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Verfahren zur Herstellung von sauren Farbstoffen der Anthrachinonreihe
Es wurde daB man zu wertvollen sauren Farbstoffen der Anthrachinonreihe gelangt,
wenn man i-Ämino-4-halogenanthrachinor_-2-sulfonsäuren, die noch weitere Substituenten
im Anthrachinonkern enthalten können, mit Aminen der allgemeinen Zusammensetzung
worin die Alkylgruppen noch Substituenten enthalten können und X,einen Alkylenrest
bedeutet, der gegebenenfalls durch Sauerstoff oder Schwefel mit dem gegebenenfalls
substituierten Benzolkern verbunden ist, kondensiert -und 4ie erhaltenen;
Umsetzungserzeuä nisse mit einem sulfonierenden Mittel behandelt.
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Zu Farbstoffen der gleichen Klasse gelangt man, wenn man als den einen
Umsetzungsteilnehmer i-Amino-a, 4-dihalogenanthrachinone verwendet, in: den Umsetzungserzeugnissen
das in der 2-Stellung des Anthrachinonkernes befindliche Halogenatom gegen die Sulfonsäuregruppe
austauscht und vor oder nach dem Austausch die erhaltenen Verbindungen mit einem
sulfonierenden Mittel behandelt.
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Die nach dem vorliegenden Verfahren, erhaltenen Farbstoffe färben
Wolle aus saurem Bade in sehr egalen, meist blauen Tönen; sie übertreffen im Egalisierungsvermögen
ähnliche Farbstoffe, z. B. die der Patentschrift 623883.
Beispiel
i a) Kondensation: 4o Teile i-Aniino-4-bromanthrachinon-2-sulfonsäure werden in
etwa dooo Teilen N'Vasser und iooo Teilen Alkohol gelöst und mit 12 Teilen ,1-Aminobenzyldimetliylamin,
4o Teilen \Ta:triumbicarbonat und 4 Teilen-. Kupferchlorür versetzt. Die Lösung
wird mehrere Stunden zum Sieden erhitzt und dann das entstandene Umsetzungserzeugnis
durch Ansäuern abgeschieden. Es wird abgesaugt und mit Wasser gut ausgewaschen.
Es löst sich in konzentrierter Schwefelsäure mit blaustichiggrüner Farbe. Die Lösungsfarbe
schlägt nach Zusatz von Paraformaldehyd nach Gelbstichiggrün um.
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b) Sulfierung: 3o Teile des obigen Umsetzungserzeugnisses werden in
einem Gemisch aus soo Teilen Scliwefelsäureinonohvdrat und 3o Teilen 20%igem 41eum
gelöst. -Die Reaktionsmasse wird ungefähr 2o Stunden auf 4o bis 45° erwärmt und
dann mit Eis versetzt. Die stark mineralsaure Farbstofflösung wird nun mit Natronlauge
von 33° Be, zweckmäßig unter äußerer Kühlung, neutralisiert, wobei sich der entstandene
Farbstoff ausscheidet. Er wird abgesaugt und mit Salzwasser von i50° Be nachgewaschen.
Er löst sich in konzentrierter Schwefelsäure mit rotstichigblauer Farbe, die auf
Zusatz von Paraforrnaldehyd nach Gelbstichiggrün umschlägt.
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Der Farbstoff färbt Wolle in rotstichigblauen Tönen von guter Lichtechtheit;
er besitzt ein hervorragendes Egalisierungsv ermögen.
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Wird in dem obigen Beispiel das 4-Aminobenzyldi:netliylamin ersetzt
durch eine äquimolekulare Menge von 4-Aminobenzyldiäthylamin, 4-Aniinobenzyldiisobutylamin,
q.-Aininophenäthyldiäthylamin oder auch den entsprechenden in 2- oder 3-Stellung
des Benzolkerns substituierten Verbindungen, so werden die Farbstoffe von ähnlichen
färberischen Eigenschaften erhalten, während bei Verwendung von 4AminobenzylmethyloY-äthylamin
ein mehr grünstichigblau färbender Farbstoff erhalten wird: Beispiel 2 Eine Mischung
aus 32o Teilen Amylalkohol, 38 Teilen i-Amino-2, 4-dibromanthrachinOn, 36 Teilen
3-Aminobenzyldiäthylainin, 2o Teilen wasserfreies Natriumacetat und 4 Teilen Kupferacetat
wird etwa 12 Stunden zum Sieden erhitzt. Nach dem Erkalten wird das Umsetzungserzeugnis
abgesaugt, mit Alkohol und Wasser gut ausgewaschen und getrocknet. Es stellt, aus
Nitrobenzol umgelöst, dunkelblaue Kristalle dar, die sich bei ungefähr 2q.7° zersetzen.
Die Kristalle lösen sich in konzentrierter Schwefelsäure mit cchmutzig blaustichiggrüner
Farbe. Die Lösungsfarbe schlägt auf Zusatz von Paraformaldehyd nach Gelbstichiggriin
um.
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Zur Umwandlung in die entsprechende 2-Sulfonsäure erhitzt man 2o Teile
des obigen Umsetzungserzeugnisses mit 4o Teilen 50%iger Kaliumsulfitlösung und 8o
Teilen Phenol während etwa 20 Stunden auf etwa i40°. Hierauf wird das Phenol mit
Wasserdampf abgetrieben und die erhaltene Lösung nach dem Zufügen von 2o Teilen
Natronlauge 33° Be von: Verunreinigungen abfiltriert. Die Verbindung wird dann aus
dem Filtrat durch Ansäuern abgeschieden, abgesaugt und mit Wasser gut ausgewaschen.
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Wird diese V,2rbindung in der in Beispiel i beschriebenen Weise nachsulfoniert,
so wird ein Farbstoff erhalten, der Wolle in rotstichigblauen Tönen färbt. Er besitzt
ein hervorragendes Egalisierungsv ermögen und eine sehr gute Lichtechtheit.
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Der gleiche Farbstoff wird erhalten, wenn das Umsetzungserzeugnis
aus i -Amino-2, 4-dibromanthrachinon und 3-Aminobenzyldiäthylamin, zunächst in der
in Beispiel i beschriebenen Art nachsulfoniert wird und in diesem Ufnsetzungserzeugnis
dann das in 2-Stellung befindliche Halogenatom gemäß obigem Absatz :2 ausgetauscht
wird. Beispiel 3 ioo Teile i-Ainino-4-bromanthrachinon-2-sulfonsäure werden in etwa
520o Teilen Wasser gelöst und mit einer Lösung aus 72 Teilen 3-Aming-q.-metho-xybenzyldimethylamin
in etwa iSoo Teilen Alkohol versetzt. Nach dein. Zufügen von ioo Teilen Natriumbicarbonat
und io Teilen Kupferchlorür wird mehrere Stunden zum Sieden erhitzt. Das entstandene
Umsetzungserzeugnis wird dann durch Zusatz von Säure abgeschieden, abgesaugt und
gut mit heißem Wasser ausgewaschen.
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Wird dieses Umsetzungserzeugnis in üblicher Weise nachsulfoniert,
so wird ein Farbstoff erhalten, der auf Wolle lichtechte rotstichigblaue Färbungen
liefert, aber von etwas grünstichigerer Nuance als die des Farbstoffs, der gemäß
Beispiel i erhalten wird. Der Farbstoff besitzt ein sehr gutes Egalisiervermögen.
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Ähnlich wertvolle Farbstoffe werden erhalten, wenn in dem obigen Beispiel
das 3-Aniino-4-inetho-xybenzyldimethy laniin z. B. durch 3-Amino-4-methoxybenzyldiäthylamin
ersetzt wird.
Farbstoffe, die Wolle in rotstichigeren Tönen als
die oben beschriebenen Farbstoffe färben, werden durch ,Verwendung von 2-Amino-6-chlorbenzyldimethylamin
erhalten. Beispiel 4 25 Teile i-Amino-4-bromanthrachinon-2-sulfonsäurewerden in
etwa 15oo Teilen Wasser gelöst und mit 24 Teilen 1-Aminobenzylmethyltaurin, 25 Teilen
Natriumbicarbonat und 2,5 Teilen Kupferchlorür versetzt. Die Reaktionslösung wird
dann mehrere Stunden im siedenden Wasserbad erhitzt. Wenn die Reaktion beendet ist,
wird filtriert und das Umsetzungserzeugnis durch Aussahen abgeschieden. Es wird
zweckmäßig durch Umlösen aus Wasser gereinigt.
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Wird dieses Umsetzungserzeugnis in der üblichen. Weise nachsulfoniert,
so wird ein Farbstoff erhalten, der Wolle in klaren, lichtechten, rotstichigblauen
Tönen färbt. Er besitzt ein sehr gutes Egalisiervermögen.
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Verwendet man an Stelle des 3-Aminobenzylmethyltaurins eine äquimolekula
re Menge von 2-Aminobenzylmethyltaurin, so Erhält man einen Farbstoff, der Wolle
in etwas fotstichigeren Tönen färbt.
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Wird i Amino-q-brom-5-acetylamino bzw. -5-methoxyäcetylaminoanthrachinon-2-sulfon.
säure an Stelle der i-Amino-4-bromanthrachinon-2-sulfonsäure verwendet, so werden
Farbstoffe erhalten, die Wolle in' etwas grünstickigerer Nuance färben.
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Die Färbungen besitzen ebenfalls sehr wertvolle färberische Eigenschaften.
Beispiel 5 25 Teile i-Amino-4-jodanthrachinon-2, 6-disulfonsäure werden in etwa
i5oaTeilen Wasser gelöst und mit einer Lösung von 15 Teilen 4-Aminobenzyldimethylamin
versetzt. Nach der Zugabe von 25 Teilen Natriumbicarbonat und 2,5 Teilen Kupferchlorür
wird mehrere Stunden im siedenden Wasserbad erhitzt. Die Reaktionslösung wird dann
filtriert und das Umsetzungserzeugnis durch Aussalzen abgeschieden. Es wird zweckmäßig
noch durch Umlösen gereinigt.
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Wird dieses Umsetzungserzeugnis in üblicher Weise nachsulfoniert,
so wird ein. Farbstoff erhalten, der Wolle in lichtechten, rotstichigblauen Tönen
färbt. Er besitzt ein sehr gutes Egalisiervermögen.
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Farbstoffe von ähnlicher Nuance und ebenfalls wertvollen färberischen
Eigenschaften werden erhalten, wenn das 4-Aminobenzyldimethylamin ersetzt wird durch
4-Aminobenzyldiäthylamin, 4-Aminophenetidyldiäthylamin, 4 Aminobenzylmethyltaurin@
.oder auch die entsprechenden in Ortho- oder Metastellung des Benzolkerns substituierten
Verbindungen.
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Beispiel 6 ioo Teile i-Amino-4-bromanthrachinon-2-sulfonsäure werden
in etwa 52oo Teilen Wasser gelöst und ioo Teile Natriumbicarbonat, io Teile Kupfersulfat
und eine Lösung von 7o Teilen --" 4-Dimethyl-3-aminobenzyldiäthylamin in etwa i8oo
Teilen Alkohol zugesetzt. Die Reaktionsmischung wird nun mehrere Stunden zum Sieden
erhitzt und das entstandene Umsetzungserzeugnis -dann durch Ansäuern abgeschieden.
Es wird abgesaugt und -mit heißer verdünnter Salzsäure ausgewaschen, bis das Filtrat
farblos abläuft, und getrocknet.
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Wird dieses Umsetzungserzeugnis in der in Beispiel i beschriebenen
Weise nachsulfoniert, so wird ein Farbstoff erhalten, der Wolle in klaren, sehr
rotstichigblauen; Tönen von guter Lichtechtheit färbt. Er besitzt ein sehr gutes
Egalisierungsv ermögen.
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Farbstoffe von ähnlicher Nuance und ähnlich wertvollen Eigenschaften
werden erhalten, wenn das 2, 4-Dimethyl-3-aminobenzyldiäthylamin ersetzt wird durch
2, 4-Dimethyl-3-aminob@nzyldi-n-propylamin oder 2, 4-Dimethyl-3-aminobenzylmethyltaurin.
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Diese Farbstoffe besitzen ebenfalls eine sehr gute Lichtechtheit und
ein sehr gutes Egalisierungsvermögen. Beispiel 7 ioo Teile i-Amino-4-bromanthrachinon-2-sulfonsäure
werden:, in etwa 52oo Teilen Wasser gelöst und ioo Teile i\Tatriumbicarbonat, io
Teile Kupfersulfat und eine Lösung von 66 Teilen 3-Aminobenzyl-- (methylbenzyl)-ainin
zugesetzt. Die Reaktionsmischung wird mehrere Stunden zum Sieden erhitzt und das
entstandene Umsetzungserzeugnis durch Ansäuern abgeschieden. Es wird abgesaugt und
mit Wasser ausgewaschen, bis das Filtrat farblos abläuft, und getrocknet.
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Wird dieses Umsetzungserzeugnis in der in Beispiel i beschriebenen.
Weise nachsulfoniert, so wird ein Farbstoff erhalten, der Wolle in klaren, rotstichigblauen
Tönen von guter Lichtechtheit färbt: Er besitzt ein gutes Egalisiervermögen und
gute Naßechtheiten.
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Farbstoffe, die Wolle in einem ähnlichen Farbton mit ebenfalls wertvollen
färberischen Eigenschaften färben, werden erhalten unter Verwendung von 3-Aminobenzyl-(hexylbenzyl)-amin,
3 Arninobenzyl-(dibenzyl)-amin oder den entsprechenden in 4-Stellung des Benzolkerns,
substituierten Verbindungen.
Weitere wertvolle Farbstoffe können
durch Anwendung v 0n2,4 -Dimethyl-5-aminobenzyl-(methylbenzyl)-amin, 3-Amino-4-methoybenzyl-(methylbenzyl)-amin
und 2, 4-Dimethyl-3-aminobenzyl-(äthylbenzyl)-amin erbalten werden. Beispiel 8 ioo
Teile - i-Amino-4-bromanthrachinon-_ 2-sulfonsäure werden in einem Gemisch von S2oo
Teilen Wasser und i8oo Teilen Alkohol gelöst und mit 63-Teilen 4-Aminophenetidyldiäthylamin,
ioo Teilen Natriumbicarbonat und io Teilen Kupferchlorfir versetzt. Die Reaktionslösung
wird mehrere Stunden zum Sieden erhitzt und das entstandene Umsetzungserzeugnis
durch Ansäuern abgeschieden. Es wird abgesaugt und mit heißem Wasser gut ausgewaschen.
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Wird dieses Umsetzungserzeugnis in der in Beispiel i beschriebenen
Weise nachsulfoniert, so wird ein Farbstoff erhalten, der Wolle in klaren, grünstichigblauen
Tönen von guter Lichtechtheit färbt. Er besitzt ein hervorragendes Egalisierungsvermögen.
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Farbstoffe, die Wolle in einem etwas rotstichigeren Farbton färben,
werden bei Verwendung von 2-Atninophenetidpldiäthylamin oder von q-Aminothiophenetidyldiäthylamin
erhalten. Diese Farbstoffe besitzen ebenfalls sehr wertvolle färberische Eigenschaften.
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Die obenerwähnten als Reaktionsteilnehmer zur Verwendung kommenden
Verbindungen 4-Aminophenetidyldiäthylamin und 4-Aminothiophenetidyldiäthylamin sind
beispielsweise erhältlich durch Kondensation von 4-Nitrophenol bzw. 4-Nitrothiophenol
mit i-Chlor-2-diäthylaminoäthan und Reduktion der Nitrogruppe zur Aminogruppe bei
den so erhaltenen Umsetzungserzeugnissen.