetzte Erwei terungsmodul 301 logisch versiegelt um hierdurch eine logische Persistenz zu er reichen. Das Erweiterungsmodul 301 kann mechanisch beliebig oft an dem Elekt ronikmodul 102 montiert und anschließend demontiert werden. Bei der ersten Montage des Erweiterungsmoduls 301 wird im Zusammenspiel der Komponenten 302, 303, 304, 305 jedoch erreicht, dass das Erweiterungsmodul 301 und das Elektronikmodul 102 logisch miteinander derart verknüpft werden, dass ein Wei terbetrieb des Feldgeräts ohne das Erweiterungsmodul 301 und/oder eine Montage des Erweiterungsmoduls 301 auf einem anderen Feldgerät fortan nicht mehr mög lich ist.
Der Ablauf hierfür gestaltet sich im Detail wie im Ablaufdiagramm der Figur 4 dar gestellt.
Das Verfahren beginnt mit dem Aufstecken des Erweiterungsmoduls 301 im Schritt 401. Zunächst aktualisiert das Erweiterungsmodul 301 in Schritt 402 die Firmware des Feldgeräts 101 durch Kopieren der Firmware in das Elektronikmodul 102. Ein erster Prozessor 302 in dem Erweiterungsmodul 301 übermittelt hierzu die in ei nem nichtflüchtigen Speicher 303 hinterlegte Information an einen Prozessor 304 in dem Elektronikmodul 102, welcher den Programmcode 305 hieraufhin aktuali siert.
In Schritt 403 wird das Feldgerät 101 neu gestartet, und gemäß den Instruktionen des nun durch das Firmwareupdate neuen Programmcodes in Schritt 404 angelei tet, eine einzigartige Sensor-Ident-Signatur zu generieren, beispielsweise einen numerischen Code.
Der Code wird in Schritt 405 an das Erweiterungsmodul 301 übermittelt, woraufhin das Erweiterungsmodul diese Signatur in dem nichtflüchtigen Speicher 303 ablegt. Fortan wird das Erweiterungsmodul 301 seinen Betrieb nur noch im Zusammen spiel mit demjenigen Elektronikmodul 102 aufnehmen, dessen Signatur mit der im Speicher 303 hinterlegten Signatur übereinstimmt.
In Schritt 406 sendet das Erweiterungsmodul 301 seine eigene, beispielsweise ab Werk erzeugte, geheime Signatur an das Elektronikmodul 102 zurück. Im Prozes sor 304 des Elektronikmoduls 102 wird diese Signatur nun überprüft, und hier insbesondere mit der durch das Softwareupdate übermittelten Signatur eines ak zeptierten Moduls verglichen.
Ist der Vergleich erfolgreich, so wird in Schritt 409 der normale Betriebsmodus des Feldgeräts 101 zum Bestimmen eines Messwertes aktiviert.
Andernfalls wird in Schritt 410 eine Störmeldung drahtgebunden oder drahtlos nach außen hin übermittelt, und der reguläre Sensorbetrieb verweigert.
Das Verfahren endet in Schritt 411.
Durch das oben vorgestellte Verfahren kann erreicht werden, dass das Elektronik modul 102 und das Erweiterungsmodul 301 fortan nur noch in genau dieser Kom bination gemeinsam betrieben werden können, folglich logisch miteinander ein deutig gekoppelt sind. Das Erweiterungsmodul 301 kann im Kontext der vorliegen den Erfindung daher als logisch persistent betrachtet werden.
Die anhand der Figur 3 und Figur 4 aufgezeigte Ausführungsform eines Erweite rungsmoduls mit logischer Persistenz kann im Kontext vorgeschlagener Erweite- rungsmodule zur Erlangung einer Sicherheitsfunktion (SL) vorteilhaft verwendet werden. Darüber hinaus können mit den zuvor und im nachfolgend aufgezeigten Ausführungsbeispielen aber auch Aspekte im Hinblick auf Diebstahlschutz, Explo sionsschutz oder der Vertraulichkeit interner Verdrahtungsdetails realisiert wer den. Spezielle Ausführungsformen können auch dazu verwendet werden, Strate gien zur kommerziellen Vermarktung von Feldgeräten zu realisieren.
Figur 5 zeigt ein Feldgerät 502 mit einem hierzu ausgeführtes Erweiterungsmodul 501.
Das Erweiterungsmodul 501 weist im vorliegenden Ausführungsbeispiel Einrich tungen 203 auf, welche zur Erlangung einer mechanischen Persistenz des Erwei terungsmoduls 501 nach erfolgter Montage führen. Das Erweiterungsmodul 501 ist vorliegend als sog. Sperrmodul ohne zusätzliche Funktionen ausgestattet, und besitzt auch keine Verbindung zur Erweiterungsschnittstelle 104 des Elektronik moduls 102. Die dargestellte Ausführungsform kann insbesondere dazu verwendet werden, unterschiedliche Varianten eines Feldgeräts mit unterschiedlichen Markt preisen zu realisieren.
Das Feldgerät 502 wird beispielsweise als preisgünstiger Sensor ohne die Option einer Erweiterbarkeit am Markt bereitgestellt. Um die Produktion des Elektronik moduls 102 preisgünstig gestalten zu können, kann vorgesehen sein, die standar disierte Sensorelektronik, die auch in erweiterbaren Geräten verwendet wird, auch in der preisgünstigen Variante zu verwenden, jedoch die Erweiterbarkeit durch ein mechanisches Verdecken der Erweiterungsschnittstelle 104 zu unterbinden. Dies kann auf einfache Art und Weise durch Aufbringen eines mechanisch persistenten Erweiterungsmoduls mit entsprechenden Sperrrasten 203 bereits beim Hersteller erfolgen.
Um ein gewaltsames Entfernen des Erweiterungsmoduls 501 zu verhindern kann die mechanische Schnittstelle zwischen dem Erweiterungsmodul 501 und dem Elektronikmodul 102 so ausgestaltet sein, dass bei einem gewaltsamen Entfernen des Erweiterungsmoduls 501 gegen den Widerstand der Sperrasten eine mecha nische Aufnahme auf Seiten des Elektronikmoduls 102 derart beschädigt oder zer stört wird, dass ein Anbringen eines funktionalen Erweiterungsmoduls nach einem gewaltsamen Entfernen des Sperrmoduls unmöglich wird.
Es kann ferner vorgesehen sein, ein Anschlusskabel 503 bereits beim Hersteller an einem Anschlussblock mit elektrischen Kontakte 204 des Elektronikmoduls 102 anzubringen, und somit das Innere des Elektronikmoduls 102 komplett vor äuße ren Manipulationen oder unbefugten Erweiterungen zu schützen.
Es kann auch vorgesehen sein, die Erweiterbarkeit bestehender Feldgeräte für be stimmte Länder oder Zielmärkte zu unterbinden oder einzuschränken, um beste hende Schutzrechte Dritter in diesen Ländern nicht zu verletzen. Es kann auch vorgesehen sein, zulassungsrelevante Konfigurationen, beispielsweise eine für den Explosionsschutz relevante druckfeste Kapselung des Feldgeräts 502, durch geeig nete persistente Zusatzmodule unveränderbar sicherzustellen. In einer Ausfüh rungsform kann das Erweiterungsmodul 501 auch in Form eines persistenten Ge häusedeckels 504 ausgeführt sein, der bspw. mit dem Gehäuse des Feldgeräts 502 verklebt werden kann.
Das Modul 501 weist beispielhaft eine mechanische Persistenz auf. Es kann aber ergänzend oder alternativ vorgesehen sein, zur Erlangung der oben genannten Ziele elektrische und/oder logische Persistenz zu verwenden.
Bezugszeichenliste
Sensor , 502 Feldgerät
Elektronikmodul , 504 Gehäusedeckel
Erweiterungsschnittstelle
Gehäuseaufnahme , 201, 301, 501 Erweiterungsmodul
Zuleitung
Benutzerverwaltung Sperrasten Elektrische Kontakte Firmware , 303, 304 ,305 Komponenten - 411 Schritte 1 - 11
Anschlusskabel