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Mauerziegel Die Erfindung betrifft einen Mauerziegel mit einer der
Grundflächenform des Normalziegels ähnlichen Form der Grundfläche, dessen senkrechte
im Querschnitt etwa rechteckige schlitzartige Hohlräume annähernd gleiche waagerechte
Querschnittsflächen und annähernd gleiche mittlere Abstände voneinander haben und
dessen Kopf- und Längsaußenwände annähernd gleich stark ausgebildet sind.
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Werden diese bekannten Schlitzziegel im regelrechten aus Läufern und
Bindern hergestellten Mauerverband, z. B. Block- oder Kreuzverband, verlegt, so
liegt infolge der ungünstigen Kreuzung der Hohlräume und Ziegelstege nur ein verhältnismäßig
geringer Teil der Hohlräume einer Ziegelsteinschicht genau über den Hohlräumen der
darunterliegenden Ziegelsteinschicht,.so daß ein erheblicher Verlust an wirksamer
Druckfläche entsteht und nur ein geringer Teil der Querschnittsfläche der Außenwangen
und Innenstege der Ziegel für die übertragung des Mauereigengewichtes und der Auflasten
nutzbar gemacht ist. Der zwischen zwei sich kreuzenden Ziegelstegen liegende Lagerfugenmörtel
wird schon bei einer verhältnismäßig geringen Belastung zerquetscht, wodurch die
Rißbildung im Mauerwerk begünstigt wird.
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Diese Mängel werden nach der Erfindung dadurch beseitigt, daß die
schlitzartigen Hohlräume in zwei Gruppen angeordnet werden und die Hohlräume der
einen Gruppe zur Kopfseite und die Hohlräume der anderen Gruppe zur Längsseite des
Ziegels gleichlaufend oder nahezu gleichlaufend sind und daß die schlitzartigen
Hohlräume so bemessen und angeordnet sind, daß im regelrechten aus Läufern und Bindern
bestehenden Mauerverband, z. B. Block- oder Kreuzverband, etwa i;o °/o der Gesamtlagerfläche
der Innenstege und Außenwände der Ziegel von übereinanderliegenden Ziegelschichten
einander decken. Hierdurch wird insbesondere der Vorteil erreicht, daß bei geringerem
Eigengewicht der Ziegel bzw. des Mauerwerks das Mauerwerk eine größere Bruchfestigkeit
gegen Druck besitzt, weil mehr Ziegellagerflächen zur Druckwirkung gelangen. Infolge
der hohen Druckfestigkeit des Mauerwerks ist es nunmehr möglich, die Mauerstärken
in den einzelnen Stockwerken herabzusetzen und so den Aufwand an Ziegelbaustoff
und Fugenmörtel erheblich zu verringern.
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Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist auf der Zeichnung
dargestellt. Die Abbildung zeigt eine Aufsicht des Ziegels. Die schlitzartigen,
senkrecht durchlaufenden Hohlräume sind mit a und b
bezeichnet. Es sind zwei
Gruppen von Hohlräumen vorgesehen. Sämtliche Hohlräume dieser beiden Gruppen haben
gleiche oder annähernd gleiche Querschnittsflächen. Die Hohlräume a der einen Gruppe
sind gleichlaufend oder nahezu gleichlaufend, wie durch gestrichelte Linien dargestellt
ist, zur schmalen Kopfseite r, während die Hohlräume b
der anderen
Gruppe zur Längsseite 2 des Ziegels gleichlaufend oder nahezu gleichlaufend sind.
Der mittlere gegenseitige Abstand aller Hohlräume ist mit c bezeichnet. Diese mittleren
Abstände c sind ebenfalls annähernd, gleich groß. Die Außenwangen d, e des Ziegels
sind untereinander etwa gleich stark ausgebildet und etwa ebenso breit wie die Abstände
c der Hohlräume. Die Hohlräume sind so angeordnet, daß bei ihrer Verlegung im regelrechten
aus Läufern und Bindern 'bestehenden Mauerverband, z. B. Block- oder Kreuzverband,
der größte Teil, etwa So %, der Gesamtlagerfläche der Innenstege und Außenwangen
der Ziegel zweier übereianderliegender Ziegelschichten einander decken. Im Vergleich
zum Vollziegelmauerwerk entsteht nur ein 35prozentiger Druckflächenverlust, d. h.
es wird eine wirksame Druckfläche erzielt, die 65'/, der Druckfläche des Vollziegelmauerwerkes
beträgt.
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Bei Verwendung des Steines nach der Erfindung befindet sich eine große
Zahl von Hohlräumen über den senkrechten Stoß- und Innenlängsfugen. Da diese senkrechten
Fugen nicht zum genügend druckfesten Material des Mauerwerkskörpers gehören, so
gelangt bei einer gleichen Anzahl von gleich großen Aussparungen ein größerer Teil
der Lagerfläche zur Druckwirkung als bei Verwendung der bekannten Steine. Dieser
Vorteil wird erreicht, ohne den Aufwand an Baustoff zu vermehren und ohne die Herstellung
zu verteuern oder die Bausteinfestigkeit zu vermindern. Wie durch Druckversuche
festgestellt worden ist, wird durch die erfindungsgemäße Ausbildung der Ziegel eine
besonders hohe Bruchfestigkeit des Mauerwerkes erreicht. Nur ein geringer Bruchteil
der Ziegelwände und Ziegelstege stößt im Verband auf Hohlräume der anliegenden Ziegel,
so daß der größte Teil der gesamten Ouerschnittsfläche des Ziegels abzüglich der
Hohlräume für die Druckbeanspruchung ausgenutzt wird.
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Bei gleicher Festigkeit des Mauerwerks können die erfindungsgemäß
geformten Ziegel eine etwa um 20 % geringere Eigenfestigkeit haben als die bekannten
Hohlziegel, die nur eine Gruppe von durchweg gleichlaufenden Schlitzen besitzen.
Haben beispielsweise diese bekannten Schlitzziegel eine Druckfestigkeit von 25o
kg/cm2, so brauchen die nach der Erfindung geformten Ziegel nur eine Festigkeit
von 2o0kg/cm2 aufzuweisen, so daß entweder an Brandkohle gespart wird oder geringeres
Tonmaterial genommen wenden kann und in jedem Fall ein wirtschaftlicher Vorteil
entsteht. Gegenüber dieser bekannten Steinform wird der weitere Vorteil erreicht,
daß infolge der etwa rechtwinklig zueinander verlaufenden Schlitze die Zahl der
waagerecht durchgehende Wärmebrücken bildenden Ziegelstege vermindert ist.
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Werden beispielsweise Ziegel mit der Lagerfläche eines deutschen Reichsformatziegels
und mit Höhen von io,2, i2,o bzw. 14,2, cm gewählt und vermauert, dann bereitet
die Beibehaltung 'von i cm starken Längs- oder Ouerstoßfugen Schwierigkeit, weil
ein plastischer Mörtel verwendet werden muß, der das nachträgliche Ausfüllen der
senkrechten Stoßfugen entbehrlich macht. Es wird zweckmäßig beispielsweise bei 12
cm Ziegelhöhe eine mindestens 1,3 cm breite Stoßfuge gewählt. Damit ändert sich
aber für den Reichsformatziegel der Verhältniswert der Längen und Breiten (25 :
12 - 2,o8) in 25,2 : 11,8 - rd. 2,iq.. Die eine der schmalen Kopfseiten des Ziegels
kann in diesen Fällen um das Maß 3 nach innen eingezogen werden.