DE853794C - Verfahren zur Herstellung von Penicillinverbindungen mit verlaengerter Wirkung - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Penicillinverbindungen mit verlaengerter Wirkung

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DE853794C
DE853794C DEL3648A DEL0003648A DE853794C DE 853794 C DE853794 C DE 853794C DE L3648 A DEL3648 A DE L3648A DE L0003648 A DEL0003648 A DE L0003648A DE 853794 C DE853794 C DE 853794C
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Constantin Levaditi
Henry Penau
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Laboratoires Francais de Chimiotherapie SA
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K31/00Medicinal preparations containing organic active ingredients
    • A61K31/33Heterocyclic compounds
    • A61K31/395Heterocyclic compounds having nitrogen as a ring hetero atom, e.g. guanethidine or rifamycins
    • A61K31/41Heterocyclic compounds having nitrogen as a ring hetero atom, e.g. guanethidine or rifamycins having five-membered rings with two or more ring hetero atoms, at least one of which being nitrogen, e.g. tetrazole
    • A61K31/425Thiazoles
    • A61K31/429Thiazoles condensed with heterocyclic ring systems
    • A61K31/43Compounds containing 4-thia-1-azabicyclo [3.2.0] heptane ring systems, i.e. compounds containing a ring system of the formula, e.g. penicillins, penems

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  • Public Health (AREA)
  • Veterinary Medicine (AREA)
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Penicillinverbindungen mit verlängerter Wirkung Es ist bekannt. daß Penicillin, das in der Therapie in Form von Salzen, z.B. des Natriums, Galciums, Kaliums, in wäßriger Lösung Verwendung findet, schnell im Urin ausgeschieden wird, ein Umstand, der häufige Injektionen erforderlich macht. Außerdem altern die wäßrigen Lösungen schnell, selbst wenn man sie bei tiefer Temperatur aufbewahrt.
  • Um diese großen Unzuträglichkeiten zu beheben, hat man die Verwendung von Penicilli.nsuspensionen in verschiedenen Ölen (C o n n o w , L i n d -s t r o m , O s p e c k , »Science«, Bd. 104, S. 414, Jahrg. I946) oder in einer Mischung von Erdnußöl mit Bienenwachs (Romansky, M. J. Rittm a n n, G. E. B u l l , US. Army Dept., Okt., 1944, 5. 43 iii Medical Newsletter, Nov. 1944) eml)-fohlen. Auch diese Suspensionen weisen indessen verschiedene Unzuträglichkeiten auf. wie schwierige und schmerzhafte Injektionen, schwierige Herstellung der Suspensionen, welche eine voll- kommene Homogenität und peinliche Sterilität besitzen müssen. Es ist bereits ein Verfahren zur Darstellung einer neuen Penicillinform mit langdauernder Wirkung, d. h. mit einem Verzögerungseffekt, beschrieben, die außerdem eine noch größere Stabilität aufweist; dieses Verfahren besteht darin, daß man Penicillinrin Form von Metallsalzen, des Kaliums, Natriums, Calciums u. dgl., in dem fl-Phenoxyätiliylalkohol der Formel Co 1I5O C H2 C H2 O H auflöst.
  • Dieses Präparat weist gegenüber den gebräuchlichen Verzögerungsformen die folgenden Vorteile auf: Vollkommene Homogenität, leichte und nicht schmerzhafte Injektion, absolute Sterilität und Möglichkeit, starke Dosen in einem kleinen Volumen'zu injizieren.
  • Es wurde nun festgestellt, daß man den Verzögerungseffekt von Penicillin noch weiter dadurch verbessern kann, daß man zur Darstellung solcher Verbindungen das nachfolgend beschriebene erfindungsgemäße Verfahren verwendet.
  • Die erfindungsgemäße Darstellungsweise besteht darin, daß man eine in Wasser und Blutserum wenig lösliche Verbindung von freiem Penicillin mit einer organischen Base natürlichen oder synthetischen Ursprungs, welche in Wasser unlöslich, in organischen Lösungsmitteln löslich ist, herstellt.
  • Die auf diese Weise hergestellte amorphe oder kristallisierte Verbindung kann in Suspension mit Öl von gewöhnlicher oder hoher Viskosität ohne Zusatz von Wachs oder von einem anderen Vehikel, das auf physikalischem Wege wirksam ist, injiziert werden Die organische Verbindung gibt von sich aus eine genügend viskose und stabile Suspension.
  • Die Verbindung kann auch in Lösung in einem injizierbaren Lösungsmittel erfolgen, das eine höhere Viskosität besitzt als diejenige von Wasser und mit Wasser und Blutserum wenig mischbar ist, wenn man den Verzögerungseffekt auf Grund des chemischen Präparates und den Verzögerungseffekt auf Grund der physikalischen Wirkung des Vehikels miteinander verbinden will. Die gemäß der Erfindung erhaltene Verbindung kann aber nicht nur in Ölsuspension oder in Lösung in einem injizierbaren organischen Mittel, sondern auch in wäßriger Suspension injiziert werden.
  • Das hier in Frage kommende Herstellungsverfahren läßt sich unter Verwendung der verschiedenen Qualitäten von Penicillin (amorphes Iiandelspenicillin, reines Penicillin, kristallisiertes Penicillin), einer jeden für sich oder in Mischung miteinander, durchführen.
  • Die organische Base, welche man mit Penicillin verbindet, soll besonders den Bedingungen genügen, in der oben beschriebenen Weise unlöslich zu sein. Man benutzt vorzüglich Basen, welche dem Chinin oder anderen Alkaloiden verwandt sind, und Pyrazolbasen, wie sie im nachfolgenden im einzelnen beschrieben werden.
  • Diese Präparate, welche zu einer starken Konzentration führen (z. B. 200 000 Oxfordeinheiten auf den Kubikzentimeter), besitzen auf Grund der geringeren Löslichkeit der organischen Verbindung eine noch stärker verlängerte Wirksamkeit als diejenigen der erwähnten älteren Veröffentlichung, ein Umstand, der sich in der Praxis sehr vorteilhaft auswirkt.
  • Beispiel 1 6,9 g Penicillin in Form des weißen Calciumsalzes mit einem Gehalt von 10 Millionen Einheiten werden in 100 ccm doppelt destilliertem, sterilisiertem Wasser aufgelöst.Die Lösung wird auf + 1° C abgekühlt und durch Zusatz von 16,5 ccm Io°/oiger Phosphorsäure auf einen pt,-Wert von 2,8 angesäuert. Das Gemisch wird viermal mit Chloroform extrahiert, wobei der pH-Gehalt von 2,8 und die Temperatur auf + 10 C eingehalten werden.
  • Die vereinigten Chloroformextrakte mit einem Volumen von I60 ccm, welche das freie Penicillin enthalten, werden entwässert und allmählich mit einer o,70°/oigen Lösung von [5 -Vinylchinuclidyl - (2)] - [6-methoxyc"ninolyl-(4) ]-carbinol (Rase I 13 e i 1 5 t e i n, Bd. 23, S. 506) in Chloroform versetzt, wobei diese Base in äquimolekularer Menge zugegeben wird, mit Hinsicht auf die freie Penicillinsäure, die in der Chloroformlösung vorbanden ist. Die Reaktion wird bei einer Temperatur von + 10 C durchgeführt.
  • Die Zugabe von Petroläther ruft dann darin eine weiße, amorphe oder kristallinische Fällung hervor, welche man während 3 Stunden bei derselben Temperatur sich absetzen läßt und dann durch Zentrifugieren in der Kälte abtrennt. Nach dem Trocknen im Vakuum, Waschen mit 50 cem wasserfreiem Äthyläther und erneuter Trocknung erhält man 8,22 g eines organischen Penicillinsalzes, welches eine Aktivität von 7 400 ooo Einheiten aufweist.
  • Das in Wasser unlösliche, in Blutserum sehr langsam lösliche organische Salz ist für die Herstellung einer sehr feinen Ölsuspension, z.B. in Olivenöl oder in einem Öl von noch höherer Viskosität, zu verwenden.
  • Die verlängerte Wirkung der oben beschriebenen Penicillinverbindung wurde experimentell wie folgt nachgewiesen: Die Verbindung wird in gereinigtem Colzaöl mit einer Konzentration von 200 000 Einheiten je Kubikzentimeter (Suspension PQ) suspendiert.
  • Man injiziert hiervon auf einmal das Äquivalent von 300 ooo Oxfordeinheiten und bestimmt dann im Blut den Gehalt an Penicillin nach I Stunde und nach 3, 6, 9, I2 und 15 Stunden. Man führt dieselbe Gehaltsbestimmung im Blut unter den gleichen Bedingungen auch nach Injektion von gewöhnlichem Penicillin (Penicillincalcium in wäßriger Lösung) durch. Die erhaltenen Resultate, welche in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt sind, zeigen klar, daß die Verbindung von Penicillin mit der organischen Base nicht nur eine viel längere Wirkungsdauer besitzt als diejenige von Pemcillincalcium in wäßriger Lösung, sondern auch eine ausgedehntere als selbst diejenige der Lösung in Phenoxyäthylalkohol.
  • T a b e l l e : Mengenbestimmungen von Penicillin im Blut (ausgedrückt in Oxfordeinheiten je Kubikzentimeter)
    Calciumpenicillat in Calciumpenicillat gelost
    Stunden der Entnahme Suspension PQ
    wäßriger Lösung in Phenoxyalkohol
    nach der Injektion
    Einheiten Einheiten Einheiten
    1 5 1,45 1
    3 0,10 0,75 0,39
    6 0 0,32 0,28
    9 0 0,10 0,28
    12 0 0,04 0,15
    15 0 0 0,10
    Dasselbe Resultat wird z. B. auch mit den folgenden Basen erhalten: Base (II): 5-Vinylchinuclidyl-(2)-chinolyl-(4)-carbinol (B e i l s t e i n, Bd. 23, S. 424), Base (III): 5-Vinylchinuclidyl-(2)-6-hydroxychinolyl-(4)-carbinol (B e i l s t e i n, Bd. 23, S. 505) oder auch mit den natürlichen organischen Basen vom Alkaloidtyp ebenso wie mit den Basen der Pyrazolsynthese, z. B. Phenyldimethylpyrazolon, Phenyldimethylaminodimethylpyrazolon u. dgl.
  • B e i s p i e l 2 Darstellung von Phenyldimethylpyrazolontt Man geht von 1,6 g kristallisiertem Penicillinkalium aus, das man in 10 ccm steriliem Wasser löst. Nach Entnahme von 0,5 ccm zur jodometrischen Titration enthält die Lösung ungefähr 2 000 000 I. E. (internationale Einheiten). Durch Zugabe von ungefahr 3,25 ccm 20%iger Phosphorsäure säuert man auf pH 2,5 an und nimmt dann nacheinander Extraktionen mit Chloroform vor, wobei man zunächst 2 ccm, dann 2,5 ccm, hierauf 1,5 ccm und schließlich 1 ccm Chloroform anwendet. Nach jeder Extraktion prüft und bereichtigt man den pH-Wert.
  • Nach Entnahme von 0,5 ccm der Chloroformlösung zur jodometrischen Titration enthält die Lösung noch ungefähr 1 900 000 I. E. Die Chloroformlösung wird dann in einem Scheidetrichter durch aufeinanderfolgende Waschungen mit sterilem Wasser unter Schütteln der Flüssigkeit gereinigt. Man verwendet zu diesem Zweck zunächst 5 ccm, dann 2,5 ccni und scltließlich I ccm Wasser.
  • Außerdem stellt man eine 20%ige Lösung von Phenyldi methylpyrazolon in Chloroform her.
  • Unter Außenkühlung mit zerstoßenem Eis fügt man zur frisch titrierten Chloroformlösung des Penicillins das Phenyldimethyllpyrazolon mit 10% Überschuß über die stöchiometrische Menge hinzu, wozu man ungefähr 4 ccm einer 20%igen Lösung benötigt.
  • Man erhält einen weißen, amorphen, gummiartigen Niederschlag. dett mati zentrifugiert untl im Vakuum trocknet.
  • Es werden ungefähr 800 mg Phenyldimethylpyrazolonpenicillat erhalten.
  • Der Gewichtstiter beträgt bei Durchführung der Titration durch Jodometrie (in Alkohol) 1,380 I. E./mg Die Ausbeute an internationalen Einheiten beträgt 55 bis 58 0/o.
  • I)ie klinischen Studien und die Gehaltsbestim-Inungen an Penicillin haben ferner gezeigt, daß unter den im vorangegangenen beschriebenen injizierbaren Verbindungen die besten Resultate mit dem Penici llinsalz von [5-Vinylchinuclidyl-(2)]-[6-methoxychinolyl-(4)]-carbinol (Chininpenicillinat) erhalten werden, das nach dem Vorstehenden durch Einwirkung von Penicillinsäure auf das [5-Vinylchinuclidyl-(2)]-[6-methoxychinolyl-(4)]-carbinol im Chloroform als Medium unter späterer Zugabe von Petroläther hergestellt wird.
  • Die im nachfolgenden beschriebene weitere Ausbildung der Erfindung hat zwei Abwandlungen in der Darstellung der im vorangegangenen beschriebenen Verbindung zum Gegenstand, welche die Herstellung derselben in reinem Zustand auf wirtschaftliche Weise und mit einer ausgezeichneten Ausbeute ermöglicht. L)ie eine der Abwandlungen besteht darin, daß man Penicillinsäure auf die Chininbase in einem Lösungsmittel, das teilweise in Wasser lislich ist, und die Auskristallisation des gewünschten Salzes ermöglicht, z. 13 in Methyläthylketon, reagieren läßt. Die andere Abwandlung besteht in einer doppelten Umsetzung eines gebräuchlichen Penicillinsalzes mit einem geeigneten Chininsalz, z. 13. dem Formiat, in einem wäßrigen Medium, dem man ein Lösungsmittel mit den oben beschriebenen Eigenschaften zugegeben hat. Diese beiden Verfahren ermöglichen die Herstellung des gewünschten Salzes auf eine noch wirtschaftlichere Weise und mit größtmöglichster Ausbeute, 13 e i s p i e 1 3 10 Millionen Penicillineinheiten (ungefähr 6 i)is 7 g) in Form eines handelsüblichen kristallinischen Salzes (Natrium- oder Kalium- oder Triäthylaminsalz od. dgl.) werden bei + 2° C in 50ccm destilliertem, sterilem Wasser gelöst und die Lösung mit 50 ccm reinem Methyläthylketon versetzt. Die auf + 20 C gehaltene Mischung wird unter ständiger Rührung durch Zugabe von verdunnter 20%iger Phosphorsäure allmählich auf einen pn-Wert von 2,5 angesäuert. Die wäßrige Phase wird abgegossen und bei demselben pH-Wert noch dreimal nacheittander mit 15 ccm, 15 ccm und 10 ccm Methyläthylketon extrahiert. Die vier Extrakte werden vereinigt und nacheinander mit 15 ccm, 10 ccm und 5 ccm destilliertem Wasser gewaschen. Die auf diese Weise erhaltene Lösung von Penicillinsäure in Methyläthylketon enthält 950/o der gesamten Aktivität des angewandten Penicillinsalzes. Sie wird alsbald langsam und unter ständigem Bewegen bei einer Temperatur von + 2 °C mt einer Lösung von reiner Chinin base versetzt, welche auf folgende Weise hergestellt worden ist: Man verwendet eine solche Menge Chinin (reines Hydrat nach französischem Kodex [PM 378j), die einem Gewicht an wasserfreiem Chinin (PM 324) entspricht, das der Gewichtsmenge der angewandten Penicillinsäure (PM 334) gleichkommt. Dies stellt einen 30/oigen Überschuß an Chinin dar, bezogen auf die theoretische, äquimonekulare Reaktionsgleichung des Penicillins G auf [5-VinylchinucliQvl - (2)] - [6-methoxychinolyl- (4) j -carbinol, um das basische Penicillat des Chinins zu erhalten.
  • Die so bemessene Menge an Chinin wird in reinem, wasserfreiem Methyläthylketon (Siedepunkt 78 bis 790) aufgelöst, wobei man 8 ccm Lösungsmittel auf 1 g wasserhaltiges Chinin anwendet und auf 400 C erhitzt. Die Lösung wird, wenn nötig, durch eine leichte Behandlung mit einem Gemisch von Adsorptionskohle und entfärbend wirkender Erde (Bleicherde) gereinigt und filtriert. Die Umsetzung vollzieht sich durch Mischung der beiden Lösungen bei einer Temperatur von + 20 C ohne Verlust an Aktivität.
  • Die schließlich erhaltene Lösung wird unter verinindertem Druck (25 bis 30 mm Hg-Säule) in einem Destillierapparat, der mit einem bei - I50 C arbeitenden Kondensator ausgestattet ist, konzentriert, wobei die Temperatur der Lösung während der Konzentration nicht + 150 C überschreiten soll. Das Volumen der Lösung wird auf diese Weise bis auf 30 ccm vermindert. Es wird sofort einer sterilisierenden Filtration über eine Seitz-Alembran unterworfen und das Konzentrat bei + 20 C erkalten gelassen und auf dieser Temperatur während 12 Stunden gehalten. Die Austsristallisation der Verbindung ist dann beendet (Kristallmasse). Die kristallinische Masse kann nach den üblichen Verfahren filtriert und unter vorinindertem Druck vollkommen getrocknet werden. Die Ausbeute an vollkommen kristallisierter Substanz beträgt 85 bis go0 C der Aktivität des als . \ tt sgangsmaterial angewandten Penicillinsalzes.
  • Beispiel 4 10 Millionen Penicillineinheiten in Form eines handelsüblichen kristallisierten Salzes (Natrium-oder Kaliumsalz od. dgl.) werden in 19 ccm destilliertem, sterilem, auf + 20 C abgekühltem Wasser aufgelöst. Man bestimmt durch quantitative Analyse das Gewicht der in der Lösung in Salzform enthaltenen freien Penicillinsäure. Gleichzeitig stellt man zwecks doppelter Umsetzung auf folgende Weise eine Chininlösung her: Eine bestimmte Menge von Chinin (reines Hydrat gemäß Kodex), die einem Gewicht von wasserfreiem Chinin entspricht, das dem um I00/o vermehrten Gewicht der Penicillinsäure gleichkommt, eine Menge, welche einen Überschuß an Chininbase von I30/o gegenüber der theoretischen äquimonekularen Reaktionsgleichung darstellt, die hasisches Chininpenicillat liefert, wird in 75 com destillierten, sterilen Wassers suspendiert.
  • Die Suspension wird nach und nach unter ständigem Rühren mit reiner, auf 5o0/o verdünnter Ameisensäure bis zur vollständigen Auflösung des Chinins versetzt, ohne daß hierbei das PH unterhalli von 5 fällt. Hierbei berichtigt man den p-Wert der erhaltenen Lösung durch Zugabe von wenig reiner kaustischer Soda auf 5,3 bis 5,4. Die Lösung von Chininforntiat wird sofort auf 60t C erhitzt und bei dieser Temperatur gehalten, um jede Kristallisation zu vermeiden. Falls nötig, wird sie durch eine leichte Behandlung mit Adsorptionskohle und nachfolgender Filtration in der Hitze gereinigt. Die Lösung des Chininformiats die ständig auf 600 C gehalten wird, wird durch Filtration durch eine Seitz-Äfembran sterilisiert.
  • Während dieser Zeit wird die wäßrige Lösung des Penicillinsalzes gleichfalls über eine Seitz-Memibran bei einer Temperatur von + 20 C filtriert. Sofort nach der Filtration läßt man auf das letztgenannte Filter 12,5 ccm reines, auf + 20 C abgekühltes Methyläthylketon laufen, wobei das auf diese Weise sterilisierte Lösungsmittel mit der sterilen Lösung des Penicillinsalzes vereinigt wird. Die Lösung des Penicillins im Gemisch von Wasser und Methyläthylketon, die auf + 20 C abgekühlt ist, wird nach und nach in einem gekühlten Mischer, welcher mit einem kräftig und schnell arbeitenden Rührwerk versehen ist, mit der wäßrigen Lösung des auf 400 C gehaltenen Chinin formiats versetzt. Die Kristallisation des Chininpenicillats setzt schnell ein und erfolgt in feinen, sehr reinen Kristallen nach Maßgabe und in dem Umfang des Mischens der beiden Lösungen, wobei sich der Vorgang der doppelten Umsetzung augenblicklich vollzieht. Weim das Mischen beendet ist, wird das Rühren noch während 10 Minuten aufrechterhalten. Dann wird die Kristallisation durch Stehenlassen während 48 Stunden im geschlossenen Gefäß bei +2° C vervollständigt. Nach dieser Zeit wird die kristallinische Masse auf einem Vakuumfilter abgesaugt. Die Kristalle werden durch Suspension in 50 ccm destilliertem, sterilem Wasser gewaschen, abgesaugt und mit 20 ccm sterilem Wasser nachgewaschen. Sie werden dann bei gewöhnlicher Temperatur in Gegenwart eines ausgesprochenen Entwässerers im Vakuum getrocknet.
  • Die Ausbeute an vollständig kristallisierter Verbindung beträgt go bis 950in der Aktivität des angewandten Penicillinsalzes.
  • Die charakteristischen Merkmale des auf diese Weise erhaltenen kristallisierten Chininpenicillats sind folgende: Titer: goo I. E./mg.
  • Stabilität: Verlust an Aktivität durch Erhitzen auf 100° C während 4 Tagen geringer als 200/0.
  • Die Erfindung ist natürlich keineswegs auf die im obigen gegebenen Einzelheiten ihrer Aus- führung beschränkt. Insbesondere können die angewandten Lösungsmittel und Konzentrationen geändert werden, desgleichen auch die Bedingungen, unter denen gearbeitet wird, ohne daß man dabei den Bereich der Erfindung überschreitet, die sich auch auf die verschiedensten Abwandlungen bekannter Penicillinsorten anwenden läßt.

Claims (4)

  1. P A T E N T A N S P R Ü C H E: I. Verfahren zur Herstellung von Penicillinverbindungen mit verlängerter Wirkung, dadurch gekennzeichnet, daß man freies Penicillin mit einer organischen Base, vorzüglich einer solchen, welche dem Chinin oder anderen Alkaloiden verwandt ist, oder einer Pyrazolbase, welche in Wasser unlöslich, dagegen in organischen Lösungsmitteln löslich ist, bindet, worauf die auf diese Weise gebildete, in Wasser und in Blutserum wenig lösliche Verbindung in Form einer Ölemulsion oder in eine Lösung in einem organischen Lösungsmittel oder in eine Suspension in Wasser übergeführt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß man Penicillinsäure auf die Chininbase in Lösung in einem Lösungsmittel einwirken läßt, welches mit Wasser teilweise mischbar ist und die Kristallisation des erstrebten Salzes ermöglicht, insbesondere in Gegenwart von Methyläthylketon.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man das Verfahren durch doppelte Umsetzung eines handelsüblichen Penicillinsalzes mit einem geeigneten Chininsalz, insbesondere Chininformiat, in einem wäßrigen Medium durchführt, dem man ein teilweise in Wasser lösliches und die Kristallisation des Chininpenicillats leicht ermöglichendes Lösungsmittel, insbesondere Methyläthylketon, zugegeben hat.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch I bis 3, gekennzeichnet durch die Verwendung folgender Allkaloidbasen: [5 -Vinylchinuclidyl - (2)],-1 6-methoxychinolyl- (4)] -carbinol oder [5-Vinylehilluclidyl - (2)] - [chynolyl - (4)1 - carbinol oder [5-Vinylchinuclidyl-(2)]-[6-hydroxycliiiiolyl-(4) 1 -carbinol.
DEL3648A 1947-09-24 1950-09-08 Verfahren zur Herstellung von Penicillinverbindungen mit verlaengerter Wirkung Expired DE853794C (de)

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