Die Erfindung betrifft ein Speicher- und Kassierverfahren
für Selbstkassierer nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1
sowie eine Einrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
Aus der DE-OS 24 59 417 ist ein Selbstkassierer in Form
eines Münzfernsprechers bekannt, bei dem eingeworfene
Münzen durch einen Einlaufkanal mit Münzprüfer und Durch
laufkontrolleinrichtung einem um eine vertikale Achse
drehbaren Trommelspeicher (Zylinderkammerspeicher) zuge
leitet werden, in dem sie einzeln stehend in Kammern ge
speichert werden, die auf die Achse ausgerichtet sind.
Beim Durchlauf einer Münze werden durch die Kontrollein
richtung Schaltmagnete angesteuert, die Schalthebel be
wegen, deren einer als Antrieb den Speicher mit Hilfe der
Münze um eine Kammer weiterdreht, während der andere den
Nachlauf einer weiteren Münze sperrt bis die Speicherung
der vorhergehenden abgeschlossen ist. Bei vollem Speicher
gibt der zweite Schalthebel den Weg in einen Auslauf und
damit in den Rückgabekanal frei. Unter dem Trommel
speicher ist ein Münzrückgabestern angeordnet, der durch
Drehung gegenüber dem Speicher dessen Kammern nach unten
öffnet, so daß alle im Speicher befindlichen Münzen in
den Rückgabekanal fallen. Die Kassierung erfolgt durch
einen Kassierschieber an der Mantelfläche des Trommel
speichers, wobei die Münzen seitwärts aus dem Speicher in
einen Kassierkanal rollen. Die Anordnung ist nur für die
Speicherungen einer Münzsorte geeignet.
Ein weiterer Selbstkassierer mit Einlaufkanal, Münz
prüfer, Trommelspeicher mit Antrieb, Kassier- und Rück
gabeeinrichtung ist aus der DE-OS 27 52 313 bekannt. Der
Trommelspeicher hat die Form eines Fächerkranzes, der um
eine horizontale Achse drehbar ist und von einem Elektro
motor über ein Malteserkreuz schrittweise angetrieben
wird. Die Münzen werden einzeln stehend in den Fächern
oder Kammern gespeichert. Der Einlaufkanal ist oben an
der Außenseite des Kranzgehäuses angesetzt, der Rück
gabe- und Überlaufkanal um eine bzw. zwei Kammern ver
setzt gegenüber auf der Innenseite. Durch Drehung des
Speichers in die eine Richtung fallen die Münzen aus den
Kammern in den Rückgabekanal. Bei Drehung in die andere
Richtung können nacheinander alle Kammern gefüllt werden,
bis die erste Münze über den Überlaufkanal gelangt, der
sie der Kassette zuführt. Für verschiedene Münzsorten
werden ebenso viele Speichereinheiten benötigt, die
nebeneinander angeordnet werden. Die Sortierung der
Münzen muß im Einlaufkanal durch den Münzprüfer veranlaßt
werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für einen
Selbstkassierer der eingangs genannten Art ein Speicher-
und Kassierverfahren zu schaffen, das bei geringem
Raumbedarf für die Speicher- und Kassiereinrichtung eine
möglichst gerechte Abrechnung der gespeicherten Münzen
gestattet. Die Lösung dieser Aufgabe ist durch die im An
spruch 1 angegebenen Verfahrensschritte gekennzeichnet.
Ausgestaltungen der Speicher- und Kassiereinrichtung zur
Durchführung des Verfahrens sind den Unteransprüchen zu
entnehmen. Die Vorteile sind in der folgenden Beschrei
bung angegeben.
Die Erfindung wird an Ausführungsbeispielen der
Speicher- und Kassiereinrichtung näher erläutert, die in
den Zeichnungen dargestellt sind. Darin zeigt
Fig. 1 eine Speicher- und Kassiereinrichtung mit
Einlaufkanal, Einwurfschleuse, Münzprüfer
und Trommelspeicher für unterschiedliche
Münzsorten, schematisiert;
Fig. 2 eine ähnliche Anordnung wie in Fig. 1, je
doch mit einer Einlaßweiche anstelle der
Einwurfschleuse;
Fig. 3 und Fig. 4 andere Ausführungen des Trommel
speichers.
Bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführung einer Speicher-
und Kassiereinrichtung für einen Selbstkassierer, bei
spielsweise einen Münzfernsprecher, ist hinter dem Ein
wurfschlitz 1, der Münzen bis zu einer bestimmten, für
die Annahme vorgesehenen Größe durchläßt, eine Münz
schleuse 2 angeordnet, an die sich der Einlaufkanal 3 an
schließt. Die Münzschleuse 2 verhindert den Durchgriff
ins Geräteinnere, sie ist je nach Stellung entweder nur
nach außen zum Einwurfschlitz 1 geöffnet und zum Einlauf
kanal 3 geschlossen oder sie ist nur zum Einlaufkanal ge
öffnet und der Einwurfschlitz 1 ist durch die Münz
schleuse 2 geschlossen. In der ersten Stellung kann eine
Münze M in die Münzschleuse 2 eingeworfen werden, in der
zweiten Stellung rollt sie von der Münzschleuse in den
Einlaufkanal 3. Zwischen Einwurfschlitz 1 und Münz
schleuse 2 wird die Münze von einer Durchlaufkontroll
einrichtung 4 erkannt und einem Mikroprozessorsystem P
gemeldet. Die Münzschleuse 2 kann für manuelle Bedienung
gestaltet sein oder aber für elektromechanische Betäti
gung, die durch das Mikroprozessorsystem P gesteuert
wird. Vorteilhafterweise wird das ganze Einwurfsystem nur
einmal für den Selbstkassierer benötigt, da die ver
schiedensten Münzsorten eingeworfen werden können, soweit
sie durch den Einwurfschlitz 1 passen.
Der Einlaufkanal 3 endet an einem Trommelspeicher 5, wo
die Münze in eine der Kammern 11 eines Speicherrades 10
rollt, die auf dessen Umfang gleichmäßig verteilt sind.
Die Kammern 11 sind für die Aufnahme der Münzen mit dem
größten Durchmesser bemessen, die der Einwurfschlitz 1
durchläßt. Die Münzen stehen in den Kammern, d. h. sie
sind parallel zum Speicherrad 10, dessen Dicke etwas
größer ist als die dickste Münze. Von Vorteil ist auch
hier, daß nur ein Trommelspeicher benötigt wird, dessen
Größe dem gewünschten Speichervolumen und dem zur Ver
fügung stehenden Raum angepaßt ist.
Das Speicherrad 10 ist allseitig von einer Trommel 12 um
geben, damit die Münzen M nicht aus den Kammern 11 fal
len. Lediglich an den Stellen, wo der Einlaufkanal 3, ein
Rückgabekanal 6 und ein Kassierkanal 8 angesetzt sind,
ist die Trommel 12 am Umfang mit entsprechenden Öffnungen
versehen. Der Einlaufkanal 3 mündet zweckmäßig mit einem
Knick etwa in der Waagerechten in den Trommelspeicher 5,
so daß eine Münze unter Einwirkung der Schwerkraft bis in
die Kammer rollt, andererseits aber nicht zurückprallt.
Der Rückgabekanal 6 und der Kassierkanal 8 sind in der
unteren Hälfte der Trommel 12 angesetzt, so daß die
Münzen von der Schwerkraft aus den Kammern 11 befördert
werden. Die jeweilige Öffnung in der Trommel 12 ist durch
je eine Weiche 7 bzw. 9 verschließbar. Beide Weichen 7
und 9 werden vom Mikroprozessorsystem P gesteuert.
Der Antrieb des Speicherrades 10 erfolgt z. B. durch einen
Schrittmotor (nicht dargestellt), der an der Achse 13 an
greift. Er wird ebenfalls vom Mikroprozessorsystem P über
die Leitung 14 gesteuert.
Am Ende des Einlaufkanals 3 ist neben der entsprechenden
Kammer des Speicherrades 10 ein Münzprüfer 15 angebracht,
der die elektrischen Eigenschaften und damit Zulässigkeit
und Wert einer Münze M feststellt und dem Mikroprozes
sorsystem P meldet. Dieser registriert außerdem auch die
Kammer, in der sich diese Münze befindet.
Die Funktionsweise ist folgende:
Die Münzschleuse 2 ist offen und eine Münze M kann durch
den Einwurfschlitz 1 eingeworfen werden. An der Durch
laufkontrolleinrichtung 4 wird die Münze erkannt und der
Einwurfschlitz 1 durch die Münzschleuse 2 geschlossen.
Die Münze M gelangt zum Münzprüfer 15, wo sie geprüft und
vom Mikroprozessorsystem P samt Kammer 11, in der sie
sich befindet, registriert wird. Ist die Münze zulässig,
so dreht sich das Speicherrad 10, bis die nächste leere
Kammer dem Einlaufkanal 3 gegenübersteht. Ist die Münze
nicht zulässig, so dreht sich das Speicherrad 10, bis die
Münze vor dem Rückgabekanal 6 steht, die Weiche 7 wird
geöffnet und die Münze fällt in den Rückgabekanal. Sobald
die Münze zurückgegeben oder gespeichert ist, wird der
Einwurfschlitz 1 wieder geöffnet. Auf diese Weise ist ge
währleistet, daß keine Münzen nachgeworfen werden können,
solange die vorhergehende noch bearbeitet wird. Bei der
Gebührenabrechnung kann das Mikroprozessorsystem eine op
timale Rückgabe von Münzen veranlassen. Da es die Lage
aller gespeicherten Münzen kennt, wählt es für die Kas
sierung die Münzen aus, deren Summenwert den geringsten
Überschuß (im Idealfall Null) über die fällige Gebühr
ergibt. Alle anderen Münzen werden zurückgegeben. Damit
wird der Vorteil einer möglichst gerechten Kassierung er
reicht, insbesondere dann, wenn die im Speicher vorhan
denen Münzen keine ganz genau der Gebühr entsprechende
Abrechnung bzw. Rückgabe überschüssiger Münzen zulassen.
Bei der Abrechnung dreht sich das Speicherrad 10 um maxi
mal 360 Grad. Dabei öffnen die Rückgabeweiche 7 und die
Kassierweiche 9 jeweils dann, wenn eine zurückzugebende
oder eine zu kassierende Münze an der jeweiligen Weiche
vorbeikommt.
Die Ausführung nach Fig. 2 ist der zuvor beschriebenen
sehr ähnlich. Für gleiche Teile sind die gleichen Bezugs
zeichen verwendet, das Mikroprozessorsystem und die zu
ihm führenden Leitungen sind hier nicht dargestellt. Der
Unterschied besteht einmal darin, daß die Münzschleuse 2
(Fig. 1) durch eine Weiche 16 am Einlaß zum Trommel
speicher 5 ersetzt ist, die den Einlaß sperrt oder öffnet
und vom Mikroprozessorsystem gesteuert wird. Damit kann
zwar der Einwurfschlitz 1 nicht geschlossen werden, dafür
ist jedoch der Einlaufkanal 3 als Vorspeicher benutzbar.
Auch eine Kombination von Münzschleuse 2 und Weiche 16
ist möglich.
Als weiterer Unterschied ist anstelle des Münzprüfers 15
(Fig. 1) für Prüfung bei stehender Münze ein Münzprüfer
system 17 für die Prüfung durchlaufender Münzen im Ein
laufkanal 3 angebracht. Auch hier ist eine Kombination
beider Münzprüfungen 15 und 17 möglich.
Schließlich ist bei dieser Ausführung nach Fig. 2 als An
trieb ein Außenläufer-Schrittmotor 18 dargestellt, der
den Vorteil eines besonders kompakten Aufbaus des
Trommelspeichers hat.
Um die Speicherkapazität zu vergrößern, können, wenn es
die Raumverhältnisse zulassen oder erfordern, zwei oder
mehr Trommelspeicher 5 nebeneinander angeordnet werden
(nicht gezeigt). Gegebenenfalls läßt sich dadurch ihr
Durchmesser verringern, so daß die gesamte Bauhöhe klei
ner werden kann. Der Einlaufkanal 3 ist bei dieser Aus
führung mit einer Weiche ausgerüstet, die die Verteilung
der Münzen auf die einzelnen Trommelspeicher in Abhängig
keit von deren Füllung regelt.
In Fig. 3 ist eine andere Ausführung des Speicherrades
gezeigt, das mit 19 bezeichnet ist. Die Kammern 20 sind
flach nebeneinander in die Mantelfläche eingelassen, so
daß die Kammer- oder Münzebene jeweils senkrecht zum
Radius steht. Die Funktionsweise ist die gleiche wie bei
den zuvor beschriebenen Ausführungen, allerdings müssen
der Einlaufkanal 3 und, je nach Gestaltung, auch der
Rückgabekanal 6 und der Kassierkanal 8 so angeordnet wer
den, daß eine Münze annähernd tangential das Speicherrad
erreicht oder verläßt.
Eine weitere Ausführung des Speicherrades 21 zeigt die
Fig. 4, bei dem die Kammern 22 radial ausgerichtet sind,
wobei die Kammer- oder Münzebene parallel zur Achse 13
verläuft. Die Funktionsweise ist wiederum wie bei der in
Fig. 1 beschriebenen Ausführung, nur daß die Kanäle 3, 6
und 8 so angebracht werden müssen, daß ihr rechteckiger
Querschnitt an der Einlaufstelle mit dem der Kammer
fluchtet.