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Verfahren zur Herstellung von wasserunlöslichen Azofarbstoffen Es
wurde gefunden; daB man zu neuen, wertvollen, wasserunlöslichen Azofarbstoffen gelängt,
wenn man die Diazoverbindungen von Aminoäzokörpern folgender allgemeiner Zusammensetzung
worin R einen aromatischen, hydroaromatischen, araliphatischen - oder heterocyclischen
-Rest und -Ri einen Alkyl- oder Arylrest bedeutet, mit Arylamiden der 2,3-Oxynaphthoesäure
in Substanz oder auf einer Grundlage kuppelt, wobei die Farbstoffkomponenten keine
wasserlöslich machenden Gruppen, z. B. Sulfonsäure- oder Carbonsäuregruppen; enthalten
sollen.
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Viele der neuen Diazokomponenten liefern blaugrüne bis grüne Farbtöne,
wie sie bisher in der Praxis nur- unter Verwendung von Arylamiden- der 2, 3-Oxyanthracencarbonsäure
erhalten werden konnten. Die neuen Farbstoffe besitzen in zahlreichen Fällen eine
bessere Licht- und Chlorechtheit als die bekannten, unter Verwendung der 2, 3-Oxyanthracencarbonsäurearylamide
erhältlichen grünen Farbstoffe. Darüber hinaus bieten sieh in bezug auf die Erzeugung
der
blaugrünen Töne wesentliche Vorteile. Die neuen Farbstoffe sind
für die Herstellung von Drucken nach den bekannten Methoden des Basenaufdruckes
gut geeignet. Neben den blaugrünen Tönen können auf der gleichen Grundierung mit
im Handel befindlichen Basen auch klare orangefarbene, rote; blaue und andere Farbtöne
erhalten werden, was besonders drucktechnisch, aber auch färberisch für die Praxis
einen Vorzug bedeutet, und schließlich gestaltet sich ihre Herstellung auch in wirtschaftlicher
Hinsicht erheblich günstiger. Die bekannten blaugrünen Farbstoffe auf Grundlage
von 2, 3-Oxyanthracencarbonsäurearylamiden hingegen haben für den Basenaufdruck
in der Praxis keinen Eingang finden können, da sich infolge der Eigenfarbe und hohen
Substantivität der Grundierung an den unbedruckten Stellen kein reines Weiß erzielen
läßt; zudem lassen sich auf diesen Grundierungen außer den blaugrünen Tönen keine
anderen, für die Praxis wertvollen Farbtöne erzeugen.
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Ferner sind die neuen Farbstoffe den aus der Patentschrift 648 374
bekannten, in, blauschwarzen Tönen färbenden wasserunlöslichen Azofarbstoffen in
der Superoxyd- und Beuchechtheit überlegen und weisen gegenüber den aus der Patentschrift
537 126 bekannten grünen wasserunlöslichen Azofärbstoffen eine bessere Beuch- und
Sodakochechtheit auf. Sie bilden daher eine wertvolle Bereicherung des Sortiments
auf dem Eisfarbengebiet.
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Die als Diazokomponenten verwendeten Aminoazoverbindungen können z.
B. durch Kuppeln von diazotierten i-Amino-2, 5-dialkoxy-4-nitrobenzolen mit Acylessigsäurearylamiden
von der folgenden Zusammensetzung RI-CO-CH.-CO-NH-R, worin R einen aromatischen,
hydroaromatischen, araliphatischen oder heterocyclischen Rest und R1 einen Alkyl-
oder Arylrest bedeutet, und anschließende Reduktion der Nitrogruppe zur Aminogruppe
erhalten werden. Beispiel i 35,6 Gewichtsteile a-(4'-Amino-2', 5'-dimethoxybenzol-i'-azo)-acetessigsäureanilid
von der folgenden Formel
(erhältlich durch Kuppeln von diazotiertem i-Amino-2, 5-dimethoxy-4-nitrobenzol
mit Acetessigsäureanilid und anschließende Reduktion der Nitrogruppe zur Aminogruppe)
werden mit 35 Gewichtsteilen Salzsäure (35°/oig) und 35 Gewichtsteilen Wasser etwa
15 Minuten verknetet, wobei sich das salzsaure- Salz bildet. Darauf läßt man unter
Rühren i6oo Gewichtsteile Wasser zulaufen und diazotiert bei Raumtemperatur durch
Eintropfen von 17,5 Gewichtsteilen 4o°ioiger Natriumnitritlösung innerhalb von etwa
io Minuten. Man erwärmt hierauf auf 3o bis 35° und klärt die Diazoniumsalzlösung
durch Absaugen. Das Filtrat läßt man unter Rühren in eine Suspension von i-(2',
3'-Oxynaphthoylamino)-benzol einlaufen, die wie folgt hergestellt wurde: 26,3 Gewichtsteile
i-(2', 3'-Oxynaphthoylamino)-benzol, 26 Gewichtsteile 95°/oiger Alkohol, 13 Gewichtsteile
Natronlauge von 38° B6 und 4o Gewichtsteile Wasser werden bis zur vollständigen
Lösung verrührt, dann in ein Gemisch von 5oo Gewichtsteilen Wasser, io Gewichtsteilen
Türkischrotöl und 5 Gewichtsteilen Natronlauge von 38° Be eingegossen, und das Anilid
wird unter Rühren durch Zutropfen von 3o°/oiger Essigsäure bis zur Erreichung des
Neutralpunktes wieder ausgefällt.
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In dem Kupplungsgemisch wird sodann die freie Mineralsäure durch Zutropfen
von 25o Gewichtsteilen io°/oiger Natriumacetatlösung abgestumpft. Man erwärmt anschließend
auf 35 bis q.0° und verrührt längere Zeit bei dieser Temperatur. Dann wird der Niederschlag
abgesaugt und mit Wasser gut ausgewaschen.
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Man erhält einen blaugrünen Pigmentfarbstoff von guter Lichtechtheit.
Beispiel 2 Gut ausgekochtes und getrocknetes Baumwollgarn wird im Flottenverhältnis
i : 2o etwa i/. Stunde in einer Lösung behandelt, die im Liter 3 g i-(2', 3'-Oxynaphthoylamino)-benzol,
3 g 33°/oige Formaldehydlösung, 12 ccm Natronlauge von 38° B6 und io ccm Türkischrotöl
enthält. Nach dem Abquetschen gelangt die grundierte Ware in eine Entwicklungsflotte,
die wie folgt hergestellt wurde: 1,5 Gewichtsteile salzsaures a-(4'-Amino-2 ; 5'-diäthoxybenzol-i'-azo)-acetessigsäureanilid
werden in ein Gemisch von i5o Gewichtsteilen Wasser und 1,5 Gewichtsteilen 2o°/oiger
Salzsäure eingerührt. Man diazotiert durch Zutropfen von 1,2 Gewichtsteilen 2o°/oiger
Natriumnitritlösung, stumpft überschüssige Mineralsäure durch Zugabe von 5 Gewichtsteilen
io°/oiger Natriumacetatlösung ab,
fügt 5 Gewichtsteile 3o°/oige
Essigsäure hinzu und füllt die Diazoniumsalzlösung auf iooo Gewichtsteile auf.
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Man entwickelt 15 bis 2o Minuten, spült mit heißem Wasser und behandelt
1/2 Stunde kochend mit 3 g Seife und 2 g Natriumcarbonat pro Liter Flotte nach.
Man erhält so eine klare blaugrüne Färbung von guter Lichtechtheit, guten Naßechtheiten
und mittlerer Chlorechtheit.
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Eine etwas grünstichigere Färbung von ähnlichen Eigenschaften erhält
man, wenn die gleiche Diazoverbindung in der im vorstehenden Beispiel angegebenen
Weise mit 1-(2', 3'-Oxynaphthoylamino)-2-methylbenzol auf Baumwollgarn gekuppelt
wird. Beispiel 3 Zellwollgarn wird im Flottenverhältnis i : 2o etwa 2o bis
30 Minuten in einer Lösung behandelt, die im Liter 1,5 g i-(6'-Methoxy-2',
3'-oxynaphthoylamino)-2-methyl-4-chlorbenzol, ii ccm Natronlauge von 38'B6, 1,5
ccm 33°/oige Formaldehydlösung und io ccm Türkischrotöl enthält. Nach dem Abquetschen
gelangt das grundierte Garn in ein Entwicklungsbad, das im Liter 5 g eines Färbesalzes
aus a-(4'-Amino-2', 5'-dimethoxybenzol- i'-azo) -acetessigsäure-3-äthoxyanilid in
Form des Diazoniumchlorids mit 25 °/o Basengehalt und 2 g Essigsäure (5o°/oig) enthält.
Es wird 2o bis 30 Minuten entwickelt, gespült und 1/2 Stunde kochend mit
3 g Seife und 2 g entwässertem Natriumcarbonat pro Liter Flotte nachbehandelt. Man
erhält ein klares Grün von sehr guter Lichtechtheit und guten Naßechtheiten. Der
Farbstoff kann in gleicher Weise auf Viskosegarn erzeugt werden, wobei man eine
etwas kräftigere Färbung erhält.
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Beispiel 4 Baumwollgewebe wird mit einer Lösung von 8 g 1-(2', 3'-Oxynaphthoylamino)-2-methylbenzol,
i5 g Natronlauge von 38° B6 und 15 g Monopolbrillantöl im Liter am Foulard geklotzt,
getrocknet und mit einer Paste bedruckt, die in iooo g 5o g eines Färbesalzes aus
a-(4'-Amino-2', 5'-dimethoxybenzol-i'-azo)-acetessigsäureanilid in Form des Diazoniumchlorids
mit 22 °/o Basengehalt, 48o g Wasser, 450 g Stärke-Tragant-Verdickung und 2o g Essigsäure
(5o°/oig) enthält. Nach dem Trocknen wird durch ein kochendes Bad mit io g entwässertem
Natriumcarbonat pro Liter passiert, gespült und einige Minuten mit 3 g Seife und
2 g Natriumcarbonat pro Liter kochend nachbehandelt. Man erhält einen kräftigen
blaugrünen Druck von guter Lichtechtheit und guten Naßechtheiten.
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Das Druckverfahren kann auch auf anderen Gewebearten, z. B. Zellwolle
oder Viskosekrepp, durchgeführt werden.
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Mit anderen diazotierten Aminoazoverbindungen von der angegebenen
Zusammensetzung und anderen 2, 3-Oxynaphthoesäurearylamiden erhält man nach den
üblichen Färbe- oder Druckmethoden Farbstoffe von ähnlich guten Echtheitseigenschaften.
In der folgenden Zusammenstellung sind die Farbtöne, wie sie nach einer kochenden
Seife-Soda-Behandlung erhalten werden, angegeben:
| Diazokomponente Azokomponente Farbton |
| a-(4'-Amino-2', 5'-dimethoxybenzol-i'-azo)- 1-(2', 3'-Oxynaphthoylamino)- |
| acetessigsäure- |
| i. -anilid -benzol blaugrün |
| 2. desgl. -2-methyl-4-chlorbenzol blaugrün |
| 3. desgl. -2-methyl-4-methoxybenzol grünstichigblau |
| 4. desgl. -2, 4-dimethoxy-5-chlorbenzol blaugrün |
| 5. desgl. -naphthalin blaugrün |
| 6. -2-methyl-anilid -2-methylbenzol blaugrün |
| 7. -3-methyl-anilid -benzol blaugrün |
| B. desgl. -2-methylbenzol blaugrün |
| desgl. -2-methyl-4-chlorbenzol blaugrün |
| 10. -4-methyl-anilid -benzol blaugrün |
| ii. desgl. -2-methylbenzol blaugrün |
| 12. desgl. -2-methyl-4-chlorbenzol grünstichigblau |
| 13. -3-chlor-anilid -benzol grünblau |
| 14. desgl. -2-methylbenzol blaugrün |
| 15. desgl. -2-methyl-4-chlorbenzol grünstichigblau |
| 16. -4-chlor-anilid -benzol blaugrün |
| 17. desgl. -2-methylbenzol blaugrün |
| 18. desgl. -2-methoxybenzol blaugrün |
| 19. -3-äthoxy-anilid -benzol blaugrün |
| 20. desgl. -2-methylbenzol blaugrün |
| 21. desgl. -2-methyl-4-chlorbenzol grün |
| 22. desgl. -2-methoxybenzol blaugrün |
| 23. -4-äthoxy-anilid -benzol grün |
| 24. desgl. -2-methylbenzol grün |
| Diazokomponente Azokomponente Farbton |
| a-(4'-Amino-2', 5'-dimethoxybenzol-i'-azo)- i-(2', 3'-Oxynaphthoylamino), |
| acetessigsäure- |
| 25. -2, 3-dimethyl-anilid -benzol blaugrün |
| 26. desgl. -2-methylbenzol grün |
| 27. desgl. -2-methyl-4-chlorbenzol grünstichigblau |
| 28. -2, 4-dimethyl-anilid -benzel blaugrün |
| 29. desgl. -2-methylbenzol blaugrün |
| 30. -2, 5-dimethyl-anilid -benzol trübes Blaugrün |
| 31. desgl. -2-methylbenzol - grün |
| 32. -2-methyl-4-chlor-anilid -benzol grünstichigblau |
| 33. - -2-äthylsulfonyl-5-trifluormethyl-anilid -benzol blau |
| 34- desgl. -2-methylbenzol blau |
| 35. -2, 5-dichlor-anilid -2-methylbenzol blau |
| 36. -diphenylsulfon-2-amid -2-methyl-4-chlorbenzol blaugrün |
| 37. -cyclohexylamid -benzol graublau |
| 38. -naphthyl-i-amid -2-methylbenzol graugrün |
| 39. -naphthyl-2-amid -benzol blaugrün |
| 40. desgl. -2-methylbenzol grün |
| 41. desgl. -2-methyl-4-chlorbenzol blaugrün |
| 42. -anthrachinonyl-2-aniid -benzol graugrün |
| 43. -6-methoxybenzthiazol-2-amid -benzol graublau |
| 44. _ desgl. -2-methyl-4-chlorbenzol dunkelblau |
| 45. -R-äthyl-carbazolyl-3-amid -benzol blaugrün |
| 46. desgl. -2-methylbenzol blaugrün |
| a-(4'-Anino-2', 5'-diäthoxybenzol-i'-azo)- |
| acetessigsäure- |
| 47. -anilid -2-methoxybenzol blaugrün |
| 48. desgl. -naphthalin grün |
| 49. desgl. -2-(2', 3'-Oxynaphthoylamino)-naphthalin dunkelgrün |
| 5o. -3-methyl-anilid -benzol blaugrün |
| 51. desgl. -2-methylbenzol blaugrün |
| 52. desgl. -2-methyl-4-chlorbenzol blaugrün |
| 53. desgl. -naphthalin grün |
| 54. -benzylamid -benzol blau |
| 55. desgl. -naphthalin grünstichigblau |
| 56. -2-chlor-anilid -2-methylbenzol blaugrün |
| 57. -4-chlor-anilid -benzol blaugrün |
| 58. desgl. -2-methylbenzol blaugrün |
| a-(4'-Amino-2', 5'-dimethoxybenzol-i'-azo)- |
| benzoylessigsäure- |
| 59. -anilid -benzol grünstichigblau |
| 6o. desgl. -2-methylbenzol grünstichigblau |
| 61. desgl: -2-methyl-4-chlorbenzol blau |