Die Erfindung betrifft einen Kupplungshebel zur Betätigung einer Fahr
zeugkupplung, der sich einenends an einem Schwenkpunkt abstützt und an
dem andernends ein Betätigungselement angreift, und der mit einer
zwischen den beiden Enden liegenden Durchbrechung mit zueinander
parallelen seitlichen Begrenzungen ein zur Kupplungsachse längsver
schiebbares Kupplungsausrücklager verdrehsicher umgreift und dabei An
lageflächen für das Kupplungsausrücklager bildet.
Kupplungshebel der genannten Art sind bekannt und geben bei den bisher
gebräuchlichen sogenannten gedrückten Kupplungen keinen Anlaß zur
Beanstandung. Wenn jedoch, wie dies in zunehmendem Maße gefordert
wird, sogenannte gezogene Kupplungen zum Einsatz kommen, ergeben
sich mit den bekannten Kupplungshebeln erhebliche Schwierigkeiten. Dies
ist dadurch bedingt, daß bei derartigen Kupplungen der Kupplungshebel in
Montagerichtung hinter dem Kupplungsausrücklager angeordnet sein muß,
wodurch es ohne Zerstörung des Lagers und/oder des Druckringes nicht
mehr möglich ist, ein derart montiertes Kupplungsausrücklager wieder zu
demontieren.
Um diese Schwierigkeiten zu umgehen, wurde bereits eine offene
Ausrückgabel vorgeschlagen, die in einer in einem Gehäuse angeordneten
Montagespange verschiebbar und in dieser beim Montieren und De
montieren des Gehäuses in einer gegenüber dem Ausrücklager zurückge
zogenen Montagestellung gehalten ist. Eine solche Ausbildung gestattet
es zwar, bei derartigen Kupplungen das Ausrücklager ohne Zerstörung zu
demontieren, nachteilig ist jedoch, daß eine so ausgebildete Gabel in
Blechausführung für die auftretenden Kräfte bei der Kupplungsbetätigung
nicht stabil genug ist, so daß es zu vorzeitigem Verschleiß kommt
(DE-PS 31 03 032).
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kupplungshebel für eine
derartige Kupplung in einfacher Weise so auszubilden, daß er einerseits
den auftretenden Belastungen standhält und trotzdem eine zerstörungs
freie Demontage des Kupplungsausrücklagers gestattet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Kupplungs
hebel aus zwei sich wenigstens im Bereich der Durchbrechung über
deckenden Teilen besteht, die längsverschieblich zueinander geführt sind,
wobei die Durchbrechung des einen Teiles allseitig größer als die Außen
kontur des Kupplungsausrücklagers ist und wobei die Durchbrechung des
zweiten Teiles einen Bereich aufweist, der ebenfalls allseitig größer als
die Außenkontur des Kupplungsausrücklagers ist, und der in Längsrich
tung des Hebels in einen weiteren Bereich übergeht, in dem an einander
diametral gegenüberliegenden Stellen der Abstand der seitlichen Begren
zungskanten der Durchbrechung so verringert ist, daß dort Anlageflächen
für das Kupplungsausrücklager gebildet sind. Durch die vorgeschlagene
Ausbildung wird ein äußerst stabiler Kupplungshebel geschaffen, der in
der Betriebsstellung im Bereich der Durchbrechung Anlageflächen für das
Kupplungsausrücklager aufweist und trotzdem die zerstörungsfreie
Demontage des Kupplungsausrücklagers erlaubt.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen,
daß das eine Teil den Schwenkpunkt und das andere Teil den Angriffs
punkt für das Betätigungselement enthält. Ein so ausgebildeter Kupp
lungshebel kann mit einfachen Mitteln als Blechziehteil gefertigt werden
und schafft die Möglichkeit einer langen Überdeckung, wodurch die
Festigkeit zusätzlich erhöht wird.
Eine weitere vorteilhafte Ausbildung der Erfindung sieht vor, daß die
beiden Teile aus je einem flachen Mittelabschnitt mit seitlichen ab
gewinkelten Rändern bestehen, beide Teile so teleskopartig ineinander
geführt sind, daß Mittelabschnitte und seitliche Ränder in Gleitkontakt
miteinander stehen und in fluchtende Bohrungen der Ränder des einen
Teiles Bolzen eingesetzt sind, die in Längsschlitze in den Rändern des
anderen Teiles eingreifen. Durch diese Maßnahme wird eine sichere
Führung erzielt, so daß die beiden Teile beim Verschieben von der Be
triebsstellung in die Montagestellung nicht verkanten können.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die sich
überdeckenden Teile in der Betriebsstellung gegen axiale Verschiebung
gesichert sind. Dabei ist die Ausbildung in einfacher Weise so getroffen,
daß in den Begrenzungskanten der Längsschlitze Ausnehmungen vorge
sehen sind, in die die Bolzen einrasten. Eine derartige Sicherung ist in
einem Arbeitsgang mit dem Stanzen der Schlitze herzustellen, so daß
hierzu keine zusätzlichen Bauteile oder Arbeitsgänge erforderlich sind.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 den montierten Kupplungshebel in einer Fahrzeugkupplung,
Fig. 2 einen erfindungsgemäßen Kupplungshebel in Betriebsstellung,
Fig. 3 den Kupplungshebel nach Fig. 2 in Montagestellung und
Fig. 4 eine vergrößerte Seitenansicht des Mittelabschnittes.
In Fig. 1 ist ein Getriebegehäuse 1 angedeutet, das einstückig mit der
Kupplungsglocke 2 ausgebildet ist. In dieser ist das auf einem Führungs
rohr 3 längsverschieblich zur Kupplungsachse geführte Kupplungsausrück
lager 4 angeordnet, das in einem an den Federzungen 5 einer
Reibungskupplung 6 befestigten Druckring 7 eingerastet ist.
Zur Längsverschiebung wirkt das Kupplungsausrücklager 4 mit dem Kupp
lungshebel 8 zusammen, der an seinem einen Ende schwenkbar in dem
Abstützbolzen 9 gelagert ist und an dessen anderem Ende der Stößel 10
eines Hydraulikzylinders 11 angreift.
Der Kupplungshebel 8 besteht aus zwei Teilen 12 und 13, die längsver
schieblich zueinander geführt sind. Wie insbesondere die Fig. 2 und 3
zeigen, weist jedes der Teile 12 und 13 eine Durchbrechung 14 bzw. 15
auf, in deren Bereich sich die Teile 12 und 13 überdecken. Die Durch
brechung 14 des Teiles 12 ist dabei allseitig größer als die strich
punktiert angedeutete Außenkontur des Kupplungsausrücklagers 4. Die
Durchbrechung 15 des Teiles 13 weist ebenfalls einen Bereich 16 auf, der
allseitig größer als die Außenkontur des Kupplungsausrücklagers 4 ist,
der jedoch in Längsrichtung des Hebels in einen weiteren Bereich
übergeht, in dem an zwei einander diametral gegenüberliegenden Stellen
der Abstand der seitlichen Begrenzungskanten 17 der Durchbrechung 15
so verringert ist, daß dort Anlageflächen 18 für das Kupplungsaus
rücklager 4 gebildet sind.
Die Teile 12 und 13 bestehen aus einem flachen Mittelabschnitt 19 bzw.
20 mit seitlich abgewinkelten Rändern 21 bzw. 22, wobei die Teile 12
und 13 so teleskopartig ineinander geführt sind, daß sowohl die Mittel
abschnitte 19 und 20 als auch die Ränder 21 und 22 in Gleitkontakt
stehen. Das Teil 12 enthält dabei den mit dem Abstützbolzen 9 in
Eingriff stehenden Schwenkpunkt 23, während das Teil 13 den
Angriffspunkt 24 für den Stößel 10 des Hydraulikzylinders 11 enthält.
Zur Führung der Teile 12 und 13 sind in fluchtende Bohrungen 25 der
Ränder 21 des Teiles 12 Bolzen 26 eingesetzt, die in Längsschlitze 27 in
den Rändern 22 des Teiles 13 eingreifen. Wie insbesondere Fig. 4 zeigt,
sind die sich überdeckenden Teile 12 und 13 in Betriebsstellung, die
Fig. 2 entspricht, gegen axiale Verschiebung derart gesichert, daß in
den Begrenzungskanten 28 der Längsschlitze 27 Ausnehmungen 29 vorge
sehen sind, in die die Bolzen 26 einrasten.
Wie insbesondere Fig. 1 erkennen läßt, liegen die Anlageflächen 18 des
Kupplungshebeis 8 zwischen der Reibungskupplung 6 und dem
Kupplungsausrücklager 4, so daß ein Abziehen der Kupplungsglocke 2
vom nicht dargestellten Motorblock ohne Beschädigung des Kupplungsaus
rücklagers 4 bzw. des Druckringes 7 nicht möglich ist.
Zum Auswechseln des Kupplungsausrücklagers 4 werden deshalb die Teile
12 und 13 des Kupplungshebels 8 in die in Fig. 3 dargestellte Lage
verschoben, in der die Durchbrechungen 14 und 15 der Teile 12 und 13
allseitig größer als die Außenkontur des Kupplungsausrücklagers 4 sind.
Nunmehr wird die Kupplungsglocke 2 abgezogen. Anschließend kann die
Rastverbindung zwischen dem Kupplungsausrücklager 4 und dem Druck
ring 7 mit einem geeigneten Werkzeug gelöst und das Kupplungs
ausrücklager 4 ausgewechselt werden.