DE431302C - Verfahren zur Herstellung von keramischen Erzeugnissen aus Schlick - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von keramischen Erzeugnissen aus SchlickInfo
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Classifications
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Description
- Verfahren zur Herstellung von keramischen Erzeugnissen aus Schlick. Es ist bereits vorgeschlagen worden, Schlick, der in großen Mengen besonders an der Nordseeküste in den Flußmündungen vorkommt, zu Baumaterialien oder anderen keramischen Massen zu verarbeiten und ihn bei der Verarbeitung zu verbrennen. Die 'bisher bekannten Verfahren zu einer derartigen Verarbeitung des Seeschlicks haben jedoch zu einem praktischen Erfolge nicht geführt, da der Schlick Beimengungen erhält bzw. aus derartigen Stoffen besteht, die eine z. B. bei der Verarbeitung von Ton nicht bekannte besondere Vorbearbeitung des Schlicks und eine besondere Ausführung der Brennprozesse erfordern, wenn brauchbare Erzeugnisse erzielt werden sollen.
- Das Wesen des Verfahrens zur Herstellung von keramischen Erzeugnissen aus Schlick gemäß der Erfindung besteht darin, daß. der Schlick, nachdem ihm etwa die Hälfte seines Wassergehalts entzogen ist, in einer Knetmaschine unter Zusatz von Abraum- oder Glaubersalz und zweckmäßig auch noch von Sand durchgeknetet wird, hierauf gegebenenfalls geformt und alsdann mindestens einem Vorbrand bei etwa 4oo bis 450° unterworfen und wieder abgekühlt wird, bevor er fertig gebrannt wird.
- Nach dem gekennzeichneten Verfahren lassen sich Hintermauerungssteine, Verblendsteine oder andere keramische Erzeugnisse herstellen, bei denen es auf eine ganz besondere Wetterfestigkeit nicht ankommt. Will man Klinker aus dein Schlick herstellen, die vollkommen wetterfest sein müssen, so ist der Zusatz von Sand zu dem Schlick in jedem Falle notwendig, und es ist weiterhin erforderlich, das Verfahren derart abzuändern; daß man die geformten Steine, bevor sie fertig gebrannt werden, zweimal einem Vorbrand bei etwa 4oo bis 450' unterwirft und sie nach jedem Vorbrand erkalten läßt.
- Führt man den Fertigbrand des vorbearbeiteten und einmal vorgebrannten Schlicks bei höherer Temperatur aus, als die Temperatur ist, die zum Fertigbrennen von Steinen genügt, so erhält man je nach der Höhe der Fertigbrandtemperatur verschiedenartige Erzeugnisse, wie dies weiter unten näher erläutert ist.
- Bei der Herstellung von keramischen Erzeugnissen aus Schlick entsprechend der Erfindung geht man im einzelnen derart vor, daß man den gebaggerten Schlick, der etwa 9o Prozent Wasser enthält, in Bassins sich et-,va vier Monate lang absetzen iäßt und hierauf das Wasser abläßt. Man erhält so Schlick mit etwa 45 Prozent Wassergehalt, der eine knetbare Masse bildet. Anstatt daß man den Schlich; in Behältern sich absetzen läßt, könnte man ihn auch zur Entfernung des überschüssigen Wassergehalts zentrifugieren.
- Der Schlick, dem etwa die Hälfte seines natürlichen Wassergehalts entzogen ist, kommt dann in Knetmaschinen, in denen er kräftig durchgeknetet wird. Dem Schlick wird hierbei Abraum- oder Glaubersalz, und zwar etwa 2 bis 3 Gewichtsprozente, zugesetzt. Der Zusatz des Salzes hat einerseits den Zweck, die Schädlichkeit der in dem Schlick enthaltenen Bitumenöle aufzuheben, und anderseits die Härte der herzustellenden Erzeugnisse zu erhöhen. Würde man den Zusatz des Glaubersalzes unterlassen, so würden die in dem Schlick vorhandenen Bitumenöle beim Brennen die Formlinge zum Zerreißen bringen, so daß also ein Brennen nicht möglich wäre. Außer Glaubersalz setzt man zweckmäßigerweise dem Schlick noch Quarzsand zu, wodurch die Härte des erhaltenen Produktes ebenfalls erhöht wird. Bei der Herstellung von Hintermauerungssteinen, Verblendsteinen und ähnlichen Erzeugnissen ist jedoch ein Zusatz von Quarzsand nicht unbedingt erforderlich.
- Nachdem der Schlick mit den genannten Zusätzen zu einer einheitlichen Masse durchgeknetet ist, ist er nun so weit vorbearbeitet, daß er z. B. zur Herstellung von Steinen von Hand oder in Formmaschinen in üblicher Weise geformt werden kann. Die geformten Steine werden dann bei etwa 40o bis 45o° einen Tag lang einem Vorbrand unterworfen und dann wieder abgekühlt, worauf sie in üblicher Weise bei etwa 98o° fertig gebrannt «-erden. Man erhält so Hintermauerungssteine oder Verblendsteine guter Qualität.
- Wünscht man Klinkersteine zu erhalten, so muß dem Schlick nach dem Zusatz von Glaubersalz noch so bis 2o Prozent Quarz-Sand zugesetzt werden, der mit den im Schlick enthaltenen Tonen beim Brennprozeß eine innige Verbindung eingeht, und man muß die Formlinge zweimal bei etwa 400 bis q.50° vorbrennen und nach dem jedesmaligen Vorbrand wieder abkühlen, bevor man die Steine bei etwa 98o° fertig brennt. Die so erhaltenen Steine sind vollkommen wetterfest. Würde man den ein- oder zweimaligen Vorbrand bei der Herstellung der Steine fortlassen, so würde man keine brauchbaren Steine erhalten.
- Treibt man die Temperatur des Fertigbrennprozesses bei Schlickmaterial, das wie oben angegeben verarbeitet und einmal vorgebrannt ist, auf etwa 1300° und behält diese Temperatur etwa einen Tag lang bei, so erfolgt eine Schmelzung des Schlicks, und man erhält eine schwarze, blasige Schlacke von einer Härte zwischen 7 bis 8, die ein vorzügliches Pflastermaterial bildet. Zermahlt man das gewonnene Produkt, so erhält man ein weißes Pulver, (las zum Emaillieren von eisernen Gefäßen in einwandfreier Weise zu verwenden ist.
- Treibt man die Brenntemperatur noch höher, etwa auf 135o bis .1q00°, und behält diese Temperatur etwa zwei Tage lang bei, so erhält man aus dem Schlick ein blasenfreies, tiefschwarzes, flüssiges Produkt, das sich in Formen zu irgendwelchen Kunstl;aßgegenständen vergießen läßt.
Claims (4)
- PATENT-ANsPRÜcFLE: i. Verfahren zur Herstellung von keramischen Erzeugnissen aus Schlick, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlick, nachdem ihm etwa die Hälfte seines natürlichen Wassergehaltes entzogen ist, in einer Knetmaschine unter Zusatz von Glaubersalz und gegebenenfalls Sand durchgeknetet wird, hierauf geformt und alsdann mindestens einem Vorbrand bei etwa 40o bis q.50° unterworfen und wieder abgekühlt wird, bevor er fertig gebrannt wird.
- 2. Verfahren zur Herstellung von Klinkern aus Schlick nach Anspruch T, (Jadurch gekennzeichnet, daß die aus dem vorbearbeiteten Schlick. geformten Steine (Formlinge) einem zweimaligen Vorbrand bei etwa 400 bis 45o° und Wiederabkühlung unterworfen werden, bevor sie fertig gebrannt werden.
- 3. Verfahren zur Herstellung von Pflastermaterial bzw. eines Emaillierpulvers aus Schlick nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Fertigbrand des vorbearbeiteten und einem Vorbrand unterworfenen Schlicks bis zu einer Temperatur von etwa 13o0° getrieben wird.
- 4. Verfahren zur Herstellung einer Kunstgußmasse aus Schlick nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Fertigbrand des vorbearbeiteten und einem Vorbrand unterworfenen Schlicks bis zu einer Temperatur von etwa 1350 bis 140o° getrieben wird, bei welcher Temperatur man eine flüssige, vergießbare Masse erhält.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEL64233D DE431302C (de) | 1925-10-02 | 1925-10-02 | Verfahren zur Herstellung von keramischen Erzeugnissen aus Schlick |
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Publications (1)
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| DE431302C true DE431302C (de) | 1926-07-03 |
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| DEL64233D Expired DE431302C (de) | 1925-10-02 | 1925-10-02 | Verfahren zur Herstellung von keramischen Erzeugnissen aus Schlick |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE431302C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE750664C (de) * | 1933-04-26 | 1945-01-25 | Aenne Hillebrand | Verfahren zur Herstellung eines Bodenverbesserungsmittels aus den feinen Anteilen des Seeschlicks |
| CN116639968A (zh) * | 2023-06-28 | 2023-08-25 | 乡传(福建)艺术品有限公司 | 一种基于海泥制备的陶瓷及其制备方法 |
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1925
- 1925-10-02 DE DEL64233D patent/DE431302C/de not_active Expired
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE750664C (de) * | 1933-04-26 | 1945-01-25 | Aenne Hillebrand | Verfahren zur Herstellung eines Bodenverbesserungsmittels aus den feinen Anteilen des Seeschlicks |
| CN116639968A (zh) * | 2023-06-28 | 2023-08-25 | 乡传(福建)艺术品有限公司 | 一种基于海泥制备的陶瓷及其制备方法 |
| CN116639968B (zh) * | 2023-06-28 | 2024-05-24 | 乡传(福建)艺术品有限公司 | 一种基于海泥制备的陶瓷及其制备方法 |
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