DE551472C - Vorrichtung zum Messen bzw. Vergleichen der Dehnung und Zerreissfestigkeit von Bahnen aus Pflanzenfasergeweben oder anderen dehnbaren Stoffen, insbesondere Faeden - Google Patents
Vorrichtung zum Messen bzw. Vergleichen der Dehnung und Zerreissfestigkeit von Bahnen aus Pflanzenfasergeweben oder anderen dehnbaren Stoffen, insbesondere FaedenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Faden- bzw. Gewebebahnprüfmaschine zum Messen bzw.
Vergleichen der Dehnung und Zerreißfestigkeit von Bahnen aus Pflanzenfasergeweben
5 oder anderen dehnbaren Stoffen, insbesondere Fäden. Sie unterscheidet sich von bekannten
Vorrichtungen dadurch, daß für die einzelnen Fäden oder Bahnen voneinander unabhängige Einspann- und Meßglieder vorgesehen
und zwecks Feststellung der verschiedenen Zugbeanspruchungen für einen gemeinsamen Längengrad bei gleichförmiger
Beanspruchung während des Zugversuches miteinander kuppelbar sind.
Hierdurch wird erstmalig die Möglichkeit geschaffen, zwei oder mehrere Fäden bzw.
Bahnen unter den verschiedensten Voraussetzungen während eines Versuches miteinander
zu vergleichen und zu prüfen. So können beispielsweise den gleichzeitig einer Zerreißprobe
zu unterwerfenden Fäden verschiedene Vorspannungen gegeben werden, da für jede Meßbahn besondere Einspann- und
Meßglieder vorgesehen sind. Durch die Kupplungsvorrichtung kann dann die Zerreißprobe
für alle Fäden gemeinsam durchgeführt werden. Derartig unterschiedliche Untersuchungen lassen sich mit den bekannten
Vorrichtungen nicht durchführen, da sie entweder nur mit einer gemeinsamen Einspannvorrichtung
oder einer einzigen Streckvorrichtung für alle zu untersuchenden Fäden ausgerüstet sind.
Zwei Ausführungsformen der neuen Vorrichtung, die sich nur durch die verschiedene
Ausbildung und Anordnung der an sich bekannten Meßglieder unterscheiden, sind in
der Zeichnung dargestellt.
Es zeigen:
Fig. ι ein schaubildliche Ansicht der einen Ausführungsform der Vorrichtung und
Fig. 2 eine Aufsicht auf diese nach Abnahme des Dynamometerdeckels,
Fig. 3 und 4 in Ansicht bzw. Aufsicht die Einspannvorrichtung,
Fig. 5 in einer teilweisen Vorderansicht nach Fig. 1 die Bedienungsmittel der Streckvorrichtungen,
Fig. 6 die schaubildliche Ansicht der zweiten Ausführungsform der Vorrichtung und
Fig. 7 eine entsprechende Seitenansicht,
Fig. 8 den Aufbau der Dynamometer nach Fig. 6 und 7 in Stirnansicht,
Fig. 9 eine schematisch gehaltene Aufsicht eines Anwendungsbeispiels der Vorrichtung.
In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. r und 2 ist die Vorrichtung zum Vergleichen
der Längungsgrade zweier Fäden be-
stimmt und weist erfindungsgemäß für jeden Faden ein Paar Einspannvorrichtungen i, 2
auf, zwischen denen das zu untersuchende Stück des Fadens gestrafft wird. Die Klemmen
1 sind mittels Laufmuttern auf je einer Schraubspindel 3 verschiebbar, und jede der
Klemmen 2 ist mit einem besonderen Dynamometer 4 verbunden.
Außerdem zeigen die Skalen 5 (Fig. 1 und 2) die Längung jedes Fadens an. Auf
verschiedene Verwendungsbeispiele der Vorrichtung wird noch eingegangen werden.
Bei der beschriebenen Vorrichtung bestehen die Einspannglieder 1 und 2 aus einer
Kiemmutter 6 und einem Führungsbolzen 7. Die Fäden werden mittels der Mutter 6 festgehalten
und um den Bolzen 7 geführt, wie dies aus Fig. 3 und 4 ersichtlich ist. Durch diese Art der Einspannung wird ein infolge
ungleichmäßigen Festklemmens mit der Mutter-6 bedingter, nur einen Teil des Fadens
beanspruchender Zug vermieden.
In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und 2 besteht das Dynamometer aus einer
Blattfeder 8, die durch die Backen 9 fest mit dem Rahmen verbunden ist. In halber
Länge der Feder nach ihrem freien Ende 10 zu ist an der Feder 8 die Klemmvorrichtung
2 mittels eines Bolzens 11 drehbar befestigt, damit die Klemmvofrichtung zur Befestigung
des Fadens in eine geeignete Lage umgelegt werden kann. Die Durchbiegung der Feder 8 unter dem auf den Faden ausgeübten
Zug wird von einem Zeiger 12 auf der Maßeinteilung 13 erkenntlich gemacht.
Der Zeiger 12 sitzt auf der drehbar gelagerten Spindel 14, die außerdem noch einen
Nocken 15 trägt. Die übertragung der Bewegung
erfolgt über die Feder 8, Nocken 15, Spindel 14 auf Zeiger 12 und Maßeinteilung
13. Die Spindel trägt ferner eine kleine Blattfeder 16, die auf der Grundplatte 17
schleift und den Zeiger 12 in der ihm während der Untersuchung erteilten Stellung
festhält.
Diese Einrichtung ermöglicht es, selbst für den durch die relativ geringen Federbewegungen
sehr kleinen Meßbereich ein Dynamometer zu schaffen, das sehr genaue Ablesungen zuläßt.
In dem Ausführungsbeispiel (Fig. 1 und 2) dienen als Antriebsorgane Kurbeln 18, durch
<lie die Spannvorrichtung 3 bewegt wird. Die Kurbeln 18 können mittels einer abnehmbaren
Lasche 19, deren Steckhülsen 20 auf die Kurbelgriffe 18 aufgeschoben werden, miteinander
gekuppelt werden.
Um die Spannglieder 1 beschleunigt in ihre Ausgangslage zurückzuführen, umfaßt
die Mutter 21 die Schraubspindel 22 nur zur Hälfte und wird mittels der Stellschraube 23
mit dieser in bzw. außer Eingriff gebracht (Fig· 3).
Die Vorrichtung ist keineswegs auf die vorbeschriebene Ausführungsform beschränkt.
So kann beispielsweise die Blattfeder 8 des Dynamometers durch eine bei Dynamometern
übliche Spiralfeder ersetzt werden. Ferner kann an Stelle des Federdynamometers ein
gewichtsbelastetes Hebeldynamometer treten.
Eine Ausführungsform mit einem solchen Dynamometer zeigen die Fig. 6, 7 und 8.
Hierbei bestehen die einzelnen Dynamometer im wesentlichen aus einer in Böcken 25 drehbar
gelagerten Welle 24 und einem auf dieser befestigten, ein Gewicht 27 tragenden
Arm 26.
Das Einspannglied 2 ist durch einen über die Welle 24 geführten Riemen 28 mit dem
Gewicht 27 verbunden (Fig. 6 und 7). Wird an dem Einspannglied 2 ein Zug ausgeübt,
so wird dieser durch den Riemen 28 auf das Gewicht 27 übertragen und dieses unter Verdrehung
der Welle 24 nach oben verschwenkt. Ein auf der Welle 24 befestigter Zeiger 29 gibt die Größe der Bewegung auf einer Maßeinteilung
30 an. Um den Zeiger in der ihm (bei der Prüfung) erteilten Stellung festzuhalten,
ist zwischen dem Gewichtsarm 26 und dem Rahmen ein Zahnstellbogen 31 mit go
Federklinke vorgesehen (Fig. 6 und 7).
Ferner kann das Dynamomter durch eine Feststellvorrichtung beliebig ein- bzw. abgeschaltet
werden. So kann die Feststellung beispielsweise durch einen Stift 32 bewirkt werden, der in eine entsprechende Bohrung
des Armes 26 und Rahmens seitlich des Zahnbogens 31 gesteckt wird. Ferner können die
einzelnen Dynamometer noch mit weiteren Einrichtungen versehen werden, um sie standig
oder zeitweise mit zusätzlichen Apparaten zu kuppeln.
Die Erfindung ist nicht auf die in den Ausführungsbeispielen
beschriebenen Einspann- und Meßvorrichtungen oder Kupplungsglieder beschränkt. An Stelle der dargestellten
Kuppelvorrichtung kann beispielsweise ein Zahnradtrieb treten. Die Kurbelgriffe 18
können durch kleine Zahnräder ersetzt werden, die durch ein zwischen ihnen angeordntes
Zahnrad mittels einer Handkurbel betätigt werden. Dieses dritte Zahnrad ist verschiebbar an dem Rahmen befestigt und
wird für die Einzelbetätigung der beiden Streckvorrichtungen außer Eingriff mit den
die Kurbeln 18 ersetzenden Zahnrädern gebracht, die dann, jedes für sich, gedreht
werden können.
Die erfindungsgemäß ausgebildete Vorrichtung kann auf die verschiedenste Art und
Weise benutzt und eine Reihe von Untersuchungen kann mit ihr durchgeführt wer-
den, die mit den bekannten Vorrichtungen nicht möglich sind.
So können z. B. in an sich bekannter Weise bei Einzelbetätigung jeder Spannvorrichtung
die verschiedenen Dehnungsgrade oder die verschiedenen Belastungen aufgezeichnet
werden. Man kann also die verschiedenen Belastungen bei gleichem Längungsgrad
oder die verschiedenen Längungsgrade
ίο bei gleicher Belastung feststellen.
Bei gemeinschaftlichem Antrieb der Spanneinrichtungen können die verschiedenen Zugbeanspruchungen
für einen gemeinsamen Längungsgrad festgestellt werden.
Insbesondere kann aber in einer Versuchsreihe der Antrieb der Spannvorrichtungen teils
getrennt, teils gemeinschaftlich erfolgen. So kann zuerst durch Einzelantrieb eine für alle
Fäden gleiche Belastung herbeigeführt werden und die Fäden durch Sammelantrieb dann
um ein gleiches Stück gelängt werden. Umgekehrt kann man die Fäden oder Bahnen zuerst
gleichmäßig dehnen und dann durch Einzelantrieb auf einen hinter dem ersten Beanspruchungspunkt
liegenden Punkt gleicher Belastung bringen.
Außerdem kann während eines Versuches die Spannvorrichtung jeder einzelnen Bahn
oder alle zusammen in der umgekehrten Richtung, d. h. entspannend, betätigt werden.
Soll das Verhalten von Bahnen verglichen werden, die im Gebrauch bis zu einem gewissen
Grade vorgespannt sind, wie beispielsweise das in Gummireifen verwendete Cordgewebe,
so werden die einzelnen Spannvorrichtungen getrennt betätigt, um den Bahnen zuerst die gleiche Zugbeanspruchung zu erteilen,
worauf die Bahnen bis zum Zerreißpunkt einer oder beider Bahnen gebracht werden.
Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die beschriebenen Anwendungsmöglichkeiten. So
können beispielsweise durch Einlegen der Stifte 32 die Gewichte mit dem Rahmen fest
verbunden und somit die Dynamometer abgeschaltet werden, so daß die Vorrichtung, ohne
die Belastung anzuzeigen, denen die Bahnen unterworfen sind, arbeitet, wobei jedoch besonders
betont werden soll, daß Belastungsanzeiger unerläßlich sind, wenn man ein ge naues und richtiges Bild über das Verhalten
der einzelnen Bahnen erhalten will.
Ein weiteres Anwendungsbeispiel der Vorrichtung ist in Fig. 9 dargestellt. Hier ist
eine Bahn mit beiden Enden in den Befestigungsgliedern ι und die andere Bahn in den
Gliedern 2 eingespannt, so daß sie zwei Schlaufen 33 und 34 bilden, die in der Mitte
der Vorrichtung über eine kleine Rolle oder Scheibe 33 geführt sind. Die beiden Spannvorrichtungen
werden gemeinschaftlich so lange angetrieben, bis die schwächere der sich
gegenseitig spannenden Bahnen zerreißt. Man kann hierdurch prüfen, ob beide Dynamometer
genau geeicht sind.
Die Erfindung ist fernerhin nicht nur auf das gleichzeitige Prüfen zweier Bahnen beschränkt,
sondern kann sich auf eine beliebige, über eine einzige Bahn hinausgehende Zahl derselben erstrecken; die Vorrichtung
kann einseitig oder beiderseitig benutzt werden, wie auch mehr als eine Bahn zwischen
zwei Einspanngliedern eingespannt werden können. Die Einspannglieder können Einrichtungen
aufweisen, um einzelne Fäden oder Gewebebahnen oder mehrere Fäden nebeneinander aufzunehmen.
Es wird schließlich noch darauf hingewiesen, daß die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten
verschiedenen Zwecken dienen können, wie etwa zur Vergleichsprüfung mehrerer Stoffe, Prüfung auf Zerreiß- und Dehnungsfestigkeit
und zur Untersuchung des Verhaltens unter wechselnder Beanspruchung.
Claims (1)
- Patentanspruch:Vorrichtung zum Messen bzw. Vergleichen der Dehnung und Zerreißfestigkeit von Bahnen aus Pflanzenfasergeweben oder anderen dehnbaren Stoffen, insbesondere Fäden, dadurch gekennzeichnet, daß für die einzelnen Fäden oder Bahnen voneinander unabhängige Einspann- und Meßglieder vorgesehen und zwecks Feststellung der verschiedenen Zugbeanspruchungen für einen gemeinsamen Längengrad bei gleichförmiger Beanspruchung" während des Zugversuches miteinander kuppelbar sind.Hierzu ι Blatt Zeichnungen
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| GB3390629A GB342382A (en) | 1929-11-07 | 1929-11-07 | Testing of textile or other extensible material and apparatus therefor |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE551472C true DE551472C (de) | 1932-06-01 |
Family
ID=10358953
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1930551472D Expired DE551472C (de) | 1929-11-07 | 1930-11-01 | Vorrichtung zum Messen bzw. Vergleichen der Dehnung und Zerreissfestigkeit von Bahnen aus Pflanzenfasergeweben oder anderen dehnbaren Stoffen, insbesondere Faeden |
Country Status (2)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE551472C (de) |
| GB (1) | GB342382A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1060627B (de) * | 1955-08-24 | 1959-07-02 | Heinz Schwabe | Geraet zur Ermittlung der elastischen und bleibenden Dehnung von Fasern, Faeden u. dgl., insbesondere zur Pruefung von menschlichen Haaren |
| US4901585A (en) * | 1988-11-30 | 1990-02-20 | Westvaco Corporation | Method and apparatus for roll nip load measurement |
Families Citing this family (6)
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|---|---|---|---|---|
| US2831342A (en) * | 1956-06-28 | 1958-04-22 | Adler George | Apparatus for measuring stress relaxation |
| US3400576A (en) * | 1965-07-15 | 1968-09-10 | George C Moore Company | Stretch-testing machine for elastic fabric |
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| CN115235882A (zh) * | 2022-06-17 | 2022-10-25 | 中航西安飞机工业集团股份有限公司 | 一种橡胶条拉伸性能测试装置及使用方法 |
| CN117571471B (zh) * | 2023-12-05 | 2024-11-26 | 江苏申久(集团)有限公司 | 一种纺丝抗拉测试装置 |
| CN118794796B (zh) * | 2024-08-15 | 2025-04-11 | 苏州宏洋纺织染整有限公司 | 一种纺织面料强度测试装置 |
-
1929
- 1929-11-07 GB GB3390629A patent/GB342382A/en not_active Expired
-
1930
- 1930-11-01 DE DE1930551472D patent/DE551472C/de not_active Expired
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE1060627B (de) * | 1955-08-24 | 1959-07-02 | Heinz Schwabe | Geraet zur Ermittlung der elastischen und bleibenden Dehnung von Fasern, Faeden u. dgl., insbesondere zur Pruefung von menschlichen Haaren |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB342382A (en) | 1931-02-05 |
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