DE608442C - Verfahren zur Darstellung von Kuepenfarbstoffen - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Kuepenfarbstoffen

Info

Publication number
DE608442C
DE608442C DEI46783D DEI0046783D DE608442C DE 608442 C DE608442 C DE 608442C DE I46783 D DEI46783 D DE I46783D DE I0046783 D DEI0046783 D DE I0046783D DE 608442 C DE608442 C DE 608442C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
sulfur
parts
bromine
chlorine
dye
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEI46783D
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Walter Mieg
Dr Hugo Wolff
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
IG Farbenindustrie AG
Original Assignee
IG Farbenindustrie AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by IG Farbenindustrie AG filed Critical IG Farbenindustrie AG
Priority to DEI46783D priority Critical patent/DE608442C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE608442C publication Critical patent/DE608442C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B3/00Dyes with an anthracene nucleus condensed with one or more carbocyclic rings
    • C09B3/22Dibenzanthrones; Isodibenzanthrones
    • C09B3/30Preparation from starting materials already containing the dibenzanthrone or isodibenzanthrone nucleus
    • C09B3/32Preparation from starting materials already containing the dibenzanthrone or isodibenzanthrone nucleus by halogenation

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description

  • Verfahren zur Darstellung von Küpenfarbsto$en Es wurde gefunden, daß man- neue, sehr wertvolle Küpenfarbstoffe erhalten kann, wenn man auf Dibenzanthron, Isodibenzanthron oder deren Derivate Halogen oder halogenabgebende Mittel in Gegenwart von Halogensulfonsäuren und Schwefel einwirken läBt, wobei die angewandte Menge Schwefel mindestens etwa 2°/o des der Reaktion unterworfenen Gemisches aus Dibenzanthron usw. und Halogensulfonsäure beträgt. An Stelle von Schwefel kann man auch eine entsprechende Menge von schwefelabgebenden Substanzen, z. B. Schwefelchlorür, zusetzen. Die erhaltenen Farbstoffe, die neben Halogen je nach der Menge des angewandten Schwefels und der Reaktionsdauer bzw. -temperatur q. bis 12()/, Schwefel, das sind etwa i/2 bis 2 Atome Schwefel pro Farbstoffmolekül, chemisch gebunden enthalten, sind marineblaue, grünblaue bis violettblaue Küpenfarbstoffe von hervorragenden Färbe- und Echtheitseigenschaften.
  • Man hat schon Schwefel in Gegenwart von Chlorsulfonsäure auf Dibenzanthron bzw. Isodibenzanthron zur Einwirkung gebracht. Hierbei erhielt man marineblaue bzw. violettstichigblaue Küpenfarbstoffe, die aber nicht den gewünschten Grad von Waschechtheit aufweisen. Dieser Umstand ist darauf zurückzuführen, daB bei der Einwirkung von Schwefel auf Dibenzanthron bzw. Isodibenzanthron ohne die gleichzeitige Gegenwart von Halogen eine teilweise Sulfierung der Farbstoffe erfolgt. Durch die gleichzeitige Einwirkung von Halogen, wie sie im vorliegenden Fall erfolgt, wird eine Sulfierung der Farbstoffe vermieden und dadurch deren Waschechtheit wesentlich verbessert. Auch bei der Einwirkung von Chlorschwefel auf Dibenzanthron bzw. Isodibenzanthron,-die schon vorgeschlagen wurde, kann die Sulfierung der Farbstoffe nicht verhindert werden.
  • Beispiel i 4.o Teile reines Dibenzanthron werden in 40o Teilen Chlorsalfonsäure bei Zimmertemperatur gelöst. Sobald völlige Lösung eingetreten ist, gibt man q.o Teile Schwefel und 2o Teile Brom zu. Man erhitzt die Lösung langsam innerhalb von 3 bis 5 Stunden auf 5o' und rührt bei dieser Temperatur so lange, bis kein Brom mehr aufgenommen wird. Nach dem Abkühlen der Reaktionsmasse gießt man auf Eis, verdünnt mit Wasser, kocht auf, filtriert und wäscht neutral. Man erhält einen dunklen Teig, der mit Natronlauge und Hydrosulfit eine rötlichblaue Küpe gibt, aus der die vegetabilische Faser in schönen marineblauen Tönen von sehr guten Echtheitseigenschaften gefärbt wird. Getrocknet ist der Farbstoff ein dunkles Pulver, das sich in konzentrierter Schwefelsäure mit rötlichblauer Farbe löst.
  • Der rohe Farbstoff ist durch etwas Schwefel verunreinigt, der erforderlichenfalls nach den gebräuchlichen Methoden, z. B. durch Auskochen mit Schwefelkohlenstoff usw., entfernt werden kann. Ein vom beigemengten Schwefel befreiter Farbstoff enthält der Analyse nach etwa 2z0/, Brom, 30/, Chlor und 80/, Schwefel Der Gehalt des Farbstoffes an Halogen und gebundenem Schwefel ändert sich mit den Reaktionsbedingungen, die auf die verschiedenste Weise variiert werden können. So kann die oben angegebene Reaktionstemperatur von 50° erhöht und die Reaktionsdauer verkürzt werden, oder man erniedrigt die Reaktionstemperatur und erhöht die Reaktionsdauer, oder man ändert beide Arbeitsbedingungen, zu denen auch eine Änderung der zugesetzten Mengen an Schwefel und Brom zu rechnen ist. Man kann so marineblaue Farbstoffe erhalten, die je nach den Arbeitsbedingungen rotstichigere oder grünstichigere Färbungen geben. Beispiel'?, 5o Teile Dibenzanthron werden in 3oo Teilen Chlorsulfonsäure gelöst, worauf man die Lösung mit 3o Teilen Schwefel und 25 Teilen Brom versetzt. Alsdann verfährt man, -wie in Beispiel x angegeben. Der erhaltene Farbstoff ist ein dunkles Pulver, das sich in konzentrierter Schwefelsäure mit rötlichvioletter Farbe löst. Mit Natronlauge und Hydrosulfflt erhält man eine rotviolette Küpe, aus der die pflanzliche Faser in -echten marineblauen Tönen gefärbt wird. Der gereinigte Farbstoff enthält der Analyse -nach etwa 920/0 Brom, 9,0/, Chlor und 70[, Schwefel und zeigt die für einen marineblauen Farbstoff dieser Klasse bemerkenswerte Eigenschaft, daß er beim Färben nicht temperaturempfindlich ist, d. h. daß die Nuancen der bei verschiedenen Temperaturen, z. B. 50' und 7o', erhaltenen Ausfärbungen praktisch übereinstimmen. Beispiel 3 25 Teile Dibenzanthron werden in Zoo Teilen Chlorsulfonsäure gelöst. Man gibt 2o Teile Schwefel zu und leitet Chlor ein, wobei die Temperatur allmählich innerhalb 3 bis 5 Stunden auf 50' erhöht wird. Ist diese Temperatur erreicht, leitet man noch so lange bei 5o bis 52' Chlor ein, bis im ganzen 15 bis 17 Teile Chlor verbraucht sind. Die Aufarbeitung der Reaktionsmasse geschieht in der üblichen Weise. Man erhält so einen dunklen Teig, der eine blau gefärbte Küpe gibt, aus der die pflanzliche Faser in echten marineblauen Tönen gefärbt wird. Der Farbstoff ist in trockenem Zustande ein dunkles Pulver, das sich in konzentrierter Schwefelsäure mit blauer Farbe löst. Durch Ausziehen mit Schwefelkohlenstoff kann das Pulver von beigemengtem Schwefel befreit werden; es besitzt dann der Analyse nach einen Chlorgehalt von 13 °/° und einen Schwefelgehalt von 12 0/0.
  • Leitet man noch mehr. Chlor als oben angegeben in die Reaktionsmischung ein, so erhält man Farbstoffe mit noch höheren Chlorgehalten, die grünstichigere Ausfärbungen liefern.
  • Man kann auch die Bromierung mit der Chlorierung kombinieren, indem man der Reaktionsmischung vor dem Einleiten des Chlors noch eine bestimmte Menge Brom zugibt (im Falle des vorliegenden Beispiels z. B. 4 Teile Brom) und eine dem zugefügten Brom entsprechend geringere Menge an Chlor einleitet. Man erhält so einen Farbstoff, der neben Schwefel Chlor und Brom enthält. Beispiel 4 50 Teile reines Isodibenzanthron werden mit 400 Teilen Chlorsulfonsäure, 4o Teilen Schwefel und 25 Teilen Brom in der -in Beispiel x angegebenen Weise erhitzt. Man erhält einen kristallinischen, bronzeglänzenden Teig, der eine blaue Küpe gibt, aus der die pflanzliche Faser in sehr echten und schönen violettblauen Tönen gefärbt wird. Die Färbungen besitzen -eine für einen Farbstoff der Isoviolanthronreihe verhältnismäßig gute Wassertropfechtheit. In trokkenem Zustande ist der Farbstoff ein bronzeglänzendes Pulver, das sich in konzentrierter Schwefelsäure mit grüner Farbe löst. Der vom beigemengten Schwefel befreite Farbstoff enthält der Analyse nach etwa 4°/° Schwefel, 220/0 Brom und 10/, Chlor.
  • Ähnliche Farbstoffe erhält man, wenn man auf Isodibenzanthron Chlor oder Chlor und Brom einwirken läßt. Beispiel 5 Man löst 25 Teile reines Dibenzanthron in Zoo Teilen Chlorsulfonsäure und trägt bei etwa 15 ° 2o Teile fein pulverisiertes Bromkalium ein, gibt dann 2o Teile Schwefel zu und erhitzt in der in Beispiel x angegebenen Weise. Man erhält einen Farbstoff, der in seinen färberischen und chemischen Eigenschaften dem in Beispiel i beschriebenen Farbstoff sehr ähnlich ist. Beispiel 6 2o Teile Monobromdibenzanthron (erhalten z. B. nach dem Verfahren des Patents 595 461) werden in 16o Teilen Chlorsulfonsäure gelöst. Man gibt 2o Teile Schwefel sowie 8 Teile Brom zu, erhitzt allmählich auf 6o' und rührt mehrere Stunden bei dieser Temperatur. Die Reaktion ist beendet, sobald beim Aufarbeiten und Ausfärben mehrerer Proben kein Unterschied in der Nuance des Farbstoffes mehr beobachtet werden kann. Die Aufarbeitung der Reaktionsmasse geschieht in der üblichen Weise. Der erhaltene Farbstoff ist in seinen Reaktionen und Echtheitseigenschaften praktisch identisch mit dem nach Beispiel z erhaltenen Farbstoff. Beispiel Man löst Zoo Teile Dibenzanthron unter Rühren in z6oo Teilen Chlorsulfonsäure bei etwa ö bis 12' und gibt dann 15o Teile Schwefel und zoo Teile Brom zu. Das Reaktionsgemisch wird hierauf innerhalb 5 bis 6 Stunden auf 5o' erwärmt und so lange bei dieser Temperatur unter Rühren gehalten, bis das Brom verbraucht ist. Darauf wird in der in Beispiel r angegebenen Weise aufgearbeitet.
  • Der von beigemengtem Schwefel befreite Farbstoff ist in seinen chemischen und färberischen Eigenschaften den in den Beispielen t und 2 beschriebenen Farbstoffen sehr ähnlich. Der Analyse nach enthält der gereinigte Farbstoff etwa 2o bis 210/, Brom, 2,5 bis 30/, Chlor und 60/, Schwefel.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung von Küpenfarbstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß man auf Dibenzanthron, Isodibenzanthron oder deren Derivate Halogen oder halogenabgebende Mittel in Gegenwart von Halogensulfonsäuren und mindestens etwa 2 °/o Schwefel vom Gewicht des Gemisches aus Dibenzanthron usw. und Halogensulfonsäure einwirken läßt.
DEI46783D 1933-03-19 1933-03-19 Verfahren zur Darstellung von Kuepenfarbstoffen Expired DE608442C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEI46783D DE608442C (de) 1933-03-19 1933-03-19 Verfahren zur Darstellung von Kuepenfarbstoffen

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEI46783D DE608442C (de) 1933-03-19 1933-03-19 Verfahren zur Darstellung von Kuepenfarbstoffen

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE608442C true DE608442C (de) 1935-01-25

Family

ID=7191840

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEI46783D Expired DE608442C (de) 1933-03-19 1933-03-19 Verfahren zur Darstellung von Kuepenfarbstoffen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE608442C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE556544C (de) Verfahren zur Herstellung von chromhaltigen Azofarbstoffen
DE608442C (de) Verfahren zur Darstellung von Kuepenfarbstoffen
EP0095441B1 (de) Asymmetrische 1:2-Chromkomplexfarbstoffe
DE565341C (de) Verfahren zur Darstellung von Halogen-3, 4, 8, 9-dibenzpyren-5, 10-chinonen
DE638150C (de) Verfahren zur Herstellung von Farbstoffen der Anthrachinonreihe
DE631873C (de) Verfahren zur Herstellung von Kuepenfarbstoffen
DE2334657C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Brom enthaltenden anthrachinoiden Dispersionsfarbstoffen
DE517440C (de) Verfahren zur Darstellung von halogenhaltigen Kuepenfarbstoffen
DE550355C (de) Verfahren zur Darstellung von halogenhaltigen Kuepenfarbstoffen der Dibenzanthron- und Isodibenzanthronreihe
DE510600C (de) Verfahren zur Darstellung von halogenhaltigen Kuepenfarbstoffen der Dibenzanthron- und Isodibenzanthronreihe
DE210828C (de)
DE570556C (de) Verfahren zur Erzeugung von schwarzen Faerbungen auf der pflanzlichen Faser mittels Kuepenfarbstoffe
DE561441C (de) Verfahren zur Darstellung von halogenhaltigen Kuepenfarbstoffen der Dibenzpyrenchinonreihe
DE729230C (de) Verfahren zum Drucken von tierischen Fasern oder Cellulosefasern oder Fasergemischen daraus mit Chrombeizenfarbstoffen
DE515328C (de) Verfahren zur Darstellung von halogenhaltigen Kuepenfarbstoffen
DE677666C (de) Verfahren zur Herstellung von Farbstoffen
DE499169C (de) Verfahren zur Darstellung von Chlor und Brom enthaltenden Substitutionsprodukten der Dibenzanthron- und Isodibenzanthronreihe
DE611379C (de) Verfahren zur Darstellung von wasserecht faerbenden Polychlorisodibenzanthronen
AT114422B (de) Verfahren zur Darstellung stickstoffhaltiger Anthrachinonderivate.
DE565342C (de) Verfahren zur Darstellung von halogenhaltigen Kuepenfarbstoffen der Dibenzpyrenchinonreihe
DE151384C (de)
DE544998C (de) Verfahren zur Darstellung von gemischt halogenierten Farbstoffen der 4íñ5íñ8íñ9-Dibenzpyrenchinonreihe
DE531102C (de) Verfahren zur Darstellung von halogenierten Benzanthronpyrazolanthronen
DE952657C (de) Verfahren zur Herstellung von Schwefelfarbstoffen der Phthalocyaninreihe
DE696424C (de) Verfahren zur Herstellung von Anthrachinonfarbstoffen