DE3040478A1 - Ventilanordnung fuer eine entlueftungsleitung - Google Patents

Ventilanordnung fuer eine entlueftungsleitung

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DE3040478A1
DE3040478A1 DE19803040478 DE3040478A DE3040478A1 DE 3040478 A1 DE3040478 A1 DE 3040478A1 DE 19803040478 DE19803040478 DE 19803040478 DE 3040478 A DE3040478 A DE 3040478A DE 3040478 A1 DE3040478 A1 DE 3040478A1
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Description

Anmelderin:
Pumpenfabrik Urach
Sirchinger Straße 5, 7^32 Urach 1
Ventilanordnung für eine Entlüftungsleitung
Die Erfindung betrifft eine Ventilanordnung für eine Entlüftungsieitung, insbesondere für gas- oder dampfbildende Flüssigkeiten fördernde Pumpen.
Gas- oder Dampfblasen in einer Flüssigkeit können bei einer Drucksteigerung in der Flüssigkeit plötzlich kollabieren und dabei zu starken Stoßwellen in der Flüssigkeit führen, welche die die Flüssigkeit führenden Maschinenelemente stark belasten und gegebenenfalls zerstören können. Insbesondere gefährdet sind Ventile.
Bei Pumpen kennt man bereits Entlüftungsieitungen, welche von Raumzonen abzweigen, in denen sich die Gase bzw. Dämpfe innerhalb des Pumpenarbe itsräumes ansammeln. In der Entlüftungsleitung ist jeweils eine spezielle Zusatzpumpe angeordnet, welche zur Förderung von Gemischen aus Dämpfen bzw. Gasen und Flüssigkeiten geeignet ist und das aus der Sammel-
zone abgesogene GasZ-Dampf-Flüssigkeitsgemisch der Druckleitung der Pumpe zuführt. Eine derartige zusätzliche Entlüftungspumpe ist jedoch ziemlich teuer, da sie sowohl dampf- bzw. gasförmige als auch flüssige Medien stö:ungsfrei zu fördern in der Lage sein muß.
Anstelle der Anordnung von Zusatzpumpen kann auch jedem Arbeitsraum einer Pumpe eine von dessen Sammelzone in die Druckleitung führende Entlüftungsleitung zugeordnet sein., welche in Entlüftungsrichtung dauernd geöffnet und in entgegengesetzter Richtung durch ein Rückschlagventil gesichert ist. Dieses muß bei einer geringeren Druckdifferenz öffnen als das vom jeweiligen Pumpenarbeitsraum zur Druckleitung führende Druckventil der Pumpe. Diese Abstimmung von Rückschlagventil und Druckventil macht es im Regelfall erforderlich, letzteres mit relativ hohem Widerstand auszulegen, so daß die Pumpe .einen relativ hohen Leistungsbedarf hat.
Aufgabe der Erfindung ist es nun, eine in eine Entlüftungsleitung einsetzbare Ventilanordnung zu schaffen, welche-die Verwendung zusätzlicher Entlüftungspumpen überflüssig macht und bezüglich der Auslegung der Ventile der zu entlüftenden Vorrichtung keinerlei Einschränkungen fordert.
30A0478
Diese Aufgabe wird durch eine Ventilanordnung gelöst, welche durch ein Doppelsitzventil gekennzeichnet ist, dessen Ventilkörper in Rückschlacrichtun^ schließend gegen den einen Sitz belastet und in Entlüftungsrichtung unter kurzzeitiger Öffnung des Ventils gegen den anderen Sitz zur Schließung des Ventiles In Entlüftungsrichtung verschiebbar ist.
Wenn sich der Ventilkörper bri Druckgefälle in Entlüftungsrichtung aus seinem einen Rückschlag verhindernden Sitz abhebt, können Gase oder Dämpfe während der kurzzeitigen Öffnung des Ventiles in großer Menge entweichen, während die nachfolgende Flüssigkeit den Ventilkörper mitreißt und auf den anderen Sitz zu drücken sucht, so daß vorteilhafterweise nur wenig Flüssigkeit durch das Doppelsitzventil entweichen kann.
Sobald das Druckgefälle in Entlüftungsrichtung geringer wird, reicht die in Rückschlagsrichtung wirkende Belastung des Ventilkörpers aus, diesen wieder dichtend in seinen einen Rückschlag verhindernden Sitz zu drängen, so daß die durch die Entlüftungsleitung abgeführten Gase bzw. Dämpfe nicht wieder in den soeben entlüfteten Raum eindringen können.
Falls sich die Richtung des Druckgefälles am Doppelsitzventil sehr schnell ändert, wie z.B. bei sehne Häufenden Arbeitsmaschinen wie Pumpen od.dgl., wird zweckmäßigerweise vorgesehen, das Doppelsitzventil mit einem in Entlüf'ungsrichtung nachgeschalteten Rückschlagventil zu kombinieren. Dieses schließt unmittelbar nach der Entlüftung, wenn sich der Ventilkörper des DoppeIsitzventiles auf den anderen Sitz aufgelegt hat, und sichert damit die Entlüftungsleitung während der Zeitspanne, in der der Ventilkörper des Doppelsitzventiles wieder auf den in Rückschlagsrichtung liegenden Ventilsitz geschoben wird.
Vorzugsweise ist in der Ventilanordnung, insbesondere vor dem Doppelsitzventil, eine Drossel angeordnet, welche den Gasen bzw. Dämpfen nur einen geringen Widerstand,der Flüssigkeit jedoch einen sehr hohen Widerstand entgegensetzt und damit die gegebenenfalls durch die Entlüftungsieitung entweichende Flüssigkeitsmenge zusätzlich begrenzt.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann die Drossel einen einstellbaren Widerstand haben.
Zusätzlich oder alternativ kann das Doppelsitzventil einen einstellbar veränderlichen Hub aufweisen, so daß die öff- nungszeiten dieses Ventiles und die Durchlaßmengen wechselnden Betriebsbedingungen angepaßt werden können.
Bei einem solchen Doppelsitzventil mit Hubverstellung ist der Ventilkörper vorzugsweise durch Federn in Rückschlagrichtung belastet, um auch bei großen Hüben ein einwandfreies Arbeiten dieses Ventiles zu gewährleisten.
Bei geringen Ventilhüben genügt es, wenn die Ventilkörper von Rückschlagventil und/oder Doppelsitzventil allein durch Schwerkraft in rückschlagverhindernder Schließrichtung belastet sind.
Falls die zur Dampf- oder Gasbildung neigende Flüssigkeit feste Verunreinigungen enthält, wie z.B. Schlämme od.dgl., ist es zweckmäßig, wenn die Ventilkörper Kugeln sind, welche mit linienformigeη Dichtsitzen zusammenwirken. Eine derartige Ventilkonstruktion ist relativ unempfindlich gegen Verschmutzungen, so daß immer eine ausreichende Dichtigkeit erzielbar ist.
3ei sauberen Flüssigkeiten, beispielsweise bei Flüssiggasen, besitzt die Ventilanordnung vorzugsweise plattenförmige Ventilkörper, die mit ebenen Ventilsitzen zusammenwirken. Die Ventilplatten gewährleisten eine außerordentlich hohe Dichtigkeit und ein gut reproduzierbares Betriebsverhalten.
Zur Erhöhung der Sicherheit kann bei der erfindungsgemäßen Ventilanordnung vorgesehen sein, Rückschlagventile und/oder
Doppelsitzventile mehrfach, vorzugsweise doppelt, hintereinander anzuordnen. Eine derartige redundante Anordnung ist deshalb zweckmäßig, weil eine nicht korrekte Steuerung der Entlüftungsleitungen oftmals nicht ohne weiteres sofort bemerkt wird, andererseits jedoch den Wirkungsgrad der Arbeitsmaschine gegebenenfalls beträchtlich vermindern kann.
Die erfindungsgemäße Ventilanordnung kann zur Entlüftung beliebiger Aggregate dienen. Insbesondere vorteilhaft ist eine Verwendung bei Pumpenaggregaten.
Soweit diese mehrere intermittierend - mit Saug- und Druckphase - arbeitende Pumpeneinheiten besitzen, deren zwischen Saug- und Druckleitung angeordnete Arbeitsräume über Entlüftungsleitungen entluftbar sind, ist vorzugsweise vorgesehen, daß die jeweils von einer Gas-/Dampfansammlungszone innerhalb des Arbeitsraumes einer Pumpeinheit abzweigende Entlüftungsleitung zu einem Arbeitsraum einer mit gegenüber der einen Pumpeinheit mit Phasenverschiebung arbeitenden anderen Pumpeinheit führt und unter deren Druckventil mündet. Die Phasenverschiebung zwischen den einzelnen Pumpeinheiten wird dabei in der Weise ausgenutzt, daß eine Pumpeinheit während ihrer Saugphase zur Entlüftung des Arbeitsraumes einer anderen in der Druckphase befindlichen Pumpeinheit herangezogen wird, deren Druckphase sich mit der Saugphase der ersten Pumpeinheit überschneidet. Entsprechend dem Druckunter-
schied zwischen Saug- und Druckphase entsteht in der Entlüftungsleitung ein erhebliches Druckgefälle, so daß die Ventilanordnung in Entlüftungsrichtung sicher öffnet und die Entlüftung auch bei Pumpen wirksam bleibt, die sehr zähe Flüssigkeiten oder Schlämme fördern. Die Entlüftungsleitung wird auch bei Eindringen von relativ festen Verschmutzungen aufgrund des während der Entlüftungsphase bestehenden Druckgefälles durchgängig gehalten bzw. gemacht, so daß eine Verstopfungsgefahr unterbunden wird.
Da die eine Pumpeinheit entlüftende Entlüftungsieitung unter dem Druckventil einer anderen Pumpeinheit mündet, sammeln sich hier die Gase bzw. Dämpfe, so daß sie bei der darauffolgenden Druckphase dieser Pumpeinheit durch das genannte Druckventil hindurch in die Druckleitung der Pumpe gefördert werden.
Die jeweils von der Gas- bzw. Dampfansammlungszone des Arbeitsraumes einer Pumpeinheit unter das Auslaßventil des Arbeitsraumes einer anderen Pumpeinheit führenden Entlüftungsleitungen können bei allen Pumpaggregaten angeordnet werden, welche mehrere mit Phasenverschiebung arbeitende Pumpeinheiten besitzen, beispielsweise bei Kolbenpumpen mit mehreren Zj'lindern. Die Phasenverschiebung der entlüftenden Pumpeinheit gegenüber der entlüfteten Pumpeinheit kann relativ gering sein, solange während einer hinreichenden Zeitperiode
ein zur Entlüftung ausreichendes Druckgefälle besteht. Vorzugsweise ist jedoch vorgesehen, die Entlüftungsleitungen so anzuordnen, daß zwischen den beiden an die jeweilige Entlüftungsleitung angeschlossenen Pumpeinh^iten eine Phasenverschiebung zwischen einer 1/4-Arbeitsperiode und 1/2-Arbeitsperiode liegt. Im letzteren Fall überdeckt sich die Saugphase der einen Pumpeinheit vollständig mit der Druckphase der anderen Pumpeinheit.
Besonders wichtig ist eine gute Entlüftung bei Kolbenpumpen mit sogenannten Pendelräumen, welche eine nichtaggressive Trennflüssigkeit aufnehmen, die die Kolbenarbeit auf das Pumpmedium übertragen und dieses vom Kolben fernhalten. Da die Trennflüssigkeit im Pendelraum nur langsam ausgetauscht wird, können bei längeren Betriebszeiten große Gas- und Dampfansammlungen in den Pendelräumen entstehen, wobei die Gas- oder Dampfblasen im Extremfall aufgrund ihrer Kompressibilität die Arbeit der Pumpenkolben bzw. der entsprechenden Pumpenelemente unwirksam machen und zu erheblichen Störungen an den Pumpenaggregaten führen können.
Die erfindungsgemäß angeordneten Entlüftungsleitungen ermöglichen es, daß sich die einzelnen Pumpeinheiten eines Pumpenaggregates gegenseitig entlüften. Zwar ist es im Hinblick auf eine konstruktive Einfachheit bei gutem Wirkungsgrad be-
sonders vorteilhaft, wenn in diesen Entlüftungsieitungen die eingangs beschriebenen erfindungsgemäßen Ventilanordnungen eingesetzt sind. Dies ist jedoch nicht zwingend. Gegebenenfalls können die Entlüftungsieitungen auch mittels Ventile gesteuert werden, welche durch einen Ventiltrieb betätigt werden. Falls ein verminderter Wirkungsgrad des Pumpenaggregates in Kauf genommen werden kann, genügt es, wenn in den Entlüf tungs.le itungen nur Rückschlagventile angeordnet sind, so daß die Leitungen in Entlüftungsrichtung dauernd durchlässig sind. In diesem Falle wird der Wirkungsgrad umso weniger vermindert, je stärker die Entlüftungsleitungen gedrosselt sind.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele genauer erläutert, welche in der Zeichnung dargestellt sind.
Dabei zeigen
Fig. 1 ein Schnittbild der erfindungsgemäßen Ventilanordnung, Fig. 2 eine Prinzip-Darstellung einer Pendelraumpumpe mit zwei Kolben-Zylinder-Einheiten, die sich gegenseitir entlüften,
Fig. 3 eine Schemadarstellung für die Anordnung der Entlüftungsleitung bei einer Pumpe mit drei Kolben-Zylinder-Einheiten und
Fig. 2I die Anordnungen der Kurbelkröpfungen der Kurbelwelle der Pumpe nach Fig. J>.
BAD ORIGINAL
Zur Steuerung einer Entlüftungsieitung 15 ist zwischen deren Abschnitten 15a und 15b gemäß Fig. 1 Jeweils eine Ventilanordnung 16 angeordnet, die über den Leitungsabschnitt 15a mit einer Gas- bzw. DampfanSammlungszone einer zu entlüftenden Vorrichtung verbunden ist.
Die Ventilanordnung 16 besitzt ein Gehäuse I7, welches mittels Zuganker 2h gegen ein Gehäuse 25 der zu entlüftenden Vorrichtung verspannt ist.
Im Gehäuse I7 ist eine es durchsetzende stufenförmige Bohrung 18 angeordnet, deren im Querschnitt größerer Abschnitt zwei Ventile I9 und 20 aufnimmt, welche durch eine mit dem Gehäuse I7 verschraubte Abdeckplatte 21, welche eine zentrale Bohrung 22 aufweist, unter Zwischenschaltung von Dichtungen 23 im bezüglich des Querschnittes größeren Abschnitt der Bohrung 18 festgehalten werden.
In Entlüftungsrichtung E vor den Ventilen ist eine Drossel angeordnet, welche mittels der Zuganker 24 zwischen dem Gehäuse 17 der Ventilanordnung 16 und dem Gehäuse 25 der zu entlüftenden Vorrichtung eingespannt ist.
Das Ventil 20 besitzt einen mit seiner Ventilkugel 29 zusammenwirkenden unteren kreislinienförmigen Dichtsitz 27 und einen gleichartigen oberen Dichtsitz 28, so daß das Ventil
als Doppelsitzventil ausgebildet ist und sowohl in Entlüftungsrichtung E als auch in Rückschlagrichtung R dichten kann und nur geöffnet ist, wenn sich die Ventilkugel 29 in einer Zwischenstellung zwischen den Sitzen 27 und 28 befindet.
Das Ventil I9 besitzt einen mit seiner Ventilkugel 291 zusammenwirkenden kreislinienförmigen unteren Dichtsitz ~50, welcher dem Sitz 27 des Ventiles 20 entspricht, und einen den Hub der Ventilkugel 29' nur begrenzenden oberen Anschlagsitz J)I, der auch bei maximal angehobener Ventilkugel 291 mit dieser nicht im Sinne einer vollständigen Sperrung der Entlüftungsieitung I5 zusammenwirken kann. Das Ventil 29 kann also nur als Rückschlagventil wirken und dementsprechend nur in der Rückschlagrichtung R vollständig sperren. .
Die in Pig. I dargestellte Ventilanordnung 16 arbeitet in der folgenden Weise:
Besteht im Leitungsabschnitt 15a der Entlüftungsleitung gegenüber dem Abschnitt 15b ein Überdruck, so werden die Ventilkugeln 29,29' von ihren unteren Sitzen 27 und 30 abgehoben, wobei gegebenenfalls im Leitungsabschnitt 15a vorhandene Gas- oder Dampfblasen mit großer Geschwindigkeit durch die Drossel 26 und die Ventile 20 und I9 hindurch in
den Leitungsabschnitt 15b entweichen, da weder die Drossel 26 noch die Ventile I9 und 20 gas- oder dampfförmigen Stoffen einen großen Widerstand entgegensetzen.
Die Strömungsgeschwindigkeit der den Gas- oder Dampfblasen nachfolgenden Flüssigkeit wird durch die Drossel 26 begrenzt.
Die durch die Ventile 20 und I9 hindurchtretende Flüssigkeit reißt aufgrund ihrer im Vergleich zu Gasen and Dämpfen hohen Zähigkeit die Ventilkugeln 29 und 29' mit und drückt sie gegen die Sitze 28 bzw. 31. Damit wird das Doppelsitzventil 20 in Entlüftungsrichtung E gesperrt, so daß sich Druckunterschiede auf beiden Seiten der Ventilkugel 29' des Ventiles I9 aufgrund des undichten Anschlagsitzes J51 ausgleichen können und die Ventilkugel 29' auf ihren unteren Sitz j50 zurücksinkt, wobei die Entlüftungsleitung I5 in Rückschlagrichtung R gesperrt wird.
Sobald nun der Druck im Leitungsabschnitt 15a unter den Druck im Leitungsabschnitt 15b absinkt, sinkt auch die Ventilkugel 29 des Doppelsitzventiles 20 auf ihren unteren Sitz 27 zurück, wobei das in Rückschlagrichtung R geschlossene Rückschlagventil 19 verhindert, daß die zuvor durch die Ventilanordnung 16 hindurch verdrängten Gas- bzw. Dampfblasen zurückgesogen werden.
BAD ORIGINAL
Bei einem nachfolgenden Druckwechsel wiederholt sich der beschriebene Vorgang aufs Neue.
Der Anschlagsitz Jl kann auf seiner der Ventilkugel 29' zugewandten Seite Radialnuten aufweisen, um eine Undichtigkeit des Ventilec 19 in Entlüftungsrichtung sicherzustellen.
Stattdessen oder zusätzlich kann auch ein Bypaß-Kanal vorgesehen sein, welcher auch bei gegen den Sitz Jl gedrängter Ventilkugel 29' einen Mediendurchtritt von der Vorderseite des Sitzes Jl zu dessen Rückseite ermöglicht.
Zur Erhöhung der Sicherheit der Ventilanordnung können sowohl das Doppelsitzventil 20 als auch das Rückschlagventil 19 mehrfach, beispielsweise doppelt, angeordnet sein.
Im Beispiel der Pig. 1 werden die Ventilkugeln 29 und 29' allein durch Schwerkraft in Rückschlagrichtung R beaufschlagt. Zusätzlich können auch entsprechende Ventilfederri angeordnet sein, die darüber hinaus einen Einbau der Ventilanordnung 16 in beliebiger Lage gestatten.
Die beschriebene Ventilanordnung läßt sich bei beliebigen Maschinen, beispielsweise Antriebsmaschinen oder Pumpen, einsetzen.
So kann die Ventilanordnung zur Entlüftung einer Ein-Kolben-Pumpe dienen, deren Entlüftungsleitung einfach nach außen oder in ein Reservoir mit gegebenenfalls konstantem Druck führt.
In Fig. 2 ist nun schematisch eine Zwei-Kolben-Pumpe mit zwei Pumpeinheiten I1 und 1" dargestellt, deren Kolben 2 phasenverschoben auf einer gemeinsamen Welle 3> arbeiten, wobei der eine Kolben seinen oberen TotpunkO einnimmt, wenn der andere Kolben am unteren Totpunkt ist, d.h. die Kolben arbeiten mit einer Phasenverschiebung TT .
Jede der Pumpeinheiten 1' und 1" umfaßt einen Pumpenarbeitsraum 4, der jeweils zwischen der Pumpensaugleitung 5 und der Druckleitung β angeordnet und mittels eines Saugventiles 7 und eines Druckventiles 8 gegenüber diesen Leitungen 5 und 6 abgeschlossen ist.
Saugventil 7 und Druckventil 8 sind jeweils axial übereinander angeordnet, wobei sich vom Druckventil 8 ein Rohr 9 in Richtung auf das Saugventil 7 in den Pumpenarbeitsraum 4 hinein erstreckt und letzteren in einen durch das Rohr 9 führenden Ventildurchgangsraum 10 und einen das Rohr 9 auf dessen Außenseite umschließenden Pendelraum 1.1 unterteilt, welcher mit den. zylindrischen Arbeitsraum 12 des zugehörigen Kolbens 2 verbunden ist.
In den Pendelräumen 11 befindet sich eine mit dem Pumpmedium nicht mischbare Trennflüssigkeit, welche die Kolbenarbeit auf das Pumpmedium überträgt und letzteres von den Kolben 2 bzw. ihren Dichtungen fernhält, so daß auch aggressive oder abrasive Pumpmedien gefördert werden können.
Zwischen der Trennflüssigkeit und dem Pumpmedium bildet sich eine Grenzfläche IJ, welche mit dem Kolbenhub innerhalb des Pendelraumes 11 oszilliert, wobei die Grenzfläche IJ zu Beginn des Druckhubes ihre obere Lage einnimmt, vgl. Pumpeinheit I1, und sich bei Beginn des Saughubes in ihrer unteren Lage befindet, vgl. Pumpeinheit 1". Verluste der Trennflüssigkeit werden über nicht dargestellte Ihjektionsleitungen ausgeglichen, welche in die Arbeitsräume 12 der Kolben 2 münden.
Falls nun Pumpmedien gefördert werden sollen, welche zur Gasoder Dampfbildung neigen, so werden innerhalb der Ventildurchgangsräume 10 entstehende Gas- oder Dampfblasen während der Druckphase der jeweiligen Pumpeinheit durch das zugehörige Druckventil 8 in die Druckleitung 9 gefördert.
In den Pendelräumen 11 entstehende Gas- oder Dampfblasen sammeln sich jedoch in einer Sammelzone 14 im oberen Teil der Pendelräume 11, wo die Gas- bzw. Dampfblasen aufgrund der Form der Pumpenarbeitsräume 4 gefangen bleiben. Im Laufe der Zeit könnten die Dämpfe bzw. Gase praktisch die gesamten
Pendelräume 11 ausfüllen und aufgrund ihrer Kompressibilität die Hubarbeit der Kolben 2 weitgehend unwirksam machen.
Um dies zu vermeiden, sind Entlüftungsieitungen 15' vnd 15" vorgesehen, wobei die Entlüftungsieitung 15' von der Ansammlungszone 14 der Pumpeinheit 1' in den Ventildurchgangsraum 10 der Pumpeinheit 1" führt, wo sie unterhalb des Druckventiles 8 dieser Einheit einmündet. In entsprechender Weise führt die Entlüftungsie itung I5" von der Ansammlungszcne I2J der Pumpeinheit 1" in den Ventildurchgangsraum 10 der Einheit 1', wobei die Mündung der Entlüftungsieitung 15" unterhalb des Druckventiles 8 der Einheit 1' angeordnet ist.
Die Entlüftungsleitungen 15' und I5" werden so gesteuert, daß sie nur bei Druckgefälle in Entlüftungsrichtung öffnen können, d.h. wenn sich die zu entlüftende Pumpeinheit in der Druckphase befindet.
Im einfachsten Falle genügt es, in den Entlüftungsleitungen 15' und 15" in Entlüftungsrichtung öffnende Rückschlagventile einzusetzen und die Entlüftungsieitungen mit hohem Strömungswiderstand auszulegen.
Vorzugsweise werden in den Entlüftungsleitungen jedoch Ventilanordnungen 16' und 16" angeordnet, wie sie oben anhand der Fig. 1, dort als Ventilanordnung 16 bezeichnet, erläutert wurden,
3Π40Α78
Im dargestellten Beispiel befindet sich die Pumpeinheit 1' in der Druckphase, d.h. die Entlüftungsieitung I5' wird durch kurzzeitige öffnung der Ventilanordnung 16' vorübergehend geöffnet. Die Pumpeinheit 1" befindet sich in der Saugphase, d.h. die Entlüftungsieitung I5" ist aufgrund der in Rückschlagrichtung geschlossenen Ventilanordnung 16" gesperrt.
Während der Druckphase der Pumpeinheit 1" und der Saugphase der Pumpeinheit 1' kann die Entlüftungsleitung I5" öffnen, während die Entlüftungsieitung I51 geschlossen bleibt.
Aufgrund des an der zeitweise geöffneten Entlüftungsie itung 1511 anstehenden Druckgefälles, welches der Differenz zwischen Druckphase und Saugphase der Pumpeinheiten 1' und l" entspricht, werden in der Ansammlungszone 14 der Einheit 1' angesammelte Gase und Dämpfe in den Ventildurchgangsraum 10 der anderen Pumpeinheit 1" eingeführt, wo sie sich unterhalb des Druckventile s 8 sammeln und bei der nachfolgenden Druckphase dieser Pumpeinheit 1" in die Druckleitung 6 gefördert werden.
Bei der erfjndungsgemäßen Pumpe ist also eine permanente Selbstentlüftung vorgesehen, wobei jeweils eine in der Druckphase befindliche Pumpeinheit durch eine in der Saugphase befindliche Pumpeinheit entlüftet wird.
COPY
Die Fig. J> zeigt nun eine der Fig. 2 entsprechende Anordnung für eine Drei-Kolben-Pumpe mit den Pumpeinheiten 1,1 und 1 Die Relativlage der Kurbelwellenkröpfungen 1,11 und III ist in Fig. h dargestellt. Im Unterschied zum Pumpaggregat nach Fig. 2, bei dem die Pumpeinheiten genau gegenphasig arbeiten, arbeiten die Pumpeinheiten des Pumpaggregates nach Fig. 3 mit einer Phasenverschiebung von 2ΤΓ/3. Da sich jedoch die Druckphasen und Saugphasen der einzelnen Pumpeinheiten hinreichend lange überschneiden, ist eine Selbstentlüftung des Pumpaggregates gew ähr le is te t.

Claims (13)

  1. Patentansprüche
    Ventilanordnung für eine E nt IUftungsleitung, insbesondere für gas- oder dampfbildende Flüssigkeiten fördernde Pumpen, gekennze ichnet durch ein Doppelsitzventil (20) dessen Ventilkörper (29) in Rückschlagrichtung (R) schließend gegen den einen Sitz (27) belastet und in EntlüftungsrichU::.. (E) unter kurzzeitiger öffnung des Ventils (20) gegen den anderen Sitz (28) zur Schließung des Ventils (20) in Entlüftungsrichtung (E) verschiebbar ist (Fig. 1).
  2. 2. Ventilanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Doppelsitzventil (20) mit einem in Entlüftungsrichtung (E)nachgeschalteten Rückschlagventil (I9) kombiniert if.t
    CRAM KOW · ROTERMUND MANITZ · FINSTERWALD · HEYN · MORGAN
    SEELBERCSTR. 33/26. 7OOO STUTTGART SO ROBERT-KOCH-STRASSE 1. 8O0O MÖNCHEN 22
    TELEFON (O7 1I) 56 72 61 TELEFON (0 89) 22 42 11. TELEX 05-29 672 PATMF
    BAD ORIGINAL
  3. 3« Ventilanordnung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine Drossel (26), welche der Ventilanordnung (16) vorgeschaltet und vorzugsweise vor dem Doppelsitzventil (20) angeordnet ist.
  4. 4. Ventilanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Strömungswiderstand der Drossel (26) einstellbar ist.
  5. 5. Ventilanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventile (19,20), insbesondere das Doppelsitzventil (20), einen einstellbar veränderlichen Hub aufweisen.
  6. 6. Ventilanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilkörper (29,29') in RLickschlagrichtung (R) durch Federn belastet sind.
  7. 7. Ventilanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilkörper (29,29') von Rückschlagventil (19) und/oder Doppelsitzventil (20) allein durch Schwerkraft in rückschlagverhindernder Schließrichtung (R) belastet sind.
  8. 8. Ventilanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilkörper (29,29')
    Kugeln sind, welche mit linienförmigen Dichtsitzen (27,28,30) zusammenwirken.
  9. 9. Ventilanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch plattenförmige Ventilkörper, die mit ebenen Ventilsitzen zusammenwirken.
  10. 10. Ventilanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß Rückschlagventile (I9) und/oder Doppe; lsitzventile (20) mehrfach, vorzugsweise doppelt, hintereinander angeordnet sind.
  11. 11. Pumpenaggregat zur Förderung von gas- bzw. dampfbildenden Flüssigkeiten mit mehreren intermittierend - mit Saugphasc. und Druckphase - arbeitenden Pumpeinheiten, deren (zwischen Saug- und Druckleitung angeordnete) Arbeitsräume über Entlüftungsleitungen entlüftbar sind, welche durch Absperrorgane, insbesondere durch Ventilanordnungen nach einem der Ansprüche 1 bis 10 gesteuert werden, dadurch gekennzeichnet, daß die jeweils von einer Gas-ZDampfansammlungczone (14) innerhalb des Arbeitsraumes (2J) einer Pumpeinhejt (1',1",I1,!11,!111) abzweigende Entlüftungsleitung (15,15', 15") zu einem Arbeitsraum einer mit gegenüber der einen Pumpeinheit mit Phasenverschiebung arbeitenden anderen Pumpeinheit führt und unter deren Druckventil (8) mündet.
  12. 12. Pumpe nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die zu entlüftende Pumpeinheit und die dieselbe entlüftende Pumpeinheit mit Phasenverschiebung arbeiten, welche zwischen 7Γ/2 und 1T (1/4-Arbeitsperiode, 1/'J-Arbeitsperiode) liegt.
  13. 13. Pumpe nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß jede Entlüftungsleitung (15',15",151^ 15 ,15 ) jeweils von einem Pendelraum (11) abzweigt, welche eine nicht aggressive Trennflüssigkeit aufnimmt, die die Kolbenarbeit auf das Pumpmedium überträgt und dieses vom Kolben (II) fernhält.
    I2I. Verfahren zur Entlüftung einer intermittierend, mit Druck- und Niederdruckphasen arbeitenden Arbeitsmaschine, insbesondere Pumpe, mit mehreren Arbeitsräumen, dadurch gekennzeichnet, daß zur Entlüftung jeweils eines Arbeitsraumes derselbe während seiner Hochdruckphase mit einem anderen in der Niederdruckphase befindlichen Arbeitsraum über eine Entlüftungsleitung verbunden wird, welche von einem Gas-/Dampfansammlungsraum im zu entlüftenden Arbeitsraum ausgeht und am Ausgang des anderen Arbeitsraumes mündet.
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