DE588876C - Verfahren zur Herstellung von Cellulose-Estern - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Cellulose-Estern

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DE588876C
DE588876C DEE42512D DEE0042512D DE588876C DE 588876 C DE588876 C DE 588876C DE E42512 D DEE42512 D DE E42512D DE E0042512 D DEE0042512 D DE E0042512D DE 588876 C DE588876 C DE 588876C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08BPOLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
    • C08B3/00Preparation of cellulose esters of organic acids
    • C08B3/08Preparation of cellulose esters of organic acids of monobasic organic acids with three or more carbon atoms, e.g. propionate or butyrate

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Cellulose-Estern Zur Herstellung einfacher Ester ist bereits die Verwendung von Chloressigsäureanhydrid zusammen mit den höheren Homologen der Essigsäure vorgeschlagen worden.
  • Überraschenderweise ist nun gemäß der vorliegenden Erfindung festgestellt worden, daß auch ungesättigte, Monocarbonsäuren für das Verfahren gut geeignet sind.
  • Erfindungsgemäß können sowohl ungesättigte Säuren allein als auch Mischungen mit anderen gesättigten Säuren verwendet werden.
  • Da die äthylenische Bindung die Möglichkeit der Einführung von Radikalen in die Acylgruppen zur Erzielung einer substituierten gesättigten Acylgruppe zuläßt, bezieht sich die -Erfindung auch auf die Herstellung von substituierte gesättigte Acylgruppan enthaltenden Cellulose-Estern, die nach gewöhnlichen Esterifizierungsverfahren nicht erzielt werden können.
  • Viele Produkte der Erfindung sind in organischen neutralen Lösungsmitteln löslich und viele liefern durchsichtige, in- hohem Maße biegsame Filme.
  • Es hat sich.herausgestellt, daß die Säuren der aliphatiscben Reihe insbesondere wertvoll zur Verstellung von Estern nach der Erfindung sind. Das gleiche gilt für Säuren, die aus den Säuren der aliphatischen Reihen durch Substitution hergeleitet worden sind, beispielsweise Zimtsäure.
  • Es hat sich weiter ergeben, daß Cellulose-Ester, die kleine, aber brauchbare Beträge von ungesättigten Acylgruppen der in Betracht kommenden Art enthalten, durch einfaches Erhitzen von Cellulose, und zwar entweder natürlicher Cellulose oder aber zweckmäßig einer ein wenig hydrierten Cellulose hergestellt werden können, wenn sie in einem eine ungesättigte Säure und ein für Cellulose inertes, den Siedepunkt der Mischung unterhalb der Temperatur, bei welcher schädlicher Abbau der Cellulose eintritt, herabminderndes Lösungsmittel enthaltenden Bad esterifiziert werden. Diese geringeren Cellulose-Ester können weiter schnell durch die bekannten Verfahren des Zusatzes von gesättigten Acylgruppen, beispielsweise den der Fettsäuren entsprechenden, esterifiziert werden.
  • Die Esterifizierung natürlicher Cellu.lose durch die obenerwähnte Behandlung ist weder so schnell noch so ausgiebig wie die Esterifizierung hydrierter Cellulose. Es @empfiehlt sich mithin, entsprechend vorbehandelte Cellulose, wie solche durch die Viscose- oder Cupramoniumverfahren bei der Herstellung von künstlichen Fasern oder anderen Verfahren erzeugt wird, zu benutzen.
  • Obgleich das Erhitzen von Cellulose mit -einer ungesättigten, eine äthylenische Bindung oben beschriebener Art enthaltenden Säure ein einfaches Verfahren zur Herstellung des gewünschten Esters ist, ist es ebenfalls praktisch, Cellulose mit Hilfe einer solchen Säure nach irgendeinem bekannten Cellulose-Esterifizierungsverfahren durch eine organische Säure, insbesondere unter Verwendung eines Treibmittels wie des im Patent 587 952 angegebenen Chloressigsäureanbydrides, zu esterifizieren.
  • Die Erfindung schließt auch die Einführung von Acylgruppen mit - mehr als einer ungesättigten Bindung in das Cellulose4nolekül ein.
  • Die brauchbarsten Derivate, bei deren Herstellung Vorteil aus der äthylenischen Bindung zur Einführung von Radikalen in die Acylgruppe gezogen worden ist, sind die durch Halogenieren der Cellulose-Ester hergestellten, die die ungesättigten Acylgruppe oder -gruppen enthalten. In dieser Weise werden Ester erzielt, die sich durch großen Widerstand gegen Verbrennung auszeichnen.
  • Nachstehende Beispiele machen die Erfindung deutlicher. Die einzelnen Teile sind Gewichtsteile. Beispiel i 3 Teile Seidenpapier, wie es bei der Herstellung von Celluloseacetat benutzt wird, werden einer Mischung aus 15 Teilen Zimtsäure, q.o Teilen Chloressigsäureanhydrid und o,o5 Teilen Magnesiumperchlorat zugesetzt. Die gründlich gemischte Masse wird dann bei 6o bis 65° erwärmt, bis die Fasern verschwinden und eine mehr oder weniger klare Lösung erzielt wird. Letzteres kann etwa 5 Stunden dauern. Aus der Masse wird der Zimtsäureester der Cellulose durch Niederschlag in Methylalkohol und Waschen mit Alkohol erzielt. Das Produkt ist in Chloroform löslich, und aus seiner Lösung ergeben sich durchsichtige Filme oder Firnisschichten. Beispiel e 5 Teile Seidenpapier werden einer Mischung aus 15 Teilen Crotonsäure, 3o Teilen Chloressigsäureanhydrid und o,o5 Teilen Magnesiümperchlorat zugesetzt. Die gründlich gemischte Masse wird auf einer Temperatur von 6o bis 65° gehalten, bis die Fasern größtenteils verschwinden und eine mehr oder weniger klare Lösung erzielt wird. Letzteres erfolgt für gewöhnlich in etwa 5 Stunden. Der Crotonsäureester der Cellulose wird auf ,9er Masse mit wässerigem Methylalkohol (i : i) niedergeschlagen und mit einem derartigen wässerigen Alkohol ausgewaschen. Das getrocknete Produkt ist in Aceton, Chloroform, Benzol oder Mischungen aus diesen lösbar. Die Lösungen ergeben durchsichtige Filme.
  • Die folgenden Beispiele zeigen leichte Halogenierung der erfindungsgemäß hergestellten Ester. Beispiel 3 Der Zimtsäureester der Cellulose nach der im Beispiel i beschriebenen Art wird in Chloroform, beispielsweise etwa 15 Teile Chloroform für jeden Teil des Esters, aufgelöst. Nach vollständiger Auflösung werden 3 Teile Brom zugesetzt, welches in 15 Teilen Chloroform aufgelöst worden ist. Die Mischung liefert selbst bei Zimmertemperatur und nach einer verhältnismäßig kurzen Zeitdauer, etwa 6 Stunden, eine zufriedenstellende Einführung von Brom. Aus der Chloroformlösung wird der bromhaltige Ester durch Methylalkohol niedergeschlagen, gewaschen und getrocknet. Er kann bis 42, % Brom enthalten. Ein vollständig esterifizierter Ester aus Dibromophenylpropionsäure würde etwa .46,5 °J, Brom enthalten. Das Produkt nach der Erfindung erreicht sehr nahe diesen Prozentsatz. Ein aus einer Lösung dieses Esters hergestellter Film ist aceton- oder chloroformlöslich und ist nach genügendem Setzen und Trocknen durchsichtig und nicht fähig, die Verbrennung zu unterstützen. Aus dem Zimtsäureester der Cellulose hergestellte Filme brennen mäßig, doch wird durch Zusatz von Brom der Stoff nicht entzündbar. Dieses Ziel wird ohne schädlichen Abbau der Cellulose erreicht. Beispiel q. Der getrocknete Cellulosecrotönsäureester nach Beispiel 2 wird in Chloroform, etwa i Teil Ester in 37 Teilen Chloroform, gelöst. Dieser Lösung werden 15 Teile Chloroform zugesetzt, in welcher 1,6 Teile Brom gelöst worden sind. Die Mischung kann bei Zimtnertemperaiur für etwa 6 Stunden reagieren. Sie wird dann durch Methylalkohol niedergeschlagen, gewaschen und getrocknet. Das Produkt kann 5o °/a Brom enthalten und ist in Aceton, Chloroform, Benzol oder Mischungen aus diesen löslich. Aus diesen Lösungen ergeben sich durchsichtige Filme oder Firnisschichten, die unfähig sind, die Verbrennung an der Luft zu unterstützen. Eine vollständig esterifizierte Cellulose aus Dibrombutyrat würde theoretisch 56,5 °/o Brom enthalten. Es ergibt sich, daß das Produkt nach der Erfindung diesem Wert sich sehr nähert. Beispiel 5 4Teiledes oben beschriebenen Seidenpapiers werden mit .3o Teilen handelsüblicher Stearinsäure, 9 Teilen Crotonsäure, 5o Teilen Chloressigsäureanhydrid und o,i Teilen Magnesiumperchlorat gemischt. Das Ganze wird bei 6o bis 65° erhitzt, bis in etwa 2o Stunden eine homogene Lösung erzielt wird. Diese Lösung wird in Methylalkohol gegossen, um die Crotonylstearylcellulose niederzuschlagen, worauf das Produkt mit warmem Methylalkohol gewaschen und getrocknet wird. 5 Teile dieses gemischten Esters werden in 75 Teilen Chloroform aufgelöst, und ein Chlorstrom wird für r5@ Minuten in innige Berührung mit dieser Lösung gebracht. Die Lösung kann dann bei Zimmertemperatur .etwa 2 Stunden stehenbleiben. Das Produkt wird durch Niederschlag in Methylalkohol isoliert, gewaschen und getrocknet. Es ist in Chloroform, Benzol und Mischungen aus diesen löslich, und aus der Lösung ergeben sich durchsichtige Filme oder Firnisschich ten. Durch den Zusatz des Chlors wird der Ester in Aceton in ähnlicher Weise unlöslich, wie dies durch die Behandlung mit Brom sich ergibt. In dem Produkt können io % Chlor vorhanden sein, doch brennen aus diesem Produkt hergestellte Filme an der Luft im Gegensatz zu den ins hohem Grade dem Entzünden oder Verbrennen Widerstand bietenden bromhaltigen Estern.
  • In ähnlicher Weise, wie in den Beispielen 3, 4 5 beschrieben, können andere Cellulose-Ester von Monocarbonsäuren, die eine äthylenische Verbindung haben, mit Brom oder Chlor behandelt werden.
  • Obgleich die obigen Beispiele auf die Herstellung von Estern, welche die Acylgruppen der Crotonsäure, Undecylensäure und Zimtsäure enthalten, beschränkt worden sind, leuchtet es ein, daß die Erfindung allgemein auf eine äthylenische Bindung aufweisende Monocarbonsäuren anwendbar ist.
  • Wie in dem Beispiel i angedeutet worden ist, erhält das Produkt durch die Gegenwart einer äthylenischen Acylgruppe in einem Cellulose-Ester eine Aktivität, die in bezug auf andere Bedingungen als eigens für die Herstellung von Filmen oder Firnissen wertvoll ist. Z. B. haben derartig veränderte Fasern Affinitäten für Farbstoff, die sehr wichtig sind. Weiter hat die Gegenwart eines Halogens in der Acylkette Verbesserungen in der Behandlung, beispielsweise beim Färben, zur Folge.
  • Bei der Herstellung gemischter Ester nach der Erfindung kann irgendeine der in dem Hauptpatent genannten organischen Säuren Verwendung finden. Es sei noch bemerkt, daß gemischte Ester, die etwa 12 Acylgruppen für jede 24 Kohlenstoffatome in der Cellulose haben, in Aceton löslich werden, wenn wenigstens ein und eine halbe Acylgruppe crotonhaltig und der Rest essigsäurehaltig ist oder wenn etwas mehr als eine halbe Gruppe Undecylensäure und der Rest Essigsäure ist. Im allgemeinen wird die Anzahl der ungesättigten Gruppen auf einer derartigen Basis dadurch erzielt, daß sechs durch die Anzahl der Kohlenstoffatome in der ungesättigten Säure geteilt wird. Die neuen ungesättigten Ester können mit anderen Cellulose-Estern gemischt werden, die in den gleichen Lösungsmitteln löslich sind wie Celluloseacetat und Cellulosenitrat oder beide, entweder mit oder ohne Weichmachungsmittel. Mithin können Filme aus derartigen gelösten Mischungen hergestellt werden. Schichten der ungesättigten Ester können weiter -mit Schichten aus Cellutose-Ester in lamellierten Filmen oder anderen Produkten verbunden werden, wobei ein gewöhnliches Lösungsmittel Benutzung findet, um die Adhäsion der Schichten in Übereinstimmung mit der üblichen Lamellierungspraxis zu begünstigen. Beispielsweise kann ein Film eines ungesättigten Esters eine sehr dünne Schicht etwas hygroskopischen Celluloseacetates an seiner Rückseite, d. h. an der Seite haben, die der die photographische Emulsion erhaltenden gegenüberliegt.
  • In plastischen Kompositionen oder in fließenden Kompositionen, in welchen ungesättigte Ester einen wesentlichen Bestandteil bilden, können ebenfalls irgendwelche Substanzen geringer Flüchtigkeit vorhanden sein, die für gewöhnlich mit Celluloseacetat in seinen bekannten Zusammensetzungen gemischt sind, wobei ein geeigneter Betrag eines gewöhnlichen Lösungsmittels, wie Aceton, Chloroform, Benzol oder Mischungen aus diesen, Verwendung findet. Weiter können die Verhältnisse etwa die gleichen wie die vorher in Verbindung mit Celluloseacetat verwendeten sein.
  • Die ungesättigten Ester können für. die Herstellung irgendwelcher Gegenstände benutzt werden, die bisher unter Verwendung der früher bekannten Cellulose-Ester angefertigt worden sind. Eine unvollständige Liste der Verwendungsmöglichkeiten schließt geformte Gegenstände, Firnisse und Lacke, Überzüge für künstliches Leder, Überzüge für Gewebe, künstliche Fasern und photographische Filme ein.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Cellulose-Estern nach Patent 58795z, dadurch gekennzeichnet, daß zur Veresterung ungesättigte Monocarbonsäuren verwendet werden. a. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Cellulose und die organische Säure in einem Lösungsmittel erhitzt werden, welches gegenüber Cellulose inert ist und mit der Säure eine Mischung ergibt, die unterhalb einer Temperatur, bei welcher schädliche Degradierung eintritt, siedet.
DEE42512D 1927-05-04 1928-04-28 Verfahren zur Herstellung von Cellulose-Estern Expired DE588876C (de)

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