DE399876C - Verfahren und Vorrichtung zum Betrieb von Kochanlagen, insbesondere zur Herstellung von Zellstoff - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Betrieb von Kochanlagen, insbesondere zur Herstellung von ZellstoffInfo
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Description
Es ist bekannt, in Kochbetrieben, in welchen dem Kocheii ein Dämpfungsprozeß vorausgeht,
wie z. B. bei der Bereitung von Zellstoff den Dämpf dampf einem Großwasserraumspeicher
zu entnehmen, in welchem in Zeiten geringer Belastung des Dampfkessels die in dem überschüssigen Kesseldampf oder
gegebenenfalls auch in Abdampf enthaltene Wärme aufgespeichert wird,
ίο Bei diesem bekannten Verfahren kann es vorkommen, daß, wenn nicht ein sehr großer
Speicher zur Verfügung steht, bei längerer Dauer des Dämpfungsprozesses, besonders
auch bei kurzer Aufeinanderfolge mehrerer Prozesse, die Leistungsfähigkeit, des Großwasserraumspeichers
sich erschöpft, bevor der Dämpfungsprozeß durchgeführt ist und daß der Dampfkessel, wenn er für die Beendigung
dieses Prozesses herangezogen wird, allein dieser Spitzenleistung nicht gewachse ι ist.
Die Erfindung hat den Zweck, derartige Vorkommnisse selbst bei sehr kleinen Abmessungen
des Speichers zu vermeiden. Sie erreicht diesen Zweck dadurch, daß beim
as Dämpfen dem Kocher neben dem Dampf aus dem Großwasserraumspeicher auch Kesseldampf
innerhalb der Leistungsfähigkeit eines dem Kessel zugeordneten Gleichdruckspeichers
zugeführt wird. Man erzielt dadurch den \'orteil, daß der Gleichdruckspeicher bis
zur höchsten Grenze seiner Leistungsfähigkeit , sowohl für den ganzen Dämpfungsvorgang
nutzbar gemacht werden kann, wie auch für j die Wiederaufladung des Großwasserraum-Speichers.
Der Vorteil besteht also im wesentlichen darin, daß einmal ein kleinerer Großwasserraumspeicher benutzt werden
kann, als bisher, und daß ferner die Wieder- ( aufladung des Großwasserraumspeichers mit
Hilfe des Gleichdruckspeichers umso schneller zu bewerkstelligen ist, je geringer in die- ,
ser Zeit die über die mittlere Dampferzeugung j hinausgehende Belastung des Dampfkessels
ist. Diese schnelle Aufladungsmöglichkeit des Großwasserraumspeichers ist ganz besonders ;
wichtig bei kurzer Aufeinanderfolge der j Dämpf ungsvorgänge.
Die Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung kann entweder |
so gewählt sein, daß der Zufluß von Dampf : zum Großwasserraumspeicher und zum |
Kocher von Hand geregelt wird oder selbst-1 tätig durch den Dampfdruck. Letztere Rege-I
lung-ist vorzuziehen. Zu diesem Zwecke ist nach der Erfindung in die Frischdampfzufüh-
: rungsleiumg des Großwasserraumspeichers ein
Grenzdruckventil eingebaut, das auf zwei j impulse in der Weise anspricht, daß es einmal
auf konstanten Speicherdruck hinarbeitet, also bei Entnahme von Dampf aus dem Speieher
und dadurch auf dieser Seite sinkendem Druck öffnet, das andere Mal aber auf Konstanthaltung
des Friscbdampfdruckes hinarbeitet, also bestrebt ist, den Dampfdurchfluß
so zu begrenzen, daß der Druck in der Frischdampfleitung oder im Dampfkessel nicht
wegen zu großer Entnahme von Dampf für den Kocher oder den Großwasserraumspeicher
unter den Normaldruck nennenswert sinkt. Dieses A'entil bewirkt also sowohl bei Anstellung
des Kochers die Zuführung von Frischdampf in die Dampfleitung des Kochers beim Sinken des Druckes im Großwasserraumspeicher,
wie auch die Wiederaufladung des Großwasserraumspeichers bei Anstellung der Dämpfung.
In der Zeichnung ist in
Abb. ι ein Ausführungsbeispiel einer Einr richtung zur Durchführung des neuen Verfahrens schematisch dargestellt.
In der Zeichnung ist in
Abb. ι ein Ausführungsbeispiel einer Einr richtung zur Durchführung des neuen Verfahrens schematisch dargestellt.
Abb. 2 zeigt im Diagramm die Mitwirkung , des Gleichdruckspeichers beim Dämpfen oder
Iveim Wiederaufladen des Großwasserraumspeichers.
Gemäß Abb. τ bedeutet D den Dampfkessei. dem in an sich bekannter Weise ein
Gleichdruckspeicher G zum Ausgleich der Spitzenl>elastungen zugeordnet ist. Anlagen
dieser Art und ihr Betrieb sind an sich bekannt, so daß eine weitere Erläuterung dieser
Einrichtung sich erübrigt.
An die Frischdampfleitung L des Dampfkessels D ist über die Leitung L1 ein Großwasserraumspeicher
S angeschlossen, der mit Dampf in Zeiten geringer Kesselbelastung über die Zweigleitung IJ geladen wird, während
er im Bedarfsfalle unter Druckverminderung den aufgespeicherten Dampf über
einen Teil der Leitung L1 und die Leitung L4 an einen Kocher K abzugeben hat. Der
Kocher A" ist außerdem durch die Leitung L3 mit Druckmindereinrichtung V an die Frisch-
dampfleitung L angeschlossen. Die Beschickung des Kochers K mit Dampf aus dem
Großwasserraumspeicher 51 erfolgt über einen
Teil der Leitung L1 und die Leitung L* mit Absperrorgan A. In die Leitung JJ- ist ein
auf zwei Impulse ansprechendes Grenzdruckventil V1 eingebaut, das auf der einen Seite
durch den Speicherdruck über eine von der Leitung L4 abgezweigte Leitung L5 beeinfiußt
wird und bestrebt ist, den Speicherdruck konstant zu halten, während es andererseits
über Leitung L" vom Frischdampfdruck beeinflußt wird und auf Konstanthaltung des
Dampfkesseldruckes hinarbeitet. Die Wirkungsweise dieser Vorrichtung ist
aus Abb. 2 ersichtlich, worin die strichpunktierte Linie α die mittlere Erzeugung des
Dampfkessels, die gestrichelte Linie b die Höchstdampferzeugung mit Heißspeisung
aus dem Gleichdruckspeicher bedeutet, während die ausgezogene Linie c den Dampfverbrauch
zu verschiedenen Betriebszeiten andeutet.
Gemäß der Darstellung setzt die Dämpfung ein, nachdem beispielsweise auf eine Zeit Z |
von über die mittlere Dampferzeugung hinausgehendem Dampf verbrauch dieser während
der kurzen Zeit Z1 unter die mittlere Erzeugung gesunken ist. Während der jetzt
folgenden Zeit Z2 der Dämpfung sind große Mengen von Dampf erforderlich, die bisher
vom Großwasserraumspeicher allein bestritten werden mußten. Gemäß der Erfindung aber
sucht das Grenzdruckventil V1 den Druck des Großwasserraumspeichers soweit als möglich
aufrecht zu erhalten, öffnet sich .also beim Sinken· dieses Druckes und entnimmt für die
Dämpfung so viel Dampf aus dem Kessel D1 als dies ohne nennenswerte Drucksenkung —
die ja von dem Grenzdruckventil V1 ebenfalls verhindert wird—,unter restloser Inanspruchnahme
des Gleichdruckspeichers abgeben kann. In der Zeit Z2 wird also die in der
Zeichnung durch schräge Schraffierung angedeutete Dampfmenge vom Gleichdruckspeicher
aufgebracht, während nur der darüber hinausgehende durch wagerechte Schraffierung
angedeutete Teil aus dem Großwasserraumspeicher entnommen wird. Wenn jetzt die Dämpfung abgestellt und
dem Kocher nur noch Kochdampf über die Leitung L8 vorzugsweise unter indirekter
Beheizung zugeführt wird, so sorgt das Grenzdruckventil weiterhin dafür, daß der
Großwasserraumspeicher, dessen Druck ! selbstredend infolge der vorhergehenden Entnahme
von Dämpfdampf gesunken ist, unter voller Inanspruchnahme der Leistungsfähigkeit
des Gleichdruckspeichers wieder aufgeladen wird.
Ist der Dampfkessel selbst dabei weniger belastet, so erfolgt dies in der verhältnismäßig
sehr kurzen Zeit Z* (siehe gestrichelt angedeutete Dampf menge). Ist die Belastung des
Dampfkessels an sich jedoch größer wie z. B. nach einer rechts im Diagramm angedeuteten
zweiten Kochperiode, so dauert das Aufladen des Großwasserraumspeichers entsprechend
länger, weil dann die durch gekreuzte Schraffierung angedeutete Dampfmenge vom Gleichdruckspeicher
für andere Zwecke aufgebracht werden muß. Immerhin aber geht das Aufladen dank der Mitwirkung des Gleichdruckspeichers
beim Wiederaufladen ganz bedeutend schneller vor sich, als wenn die Mitwirkung
des Gleichdruckspeichers in dem einen oder anderen Fall fehlen würde.
Claims (3)
1. Verfahren zum Betrieb von Kochanlagen, insbesondere zur Herstellung von
Zellstoff, bei welchen dem Kochen ein Dämpfungsprozeß vorangeht, zu welchem einem Großwasserraumspeicher entnommener
Dampf benutzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß beim Dämpfen dem Kocher neben dem Dampf des Großwasserraumspeichers
auch Kesseldampf innerhalb der Leistungsfähigkeit eines dem Dampfkessel zugeordneten Gleichdruckspeichers
zugeführt wird, zum Zwecke, mit einem sehr kleinen Großwasserraumspeicher auskommen zu können.
2. Verfahren nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach der
Dämpfungsperiode Kesseldampf in der Höchstleistung des Gleichdruckspeichers entsprechenden Mengen so lange in den
Großwasserraumspeicher geführt wird, bis dessen Normaldruck wieder erreicht
ist.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Patentansprüchen 1
und 2, dadurch gekennzeichnet, daß in die Frischdampfzuführungsleitung (L1)
des Großwasserraumspeichers (S) ein vom Dampfdruck des Dampfkessels (D)' einerseits
und vom Dampfdruck des Großwasserraumspeichers (S) andererseits beein- n0
flußtes, also auf zwei Impulse ansprechendes Grenz druckventil (V1) eingebaut ist,
das einerseits auf Erhaltung des Druckes im Großwasserraumspeicher, andererseits
auf Erhaltung des Druckes im Dampfkessel hinarbeitet.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM81060D DE399876C (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Betrieb von Kochanlagen, insbesondere zur Herstellung von Zellstoff |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM81060D DE399876C (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Betrieb von Kochanlagen, insbesondere zur Herstellung von Zellstoff |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE399876C true DE399876C (de) | 1924-07-31 |
Family
ID=7318911
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DEM81060D Expired DE399876C (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Betrieb von Kochanlagen, insbesondere zur Herstellung von Zellstoff |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE399876C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE863449C (de) * | 1951-01-18 | 1953-01-19 | Wikmanshytte Bruks Aktiebolag | Verfahren zum Vorbehandeln von Holz mit Dampf fuer den Sulfitaufschluss bei der Zellstoffgewinnung |
| AT398588B (de) * | 1992-12-02 | 1994-12-27 | Voest Alpine Ind Anlagen | Verfahren zur herstellung von viskosezellstoffen |
-
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- DE DEM81060D patent/DE399876C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE863449C (de) * | 1951-01-18 | 1953-01-19 | Wikmanshytte Bruks Aktiebolag | Verfahren zum Vorbehandeln von Holz mit Dampf fuer den Sulfitaufschluss bei der Zellstoffgewinnung |
| AT398588B (de) * | 1992-12-02 | 1994-12-27 | Voest Alpine Ind Anlagen | Verfahren zur herstellung von viskosezellstoffen |
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