Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung
Stand der Technik
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung für eine eine Lenkspindel umfassende Lenksäule eines Steer-by-Wire-Lenksystems eines Kraftfahrzeugs, umfassend ein Gehäuse, einen ersten Anschlaghebel, einen zweiten Anschlaghebel und einen Anschlag, wobei der erste Anschlaghebel drehfest mit der Lenkspindel verbunden ist, wobei der zweite Anschlaghebel drehbar gegenüber der Lenkspindel gelagert ist und wobei der Anschlag ortsfest mit dem Gehäuse verbunden ist.
Steer-by-Wire-Lenksysteme zeichnen sich dadurch aus, dass keine mechanische Verbindung zwischen dem Lenkrad und den lenkbaren Rädern existiert. Stattdessen sehen Steer-by-Wire-Lenksysteme Einrichtungen vor zur Erfassung des Lenkwunsches, zur elektrischen Weiterleitung des erfassten Lenkwunsches und zur Umsetzung des elektrisch weitergeleiteten Lenkwunsches. Daher wäre es in einem Steer-by-Wire-Lenksystem möglich, das Lenkrad und somit die mit dem Lenkrad drehfest verbundene Lenkspindel ungehindert und unbegrenzt zu drehen, wenn die Drehbewegung des Lenkrads, das heißt der Lenkeinschlag nicht begrenzt würde. Um dem Fahrer ein möglichst realistisches Fahrgefühl zu vermitteln und somit die Fahrsicherheit zu erhöhen, ist es erforderlich, die maximal möglichen Umdrehungen bzw. die maximal mögliche Drehung des Lenkrads zu begrenzen. Es ist üblich, Steer-by-Wire-Lenksysteme so auszulegen, dass mehr als eine volle Umdrehung des Lenkrades erforderlich ist, um von dem ersten Endanschlag zu dem zweiten Endanschlag in der entgegensetzten Drehrichtung zu lenken. Dies entspricht der Umdrehungsbegrenzung in einem konventionellen Lenksystem.
Neben der Übermittlung eines möglichst realistischen Fahrgefühls ist die Begrenzung der Drehbewegung des Lenkrads bedeutsam für die Verhinderung von Wickelfederabrissen.
Eine Wickelfeder ist im Wesentlichen ein aufgewickeltes Flachbandkabel, das dazu dient, den Zündimpuls an den im Lenkrad angeordneten Airbag im Falle eines Unfalls zu übertragen. Die Unversehrtheit der Wickelfeder ist daher von großer Bedeutung für die Fahrsicherheit. Eine Wickelfeder ist so lang dimensioniert, dass das Lenkrad ohne Abreißen von dem ersten Endanschlag zu dem zweiten Endanschlag drehbar ist. Da Wickelfedern stets eine nicht unbegrenzte Länge haben, ist es in einem Steer-by-Wire-Lenksystem mit
einem Airbag in der Lenksäule zwingend erforderlich, die Drehbewegung des Lenkrads zu begrenzen, um einen Abriss der Wickelfeder zu verhindern.
Zur Begrenzung der Lenkraddrehung, ist es aus dem Stand der Technik bekannt, einen Anschlag in der Richtung der Lenkraddrehung vorzusehen. DE 103 12 516 A1 offenbart eine Lenksäule mit einer Umdrehungsbegrenzung, wobei zwei Scheiben mit jeweils einer Spiralbahn versehen ist, wobei zwischen den Spiralbahnen eine Kugel angeordnet ist. Die Kugel verlagert sich bei der Lenkwellenrotation in den Spiralbahnen.
Ein Nachteil dieser Lösung ist die hohe erforderliche Maßgenauigkeit der Bauelemente bzw. die hohe Toleranzanfälligkeit der Bauelemente. Falls die hohe erforderliche Maßgenauigkeit der Bauelemente nicht erfüllt ist, kann es zum Klappern der Kugel in den Spiralbahnen kommen. Weiter ist es von Nachteil, dass es bei einem Missbrauch der Lenksäule zum Verklemmen der Umdrehungsbegrenzung kommen kann.
DE 102019 111 993 A1 offenbart einen Feedback-Aktuator, umfassend ein erstes, drehbar auf der Lenkwelle gelagertes Anschlagelement, ein zweites, ortsfestes Anschlagelement und ein Mitnehmerelement. Der ortsfeste Anschlag bildet dabei einen harten Anschlag.
In der JP 6393858 B1 ist zudem für eine Umdrehungsbegrenzung offenbart, zwei drehbar gelagerte Anschlagelemente und zwei ortsfeste Anschlagelemente, vorzusehen. Dabei begrenzen die zwei ortsfesten Anschlagelemente eine Drehbewegung des einen drehbaren Anschlagelements und eine Drehbewegung des anderen Anschlagelements wird durch das eine drehbare Anschlagelement begrenzt. Die ortsfesten Anschlagelemente können dabei aus einem elastischen Material sein, um die Wrkung des Anschlags zu reduzieren.
Hierdurch ist aber der Endanschlag nicht mehr eindeutig definiert.
Im Lichte der vorangehend erläuterten Problematik der bekannten Umdrehungsbegrenzungen liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Umdrehungsbegrenzung zur Verfügung zu stellen, die einen sicheren Betrieb gewährleistet und deren Betrieb geräuscharm und komfortabel ist.
Darstellung der Erfindung
Die der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird gelöst durch eine Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Es wird eine Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung vorgeschlagen für eine eine Lenkspindel umfassende Lenksäule eines Kraftfahrzeugs, umfassend ein Gehäuse, einen ersten Anschlaghebel, einen zweiten Anschlaghebel und einen Anschlag, wobei der erste Anschlaghebel drehfest mit der Lenkspindel verbunden ist, wobei der zweite Anschlaghebel drehbar gegenüber der Lenkspindel gelagert ist und wobei der Anschlag ortsfest mit dem Gehäuse verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass wenn ein definierter Drehwinkel erreicht wird, der erste Anschlaghebel gegen den zweiten Anschlaghebel stößt und der zweite Anschlaghebel gegen den Anschlag stößt, sodass die Drehbewegung der Lenkspindel begrenzt ist.
Der erste Anschlaghebel ist drehfest mit der Lenkspindel verbunden, das heißt der erste Anschlaghebel dreht gemeinsam mit der Lenkspindel, ohne Relativbewegung zwischen dem ersten Anschlaghebel und der Lenkspindel. Der zweite Anschlaghebel ist drehbar an dem ersten Anschlaghebel befestigt. Der zweite Anschlaghebel kann derart ausgestaltet sein, von dem ersten Anschlaghebel bei dessen Drehung mitgenommen zu werden, das heißt sich mit dem ersten Anschlaghebel zumindest teilweise mitzudrehen. Der Anschlag kann auch als stehender Anschlag bezeichnet werden. Der Anschlag bildet eine ortsfeste bzw. stationäre Abstützung.
Die Begrenzung der Drehbewegung wird durch die Mitnahme des zweiten Anschlaghebels realisiert. Im Endanschlag blockiert das Anschlagelement des zweiten Anschlaghebels das Weiterdrehen des ersten Anschlaghebels gegenüber dem Gehäuse.
Der zweite Anschlaghebel weist vorteilhafterweise in Umfangsrichtung der Lenkspindel beidseitig angeordnete Federelemente auf. Die Federelemente sind elastisch verformbar.
Sie können einstückig mit dem zweiten Anschlaghebel ausgebildet sein oder als separates, mit dem zweiten Anschlaghebel verbindbares Bauelement ausgebildet sein. Die Federelemente sind in Bezug auf die Symmetrieachse des zweiten Anschlaghebels vorteilhafterweise einander gegenüberliegend angeordnet. Die Federelemente sind jeweils zum Zusammenwirken mit einem Anschlagelement vorgesehen. Insbesondere ist vorgesehen, dass sich die Federelemente nicht über die gesamte Seitenlänge des Anschlaghebels erstrecken. Die Federelemente sind also vorteilhafterweise kürzer als die Seitenlänge des Anschlaghebels. Die Federwirkung der Federelemente ist jeweils der Lenkbewegung entgegengesetzt gerichtet. Wenn das Federelement soweit elastisch verformt ist, das heißt verbogen ist, bis es den zweiten Anschlaghebel mechanisch kontaktiert, ist das Lenkrad und somit die Lenkspindel und somit der erste Anschlaghebel in
dieser Drehrichtung nicht mehr weiter drehbar und der Endanschlag ist erreicht. Insofern bildet der Endanschlag vorteilhafterweise einen definierten finalen Endanschlag, über den hinaus vorteilhafterweise kein Weiterdrehen der Lenkspindel möglich ist. Wird das Federelement, nachdem es in mechanischen Kontakt mit einem Anschlagelement getreten ist, durch dieses Anschlagelement elastisch verformt, bewirkt die dadurch entstandene Federwirkung vorteilhafterweise zudem eine Verlangsamung der Lenkbewegung, und zwar kurz vor Erreichen des Endanschlags. Dadurch wird die Lenkbewegung vorteilhafterweise nicht abrupt durch den Endanschlag gestoppt. Dies erhöht den Komfort während des Lenkens. Dennoch bleibt vorteilhafterweise ein eindeutig definierter Endanschlag erhalten, der erreicht ist, wenn das Federelement den zweiten Anschlaghebel mechanisch kontaktiert und somit keine weitere Einfederung des Federelements erfolgen kann. Insbesondere ist vorgesehen, dass der zweite Anschlaghebel mit den Federelementen und der Anschlag so aufeinander abgestimmt sind, dass bei einem Anschlägen des Anschlaghebels zunächst - abhängig von der Drehrichtung - eines der Federelemente den Anschlag kontaktiert. Für die Strecke des Federweges des Federelementes kann der Anschlaghebel vorteilhafterweise entgegen der Federkraft weiterbewegt werden, vorteilhafterweise so weit weiterbewegt werden, bis ein starrer Teil des Anschlaghebels, der die Federelemente vorteilhafterweise überragt, einen weiteren Abschnitt des Anschlags kontaktiert und somit ein Weiterdrehen verhindert.
Die Federelemente können linear oder nicht-lineare Kennlinien aufweisen. Die Federelemente können auch Elemente mit Gas- bzw. Luftfederung sein.
Die Federwirkung des Federelements bewirkt zudem vorteilhafterweise, dass die Lenkspindel aus dem Zustand des Endanschlags herausgedrückt wird. Da die Federwirkung auf der elastischen Verformung des Federelements oder auf Gas- bzw. Luftfederung des Federelements beruht, das heißt rein mechanisch oder pneumatisch ist, ist die Federwirkung auch ohne eine elektrische Energieversorgung, insbesondere bei ausgeschalteter oder defekter Steer-by-Wirke-Lenksäule, gewährleistet. Vorzugsweise ist bei der räumlichen Orientierung der Lenkspindel, in dem Zustand in dem die Lenksäule aus dem Endanschlag herausgedrückt wird, eine Messung des absoluten Lenkwinkels möglich.
Ein weiterer positiver Effekt der Federwirkung des Federelements ist eine gleichmäßige Mitnahme des zweiten Anschlaghebels in der Drehbewegung des ersten Anschlaghebels. Vorteilhafterweise sind die Federelemente jeweils als elastisch verformbare Stege mit einem offenen Ende ausgebildet. Insbesondere ist vorgesehen, dass sich das Federelement parallel zu der seitlichen Begrenzung des Anschlaghebels erstreckt. Insbesondere kann das
jeweilige Federelement durch das Einbringen eines Einschnitts in den Anschlagheben gebildet sein, wobei das dann freistehende Teil des Anschlaghebels vorteilhafterweise jeweils ein Federelement bildet.
Eine besonders vorteilhafte konkrete Ausgestaltung der Federelemente ist zudem in den Figuren gezeigt, die nachfolgend noch weiter erläutert werden.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung weist der erste Anschlaghebel in Umfangsichtung der Lenkspindel beidseitig angeordnete Ausnehmungen auf. Die Ausnehmungen können in Bezug auf die Symmetrieachse des ersten Anschlaghebels einander gegenüberliegend angeordnet sein. Die Ausnehmungen dienen jeweils zur Aufnahme eines Anschlagelements und sind bevorzugt formkomplementär zu dem aufzunehmenden Anschlagelement ausgebildet. Wenn beispielsweise das aufzunehmende Anschlagelement zylinderförmig ist, ist die entsprechende Ausnehmung des ersten Anschlaghebels bevorzugt halbkreisförmig. Die Ausnehmungen können beliebige Formen aufweisen insbesondere können die Ausnehmungen eckig ausgestaltet sein.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung weist der erste Anschlaghebel ein Anschlagelement auf. Das Anschlagelement des ersten Anschlaghebels kann als zylinderförmiger Stift bzw. Pin bzw. Bolzen ausgebildet sein.
Darüber hinaus kann der zweite Anschlaghebel ein Anschlagelement aufweisen. Das Anschlagelement des zweiten Anschlaghebels kann als zylinderförmiger Stift bzw. Pin bzw. Bolzen ausgebildet sein.
Weiter bevorzugterweise umfasst der zweite Anschlaghebel einen ersten Teil und einen von dem ersten Teil in Axialrichtung der Lenkspindel beabstandeten zweiten Teil. Vorzugsweise sind der ersten und der zweite Teil des zweiten Anschlaghebels im Wesentlichen identisch aufgebaut, sodass sie in Axialrichtung der Lenkspindel miteinander fluchten bzw. zueinander formkongruent sind. Bevorzugterweise ist der erste Teil und der zweite Teil des Anschlagelements parallel zueinander angeordnet. Die „doppelte Ausführung“ des zweiten Anschlaghebels durch dessen ersten und zweiten Teils bewirkt eine konstruktive Verstärkung des zweiten Anschlaghebels. Dadurch kann der zweite Anschlaghebel größere Lenkmomente aufnehmen. Dies erhöht die Ausfallsicherheit des zweiten Anschlaghebels und erhöht die Betriebssicherheit der Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung.
Noch weiter bevorzugterweise ist das Anschlagelement des zweiten Anschlaghebels zwischen dem ersten Teil des zweiten Anschlaghebels und dem zweiten Teil des zweiten
Anschlaghebels aufgenommen. Das Anschlagelement des zweiten Anschlaghebels erstreckt sich somit in Axialrichtung der Lenkspindel.
In vorteilhafter Weise ist der erste Anschlaghebel in Axialrichtung der Lenkspindel zwischen dem ersten Teil des zweiten Anschlaghebels und dem zweiten Teil des zweiten Anschlaghebels angeordnet.
In weiter vorteilhafter Weise weist der Anschlag zu dem Anschlagelement des zweiten Anschlaghebels korrespondierend ausgebildete Ausnehmungen auf. Vorzugsweise sind diese Ausnehmungen in Umfangsrichtung der Lenkspindel beidseitig angeordnet. Die Ausnehmungen können in Bezug auf die Symmetrieachse des Anschlags einander gegenüberliegend angeordnet sein. Die Ausnehmungen dienen jeweils zur Aufnahme eines Anschlagelements und sind bevorzugt formkomplementär zu dem aufzunehmenden Anschlagelement ausgebildet. Wenn beispielsweise das aufzunehmende Anschlagelement zylinderförmig ist, ist die entsprechende Ausnehmung des Anschlags bevorzugt halbkreisförmig. Die Ausnehmungen können beliebige Formen aufweisen, insbesondere können die Ausnehmungen eckig oder anders unrund ausgestaltet sein.
In noch weiter vorteilhafter Weise weist der Anschlag zu den Federelementen des zweiten Anschlaghebels korrespondierend ausgebildete Ausnehmungen auf. Vorzugsweise sind diese Ausnehmungen in Umfangsrichtung der Lenkspindel beidseitig angeordnet. Die Ausnehmungen sind in Bezug auf die Symmetrieachse des Anschlags einander gegenüberliegend angeordnet. Die Ausnehmungen dienen jeweils zur Aufnahme eines Federelements und sind bevorzugt formkomplementär zu dem aufzunehmenden Federelement ausgebildet.
Des Weiteren kann der Anschlag einen ersten Teil und einen von dem ersten Teil in Axialrichtung der Lenkspindel beabstandeten zweiten Teil umfassen. Vorzugsweise sind der erste und der zweite Teil des Anschlags im Wesentlichen identisch aufgebaut, sodass sie in Axialrichtung der Lenkspindel miteinander fluchten bzw. zueinander formkongruent sind. Die „doppelte Ausführung“ des Anschlags durch dessen ersten und zweiten Teils bewirkt eine konstruktive Verstärkung des Anschlags. Dadurch kann der Anschlag größere Lenkmomente aufnehmen. Dies erhöht die Ausfallsicherheit des Anschlags und erhöht die Betriebssicherheit der Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung.
Weiterhin kann der erste Anschlaghebel in Axialrichtung zwischen dem ersten Teil des Anschlags und dem zweiten Teil des Anschlags angeordnet sein.
Bevorzugt ist die Lenksäule für ein Kraftfahrzeug mit einer zuvor beschriebenen Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung vorgesehen.
Demnach ist eine Lenksäule für ein Kraftfahrzeug umfassend eine Lenkspindel, welche in einer Lenkwellenlagereinheit drehbar gelagert ist, ein Gehäuse und eine
Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung, die dazu eingerichtet ist, ein Verdrehen der Lenkspindel zu begrenzen, vorgesehen, wobei die Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung einen ersten Anschlaghebel, einen zweiten Anschlaghebel und einen Anschlag umfasst, wobei der erste Anschlaghebel drehfest mit der Lenkspindel verbunden ist, wobei der zweite Anschlaghebel drehbar gegenüber der Lenkspindel gelagert ist und wobei der Anschlag ortsfest mit dem Gehäuse verbunden ist, wobei wenn ein definierter Drehwinkel erreicht wird, der erste Anschlaghebel gegen den zweiten Anschlaghebel stößt und der zweite Anschlaghebel gegen den Anschlag stößt, sodass die Drehbewegung der Lenkspindel begrenzt ist.
Weiterhin ist ein Steer-by-Wire-Lenksystem für ein Kraftfahrzeug mit einer zuvor beschriebenen Lenksäule vorgesehen.
Beschreibung der Zeichnung
Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ist im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen im Einzelnen
Figuren 1a bis 1j eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung in der Draufsicht in verschiedenen Zuständen und Figur 2 eine Lenksäule mit der Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung aus den
Figuren 1 a-j in einer perspektivischen Darstellung.
Ausführungsform der Erfindung
In den verschiedenen Figuren sind gleiche Teile stets mit den gleichen Bezugszeichen versehen und sind daher in der Regel jeweils nur einmal benannt bzw. erwähnt.
Figuren 1 a-j zeigen eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung in der Draufsicht in verschiedenen Zuständen. Figuren 1a-f zeigen eine Lenk- bzw. Drehbewegung im Uhrzeigersinn bis zu dem Erreichen des Endanschlags dieser Drehrichtung. Figuren 1 g-j zeigen eine Lenk- bzw. Drehbewegung gegen den Uhrzeigersinn. Da der zweite Anschlaghebel 5 frei drehbar gegenüber der Lenkspindel 1 gelagert ist, ist die dargestellte räumliche Orientierung des zweiten Anschlaghebels 5 nur beispielhaft zu verstehen.
Die Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung dient zur Begrenzung der durch den Fahrer bewirkten Drehbewegung der Lenkspindel 1, auch als Lenkradeinschlag bezeichnet, einer Lenksäule 2 eines Steer-by-Wire-Lenksystems eines Kraftfahrzeugs.
Die Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung umfasst ein Gehäuse 3, einen ersten Anschlaghebel 4, einen zweiten Anschlaghebel 5 und einen Anschlag 6. Der erste Anschlaghebel 4 ist drehfest mit der Lenkspindel 1 verbunden. Der zweite Anschlaghebel 5 ist frei drehbar gegenüber der Lenkspindel 1 gelagert. Der Anschlag 6 ist stationär, das heißt ortsfest mit dem Gehäuse 3 verbunden. Wenn die Lenkspindel 1 durch einen entsprechenden Lenkradeinschlag des Fahrers einen definierten Drehwinkel erreicht, stößt der erste Anschlaghebel 4 gegen den zweiten Anschlaghebel 5 und stößt der zweite Anschlaghebel 5 gegen den Anschlag 6, sodass die Drehbewegung der Lenkspindel 1 begrenzt ist.
Der erste Anschlaghebel 4 weist in Umfangsichtung der Lenkspindel 1 beidseitig angeordnete Ausnehmungen 7 in Form von halbkreisförmige Aussparungen auf. Außerdem weist der erste Anschlaghebel 4 ein Anschlagelement 8 in Form eines zylinderförmigen Stifts auf.
Der zweite Anschlaghebel 5 ist derart ausgestaltet, dass sich dieser mit dem ersten Anschlaghebel 4 aufgrund einer definierten Reibung mitdreht. Auf diese Weise dreht sich der zweite Anschlaghebel 5 entsprechend der Drehung des ersten Anschlaghebels 4, soweit der zweite Anschlaghebel 5 nicht in Kontakt mit dem Anschlag 6 tritt. Der zweite Anschlaghebel 5 weist ein als zylinderförmiger Stift ausgebildetes Anschlagelement 9 auf. Weiterhin weist
der zweite Anschlaghebel 5 in Umfangsrichtung der Lenkspindel 1 beidseitig angeordnete Federelemente 10 auf. Die Federelemente 10 sind jeweils als elastisch verformbare Stege mit einem offenen Ende ausgebildet und sind einstückig mit dem zweiten Anschlaghebel 5 ausgebildet.
Der zweite Anschlaghebel 5 ist zweiteilig ausgebildet, umfasst nämlich einen ersten Teil 11 und einen zweiten Teil 12, wobei der erste Teil 11 und der zweite Teil 12 in Axialrichtung der Lenkspindel voneinander beabstandet sind. Das Anschlagelement 9 des zweiten Anschlaghebels 5 erstreckt sich zwischen dem ersten Teil 11 und dem zweiten Teil 12 des zweiten Anschlaghebels 5 und ist von den beiden Teilen 11, 12 aufgenommen.
Der erste Anschlaghebel 4 ist in Axialrichtung zwischen dem ersten Teil 11 und dem zweiten Teil 12 des zweiten Anschlaghebels 5 angeordnet.
Der Anschlag 6 weist zu dem Anschlagelement 9 des zweiten Anschlaghebels 5 korrespondierend ausgebildete Ausnehmungen 13 auf. Darüber hinaus weist der Anschlag 6 zu den Federelementen 10 des zweiten Anschlaghebels 5 korrespondierend ausgebildete Ausnehmungen 14 auf.
Der Anschlag 6 umfasst einen ersten Teil 15 und einen zweiten Teil 16, der von dem ersten Teil 15 in Axialrichtung der Lenkspindel 1 beabstandet angeordnet ist. Der erste Anschlaghebel 4 ist in Axialrichtung zwischen dem ersten Teil 15 und dem zweiten Teil 16 des Anschlags 16 angeordnet.
Figur 1a zeigt die Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung bei einem Lenkwinkel von etwa 0°. Dieser Zustand entspricht der Neutralstellung bzw. Mittelstellung des Lenkrads und somit der Neutralstellung bzw. Mittelstellung der Lenkspindel 1. Der Winkel zwischen der Längsachse des ersten Anschlaghebels 4 und der Längsachse des zweiten Anschlaghebels 5, auch als Anschlaghebelwinkel bezeichnet, beträgt etwa 180°.
Figur 1b zeigt die Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung aus Figur 1a bei einem Lenkwinkel von etwa 90°. In diesem Zustand ist noch kein mechanischer Kontakt zwischen dem ersten Anschlaghebel 4, dem zweiten Anschlaghebel 5 und/oder dem Anschlag 6 eingetreten. Das heißt, die Anschlaghebel 4, 5 sind jeweils in dem von dem Anschlag 6 definierten „freien“ Raum positioniert. Der Anschlaghebelwinkel beträgt unverändert etwa 180°.
Figur 1c zeigt die Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung aus Figur 1a bei einem Lenkwinkel von etwa 160°. In diesem Zustand tritt das Anschlagelement 9 des zweiten Anschlaghebels 5 in mechanischen Kontakt mit der Ausnehmung 13 des Anschlags 6. Gleichzeitig tritt eines der beiden Federelemente 10 des zweiten Anschlaghebels 5 in mechanischen Kontakt mit der Ausnehmung 14 des Anschlags 6. Der Anschlaghebelwinkel beträgt unverändert etwa 180°.
Figur 1d zeigt die Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung aus Figur 1a bei einem Lenkwinkel von etwa 270°. In diesem Zustand ist der zweite Anschlaghebel 5 nach wie vor im mechanischen Kontakt mit dem Anschlag 6 wie zu Figur 1c beschrieben, während sich die Lenkspindel 1 und somit der erste Anschlaghebel 4 weitergedreht hat. Der Anschlaghebelwinkel beträgt etwa 60°.
Figur 1e zeigt die Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung aus Figur 1a bei einem Lenkwinkel von etwa 326°. In diesem Zustand ist der zweite Anschlaghebel 5 nach wie vor im mechanischen Kontakt mit dem Anschlag 6 wie zu Figur 1c beschrieben. Gleichzeitig tritt das Anschlagelement 8 des ersten Anschlaghebels 4 in mechanischen Kontakt mit dem anderen der beiden Federelemente 10 ohne das Federelement 10 elastisch zu verformen. Das Federelement 10 steht zwar im mechanischen Kontakt mit dem Anschlagelement 8, ist jedoch nicht durch das Anschlagelement 8 vorgespannt. Da die Lenkspindel 1 und somit der erste Anschlaghebel 4 in dieser Drehrichtung noch um den durch die Geometrie des Federelements 10 definierten Federweg drehbar ist, entspricht dieser Zustand nicht dem Endanschlag der Lenkbewegung in dieser Drehrichtung. Die der Lenkbewegung entgegengesetzte Federwirkung kurz vor Erreichen des Endanschlags bewirkt eine Verlangsamung der Lenkbewegung, sodass die Lenkbewegung nicht abrupt bzw. schlagartig durch den Endanschlag gestoppt wird.
Figur 1 f zeigt die Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung aus Figur 1a bei einem Lenkwinkel von etwa 331°, über den hinaus keine weitere Verstellung mehr möglich ist. Das Abfedern des Lenkanschlags erfolgt somit in diesem Ausführungsbeispiel definiert zwischen dem Lenkwinkel 326° und dem Lenkwinkel von 331°. Dieser Federweg ist dabei vorteilhafterweise keinen äußeren Einflüssen unterworfen und ändert sich somit vorteilhafterweise auch nicht bei Materialalterung und/oder Temperaturschwankungen. In dem in Figur 1f gezeigten Zustand ist der zweite Anschlaghebel 5 nach wie vor im mechanischen Kontakt mit dem Anschlag 6 wie zu Figur 1c beschrieben. Der dargestellte Zustand entspricht dem Endanschlag der Lenkbewegung in dieser Drehrichtung. Denn das Anschlagelement 8 des ersten Anschlaghebels 4 verformt das Federelement 10 elastisch und übt daher eine
Vorspannung aus. Die elastische Verformung der Federelemente 10 ist begrenzt durch den zweiten Anschlaghebel 5. Die Ausnehmung 7 des ersten Anschlaghebels 4 und die Ausnehmung 13 des Anschlags 6 umschließen bzw. umgreifen jeweils halbkreisförmig den vollen Umfang des zylinderförmig ausgebildeten Anschlagelements 9 des zweiten Anschlaghebels 5.
Figur 1g zeigt die Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung aus Figur 1a bei einem Lenkwinkel von etwa 326°. Dieser Zustand stellt sich ein, wenn, nachdem das Lenkrad bis zum Endanschlag eingeschlagen worden ist, das Lenkrad in die zu der Drehrichtung gemäß Figuren 1a-f entgegengesetzten Drehrichtung eingeschlagen wird. Der in Figur 1g dargestellte Zustand entspricht dem in Figur 1e dargestellten Zustand mit entgegengesetzter Drehrichtung.
Figur 1h zeigt die Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung aus Figur 1a bei einem Lenkwinkel von etwa 180°.
Figur 1i zeigt die Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung aus Figur 1a bei einem Lenkwinkel von etwa 0°. In diesem Zustand ist die Neutralstellung des Lenkrads durch Gegenlenken wieder erreicht. In diesem Zustand tritt das Anschlagelement 9 des zweiten Anschlaghebels 5 in mechanischen Kontakt mit der entsprechenden Ausnehmung 13 des Anschlags 6. Gleichzeitig tritt eines das entsprechende Federelement 10 des zweiten Anschlaghebels 5 in mechanischen Kontakt mit der dafür vorgesehenen Ausnehmung 14 des Anschlags 6. Der in Figur 1i dargestellte Zustand entspricht dem in Figur 1a dargestellten Zustand mit entgegengesetzter Drehrichtung.
Figur 1j zeigt die Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung aus Figur 1a bei einem Lenkwinkel von etwa -160°. Dieser Zustand stellt sich ein, wenn das Lenkrad aus der Neutralstellung heraus gegen den Uhrzeigersinn gelenkt worden ist. Der zweite Anschlaghebel 5 ist nach wie vor im mechanischen Kontakt mit dem Anschlag 6 wie zu Figur 1i beschrieben, während sich die Lenkspindel 1 und somit der erste Anschlaghebel 4 weitergedreht hat.
Figur 2 zeigt die Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung aus den Figuren 1 a-j in einer perspektivischen Darstellung von schräg vorn in Fahrzeugfahrtrichtung in der Neutralstellung des Lenkrads, das heißt bei einem Lenkwinkel von 0°.
Die Lenksäule 2 umfasst eine Trageinheit 17 und eine Manteleinheit 18. Die Lenksäule 2 ist über die Trageinheit 17 an einer in den Figuren nicht dargestellten Karosserie eines
Kraftfahrzeugs anbringbar. Zu diesem Zweck weist die Trageinheit 17 Durchgangsöffnungen zur Aufnahme von in den Figuren ebenfalls nicht dargestellten Befestigungsmitteln auf. Die Trageinheit 17 dient zur Aufhängung der Manteleinheit 18 an der Fahrzeugkarosserie.
Die Manteleinheit 18 umfasst eine Stelleinheit 19. Die Stelleinheit 19 ist beweglich mit der Manteleinheit 18 verbunden. Die Stelleinheit 19 ist als Rohrkörper mit einem Flansch an dem dem Fahrer zugewandten Ende, das heißt lenkradseitig, ausgebildet. Der Rohrkörper der Stelleinheit 19 ist an dem dem Fahrer abgewandten Ende in der Manteleinheit 18 koaxial angeordnet, nämlich darin axial verschiebbar gelagert.
Die Stelleinheit 19 umfasst die Lenkspindel 1. Die Lenkspindel 1 ist drehbar in der Stelleinheit 19 gelagert. Das dem Fahrer zugewandte Ende der Lenkspindel 1 weist eine Außenverzahnung 20 zur Aufnahme einer in den Figuren ebenfalls nicht dargestellten innenverzahnten Nabe eines Lenkrads auf.
Des Weiteren umfasst die Lenksäule 2 einen manuell verstellbaren Hebel 21 zur Arretierung der gewünschten Position, entsprechend einer gewünschten Längs- und/oder Höhenverstellung der Lenkspindel 1.
Die erfindungsgemäße Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung ist stirnseitig an dem dem Fahrer abgewandten Ende der Lenksäule 2 angeordnet und ist mit der Lenksäule 2 durch Befestigungsschrauben verbunden. Das Gehäuse 3 der
Umdrehungsbegrenzungsvorrichtung ist durch Befestigungsschrauben mit der Lenksäule 2 verbunden.
Bezugszeichenliste
1 Lenkspindel
2 Lenksäule 3 Gehäuse
4 Erster Anschlaghebel
5 Zweiter Anschlaghebel
6 Anschlag
7 Ausnehmung des ersten Anschlaghebels 8 Anschlagelement des ersten Anschlaghebels
9 Anschlagelement des zweiten Anschlaghebels
10 Federelement
11 Erster Teil des zweiten Anschlaghebels
12 Zweiter Teil des zweiten Anschlaghebels 13 Ausnehmung
14 Ausnehmung
15 Erster T eil des Anschlags
16 Zweiter T eil des Anschlags
17 Trageinheit 18 Manteleinheit
19 Stelleinheit
20 Außenverzahnung
21 Hebel