DE840999B - Verfahren zur Herstellung von unsymm. substituierten 4,4'-Diaminostilben-2,2'-disulfonsäuren - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von unsymm. substituierten 4,4'-Diaminostilben-2,2'-disulfonsäurenInfo
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Description
(WiGBL S. 175)
AUSGEGEBEN AM 9. JUNI 1952
G 2053 IVc j 12p
Das vorliegende Verfahren betrifft die Herstellung von optischen Aufhellungsmitteln, d. h. von praktisch
farblosen bzw. leicht gelb gefärbten Substanzen, die in sehr geringer Menge auf ein mehr oder weniger
weißes Substrat gebracht im ultravioletten Licht und im Tageslicht, angeregt durch den ultravioletten
Strahlungsanteil desselben, blau fluoreszieren und dadurch auf dem Substrat einen optischen Bleicheffekt
hervorrufen. Genauer ausgedrückt handelt es sich um eine Verbesserung im Verfahren zur Herstellung
von optischen Aufhellungsmitteln aus 4, 4'-Diaminostilben-2, 2'-disulfonsäure durch unsymmetrische
Substitution der beiden Aminogruppen dieser Verbindung einerseits mit einem 1, 3, 5-Triazinylrest
und andererseits mit einem Acylrest, der einen besonders günstigen optischen Effekt des Endproduktes
bewirkt.
Es ist schon längere Zeit bekannt, daß Derivate der 4, 4'-Diaminostilben-2, 2'-disulfonsäure, die an den
Aminogruppen entweder durch zwei Triazinylreste ao oder durch zwei Benzoylreste substituiert sind, die
Eigenschaft besitzen, auf mehr oder weniger weißen Substraten durch Fluoreszenz im Tageslicht als optische
Aufhellungsmittel zu wirken, indem sie die gelbliche Eigenfarbe nicht ganz vollkommen weißer a$
Substrate durch mehr oder weniger reine, blaue Strahlung kompensieren. Damit dies möglichst vollkommen
geschehen kann und ein möglichst reinweißer Aspekt
entsteht, sollte vom Wirkstoff ein sehr reines, blaues
Fluoreszenzlicht emittiert werden, und darum genügt ein optisches Bleichmittel nur dann modernen Ansprüchen,
wenn es diese Bedingung möglichst weitgehend erfüllt.
Nun emittieren die gewöhnlichen Acylderivate der 4, 4'-Diaminostilben-2, 2'-disulfonsäure, beispielsweise
das Dibenzoylderivat, im allgemeinen ein viel zu rotes schwaches Fluoreszenzlicht, während die Di-(i,
3, 5-triazinyl)-Verbindungen wohl in kleinen Konzentrationen blau fluoreszieren, dabei aber bestimmte,
für gewisse Anwendungen unerwünschte Eigenschaften besitzen, insbesondere eine zu ausgesprochene Affinität
zur Cellulosefaser. Sie reichern sich darum bei wiederholter Behandlung dieser Fasern mit Waschoder
Spülflotten, die solche Ditriazinylaminostilben-2, 2'-disulfonsäuren als Zusätze enthalten, in einem
Ausmaß an, daß bald ein viel zu starkes, unangenehm rötlich flimmerndes Fluoreszenzlicht auftritt.
Man hat darum bald versucht, durch gemischte Kombinationen, die einerseits einen Triazinylrest und
andererseits einen Acylrest als Substituenten der beiden Aminogruppen der 4, 4'-Diaminostilben-2, 2'-disulfonsäure
enthalten, die Substantivität der Ditriazinylverbindungen herabzusetzen. Nun ist es aber
sehr schwierig, einen dem Triazinylrest einigermaßen äquivalenten Acylrest zu finden, der ähnlich intensiv
die Fluoreszenz anregt, ein möglichst reinblaues Fluoreszenzlicht erzeugen und dabei sehr lichtecht
sein sollte. Der einfache Benzoylrest kommt wegen seiner geringen Fluoreszenzkraft und der erzeugten
roten Nuance dabei nicht in Betracht. Auch weitere bisher vorgeschlagene Acylreste befriedigen bis jetzt
wegen zu roter Nuance nicht. Ferner sind die als gute Fluoreszenzgeneratoren bekannten, in 4-Stellung
des Benzolrings aminosubstituierten Benzoylreste leider so lichtunecht, daß sie außer Betracht fallen,
überdies setzen sie die Substantivität der Stilbenverbindung nicht herab.
-N
Es wurde nun gefunden, daß sich ganz bestimmt substituierte Benzoylreste, die sich von technisch
leicht zugänglichen und wohlfeilen Garbonsäuren der Benzolreihe ableiten, zufolge Erzeugung einer intensiven,
blauen Fluoreszenz bei guter Lichtechtheit sehr gut zur Kombination mit 1, 3, 5-Triazinylresten
eignen, nämlich bei der Herstellung von unsymmetrisch substituierten 4, 4'-Diaminostilben-2, f'-disulfonsäuren.
Sie ergeben in dieser Kombination ausgezeichnet geeignete optische Aufhellungsmittel für
Cellulosefasern, die sich vor den symmetrischen Dibenzoylderivaten durch eine erwünschte, etwas grüner
blaue Fluoreszenz und vor den Ditriazinylderivaten durch eine weniger große Haftfestigkeit auf den Cellulosefasern
auszeichnen. Diese erfindungsgemäßen Benzoylreste sind solche, die in ortho-Stellung zur
Carbonylgruppe eine substituierte oder unsubstituierte niedermolekulare Alkoxygruppe enthalten und
die gegebenenfalls im Benzolring an beliebiger Stelle noch durch eineMethylgruppe substituiert sein können,
wobei diese Methylgruppe in para-Stellung zur Carbonylgruppe eine besonders intensive Fluoreszenz
erzeugt, so daß die den 4-Methyl-2-alkoxybenzoylrest enthaltenden unsymmetrisch substituierten erfindungsgemäßen
Stilbenderivate als die wertvollste Klasse der nach vorliegendem Verfahren erhältlichen optischen
Aufhellungsmittel bezeichnet werden kann.
Man erhält die erfindungsgemäßen optischen Aufhellungsmittel, indem man auf eine an einer Arninogruppe
durch entweder einen 1, 3, 5-Triazinylrest oder einen gegebenenfalls methylsubstituierten 2-A'koxy-
bzw. 2-Acyloxybenzoylrest monosubstituierte 4,4'-Diaminostilben-2,
2'-disulfonsäure eine reaktionsfähige Verbindung des andern der zwei vorgenannten Reste
bis zum Verschwinden der primären Aminogruppen einwirken läßt, wobei man gegebenenfalls die Acyloxygruppen
unter milden Bedingungen zu Hydroxylgruppen verseift und diese anschließend alkyliert,
so daß Verbindungen der allgemeinen Formel
-NH-
V-CH = CH- -NH-CO
SO, H HO1S R-O
entstehen, worin X Halogen, eine Hydroxylgruppe und vorzugsweise einen Aminrest, Y Wasserstoff oder
eine Methylgruppe und R einen substituierten oder unsubstituierten niedermolekularen Alkylrest bedeuten.
Die wertvollste Klasse in Hinsicht auf den Benzoylrest bilden dabei, wie schon betont, die 4-Methyl-2-alkoxybenzoylverbindungen
und darin, in Hinsicht auf den Alkylrest der Alkoxygruppe, die eine Methoxy-, die eine Äthoxy- und die eine /3-Oxyäthoxygruppe
enthaltenden Verbindungen, weil diese Gruppen ebenfalls die Fluoreszenzintensität noch unterstützen
und dabei leicht einzuführen sind.
Die erfindungsgemäß verwendbaren Monosubstitutionsprodukte der 4, 4'-Diaminostilben-2, 2'-disulfonsäure
erhält man aus der technisch leicht zugänglichen 4-Nitro-4'-aminostilben-2, 2'-disulfonsäure durch Substitution
der primären Aminogruppe mit einer reaktionsfähigen i, 3, 5-Triazinylverbindung oder einer
erfindungsgemäß substituierten Benzoylverbindung und anschließende Reduktion der Nitrogruppe zur
primären Aminogruppe.
Als reaktionsfähige 1, 3, 5-Triazinylverbindungen
kommen die Halogenide in Frage, besonders das Cyanurchlorid, das als solches oder auch in Form
von bereits teilweise mit Aminresten substituierten Derivaten zur Verwendung gekangen kann, beispielsweise
als Alkalisalz des Umsetzungsproduktes mit Metanilsäure in wäßriger Lösung, wobei man gegebenenfalls
in irgendeiner dazu geeigneten Stufe der Reaktionsreihe die weiteren Halogenatome mit
Alkali durch die Hydroxylgruppe oder mit Ammoniak oder primären und sekundären Aminen der aliphatischen
oder der Benzolreihe durch Aminreste ersetzen kann. Erfindungsgemäße Verbindungen, worin
X die Bedeutung der primären Aminogruppe oder von niederen aliphatischen, besonders auch von
niederen aliphatischen hydroxylsubstituierten Aminogruppen hat, sind wegen der Löslichkeitseigenschaften
besonders günstig. Gegebenenfalls können nach dem Verfahren der schweizerischen Patentschrift 237 394
Oxymethylgruppen in primäre Aminogruppen des i, 3, 5-Triazinylrestes auch erst nachträglich eingeführt
werden.
Zur Einführung der erfindungsgemäß substituierten Benzoylreste können, soweit zugänglich, die Benzoylhalogenide
dienen. Nun sind aber die gegebenenfalls im Benzolring methylsubstituierten 2-(Oxyalkyloxy)-benzoylhalogenide
aus den entsprechenden Carbonsäuren mit halogenierenden Mitteln, wie Thionylchlorid
oder Phosphorhalogeniden, nicht darstellbar, weil bei deren Einwirkung die aliphatisch gebundene
Hydroxylgruppe ebenfalls durch Halogen ersetzt wird und im Umsetzungsprodukt nicht so leicht wieder in
die Hydroxylgruppe zurückverwandelt werden kann. Man muß sich darum zu deren Herstellung eines Verfahrens
bedienen, das darin besteht, daß man auf erfindungsgemäß verwendbare Aminostilbenderivate
zuerst 2-Acyloxybenzoylhalogenide, beispielsweise AcetylsalicylsäurechloridoderAcetylkresotinsäurechloride,
einwirken läßt, dann in irgendeiner dazu geeigneten Stufe des Herstellungsprozesses die Acyloxygruppen
unter milden Bedingungen zu Hydroxylgruppen verseift, was bemerkenswerterweise ohne die geringste
Veränderung der Benzoylaminobindung geschehen kann, und hierauf diese Hydroxylgruppen alkyliert,
beispielsweise mit Glykolchlorhydrin oder mit GIycerinchlorhydrin.
Sehr gut kann dieses Verfahren aber auch zur Herstellung von nicht oxyalkylsubstituierten
Verbindungen dienen, indem man beispielsweise die Hydroxylgruppen mit Dimethyl- oder
Diäthylsulfat alkyliert.
Die Umsetzung der erfindungsgemäß verwendbaren Aminostilbensulfonsäuren mit den reaktionsfähigen
Derivaten der erfindungsgemäß substituierten Benzoesäuren oder den reaktionsfähigen Triazinylverbindungen
geschieht zweckmäßig mit den wäßrigen Lösungen der Alkalisalze der ersteren bei niederer,
gewöhnlicher oder leicht erhöhter Temperatur in Gegenwart von mineralsäureabstumpfenden Mitteln,
wie Natriumacetat, oder von säurebindenden Mitteln, wie Natriumcarbonat, Magnesiumoxyd, Magnesiumoder
Calciumcarbonat, und von inerten, mit Wasser nicht mischbaren organischen Lösungsmitteln für die
Benzoylhalogenide, wie Benzol, Toluol, Chlorbenzol, Nitrobenzol, unter gutem Rühren in heterogener
Phase. Man kann aber auch mit Wasser mischbare organische Lösungsmittel für die erfindungsgemäß
verwendbaren reaktionsfähigen Derivate zugeben, die als Lösungsvermittler wirken, z. B. Aceton, wie es üblich
ist beim Umsatz mit Cyanurchlorid.
Die erfindungsgemäßen 4-(2"-Alkoxybenzoyl- bzw. - Alkoxymethylbenzoylamino) - 4' - triazinylaminostil -ben-2, 2'-disulfonsäuren stellen in Substanz in Form
ihrer Alkalisalze mehr oder weniger stark gelblich gefärbte Pulver dar, die sich in Wasser, besonders
gut in der Wärme- praktisch farblos auflösen und schon in sehr geringer Menge auf mehr oder weniger ■
weißer Cellulose auch aus sehr stark verdünnten Lösungen einen sehr schönen optischen Bleicheffekt
hervorrufen.
Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Erfindung, ohne sie zu beschränken. Die Teile sind als
Gewichtsteile und die Temperaturen als Centigrade zu verstehen. Gewichtsteile stehen zu Volumteilen
im gleichen Verhältnis wie Kilogramm zu Liter.
40 Teile 4-Nitro-4'-aminostilben-2, 2'-disulfonsäure werden in 800 Teilen Wasser unter Zusatz von 10,6
Teilen calc. Soda gelöst und,nach Zugabe von 27,2
Teilen kristallisiertem Natriumacetat bei ο bis 50 mit einer Lösung von 42,5 Teilen 2-Acetoxy-4-methylbenzoylchlorid in 150 Teilen Benzol während 10
Stunden kräftig verrührt. Man neutralisiert nun mit ^•/„iger Sodalösung, bis das Gemisch lackmusneutral
reagiert, erhitzt auf 80 bis 90° und gibt bei dieser Temperatur unter Umrühren so viel Soda zu, bis das
Reaktionsgemisch dauernd phenolphthaleinalkalisch reagiert. Das Benzol wird am absteigenden Kühler
abdestilliert und nach Zugabe von 60 Teilen Kochsalz die wäßrige Suspension erkalten gelassen. Das durch
Absaugen isolierte Dinatriumsalz der 4-Nitro-4'-(2 " - oxy-4'' - methylbenzoylamino) - stilben -2, 2' - disulfonsäure
bildet nach dem Trocknen ein orangegelbes, gut wasserlösliches Pulver.
57,8 Teile 4-nitro-4'-(2"-oxy-4"-methylbenzoylamino)-stilben-2,
2'-disulfonsaures Natrium werden in 600 Volumteilen Wasser und 4 Teilen NaOH ioo°/0
gelöst und bei 55 bis 65° unter gutem Rühren mit 15,4 Teilen Diäthylsulfat versetzt. Man rührt bei
55 bis 65° nach, bis das Gemisch neutral oder nur noch schwach phenolphthaleinalkalisch reagiert, stellt
durch Zugabe von Natronlauge deutlich phenolphthaleinalkalische
Reaktion her, läßt erkalten und no
saugt das Reaktionsprodukt, eine gelbe, kristalline Masse, ab. Das auf diese Art erhaltene Dinatjiumsalz
der 4-Nitro-4'-(2"-äthoxy-4"-methylbenzoylamino)-stilben-2, 2'-disulfonsäure wird in üblicher Weise nach
dem Verfahren von Bechamp mit Gußeisenpulver und Essig- oder Salzsäure zur 4-Aminb-4'-(2"-äthoxy-4"-methylbenzoylamino)-stilben-2,
2'-disulfonsäure redu ziert. Letztere stellt ein schwachgelbliches bis rötliches
Pulver dar, welches unter Zusatz von alkalischen Mitteln in Wasser klar löslich ist. iao
26,6Teile4-Amino-4'-(2"-äthoxy-4"-methylbenzoylamino)-stilben-2,
2'-disulfonsäure werden in 8ooTeilen Wasser und 5,3 Teilen calcinierter Soda neutral gelöst
und bei —2 bis o° unter gutem Rühren mit einer
acetonischen Lösung von 9,25 Teilen Cyanurchlorid 1*5
versetzt, wobei durch gleichzeitige Zugabe von
i5°/0-iger Sodalösung das Reaktionsgemisch neutral bis
schwach sauer gehalten wird. Die mit Soda neutral gehaltene Reaktionsmischung wird nachgerührt, bis
keine primären Aminogruppen mehr nachweisbar (Diazoreaktion) sind. Sollten auch nach längerem
Nachrühren noch diazotierbare Aminogruppen nachweisbar sein, so gibt man nochmals eine geringe
Menge Cyanurchlorid zu, bis die Diazoreaktion ausbleibt. Das so erhaltene primäre Kondensationsprodukt
wird nun mit überschüssigem, wäßrigem Ammoniak versetzt und dann auf 90 bis ioo° erhitzt,
wobei das Aceton mittels absteigendem Kühler abdestilliert und wiedergewonnen wird. Unter Zugabe
von Ammoniak hält man das Gemisch bei 90 bis ioo° während I1Z2 Stunden deutlich phenolphthaleinalkalisch,
filtriert heiß und salzt mit iooTeilen Kochsalz aus. Das erhaltene Dinatriumsalz der
4-[2'",4'"-Diaminotriazinylamino-(6'")]-4'-(2"-äthoxy-4"-methylbenzoylamino)-2,2'-disulfonsäure
(Ausbeute
ao 30 bis 34 Teile), ein gelbliches, gut wasserlösliches Pulver, besitzt gute Celluloseaffinität. Die Ausfärbungen
auf Ceilulosefasern zeigen im ultravioletten Licht und im Tageslicht eine sehr intensive blaue bis
blaugrüne Fluoreszenz. Dank diesen koloristischen Eigenschaften eignet sich die neue Verbindung vorzüglich
zum Aufhellen von Cellulosefaserprodukten aller Art.
Zu Verbindungen mit ganz ähnlichen Eigenschaften gelangt man, wenn das primäre Kondensationsprodukt
aus 4-Amino-4'-(2"-ätnoxy-4"-methylbenzoylaniino)-stilben-2,2'-disulfonsäure
und Cyanurchlorid statt mit Ammoniak mit einem Überschuß eines primären
oder sekundären Amins, wie z. B. Methylamin, Äthylamin,
Monoäthanolamin, Diäthanolamin oder Aminopropandiol umgesetzt wird.
40 Teile 4-Nitro-4'-aminostilben-2,2'-disulfonsäure werden in 800 Teilen Wasser unter Zusatz von
10,6 Teilen calcinierter Soda gelöst und bei 0 bis 50 mit einer 20°/0igen Lösung von 2-Methoxy-4-methylbenzoylchlorid
in Aceton unter Zusatz von Soda acyliert (lackmussauer bis schwach brillantalkalisch),
bis eine Probe keine diazotierbaren Aminogruppen mehr enthält. Durch Zusatz von 100 Teilen Kochsalz
wird das so erhaltene Dinatriumsalz der 4-Nitro-4'- (2 "-methoxy-4"-methylbenzoylamino) -st ilben-2,2 '-disulfonsäure
ausgesalzen und direkt nach der Methode von Bechamp zur 4-Amino-4'-(2"-methoxy-4"-methylbenzoylamino)-stilben-2,2'-disulfonsäure
reduziert.
9,25 Teile Cyanurchlorid werden bei o° in 400 Teilen Wasser suspendiert und unter Rühren mit einer
Lösung von 25,9 Teilen 4-Amino-4'-(2"-methoxy-4"-methylbenzoylamino)
- stilben- 2,2' - disulfonsäure, 5,3 Teilen calcinierter Soda und 800 Teilen Wasser versetzt.
Die frei werdende Salzsäure wird durch allmähliche Zugabe von Soda neutralisiert. Das so erhaltene
primäre Kondensationsprodukt wird nicht isoliert, sondern direkt mit einer Lösung von 6,5 Teilen
Anilinchlorhydrat in 20 Teilen Wasser versetzt, anschließend bei einer Temperatur von 10 bis 200 mit
Soda schwach lackmussauer gehalten, bis kein Anilin mehr nachweisbar ist. Das restliche austauschbare
Chloratom in diesem sekundären Kondensationsprodukt wird bei 90 bis ioo° durch Zusatz von Soda
(phenolphthaleinalkalisch) in bekannter Weise zur Hydroxylgruppe verseift. Die heiße Lösung wird
filtriert und das Reaktionsprodukt durch Zusatz von 100 Teilen Kochsalz ausgesalzen. Die neue, in einer
Ausbeute von 35 bis 37 Teilen erhaltene Verbindung, das Dinatriumsalz der 4-[2'"-Anilino-4'"-oxytriazinylamino-(6'")]-4'-(2"-methoxy-4"-methylbenzoylamino)-
stilben-2,2'-disulfonsäure, bildet nach dem Trocknen ein hellgelbes, wasserlösliches Pulver, dessen wäßrige
Lösung vorzüglich geeignet ist, um gelblich aussehenden, ungefärbten Cellulosefaserprodukten ein
rein weißes Aussehen zu verleihen. Die Fluoreszenznuance dieses Produktes ist ebenfalls blau bis blaugrün,
die Stärke jedoch bleibt hinter den unter Beispiel" 1
beschriebenen Produkten etwas zurück.
Ersetzt man in diesem Beispiel das Anilinchlorhydrat durch 7,17 Teile N-Methylanilinchlorhydrat oder 7,17
Teile Toluidinchlorhydrat, so werden Produkte erhalten mit ganz ähnlichen Eigenschaften.
57,8 Teile 4-nitro-4'-(2"-oxy-4"-methylbenzoylamino)-stilben-2,2'-disulfonsaures
Natrium, wie es nach Beispiel 1 erhalten wird, löst man in 600 Teilen
Wasser, setzt 4 Teile NaOH 100% zu und tropft bei
60 bis 700 unter Rühren 8,05 Teile Äthylenchlorhydrin zu. Man rührt bei 60 bis 700 nach, bis das
Gemisch neutral oder nur noch schwach phenolphthaleinalkalisch reagiert, stellt durch Zugabe von
Natronlauge deutlich phenolphthaleinalkalische Reaktion her und salzt mit 100 Teilen Kochsalz aus.
Das auf diese Art erhaltene Dinatriumsalz der 4-Nitro-4'-(2"-/3-oxyäthoxy-4"-rnethylbenzoylamino)-stilben-2,2'-disulfonsäure
wird in üblicher Weise nach dem Verfahren von BeOhamp zur 4-Amino-4'-(2"-/S-oxyäthoxy-4'
'-methylbenzoylamino) -s tilben-2,2 '-disulfonsäure
reduziert. Letztere kondensiert man analog dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren mit Cyanurchlorid
und Ammoniak. Man erhält so das Dinatriumsalz der 4-[2'", 4"'-Diaminotriazinylamino-(6"')]-4'
- (2 "-jS-oxyäthoxy- 4'' -methylbenzoylamino) - stilben-2,2'-disulfonsäure,
ein gelbliches, leicht wasserlösliches Pulver mit ähnlichen koloristischen Eigenschaften
wie die nach Beispiel 1 herstellbaren Verbindungen. Ausbeute: 50 bis 60 Teile.
Auch in diesem Beispiel führt der Ersatz des Ammoniaks durch primäre oder sekundäre Amine,
wie z. B. Methylamin, Äthylamin oder Diäthanolamin, zu ganz analogen Produkten.
40 Teile 4-Nitn>4'-aminostilben-2,2'-disulfonsäure
werden in 800 Teilen Wasser unter Zusatz von 10,6 Teilen calcinierter Soda gelöst und bei o° mit
18,5 Teilen pulverisiertem Cyanurchlorid gut ver- iao
rührt und durch Zugabe von Soda schwach kongosauer gehalten. Sobald keine Aminogruppen mehr
vorhanden sind, stellt man mit Soda lackmusneutral und setzt erst bei 20 bis 25° mit 17,3 Teilen Metanilsäure
und dann bei 90 bis 950 mit 9,3 Teilen Anilin in Gegenwart vonje isTeilen kristallisiertem Natrium-
acetat um. Das Reaktionsprodukt wird nach Bechamp mit Eisen und Salzsäure reduziert und die erhaltene
Aminoverbindung bei 5 bis io° mit Acetyl-o-kresotinsäurechlorid
und Soda in bekannter Weise acyliert, bis keine primären Aminogruppen mehr nachgewiesen
werden können. Man verseift nun die Acetylgruppe mit Soda bei 80 bis 900, bis bleibende phenolphthaleinalkalische
Reaktion herrscht und äthyliert bei 60 bis 700 mit 15,4 Teilen Diäthylsulfat und 4 Teilen Natronlauge
ioo°/0. Die durch Aussalzen isolierte 4-12'"-Sulfanilino
- 4'" - anilinotriazinylamino - (6'")] - 4' - (2"-äthoxy-3"-methylbenzoylamino)-stilben-2,2'-disulfon-
säure bildet nach dem Trocknen ein hellgelbes Pulver und eignet sich dank seinen fluoreszierenden Eigenschäften
und guter Celluloseaffinität zum Aufhellen von Weißwasche. Ausbeute: 70 bis 80 Teile. Die
Wirkung dieses Produktes als Aufhellungsmittel ist jedoch merklich schwächer als bei den nach den Beispielen
ι bis 3 erhaltenen Verbindungen.
Ein ganz ähnlich wirksames Aufhellungsmittel kann erhalten werden, wenn man in obigem Beispiel das
Acetyl-o-kretosinsäurechlorid durch Acetyl-p-kresotinsäurechlorid
ersetzt. Ein wesentlich wirksameres Produkt wird jedoch erhalten, wenn man an Stelle
von Acetyl-o-kresotinsäurechlorid Acetyl-m-kresotinsäurechlorid
verwendet und sonst gleich verfährt.
51,8 Teile 4-Amino-4'-(2"-äthoxybenzoylamino)-stilben-2,2'-disulfonsäure,
erhalten beispielsweise aus 4-Nitro-4'-aminostilben-2,2'-disulfonsäure durch Acylierung
mit 2-Äthoxybenzoylchlorid und Reduktion nach Bechamp, werden in 1000 Teilen Wasser unter
Zusatz von 10,6 Teilen calcinierter Soda gelöst und bei 0° mit 18,5 Teilen Cyanurchlorid nach dem in
Beispiel 1 angegebenen Verfahren umgesetzt. Das erhaltene primäre Kondensationsprodukt wird ebenfalls
wie in Beispiel 1 beschrieben, mit Ammoniak weiter kondensiert und das Reaktionsprodukt durch
Aussalzen isoliert. Das so erhaltene Dinatriumsalz der 4-[2'",4'"-Diaminotriazinylamino-(6'")]-4'-(2"-äthoxybenzoylamiho)-stilben-2,2'-disulfonsäure
bildet ein schwach gelbliches Pulver und eignet sich zum Aufhellen von ungefärbten Cellulosefaser^ Ausbeute:
65 bis 70 Teile. Dieses Produkt steht bezüglich der Stärke des Fluoreszenzlichtes hinter den nach Beispielen
ι bis 3 erhaltenen Produkten wesentlich zurück.
\
C N
C N
/■
N C —NH-/
N C —NH-/
>— CH = CH
TMH CC\ / X
Ersetzt man in Beispiel 2 das 2-Methoxy-4-methylbenzoylchlorid durch eine äquivalente Menge 2-Isobutoxy-4-methylbenzoylchlorid,
so erhält man das Dinatriumsalz der 4-[2'"-Anilino-4'"-oxytriazinylamino
- (6'")] - 4' - (2" - isobutoxy - 4" - methylbenzoylamino)-stilben-2,2'-disulfonsäure.
Die Alkalisalze dieser Verbindung besitzen eine etwas geringere Wasserlöslichkeit.
Das Produkt ist jedoch dank seiner intensiven Fluoreszenz und guten Affinität zur
Cellulosefaser ein vorzügliches Aufhellungsmittel für Weißwäsche.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Verfahren zur Herstellung von unsymm. substituierten 4,4'-Diaminostüben-2,2'-disulfonsäuren der allgemeinen FormelSO3HHO3S R-Oworin X Halogen, eine Hydroxylgruppe oder einen Aminrest, Y Wasserstoff oder eine Methylgruppe und R einen niedermolekularen substituierten oder unsubstituierten Alkylrest bedeuten, dadurch gekennzeichnet, daß man auf eine an einer Aminogruppe entweder durch einen 1,3,5-Triazinylrest oder durch einen gegebenenfalls methylsubstituierten 2-Alkoxy- bzw. 2-Acyloxybenzoylrest monosubstituierte4,4'-Diaminostilben-2,2'-disulfonsäure eine reaktionsfähige Verbindung des anderen der zwei vorgenannten Reste bis zum Verschwinden der primären Aminogruppe einwirken läßt, wonach man gegebenenfalls noch vorhandene reaktionsfähige Gruppen des 1,3,5-Triazinylrestes durch Aminreste und/oder Hydroxylgruppen ersetzt und gegebenenfalls noch vorhandene Acyloxygruppen zu Hydroxylgruppen verseift und diese hierauf alkyliert.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man 4~Methyl-2-alkoxy- bzw. 4-Methyl-2-acyloxybenzoesäure, insbesondere 4-Methyl-2-äthyloxybenzoesäure oder 4-Methyl-2-methoxybenzoesäure, mit dem Kondensationsprodukt aus substituiertem 1,3,5-Triazinylderivatund 4,4'-Diaminostilben-2,2'-dfsulfonsäure umsetzt.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man 4-Methyl-2-acyloxybenzoesäure mit dem Kondensationsprodukt aus substituiertem 1,3,5-Triazinylderivat und 4,4'-Diaminostilben-2,2'-disulfonsäure umsetzt, die Acyloxygruppe anschließend zur Hydroxylgruppe verseift und äthyliert bzw. methyliert. iao© 5044 5.52
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE840999B true DE840999B (de) | 1952-04-24 |
Family
ID=
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1108231B (de) | 1955-03-28 | 1961-06-08 | Bayer Ag | Verfahren zur Herstellung von Derivaten des 1-Stilbyl-1,3,5-triazins |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1108231B (de) | 1955-03-28 | 1961-06-08 | Bayer Ag | Verfahren zur Herstellung von Derivaten des 1-Stilbyl-1,3,5-triazins |
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