Früherkennung und Reaktion auf Fehler in einer Maschine
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein System zur Früherkennung und Reak tion auf Fehler in einer Maschine.
Die Echtzeitüberwachung von Maschinen im Produktivbetrieb ist bisher nicht mög lich, da die erforderliche Datenmenge für ein Datenstreaming zu groß ist und die notwendige Rechenleistung zur Verarbeitung der Datenmenge nicht zur Verfügung steht. Für eine präzise Diagnosefunktion werden externe Beobachtersignale und maschineninterne Sensor- und Prozesssignale benötigt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren und ein System bereit zustellen, mit dem eine Echtzeitüberwachung einer Maschine möglich ist, so dass Fehler frühzeitig erkannt werden können und darauf reagiert werden kann. Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch ein Verfahren zur Früherken nung und Reaktion auf Fehler in einer Maschine mit den Verfahrensschritten: a) Erfassen von maschineninternen Signalen und maschinenexternen Signa len, b) breitbandige Übertragung der erfassten Signale an ein Datenverarbei tungssystem, c) Fehlerdetektion durch das Datenverarbeitungssystem anhand der über- tragenen Signale auf Grundlage einer gemeinsamen Zeitbasis, d) direkter Eingriff durch das Datenverarbeitungssystem in die Maschine bei Erkennen eines Fehlers und/oder Ausgabe einer Fehlermeldung durch das Datenverarbeitungssystem .
Bei der überwachten Maschine kann es sich beispielsweise um eine Werkzeugma schine handeln. Insbesondere kann es sich um eine Maschine im Produktivbetrieb handeln. Bei den maschineninternen Signalen kann es sich um Sensorsignale und/oder Pro zesssignale handeln. Maschineninterne Sensorsignale können beispielsweise Strom-, Geschwindigkeits-, Lageist- und/oder Sollwerte sein. Prozesssignale kön nen beispielsweise Laserleistung, Gasdruck, Streulicht, etc. sein. Weiterhin können die maschineninternen Signale aus Steuerungen stammen, beispielweise aus einer speicherprogrammierbaren Steuerung (PLC) oder einer numerischen Steuerung (NC). Außerdem können Sie von Antrieben stammen.
Maschinenexterne Signale können beispielsweise akustische, optische oder Bewe gungssignale sein. Sie können stammen von Mikrofonen, Micro-Electro-Mechanical Systems(MEMS)-Sensoren, Kameras, etc. Mess- und Prozessgrößen werden erfasst. Sie stellen Daten dar. Die Mess- und Prozessgrößen werden als Signale übertragen. Nach der Übertragung werden die in den Signalen enthaltenen Daten verarbeitet. Signalübertragung und Datenüber tragung wird im Folgenden synonym verwendet. Unter einer breitbandigen Datenübertragung wird insbesondere eine Übertragung mit mehr als 30 Mbit/s verstanden. Die breitbandige Übertragung kann drahtge bunden, beispielsweise über ein Glasfaserkabel, oder drahtlos erfolgen, beispiels weise gemäß dem 5G-Standard. Das Datenverarbeitungssystem kann skalierbar sein. Insbesondere kann das Da tenverarbeitungssystem als Prozessierungsplattform ausgebildet sein. Eine Pro- zessierungsplattform kann ein Verbundsystem sein, das Komponenten zur Verar beitung von Datenstreams und von Batchprozessen (Datei-basiert) enthält, sowie Komponenten zur verteilten Datenprozessierung und Datenspeicherung. Die Pro- zessierungsplattform kann geeignet und eingerichtet sein, verschiedene Formen von Daten, ob Stream oder Datei, zu empfangen, diese dann (verteilt) zu verar beiten (analysieren), geeignet zu verwalten und zu speichern und ggf. auch pas send zu visualisieren. Weiterhin kann das Datenverarbeitungssystem als Hoch leistungsrechner in einer Cloud-Umgebung ausgebildet sein. Dabei kann es sich um eine externe, orstentfernte und/oder internetbasierte, Cloud oder um eine be triebsinterne Cloud handeln. Unter einer Cloud wird insbesondere ein Rechenzent rum mit breitbandigem Netzanschluss, hoher Rechenleistung und Massenspeicher verstanden. Die Cloud kann Programme und Hardware in Form von Servern um fassen. In einer externen Cloud können Daten von mehreren unterschiedlichen Betrieben, auch von nicht zusammnegehörenden Betrieben, auch anonymisiert, gesammelt und korreliert werden. Das kann das Ergebnis der Fehlerdetektion wei ter verbessern.
Aufgrund der Fehlerdetektion kann ein direkter Eingriff durch das Datenverarbei tungssystem in die Maschine erfolgen. Dadurch kann eine höchste Bearbeitungs qualität gewährleistet werden. Außerdem kann die Maschine vor Zerstörung ge schützt werden. Es ist auch denkbar, lediglich einen Hinweis, insbesondere eine Fehlermeldung, an einen Bediener auszugeben, der dann in die Maschine eingrei- fen kann.
Die breitbandige Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung bzw. Hochgeschwindig keitssignalübertragung ermöglicht die Portierung der Daten quasi in Echtzeit auf insbesondere skalierbare Hochleistungsrechner in Cloudumgebungen, wo korrelie rende Datenauswertungen zur Fehlerfrüherkennung durchgeführt werden können. Diese Funktionalität kann als ein Vorwarnsystem für Werkzeugmaschinen und an dere Anlagen verwendet werden. Auf Grundlage einer gemeinsamen Zeitbasis aller vorhandenen Mess- und Prozessgrößen kann eine Online-Diagnosefunktionalität bereitgestellt werden. Somit kann eine frühzeitige Fehlerdetektion im laufenden Betrieb und eventueller Eingriff in den Bearbeitungsprozess durch unmittelbare Datenprozessierung erfolgen. Aufgrund der Verfügungsstellung einer breitbandi gen Datenübertragung ist ein Rohdatenstreaming möglich. Die rechenintensive Signalverarbeitung beispielsweise unter Einbeziehung von KI-basierten Ansätzen, kann vollständig in skalierbaren Rechenclustern erfolgen.
Die Signale können zumindest teilweise vor der Übertragung synchronisiert wer den. Beispielsweise kann die Signalaufzeichnung innerhalb des betrachteten Sys tems zeitsynchron erfolgen, indem exakt gleichlaufende Referenzuhren zur Verfü- gung gestellt werden.
Eine Online-Diagnosefunktionalität bedeutet eine unmittelbare Datenverarbeitung, um bei erkannten Abweichungen dem Anwender frühzeitig Hinweise geben zu kön nen, damit dieser gegebenenfalls in den laufenden Prozess eingreifen kann, z.B. im Fall von Schwingungen im zu bearbeitenden Werkstück oder bei einer Gratbil dung. Ebenfalls denkbar ist ein automatischer, gesteuerter Eingriff in den Bearbei tungsprozess. Dies kann online und quasi in Echtzeit erfolgen.
Die Signale können zumindest teilweise nach der Übertragung synchronisiert wer den. Die nachträgliche Synchronisierung kann in der Cloud, beispielsweise anhand von bekannten Signalmustern, erfolgen. Mischformen sind denkbar. Es können also einzelne Signale vor der Übertragung zueinander zeitlich synchron erfasst werden oder synchronisiert werden und weitere Signale können erst in einem spä teren Prozess nach der Übertragung synchronisiert werden.
Weiterhin ist es denkbar, dass Signalgruppen gebildet werden, wobei die Signale innerhalb einer Signalgruppe synchronisiert werden. Im Anschluss daran können die Signale einer Signalgruppe mit Signalen einer anderen Signalgruppe oder an deren Einzelsignalen synchronisiert werden.
Zumindest einige Signale können mit unterschiedlicher zeitlicher Auflösung erfasst werden. Die Synchronisation kann vor oder nach der Datenübertragung erfolgen. Auch können Signale unterschiedlicher zeitlicher Auflösung zueinander synchroni siert werden.
Die Fehlerdetektion kann auf Basis von Populationsvergleichen durchgeführt wer den. Hierzu können Signalmuster und/oder Fehlerbilder vorher ermittelt und/oder gespeichert werden. Aus den Signalmustern und/oder Fehlerbildern können Feh lerindikatoren (auch Marker, etc.) bestimmt werden, die auf die Gesamtheit der bisher vorliegenden (Mess-)Daten angewandt werden (sowohl Daten der Maschi nenserie als auch Daten der Maschinenhistorie der Einzelmaschine). Auf dieser Basis ist dann eine Fehlerdetektion und ggf. sogar eine Fehlerselektion möglich. Bei ausreichend vorhandenem Domänenwissen ist folglich auch eine Fehleridenti fikation möglich. Domänenwissen beschreibt global den Zusammenhang aus Schwingungsanregung durch Maschinenkomponenten, Achsdynamik, Absolutposi tion der kinematischen Kette, gegebenenfalls in Arbeitsraumabhängigkeit, Stell gliedern, z.B. Ventile, dem Betriebszustand einer Bearbeitungseinheit und Ge- räuschemissionen (Schallwellen).
Als Bearbeitungseinheit kommen beispielsweise Laser, Stanzvorrichtung, Presse, Fräskopf, Säge, Bohrer und Wasserstrahl in Frage. Bei Werkzeugmaschinen
werden die Bearbeitungseinheiten über Antriebe und möglicherweise dazwischen geschaltete mechanische Komponenten, wie Getriebe oder Portale, in eine be stimmte Achsrichtung bewegt. Abkürzend wird dies häufig als Achse bezeichnet. Sämtliche Komponenten, insbesondere Achsen, die zu einer Bewegung einer Be- arbeitungseinheit beitragen, werden kinematische Kette genannt. Weiterhin zählt zum Domänenwissen der Zusammenhang einzelner Komponenten, insbesondere die Infrastruktur, Bewegungstrajektorien, Bearbeitungs- Prozesse und Eigenschaf ten aller beteiligten Komponenten. Außerdem können Datenmodelle hinterlegt werden, die zur Fehlerdetektion her angezogen werden. Populationsvergleiche können auf der Basis von Messdaten von baugleichen Maschinen (Maschinenserie) oder der Maschine selbst (historische Messdatenaufzeichnung) in gleichen oder ähnlichen Betriebszuständen durchge führt werden. Die Messdaten können laufend erfasst, Experten-basiert wie auch selbstlernend bewertet und in Datenmodellen abgelegt werden.
Dabei kann die Fehlerdetektion rekursiv auf Zeitreihen des Einzelobjekts erfolgen. Auch hierzu können historische Daten derselben Maschinen verwendet werden. Es kann ein Vergleich mit identischen und vergleichbaren Betriebszuständen erfolgen, die bereits aufgezeichnet wurden.
Bei sich physikalisch-technisch langsam verändernden Größen, beispielsweise der Temperatur, kann eine Messwerterfassung durch Interpolation ergänzt werden. Insbesondere bei ausreichender Systemkenntnis kann eine adaptive Anpassung (Up-Sampling/Down-Sampling) von Datenrate, Auflösung und/oder Quantifizie rung einzelner Signale erfolgen. Damit kann sichergestellt werden, dass eine aus reichende Datenbasis für die Auswertung geschaffen wird. In den Rahmen der Erfindung fällt außerdem ein System zur Früherkennung und Reaktion auf Fehler in einer Maschine mit
a) einer Maschine, insbesondere Werkzeugmaschine, wobei die Maschine Er fassungseinrichtungen zur Erfassung von maschineninternen Signalen aufweist, b) zumindest einer maschinenexternen Erfassungseinrichtung zum Erfassen von zumindest einem maschinenexternen Signal, c) einem Datenverarbeitungssystem, d) einem breitbandigen Datenübertragungskanal zur Signalübertragung, e) wobei das Datenverarbeitungssystem zur Fehlerdetektion anhand der ma schineninternen und maschinenexternen Signale auf Grundlage einer ge meinsamen Zeitbasis und zur direkten Einwirkung auf die Maschine und/o der zur Ausgabe einer Fehlermeldung eingerichtet ist.
Die Maschine kann eine Datenübertragungsschnittstelle zur breitbandigen Über tragung der erfassten Signale aufweisen. Insbesondere können die maschinenin ternen Signale über die Datenübertragungsschnittstelle übertragen werden. Wenn die maschinenexternen Erfassungseinrichtungen nicht vollständig unabhängig sind, können auch die maschinenexternen Signale über die Datenübertragungs schnittstelle der Maschine übertragen werden. Insbesondere kann eine Maschinen steuerung zur breitbandigen Datenübertragung eingerichtet sein. Die zumindest eine externe Erfassungseinrichtung kann eine Datenübertragungs schnittstelle zur breitbandigen Übertragung des erfassten maschinenexternen Sig nals aufweisen.
Das Datenverarbeitungssystem kann eine breitbandige Datenübertragungsschnitt- stelle aufweisen.
Der breitbandige Datenübertragungskanal kann Daten zwischen der Maschine und/oder der zumindest einen maschinenexternen Erfassungseinrichtung und dem Datenverarbeitungssystem übertragen. Insbesondere kann der breitbandige
Datenübertragungskanal Daten zwischen den Datenübertragungsschnittstellen übertragen.
Das erfindungsgemäße System, insbesondere das Datenverarbeitungssystem, kann skalierbar sein. Das skalierbare Datenverarbeitungssystem kann als Prozes- sierungsplattform ausgebildet sein. Das Datenverarbeitungssystem ist insbeson dere eingerichtet zur unmittelbaren Datenprozessierung, um bei erkannten Abwei chungen bzw. Fehlern frühzeitig Hinweise geben zu können und/oder automatisch gesteuert in den Bearbeitungsprozess der Maschine eingreifen zu können. Die Fehlerdetektion kann auf der Basis von Populationsvergleichen oder rekursiv auf Zeitreihen des Einzelobjekts anhand statistischer Größen, Mustererkennung, Zeit reihen, berechneter Größen, etc. stattfinden. Für die Populationsvergleiche können Muster, Fehlerbilder oder Datenmodelle ermittelt und zur Verfügung gestellt wer den. Das Datenverarbeitungssystem ist eingerichtet, die entsprechende Daten- menge zu verarbeiten und die zur Diagnose erforderlichen Algorithmen auszufüh ren.
Es kann eine zentrale Erfassung- und Datenübertragungseinheit vorgesehen sein. Diese kann beispielsweise als eine echtzeitfähige Datenerfassungseinheit mit min- destens einer physikalischen Kommunikationsschnittstelle und insbesondere mit einer Datenspeicherungsfunktionalität ausgebildet sein. Die zentrale Erfassungs und Datenübertragungseinheit kann sowohl externe als auch interne Signale zu sammenfassen und synchronisieren und die Daten gesammelt übertragen. Bei vie len Signalquellen können mehrere solcher Erfassungs- und Datenübertragungsein- heiten vorgesehen sein und die Daten können im Datenverarbeitungssystem in der Cloud zusammengeführt und/oder synchronisiert werden. Eine bidirektionale Übertragung von Signalen ist möglich. Es können ein breitbandiger Übertragungs kanal oder mehrere breitbandige Übertragungskanäle vorgesehen sein. Eine zent rale Erfassungs- und Datenübertragungseinheit kann sowohl Sender als auch Emp- fänger sein und kann mit Maschinensteuerungen und Maschinenantrieben direkt kommunizieren und so einen direkten Einfluss auf Prozesse nehmen, die durch die Maschine ausgeführt werden.
Datenverarbeitungssystemseitig und/oder maschinenseitig kann eine Synchroni sationseinrichtung zur Synchronisierung von Signalen vorgesehen sein. Signale können in unterschiedlicher Zeitauflösung erfasst werden, jedoch ist eine Zeitsyn chronisation vor der Datenübertragung (erfordert zeitsynchrone Signalaufzeich- nung innerhalb des betrachteten Systems durch Sicherstellung exakt gleichlaufen der Uhren) oder nach der Datenübertragung erforderlich. Es können auch Misch formen vorgesehen sein, so dass einzelne Signale vor der Übertragung zueinander zeitlich synchron sind und weitere Signale erst in einem nachfolgenden Prozess zur Zeitsynchronisation nach der Übertragung synchronisiert werden. Auch eine Clus- terbildung ist vorstellbar. Es kann mehrere Signalgruppen geben, innerhalb derer einzelne Signale zueinander zeitlich synchron sind.
Das Datenverarbeitungssystem kann in einer Cloudumgebung realisiert sein. Da bei kann es sich um eine Internet Cloud oder um eine Edge-Cloud on-premise (dezentralisierte Datenverarbeitung am Rand eines Verbunds) handeln.
Wie oben bereits erwähnt, kann ein Signalcluster mit mehreren zeitsynchronen Signalen vorgesehen sein. Es kann eine Maschinensteuerung vorgesehen sein, auf die das Datenverarbei tungssystem einwirkt. Dabei kann das Datenverarbeitungssystem direkt auf die Maschinensteuerung einwirken oder über eine oben erwähnte Erfassungs- und Da tenübertragungseinheit. Eine Einwirkung auf mehrere Maschinensteuerungen ist ebenfalls denkbar.
Es kann ein Speicher zur Speicherung von Signalmustern, Fehlerbildern und/oder Datenmodellen vorgesehen sein, der mit dem Datenverarbeitungssystem verbun den ist. Auf Grundlage der gespeicherten Daten kann ein Vergleich mit den erfass ten und übertragenen Daten erfolgen. Dadurch können Fehler in Echtzeit erkannt werden.
Die erfassten Signale werden möglichst hochfrequent abgetastet und bei Ana logsignalen möglichst fein aufgelöst/quantisiert. Bei ausreichender
Systemkenntnis ist eine adaptive Anpassung (sowohl Reduktion als auch Erhö hung) von Datenrate und Auflösung einzelner Signale denkbar. Diese Anpassung kann abhängig vom aktuellen oder zukünftigen geplanten Betriebszustand sein. Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden detaillierten Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, anhand der Figuren der Zeichnung, die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigt, sowie aus den Ansprüchen. Die dort gezeigten Merkmale sind nicht notwendig maßstäblich zu verstehen und derart dargestellt, dass die erfindungsgemäßen Besonderheiten sichtbar gemacht werden können. Die verschiedenen Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen bei Varianten der Erfindung verwirklicht sein.
In der schematischen Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung darge- stellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Systems;
Fig. 2 eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Systems;
Fig. 3 ein Flussdiagramm zur Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfah rens.
Die Figur 1 zeigt eine erste Ausführungsform eines Systems 10 zur Früherkennung und Reaktion auf Fehler in einer Maschine 11. Die Maschine 11 kann beispielsweise als Werkzeugmaschine ausgebildet sein. Die Maschine 11 weist Erfassungseinrich tungen 12, 13, 14 zur Auffassung von maschineninternen Signalen auf. Bei den Erfassungseinrichtungen 12 bis 14 kann es sich um Sensoren und/oder Steuerun gen und/oder Antriebe der Maschine 11 handeln. Die Signale der Erfassungsein richtungen 12 bis 14 können über eine Datenübertragungsschnittstelle 15, die zur
breitbandigen Übertragung der erfassten maschineninterne Signale ausgebildet ist, übertragen werden.
Weiterhin weist das System 10 maschinenexterne Erfassungseinrichtungen 17, 18 zur Erfassung von maschinenexternen Signalen auf. Bei den Erfassungseinrichtun gen 17, 18 kann es sich beispielsweise um Mikrofone oder Kameras handeln. Die externen Erfassungseinrichtungen 17, 18 können jeweils eine Datenübertragungs schnittstelle 19, 20 zur breitbandigen Übertragung des erfassten maschinenexter nen Signals aufweisen.
Die erfassten Signale können über einen breitbandigen Übertragungskanal 23 an ein Datenverarbeitungssystem 21 übertragen werden, wobei das Datenverarbei tungssystem 21 ebenfalls eine breitbandige Datenübertragungsschnittstelle 22 aufweist. Das Datenverarbeitungssystem 21 ist zur Fehlerdetektion anhand der maschineninternen und maschinenexternen Signale auf Grundlage einer gemein samen Zeitbasis eingerichtet und kann direkt auf die Maschine 11, insbesondere eine Maschinensteuerung 16, einwirken.
Damit die Daten durch das Datenverarbeitungssystem 21 verarbeitet und ausge- wertet werden können, müssen diese eine gemeinsame Zeitbasis aufweisen. Um die erfassten Signale zu synchronisieren kann einerseits eine maschinenseitige Synchronisationseinrichtung 24 vorgesehen sei. Andererseits kann datenverarbei tungssystemseitig eine Synchronisationseinrichtung 25, die eine nicht dargestellte Datenübertragungsschnittstelle aufweisen kann, vorgesehen sein. Dabei ist es auch denkbar, dass einige Signale maschinenseitig synchronisiert werden und an dere Signale datenverarbeitungssystemseitig synchronisiert werden. In einem Speicher 27 können beispielsweise Signalmuster, Fehlerbilder und/oder Datenmo delle abgelegt sein, anhand derer das Datenverarbeitungssystem 21 eine Daten verarbeitung und Analyse sowie Fehlererkennung durchführen kann. Das Daten- Verarbeitungssystem 21 ist in einer Cloudumgebung 26 realisiert.
Die Figur 2 zeigt eine alternative Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Sys tems 110. Auf Seiten der Maschine 111 sind Erfassungseinrichtungen 112, 113,
116 bis 118 vorgesehen, wobei die Erfassungseinrichtungen 112, 113, 116 ma schinenintern sein können, während die Erfassungseinrichtungen 117, 118 ma schinenextern sein können. Bei den Erfassungseinrichtungen 117, 118 kann es sich beispielsweise um ein Mikrofon und eine Kamera handeln. Wenn die Erfas- sungseinrichtungen 117, 118 komplett eigenständig sind, benötigen sie eine ei gene (breitbandige) Datenübertragungsschnittstelle. Ansonsten können ihre Daten über eine Erfassungs- und Datenübertragungseinheit 119 erfasst, ggf. aggregiert und dann übertragen werden. Die Erfassungseinrichtung 112 kann beispielsweise als MEMS-Sensor ausgebildet sein. Bei den Erfassungseinrichtungen 113, 116 kann es sich um Maschinensteuerungen handeln.
Die Erfassungseinrichtungen 112, 113, 116 bis 118 kommunizieren mit der zent ralen Erfassungs- und Datenübertragungseinheit 119, die als Sensorbox (-Netz werk) ausgebildet sein kann. Insbesondere kann sie als echtzeitfähige externe Da- tenerfassungseinheit mit mindestens einer physikalischen Kommunikationsschnitt stelle und insbesondere einer Datenspeicherungsfunktionalität ausgebildet sein. Die Erfassungs- und Datenübertragungseinheit 119 weist eine Schnittstelle zur breitbandigen Signalübertagung auf. Diese Schnittstelle kann die breitbandige Da- tenübertagungsschnittstelle der Maschine 111 darstellen.
Maschinenseitig kann eine Unterteilung in eine Sensor-Aktorebene 120 und Kom munikationsebene 121 vorgesehen sein, wobei auf letzterer eine Datensammlung und -Vorverarbeitung erfolgen kann. Die zentrale Erfassungs- und Übertragungseinheit 119 kann über einen breitban digen Datenübertragungskanal 123 mit einem cloudbasierten Datenverarbeitungs system 122 kommunizieren. Dazu weist das Datenverarbeitungssystem 122 eine breitbandige Datenübertragungsschnittstelle auf. In dem Datenverarbeitungssys tem 122 können die übertragenen Signale und Daten anhand von vorgegebenen Algorithmen, Populationsdiagnose, Domainwissen, etc. analysiert und verarbeitet werden. Insbesondere können auf diese Art und Weise Fehler detektiert werden.
Der Datenübertragungskanal 123 kann bidirektional ausgebildet sein, so dass über das Datenverarbeitungssystem 122 eine direkte Einwirkung auf die Maschine 111 erfolgen kann. Insbesondere können dazu Daten an die zentrale Erfassungs- und Datenübertragungseinheit 119 und von in dieser an die Steuerungen 113, 116 übergeben werden. Auf diese Art und Weise kann ein direkter Eingriff in die Ma schine 111 erfolgen. Alternativ oder zusätzlich ist denkbar, dass ein weiterer Da tenübertragungskanal 126 vorgesehen ist, über den ein direkter Eingriff in eine Steuerung 113 erfolgen kann. Damit eine Datenanalyse durchgeführt werden kann, muss eine gemeinsame Zeit basis geschaffen werden. Dies ist durch die mit Pfeilen markierte Bereiche 124, 125 angedeutet. Im Bereich 124 kann eine harte Echtzeitsynchronisation erfolgen. Insbesondere können Signale zeitsynchron erfasst werden. Im Bereich 125 ist eine harte Echtzeitsynchronisation nicht zwingend erforderlich, aber eine Zeitinforma- tion zu den Signalen ist notwendig, damit nach der Datenübertragung eine zeitliche Synchronisation durchgeführt werden kann.
Wenn auf der Maschine 111 beispielsweise ein Laserschneidprozess durchgeführt wird, kann bei Erkennen eines Fehlers ein Abbruch des Schneidprozesses nach der nächsten zu schneidenden Kontur bewirkt werden. Alternativ kann ein definierter Abbruch auf einer Schneidkontur bewirkt werden. Weiterhin ist es denkbar, dass das Datenverarbeitungssystem 122 aktiv in die Achsregelung der Maschine 11 ein greift oder die Parameter für den Laserbearbeitungsprozess anpasst. Die Figur 3 zeigt ein Flussdiagramm zur Darstellung des erfindungsgemäßen Ver fahrens. Im Verfahrensschritt 200 werden maschineninterne Signale und maschi nenexterne Signale erfasst.
Im Schritt 201 erfolgt eine breitbandige Übertragung der erfassten Signale an ein Datenverarbeitungssystem. Im Schritt 202 erfolgt eine Fehlerdetektion durch das Datenverarbeitungssystem anhand der übertragenen Signale auf Grundlage einer gemeinsamen Zeitbasis.
Im Schritt 203 erfolgt ein direkter Eingriff durch das Datenverarbeitungssystem in die Maschine bei Erkennen eines Fehlers oder die Ausgabe einer Fehlermeldung.