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Zweistufiges Planetengetriebe
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B e s c h r e i b u n g Die Erfindung bezieht sich auf ein Planetengetriebe
und betrifft insbesondere ein Planetengetriebe mit einem ein innenverzahntes Außenrad
enthaltenden, feststehenden Getriebegehäuse, einer Eingangswelle, einem Abtriebsteil
und einem drehbar im Gehäuse gelagerten Planetenradträger mit wenigstens einem drehbar
darin gelagerten Planetenrad, welches zwei Verzahnungen mit einer unterschiedlichen
Anzahl von Zähnen aufweist, wobei eine Verzahnung mit einem mit der Eingangswelle
verbundenen Sonnenrad sowie mit dem fest im Gehäuse angebrachten Außenrad kämmt
und die andere Verzahnung antriebsübertragend mit dem Abtriebsteil verbunden ist.
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Ein Planetengetriebe dieser Art ist bekannt aus der unter No. 409
497 veröffentlichen SE-PS 78 10288-6.
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Ein solches Planetengetriebe weist eine zweistufige Untersetzung auf,
wobei die erste Untersetzungsstufe durch den Eingriff zwischen dem Sonnenrad, der
einen Verzahnung des Planetenrads und dem feststehend im Gehäuse angeordneten Außenrad
gebildet ist, während die zweite Untersetzungsstufe dadurch zustande kommt, daß
die beiden Verzahnungen des Planetenrads unterschiedliche Anzahlen von Zähnen aufweisen.
Mit einem solchen Planetengetriebe läßt sich eine sehr große Untersetzung von beispielsweise
1 : 30 oder 1 : 500 oder noch darüber zwischen der Eingangswelle und dem Abtriebsteil
erzielen.
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Dementsprechend ist ein solches Getriebe geeignet, bei großer Untersetzung
sehr große Drehmomente zu übert agen.
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Dies erfordert, daß das Abtriebsteil und seine Lagerung sehr stark
ausgeführt sein müssn, wobei die Lagerung insbesondere so ausgebildet sein muß,
daß sie sowohl Axial-
und Radialkräfte als auch häufig am Abtriebsteil
auftretende Biegemomente aufzunehmen vermag. Das Abtriebsteil ist deshalb gewöhnlich
in wenigstens zwei Lagern gelagert, welche in relativ großem Abstand zueinander
angeordnet sind. Aus wirtschaftlichen Gründen und im Hinblick auf eine möglichst
kompakte Bauweise ist dabei anzustreben, den Durchmesser der Lager für das Abtriebsteil
möglichst klein zu halten.
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Die beschriebene Lagerung des Abtriebsteils des bekannten zweistufigen
Planetengetriebes ist in verschiedener Hinsicht nachteilig. Da die Lager in einem
relativ großen Abstand zueinander angeordnet sind, erhält 1das Planetengetriebe
eine beträchtliche axiale Länge. Dabei kann der große Axialabstand zwischen den
Lagern jedoch nicht verhindern, daß die Lager und das Planetengetriebe selbst durch
lotrecht zur Axialrichtung auf das Abtriebsteil einwirkende Biegemomente beträchtlichen
Belastungen unterworfen sind. Die Lagerung des Abtriebsteils muß deshalb mit äußerster
Sorgfalt ausgeführt werden, wadurch sie dementsprechend teuer wird.
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Ein Ziel der Erfindung ist daher die Schaffung eines zweistufigen
Planetengetriebes der eingangs genannten Art, bei welchem die Lagerung des mit Untersetzung
angetri3benen Abtriebsteils so ausgebildet ist, daß sich die Abmessungen des Getriebes
insgesamt verringern lassen und daß das Abtriebsteil in höherem Maße als in bekannten
Ausführungen befähigt ist, Drehmomente und lotrecht zur Axialrichtung einwirkende
Biegemomente aufzunehmen. Beim erfindungsgemäßen Planetengetriebe sind die beiden
Lager für das Abtriebsteil des bekannten Getriebes durch ein einziges Lager ersetzt,
wobei sich ungeachtet der Verringerung der Gesamtabmessungen des Getriebes eine
verbesserte Leistungsfähigkeit desselben ergibt.
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Gemäß der Erfindung weist die Lagerung für das Abtriebsteil ein unmittelbar
zwischen dem feststehenden Getriebe-
Gehäuse und einem dem Abtriebsteil
zugeordneten Außenrad vorzugsweise in einer die axiale Mitte des Außenrads durchsetzenden-Ebene
angeordnetes Wälzlager auf. Das Wälzlager kann ein Eugel- oder Nadellager sein,
vorzugsweise ist es jedoch ein sogenanntes Diagonallager, welches in besonderem
Maße für die Aufnahme von Axial- und Radialkräften sowie von lotrecht zur Achse
des Getriebes einwirkenden Momenten geeignet ist.
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Aufgrund der beschriebenen Lagerung des Abtriebs-Außenrads ergibt
sich der zusätzliche Vorteil, daß das Abtriebsteil als eine ebene Scheibe ausgebildet
sein kann, an welcher das Antriebsteil einer Maschine od. dergl. unmittelbar befestigt,
beispielsweise angeschraubt werden kann.
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Im folgenden ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der
Zeichnung erläutert, deren einzige Figur eine Axialschnittansicht eines zweistufigen
Planetengetriebes in einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung zeigt.
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Das dargestellte Planetengetriebe hat ein feststehendes Getriebegehäuse
1 mit einem darin gelagerten Planetenradsatz 2, einem Antriebsteil 3 und einem Abtriebsteil
4.
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Das Getriebegehäuse 1 ist aus zwei Teilen zusammengesetzt, nämlich
einem antriebsseitigen Gehäuseteil 5 und einer ringförmigen Umfangswand 6. Wie nachstehend
im einzelnen erläutert, ist das andere Ende des Gehäuses 1 durch das Abtriebsteil
4 abgeschlossen. Zwischen den Gehäuseteilen 5 und 6 ist ein feststehendes Außenrad
7 angeordnet. Dieses hat einen äußeren Radialflansch 8, welcher mittels Schrauben
9 zwischen den Gehäuseteilen 5 und 6 eingespannt ist.
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Im antriebsseitigen Gehäuseteil 5 ist das Antriebsteil 3 des Getriebes
gelagert. Das Antriebsteil 3 weist eine Eingangswelle 10 nuf, wolche ubor eine KuXpLungnmuffo
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mit einer Sonnenradwelle 12 verbunden ist. Diese ist mittels
eines Wälzlagers 13a im antriebsseitigen Gehäuseteil 5 und mittels eines Wälzlagers
13b im Abtriebsteil 4 gelagert. Auf der Sonnenradwelle 12 ist mittels zweier Wälzlager
14, 15 ein Planetenradträger 16 gelagert. Dieser trägt wenigstens ein, vorzugsweise
jedoch drei mittels Lagern 18, 19 darin gelagerte Planetenräder 17, welche durch
Ausschnitte 20 auswärts aus dem Planetenradträger 16 hervorstehen. Die Planetenräder
17 sind mittels Achsbolzen 21 frei drehbar im Träger 16 gelagert.
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Innerhalb des Planetenradträgers 16 hat die Sonnenradwelle 12 ein
Sonnenrad 22, welches mit einer ersten Verzahnung 23a des Planetenrads 17 kämmt.
An der Außenseite kämmt die erste Verzahnung 23a mit der Innenverzahnung 24 des
feststehend im Gehäuse 1 angebrachten Außenrads 7.
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Damit bilden das Sonnenrad 22, die erste Verzahnung 23a des Planetenrads
17 und das Außenrad 7 eine erste Untersetzungsstufe.
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Koaxial mit der ersten Verzahnung 23a hat das Planetenrad 17 eine
zweite Verzahnung 23b mit einer anderen Anzahl von Zahnen, vorzugsweise mit wenigstens
einem Zahn weniger als die erste Verzahnung 23a aufweist. Die zweite Verzahnung
23b des Planetenrads 17 kämmt mit einer Innenverzahnung 25 eines fest mit dem Abtriebsteil
4 verbundenen Außenrads 26.
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In der dargestellten Ausführungsform weist das Abtriebsteil 4 eine
ebene oder sonstwie geformte Scheibe 27 auf, welche das Getriebegehäuse 1 an der
Abtriebsseite abschließt und mittels Bolzen am Außenrad 26 befestigt ist.
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Gemäß der Erfindung ist das Abtriebsteil 4 mittels eines zwischen
der Umfangswand 6 des Gehäuses 1 und dem Außenrad 26 angeordneten Wälzlagers 28
unmittelbar im Getriebegehäuse gelagert. In der dargestellten Ausführungsform handelt
es sich bei dem Wälzlager 28 um ein sogenanntes
Diagonallager mit
zwischen einer konischen Lagerfläche 30 der Umfangswand 6 und einer komplementär
konischen Lagerfläche 31 des Außenrads 26 laufenden Rollen. Das Diagonal-Wälzlager
eignet sich hervorragendffür die Aufnahme von axialen Schub- und Zugkräften und
Radialkräften sowie von lotrecht zur Achse des Getriebes einwirkenden Momenten.
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Zwischen dem antriebsseitigen Gehäuseteil 5 und der Sonnenradwelle
12 und zwischen der Gehäuse-Umfangswand 6 und der Scheibe 2?. des Abtriebsteils
4 sind in bekannter Weise Oldichtungen 32 bzw. 33 angeordnet.
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Dank der beschriebenen Lagerung des Abtriebsteils unmittelbar im Getriebegehäuse
ergibt sich ein kompakter Aufbau des Planetengetriebes, bei welchem das Abtriebsteil
ungeachtet seiner Lagerung in nur einem einzigen Wälzlager in der Lage ist, sowohl
axiale Schub- und Zugkräfte und Radialkräfte als auch Biegemomente aufzunehmen.
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Das Lager 28 zwischen dem Gehäuse 1 und dem Abtriebsteil 4 ist vorzugsweise
in einer die Verzahnung 25 des Abtriebs-Außenrads 26 axialmittig durchsetzenden
Ebene angeordnet. Dies ergibt die widerstandsfähigste und sicherste Lagerung für
das Abtriebsteil und beugt einer Verformung des Außenrads 26 unter dem punktförmigen
Angriff des Planetenrads vor. In einem Planetengetriebe mit drei Planetenrädern,
greifen diese an drei um jeweils 120° zueinander versetzten Stellen am Außenrad
26 an, so daß diese Stellen bei der Ubertragung großer Antriebskräfte einer hohen
Belastung unterworfen sind. Die zum Abtriebsteil 4 gehörige Scheibe 27 ermöglicht
den mühelosen Anschluß etwa einer über das Planetengetriebe anzutreibenden Maschine
od. dergl. Dabei kann der Anschluß der Maschine an der Scheibe 27 nach Art eines
Kurbeltriebs auch exzentrisch erfolgen.
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Im Rahmen der Ansprüche sind verschiedene Abwandlungen des beschriebenen
Ausführungsbeispiels möglich.
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