DE328246C - Apparat zur sterilen Gewinnung von Blutserum - Google Patents
Apparat zur sterilen Gewinnung von BlutserumInfo
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Description
- Apparat zur sterilen Gewinnung von Blutserum. Die Sterilität und die Ausbeute der bisher bekannten Verfahren an Serum sind mangelhaft. ., Zur Gewinnung von Blutserum sind schon Apparate bekannt, bei welchen zur Erhöhung der Ausbeute an Serum der in einem Gefäß befindliche Blutkuchen zusammengepreßt wird. Zu diesem Zusammenpressen wird eine unter Umständen gelochte Beschwerungsplatte. verwendet, welche auf den Blutkuchen zu liegen kommt und denselben auspreßt. Leider arbeiten- diese Apparate nicht vollkommen steril und haben den Fehler, einen zu geringen Prozentsatz an Serum aus dem Blutkuchen auszupressen.
- Es ist nun gefunden worden, daß die Koagulation des Blutes gefördert, und die Ausbeute an Serum noch bedeutend erhöht werden kann, wenn die Beschwerungsplatten mit in das Blut eindringenden Organen, wie z. B. Spitzen, Messerklingen u. dgl. versehen sind. Diese Organe wirken nicht etwa dadurch, daß sie in den Blutkuchen eindringen und ihn durchlöchern, um das Ausfließen des Blutserums zu erleichtern, oder wie es beim Pressen einer Frucht durch eindringende Spitzen zwecks Beschleunigung des Ausfließens-ihres Saftes der Fall ist, sondern durch die Gegenwart eines, wenn . auch unbeweglichen Fremdkörpers im Blut wird die Koagulation . gefördert und der entstehende Blutkuchen viel fester und dichter, als wenn das Blut in bisheriger Weise zum Koagulieren gebracht wird. Es wird dadurch . ermöglicht, den Blutküchen durch Belasten der Beschwerungsplatte stärker zusammenzudrükken und folglich auch mehr Serum auszupressen, ohne daß die Beschwerungsplatte in den Kuchen eindringt.
- Den Gegenstand der Erfindung bildet nun ein Apparat, der auf diesem Grundsatze beruht und zur sterilen Gewinnung von Serum dient. Er besteht aus einem Behälter, z. B. aus Glas, welcher durch einen Deckel verschließbar ist, und besitzt, wie andere bekannte Apparate dieser Art, eine Vorrichtung zum Zusammenpressen des Blutkuchens durch eine gelochte Beschwerungsplatte, unterscheidet sich aber von bekannten Apparaten dadurch, daß die Beschwerungsplatte auf der Unterseite mit zur Förderung der Koagulation des Blutes und zur Erhöhung der Ausbeute an Serum dienenden Organen, wie z. B. Spitzen, Messerklingen o. dgl. versehen ist, welche in das zu koagulierende Blut bzw. den entstehenden Blutkuchen eindringen. Mit Messerklingen oder Stahlblechen besetzte Apparate zur Behandlung von Blutkuchen sind zwar schon bekannt (vgl. z. B. Ruprecht, Fabrikation von Albumin und Eierkonserven, 2. Aufs. Zgo4; S. 131 Abs. 3), aber bei diesen Apparaten bezwecken die Messerklingen das Zerschneiden der Blutkuchen, nicht aber die Beförderung des Auspressens der Blutflüssigkeit (des- Serums) unter Beschwerung durch eine Platte. Sie arbeiten in ganz unsteriler Weise. -Das in diesen Apparaten erzeugte Serum ist also nicht steril und kann Giftstoffe enthalten, welche auch durch nachträgliche Filtration nicht entfernt werden können. Durch die starke mechanische Zerteilung der Blutkuchen färbt sich das Serum. rötlich, und ist auch aus diesem Grunde für therapeutische Zwecke unbrauchbar. Ferner weist der Apparat nach vorliegender Erfindung eine zur Führung der Beschwerungsplatte dienende Stange auf, welche durch eine am Deckel angebrachte Führungshülse mit Stellschraube geführt und mit einem Gewichtsträger versehen ist.
- Im Deckel sind außerdem Öffnungen vorgesehen zur Einführung des Blutes und zur Entnahme des Serums.
- Beiliegende Zeichnung stellt beispielsweise eine Ausführungsform der Erfindung, sowie eine Abänderung dieser Form -dar.
- Fig. i ist ein Längsschnitt des Apparates. Fig. 2 ist eine Draufsicht auf den Deckel des Apparates.
- Fig. 3 ist die Darstellung einer Einzelheit und Fig. q. bezieht sich auf die abgeänderte Form des Apparates.
- Nach Fig. i bis 3 ist a ein zylindrischer Glasbehälter, b ein metallener Deckel mit umgebogenem Rand b1. Dieser Deckel weist in seiner Mitte eine Führungshülse c mit Stellschraube d auf. Eine mit einem halbkreisförmig umgebogenen Metallrohr f versehene Öffnung e dient in diesem Deckel zur sterilen Einbringung des Blutes in den Behälter. Dieses Rohr f ist an seinem oberen Ende schnabelförmig zugeschnitten, um dadurch eine schützende Verlängerüng g zu bilden, dazu bestimmt, die in der Luft enthaltenen Keime während der Verrichtungen bei der Blutaufnahme daran zu hindern, in den Behälter zu fallen, und sein unteres Ende h reicht bis auf wenige Millimeter bis an die Innenwand des Behälters heran, um das Blut gegen die Innenwand des Gefäßes zu leiten und die Bildung von Schaum zu verhindern. Der Deckel b ist noch mit einer anderen -Öffnung i (Fig. a) versehen, welche die Einführung eines gläsernen Proberohres zur Entnahme des Serums gestattet..
- Die Vorrichtung zum Zusammenpressen des Blutkuchens besteht aus einer mit Spitzen m und einer Stange k (s. die Unteransicht dieser Platte in Fig. 3) versehenen Metallplatte 1. Diese Platte ist mit zwischen den Spitzen m angeordneten Löchern n versehen., welche bezwecken, das Durchsickern des Serums nach oben zu gestatten. Am oberen Ende der Stange k wird eine Metallscheibe o aufgeschraubt, mit einer Hohlkehle p, in welche sich das Kautschukrohr r, welches einen luftdichten Abschluß während des Hebens und Senkens der Presse bezweckt, hineinlegt, wobei das untere Ende dieses Kautschukrohres an das obere Ende cl der Führungshülse c angeschlossen ist. Dieses Kautschukrohr sichert die tadellose Sterilität des . Apparates während dessen Gebrauchs. Über der Metallscheibe o und aus einem Stück mit ihr ist eine Verlängerung q angeordnet, als Stütze eines Tellers s, dessen unterer Teil auf die Verlängerung aufgeschraubt ist, und der zur Aufnahme von Gewichten für die Verstärkung der Preßwirkung dient.
- Die Handhabung des Apparates ist wie folgt: Nach gründlicher Waschung des Apparates wird die Platte l auf die Stange k geschraubt, der Deckel b mit seiner FührungshüIse c auf die Stange k aufgesteckt, und die Metallscheibe o am Ende der Stange k aufgeschraubt, wobei letztere mittels der Schraube d in der Sicherungshülse -festgestellt wird. Der Deckel b wird auf den Behälter aufgesetzt und der allfällig zwischen Deckelrand und Gefäßwand verbleibende Zwischenraum u (Fig. i) sorgfältig mit Baumwolle ausgestopft. Man befestigt dann das Kautschukrohr y an P und an cl, verschließt die Öffnungen g und i mittels Baumwollpfropfen (auf der Zeichnung nicht dargestellt) und nimmt nun die Sterilisation des Apparates vor. Nach dieser bringt man das Blut, dessen Serum man gewinnen will, in den Apparat. Zu diesem Zwecke entfernt man den Baumwollpfropfen aus der Öffnung g und steckt die Glasröhre; welche mit dem Trokar durch die Zuflußröhre des Blutes verbunden ist, hinein. Nach Beendigung der Blutzuführung brennt man die Öffnung g mit einer Flamme aus und verschließt sie mit einem sterilisierten Baumwollpfropfen. .Man läßt nun die Erstarrung der Masse vor sich gehen, worauf die Schraube d gelöst und die Presse gesenkt wird, so daß die Spitzen m in die erstarrte, aber noch weiche Masse eindringen. Nun wird der Teller s mit Gewichten -belastet. Nach einem gewissen Zeitraum wird diese Beschwerung vergrößert. Man kann auch vor der Einführung des Blutes in den Behälter die Platte l mit den Spitzen, Klingen ö. dgl. so tief in den Behälter herunterlassen, bis daß das obere Ende der Spitzen o. dgl. genau zu einem Zeichen gelangt, welches die Höhe anzeigt, bis zu welcher das eingeführte Blut reichen soll. Hierauf wird das Blut steril durch das Rohr feingeführt und umgibt die Spitzen o. dgl. der Platte 1, ohne jedoch die letztere selbst zu bedecken. Die Platte l befindet sich in diesem Falle also über dem Blut, während die daran befindlichen Spitzen, Klingen o. dgl. in das Blut eintauchen. Man läßt nun den Apparat so stehen, bis die Koagulation des Blutes vorgerückt ist. Wenn der Blutkuchen fest ist, beschwert man . den Teller s mit Gewichten. Nach zwei bis drei Tagen Ruhe entnimmt man das Serum, welches durch die Löcher n auf die Oberfläche der Platte Z gesickert ist, indem man vorher sorgfältig die Öffnung i abgeflammt hat. Der Baumwollpfropfen, der, wie oben gezeigt, die Öffnung i verschließt, wird weggenommen und rasch durch ein sterilisiertes Baumwollbäuschchen ersetzt, unter dessen Schutz man durch die Öffnung i die Entnahmeröhre in den Behälter steckt. Nach Gewinnung des Serums zieht man die Entnahmeröhre langsam zurück, wobei darauf zu achten ist, daß das die Öffnung i verschließende Baumwollbäuschchen nicht verschoben wird, weil es zum .Abschluß der Offnung dienen und verhindern soll, daß Keime in das Gefäß fallen. Nach einigem Hin- und Herbewegen des Blutkuchens belastet man die Presse mit schwereren Gewichten und wartet die zweite Ausbeute an Serum 'ab, welche etwa 24 bis 48 Stunden später und unter denselben Umständen stattfinden kann. -Die gelochte Platte der Presse, welche den Blutkuchen bearbeitet, kann auch mit Messerklingen yzii statt mit Spitzen m (s. Fig. 4, Unteransicht der Platte) versehen sein.
- 'Auf dem Boden des. Gefäßes a känr@, wie in Fig. z veranschaulicht, zur Erhöhung der Ausbeute an Serum eine mit nach oben gerichteten Spitzen v1 oder Messerklingen- v1 versehene Platte v gelegt werden, deren Spitzen gleich von Anfang an mit denn Blute bzw. dem Blutkuchen in Beruht ung stehen und beim Zusammenpressen des Blutkuchens gegen die zwischen den einzelnen Spitzen bzw. Messerklingen der oberen Platte l befindlichen Zwischenräume gerichtet sind.
Claims (6)
- PATENT-ANSPRÜcHE: r. Apparat zur sterilen Gewinnung von Blutserum- mit Vorrichtung zum Zusammenpressen des .Blutkuchens durch eine gelochte Beschwerungsplatte, gekennzeichnet durch Benutzung einer auf der Unterseite mit zur Förderung der Koagulation des Blutes und zur Erhöhung der Ausbeute an Serum dienenden Organen versehenen Platte als Beschwerungsplatte und eine zur Führung der Beschwerungsplatte dienende, durch eine Führungshülse (c) mit -Stellschraube (d) des Deckels geführte Stange (k) mit Gewichtsträger (s).
- 2. Apparat nach Anspruch =, dadurch gekennzeichnet, daß die Organe zur Förderung der Koagulation des Blutes und zur Erhöhung der Ausbeute an Serum aus Zähnen. (nal, Fig. z und 3) bestehen.
- 3. Apparat nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß diel Organe zur Förderung der Koagulation des Blutes und zur Erhöhung der Ausbeute an Serum aus Messerklingen (»a1, Fig. 4) bestehen.
- 4. Apparat nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß die. Einführungsöffnung für das Blut mit einem umgebogenen Rohr (g) versehen ist, dessen oberes Ende schnabelförmig abgeschnitten ist, um. durch einen schützenden Vorsprung das Einfallen von Luftkeimen in den Behälter zu verhindern und die sterile Einführung des Blutes in denselben zu gestatten, wobei ferner das untere Ende des Rohres (g) nur sehr wenig von der Gefäßwand absteht, . so daß das Blut gezwungen ist, der Wand entlang zu fließen, wodurch die Schaumbildung im Behälter verhindert wird.
- 5. Apparat nach Ansprüchen r und 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein Kautschukrohr (y) das obere Ende der Führungshülse (c) der Stange (k) im Deckel (b) mit einer am oberen Ende dieser Stange- aufgeschraubten Scheibe (o) verbindet, um einen. sicheren Schutz gegen eindringende Kenne während des Hebens und Senkens der Platte zu bilden.
- 6. Apparat nach Ansprüchen z bis .4, dadurch gekennzeichnet, daß sich auf dem Boden des Gefäßes eine mit nach oben gerichteten, - zur Förderung der Koagulation des Blutes und zur Erhöhung der Ausbeute an Serum dienenden .Organen (v1, Spitzen oder Messerklingen) versehene Platte (v) befindet, wobei die Spitzen beim Einführen des -Blutes in das Gefäß von unten in das Blut in der Richtung der zwischen den einzelnen Spitzen bzw. Messerklingen der oberen Metallplatte befindlichen Zwischenräume hineinragen.
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US20050087453A1 (en) * | 2003-10-22 | 2005-04-28 | Frans Mahieu | Contact lens case |
-
1918
- 1918-02-01 DE DE1918328246D patent/DE328246C/de not_active Expired
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