DE438918C - Verfahren zur Herstellung von Celluloseverbindungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Celluloseverbindungen

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DE438918C
DE438918C DEL60243D DEL0060243D DE438918C DE 438918 C DE438918 C DE 438918C DE L60243 D DEL60243 D DE L60243D DE L0060243 D DEL0060243 D DE L0060243D DE 438918 C DE438918 C DE 438918C
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    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08BPOLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
    • C08B13/00Preparation of cellulose ether-esters
    • C08B13/02Cellulose ether xanthates

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Celluloseverbindungen. Es wurde gefunden, daß neue Cellulosederivate entstehen, wenn man solche sich vom Ammoniak ableitende Verbindungen, in denen mindestens ein Wasserstoffatom des Ammoniaks durch ein Alkoholradikal vertreten ist und die mindestens ein substituierbares Animoniakwasserstoffatom enthalten, auf diejenigen = Produkte oder Reaktionsgem@sche einwirken läßt, die man erhält, wenn man Monohalogenfettsäuren auf Cellulosexanthogensäuren bzw. Cellulosexantliogenate (Viskose) einwirken läßt.
  • Die den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildenden neuen Celluloseverbindungen sind in Wasser unlöslich oder wenig löslich, in wässerigen Alkalien löslich. Ihre Lösungen in Alkalien scheiden bei Zusatz alkaliabstumpfender (wie anorganische oder organische Säuren, saure Salze, Ammoniumsalze o. dgl.) oder wasserentziehender Mittel (wie Salze, Alkohole o. dgl.) Niederschläge bz«-. Koagulate ab, welche, wenn man die Lösungen in die geeignete Form bringt, in Gestalt von durchsichtigen, festen, biegsamen Gebilden, wie Fäden, Filme, Platten _). rl,J., gewinnbar sind.
  • Die neuen Cellulosederivate lösen sich ferner, je nach der Natur des in die Arnidogruppe eingeführten Alkoholradikals und ;e nach dem Charakter ihrer Cellulosekomponente in Erdalkalien und Ammoniak und in organischen Lösungsmitteln bzw. Lösungsmittelgemischen, wie Basen (z. B. in manchen primären, sekundären und tertiären Aminen der aliphatischen und aromatischen Reihe, in -mehrwertigen Aminen, in quaternären Basen azyklischer, zyklischer und heterozyklischer Struktur, in Körpern aus der Guanidingruppe und Pyridingruppe, in Phenolen, in Schwefelkohlenstoff, in Gemisch(-ii von Scliwefell.:ohlenstoff und ein- oder mehrwertigen Halogenderivaten von K.ohlenwasserstoffen, in Halohydrinen der Polyalkohole u. dgl. m.). Anwesenheit von etwas Wasser begünstigt die Löslichkeit der neuen Celluloseverbindungen. Ihre Lösungen in geeigneten flüchtigen Lösungsmitteln, z. B. wässerigem Py ridin, trocknen zu durchsichtigen, biegsamen Produkten (wie Filme, Schichten, Fäden, Platten o. dgl.) ein.
  • In den gemäß vorliegender Erfindung hergestellten neuen Celluloseverbindungen liegen zum ersten Male Körper der Cel1ulosegruppe vor, welche sowohl durch Fällung ihrer alkalischen Lösungen wie auch durch Eindunsten. ihrer Lösungen in flüchtigen Lösungsmitteln auf technische Produkte verarbeitet werden können. Diese sind den aus den bisher bekannten alkalilöslichen - Cellulosederivaten gewinnbaren in mancher Hinsicht, z. B. in bezug auf ihre Festigkeit bei Berührung finit Wasser, überlegen.
  • Wie eingangs angegeben, beruht das vorliegende Verfahren auf der Umsetzung von Cellulosexanthogenfettsäuren oder ihren Salzen oder Derivaten mit solchen sich vom Ammoniak ableitenden Verbindungen, in denen mindestens ein Wasserstoffatom des Ammoniaks durch ein Alkoholradikal vertreten ist und die mindestens ein substituierbares :@ninioniakwasserstofffatorn enthalten. Unter Cellulosexanthogenfettsäureii. (Cellulosetliionthiolcarbonhydroxyparaffininonocarbonsäuren) werden in der Beschreibung und den Ansprüchen diejenigen Produkte oder Reaktionsgemische verstanden, welche man erhält, wenn man Monohalogenfettsäuren oder ihre Salze oder Derivate auf Cellulosexanthogensäuren oder Cellulosexanthogeiiate (Thionthiolkohlensäureester derCellulose oder Salze solcher Ester) einwirken läßt.
  • Der in den Cellulosexanthogenfettsäuren vorhandene Cellulosexanthogensäurerest kann als Gellulosekomponente Cellulose als solche oder ein Celluloseumwandlungsprodukt oder selbst eine geeignete Celluloseverbindung enthalten.
  • Als Stickstoffverbindungen kommen für das vorliegende Verfahren die Körper der aliphatischen und aromatischen Reihe in Betracht, in denen mindestens ein Wasserstoffatom des Ammoniaks durch ein aliphatisches oder aromatisches Alkoholradikal vertreten ist und die mindestens noch ein substituierbares Ammoniakwasserstoffatam enthalten, in erster Linie die organischen primären oder sekundären Amine und Hydramine (Oxalkylbasen). Die Stickstoffverbindungen können im freien Zustand oder in Form von Salzen oder Derivaten zur Anwendung gelangen.
  • Die Arbeitsbedingungen können innerhalb weiter Grenzen variiert werden. Aus diesem Grunde soll die Erfindung an die ihr Wesen nicht berührenden Einzelheiten der jetzt folgenden, durch Ausführungsbeispiele veranschaulichten Schilderung ihrer praktischen Ausübung nicht gebunden sein.
  • Die Cellulosexanthogenfettsäuren werden z. B. vorteilhaft so dargestellt, daß man eine Monohalogenfettsäure oder ein Salz oder ein Derivat einer solchen entweder auf eine Cellulosexantliogensäure, d. h. eine Alkaliverbindung des Thionthiolkohlensäureesters der Cellulose ohne Alkaliüberschuß, z. B. eine mittels einer schwachen Säure neutralisierte oder selbst sauer gemachte rohe oder gereinigte Viskose, oder auf eine Alkaliverbindung eines Thionthiolkohlensäureesters der Cellulose mit Alkaliüberschuß, z. B. eine rohe oder gereinigte Viskose von alkalischer Reaktion, oder auf eine Verbindung- der Cellulosexanthogensäure finit einem anderen Metalle, z. B. Zink o. dgl., einwirken läßt. Die Cellulosexanthogensäure bzw. das Cellu.-iosexanthogenat (Viskose) kann im rohen Zustand oder nach irgendeinem bekannten Verfahren gereinigt in die Cellulosexanthogenfettsäure übergeführt -werden. Die Monohalogenfettsäuren oder ihre Salze oder Derivate können in berechneter- Menge oder in geringeren Mengen als die berechnete oder in beliebigem überschuß verwendet werden*).
  • Die Umsetzung der Cellulosexanthogensäure bzw. des Cellulosexantliogenats n,it der Halogenfettsäure einerseits und der Cellulosexanthogenfettsäure mit der organischen Stickstoffverbindung andererseits kann in zwei getrennten Vorgängen erfolgen oder- zu einer Operation vereinigt werden. Die organische Stickstoffverbindung kann daher mit der isolierten Cellulosexanthogenfettsäure oder mit der in dem rohen, sich aus ihrer Bereitung ergebenden Reaktionsgemisch oder mit Cellulosexanthogenfettsäure in statu nascendi zur Wechselwirkung gebracht «erden. Mit anderen Worten: Man kann die Stickstoffbase entweder mit der isolierten Cellulosexanthogenfettsäure bzw. ihrem Salz oder mit dem Reaktionsgemisch, das sie enthält, oder mit der Cellulosexanthogensäure bzw. dem Cellulosexanthogenat (Viskose) vor, während oder nach Zusatz der Halogenfettsäure oder ihres Salzes oder Derivates zusammenbringen.
  • Die Behandlung der Cellulosexanthogenfettsäure bzw. ihres Salzes mit der organischen Stickstoffverbindung kann in neutraler, alkalischer oder saurer Lösung vorgenommen werden. Man kann aber die Cellulosexanthogenfettsäure auch in fester Form oder in Suspension (z. B. in Alkohol) der Einwirkung des Amino aussetzen.
  • Die Reaktion findet in den allermeisten Fällen schon bei gewöhnlicher Temperatur statt. Gelindere oder stärkere Erwärmung pflegt sie zu beschleunigen.
  • Die Aminobasen können im Überschuß oder in der berechneten Menge oder in Mengen verwendet werden, die geringer sind als die berechnete.
  • Die Entstehung der neuen Celluloseverbindungen gibt sich, sofern in Lösung gearbeitet wird und das Reaktionsgemisch keine Substanz (z. B. eine genügende Alkaiimenge) enthält, welche das Endprodukt aufzulösen oder seine Bildung zu verhindern vermag, dadurch kund, daß das Endprodukt der Reaktion ausfällt. Diese Ausscheidung pflegt, wenn die Lösung der Cellulosexanthogensäure oder des Cellulosexanthogenats bzw. der Cellulo.sexanthogenfettsäure konzentriert ist und wenn zu wenig oder gar nicht gerührt wird, in Gestalt von steifen. oder weichen Gallerten oder, wenn die Lö-'@ Überall, wo es der Sinn zulälät, sollen die in der Beschreibung und den Patentansprüchen gebrauchtenAusdrücke :,Viskose«, »Cellulosexanthogensäure#@, »Cellulosexanthogenat« die in diesem und dem vorhergehenden Absatz genannten Formen der Cellulosexanthogensäuren bzR-. Celluiosexanthogenate 'Vislcoseumfassen. . sang entsprechend verdünnt ist und gerührt wird, in Form feiner oder derber Niederschläge zu erfolgen.
  • Die Isolierung des Endproduktes der Reaktion geschieht z. B. in der Weise, daß man die Niederschläge oder die Gallerten (letztere zeigen bei längerem Stehen in der Regel Kontraktion und synaeretische Flüssigkeitsabsonderung) durch Filtrieren, Kolieren, Centrifugieren o. dgl. von der Mutterlauge trennt und mit Wasser gründlichst auswäscht. Die Mutterlauge und das Waschwasser enthalten als vornehmliches Nebenprodukt der Reaktion die entsprechende organische Thiohydroxyparaffinmollocarbonsäure. Liegt eine Gallerte oder eine klumpige Ausscheidung vor, dann empfiehlt es sich, sie vor dem Waschprozeß zu zerkleinern. Dem Waschen mit Wasser kann, um etwa gebildete wasserunlösliche oder in Wasser schwer lösliche Nebenprodukte der Reaktion zu entfernen, eine Waschung mit Alkohol oder mit Alkohol und dann Alther oder Benzol o. dgl. folgen. Der ausgewaschene Körper wird dann entweder im nassen Zustande (gegebenenfalls nach vorheriger Befreiung von der Hauptmenge der anhaftenden Waschflüssigkeit durch Abpressen oder Absaugen oder Abschleudern) gelöst oder getrocknet.
  • Tritt keine oder keine vollständige freiwillige Abscheidung des Endproduktes ein, dann katiri man die Isolierung z. B. so bewerkstelligen, daß man das Reaktionsgemisch vor oder nach Vollzug der Reaktion mit einer Säure oder einem sauren Salze bis zur Entstehung eines Niederschlages versetzt und dann in der vorstehend angegebenen Weise vorgeht.
  • Ihrer Bildungsweise und ihrem chemischen Verhalten gemäß sind die den Gegenstand der Erfindung bildenden neuen Cellulosever-Bindungen Thiourethane (Tlliocar#barnidsäureester bzw. Yanthogenamide) der Cellulose bzw. Cellulosegruppe, in denen mindestens ein Wasserstoffatom der Amidogruppe durch ein Alkoholradikal ersetzt ist. Je nachdem, ob das in die Amidogruppe eingetretene Alkoholradikal eine Alkyl- oder eine Aryl-oder eine Ar alky lgruppe ist, können die neuen Cellulosederivate entweder Alkyltlliourethane (Alkylthiocarbalnidsäureester, Alkylxanthogenamide) oder Aryltbiourethane (Arylthiocarbamidsäureester, Irylxanthogenamide) oder Aralkylthiourethane (Aralk.#rlthiocarbamidsäureester, Aralkylxanthogenamide) der Cellulose sein.
  • Der einfachste Typus der neuen Cellulosederivate läßt sich durch folgende Formel (an die jedoch die Erfindung nicht gebunden sein soll) ausdrücken: R . NH # CS # O : (ConHIO"-,05n-i) bzw. R # N: C(SH) . O . (C"" HIOn-,O5n-i). In den vorstehenden Formeln bedeutet R das Alkoholradikal, das in die Amidogruppe (-ingetreten ist. Dieses Radikal kann eine A1kyl- oder Oxyalkyl-, oder eine Aryl- oder Oxyaryl-, oder eine Aralkyl- oder Oxyaralkylgruppe sein*). Die zu der Bildung der neuen Celluloseverbindungen führenden Reaktionen können für die einfachsten Typen durch folgende Gleichungenveranschaulichtwerden. A1sBeispiel wird cellulosexanthogensaures Natrium, chloressigsaures Natrium und Anilin gewählt.
    Bildung der Cellulosexanthogenessigsäure:
    (Cßn Hlon-,Oiin--i) # O . CS . S . Na -E- Cl . CH, . COONa
    Cellulosexanthogensaures Natrium
    (CsnHlon-iOsn-i) ' 0' CS # S # CH2 # COONa -j- NaCl (1)
    Cellulosexanthogenessigsaures Natrium
    (Cellulosethionthiolcarbonglykolsaures Natrium).
    Bildung des Cellulosexanthogenanilids:
    (CB,Hlon-iObni) # 0 # CS # S # CH.- COONa -j- CBH; # NH2
    Cellulosexanthogenessigsaures Natrium
    = C,,HS # NH # CS # 0 # (CsnHlon-iO5n_i) -1- CH2(SH) # COONa (2)
    Cellulosexanthogenanilid Thioglykolsaures Natrium
    (Phenylthiourethan der Cellulose).
    An die hier gegebenen Gleichungen soll die Erfindung keineswegs gebunden sein, weil sie nur Veranschaulichungszwecken dienen :ollen und weil die erschöpfend genaue Auf-'; Überall, wo es der Sinn zuläl3t, wird in der Beschreibung und den Patentansprüchen unter nAlkl« auch Oxv-und Hydroxvalkvl, unter i)Arvl« auch' Oxy- und Iiydroxyarvl und unter »Aralkvl« ;euch Oxv- und HvdroxyarälkA verstanden. klärung des Chemismus der Reaktion schon im Hinblick auf unsere mangelhafte Kei-iiitnis der Konstitution der Cellulose keine einfache und rasch zu lösende Aufgabe ist.
  • Ausführungsbeispiele. I. a) zooo Gewichtsteile Rohviskose (dargestellt z. B. durch Tränken von Zoo Gewichtsteilen Sulfitcellulose in Blättern oder Vließen mit iooo bis 2ooo Gewichtsteilen i 8prozentiger Natronlauge von i 5 bis 18' C., 3- bis 24stündiges Stehenlassen bei Zimmertemperatur, Abpressen auf 3oo bis 350 Gewichtsteile, Zerfasern, gegebenenfalls 6- bis 72stündiges Reifen bei Zimmertemperatur, mehrstündige Behandlung mit 5o bis 6o Gewichtsteilen Schwefelkohlenstoff und Lösen in so viel Wasser, daß das, Gesamtgewicht der Lösung iooo Gewichtsteile beträgt), entsprechend ioo Gewichtsteilen Ausgangscellulose, werden im frischen Zustande oder nach kürzerem oder längerem Stehen (z. B. sechsstündigem bis dreitägigem Stehen) mit 500.o Gewichtsteilen Wasser verdünnt und dann mit verdünnter (z. B. 5- bis iopro7entigei) Essigsäure unter- Rühren bis zur schwach alkalischen oder neutralen Reaktion versetzt. Sobald der während der Neutralisation frei werdendeSchwefelwasserstoff ganz oder zum großen Teil entwichen ist, wird die in der Farbe hell gewordene Viskose mit folgender Lösung von monochloressigsaurem Natrium versetzt: 6o bis ioo Gewichtsteile Monochloressigsäure werden in 48o bis 8oo Gewichtsteilen Wasser gelöst und mit N atriutnbicarbonat in Pulverform neutralisiert. Sobald die Lösung des monochloressigsauren Natriums der Viskose einverleibt ist, wird noch kurz gerührt und dann das Reaktionsgemisch bei Zimmertemperatur sich selbst überlassen. Nach 6- bis 48stündigem Stehen werden (wenn das Reaktionsgemisch schwach alkalisch reagiert, kann man es neutralisieren) unter Rühren 6o bis i2o Gewichtsteile Anilin zugesetzt. Nach einigen Stunden beginnt das Reaktionsprodukt bei gutem Rühren in fein verteilter Form auszufallen, um sich schließlich zu Boden zu setzen. Sobald die Abscheidung beendet ist oder nachdem man das Reaktionsgemisch nach erfolgter Abscheidung noch mehrere Stunden bis 3 Tage stehengelassen hat, wird der Niederschlag durch Dekantieren, Filtrieren, Absaugen, Kolieren oder Zentrifugieren von der I-l:utterlauge getrennt, in der sich durch Ansäuern mit verdünnter Schwefelsäure, Ausäthern und Verjagen des Äthers reichliche Mengen Thioglykolsäure (z. B. durch die Reaktion mit Eisenchlorid und Ammoniak oder durch Reindarstellung) nachweisen lassen. Der von der Mutterlauge getrennte Niederschlag wird mit Wasser gründlich gewaschen und gegebenenfalls nach ein- oder mehrmaliger Behandlung mit Alkohol oder Alkohol und dann Äther im Vakuum oder an der Luft getrocknet.
  • Der fertige Körper stellt, insbesondere nach dem Zerkleinern, eine pulverförmige Substanz vor, welche in Wasser, Alkohol und Äther unlöslich oder kaum löslich ist, sich hingegen z. B. in folgenden Lösungsmitteln löst: Verdünnte Alkalilauge (z. B. i- bis ioprozentige Natronlauge), wässerige (z. B. i0- bis 25prozentige) Ammoniaklösung, Äthylamin, insbesondere in Gegenwart von etwas Wasser, Diäthylamin, insbesondere in Anwesenheit von etwas Wasser, Athylendiamin, Guanidin, insbesondere im Beisein von etwas Wasser, quaternäre Basen, Anilin, Piperidin, insbesondere wenn etwas Wasser zugegen ist, Pyridin; insbesondere in Gegenwart von etwas Wasser, a.-Monochlorhydrin, u-Dichlorhydrin, insbesondere in Gegenwart von etwas Wasser, Athylenchlorhydrin, insbesondere im Gemisch mit etwas Wasser, Phenol, insbesondere in Gegenwart von etwas Wasser u. a. m.
  • Eine Aufschwemmung des Körpers in Wasser reagiert auf Lakmus neutral. Erhitzt man die Substanz 4 bis 6 Stunden mit 2prozentiger Schwefelsäure bei 2oo° C unter Druck, dann spaltet sie Schwefelwasserstoff und Anilin ab, welches sich im Ätherauszug der alkalisch gemachten Aufschließungsflüssigkeit durch alle bekannten Anilinreaktionen nachweisen läß't. Bei mehrstündigem Erhitzen mit 25prozentigem Ammoniak unter Druck auf i5o bis i8o° C zerfällt der Körper unter Freiwerden von Schwefelwasserstoff und Anilin. Erhitzt man die Substanz mit i- bis 2prozentiger Salzsäure 8 Stunden auf i5o bis 170' C, dann lassen sich in der Aufschließungsmasse Schwefelwasserstoff und Anilin, aber (durch Oxydation mit Salpetersäure) keine Glykolsäure nachweisen. Gleichzeitig unter denselben Bedingungen erhitzte Proben einer Cellulosexanthogenessigsäure und einer Celluloseglykolsäure spalten reichliche Mengen Glykolsäure ab.
  • Die Elementaranalyse ergab folgende Resultate
    Berechnet für Gefunden:
    C6 H5 . NH # CS # O # (C12 H19C9) - "19H25 NS010
    C 4967 4781 48,4
    H 5,44 5,32 5,13
    S 6,97 715 6,95
    N 3,o5 3,25 3.o6
    Asche 0,28 Prozent.
    Obwohl die analysierte Substanz nicht besonders gereinigt war, stimmen die vorstelienden Zahlen ziemlich gut auf ein Plienylthiourethan der Cellulose oder eines Körpers aus der Cellulosegruppe (Cellulosexanthogenanilid, Phenylthiocarbamidsäureester der Cellulose).
  • Lösungen der Substanz in verdünnter (z. B. i- bis ioprozentiger) Natronlauge geben, auf einer Glasplatte ausgebreitet und mit einem geeigneten Fällbad (z. B. einer 2oprozentigen Lösung von Ammoniumchlorid oder verdünnter Schwefelsäure oder wässeriger Essigsäure) behandelt, Häute, die im nassen Zustand fest, im trockenen durchsichtig und glänzend sind.
  • Lösungen des Cellulosexanthogenanilids in einer 7o- bis 8oprozentigen Lösung von Pyridin in Wasser trocknen zu durchsichtigen, biegsamen Filmen ein, die eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit gegen Wasser zeigen. Ihre guten Eigenschaften gehen auch nach mehrtägiger Erhitzung auf 6o° C nicht verloren.
  • b) Arbeitsweise wie bei a, jedoch mit dem Unterschied, daß 150 bis 25o Gewichtsteile Anilin verwendet werden. Der große Anilinüberschuß ändert die Eigenschaften und Löslichkeiten des Reaktionsproduktes nicht wesentlich, bedingt aber eine sorgfältigere Reinigung, weil in Gegenwart großer Anilinmengen sich als Nebenprodukte greifbare Mengen Diphenylthioharnstoff und evtl. auch Diphenylharnstoff bilden. Durch gründliches Waschen und Extraktion des Cellulosexantliogenanilids mit Lösungsmitteln für diese aromatischen Harnstoffe (wie Alkohol, Äther u. dgl.) kann man das Cellulosexanthogenanilid gründlich von ihnen befreien.
  • c) Arbeitsweise wie bei a, jedoch mit der Modifikation, daß bloß 30 bis 4o Gewichtsteile Anilin verwendet werden. Keine wesentliche Änderung in den Löslichkeitsverhältnissen des Endproduktes.
  • d) Arbeitsweise wie bei a oder b oder c, jedoch mit der Abänderung, daß bloß 3o bis d.o Gewichtsteile Monochloressigsäure, in 320 bis q.oo Gewichtsteilen Wasser gelöst, verwendet werden.
  • Das erzielte Cellulosexantliogenanilid löst sich in verdünnter Natronlauge glatt, in wässerigem Pyridin nicht mehr so gut wie das Cellulosexanthogenanilid des Beispiels a.
  • e) Arbeitsweise wie bei a oder b oder c oder d, jedoch mit dem Unterschiede, daß der Zusatz des Anilins sofort oder bald (z. B. io Minuten bis i Stunde), nachdem das monochloressigsaure Natrium der Viskose einverleibt wurde, geschieht.
  • f) Arbeitsweise wie bei a oder b oder c oder d oder e, jedoch mit der Abänderung, daß die Viskose mit verdünnter Essigsäure schwach oder deutlich sauer gemacht wird. Die Löslichkeitsverhältnisse des Endproduktes ändern sich hierdurch nicht.
  • g) Arbeitsweise wie bei a oder b oder c oder d oder e oder f, jedoch mit dem Unterschiede, daß die Natroncellulose auf Zoo Gewichtsteile gepreßt und mit 2o bis 25 Gewichtsteilen Schwefelkohlenstoff sulfidiert wird.
  • . II.
  • Arbeitsweise wie in den Beispielen I, a bis g, jedoch mit dem Unterschiede, daß an Stelle des Anilins die äquivalente Menge o-Toluidin verwendet wird.
  • Die erzielten Cellulosexanthogentoluide stimmen in ihrem Aussehen, ihren Eigenschaften und Löslichkeitsverhältnissen mit den vorstehend beschriebenen Aniliden überein. Die aus den Lösungen in Alkalilauge oder Pyridin erhaltenen Filme sind sehr wasserbeständig.
  • III. An Stelle des in den Beispielen i, a bis g, angewendeten Anilins wird die äquivalente Menge an Äthylamin oder Methylamin genommen. Die Reaktion geht etwas rascher vor sich. Die Abscheidung erfolgt in gallertigen Klümpchen, die durch Rühren oder Kneten sich zerkleinern lassen. Das aus--ewaschene und getrocknete Äthylthiourethan bzw. Methylthiourethan der Cellulose löst sich in verdünnter Natronlauge und goprozentiger Pyridinlösung in Wasser. Die Lösung in Pyridin hinterläßt beim Trocknen einen klaren, biegsamen Film.
  • IV. Arbeitsweise wie in den Beispielen i, a bis g, jedoch mit dem Unterschiede, daß an Stelle des Anilins die äquivalente Menge Diäthy lamin der Cellulosexanthogenessigsäure zugesetzt wird. Die Umsetzung erfolgt mit bemerkenswerter Geschwindigkeit. Das in feiner Verteilung ausgefallene Diäthylthiourethan der Cellulose ist nach dem Auswaschen und Trocknen in i- bis ioprozentiger Natronlauge unlöslich bzw. kaum löslich. Es löst sich glatt in goprozentigem wässerigen Pyridin zu einer Lösung, die zu einer glänzenden, durchsichtigen, lriegsarnen und wasserbeständigen Haut eintrocknet.
  • V. Statt Anilin werden im Beispiele I äquivalente Mengen Pheny läthy lamin (Ca H. - CH, - CH@ - NH@) verwendet. Das Phenyläthylthiourethan der Cellulose scheidet sich bald nach dem Zusatz in Flocken aus und ist nach dein Aus- «-aschen und Trocknen in Natronlauge unlöslich, in goprozentiger wässeriger Pyridinlösung glatt löslich. Die Lösung hinterläßt beim Tocknen einen klaren, glänzenden, biegsamen, sehr wasserbeständigen Film.
  • VI. Die Arbeitsweise unterscheidet sich von derjenigen in den vorangegangenen Beispielen dadurch, daß die Viskose ver dem Zusatz der Monochloressigsäure nicht neutralisiert wird. Dahingegen wird das Reaktionsgemisch vor dem Zusatz der Anilins bzw. anderen Amins z. B. mit verdünnter E-ssigsäure neutralisiert oder schwach oder deutlich sauer gemacht.
  • Die erzielten Produkte -#v eisen im großen und ganzen dieselben Eigenschaften und Löslichkeitsverhältnisse auf wie die mit Hilfe neutralisierter oder schwach sauer gemachter Viskose erhaltenen.
  • Man kann auch so arbeiten, daß man die Viskose weder vor dem Zusatz der Monochloressigsäure noch vor -demjenigen des Anilins bzw. anderen Amins neutralisiert, in welchem Falle die Umsetzung mit dem Anilin träger erfolgt 'und das Endprodukt später und nicht so fein verteilt ausfällt.
  • VII. a) iooo Gewichtsteile Viskose wie im Ausführungsbeispiel I, entsprechend ioo Gewichtsteilen Ausgangscellulose, werden mit 2ooo Gewichtsteilen Wasser verdünnt und mit einer mit festem Natriumcarbonat neutralisierten Lösung von 65 bis 7o Gewichtsteilen Monochloressigsäure in 269 bis 28o Gewichtsteilen Wasser versetzt. Nach 4- bis 48stündigem Stehen wird die flüssige Reaktionsmasse mit ioprozentiger Essigsäure neutral gemacht und mit 6o bis i2o Gewichts teilen Anilin versetzt und gerührt. Schon nach wenigen Stunden beginnt die Ausscheidung des Reaktionsproduktes, das sich zu Boden setzt und entweder bald nach stattgefundener. Abscheidung oder nach i- bis 3tägigem Stehen von der Mutterlauge getrennt und wie im Ausführungsbeispiel I fertiggestellt wird.
  • Das Cellulosexanthogenanilid ist nach dein Trocknen ein mehr oder -,ceniger feines Pulver, das ähnliche Eigenschaften und Löslichkeitsverhältnisse hat wie das im Ausführungsbeispiel Ia beschriebene.
  • b) Arbeitsweise wie bei a, jedoch niit dein Unterschied, daß bloß 5o bis 6o Gewichtsteile Monochloressigsäure in 2oQ Gewichtsteilen Wasser gelöst und mit festem Natriumbicarbonat neutralisiert zur Verwendung kommen.
  • Das resultierende Cellulosexanthogenanili:l ist eine pulverförmige oder flockige Substanz, welche in verdünnter, z. B. i- bis ioprozentiger Natronlauge löslich, hingegen in 70- bis 8oprozentiger Pyridinlösung in Wasser weniger löslich ist als die in a erzielte.
    Berechnet für Gefunden:
    Co H5 #NH # CS # 0 # (C2qH3yC19) = C3iH4,NS02o
    N 1,78 i,72
    S 4,07 4,08
    Die Lösungen des Körpers in Natronlauge lassen sich durch Fällen mit Säuren oder Ammoniumsalzen auf durchsichtige, glänzende, biegsame Filme verarbeiten. Seine Lösungen in Pyridin trocknen zu geschmeidigen Häuten auf.
  • c) Arbeitsweise wie bei a oder b, jedoch tnit der Abänderung, daß bloß 3o Gewichtsteile Monochloressigsäure in i2o Gewichtsteilen Wasser gelöst und neutralisiert finit der Viskose zusammengebracht werden. Das resultierende Phenylthiourethan der Cellulose ist in verdünnter Natronlauge glatt löslich, in Py ridin nicht mehr so gut löslich wie das in a oder b erzielte.
  • Man kann auch weniger (z. B. 30 bis q.o Gewichtsteile) oder mehr Anilin als in a oder b oder c verwenden, ohne das Ergebnis wesentlich zu beeinträchtigen. Auch in diesem Beispiel kann der Anilinzusatz sofort oder bald nach der Einverleibung des mo,1ochloressigsauren \ atriums stattfinden. VIII. Arbeitsweise genau wie in VII, a oder b oder c, jedoch mit der Abänderung, daß die Viskose vor dem Zusatz des chloressigsauren Natriums finit verdünnter Essigsäure neutralisiert wird. IX.
  • iooo Gewichtsteile Viskose wie im BeispielI werden unverdünnt mit ioprozentiger Essigsäure neutralisiert, worauf 8o bis go Gewichtsteile Monochloressigsäure in 240 bis 3oo Gewichtsteilen Wasser gelöst und mit pulverförmigem Natriumbicarbonat neutralisiert unter Rühren zugesetzt werden. Sofort nachher oder io Minuten später werden unter Rühren 30 bis 6o Gewichtsteile Anilin zugesetzt, worauf das Reaktionsgemisch entweder bis zur beginnenden bzw. stattgefundenen Ausscheidung gerührt oder sich selber überlassen wird. Im ersten Falle fällt das Reaktionsprodukt in Gestalt von Flocken oder Brocken aus, im zweiten erstarrt es zu einem gelatinösen Kuchen, der sich allmählich kontrahiert und die Mutterlauge ausstößt. Der ausgeschiedene Körper (die Gallerte wird vorher zerkleinert oder zerschnitten) wird ausgewaschen und wie ein Ausführungsbeispiel I fertiggestellt.
  • Das Cellulosexanthogenanilid löst sich in 2- bis ioprozentiger Natronlauge und 7oprozentiger Pyridinlösung in Wasser klar und glatt auf.
  • In den vorhergehenden Beispielen kann man statt \Tonochloressigsäure auch äquivalente Mengen der Halogenderivate der Homologen der Essigsäure (z. B. a-Brompropionsäure oder a-Brombuttersäure oder Brombernsteinsäure o. dgl.) verwenden. Die Endprodukte der Reaktion unterscheiden sich nicht von den mit Hilfe der Monochloressigsäure erzielten. Die 'Mutterlaugen enthalten statt Thioglykolsäure die entsprechenden Tliioliydroxyparaffinmonocarbonsäuren (z. B. Thiomilchsäure oder Thiooxy-a-buttersäure oder Thioäpfelsäure o. dgl.).
  • Statt der Rohviskose kann nian in den vorhergehenden Beispielen auch eine nach einer beliebigen Methode, z. B. durch Fällung mit gesättigter und Auswaschen mit ioprozentiger Kochsalzlösung, gereinigte Viskose verwenden.
  • In den vorhergehenden Ausfü hrungbeispielen kann als Ausgangsstoff für die Herstellung der Cellulosexanthogensäure bzw. des Cellulosexanthogenates an Stelle der gebleichten oder ungebleichten Sulfitcellulose jede andere gebleichte oder ungebleichte Cellulose (z. B. gebleichte Baumwolle oder L intern) oder ein cellulosehaltiges Material oder ein Umwandlungsprodukt der Cellulose (z. B. durch Merzerisieren mit starker Lauge und gegebenenfalls Auswaschen oder durch Mahlen in Anwesenheit von Wasser oder durch Einwirkung starker Mineralsäure oder eines Zinkbaloids oder von Kupferoxydammoniak oder nach einer anderen Methode hydratisierte oder hy droly sierte Cellulose oder Oxycellulose) oder ein Cellulosederivat verwendet werden, das noch eine seine überführung in den Thionthiolkohlensäureester gestattende freie Hydroxylgruppe enthält (z. B. ein alkalilösliches All;yl-oder Oxy- bzw. Hydroxyalkylderivat der Cellulose oder eine Cellulosehvdroxyparaffisinionocarbonsätire o. dgl.*). '_, In der Beschreibung und den Patentansprüchen soll daher überall, wo es der Sinn zuläßt, der Ausdruck "Cellulose@c für sich oder in Verbindung mit -, Xanthogesis:iure« oder »Xanthogenat@z oder "Xanthogentettsäure,@ oder »fianthogensäureester« oder ,>Thiocarbamidsäureester(e oder @>Thiourethan«, kurzum in jeder Kombination, Cellulose selbst oder die in diesem Absatz genannten Umwandlungsprodukte und Derivate der Cellulose umfassen. x.
  • ioo Gewichtsteile lufttrockene Cellülosexanthogesiessigsäure, z. B. durch Versnischen von iooo Gewichtsteilen einer ioprozentigen (auf Ausgangscellulose gerechnet) Viskose dargestellt wie im Ausführungsbeispiel la, die mit der fünffachen Menge Wasser verdünnt wurde, mit einer neutralisierten Lösung von 6o bis ioo Gewichtsteiles Monochloressigsäure in 48o bis 8oo Gewichtsteilen Wasser, 5- bis 48stündiges Stehenlassen des Reaktionsgemisches bei Zimmertemperatur, Fällen der Cellulosexasitliogenessigsäure finit i- bis 3prozentiger Schwefelsäure, Auswaschen des Niederschlages und Trocknen, gegebenenfalls nach vorheriger Entwässerung mit Alkohol, werden in 4ooo bis Sooo Gewichtsteilen einer 'j,prozentigen Lösung von Anilin in Wasser gelöst und die Lösung mit p bis ioo Gewichtsteilen Anilin versetzt . und gerührt. Nach kurzer Zeit (etwa 2o Minuten bis i Stunde) wird die Lösung schleimig und verdickt sich vorübergehend, um bald nachher wieder dünnflüssig zu werden, wobei sie sich milchig trübt, worauf dann bald die Ausscheidung und Absetzung des Cellulosexanthogenanilids beginnt. Nach io- bis 48stündigem Stehen wird der zu Boden gegangene weiße Niederschlag von der Mutterlauge, deren Ätherextrakt intensive Thioglykolsäurereaktion gibt, getrennt und wie- in den vorhergehenden Beispielen fertiggestellt.
  • Die Eigenschaften, Löslichkeitsverhältnisse und die Elementarzusammensetzung des Cellulosexanthogenanilids gleichen denen des im AusführungsbeispielIa erzielten.
  • Die in der Beschreibung und den Patentansprüchen gebrauchten Ausdrücke: »Amine«, »organische Amine«, »aliphatische Amine«, »aromatische Amine«, »Anilin« u. dgl. sollen bedeuten: alle organischen, primären und sekundären Amine oder Hydramine, ihre Salze und Derivate bzw. Verbindungen sowie Substanzen oder Substanzgemische, aus denen solche Amine oder ihrr Salze oder ihre Derivate bzw. Verbindungen entstehen können.
  • In der Beschreibung und den Patentansprüchen soll der Ausdruck: »Cellulosexantliogenfettsäuren« bedeuten: die Produkte oder Reaktionsgemische, die man erhält, wenn man Cellulosexanthogensäuren oder Cellulosexanthogenate (also z. B. alkalische oder neutrale oder saure Viskose in jeder Foren) finit hlonolialogenfettsäuren oder deren Salzen oder Derivaten zusammenbringt. Dieser Ausdruck soll überdies auch die Salze solcher Cellulosexantliogenfettsäuren und Substanzen oder Substanzgemische umfassen, aus denen solche Cellulosexanthogenfettsäuren oder ihre Salze entstehen können.
  • Die in der Beschreibung und den Patentansprüchen vorkommenden Ausdrücke: . »Halogenfettsäureu, »Monochloressigsäure« o. dgl. bedeuten die Säure selbst oder ihre Salze oder Derivate.
  • Der Ausdruck »Thiourethane der Cellulose, in denen mindestens ein Wasserstoffatom der Amidogruppe durch ein Alkoholradikal vertreten ist«, in der Beschreibung und - _ den Patentansprüchen bedeutet: N-Alkyl- oder N-Aryl- oder N-Aralkylthiourethane der Cellulosegruppe, deren Cellulosekomponente entweder Cellulose selbst oder ein Umwandlungsprodukt der Cellulo@se -oder eine Celluloseverbindung ist, d. h. soweit das vorliegende Verfahren in Betracht kommt, diejenigen Produkte, welche man erhält, wenn man solche sich von Ammoniak ableitende Verbindungen, in denen zumindest ein Wasserstoffatom des Ammoniaks durch ein Alkoholradikal vertreten ist, auf Cellulosexanthogenfettsäuren, d. h. auf diejenigen Produkte einwirken läßt, die man erhält, wenn man Viskose mit Monohalogenfettsäuren oder deren Salzen zusammenbringt.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: r. Verfahren zur Herstellung von Celluloseverbi.ndungen, dadurch gekennzeichnet, daß man solche sich vom Ammoniak ableitende Verbindungen, in denen mindestens ein Wasserstoffatom des Ammoniaks durch eine Alkyl-, _Aryl- oder Ar alkylgruppe vertreten ist und die mindestens ein substituierbares Ammoniakwasserstoffatom enthalten, auf Cellulosexanthogenfettsäuren einwirken läßt, die z. B. aus roher oder gereinigter Viskose von alkalischer oder neutraler oder saurer Reaktion und einer Monohalogenfettsäure erhalten werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß man rohe oder gereinigte Viskose von alkalischer oder neutraler oder saurer Reaktion gleichzeitig mit einer 1l,1onohalogenfettsätire und mit einer Verbindung behandelt, in der mindestens ein Wasserstoffatom des Ammoniaks durch ein Alkoholradikal vertreten ist und die mindestens ein substituierbares Ammoniakwasserstoffatom enthält.
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