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Verstellbare Lochlehre. Die Erfindung betrifft diejenigen verstellbaren
Lochlehren, bei welchen mehrere keilförmige Tastschienen in schrägliegenden unterschnittenen
Führungen eines mittels Schraubspindel achsial verschiebbaren Kopfes gleiten und
dabei eine radiale Verschiebung erfahren.
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Der wesentlichste Übelstand der bekannten Lochlehren dieser Art ist
darin zu erblicken, daß die bisher zur Anwendung gebrachten Sondereinrichtungen
nicht geeignet waren, vollständig den toten Gang I:ei der Verstellung der Tastschienen
zu beseitigen. War selbst hei genauester Ausführung und Einstellung der tote (;an"
nach Möglichkeit verinielen, so stellte sich derselbe bald nach dem Gebrauch des
IVerkzeuges wieder ein.
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Gemäß der Erfindung ist nun eine Einrichtung geschaffen worden, die
es ermöglicht, zwisch @en den auf- bzw. aneinander beweglichen Teilen auch den geringsten
toten Gang zu verhindern, und zwar mittels einer doppelten Sicherung, die einerseits
auf die Lagerung der Schraubspindel wirkt, um etwaige Längsverschiebung durch eine
einstellbare Flankenreibung zwischen dem Gewinde der Schraubspindel und demjenigen
des Meß- bzw. Tastschienenkopfes zu verhindern und anderseits eine Nachstellung
der Gleitflächen für die radiale Führung der Tastschienen gestattet. Die Sicherung
zur Vermeidung des toten Ganges erstreckt sich somit g:eichzeitig auf die sich drehenden
und auf de aneinander gleitenden Teile.
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Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel
veranschaulicht.
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Abb. i zeigt die verstellbare Lochlehre in Ansicht.
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Abb.2 zeigt die Lochlehre im achsialen Schnitt finit den Innenteilen
in teilweiser Ansicht.
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Abb.3 ist eine Endansicht mit teilweisem Schnitt.
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Abb. 4. und 3 zeigen Einzelheiten.
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Auf der als Hohlwelle ausgebildeten Schraubspindel i i, die in dem
hiilsenförinigen Handgriff io gelagert ist, sitzt verschraubhar rler Tastschienenkopf
12, der am L'infange schrägliegende schwalbenschwanzförmige Nuten 13 besitzt, in
welchen die Tastschienen 14., :lie an Zen Innenflächen entsprechend abgeschrägt
sind, verschoben werden können. Diese Verschiebung findet jedoch nur statt, indei.i
der Tastschienenkopf 12 an den Meßbacken gleitet. Gegen Längsverschiebung in Richtung
des Handgriffes sind dagegen die Tast-e, gesichert, so daß diese bei der
Verschiebung des Tastschienenkopfes nur eine radiale Bewegung ausführen können.
Zwecks Sicherung der Tastschienen 1d gegen @erschie-':ung in der Längsrichtung erhalten
dieselben Linerseits an einem Flansch 15 .des Handgriffes io, anderseits an einem
mittelbar mit der Schraubspindel ii in Verbindung stehenden I# lansch 23 radiale
Führung. Eine der Tast-#chienen, auf der Zeichnung die untere und mit 14" bezeichnete,
ist mit einem radialen Schlitze 16 versehen, in welchen ein im Flansch 15 sitzender
Führungsnocken 17 eingreift. Diese Verbindung gestattet der Schiene id.a die Radialbewegung
in Beziehung zum Handgriff, verhindert aber gleichzeitig euch die Drehung des Tastschienenkopfes
12 gegenüber dem Handgriff, so @daß er sich nur in der Längsrichtung verschieben
kann. Das lein Handgriff io zugekehrte Ende des Kopies 12 ist abgesetzt und greift
mit diesem abgesetzten Teil 18 in eine entsprechende Aus-Irehung i9 des Handgriffs
io ein.
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Die Schraubspindel i i besitzt eine Schulter 2o, die gegen einen gehärteten
Stahlring 21 anliegt, der sich gegen eine Schulter 22 des Handgriffs io stützt,
wodurch die Schraubspindel in der einen Richtung in Beziehung zum Handgriff an einer
Verschiebung verhindert wird.
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Der Flansch 23 ist mit einem büchsenförmigen Ansatz 24 versehen, in
dessen Boden 25 ein gehärteter Stahlring 26 gelagert ist, der lose auf einem abgesetzten
und mit Schraubengewinde versebenen Endzapfen 27 der Schraubspindel i i sitzt. Durch
eine Stift-und Schlitzverbindung ist die Tastschiene i.1,1 mit dem Flansch 23 in
ähnlicher Weise verhunden, wie mit dem Flansch 15, so daß sich auch der Flansch
23 nicht unabhängig von) Kopfe 12 und Handgriff io zu drehen vermag.
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Auf dem Endzapfen 27 der Schraubspindel i i sitzt eine kapselförmige
Mutter 28, die ei=ie Gegenmutter 29 von ringförmiger Gestaltang in sich aufnimmt.
Beide Muttern sind an den
Endflächen mit Schlitzen für :den Eingriff
von Zapfenschlüsseln versehen. Mittels der Mutter 28 und unter Vermittlung des Stahlringes
26, der mit seinem Flansch gegen den Boden 25 der Büchse 24 drückt, kann der Flansch
?3 in solchem Grade gegen die Emden der Tastschienen gezogen werden, daß sich die
Tastschienen ohne den geringsten Spielraum zwischen den Flanschen 23 und 15 radial
verschieben können, während gleichzeitig die Schulter 2o feste Anlage an dem Ring
21 und dieser wiederum an der Schulter 22 erhält. Ist die Mutter 28 richtig eingestellt,
dann wird die Gegenmutter 29 so festgezogen, daß sich die Mutter 28 auf dem Zapfen
27 nicht mehr drehen kann. Die Schraubspindel i i ist auf diese Weise an der geringsten
Längsverschiebung verhindert und ein durch Abnutzung auftretender toter Gang kann
sofort durch Nachstellung der beiden Muttern 28 und 29 beseitigt werden. Um jede
unbefugte Verstellung der Mutetrn 28 und 29 zu verhindern, kann rler nach außen
hin noch vorhandene Hohlraum der Büchse 24 mit Wachs oder einem anderen geeigneten
Stoff ausgegossen und dann mittels eines Deckels 30 und einer Schraube 31
abgeschlossen werden.
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Ist nun auf die beschriebene Weise .die Schraubspindel ii gegen Längsverschiebung
gesichert, so könnte bei Drehung der Schraubspindel doch ein toter Gang zwischen
deren Außengewinde und dem Innengewinde des Tastschienenkopfes 12 stattfinden, der
hinsichtlich der Radialverstellung der Tastschienen von schädlichem Einfluß sein
müßte. Zu dem Zwecke, einen solchen toten Gang sowohl von vornherein als auch nach
jeder weiteren Abnutzung .des Gewindes beseitigen zu können, ist ein mit Außen-
und Innengewinde versehener Schraubring 3.2 angeordnet worden, der in :dem
Innengewinde einer Ausdrehung .des Tastschienenkopfes 12, und mit diesem auf dem
Schraubspindelgewinde verschraubbar ist, wenn er in Beziehung zum Tastschienenkopf
eine bestimmte Stellung in .der Drehrichtung einnimmt. Bei einer solchen Stellung
der beiden Teile 32 und 12 zueinander kann also die Schraubspindel leicht in den
beiden Teilen verschraubt werden bzw. es können sich beide Teile bei Drehung der
Schraubspindel in der Längsrichtung verschieben. Wird nun aber der Schraubring 32
in Beziehung zum Tastschienenkopf 12 in der einen oder anderen Richtung mehr oder
weniger verdreht, dann wirkt der Schraubring 32 auf -das Gewinde der Schraubspindel
i i wie .eine Gegenmutter und erzeugt zwischen dem Spindelgewinde, dem Tastschienenkopfgewinde
und dem eigenen Innengewinde eine mehr oder weniger starke Flankenreibung, :durch
welche jedes freie Spiel bzw. jeder tote Gang in der Drehrichtung der Spindel vermieden
wird. Der Grad der Flankenreibung im Gewinde ist abhängig von dein Maße der Verdrehung
des Schraubringes 32 in Beziehung zum Tastschienenköpf 12. Ist nun :der Schraubring
32 für die geeignete Flankenreibung passend eingestellt, dann kann er an jeder weiteren
Verdrehung nach beiden Richtungen hin durch Festziehen einer Stellschraube 34 verhindert
werden. Die Einstellung des Schraubringes 32 kann bewirkt werden mittels eines Zapfenschlüssels
und sind für den Angriff desselben an der einen Stirnseite des Sehraubringes 32
Einschnitte 33 vorgesehen.
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Es ist oftmals vorteilhaft, die Lochlehre für einen bestimmten Lochdurchmesser
genau festzustellen. Für eine solche Feststellung -ist gemäß der Erfindung ebenfalls
Sorge getragen «-orden. In der Schräubspindel i i, und zwar in dem vom Handgriff
io umgebenen Teil ist ein Ouerloch 35 vorgesehen, in welchem Sperr-oder Klemmbolzen
36, deren äußere Enden mit der Innenwand des Handgriffes io in Berührung treten
können, achsial verschiebbar sind. An ihren inneren Enden besitzen die Bolzen 36
V-förmige Ausschnitte, in welche das innere ebenfalls konische Ende einer Klemmschraube
37 eingreift, die in eine achsiale Gewindebohrung der Schraubspindel i i eingeschraubt
ist. Wird die Klemmschraube 37, deren Kopf zweckmäßig mit Kordelrand versehen ist,
einwärts geschraubt, dann werden gleichzeitig die Bolzen 36 auswärts gedrängt, bis
sie die Innenwandung des Handgriffs io mit festem Druck berühren. Sobald dies geschehen
ist, wird ein Verstellen der Lochlehre bzw. ein Hin- und Herschrauben der hohlen
Schraubspindel i i in dem Tastschienenkopf unmöglich. Eine kräftige Druckfeder 38
übt unter Vermittlung eines kleinen Kolbens 39 einen Gegendruck auf das innere Ende
der Klemmschraube 37 aus, so daß diese auch dann sich nicht ungewollt verstellen
kann, wenn der Druck auf die Bolzen 36 durch Zurückschrauben der Klemmschraube 37
aufgehoben ist.
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Die Schraubspindel i i ist von dem für die Klemmschraube 37 vorgesehenen
Hohlraum aus mit einer engeren Bohrung 4o versehen, von der Seitenbohrungen 44 42,
43 und 44 abgezweigt sind. Die Bohrung 40 und .die Zweigbohrungen werden
als Schmierölkanäle benutzt und leiten :das Öl zu .den verschiedenen auf Reibung
in Anspruch :genommenen Stellen.
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Die beschriebene Lochlehre ist auch mit einer Einrichtung versehen,
durch welche der jeweilige Durchmesser der Lehre angezeigt wird. Eine der Tastschienen
14 ist zu diesen Zweck an einer Seite mit einer Strichmarke versehen, die mit einer
Skalenplatte 45 zusammenwirkt. Diese Platte ist auf der zylindrisehen
Umfläche
des Kopfes 12 verschiebbar und besitzt zur Führung einen umgelegten Rand :I6, der
in eine Führungsnut :I7 eingreift. Durch die Teile 45, ,I6 und die an der einen
Tastschiene vorgesehene Strichmarke wird es ermöglicht, den jeweiligen Lehrendurchmesser
unmittelbar abzulesen. Es ist aber noch eine zweite Anzeigevorrichtung für Feineinst21-lung
vorgesehen. Am freien Ende des Handgriffs io befindet sich eine Nullmarke, die mit
einem Skalenringe 5o zusammenwirkt, der auf ;lern abgesetzten Ende der Schraubspindel
i i drehbar ist. Die gegen den Handgriff gekehrte Stirnseite des Skalenringes 5o
ist glatt, während an der anderen Stirnseite ein Kranz von Zähnen 51 vorgesehen
ist, die mit ähnlichen Zähnen eines Stellringes 52 zusammenwirken, der ebenfalls
noch auf .dem abgesetzten Teil der Schraubspindel i i seinen Sitz erhalten hat.
Mittels einer Schraube 53, die ein konisches Ende 54 hat, kann der Ring 52 festgestellt
werden. Der konische Zapfen 54 greift dabei in ein entsprechendes Loch des abgesetzten
Teiles der Schraubspindel i i ein. Mittels Wachs o. dgl. kann die Stellschraube
53 gegen unbefugte Verstellungen der Lehre versiegelt werden. Eine zweite Schraube
5311 deckt die Stellschraube und deren Versiegelung nach außen hin ab.
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Ist die Lehre für einen bestimmten Lochdurchmesser eingestellt, dann
wird der Ring 50 so lange gedreht, bis der Nullstrich desselben mit
dem Nullstrich des Handgriffes io zusammenfällt. Hierauf wird der Ring 52 in Stellung
gebracht und mittels der Schraube 53 festgestellt. Der Ring 5o dreht sich dann zusammen
mit der Schraubspindel i i und zeigt somit die Veränderungen im Durchmesser, z.
B. in Hundertstel Millimetern an. Nach etwaiger Abnutzung und darauffolgender Instandsetzung
der Tastschienen kann der Ring 52 gelöst und der Ring 5o wieder auf Null eingestellt
werden.
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Die Lochlehre kann auch als Toleranzlehre für zwei bestimmte Grenzen
benutzt werden. Zu diesem Zweck ist an dem Skalenringe 5o ein Hals 55 (Abb. q.)
angeordnet, .der einen an seinem Rande vorspringenden Zapfen 56 besitzt. Zwischen
dem Halse 55 und einer Schulter 58 der Schraubspindel i i ist ein Ringsegment
57 (Abb. 5) eingeschaltet, das eine Reihe Löcher besitzt, in die ein Zapfen einer
Stellschraube 6o eingreifen kann. Der Zapfen 56 kann sich bei Feststellung des Segments
57 nur zwischen den Enden desselben bewegen und ist somit die Drehung der Schraubspindel
in beiden Richtungen begrenzt. Soll -die Lehre als einfache einstellbare Lehre benutzt
-werden, dann ist nur die Schraube 6o zu entfernen, worauf sich das Ringsegment
57 zusammen mit dem Ringe 5o frei drehen kann. Die entfernte Schraube 6o kann mit
einer in dem Kopf der Klemmschraube 37 bereitgehaltenen Schraube 62, die keinen
dünnen Endzapfen besitzt, ausgewechselt werden. Die Schraube 62 schließt dann das
Loch im Handgriff io ab, ohne das Segment an der Drehung zu verhindern, während
die Schraube 6o in dem Loch 61 des Klemmschraubenkopfes Platz findet, so,daß sie
nicht verlorengehen kann.