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Aus verschiedenen Leitertypen zusammengesetztes Fernmeldekabel Gegenstand
des Patents 522 182 ist ein aus verschiedenen Leitertypen zusammengesetztes Fernmeldekabel,
bei dem mehrere Leiter gleicher Type zusammengefaßt und die so zusammengefaßten
Bündel miteinander zu einer Kabelseele verseilt sind. Die Zusammenfassung der Leiter
zu Bündeln und deren Formgebung ist dabei lediglich unter dem Gesichtspunkt der
besten Ausnutzung des kreisförmigen Kabelquerschnittes und ohne Rücksicht auf die
Symmetrie der Bündel geschehen. Ein derartiges Kabel unterscheidet sich demnach
wesentlich von dem bekannten, in konzentrischen Lagen um einen Kern symmetrisch
verseilten Kabel, bei dem aus je vier Vierern Gruppen höherer Ordnung gebildet sind,
um Sprechkreise höherer Ordnung bilden zu können; denn die bei solchen Kabeln gebildeten
Gruppen höherer Ordnung können nicht wie bei einem Kabel gemäß dem Hauptpatent aus
einer beliebigen Anzahl von Vierern bestehen, sondern sie müssen unbedingt aus vier
Vierern gebildet und völlig symmetrisch sein, damit die durch die Bildung von Gruppen
höherer Ordnung beabsichtigte Bildung von Sprechkreisen höherer Ordnung ermöglicht
wird. Dies wiederum verhindert eine günstige Ausnutzung des kreisförmigen Kabelquerschnittes.
Es hat sich nun herausgestellt, daß der Kabelaufbau nach dem Hauptpatent, der ursprünglich
nur der Einfachheit und Verbilligung der Herstellung der Kabel dienen sollte, für
Kabel, an die in elektrischer Hinsicht hohe Anforderungen gestellt werden, bei besonderer
Ausbildung noch ganz besondere Vorteile bietet.
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Bei pupinisierten Fernmeldekabeln z. B., die mit Verstärkern betrieben
werden, ist es erforderlich, daß die einzelnen Kabelfelder zwischen den Spulenpunkten
eine gleichmäßige Kapazität haben, damit die Scheinwiderstände der Verstärkerfelder
den Anforderungen für den Verstärkerbetrieb entsprechen. Man hat nun vorgeschlagen,
für Kabelfelder zwischen zwei Spulenpunkten, deren Abstand größer oder kleiner als
der normale ist, Kabel mit besonders niedriger bzw. hoher Kapazität herzustellen.
Diese Kabel müssen die gleiche Adernzahl wie die übrigen Hauptkabel haben. Es liegt
nahe, ihnen auch denselben Aufbau zu geben. Die Herstellung solcher Kabel z. B.
mit sehr hoher, gleichmäßiger Kapazität in allen Lagen ist aber äußerst schwierig.
Man stößt beispielsweise bei Kabeln mit einem zentralen Rundfunkkabel, um das die
übrigen Leiter in
konzentrisch verseilten Lagen angeordnet sind,
beim gleichen Aufbau für die besonderen Kabelstücke sehr hoher Kapazität, die in
den einzelnen Adern eine andere Abmessung haben werden, auf die Schwierigkeit, daß
in den einzelnen Lagen Lücken auftreten und beim Biegen des Kabels sich die Adern
bzw. Doppeladern und Vierer gegenseitig verschieben und dadurch wieder Abweichungen
in den elektrischen Werten auftreten können. Man könnte zwar die auftretenden Lücken
durch Einfügen von Blindvierern o. dgl. ausfüllen, jedoch sind derartige Anordnungen
zum mindesten unwirtschaftlich. Es kann auch der Fall auftreten, daß nach dem Verseilen
des aus konzentrischen Lagen mit verschiedenen Aderstärken bestehenden Kabels sich
herausstellt, daß die Vierer einer Lage sich beim Verseilen geändert haben und ihre
Kapazitätswerte nicht den beabsichtigten Werten entsprechen. Durch nachträgliches
Drücken der betreffenden Lage zwecks Korrektur dieser Abweichung besteht dann die
Gefahr, daß auch die Werte einer anderen Barunterliegenden Lage, die vorher den
Anforderungen entsprach, in Mitleidenschaft gezogen wird und zu hohe Werte erreicht.
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Diese Nachteile werden dadurch vermieden, daß die Adern bzw. Doppeladern
oder Vierer gleicher . Stärke gemäß dem Hauptpatent zu Bündeln verseilt werden.
Um nun für alle zu einem Kabel gehörenden Bündel die Bedingung, daß die Viererkapazität
in einem bestimmten Verhältnis zur Paarkapazität steht, gleichzeitig erfüllen zu
können, wird gemäß der Erfindung jedes Bündelkabel zunächst mit einem metallischen
Mantel umgeben. Jedes Bündel wird also als getrenntes Bündelkabel hergestellt und
wird vor dem Verseilen zu dem Hauptkabel auf seine elektrischen Eigenschaften geprüft.
Der metallische Mantel schützt das Bündel während der Messung vor Feuchtigkeitsaufnahme
und stellt für die Messung diejenigen elektrischen Verhältnisse her, unter welchen
das spätere z. B. mit einem gemeinsamen Bleimantel zu umgebende Hauptkabel betriebsmäßig
arbeitet. Der Metallmantel kann ein Bleimantel sein oder aus einer Umhüllung von
Stanniolbändern, Aluminiumbändern oder metallisierten Papierbändern o. dgl. bestehen.
Im Bedarfsfalle können diese Bündelkabel nach der Vorprüfung einer Nachbehandlung
unterzogen werden, so daß sie allen späteren Anforderungen genügen. Nach der Prüfung
werden dann die einzelnen Bündelkabel verseilt. Bei der Verseilung zum Hauptkabel
können die Bündelkabel durch Kaliber- oder Formwalzen so in ihrer Form geändert
werden, daß sich für das Hauptkabel ein möglichst kreisförmiger Querschnitt ergibt.
Das Hauptkabel erhält einen gemeinsamen Bleimantel, der aber unter Umständen auch
fortgelassen werden kann, wenn die einzelnen Bündelkabel schon mit Bleimänteln versehen
sind. Das mit dem Bleimantel umhüllte oder aus den einzelnen verbleiten Bündelkabeln
verseilte Hauptkabel kann dann mit einer Bewehrung versehen werden.
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In den Abbildungen sind einige Ausführungsbeispiele der Erfindung
zeichnerisch dargestellt. Abb. i zeigt ein aus drei Bündelkabeln a, b, c
bestehendes Fernmeldekabel, in welchem die einzelnen Bündelkabel untereinander verschiedene
Adernzahl und Adernstärke haben. In dieser Ausführung haben die Bündelkabel kreisförmigen
Umfang, sie sind jedes für sich mit einem besonderen Bleimantel d versehen. Um die
miteinander verseilten Bündelkabel ist eine der üblichen Bandeisenbewehrungen e
gewickelt.
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Bei der Ausführungsform nach Abb. 2 sind die Leiter gleicher Type
zu je zwei Bündeln vereinigt, und zwar g, g' und f, f', und so angeordnet,
daß sich die Bündel gleicher Leiterstärke im Hauptkabel gegenüberliegen. Die einzelnen
Bündel besitzen in diesem Falle eine Stanniolbandbewicklung k und sind bei der Verseilung
durch Formwalzen so geändert worden, daß das Hauptkabel einen nahezu kreisförmigen
Querschnitt aufweist. Um das durch die Bündelkabel gebildete Hauptkabel ist eine
wasserdichte Hülle, die in dieser Ausführung ein Bleimantel i ist, gelegt worden.
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Die Abb. 3 stellt eine weitere Ausführungsform der Erfindung dar,
insofern, als vier Bündelkabel h, L, m, n., die jedes besondere Adernzahl
und Adernstärke aufweisen, zu einem Hauptkabel verseilt worden sind. Die Bündelkabel
sind jedes mit einer Umhüllung aus metallisiertem Papier p versehen und bei der
Verseilung so in ihrer Form geändert worden, daß das aus ihnen gebildete Hauptkabel
einen annähernd kreisförmigen Umfang erhalten hat. Um das Hauptkabel ist eine wasserdichte
Hülle in Form eines Bleimantels q gelegt worden.