DE955885C - Verfahren zur Herstellung von Polyazofarbstoffen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Polyazofarbstoffen

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DE955885C
DE955885C DEB32158A DEB0032158A DE955885C DE 955885 C DE955885 C DE 955885C DE B32158 A DEB32158 A DE B32158A DE B0032158 A DEB0032158 A DE B0032158A DE 955885 C DE955885 C DE 955885C
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DEB32158A
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Dr Hans Baumann
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BASF SE
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BASF SE
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C09—DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09B—ORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B35/00—Disazo and polyazo dyes of the type A<-D->B prepared by diazotising and coupling
    • C09B35/38—Trisazo dyes ot the type

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Polyazofarbstoffen Es wurde gefunden, daß man neue, wertvolle Polyazofarbstoffe erhält, wenn man q., ¢'-Diaminodiphenylmethan-3, 3'-dicarbonsäuren oder die durch Umsetzen von i Mol eines Aldehyds mit 2 Mol einer Anthranilsäure in saurem Medium erhältlichen Rohprodukte unmittelbar tetrazotiert, die Tetrazolösung mit zwei gleichen oder verschiedenen Azokomponenten der Benzol- oder Naphthalinreihe kuppelt, die zwei kupplungsbestimmende Oxy-und bzw. oder Ami.nogruppen enthalten, und den entstandenen Disazofarbstoff a) mit weiteren 2 Molekülen beliebiger Diazoverbindungen kuppelt oder b) im Falle der Verwendung von Aminogruppen enthaltenden Azokomponenten in der vorhergehenden Stufe erneut tetrazotiert und die Tetrazoverbindung dann mit beliebigem Azokomponenten zu- Hexakisazofarbstoffen . kuppelt, wobei man die Komponenten so auswählt, daß der schließlich erhaltene Polyazofarbstoff mindestens zwei Sulfonsäuregruppen enthält und die Farbstoffe gewünschtenfalls in ihre Metallkomplexverbindungen umwandelt.
  • Geeignete 4, 4'-Dnaminodiphenyilmethan-3, 3'-dicarböns:äurenerhält man z. B. durch Kondensieren von Formaldehyd, Acetaldehyd oder Benzaldehyd mit 2 Mol Anthranilsäure oder ihren Homologen.
  • Geeignete Azokomponenten der Benzol- oder Naphthalinreihe, die zwei kupplungsbestimmende Oxy- und bzw. oder Aminogruppen enthalten, sind z. B. das Resorcin, die i, 8-Dioxynaphthalin-mono-und disulfonsäuren, die 1, 6-Dioxynaphthalin-3-sulfonsäure, das 3-Aminophenol, das 3-Oxydiphenylamin, die I-Amino-8-oxynaphthalin-3 (4), 6-disulfonsäure oder das I, 3-Diaminobenzol.
  • Als Diazokomponenten für die weitere Kupplung gemäß Ausführungsweise a) kann man z. B. das Anilin, seine Homologen und Nitro- und bzw. oder Halogenderivate, die Naphthylamine oder Aminoazoverbindungen und ihre Mono- und Disulfonsäure verwenden, wobei man, wie gesagt, die Komponenten so auswählt, da.ß der fertige Farbstoff mindestens zwei Sulfonsäuregruppen enthält.
  • Falls man als Kupplungskomponente eine Diamino- oder Oxyaminoverbindung der Benzol-oder Naphthalinreihe verwendet hat, kann man das Kupplungsprodukt gemäß Ausführungsweise b) erneut diazotieren bzw. tetrazotieren und dann z. B. mit Naphtholen, Naphthylaminen oder deren Sulfonsäuren, -mit Aminonaphtholen und deren Sulfonsäuren, mit I, 3-Dioxy- oder -Diaminobenzol, I, 3-Oxyaminobenzol oder deren N-Alkyl-oder N-Arylderivaten kuppeln, wobei man ebenfalls wieder dafür sorgt, daß der fertige Farbstoff mindestens zwei Sulfonsäuregruppen enthält.
  • Die Umwandlung der fertigen Polyazofarbstoffe in komplexe Metallverbindungenerfolgt in üblicher Weise, z. B. durch Behandeln mit Kupfer-, Kobalt-oder Chromsalzen in wäßriger Lösung od'er Suspension, zweckmäßig unter Zusatz basischer Mittel, insbesondere von 1,mmoniak oder Aminen.
  • Die neuen Polyazofarbstoffe u_id ihre Metallkomplexverbindungen eignen sich hervorragend zum Färben von Leder verschiedener Gerbart. Sie liefern dabei kräftige dunkelbraune bis schwarze Färbungen von sehr guter Echtheit. Wegen ihres guten Einfärbevermögens sind sie besonders zur Herstellung schleifechter VeloursIeder verwendbar. Da sie im allgemeinen auch in sauren Flotten gut löslich sind, kann man Leder mit ihnen auch aus konzentrierten Flotten färben, ohne daß die gefärbten Leder bronzieren.
  • Gegenüber den aus der deutschen Patentschrift 677 644 bekannten Tetrakis- und Hexakisazofarbstoffen zeichnen sich die analog gebauten Farbstoffe des vorliegenden Verfahrens durch größere Ausgiebigkeit und kräftigere Färbungen, insbesondere bei o,25o/oiger Ausfärbung auf Chromkalbleder, aus.
  • Die in den Beispielen genannten Teile sind Gewichtsteile.
  • Beispiel I 28,6 Teile 4, 4'-Diaminodiphenylmethan-3, 3'-dicarbonsäure werden in 25o Teilen Wasser und 5o Teilen Salzsäure (d. I,16) gelöst und mit 13,8 Teilen Natriumnitrit bei o bis 2° tetrazotiert. Die Tetrazoverbindung wird bei o° mit einer Lösung von 22 Teilen Resorcin in Zoo Teilen Ioo/oiger Natronlauge vereinigt. Nach beendeter Kupplung wird die entstandene Zwischenverhindung mit Salzsäure gefällt, abfiltriert und in 6oo Teilen Wasser unter Zugabe von überschüssigem Natriumcarbonat gelöst. Zu dieser Lösung fügt man die Diazoverbindung aus 35 Teilen i-Aminobenza1-3-sulfonsäure. Der isolierte Tetrakisazofarbstoff. der wahrscheinlichen Formel färbt Leder in rötlichbraunen Tönen von guten Echtheitseigenschaften. Auf Veloursleder erhält man ein schleifechtes, sattes Rotbraun.
  • Beispiel 2 Man kuppelt die Zwischenverbindung von Beispiel 1 mit der Diazoverbindung aus 51 Teilen 1-Aminobenzol-2, 4- oder- 2, 5-disulfonsäure und erhitzt den entstandenen Tetrakisazofarbstoff mehrere Stunden in wäßriger Lösung. mit 5o Teilen kristallisiertem Kobalt(II)-chlorid und 32 Teilen Natriumacetat. Man erhält so eine Kobaltkomplexverbindung, die Chromleder in gelblichbraunen Tönen echt färbt. Die entsprechende Kupferkomplexverbindung gibt auf Leder verschiedener Gerbungsart Mittelbrauntöne, die Chremkomplexverbindung rotstichige Brauntöne.
  • Beispiel 3 Die Lösung von 15 Teilen Anthranilsäure in I25 Teilen Wasser sind z5 Teilen 36,5o/oiger Salzsäure wird bei 70° mit 58 Teilen einer 30/eigen wäßrigen Formaldehydlösung versetzt. Man rührt bei 70° mehrere Stunden bis zur beendeten Kondensation, kühlt dann auf o° ab und tetrazotiert mit 7,5 Teilen Natriumnitrit. Die erhaltene Tetrazoverbindung kuppelt man mit einer Lösung von i i Teilleu Resorcin in Zoo, Teilen 5o/oiger Natronlauge, versetzt nach Bildung der Zwischenverbindung mit einer Lösung von 16 Teilen Natriumbicarbonat in 3oo Teilen Wasser und gibt dann die Diazoverbindung aus 36 Teilen q.-Aminoi, i'-azobenzo1-3, q.'-disulfonsäure hinzu. Der entstandene Hexakisazofarbstoff wird aasgesalzen, abgesaugt, mit Wasser und etwas Ammoniak in Lösung gebracht und nach Zugabe einer Lösung von 25 Teilen kristallisiertem Kupfersulfat in überschüssigem Ammoniak durch Erhitzen in die Kupferkomplexverbindumg ,umgewandelt.
  • Diese färbt Leder verschiedener Herstellungsart in echten, neutralen Brauntönen.
  • Verwendet man an Stelle der 4-Amino-i, i'-azobenzo1-3, q.'-disulfonsäure die entsprechende Menge des in üblicher Weise hergestellten Aminoazofarbstoffes aus d'iazot;erter 2-Aminonaphthalin-5, 7-d'isulfonsäure und i-Aminonaphthalin, so erhält man eine Kupferkomplexverbindung, die auf Leder echte, rotstichige Brauntöne ergibt.
  • Beispiel q.
  • 28,6 Teile 4., q!-Diaminodiphenylmethan-3, 3'-dicarbonsäure werden wie im Beispiel i tetrazotiert und mit 63 Teilen i-Amino-8-oxynaphthalin-3, 6-disulfonsäure in Gegenwart von überschüssigem Natriumcarbonat gekuppelt. Man isoliert die Zwischenverbindung durch Ansäuern und Aussalzen, löst sie mit 8 Teilen 5oo/oiger Natronlauge in iooo Teilen Wasser und tetrazotiert durch Zugabe von 7,5 Teilen Natriumnitrit und 7o Teilen 36,5o/oiger Salzsäure bei etwa -I- 5°. Nach dreistündigem Rühren entfernt man den Nitritüberschuß durch Zugabe von Harnstoff und fügt eine w äßrige Lösung von 22 Teilen i, 3-Diaminobenzol hinzu. Durch allmähliche Zugabe .einer Lösung von 56 Teilen kristallisiertem Natriumacetat in Zoo Teilen Wasser wird die Kupplung zu Ende geführt. Man saugt den Farbstoff ab, löst ihn in 2ooo Teilen heißem Wasser unter Zugabe von 2o Teilen wasserfreiem Natriumcarbonat und fällt ihn durch Zugabe von Natriumchlorid wieder aus. Der so erhaltene Tetrakisazofarbstoff färbt Chromleder in tiefbraunen Tönen mit guten Echtheitseigenschaften.
  • Ersetzt man die i-Amino-8-oxynaphthalin-3, 6-disulfonsäure durch die i-Amino-8-oxynaphthalin-q., 6-disulfonsäure, so erhält man einen Farbstoff, der bei sonst gleichen Bedingungen das Leder in etwas rotstichigeren Brauntönen färbt.
  • Beispiel 5 Die aus 28,6 Teilen q., 4.'-Diaminadiphenylmethan-3, 3'-dicarbonsäure hergestellte Zwischenverbindung des Beispiels q. wird, wie dort angegeben, weiter tetrazotiert und mit 22 Teilen Resorcin unter Zusatz von überschüssigem Natriumcarbonat gekuppelt. Der .entstandene Tetraksazofarbstoff wird aasgesalzen und abgesaugt.
  • Zur Kupferung löst man ihn in 2ooo Teilen Wasser, versetzt die Lösung mit 52,5 Teilen kristallisiertem Kupfersulfat und 6o Teilen kristallisiertem Natriumaeetat und erhitzt i Stunde auf etwa 95°. Die durch Aassalzen isolierte Kupferkomplexverbindung färbt Leder verschiedener Gerbungsart in tiefen, neutralen Brauntönen von ausgezeichneten Echtheitseigenschaften.
  • Beispiel 6 i5 Teile Anthran.ilsäure werden wie im Beispiel 3 in salzsaurer Lösung mit 5,8 Teilen einer 3o°/oigen wäßrigen Formaldehydlösung kondensiert. Das tetrazotierte Kondensationsprodukt wird natriunicarbonatalkallisch mit 3,1,9 Teilen i-Amino-8-oxynaphthalin-3, 6-disulfonsäure gekuppelt. Die Zwischenverbindung wird abgesaugt, ernennt gelöst, weitertetrazotiert und mit i9 Teilen 3-Oxydiphenylamin alkalisch gekuppelt. Die Lösung des entstandenen Tetrakisazofarbstoffes neutralisiert man mit -Ameisensäure, versetzt diann mit einer Lösung von 27,5 Teilen kristallisiertem Kupfersulfat und kocht kurz auf. Man salzt noch heiß aus und saugt den Farbstoff ab. Man erhält so eine Kupferkomplexverbindung, die Chromleder in grünstichigschwarzen Tönen, von sehr guter Echtheit färbt.
  • Ersetzt man bei der Schlußkupplung die Hälfte des 3-Oxydiphenylam.ins durch 5,5 Teile Resorcin, so entsteht ein Farbstoff, dessen Kupferkomplexverbindung Leder in tiefen Schwarztönen echt färbt. Beispiel 7 137 Teile Anthranilsäure werden mit ioo Teilen Salzsäure (d. 1,o85) verrührt. Nach Zugabe von 52,5 Teilen Benzaldehyd und 5 Teilen einer 4oo/oigen Natriumbisulfitlösung erhitzt man das Gemisch all-. mählich unter Rückfluß auf ioo bis io@5°. Man rührt mehrere Stunden bei dieser Temperatnir, bis die Kondensation beendet ist. In die noch heiße Masse rührt man 4oo Teile Salzsäure (d. 1,o85) ein und verdünnt die entstandene, klare Lösung mit Wasser auf iooo Volumteile.
  • Zoo Volumteile .dieser Lösung werden bei etwa o° allmählich mit einer wäßrigen Lösung von 13,8 Teilen Natriumnitrit versetzt. Die zum Teil abgeschiedene gelbliche Tetrazoverbindung läßt man allmählich unter Rühren in eine mit Natronlauge neutralisierte Lösung einlaufen, die durch saure Kupplung von 24,8 Teilen dianotiertem p-Nitranilin mit 54,6 Teilen i-Amino-8-oxynaphthalin-3, 6-disulfonsäure erhalten wurde, wobei man das Kupplungsgemisch durch Zugabe von Natriumcarbonat dauernd alkalisch hält. Man salzt nach beendeter Kupplung. in der Siedehitze aus und saugt noch warm ab.
  • Der erhaltene Tetrakisazofarbstoff der wahrscheinlichen Formel färbt Chromnarbenleder und loh-gares Leder in gleichen Dunkelblaubönen mit guten Echtheitseigenschaften.
  • Ein ähnliches Dunkelblau ,erhält man, wenn in obiger Formel der Rest des diazotierten p-Nitranilins durch den Rest der Zwischenverbindung aus z Mol tetrazotiertem Benzidin und z Mol 2-Oxynaphthalin-3, 6-disulfonsäure ersetzt wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Polyazofarbstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß man q, 4-Diaminodiphenylmethan-3, 3'-dicarbonsäu.ren oder die durch Umsetzen von z Mol eines Aldehyds mit 2 Mol einer Anthranilsäure in saurem Medium erhältlichen Rohprodukte unmittelbar tetrazotiert, die Tetrazolösung mit zwei gleichen oder verschiedenen Azokomponenten der Benzol- oder Naphthalinreihe kuppelt, die zwei kupplungsbestimmende Oxy-und bzw. oder Aminogruppen enthalten, und den entstandenen Disazofarbstoff a) mit weiteren 2 Molekülen beliebiger Diazoverbindungen kuppelt oder b) im Falle der Verwendung von Aminogruppen enthaltenden Azokomponenüen in der vorhergehenden Stufe erneut tetrazotiert und die Tetrazoverbindung dann mit beliebigen Azokomponenten zu Hexakisazofarbstoffen kuppelt, wobei man die Komponenten so auswählt, daß der schließlich erhaltene Polyazofarbstoff mindestens zwei Sjulfonsäruregruppen enthält, und die Farbstoffe gewünschtenfalls in ihre Metallkomplexverbindungen umwandelt. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 677 66q..
DEB32158A 1954-08-08 1954-08-08 Verfahren zur Herstellung von Polyazofarbstoffen Expired DE955885C (de)

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Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE677664C (de) * 1935-10-26 1939-06-30 I G Farbenindustrie Akt Ges Verfahren zur Herstellung von Polyazofarbstoffen

Patent Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE677664C (de) * 1935-10-26 1939-06-30 I G Farbenindustrie Akt Ges Verfahren zur Herstellung von Polyazofarbstoffen

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