DE3222209C2 - Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung einer Mischung aus zwei schwer mischbaren Komponenten, vorzugsweise aus Wasser und einer Polyacrylamid-Suspension - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung einer Mischung aus zwei schwer mischbaren Komponenten, vorzugsweise aus Wasser und einer Polyacrylamid-SuspensionInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Mischungen und In-Line-Dosierungen schwer mischbarer Komponenten, wie z.B. Wasser und Polymere, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß in einer oder mehreren mit je einer Turbine ausgerüsteten Mischzelle/n, der/denen Mischgüter zugeführt werden, unter Vermeidung einer direkten Berührung dieser Mischgüter eine kontaktlose Zusammenführung über ein Gas-, insbesondere ein Luftpolster erfolgt, worauf die endgültige intensive Vermischung in je einem an die Mischzelle/n angeschlossenen Rohrmischer erfolgt.
Description
Die vorliegende Erfindung geht aus von einem Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung einer Mischung
aus zwei schwer mischbaren Komponenten, vorzugsweise aus Wasser und einer Polyacrylamid-Suspension,
bei dem die Komponenten über je eine Dosierstelle einer geschlossenen, mit einer Turbine versehenen
Mischzelle zugeführt werden und dort vermischt werden. Die Erfindung gibt ferner eine Vorrichtung zur
Durchführung dieses Verfahrens an.
Es sind bereits Misch- und Dosiergeräte zur Herstellung
der genannten Mischungen bekanntgeworden, wo-
ίο bei jedoch ausschließlich die Zusammenführung der
Mischgüter unmittelbar stattfindet Hierdurch werden, insbesondere in der Ruhestellung der Aggregate, die im
allgemeinen diskontinuierlich arbeiten, die Mischgüter in ihrer Original- und noch nicht in veränderter physikalisc^er
Form zusammengebracht, wobei nicht mehr auflösbare Verbindungen entstehen. So quellen zum Beispiel
bei unmittelbarer Berührung von Polyacrylamid-Suspension und Wasser die Produkte bis zum Vielfachen
ihres Volumens auf, was später zu erheblichen Störungen führt, die darin bestehen, daß das Aggregat
durch Verstopfen der Dosier-Berührungs-Stelle z.eitweise
unbrauchbar wird oder eine Verschlechterung der Lösungsqualität, beispielsweise durch Klumpenbildung,
entsteht
Aus der DE-OS 22 02 635 ist eine derartige Vorrichtung, zusammen mit einem Verfahren, zur Herstellung
von Dispersionen beschrieben, bei welcher die zwei Stoffe zur Herstellung der Dispersion einem Behälter
zugeführt werden, wo sie unmittelbar miteinander vermischt und anschließend einem Rohrmischer zur Herstellung
der Dispersion zugeführt werden. Mit einer derartigen Vorrichtung ist aber eine kontinuierliche
Herstellung einer Mischung der oben genannten Komponenten nicht möglich, da an der Dosierstelle für die
Zugabekomponente eine Verklumpung stattfinden kann, so daß die Zuleitung schließlich verstopfen würde.
Außerdem kann auch die Klumpenbildung mit der vorbekannten Vorrichtung bei Verwendung der oben genannten
Mischkomponenten nicht verhindert werden.
Der im Anspruch 1 angegebenen Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten
Art zu schaffen, bei dem die oben genannten Nachteile bei der Herstellung von Mischungen nicht auftreten
und welches einen kontinuierlichen Betriebsablauf, eine hohe Betriebssicherheit und einen übersichtlichen
Betriebsablauf ermöglicht. Zur Lösung dieser Aufgabe ist vorgesehen, daß in der Mischzelle durch Zuführen
von Gas über dem Mischgut ein Gaspolster zur Schaffung einer Mischgutoberfläche gebildet wird und daß
die eine Komponente im Abstand von der Mischgutoberfläche zugegeben wird, wobei der Abstand durch
die Gasmenge einstellbar ist.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist gewährleistet, daß an der Einspeisestelle der Zugabekomponente
die Gefahr des Verstopfens nicht besteht, da die erste Komponente die Zugabestelle nicht erreichen
kann, was durch ein in der abgeschlossenen Mischzelle erzeugtes Gaspolster bewirkt wird, das eine Mischgut- ,
oberfläche schafft, wodurch die Einspeisestelle von dem Mischgut getrennt wird.
Zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung wird im Anspruch 2 eine Vorrichtung angegeben,
welche aus einer geschlossenen Mischzelle mit einer ersten Zuleitung in die Mischzelle für die kontinuierliehe
Zufuhr der ersten Komponente, vorzugsweise Wasser, mit einer zweiten Zuleitung in die Mischzelle für die
kontinuierliche Zufuhr der zweiten Komponente, vorzugsweise Polyacrylamid-Suspension, mit je einer Pum-
pe in den beiden Zuleitungen, mit einem Ausgang aus der Mischzelle für das Mischgut, mit einem Rohrmischer,
der mit dem Ausgang verbunden ist, besteht und welche dadurch gekennzeichnet ist, daß ein injektor für
Gas, vorzugsweise Luft, zur Erzeugung eines Gaspolsters über der Mischung in der Mischzelle in die erste
Zuleitung mündet, daß in der Mischzeile eine Turbine angeordnet ist, die an die erste Zuleitung angeschlossen
ist, die durch Druckdifferenz der ersten Komponente angetrieben ist und die im unteren Bereich der Mischzelle
angeordnet ist, und daß die Zuleitung in die Mischzelle für die zweite Komponente im oberen Bereich der
Mischzelie im Abstand von der Mischgutoberfläche
mündet
Eine vorteilhafte Weiterbildung der genannten Vorrichtung
gemäß der Erfindung ist im Anspruch 3 beschrieben.
Mit der Vorrichtung gemäß der Erfindung wird der wesentliche Vorteil erreicht, daß in einem geschlossenen
System infolge der Zusammenführung der Mischgüter über ein Gas- beziehungsweise Luftpolster die
Mischgüte? sich niemals unmittelbar, sondern nur über
den durch das Polster erzeugten Abstand berührTn können,
wodurch die bereits erwähnten erheblichen Störungen bekannter Anlagen ausgeschaltet werden.
Anhand der Zeichnungen sollen am Beispiel einer bevorzugten Ausführungsform das Verfahren und die
Vorrichtung gemäß der Erfindung näher erläutert werden.
In den Zeichnungen zeigt
F i g. 1 ein Prinzipschema einer Ausführungsform der
Vorrichtung gemäß der Erfindung.
F i g. 2 zeigt ein Anordnungsschema der Mischzellen und Meßgeräte der Vorrichtung gemäß F i g. 1.
Wie sich aus den Figuren ergibt, besteht die Vorrichtung gemäß der Erfindung im wesentlichen aus zwei
Mischzellen 1 und 2, welche einzeln oder gemeinsam, je nach geforderter Durchsatzmenge, betrieben werden
können. Die Mischzellen sind über je eine Leitung 3, 4 mit einem Dreiwegeventil 5 zur Richtungswahl verbunden
und diene;, der Zuführung eines ersten, flüssigen Mischgutes, vorzugsweise Wasser.
Ferner sind die Mischzellen mit je einer weiteren Zuleitung 6,7 verbunden, die zur Zuführung eines zweiten
Mischgutes, vorzugsweise einer Polyacrylamid-Suspension, dient, welche von einer nicht dargestellten Förderpumpe
gefördert wird.
Der Ausgang der Mischzellen 1, 2 führt zu je einem Rohrmischer 8, 9, die mit den beiden Eingängen eines
Dreiwegeventils 10 verbunden sind, dessen Ausgang über eine Leitung 11 und einen Durchflußmengenmesser
12 zur Ausgangsleitung 13 für die Lösung führt, die beispielsweise mit einem Magnetventil 14 oder einer
Dosierpumpe 14' oder einer Reifestation 29 abgeschlossen ist.
Wie sich aus F i g. 2 ergibt, sind die beiden Mischzellen mit je einem Druckmesser 15, 16 versehen, und in
der Ausgangsleitung 11 ist ein weiterer Ausgangsdruckmesser
17 angeordnet.
Die Vorrichtung gemäß der Erfindung ermöglicht es, ein Gas, zum Beispiel Luft, dem ersten Mischgut zuzudosieren.
Zu diesem Zweck ist ein Injektor 18 vorgesehen, dem über einen mit einem Durchflußwächter 19'
versehenen Durchflußmengenmesser 19 und einen Eingangsdruckmesser 20 (Fig. 2) über eine Zuleitung 21
Wasser zugeführt wird. Gleichzeitig weist der Injektor 18 einen Einlaß 22 auf, dem über eine Zuleitung 23 ein
Gas, beispielsweise Luft, zuj-:führt werden kann, wobei
über ein Vakuummetcr 24 der LeisK-ngsgrad des Injektors
ständig abgelesen beziehungsweise mittels Durchflußmengenmesser 28 eingestellt werden kann. Der
Ausgang des Injektors steht ferner mit dem Eingang des Dreiwegeventils 25 in Verbindung, in dem die Mengen-
und Richtungswahl eingestellt werden kann. Der Ausgang dieses Dreiwegeventils 25 steht mit dem Eingang
des Dreiwegeventils 5 zur Richtungswahl in Verbindung. Ferner ist das Dreiwegeventil 25 an die Zuführungsleitung
21 für das Wasser direkt angeschlossen.
Zur Durchführung des Mischvorganges wird über die nicht dargestellte Förder- beziehungsweise Dosierpumpe
das zweite Mischgut kontinuierlich den Mischaellen 1 und 2 mengenanteilig zum durchfließenden ersten
Mischgut zugegeben. Die Bestimmung der jeweiligen Mischzelle kann durch Einstellen des Dreiwegeventils 5
beziehungsweise 10 erfolgen. Zusätzlich zum ersten Mischgut, beispielsweise Wasser, kann Gas, beispielsweise
Luft, über den Injektor 18 zudosiert werden. Durch Einstellen des Ventils 25 kann die Anlage mit
oder ohne Injektor programmiert wfden. Die Gas-Luft-Ziiführun^
kann auch benutzt v/erc^n um das Miveau
in den Mischzellen zu regulieren, d. h. Vergrößerung des Luftpolsters mit dem Effekt, daß das Füllniveau
abfällt und so beispielsweise eine günstigere Mischeffektivität zustande kommt.
In der Mischzelle 1 und/oder der Mischzelle 2 werden
die jeweiligen Mischgüter über Distanz zugeführt. Die primäre Vermischung oder Dispergierung erfolgt durch
Rotation in einer oder beider in den Mischzellen vorgesehenen Turbine/n 26, 27, welche durch Druckdifferenz
des ersten Mischgutes, vorzugsweise Wasser, erzeugt wird. Nach Vordispergierung des ersten und zweiten
Mischgutes in den Mischzellen wird mittels der statischen Rohrmischer 8, 9 die intensive Vermischung der
Mischgüter vervollständigt und über das Dreiwegeventil 10 und die Ausgangsleitung 11 dem Lösungsausgang
zugeführt. Mittels des Durchflußwächters 12' am Durchflußmengenmesser 12 wird die vorgegebene
Durchflußmenge der Lösung ständig kontolliert. Mittels
des Durchflußwächters 19' am Durchflußmengenmesser 19 -.vird die Durchflußmenge des ersten Mischgutes
ebenfalls kontrolliert. Bei Abweichungen zum eingestellten Soll-Wert können entsprechende, nicht dargestellte
Schaltungsvorgänge zum Beispiel Signalleuchten einschalten.
Schließlich ist noch zu erwähnen, daß die Durchflußmenge des Gases, insbesondere der Luft, über den
Durchflußmengenmesser 28 eingestellt werden kann.
Die Antriebsmenge, d. h. der Wasserdurchlauf für den Injektor, kann primär über die Düsengröße im voraus
bestimmt beziehungsweise festgelegt werden. Kleine Mengenänderungen sind zusätzlich am Ventil 25 einstellbar.
Zur Durchführung der einzelnen Vorgänge des Mischens können nicht dargestellte elektrische Schaltungsanordnungen
vorgesehen sein.
Es ist ferner möglich, an der Ausgangsleitung 13 nach dem Magnetventil 14 oder alternativ hierzu eine Dosierpumpe
14' vorzusehei..
Schließlich kann auch in der Ausgangsleitung 13 eine Reifestation 29 vorgesehen sein. Diese Reifestation ist
bei einigen Mischgütern erforderlich, um die volle Wirksamkeit der Lösungen zu erzielen. Dabei erfolgt im
Prinzip ein Zwangsumlauf der Lösung, um Reifezeit zu gewinnen. Bei den bishe. bekannten Anlagen waren u. a.
rehr große, voluminöse Reifebehälter erforderlich, weshalb ein offenes System mit zusätzlichen, ebenfalls eroß
dimensionierten Dosierpumpen und so weiter hingenommen werden mußte.
Zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung können zur Einhaltung der Lösungskonzentrationen
oder Mengenanteile der einzelnen Mischgüter 5 Durchflußwächter 12', 19' mit beispielsweise elektromagnetischer
Funktion an den Durchflußmengenmessern
12, 19 installiert werden. Bei Abweichungen vom Soll-Wert werden elektrische Impulse erzeugt, die in nicht ;■;, dargestellten Schaltungsanordnungen elektrische to i:\ Schaltvorgänge herbeiführen, zum Beispiel eine Warn- ψ anlage einschalten. i|
12, 19 installiert werden. Bei Abweichungen vom Soll-Wert werden elektrische Impulse erzeugt, die in nicht ;■;, dargestellten Schaltungsanordnungen elektrische to i:\ Schaltvorgänge herbeiführen, zum Beispiel eine Warn- ψ anlage einschalten. i|
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
15
20
25
30
40
45
50
55
60
65
Claims (3)
1. Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung einer Mischung aus zwei schwer mischbaren Komponenten,
vorzugsweise aus Wasser und einer PoIyacrylamid-Suspension, bei dem die Komponenten
über je eine Dosierstelle einer geschlossenen, mit einer Turbine versehenen Mischzelle zugeführt werden
und dort vermischt werden, dadurch gekennzeichnet,
daß in der Mischzelle durch Zuführen von Gas über dem Mischgut ein Gaspolster zur Schaffung einer Mischgutoberfläche gebildet
wird und daß die eine Komponente im Abstand von der Mischgutoberfläche zugegeben wird, wobei der
Abstand durch die Gasmenge einstellbar ist.
2. Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung einer Mischung aus zwei schwer mischbaren Komponenten
nach Anpruch 1, vorzugsweise aus Wasser und einer Poljacrylamid-Suspension, mit einer geschlossenen
Mischzelle, mit einer ersten Zuleitung in die Mischzelle für die kontinuierliche Zufuhr der ersten
Komponente, vorzugsweise Wasser, mit einer zweiten Zuleitung in die Mischzelle für die kontinuierliche
Zufuhr der zweiten Komponente, vorzugsweise eine Polyacrylamid-Suspension, mit je einer
Pumpe in den beiden Zuleitungen, mit einem Ausgang aus der Mischzelle für das Mischgut, und mit
einem Rohrmischer, der mit dem Ausgang verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß ein Injektor für
Gas, vorzugsweise Luft, zur Erzeugung eines Gaspolsters über der Mischung in der Mischzelle in die
erste Zuleitung mündet, «iaß in c~t Mischzelle eine
Turbine angeordnet ist, dit an die erste Zuleitung angeschlossen ist, die durch Druck. Jifferenz der ersten
Komponente angetrieben ist und die im unteren Bereich der Mischzelle angeordnet ist, und daß die
Zuleitung in die Mischzelle für die zweite Komponente im oberen Bereich der Mischzelle im Abstand
von der Mischgutoberfläche mündet.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung von zwei Mischzellen
(1, 2) die Leitungen (3, 4) für die Zuführung des flüssigen Mischgutes, vorzugsweise Wasser, und des
Gases, vorzugsweise Luft, mit den beiden Ausgängen eines Dreiwegeventils (5) verbunden sind, dessen
Eingang mit dem Ausgang eines weiteren Dreiwegeventils (25) zur Mengen- und Richtungswahl
des flüssigen Mischguts verbunden ist, dessen erster Eingang mit dem Injektor (18) zur Dosierung des
Gases, vorzugsweise Luft, verbunden ist, wobei die Luft durch einen Durchflußmengenmesser (28) über
eine Leitung (23) mit dem Injektor (18) in Verbindung steht, und dessen zweiter Eingang zur Dosierung
des ersten Mischguts mit einem Durchflußmengenmesser (19) über eine Leitung (21) verbunden ist
und in der Ausgangsleitung (11) des mit den Rohrmischern
(8,9) in Verbindung stehenden Dreiwegeventils (10) ein Durchflußmengenmesser (12) angeordnet
ist, wobei an den Durchflußmengenmessern (12, 19) Durchflußwächter(12', 19') installiert sind.
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