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Verfahren zur Herstellung von Azofarbstoffen -Es wurde gefunden, daß
man saure Azofarbstoffe, die insbesondere für die Woll- und Seidenfärberei geeignet
sind, erhält, wenn man diazotierte, durch eine oder zwei Phenoxygruppen unmittelbar
oder über eine - C6 H5 - N H-Brücke substituierte Aminobenzole, die außerdem andere
Substituenten enthalten können, mit einem Amin der Benzol-oder Naphthalinreihe kuppelt,
den erhaltenen Aminoazofarbstoff diazotier t, gegebenenfalls nochmals mit dem gleichen
oder einem anderen Amin der Benzol- oder Naphthalinreihe kuppelt und erneut diazotiert,
die Diazoazoverbindung mit einem in 4-Stellung kuppelnden Phenol vereinigt, dabei
die Komponenten so wählt, daß mindestens eine Sulfonsäutegruppe im Farbstoffmolekül
enthalten ist, und die erhaltenen Azofarbstoffe mit einem aromatischen Sulfonsäurechlorid,
das keine wasserlöslich machenden Gruppen enthält, verestert.
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Man erhält orange, hellrote oder gelb- bis rotbraune Farbstoffe, deren
Färbungen einen reinen Farbton, eine hervorragende Lichtechtheit, gute alkalische
und saure Walkechtheit und auch besonders gute Seewasserechtheit besitzen. Gegenüber
den bekannten, in ähnlichen Tönen färbenden, aus der Patentschrift 2&I 047 bekannten
Farbstoffen, die durch Behandeln von Disazofarbstoffen mit phenolischer Hydroxylgruppe
mit einem aromatischen Sulfonsäurechlorid erhältlich sind, zeichnen sich die nach
vorliegendem Verfahren erhältlichen Farbstoffe durch eine bessere Lichtechtheit
aus.
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Die zur Anwendung kommenden Aminodiphenyläthersulfonsäuren lassen
sich nach den üblichen Verfahren, z. B. durch Kondensation von z-Chlor-2- oder -4-nitrobenzolsulfonsäuren
mit Oxybenzolabkömmlingen und nachfolgende Reduktion der erhaltenen Nitrodiphenyläthersullonsäuren,
herstellen.
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Beispiel I Eine natriumnitrithaltige Lösung von 13,95 kg 2-amino-2'-methyl-
I, I'-diphenylätlier
-4-sulfotisaurem -Natrium läßt man in Salzsäure
einlaufen. Die Diazoverbindung gibt man zu einer Lösung von 2o,55 kg
2 _Amino-8-oxynaphthalin-3,
6-disulfonsäure (79o%oig) und 2o kg wasserfreiem -Tatriumcarbonat in Zoo Liter Wasser.
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-Nach beendeter Kupplung wird das Kupplungsgemisch mit Salzsäure kongosauer
gestellt, der Monoazofarbstoff durch Zusatz von 2o Raumprozent Natriumchlorid ausgesalzen
und abfiltriert. Die Preßkuchen werden in der nötigen schwach lackmusalkalischen
Wassermenge gelöst, die Lösung wird mit der erforderlichen Natriumnitritmenge versetzt
und das Gemisch in vorgelegte .eisgekühlte Salzsäure eingetragen. Man verrührt das
Gemisch bis zur Beendigung der Diazotierung einige Stunden bei o bis 5°, gibt dann
5,5 kg Phenol dazu, stumpft die Mineralsäure mit kalter, verdünnter Natronlauge
ab und gibt eine Lösung von 17 kg Wasser freiem Natriumcarbonat in So Liter Wasser
von io° zu. Nach beendigter Kupplung erhitzt man das Kupplungsgemisch auf 70°, gibt
7 kg Natronlauge von 34,8% zu, steigert die Temperatur auf 8o° und versetzt es mit
14k g p-Toluolsulfonsäurechlorid. Man hält das Gemisch '!.Stunde auf 8o°, salzt
den entstandenen fertigen Disazofarbstoff mit 12o kg Natriumchlorid aus, filtriert
ihn und trocknet ihn.
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Der Farbstoff ist ein hellrotes Pulver. Seine klaren, roten Wollfärbungen
zeichnen sich durch hervorragende Lichtechtheit und gute saure Walkechtheit aus.
Beispiel 2 13,25k- 2-Amino-i, i'-diphenyläther-4.-sulfonsäure werden nach den Angaben
in Beispiel i diazotiert. Die Diazöverbindung läfit tnan in eine Lösung von 13.85
k- 2-.-Xmino-8-oxynaphthalin-6-sulfonsäure (87'%,i-1 in i oo Liter Wasser und 18
kg wasserfreiem Natriumcarbonat bei o' einlaufen. Der sich abscheidende ziegelrote
Monoazofarbstoff wird nach dem Filtrieren wieder in Zoo Liter Wasser unter Zusatz
der nötigen Menge Natriumcarbonat bis zur lackmusalkaliscliep Reaktion gelöst, die
Lösung mit der erforderlichen Natriumnitritmenge versetzt und das Gemisch in 2o
Liter mit Eiswasser versetzte konzentrierte Salzsäure gegeben. Nach beendeter Diazotierung
gibt man 6,2 kg i-Oxy-3-metliylbenzol zur Diazolösung, stumpft die idineralsäure
mit kalter, verdünnter Natronlauge ab und gibt eine etwa io° warme Lösung von 17
kg wasserfreiem N atriuincarbonat hinzu. Den entstandenen Disazofarbstoff salzt
man aus, löst ihn wieder in 4oo Liter Wasser, erhitzt die Lösung nach Zusatz von
io kg wasserfreiem Natriumcarbonat auf 8o° und versetzt sie bei dieser Temperatur
mit i,;. kg p= foluolsulfonsäurechlorid. Nach Pleendigung der Acylierung wird der
ausgeschiedene Disazofarbstoff abfiltrier t und getrocknet. Er stellt ein hellrotes
Pulver dar, dessen feurigrote Wollfärbungen sich durch hervorragende Lichtechtheit.
sehr gute saure Walkechtheit, sehr gute Seewasser- und Schwefelechtheit auszeichnen.
Beispiel 3 11,75 kg 2-Amino-4-chlor-2'-methyl-i, i'-diplienyiäther -,werden, wie
üblich, diazotiert. Die Diazoverbindung gibt man allmählich zu einer kalten Lösung
von 2o,35 kg 2 Aniino-8-oxynaphthalin-3, 6-disulfonsäure (7901J9) in 150
Liter Wasser und 2o kg wasserfreiem Natriumcarbonat. Der entstandene Monoazofarbstoff
wird abfiltriert, in 3ooLiterWasser, denen Natriumcarbonat bis zur lackinusalkalischen
Reaktion zugesetzt wurde, gelöst, die Lösung mit der erforderlichen Menge Natriumnitrit
versetzt, die Aminoazov erbindung wie in Beispiel i diazotiert und die Diazoazoverbindung
mit 5, 5 kg Phenol gekuppelt. Der entstandene Disazofarbstoff wird mit p-Toluolsulfonsäurechlorid,
ivie üblich, nachbehandelt.
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Der Farbstoff stellt ein hellrotes Pulver dar, dessen rote Wollfärbungen
ausgezeichnete Lichtechtheit und praktisch ausreichende Seewasserechtheit besitzen.
Beispiel 4 69,75 kg 4-Amino-2'-methy1-i, i'-diphe@:v-1-äther-2-sulfonsäure
werden, wie üblich, diaz(atiert. Die Diazoverbindung wird zu einer lackmussauren
Lösung von 64,75 kg eine: technischen Gemisches von i Aminonaplitlialin-6- und -7-sulfonsäure
(92°1"1g-) in i ooo Liter Wasser und 12,5 kg \atriumcarbonat gegeben. Das Kupplungsgemisch
rührt man bei 15 , bis die Diazoverbindung verschwunden ist, stellt dann mit -Natronlauge
lackmusalkalisch und salzt den entstandenen Monoazofarbstoff mit e oo kr Natriumchlorid
aus. Die Prefikuchen «-erden in i soo Liter Wasser unter Zusatz von Natriumcarbonat
bis zur lackniusalkalischen Reaktion gelöst. Die Lösung wird mit der erforderlichen
Menge Natriumnitrit versetzt und das Gemisch in iis kg konzentrierte Salzsäure,
die man mit Eis und Wasser verdünnt hat. gegeben. In die braune Lösung der Diazoverbindun-
läßt man eine wässerige Lösung von 27,5 kg Phenol einlaufen, stumpft die Mineralsäure
mit kalter, verdünnter Natronlauge ab und stellt zuletzt mit einer kalten Lösung
von So kg wasserfre ie»i Natriumcarbonat alkalisch. Der Disazofarbstoff
wird
dann nach den Angaben in Beispiel i mit p-Toluolsulfonsäurechforid nachbehandelt.
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Der Farbstoff, ein gelbbraunes Pulver, besitzt ein gutes Ziehvermögen
aus neutralem Bade. Er liefert orange Wollfärbungen v oii ausgezeichneter Lichtechtheit,
sehr guter saurer und alkalischer Walkechtheit und praktisch ausreichender Schwefel-
und Seewasserechtheit. Beispiel 5 16,6 kg 2-Amino-2'-methyl-i, i'-diphenyläther-4-sulfonsäure
(83,yo%ig) werden, wie üblich, dianotiert. Die Diazoverbindung wird mit 12 kg des
Gemisches aus i-Aminonaphthalin-6- und -7-sulfonsäure (94,5oioig), wie in Beispie14
angegeben, gekuppelt. Der abgetrennte Monoazofarbstoff wird gelöst, dianotiert und
in 12 kg des Gemisches aus i -,'-#minonaphthalin-6- und -7-sulfonsäure (94,5ojoig),
das unter Zusatz von Natriumcarbonat bis zur lackmussauren Reaktion in Wasser gelöst
worden ist, gegeben. Das mineralsaure Umsetzungsgemisch wird mit Natriumacetat abgestumpft.
Nach 24stündigem Stehen stellt man es mit Natriumcarbonat lackmusalkalisch und trennt
den entstandenen Disazofarbstoff durch Aussalzen ab. Die Preßkuchen werden erneut
in 3oo Liter lackmusalkalischem Wasser gelöst, die Lösung wird mit der erforderlichen
Menge Natriumnitrit versetzt und in 25 kg mit Eis verdünnte Salzsäure gegeben. Nach
mehrstündigem Rühren werden in die Aufschwemmung der dunkelrotbraunen Diazoverbindung
5,5 kg Phenol eingetragen, die mineralsaure Reaktion des Kupplungsgemisches wird
mit eiskalter Natronlauge abgestumpft und eine Lösung von 16 kg wasserfreiem Natriumcarbonat
zugesetzt. Nach 2ostündigem Stehen wird der entstandene Trisazofarbstoff ausgesalzen
und, wie in dem Beispiel i angegeben, mit 14 kg p-Toluolsulfonsäurechlorid nachbehandelt.
Der Farbstoff wird, wie üblich, abgetrennt. Er ist ein dunkelbraunes Pulver, dessen
rotbraune Färbungen hervorragende Lichtechtheit, gute saure und alkalische Walkechtheit,
eine sehr gute Seewasserechtheit aufweisen und das ein gutes Egalisiervermögen besitzt.
Beispiel 6 DerAminoazofarbstoffaus 16,6kg-2-Aminoz'-methyl-i, i'-diphenyläther-4'-sulfonsäure
(83,7 oIoig) und 12,i kg des Gemisches aus i-Aminonaphthalin-6- und -7-sulfonsäure
(92o/oig) wird, wie in Beispiel s angegeben, dianotiert. Die Diazoverbindung wird
ausgesalzen, filtriert und mit 4ooLiter Eiswasser angeteigt. Diese Anschlämmung
läßt man zu einer Lösung von 6,9 kg i-Amino-2-methoxy-5-methylbenzol in 15o Liter
Wasser und 7 kg konzentrierter Salzsäure einlaufen, gibt zur Erleichterung .der
Kupplung iokg naphthalin-2-sulfonsaures Natrium hinzu und läßt innerhalb einiger
Stunden kalte Natriumacetatlösung bis .zur Kongoneutralität des Kupplungsgemisches
einfließen. Dann salzt man den entstandenen Disazofarbstoff mit Zoo kg Natriumchlorid
aus, löst ihn nach dem Filtrieren wieder in 300 Liter Wasser, das die erforderliche
Menge Natriumnitrit enthält, kühlt die Lösung durch Zusatz von Eis ab und versetzt
sie mit 40 kg konzentrierter Salzsäure. Nach beendeter Dianotierung werden 5;5 kg
Phenol in die Diazolösung eingetragen, die Mineralsäure wird dann mit gekühlter
Natronlauge abgestumpft und mit der erforderlichen Menge Natriumcarbonat versetzt.
Nach Beendigung der Kupplung trennt man den entstandenen Trisazofarbstoff ab und
behandelt ihn, wie in Beispiel :2 angegeben, mit p-Toluolsulfonsäurechlorid.
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Der Farbstoff, einbraunes Pulver, egalisiert gut und liefert braune
Wollfärbungen, die sehr gut lichtecht und sehr gut seewasserecht sind.
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Beispiel 7 16,6 kg 2-Amino-2'-methyl-i, i'diphenyläther-4-sulfonsäure
(83,7o/oig) werden nach den Angaben in Beispiel i dianotiert. Die Diazoverbindung
wird mit einer Lösung von 6,92 kg i-Amino-2-methoxy-5-methylbenzol in Zoo Liter
Wasser und 8 kg konzentrierter Salzsäure gekuppelt. Im Verlaufe von mehreren Stunden
wird Natriumacetatlösung bis zum Verschwinden der kongosauren Reaktion zum Kupplungsgemisch
zugegeben. Der entstandene Aminoazofarbstoff wird filtriert, wieder in 4oo Liter
lackmusalkalischem Wasser gelöst. Die Lösung wird mit Natriumnitrit versetzt und
durch Eintragen von 3o Liter konzentrierter Salzsäure dianotiert Die Diazoverbindung
wird nach üblicher Abtrennung in eine lackmussaure Lösung von i1,8 kg des Gemisches
aus i-Aminonaphthalin-6- und -7-sulfonsäure (94,5 o/oig) in Zoo Liter Wasser gegeben.
Durch Zusatz von 1o kg naphthalin-2-sulfonsaurem Natrium erleichtert man die Kupplung.
Die Mineralsäure des Kupplungsgemisches stumpft man mit 1o kg Natriumacetat ab.
Nachdem man das dunkelviolette Kupplungsgemisch mit Natriumcarbonat lackmusalkalisch
gestellt hat, salzt man den entstandenen Aminodisazofarbstoff mit 140 kg Natriumchlorid
aus und trennt ihn ab. Der Disazofarbstoff wird, wie -üblich, dianotiert, die Diazoverbindung
mit Phenol gekuppelt und der entstandene Trisazofarbstoff mit p-Toluolsulfonsäur
echlorid acyliert.