Beschreibung
Verfahren und System zum Bereitstellen einer kontextabhängigen Wissensbasis zum
Plausibilisieren mindestens einer Wahrnehmungsfunktion
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein System zum Bereitstellen einer kontextabhängigen Wissensbasis zum Plausibilisieren mindestens einer Wahrnehmungsfunktion. Ferner betrifft die Erfindung ein Fahrzeug und einen Backendserver.
Es ist bekannt, eine Wissensbasis auf Grundlage einer manuellen Wissensmodellierung aus vorhandenem Wissen in Form von beispielsweise Graphen zu erzeugen und ausgehend hiervon Hypothesen über ein Umfeld oder Objekte zu bilden. Dies kann beispielsweise bei der Klassifikation und der Objekterkennung eingesetzt werden. Hierbei ist jedoch problematisch, dass alle relevanten semantischen Beziehungen manuell modelliert werden müssen. Ferner ist bekannt, Wissen in Form von klassenspezifischen Belegungskarten (auch als Heatmaps bezeichnet) aus Datensätzen zu erzeugen und hierauf basierend eine Gewichtung einer Entscheidung, beispielsweise bei einer semantischen Segmentierung, vorzunehmen. Das Erstellen und Nutzen von Belegungskarten ist jedoch datensatzspezifisch, sodass die
Belegungskarten kontextabhängig stark voneinander abweichen können. Weiter ist bekannt, Verfahren des Maschinenlernens zu verwenden, um Muster aus einem Datensatz zu extrahieren und die extrahierten Muster anschließend zum Steigern der Leistungsfähigkeit einer Funktion zu verwenden, z.B. beim Extrahieren von Formen oder Funktionen beim
zweidimensionalen oder dreidimensionalen Kartieren von Objekten. Auch hier sind die extrahierten Muster sehr stark abhängig von dem beim Training verwendeten Datensatz.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren und ein System zum Bereitstellen einer kontextabhängigen Wissensbasis zum Plausibilisieren mindestens einer
Wahrnehmungsfunktion zu verbessern.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 1 und ein System mit den Merkmalen des Patentanspruchs 13 gelöst. Ferner wird die Aufgabe durch ein Fahrzeug mit den Merkmalen des Patentanspruchs 14 und ein Backendserver mit den Merkmalen des Patentanspruchs 19 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Insbesondere wird ein Verfahren zum Bereitstellen einer kontextabhängigen Wissensbasis zum Plausibilisieren mindestens einer Wahrnehmungsfunktion zur Verfügung gestellt, wobei Teilnehmer einer Fahrzeugflotte lokal jeweils mindestens eine Wahrnehmungsfunktion ausführen und mindestens ein kontextabhängiges Wssensdatum auf Grundlage zumindest einer Ausgabe der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion erzeugen, wobei die erzeugten kontextabhängigen Wssensdaten von den Teilnehmern der Fahrzeugflotte an einen
Backendserver übermittelt werden, wobei die übermittelten kontextabhängigen Wssensdaten auf dem Backendserver gesammelt und inhaltlich miteinander abgeglichen werden, wobei auf Grundlage eines Abgleichergebnisses eine kontextabhängige Wissensbasis erzeugt oder aktualisiert wird, wobei die erzeugte oder aktualisierte kontextabhängige Wssensbasis an die Teilnehmer der Fahrzeugflotte übermittelt wird, und wobei die übermittelte kontextabhängige Wssensbasis von den Teilnehmern lokal zum Plausibilisieren und/oder Unterstützen der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion eingesetzt wird.
Ferner wird insbesondere ein System zum Bereitstellen einer kontextabhängigen Wissensbasis zum Plausibilisieren mindestens einer Wahrnehmungsfunktion geschaffen, umfassend
Steuereinrichtungen von Teilnehmern einer Fahrzeugflotte, und einen Backendserver, wobei die Steuereinrichtungen jeweils derart ausgebildet sind, kontextabhängig mindestens ein kontextabhängiges Wssensdatum auf Grundlage zumindest einer Ausgabe mindestens einer lokal von dem Teilnehmer ausgeführten Wahrnehmungsfunktion zu erzeugen und das erzeugte mindestens eine kontextabhängige Wissensdatum an den Backendserver zu übermitteln, wobei der Backendserver derart ausgebildet ist, die von den Teilnehmern übermittelten Wssensdaten zu sammeln und inhaltlich miteinander abzugleichen und auf Grundlage eines
Abgleichergebnisses eine kontextabhängige Wssensbasis zu erzeugen oder zu aktualisieren, und die erzeugte oder aktualisierte kontextabhängige Wssensbasis an die Teilnehmer der Fahrzeugflotte zu übermitteln, und wobei die Steuereinrichtungen ferner jeweils derart ausgebildet sind, die übermittelte kontextabhängige Wssensbasis lokal zum Plausibilisieren und/oder Unterstützen der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion einzusetzen.
Das Verfahren und das System ermöglichen es, eine verbesserte kontextabhängige
Wssensbasis bereitzustellen, mit der die mindestens eine Wahrnehmungsfunktion plausibilisiert bzw. überprüft werden kann. Dies erfolgt, indem das Wssen für die Wssensbasis flottenbasiert erzeugt wird. Teilnehmer einer Fahrzeugflotte führen lokal jeweils mindestens eine
Wahrnehmungsfunktion aus und erzeugen mindestens ein kontextabhängiges Wssensdatum auf Grundlage zumindest einer Ausgabe der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion. Die
erzeugten kontextabhängigen Wissensdaten werden von den Teilnehmern der Fahrzeugflotte an einen Backendserver übermittelt. Dort werden die übermittelten kontextabhängigen
Wssensdaten gesammelt. Die gesammelten kontextabhängigen Wissensdaten werden im Backendserver inhaltlich miteinander abgeglichen, das heißt insbesondere zusammengeführt. Auf Grundlage eines Abgleichergebnisses wird eine kontextabhängige Wissensbasis erzeugt, wenn noch keine Wissensbasis vorhanden ist, oder eine bereits vorhandene kontextabhängige Wssensbasis wird auf Grundlage der aktuell übermittelten kontextabhängigen Wissensdaten und deren Abgleich aktualisiert. Das Aktualisieren umfasst hierbei insbesondere ein Erweitern der kontextabhängigen Wssensbasis. Die kontextabhängige Wssensbasis umfasst
insbesondere eine Menge aus zusammengeführten kontextabhängigen Wssensdaten. Die erzeugte oder aktualisierte kontextabhängige Wssensbasis wird von dem Backendserver an die Teilnehmer der Fahrzeugflotte übermittelt. Die übermittelte kontextabhängige Wssensbasis wird von den Teilnehmern lokal zum Plausibilisieren und/oder Unterstützen der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion eingesetzt.
Ein Vorteil der Erfindung ist, dass eine kontextabhängige Wssensbasis flottenbasiert erzeugt und aktualisiert werden kann. Hierdurch ist das von der Wssensbasis umfasste Wssen vom Umfang her nicht begrenzt und kann darüber hinaus fortlaufend und kontextabhängig auf dem aktuellen Stand gehalten und erweitert werden. Das Aktualisieren und Erweitern kann hierbei automatisiert erfolgen. Weiterhin wird durch die Erstellung der Wssensbasis durch die Flotte sichergestellt, dass nur durch Flottenteilnehmer erfahrbares Wssen in der Wissensbasis gespeichert wird.
Ein Kontext bzw. der Begriff kontextabhängig soll insbesondere bedeuten, dass das
Wssensdatum für einen bestimmten Kontext erzeugt bzw. gültig ist. Der Kontext kann hierbei einen örtlichen (z.B. in Form von Koordinaten, oder durch einen infrastrukturellen oder geographischen Bezug), zeitlichen (z.B. Zeitpunkt, Tag, Wochentag, Woche, Jahreszeit), situationsbezogenen (z.B. Dorf, Stadt, Land, Parkplatz), witterungsbezogenen (z.B.
Sonnenschein, Regen, Schnee, Nebel, Wnd) und/oder verkehrsbezogenen (z.B. wenig Verkehr, dichter Verkehr, Stau, viele unterschiedliche Verkehrsteilnehmer, Ampelphase) Zusammenhang umfassen. Prinzipiell ist es auch möglich, andere Kontextdimensionen zu berücksichtigen, insbesondere auch Dimensionen, zu denen der Mensch keinen intuitiven Zugang hat, sondern welche lediglich mittels Verfahren des Maschinenlernens ermittelt werden können. Ein Kontext zu einem Wssensdatum kann beispielsweise aus mittels mindestens eines Sensors erfassten Sensordaten eines aktuellen Umfelds des Teilnehmers der Fahrzeugflotte
und/oder unter Berücksichtigung von Daten aus anderen Quellen (Wetterdienst etc.) abgeleitet werden, beispielsweise mittels einer Kontexterkennungseinrichtung.
Eine Wahrnehmungsfunktion bezeichnet insbesondere eine Funktion, die zur Umfelderfassung und/oder -Interpretation ausgeführt wird. Die Wahrnehmungsfunktion kann beispielsweise einer semantischen Segmentierung, einer Objekterkennung und/oder einer Vorhersage eines Verhaltens von anderen Verkehrsteilnehmern dienen. Die Wahrnehmungsfunktion kann beispielsweise auf Grundlage eines trainierten tiefen Neuronalen Netzes und/oder auf
Grundlage eines Bayesschen Netzes realisiert sein. Prinzipiell kann eine
Wahrnehmungsfunktion aber auch anders realisiert sein. Die Wahrnehmungsfunktion wird beispielsweise mittels einer Steuereinrichtung eines Teilnehmers der Fahrzeugflotte
bereitgestellt. Der Wahrnehmungsfunktion, insbesondere der Steuereinrichtung, werden hierzu insbesondere Sensordaten zugeführt, die mittels mindestens eines Sensors des Teilnehmers der Fahrzeugflotte erfasst wurden. Ein Sensor kann hierbei beispielsweise eine Kamera, ein Lidarsensor, ein Radarsensor oder ein Ultraschallsensor sein. Die Wahrnehmungsfunktion wird auf den erfassten Sensordaten ausgeführt und stellt ausgehend von den Sensordaten ein Ergebnis bzw. eine Ausgabe (z.B. eine semantische Segmentierung, eine Objekterkennung etc.) bereit. Das Ergebnis bzw. die Ausgabe der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion wird anschließend insbesondere einer automatisierten Fahrfunktion zugeführt, welche ausgehend von dem Ergebnis bzw. der Ausgabe den Teilnehmer der Fahrzeugflotte, insbesondere ein zumindest teilautomatisiert fahrendes Fahrzeug, steuert.
Die zum Erzeugen des mindestens einen Wissensdatums verwendete mindestens eine Wahrnehmungsfunktion kann prinzipiell eine andere Wahrnehmungsfunktion sein als die mittels der kontextabhängigen Wissensbasis plausibilisierte bzw. überprüfte mindestens eine
Wahrnehmungsfunktion. Idealerweise sind die Wahrnehmungsfunktionen jedoch die gleichen.
Ein kontextabhängiges Wissensdatum bezeichnet insbesondere einen kontextabhängigen Zusammenhang, das heißt eine Beziehung zwischen Objekten und/oder Umfeldeigenschaften in einem bestimmten Kontext. Das kontextabhängige Wissensdatum bzw. kontextabhängige Wissensdaten können insbesondere in Form von Belegungskarten, Objektvorkommen, Objektbeziehungen, Objekteigenschaften und/oder Verhaltensweisen der Objekte erzeugt werden. Einfach ausgedrückt soll das kontextabhängige Wissensdatum bzw. die
kontextabhängigen Wissensdaten eine Aussage darüber geben bzw. ermöglichen, in welchem Kontext welches Umfeld mit welchen Objekten und deren Objekteigenschaften etc.
typischerweise zu erwarten ist.
Eine Belegungskarte gibt beispielsweise an, wie wahrscheinlich in bestimmten Bereichen des Umfelds das Vorhandensein von bestimmten Objekten (z.B. Fußgänger oder Verkehrsschilder) ist. Zum Beispiel ist es im Bereich einer Straßenüberquerung oder einem Zebrastreifen wahrscheinlicher, dass Fußgänger auf der Fahrbahn anzutreffen sind, als auf der Fahrbahn einer Autobahn.
Objektvorkommen geben allgemein an, welche Objekte bzw. welche Arten oder Klassen von Objekten in einem Kontext Vorkommen können. Im vorangegangenen Beispiel würde beispielsweise im Kontext einer Autobahn das Objekt Fußgänger nicht Vorkommen bzw. mit einer äußerst geringen Wahrscheinlichkeit verknüpft werden. Das Objekt Kraftfahrzeug würde hingegen als äußerst wahrscheinlich erachtet werden.
Objektbeziehungen geben Zusammenhänge zwischen verschiedenen oder gleichartigen Objekten bzw. Zusammenhänge innerhalb oder zwischen Objektklassen an, insbesondere ein gemeinsames Auftreten von Objekten in einem bestimmten Kontext. Beispiele hierfür sind die folgenden Aussagen: eine Person hat Beine, an einer Bushaltestelle sind Personen anzutreffen oder an einem Zebrastreifen sind Personen anzutreffen.
Objekteigenschaften bezeichnen beispielsweise typischerweise auftretende Farben, Formen, Reflexionseigenschaften oder Relationen zwischen Klassen (Person auf fahrendem Fahrrad, LKWs sind größer als Fußgänger, Kinder bewegen sich schneller als Bäume) von Objekten.
Verhaltensweisen bezeichnen ein typisches Verhalten von Objekten in einem bestimmten Kontext. Zum Beispiel kann von einem Fußgänger an einem Zebrastreifen mit hoher
Wahrscheinlichkeit erwartet werden, dass der Fußgänger die Straße überqueren will bzw. überqueren wird. Ein weiteres Beispiel ist die Annahme einer kontinuierlichen/sich ändernden Geschwindigkeit eines Kraftfahrzeugs oder eines Fußgängers etc. Ein anderes Kraftfahrzeug auf einer Rechtsabbiegerspur wird beispielsweise mit hoher Wahrscheinlichkeit rechts abbiegen usw.
Ein Teilnehmer der Fahrzeugflotte ist insbesondere ein Fahrzeug, insbesondere ein
Kraftfahrzeug. Das Fahrzeug ist insbesondere ein zumindest teilautomatisiert fahrendes Fahrzeug, das heißt in dem Fahrzeug wird zumindest eine (teil-)automatisierte Fahrfunktion ausgeführt. Ein Teilnehmer kann prinzipiell jedoch ein anderes Land-, Wasser-, Luft- oder Raumfahrzeug sein, das mit anderen Teilnehmern eine Fahrzeugflotte bildet.
Die Steuereinrichtungen der Teilnehmer und der Backendserver kommunizieren insbesondere über hierfür ausgebildete Kommunikationsschnittstellen und eine Kommunikationsverbindung. Dies ist insbesondere eine drahtlose Kommunikationsverbindung (WLAN, 4G, 5G,...). Die kontextabhängigen Wissensdaten und die kontextabhängige Wssensbasis werden
beispielsweise in Form von Datenpaketen übermittelt.
Teile der Steuereinrichtungen können einzeln oder zusammengefasst als eine Kombination von Hardware und Software ausgebildet sein, beispielsweise als Programmcode, der auf einem Mikrocontroller oder Mikroprozessor ausgeführt wird. Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass Teile einzeln oder zusammengefasst als anwendungsspezifische integrierte Schaltung (ASIC) ausgebildet sind.
Das Übermitteln des mindestens einen kontextabhängigen Wissensdatums von den
Teilnehmern an den Backendserver erfolgt insbesondere in zeitlichen und/oder örtlichen Intervallen und/oder in Abhängigkeit eines Fortschritts beim Erzeugen der kontextabhängigen Wssensdaten, insbesondere in Abhängigkeit einer Anzahl und/oder einer Datenmenge der erzeugten kontextabhängigen Wissensdaten.
Das Abgleichen der an den Backendserver übermittelten kontextabhängigen Wssensdaten erfolgt insbesondere durch Konsolidierung der kontextabhängigen Wssensdaten. Hierzu kann insbesondere eine Verrechnung der einzelnen Wssensdaten miteinander erfolgen,
beispielsweise durch eine Mittelwertbildung und/oder einer Abbildung der Zusammenhänge über statistische Verteilungen und/oder Erwartungswerte etc. Insbesondere kann das
Abgleichen bzw. die Konsolidierung der Wssensdaten Korrelationsanalysen umfassen, auf Grundlage derer eine Generalisierung der Wssensdaten erfolgt. Die Korrelationsanalyse beantwortet hierbei die Frage, welche Konstellationen aus Objekten und/oder
Umfeldeigenschaften etc. gleichzeitig auftreten (positive Korrelation) bzw. nicht gleichzeitig (negative Korrelation) auftreten. Werden die entsprechenden Korrelationen in Wssensdaten mehrerer Teilnehmer festgestellt, so werden die dahinterliegenden Zusammenhänge generalisiert. Einfach ausgedrückt sollen nach dem Durchführen des Abgleichs als
Abgleichergebnis über die Teilnehmer der Fahrzeugflotte gemittelte bzw. verallgemeinerte Zusammenhänge zwischen Objekten und/oder Umfeldeigenschaften etc. für die betrachteten Kontexte zur Verfügung stehen. Aus dem Abgleichergebnis, das heißt aus den gemittelten Zusammenhängen, wird dann die kontextabhängige Wssensbasis erzeugt bzw. die
kontextabhängige Wssensbasis wird aktualisiert. Beim Aktualisieren kann insbesondere
vorgesehen sein, dass eine bereits vorhandene kontextabhängige Wissensbasis beim
Abgleichen berücksichtigt wird.
Es ist beim Abgleichen auf dem Backendserver insbesondere auch möglich, dass ein von einem Teilnehmer übermitteltes Wssensdatum verworfen wird, das heißt beim Erzeugen und/oder Aktualisieren der kontextabhängigen Wssensbasis nicht berücksichtigt wird. Dies ist insbesondere der Fall, wenn das Wissensdatum weit abseits von gemittelten sonstigen
Wssensdaten liegt und daher eine Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass ein Sensorfehler und/oder Messfehler und/oder ein Übertragungsfehler Vorgelegen hat. Ob ein Wissensdatum zu verwerfen ist, kann beispielsweise statistisch ermittelt werden. Für ein einfaches Beispiel, in dem kontextabhängige Wssensdaten Werte umfassen, die statistisch einer Normalverteilung folgen, kann ein Wssensdatum beispielsweise dann verworfen werden, wenn es außerhalb eines vorgegebenen Bereichs (z.B. zweimal oder dreimal die Standardabweichung) dieser Normalverteilung liegt.
Die erzeugte oder aktualisierte kontextabhängige Wssensbasis wird auf Seiten der Teilnehmer der Fahrzeugflotte zum Plausibilisieren und/oder Unterstützen der mindestens einen
Wahrnehmungsfunktion verwendet. Dies bedeutet insbesondere, dass ein Ergebnis der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion auf Grundlage der kontextabhängigen Wissensbasis plausibilisiert wird. Andererseits können beispielsweise auch vor einer Anwendung der
Wahrnehmungsfunktion bereits Parameter der Wahrnehmungsfunktion auf Grundlage der kontextabhängigen Wssensbasis ausgewählt und/oder eingestellt werden, sodass die mindestens eine Wahrnehmungsfunktion in einem aktuellen Kontext unterstützt wird. Ist die Wahrnehmungsfunktion beispielsweise eine Funktion zum Erkennen von Fußgängern in vom Umfeld erfassten Kamerabildern, so kann eine Unterstützung dadurch erfolgen, dass auf Grundlage der kontextabhängigen Wissensbasis ein Bereich identifiziert wird, in dem
üblicherweise Fußgänger anzutreffen sind. Die Wahrnehmungsfunktion kann dann diesen Bereich mit besonders großer Auflösung auswerten. Es können auch kontextabhängig geänderte Eigenschaften der Fußgänger gesucht werden, um Fußgänger im Umfeld zu identifizieren. Umfasst der aktuelle Kontext beispielsweise Regenwetter, so kann für Fußgänger aus der kontextabhängigen Wssensbasis extrahiert werden, dass Fußgänger aufgrund von aufgespannten Regenschirmen kontextabhängig etwa einen halben Meter größer sind als bei trockenem Wetter. Es können beispielsweise auch gezielt Suchaufträge für Fußgänger in bestimmten Bereichen des Umfelds auf Grundlage der kontextabhängigen Wssensbasis vorgegeben werden (z.B.„finde Fußgänger/Objekt y in Bereich x“). Die Wahrnehmungsfunktion
wird dann entsprechend angepasst bzw. ein Ergebnis der Wahrnehmungsfunktion entsprechend plausibilisiert.
Es ist hierbei insbesondere vorgesehen, dass für ein Ergebnis der mindestens einen
Wahrnehmungsfunktion auf Grundlage der kontextabhängigen Wissensbasis ein
Plausibilisierungswert berechnet wird. Dieser Plausibilisierungswert kann anschließend dazu verwendet werden, das Ergebnis der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion zu bewerten. Ein Plausibilisierungswert gibt hierbei insbesondere an, wie plausibel ein Ergebnis bzw. eine Ausgabe der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion in dem gegebenen Kontext ist, das heißt insbesondere wie hoch eine Wahrscheinlichkeit für die (statistische oder aus einer Historie abgeleitete) Richtigkeit des Ergebnisses bzw. der Ausgabe in dem gegebenen Kontext ist. Auf Grundlage des Plausibilisierungswertes kann beispielsweise entschieden werden, dass einem Ergebnis der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion vertraut werden kann oder dass das Ergebnis verworfen werden sollte. Dies erfolgt beispielsweise durch Vergleich des bestimmten, insbesondere berechneten, Plausibilisierungswertes mit einem (Mindestplausibilitäts- )Schwellenwert. Wird der Schwellenwert nicht erreicht, so kann das Ergebnis der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion verworfen werden oder beispielsweise mit einer geringeren Gewichtung bei einer anschließenden Weiterverarbeitung, insbesondere beim Ausführen einer automatisierten Fahrfunktion eines Fahrzeugs, berücksichtigt werden. Insbesondere bei Verwendung des Ergebnisses der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion zur Realisierung einer automatisierten Fahrfunktion kann hierdurch eine Sicherheit gesteigert werden.
Es ist daher in einer Ausführungsform vorgesehen, dass die kontextabhängige Wissensbasis beim Plausibilisieren dazu verwendet wird, einen Plausibilisierungswert für ein von der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion bereitgestelltes Ergebnis zu bestimmen.
In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass ein Plausibilisierungsergebnis der
Plausibilisierung, insbesondere in Form des bestimmten Plausibilisierungswertes, beim
Festlegen und/oder Einstellen mindestens eines Parameters einer Fahrstrategie und/oder einer Manöverplanung eines Teilnehmers der Fahrzeugflotte berücksichtigt wird. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass der mindestens eine Parameter eine Art der Fahrstrategie und/oder der Manöverplanung betrifft. Beispielsweise kann der Parameter festgelegen, ob die Fahrstrategie defensiver oder offensiver ausfällt. Hierzu wird beispielsweise ein entsprechendes Steuersignal oder ein entsprechender Steuerbefehl erzeugt und bereitgestellt, das bzw. der den Parameter für die Fahrstrategie in Abhängigkeit des Plausibilisierungsergebnisses festlegt und/oder
einstellt. Eine Manöverplanung kann beispielsweise hinsichtlich eines Komforts oder einer „Sportlichkeit“ verändert werden.
In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass zum Unterstützen vor Anwenden der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion Parameter der mindestens einen
Wahrnehmungsfunktion ausgehend von der kontextabhängigen Wissensbasis ausgewählt und/oder eingestellt werden. Beispiele für diese Ausführungsform wurden bereits voranstehend beschrieben.
In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass eine Relevanz der an den Backendserver übermittelten kontextabhängigen Wissensdaten mittels des Backendservers bewertet wird. Hierdurch kann das Abgleichen verbessert werden, da beispielsweise nur Wissensdaten berücksichtigt werden, die eine bestimmte Bewertung erreichen. Im Rahmen der Bewertung kann beispielsweise eine gesetzliche oder konventionelle Regeltreue beurteilt werden. Ferner kann auch eine ethische Bewertung erfolgen.
Grundlagen für eine solche Bewertung können hierbei insbesondere sein:
Regulatorische Vorgaben (zu erreichende Minimalgüte wird vorgeschrieben und es wird jedes Wissen als relevant bewertet, das eine erwartete Steigerung der funktionalen Güte herbeiführt);
Latenzanforderungen (man erlaubt eine maximale Wissensrepräsentation, die in jedem Kontext eine Plausibilisierung in einer gegebenen Maximallatenz erlaubt);
Nutzbarkeitsanforderungen (nur solche Wissensdaten werden genutzt, die in einer Minimalmenge an Plausibilisierungsvorgängen Vorkommen);
Generalitätsanforderungen (lediglich solches Wissen wird als relevant erachtet, das für eine Minimalmenge an verschiedenen Situationen relevant ist);
Ethische Anforderungen (bestimmtes Wissen kann, wenngleich es potentiell faktisch korrekt ist, negativen Bias in das Verhalten von Systemen bringen - solches Wissen sollte keinen Plausibilisierungseinfluss haben).
In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass eine Richtigkeit der an den Backendserver übermittelten kontextabhängigen Wissensdaten mittels des Backendservers bewertet wird. Das Bewerten der Richtigkeit soll hierbei insbesondere ein Überprüfen einer logischen Konsistenz der kontextabhängigen Wissensdaten umfassen. Hierbei kann die logische Konsistenz beispielsweise auf Grundlage von physikalischen Gesetzen und/oder von Verkehrsregeln
und/oder sonstigen Verhaltenskonventionen und gesellschaftlichen Regelsystemen geprüft werden.
Grundlagen für eine solche Bewertung können hierbei insbesondere sein:
- Weltwissen: es kann für bestimmte Wissensdaten eine Bewertung durch vorhandenes regelbasiertes Wissen verwendet werden; dies gilt insbesondere für physikalisches, geometrisches oder verkehrsregelbezogenes Wissen;
Experteneinschätzungen: bestimmte, interpretierbare Wissensdaten sind eventuell nicht durch bestehendes regelbasiertes Wissen abdeckbar, aber durch Experten durchaus bewertbar; solche Experten können sein: Juristen, staatliche Autoritäten, Wissenschaftler, Techniker (Ingenieure, Computer-Vision-Experten etc.), Ethikkommissionen etc.;
Evaluationen auf einer großen Basis von Trainingsdaten oder Flottenerfahrungen;
Logik (Anwendungen von logischen Operationen wie Verknüpfungen, logischem
Schließen, Generalisieren oder Spezialisieren).
In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das von den Teilnehmern lokal erzeugte mindestens eine kontextabhängige Wissensdatum lokal zum Plausibilisieren und/oder
Unterstützen mindestens einer Wahrnehmungsfunktion eingesetzt wird. Hierdurch können von den einzelnen Teilnehmern lokal gesammelte kontextabhängige Wissensdaten bereits zum Plausibilisieren und/oder Unterstützen der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion eingesetzt werden. Dies verbessert bereits ohne die vom Backendserver abgeglichene bzw. konsolidierte kontextabhängige Wissensbasis eine Leistungsfähigkeit der mindestens einen
Wahrnehmungsfunktion.
Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Teilnehmer der Fahrzeugflotte auf Grundlage des mindestens einen erzeugten Wissensdatums lokal eine kontextabhängige Wissensbasis erzeugen oder aktualisieren und diese zum Überprüfen und/oder Unterstützen der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion verwenden.
In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass kontextabhängige Wissensdaten von den Teilnehmern der Fahrzeugflotte in Abhängigkeit eines Grades annotiert werden, mit dem diese zu einer Leistungssteigerung der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion und/oder zur Plausibilisierung der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion beigetragen haben, wobei zumindest Annotationen, die einen vorgegebenen Schwellenwert überschreiten, an den Backendserver übermittelt werden. Annotieren soll hierbei insbesondere bedeuten, dass ein kontextabhängiges Wissensdatum mit einem Wert verknüpft wird, der repräsentativ ist für den
Grad, mit dem diese zu einer Leistungssteigerung der mindestens einen
Wahrnehmungsfunktion und/oder zur Plausibilisierung der mindestens einen
Wahrnehmungsfunktion beigetragen hat. Hierdurch kann eine Bewertung der in der
kontextabhängigen Wissensbasis gespeicherten kontextabhängigen Wissensdaten nach ihrer Relevanz bzw. einem Unterstützungsgrad für die mindestens eine Wahrnehmungsfunktion durchgeführt werden. Die kontextbasierte Wissensbasis kann hierdurch schrittweise verbessert werden, da nicht relevante kontextabhängige Wissensdaten, die keine oder nur eine geringe Steigerung der Leistungsfähigkeit der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion ermöglichen entfernt werden können zugunsten von kontextabhängigen Wissensdaten, die eine
Leistungssteigerung ermöglichen. Im einfachsten Fall wird lediglich annotiert, ob ein
kontextabhängiges Wissensdatum zu einer Leistungssteigerung der mindestens einen
Wahrnehmungsfunktion und/oder zur Plausibilisierung der mindestens einen
Wahrnehmungsfunktion beigetragen hat (positive Annotation) oder nicht (negative Annotation). Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass zum Bewerten weitere Zwischenstufen vorgesehen sind.
Es kann ferner vorgesehen sein, dass nur kontextabhängige Wissensdaten an den
Backendserver übertragen werden, für die eine zugehörige Annotation den vorgegebenen Schwellenwert überschreiten. Hierdurch kann bereits eine Vorauswahl getroffen werden, sodass eine Anzahl zu übertragener und abzugleichender kontextabhängiger Wissensdaten reduziert werden kann. Hierdurch können Speicherplatz und ein Datenvolumen bei der
Kommunikation zwischen dem Teilnehmer und dem Backendserver eingespart werden.
In einer weiterbildenden Ausführungsform ist vorgesehen, dass die kontextabhängige
Wissensbasis unter Berücksichtigung der übermittelten Annotationen aktualisiert wird. Hierbei werden insbesondere die kontextabhängigen Wissensdaten bevorzugt berücksichtigt, die einen hohen Grad der Unterstützung ermöglichen.
In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass zum Aktualisieren der kontextabhängigen Wissensbasis eine wahrscheinlichkeitsbasierte Bewertung der kontextabhängigen
Wissensdaten durchgeführt wird. Insbesondere kann dies sämtliche bekannte Verfahren des probabilistischen, das heißt wahrscheinlichkeitsbasierten, Schließens umfassen.
Es kann ferner vorgesehen sein, dass zum Aktualisieren der kontextabhängigen Wissensbasis die kontextabhängigen Wissensdaten mittels Fuzzy Logic ausgewertet bzw. miteinander verknüpft werden.
In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass zum Aktualisieren der kontextabhängigen Wissensbasis eine kontextuelle Verfeinerung der kontextabhängigen Wssensbasis erfolgt. Hierdurch können die kontextabhängigen Wssensdaten noch gezielter für einen bestimmten, nämlich feiner abgegrenzten, Kontext bereitgestellt werden. Die kontextuelle Verfeinerung umfasst hierbei insbesondere die Dimensionen Ort, Zeit, Situation, Wtterung und/oder Verkehr. Prinzipiell ist es auch möglich, andere Kontextdimensionen zu berücksichtigen, insbesondere auch Dimensionen, zu denen der Mensch keinen intuitiven Zugang hat, sondern welche lediglich mittels Verfahren des Maschinenlernens ermittelt werden können.
In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass nur ein ausgewählter Teil der Teilnehmer der Fahrzeugflotte kontextabhängige Wssensdaten erzeugt und an den Backendserver übermittelt. Hierdurch können diese ausgewählten Teilnehmer beispielsweise mit einer verbesserten (und daher in der Regel teureren) Umfeldsensorik und einer erhöhten Kapazität von Datenspeichern ausgestattet werden. Anders ausgedrückt wird dann unterschieden zwischen einer
Extraktionsflotte, deren Teilnehmer die kontextabhängigen Wissensdaten erzeugen, und einer Gesamtflotte, die neben der Extraktionsflotte auch alle anderen Teilnehmer der Fahrzeugflotte umfasst, wobei die anderen Teilnehmer lediglich die kontextabhängige Wissensbasis vom Backendserver bereitgestellt bekommen, selbst jedoch keine kontextabhängigen Wssensdaten erzeugen oder bereitstellen. Insgesamt können hierdurch Ressourcen und Kosten eingespart werden.
Es kann vorgesehen sein, dass der Backendserver mindestens eine Vorgabe an die Teilnehmer der Fahrzeugflotte übermittelt, für welchen Kontext kontextabhängige Wissensdaten erzeugt werden sollen, wobei die Teilnehmer das mindestens eine kontextabhängige Wssensdatum auf Grundlage der übermittelten mindestens einen Vorgabe erzeugen. Beispielsweise können kontextabhängig Wssensdaten nur in solchen Kontexten erzeugt werden, die der Vorgabe des Backendservers entsprechen. Hierdurch können kontextabhängige Wissensdaten gezielt für bestimmte Kontexte, für die beispielsweise in der kontextabhängigen Wssensbasis keine oder nur wenig Wssen vorliegt, erzeugt und gesammelt werden.
Weitere Merkmale zur Ausgestaltung des Systems ergeben sich aus der Beschreibung von Ausgestaltungen des Verfahrens. Die Vorteile des Systems sind hierbei jeweils die gleichen wie bei den Ausgestaltungen des Verfahrens.
Es wird ferner insbesondere auch ein Fahrzeug geschaffen, wobei das Fahrzeug ein
Teilnehmer einer Fahrzeugflotte ist, umfassend eine Steuereinrichtung, wobei die
Steuereinrichtung derart ausgebildet ist, eine von einem Backendserver übermittelte
kontextabhängige Wissensbasis zu empfangen und diese lokal zum Plausibilisieren und/oder Unterstützen von mindestens einer Wahrnehmungsfunktion einzusetzen.
In einer Ausführungsform des Fahrzeugs ist vorgesehen, dass die Steuereinrichtung ferner derart ausgebildet ist, kontextabhängig mindestens ein kontextabhängiges Wssensdatum auf Grundlage zumindest einer Ausgabe mindestens einer lokal im Fahrzeug ausgeführten
Wahrnehmungsfunktion zu erzeugen und das erzeugte mindestens eine kontextabhängige Wssensdatum an den Backendserver zu übermitteln.
In einer Ausführungsform des Fahrzeugs ist vorgesehen, dass die Steuereinrichtung ferner derart ausgebildet ist, die kontextabhängige Wssensbasis beim Plausibilisieren dazu zu verwenden, einen Plausibilisierungswert für ein von der mindestens einen
Wahrnehmungsfunktion bereitgestelltes Ergebnis zu bestimmen.
In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Steuereinrichtung ferner derart ausgebildet ist, ein Plausibilisierungsergebnis der Plausibilisierung, insbesondere in Form des bestimmten Plausibilisierungswertes, beim Festlegen und/oder Einstellen mindestens eines Parameters einer Fahrstrategie und/oder einer Manöverplanung des Fahrzeugs zu berücksichtigen.
In einer weiteren Ausführungsform des Fahrzeugs ist vorgesehen, dass die Steuereinrichtung ferner derart ausgebildet ist, zum Unterstützen vor Anwenden der mindestens einen
Wahrnehmungsfunktion Parameter der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion ausgehend von der kontextabhängigen Wissensbasis auszuwählen und/oder einzustellen.
Die Vorteile des Fahrzeugs sind jeweils die gleichen wie bei den Ausgestaltungen des
Verfahrens. Weitere Merkmale zur Ausgestaltung des Fahrzeugs ergeben sich aus der Beschreibung von Ausgestaltungen des Verfahrens.
Weiter wird insbesondere auch ein Backendserver geschaffen, wobei der Backendserver derart ausgebildet ist, von Teilnehmern einer Fahrzeugflotte übermittelte Wssensdaten zu sammeln und inhaltlich miteinander abzugleichen und auf Grundlage eines Abgleichergebnisses eine kontextabhängige Wissensbasis zu erzeugen oder zu aktualisieren, und die erzeugte oder
aktualisierte kontextabhängige Wissensbasis an die Teilnehmer der Fahrzeugflotte zu übermitteln.
Weitere Merkmale zur Ausgestaltung des Backendservers ergeben sich aus der Beschreibung von Ausgestaltungen des Verfahrens. Die Vorteile des Backendservers sind jeweils die gleichen wie bei den Ausgestaltungen des Verfahrens.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die Figuren näher erläutert. Hierbei zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform des Systems zum Bereitstellen einer kontextabhängigen Wissensbasis zum Plausibilisieren mindestens einer
Wahrnehmungsfunktion;
Fig. 2 ein schematisches Ablaufdiagramm einer Ausführungsform des Verfahrens zum
Verdeutlichen der Verfahrensschritte beim Erzeugen oder Aktualisieren der kontextabhängigen Wssensbasis;
Fig. 3 ein schematisches Ablaufdiagramm einer Ausführungsform des Verfahrens zum
Verdeutlichen der Verfahrensschritte auf Seiten der Teilnehmer.
In Fig. 1 ist eine schematische Darstellung einer Ausführungsform des Systems 1 zum
Bereitstellen einer kontextabhängigen Wssensbasis 20 zum Plausibilisieren mindestens einer Wahrnehmungsfunktion gezeigt. Das System 1 umfasst Steuereinrichtungen 2 in
Kraftfahrzeugen 50, die Teilnehmer 40 einer Fahrzeugflotte 51 bilden, und einen
Backendserver 3.
Die Steuereinrichtungen 2 sind beispielsweise als eine Kombination von Hardware und
Software ausgebildet, beispielsweise als Programmcode, der auf einem Mikrocontroller oder Mikroprozessor ausgeführt wird.
Der Backendserver 3 umfasst eine Recheneinrichtung 4, welche auf eine Speichereinrichtung 5 zugreifen kann.
In den Kraftfahrzeugen 50 wird jeweils mindestens eine Wahrnehmungsfunktion, beispielsweise zur Objekterkennung im jeweils lokalen Umfeld des Kraftfahrzeugs 50, ausgeführt. Die
Wahrnehmungsfunktion kann beispielsweise auf den Steuereinrichtungen 2 ausgeführt werden. Die Steuereinrichtungen 2 erhalten von einer Umfeldsensorik (nicht gezeigt), beispielsweise einer Kamera, erfasste Sensordaten, auf denen die Wahrnehmungsfunktion dann ausgeführt wird. Die Wahrnehmungsfunktion kann beispielsweise Fußgänger in dem Umfeld des
Kraftfahrzeugs erkennen und deren Position bestimmen.
Die Steuereinrichtungen 2 erzeugen kontextabhängig mindestens ein kontextabhängiges Wissensdatum 10 auf Grundlage zumindest einer Ausgabe der mindestens einen lokal ausgeführten Wahrnehmungsfunktion. Das erzeugte mindestens eine kontextabhängige Wissensdatum 10 wird anschließend von den Steuereinrichtungen 2 an den Backendserver 3 übermittelt. Dies erfolgt insbesondere in bestimmten zeitlichen und/oder örtlichen Intervallen oder in Abhängigkeit von bestimmten Kriterien, wie beispielsweise einer Anzahl gesammelter Wissensdaten oder einer seit der letzten Übermittlung abgefahrenen Strecke etc.
Der Backendserver 3 empfängt und sammelt die von den Steuereinrichtungen 2 übermittelten Wissensdaten 10 und gleicht die von den Teilnehmern 40 übermittelten Wissensdaten 10 inhaltlich miteinander ab. Auf Grundlage eines Abgleichergebnisses erzeugt oder aktualisiert der Backendserver 3 eine kontextabhängige Wissensbasis 20. Anschließend übermittelt der Backendserver 3 die erzeugte oder aktualisierte kontextabhängige Wissensbasis 20 zurück an die Teilnehmer 40 der Fahrzeugflotte 51.
Die Steuereinrichtungen 2 der Teilnehmer 40 bzw. der Kraftfahrzeuge 50 empfangen die übermittelte kontextabhängige Wissensbasis 20 und setzen diese lokal zum Plausibilisieren und/oder Unterstützen der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion ein.
Anschließend werden die beschriebenen Schritte wiederholt, das heißt die Teilnehmer 40 sammeln weiter kontextabhängige Wissensdaten 10 und übermitteln diese an den
Backendserver 3. Dort wird die kontextabhängige Wissensbasis 20 durch Abgleichen aktualisiert und die aktualisierte Wissensbasis 20 wird erneut an die Steuereinrichtungen 2 der Teilnehmer 40 übermittelt.
Es kann vorgesehen sein, dass eine Relevanz der an den Backendserver 3 übermittelten kontextabhängigen Wissensdaten 10 mittels des Backendservers 2 bewertet wird. Das
Abgleichen erfolgt dann unter Berücksichtigung der Relevanz der kontextabhängigen
Wissensdaten 10.
Es kann vorgesehen sein, dass eine Richtigkeit der an den Backendserver 3 übermittelten kontextabhängigen Wissensdaten 10 mittels des Backendservers 2 bewertet wird. Das
Abgleichen erfolgt dann unter Berücksichtigung der Richtigkeit der kontextabhängigen
Wssensdaten 10.
Es kann vorgesehen sein, dass das von den Teilnehmern 40 lokal erzeugte mindestens eine kontextabhängige Wssensdatum 10 lokal zum Plausibilisieren und/oder Unterstützen mindestens einer Wahrnehmungsfunktion eingesetzt wird. Dies erfolgt insbesondere mittels der Steuereinrichtungen 2, kann jedoch prinzipiell auch mittels anderer Einrichtungen des
Kraftfahrzeugs 50 erfolgen.
Es kann vorgesehen sein, dass kontextabhängige Wssensdaten 10 von den Teilnehmern 40 der Fahrzeugflotte 51 in Abhängigkeit eines Grades annotiert werden, mit dem diese zu einer Leistungssteigerung der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion und/oder zur
Plausibilisierung der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion beigetragen haben, wobei zumindest Annotationen 11 , die einen vorgegebenen Schwellenwert überschreiten, an den Backendserver 3 übermittelt werden.
Weiterbildend kann vorgesehen sein, dass der Backendserver 3 die kontextabhängige
Wssensbasis 10 unter Berücksichtigung der übermittelten Annotationen 11 aktualisiert.
Es kann vorgesehen sein, dass der Backendserver 3 zum Aktualisieren der kontextabhängigen Wssensbasis 20 eine wahrscheinlichkeitsbasierte Bewertung der kontextabhängigen
Wssensdaten 10 durchführt.
Es kann vorgesehen sein, dass der Backendserver 3 zum Aktualisieren der kontextabhängigen Wssensbasis 20 eine kontextuelle Verfeinerung der kontextabhängigen Wssensbasis 20 durchführt.
Es kann vorgesehen sein, dass nur ein ausgewählter Teil der Teilnehmer 40 der
Fahrzeugflotte 51 kontextabhängige Wissensdaten 10 erzeugt und an den Backendserver 3 übermittelt. Die Kraftfahrzeuge 50 des ausgewählten Teils weisen hierbei insbesondere eine verbesserte Umfeldsensorik und einen größeren Speicher auf.
Es kann vorgesehen sein, dass die kontextabhängige Wissensbasis 20 beim Plausibilisieren dazu verwendet wird, einen Plausibilisierungswert für ein von der mindestens einen
Wahrnehmungsfunktion 30 bereitgestelltes Ergebnis zu bestimmen.
Es kann vorgesehen sein, dass ein Plausibilisierungsergebnis der Plausibilisierung, insbesondere in Form des bestimmten Plausibilisierungswertes, beim Festlegen und/oder Einstellen mindestens eines Parameters einer Fahrstrategie und/oder einer Manöverplanung eines Teilnehmers 40 der Fahrzeugflotte 51 berücksichtigt wird. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass in Abhängigkeit des bestimmten Plausibilisierungswertes von der Steuereinrichtung 2 ein Steuersignal oder ein Steuerbefehl erzeugt wird, der für eine automatisierte Fahrfunktion des Fahrzeugs 50 eine offensivere oder defensivere Fahrweise festlegt.
Es kann vorgesehen sein, dass zum Unterstützen vor Anwenden der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion 30 Parameter der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion 30 ausgehend von der kontextabhängigen Wissensbasis 20 ausgewählt und/oder eingestellt werden.
In Fig. 2 ist ein schematisches Ablaufdiagramm einer Ausführungsform des Verfahrens zum Verdeutlichen der Verfahrensschritte beim Erzeugen oder Aktualisieren der kontextabhängigen Wssensbasis 10 gezeigt. Ein Teil der gezeigten Verfahrensschritte wird jeweils von den Teilnehmern 40 der Fahrzeugflotte 51 ausgeführt, ein anderer Teil von dem Backendserver 3.
Nach dem Starten 100 des Verfahrens werden in einem Verfahrensschritt 101 die
Wahrnehmungsfunktionen und die lokalen Wssensbasen 12 der Teilnehmer 40 (bzw. in den Kraftfahrzeugen 50) der Fahrzeugflotte 51 initialisiert.
In einem Verfahrensschritt 101 führen die Teilnehmer 40 der Fahrzeugflotte 51 lokal jeweils die mindestens eine Wahrnehmungsfunktion aus und erzeugen mindestens ein kontextabhängiges Wssensdatum 10 auf Grundlage zumindest einer Ausgabe der mindestens einen
Wahrnehmungsfunktion. Das kontextabhängige Wssensdatum 10 bzw. kontextabhängige Wssensdaten 10 können insbesondere in Form von Belegungskarten 13,
Objektvorkommen 14, Objektbeziehungen 15, Objekteigenschaften 16 und/oder
Verhaltensweisen 17 der Objekte erzeugt werden.
ln einem Verfahrensschritt 103 werden die erzeugten kontextabhängigen Wissensdaten 10 von den Teilnehmern 40 der Fahrzeugflotte 51 an den Backendserver 3 übermittelt. Dies erfolgt mittels einer Kommunikationsverbindung. Das Übermitteln kann hierbei in vorgegebenen zeitlichen und/oder örtlichen Intervallen und/oder in Abhängigkeit einer Anzahl von erzeugten kontextabhängigen Wssensdaten 10 erfolgen.
In einem Verfahrensschritt 104 sammelt der Backendserver 3 die übermittelten
kontextabhängigen Wssensdaten 10 der Teilnehmer 40 der Fahrzeugflotte 51.
In einem Verfahrensschritt 105 führt der Backendserver 3 eine Bewertung der Relevanz und der Richtigkeit der gesammelten kontextabhängigen Wissensdaten 10 durch.
Ist ein kontextabhängiges Wssensdatum 10 nicht relevant und nicht korrekt, so wird es in einem Verfahrensschritt 106 verworfen. Wrd das kontextabhängige Wssensdatum 10 hingegen als relevant und korrekt beurteilt, so wird die kontextabhängige Wssensbasis 10 in einem Verfahrensschritt 107 aktualisiert.
Die aktualisierte kontextabhängige Wssensbasis 10 wird anschließend an die Teilnehmer 40 der Fahrzeugflotte 51 übermittelt. Die Teilnehmer 40 können dann beispielsweise jeweils die lokale Wssensbasis 12 durch die von dem Backendserver 3 übermittelte aktualisierte kontextabhängige Wissensbasis 10 ersetzen.
Die übermittelte aktualisierte kontextabhängige Wssensbasis 10 wird von den Teilnehmern 40 anschließend lokal zum Plausibilisieren und/oder Unterstützen der mindestens einen
Wahrnehmungsfunktion eingesetzt.
In Fig. 3 ist ein schematisches Ablaufdiagramm einer Ausführungsform des Verfahrens zum Verdeutlichen der Verfahrensschritte auf Seiten der Teilnehmer gezeigt.
Nach dem Verfahrensschritt 101 (vgl. Fig. 2) wird in einem Verfahrensschritt 200 überprüft, ob das Verfahren das erste Mal ausgeführt wird. Ist dies der Fall, so werden in einem
Verfahrensschritt 201 eine lokale Wssensbasis 12 und die mindestens eine
Wahrnehmungsfunktion 30 initialisiert.
In einem Verfahrensschritt 202 wird die mindestens eine Wahrnehmungsfunktion 30 ausgeführt, das heißt es wird ein Ergebnis inferiert. Beispielsweise kann mittels eines trainierten
Neuronalen Netzes eine Objekterkennung in vom Umfeld erfassten Kameradaten durchgeführt werden.
In einem Verfahrensschritt 203 wird überprüft, ob ein Ergebnis der mindestens einen
Wahrnehmungsfunktion 30 plausibilisiert werden soll oder ob ein kontextabhängiges
Wissensdatum erzeugt werden soll.
Soll ein kontextabhängiges Wissensdatum erzeugt werden, so wird dieses in einem
Verfahrensschritt 204 auf Grundlage des inferierten Ergebnisses und einem aktuellen Kontext erzeugt bzw. gesammelt.
In einem Verfahrensschritt 205 wird überprüft, ob ein Zeitintervall abgelaufen ist oder ob bereits eine bestimmte Anzahl von kontextabhängigen Wissensdaten gesammelt wurde. Ist dies nicht der Fall, so wird zu Verfahrensschritt 202 zurückgesprungen.
Ist dies hingegen der Fall, so werden die kontextabhängigen Wissensdaten in einem
Verfahrensschritt 206 an den Backendserver übermittelt.
Ergibt Verfahrensschritt 203 hingegen, dass eine Plausibilisierung des inferierten Ergebnisses der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion durchgeführt werden soll, so wird im Anschluss an Verfahrensschritt 204 in einem Verfahrensschritt 207 überprüft, ob das von der mindestens einen Wahrnehmungsfunktion inferierte Ergebnis mit der lokalen Wissensbasis 12
übereinstimmt. Übereinstimmen soll hierbei das Vorliegen einer Plausibilität zwischen dem inferierten Ergebnis und der kontextabhängigen Wissensbasis bezeichnen und nicht im Sinne einer strikten Identität verstanden werden. Ist dies nicht der Fall, so wird in einem
Verfahrensschritt 208 eine Warnung erzeugt und zu einem Rückfallzustand zurückgekehrt. Der Rückfallzustand kann beispielsweise ein defensiveres Fahrverhalten umfassen. Stimmen das inferierte Ergebnis und die lokale Wissensbasis 12 hingegen überein, so wird in einem
Verfahrensschritt 209 mit dem Verfahren fortgefahren. Insbesondere ist ein
Plausibilisierungsergebnis in diesem Fall positiv. Es kann im Rahmen der Überprüfung im Verfahrensschritt 207 vorgesehen sein, dass ein Plausibilisierungswert erzeugt bzw. bestimmt und gegen einen Schwellenwert überprüft wird.
Ferner wird jedes Mal, wenn der Backendserver den Teilnehmern eine aktualisierte
kontextabhängige Wissensbasis 20 übermittelt die lokale Wissensbasis 12 in einem
Verfahrensschritt 210 aktualisiert.
Es kann in Verfahrensschritt 208 insbesondere vorgesehen sein, dass der in
Verfahrensschritt 207 bestimmte Plausibilisierungswert beim Festlegen und/oder Einstellen mindestens eines Parameters einer Fahrstrategie und/oder einer Manöverplanung eines Teilnehmers der Fahrzeugflotte berücksichtigt wird. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass durch ein Steuersignal oder ein Steuerbefehl der Parameter der Fahrstrategie, der eine Ausprägung einer Fahrweise (offensiv oder defensiv) betrifft, geändert wird, insbesondere in Richtung einer defensiveren Fahrweise.
Bezugszeichenliste
System
Steuereinrichtung
Backendserver
Recheneinrichtung
Speichereinrichtung
kontextabhängiges Wissensdatum
Annotation
lokale Wssensbasis
Belegungskarte
Objektvorkommen
Objektbeziehung
Objekteigenschaft
Verhaltensweise
kontextabhängige Wssensbasis
Wahrnehmungsfunktion
Teilnehmer
Kraftfahrzeug
Fahrzeugflotte
-107 Verfahrensschritte
-210 Verfahrensschritte