DE3624393A1 - Buch sowie verfahren zu seiner herstellung - Google Patents
Buch sowie verfahren zu seiner herstellungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Buch sowie ein Verfahren zum
Einbinden eines Buches, bei dem ein durchgehender Umschlag
bzw. eine Buchdecke um einen zu schützenden Buchblock ge
legt wird.
Man unterscheidet im wesentlichen zwei Arten von Buchkonstruk
tionen, den Festeinband (hard cover) mit seinen überstehenden
Deckelkanten und die Mehrlagenbroschur (paperback) mit ihrem
glatten Beschnitt.
Für den Festeinband wird zunächst der Buchblock gebildet, wobei
meist der Rücken mit einer oder mehreren Klebstoffschichten be
deckt und anschließend mit einem Fälzelstreifen, der bis in die
rückennahen Teile des Vor- und Nachsatzes reicht, versehen
wird. Eine weitere Verstärkung erfährt der Blockrücken durch
einen in Rückenbreite und -höhe aufgeklebten Hinterklebestrei
fen aus festem Papier, der am Kopf und Fuß für die Buchver
zierung ein Kapitalband trägt. Die aus mehreren Teilen beste
hende Buchdecke wird in einem Einhängevorgang um den Buch
block gelegt und fest und vollflächig an Vor- und Nachsatz
mit dem Buchblock verbunden. Der Rücken bleibt frei. Für im
Gebrauch besonders stark beanspruchte Bücher ist bekannt, daß
der Buchblock auf Gaze geheftet, abgeleimt, beschnitten, an
Kopf und Fuß mit dem Kapitalband und auf dem Rücken mit einer
vorgefertigten schlauchartigen Hülse versehen wird, die im
wesentlichen der Breite des Blockrückens entspricht. Vor dem
Einhängen wird in diesem Fall zunächst eine Verbindung Block
rücken/Deckenrücken über diese Hülse durch Verklebung herge
stellt, ehe anschließend Vor- und Nachsatz vollflächig mit
den Deckeln der Buchdecke verklebt werden.
Für die Mehrlagenbroschuren wird zunächst auch der Buchblock
gebildet, indem eine oder mehrere Klebstoffschichten auf den
Blockrücken aufgetragen werden, aber statt einem Fälzelstrei
fen wird hier sofort der meist aus Karton bestehende Umschlag
am Blockrücken und ein wenig auf Vor- und Nachsatz herumgrei
fend, aufgeklebt. Das Beschneiden bildet bereits die letzte
Arbeitsoperation.
Es ist ohne weiteres ersichtlich, daß der Festeinband zu Er
zielung seines gehobenen Gebrauchswertes einen wesentlich
höheren Produktionskostenaufwand erfordert, als das für die
Mehrlagenbroschur nötig ist. Sie kommt allerdings aufgrund
ihren geminderten Gebrauchswertes für relativ anspruchslose
Produktgruppen in Anwendung. Dieser geminderte Gebrauchswert
drückt sich aus in beschränkter Aufschlagbarkeit, geringer
Festigkeit des Umschlages, keine überstehenden Deckelkanten
und damit kein Schutz des Buchschnittes, geringer Blockfestig
keit, hoher Öffnungsbelastung der ersten und letzten Blätter.
Zur Herstellung anspruchsvoller Mehrlagenbroschuren wurde
daher mit DE 12 99 594 eine Buchdeckenkonstruktion aus Kar
tonfaltzuschnitten, die die Aufschlagbarkeit des Buches ver
bessern soll, vorgeschlagen, indem die Rückenflächen Block/
Decke nicht miteinander verklebt werden. Dieser entstehende
Hohlraum ist für eine bessere Gelenkigkeit der Deckel von
Bedeutung. Hierbei wirken allerdings die Öffnungsbelastungen
ausschließlich auf die schmalen Verbindungsstreifen zwischen
Deckel und ersten/letztem Blatt, so daß besonders bei Büchern
größerer Dicke die gewünschte Haltbarkeit nicht gegeben ist.
Außerdem ist die Wechselfalzfestigkeit der doppelten Deckel
pappe in den Falzbereichen nahe den Buchaußenkanten gering.
In CH 6 39 321 wird zur Bildung eines Hohlraumes zwischen
Buchblock und Decke ein Einband mit einem Stützstreifen vor
geschlagen. An diesem Stützstreifen, der fest mit dem Block
rücken und rückennahen Bereichen des ersten und letzten Blat
tes verbunden ist, wird dann nur seitlich an jeweils einem
schmalen Streifen die Kartondecke befestigt, während die ge
samte Rückenfläche frei bleibt. Das erzeugt zwar den gewünschten
Hohlraum im Rückenbereich des Buches, aber die Verbindung
Block/Decke ist für dickere Bücher von zu geringer Haltbar
keit, da die schmalen Klebestreifen die gesamte Belastung
übernehmen müssen.
Mit DE 31 09 114 wird vorgeschlagen, auf den Stanzzuschnitt
der Kartondecke einen Papierstreifen dort aufzukleben, wo
sich später einmal der Buchrücken befindet und die Verkle
bung so vorzunehmen, daß sie nur aus zwei Streifen zu bei
den Seiten des Rückens besteht. Dieser Streifen überdeckt
allerdings nicht die gesamte Buchhöhe, so daß bei der an
schließenden Montage Block/Decke durch Verkleben der Rücken
bereiche in den Einschlagzonen, die nicht von dem eingekleb
ten Papierstreifen bedeckt sind, wieder eine direkte, feste
Verbindung des Deckelrückenteiles mit dem Blockrücken ent
steht und dadurch die beabsichtigte Wirkung des Hohlraumes
ausbleibt. Außerdem verteuert der zusätzlich benötigte Strei
fen die Deckenherstellung.
Letzterer Nachteil wird mit einem Vorschlag in DE 31 44 529
beseitigt, indem der Deckenkartonzuschnitt einen Rückensteg
beinhaltet, der die Verbindung Block/Decke übernimmt, während
eine klebstofffreie Zone einen Hohlraum innerhalb der Decken
konstruktion zuläßt. Die Hohlraumwirkung wird allerdings wie
derum mindestens teilweise aufgehoben durch mögliche Verkle
bungen in den Einschlagbereichen der Rückenbreite. Durch eine
doppellagige Konstruktion der Deckelgelenke wird vor allem die
Aufschlagbarkeit des Buches stark gemindert.
In WO 81/03 644 wird vorgeschlagen, eine zusätzliche "Innere
Weichdecke" einzufügen, um das Bucheinhängen wie bei einer
Broschüre vornehmen zu können. Das Anfertigen und zusätzliche
Anbringen dieser Weichdecke bedarf jedoch wieder besonderer
Aufwendungen bei der Blockherstellung. Durch das klammerar
tige, vollständige Umschließen der Rückenkanten ist die Be
lastung der ersten Seiten beim Buchöffnen sehr hoch.
Dieser Nachteil wird, wie in WO 82/03 824 vorgeschlagen, durch
das Einfügen eines Schlauches als Verbindungsmittel Block/Decke
vermieden. Jedoch kann beim Schließen des Buches die nicht bis
ans Ende mit dem Block verklebte Schlauchfalte nach der anderen
Seite überschnappen. Es ist also eine indifferente Scharnier
wirkung vorhanden. Zudem wird diese Schlauchfalte beim Öffnen
und Schließen sehr stark auf Biegewechselfestigkeit beansprucht,
was einen frühzeitigen Verschleiß mit sich bringt. Das Anfer
tigen des Schlauches und Anbringen an die Decke sind zusätz
liche Aufwendungen.
Ziel der Erfindung ist es, ein Buch zu schaffen, das einfacher
in der Herstellung ist als ein herkömmlicher Festeinband, je
doch einen höheren Gebrauchswert als eine Mehrlagenbroschur
aufweist.
Besondere Verbesserungen sollen die Aufschlagbarkeit und die
Festigkeit der Verbindung der ersten Blätter mit der Buch
decke bei eindeutigem Schließverhalten erfahren.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Buch zu schaffen,
dessen Herstellung der Mehrlagenbroschur ähnelt, das eine gute
Scharnierwirkung in den Gelenken und damit eine gute Aufschlag
barkeit besitzt, eine Drehpunktverlagerung beim Öffnen zur
Senkung der Belastung der ersten Blätter zuläßt und keine dop
pelt bewegbaren Verbindungsmittel beinhaltet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß mit
tels einer Klebebindemaschine auf den Blockrücken und die
angrenzenden Bereiche des ersten und letzten Blattes/Falz
bogens zwei übereinanderliegende, unterschiedlich breite
Fälzelstreifen aufgebracht sind, deren innerer schmaler als
der äußere ist und die in dieser Klebebindemaschine gemein
sam über eine Leimauftragswalze geführt werden. Der innere
schmale Streifen ist fest mit dem Buchblock verbunden und
umschließt diesen klammerartig, während der darüberliegende
äußere breite Streifen nur in den Teilen mit dem ersten und
letzten Blatt/Falzbogen fest verbunden ist, mit denen er
den inneren, schmalen Streifen überragt. Dieser äußere,
breite Streifen ist seinerseits mindestens über die gesamte
Rückenbreite fest mit der Buchdecke verbunden. Auf diese
Weise entsteht an der Verbindungsstelle Block/Decke im Rü
ckenbereich sowie in den angrenzenden Seitenteilen ein Hohl
raum, der ein sehr öffnungsfreundliches Gelenkverhalten des
Buches sowie eine Verteilung der Öffnungsbelastung zugunsten
der ersten Blätter bewirkt. Andererseits ist durch die glatt
herumgelegten Fälzelstreifen keine Falte vorhanden, so daß
beim Schließen keine andere als die entgegengesetzte Öffnungs
bewegung möglich ist.
Die erfindungsgemäße Verbindung Block/Decke ist an keine
spezielle Buchdeckenart gebunden.
Für ein rationelles Herstellungsverfahren eignen sich aber
besonders die aus einstückigen Zuschnitten bestehenden Buch
decken, da hierbei wie bei der Broschurenherstellung die Mon
tage Block/Decke auf einem Klebebinder erfolgen kann, wobei
diese Decken aufgrund der erfindungsgemäßen Lösung keine be
sonderen Laschen, Klappen oder zusätzlich eingefügte Ver
bindungsmittel aufweisen brauchen und daher einfach her
stellbar sind.
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbei
spiel näher erläutert werden.
In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 Ansicht eines Buches mit den er
findungsgemäßen Merkmalen,
Fig. 2 schematische Darstellung des Aufbringens
der beiden Fälzelstreifen.
Mit einem aus losen Blättern oder Falzbogen bestehenden Buch
block 1 ist längs des gesamten Rückens 2 und auf erstes und
letztes Blatt herumgreifend, ein innerer, schmaler Fälzel
streifen 3 fest verbunden. Darüber ist ein äußerer, brei
terer Fälzelstreifen 4 angeordnet, der nur mit seinen den
inneren Fälzelstreifen 3 überragenden Teilen 5 und 6 mit dem
ersten und letzten Blatt/Falzbogen des Buchblockes 1 fest
verbunden ist und im Bereich des Fälzelstreifens 3 einen
Hohlraum 7 bildet. Eine Buchdecke 8 ist mit dem äußeren
Fälzelstreifen 4 fest verbunden. Die Herstellung des Buch
blocks erfolgt zweckmäßig in einer üblichen, nach dem Längs
fälzelprinzip arbeitenden Klebebindemaschine, in der die
beiden unterschiedlich breiten Fälzelstreifen 3 und 4 ge
meinsam über eine Klebstoffauftragseinrichtung 9 geführt
und dann um den Rücken des Buchblockes 1 herumgefälzelt
werden ( Fig. 2).
- Aufstellung verwendeter Bezugszeichen
1 Buchblock
2 Buchblockrücken
3 innerer schmaler Fälzelstreifen
4 äußerer breiter Fälzelstreifen
5 überragender Fälzelstreifen, erstes Blatt
6 überragender Fälzelstreifen, letztes Blatt
7 Hohlraum
8 Buchdecke
9 Klebstoffauftragseinrichtung
Claims (2)
1. Buch, bestehend im wesentlichen aus einer Buch
decke und einem gefälzelten Buchblock, dadurch
gekennzeichnet, daß auf dem Buchblockrücken (2)
und die angrenzenden Bereiche des ersten und
letzten Blattes/Falzbogens zwei übereinander
liegende unterschiedlich breite Fälzelstreifen
(3 und 4) aufgebracht sind, deren innerer schma
ler als der äußere ist, wobei der innere Fälzel
streifen (3) auf seiner gesamten Breite fest mit
dem Buchblock verbunden und der äußere Fälzel
streifen (4) nur in seinen, den inneren Streifen
überragenden Teilen (5 und 6) am ersten und letz
ten Blatt/Falzbogen befestigt ist und daß der
äußere Fälzelstreifen (4) fest mit einer Buch
decke (8) verbunden ist.
2. Verfahren zur Herstellung eines Buches nach An
spruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in einer
Klebebindemaschine die beiden Fälzelstreifen (3
und 4) gemeinsam über eine Klebstoffauftragsein
richtung (9) geführt und anschließend um den
Buchblock (1) herumgefälzelt werden.
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1985
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1986
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Also Published As
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