DE2819465C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von flüssigem, Kohlenstoff
im Bereich von 1 bis 2% enthaltendem Roheisen für die Stahlherstellung der
im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Gattung sowie eine Vorrichtung zur
Herstellung von flüssigem, Kohlenstoff im Bereich von 1 bis 2% enthaltenden
Roheisen für die Stahlherstellung der im Oberbegriff des Anspruchs 5 angegebenen
Gattung.
Ein solches Verfahren bzw. eine solche Vorrichtung gehen aus der
US-PS 40 07 034 hervor, wobei ein feuerfest ausgekleideter Direktreduktionsofen
mit einem oberen Einlaß und einem unteren Auslaß
vorgesehen ist; an den Einlaß des Direktreduktionsofens sind Einrichtungen
zur Zuführung von Eisenoxid enthaltendem Erz in Form
von Brocken, Briketts, Pellets oder anderen Agglomeraten sowie
schlackenbildenden Zusätzen angeschlossen; in diesem Direktreduktionsofen
werden die Erze mittels eines reduzierenden Gases
erwärmt und die Eisenoxide reduziert. An den Auslaß des Reduktionsofens
ist eine feuerfest ausgekleidete, vertikale Schmelzeinheit
für das Einschmelzen des reduzierten Eisens durch die Wärme aus
der Reaktion eines kohlenstoffhaltigen Brennstoffes mit einem
sauerstoffhaltigen Gas angeschlossen; im unteren Bereich der
Schmelzeinheit befindet sich ein Herdraum, wobei das Abgas der
Schmelzeinheit über eine Leitung dem Direktreduktionsofen als
Reduktionsgas zugeführt wird.
Eine ähnliche Vorrichtung geht noch aus der US-PS 40 19 895 hervor,
wobei der Reduktions- und Schmelzstufe zusätzliche Energie mittels
eines gasförmigen Energieträgers zugeführt wird; das die Vorreduktionsstufe
verlassende Gas wird als Brennstoff für die Vorwärmung
des ankommenden oxidischen Materials benutzt.
Nachteilig ist bei dem bekannten Verfahren der relativ große Energieaufwand,
verursacht durch die schlechte Ausnutzung der vorhandenen
Wärmeenergie.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
und eine Vorrichtung zur Herstellung von flüssigem Roheisen für
die Stahlherstellung der angegebenen Gattung zu schaffen, die
mit relativ geringem Wärmeaufwand betrieben werden können, d. h.,
daß der Bedarf an thermodynamischer Energie gering sein soll.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei dem Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. bei der Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 5 durch die in den kennzeichnenden
Teilen der Ansprüche 1 bzw. 5 angegebenen Merkmale gelöst.
Zweckmäßige Ausführungsformen werden durch die Merkmale der Unteransprüche
2 bis 4 und 6 bis 8 definiert.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile beruhen darauf, daß sich
durch die beanspruchten Maßnahmen eine Verringerung des Gesamtenergiebedarfes,
im Vergleich mit dem Verfahren nach der US-PS 40 07 034
bis zu 30% ergibt, und zwar einschließlich der Energie, die
für die Reduzierung des Eisenerzes benötigt wird. Dies ist auf
die direkte Ausnutzung des Abgases der Schmelzeinheit in unbehandelter
Form als reduzierendes Gas in dem Direktreduktionsofen
zurückzuführen, was wiederum dadurch ermöglicht wird, daß außerhalb
des Herdraumes der Schmelzeinheit durch Verbrennung ein
Wasserstoff und Kohlenmonoxid enthaltendes, reduzierendes Gas
erzeugt wird. Die bekannte Behandlung des Abgases der Schmelzeinheit,
die für seine Verwendung als Reduktionsgas für den Direktreduktionsofen
erforderlich war, war mit einem konstruktiven und
auch wärmetechnischen Aufwand verbunden, der nun vermieden werden
kann.
Das Wasserstoff und Kohlenmonoxid enthaltende, reduzierende Gas
wird durch Verbrennung von Erdgas erzeugt, das einen großen Anteil
an Methan (CH₄) enthält. Die endothermen Reaktionen bei der entsprechenden
Reaktion sind:
CH₄ + CO₂ → 2 CO + 2 H₂ und
CH₄ + H₂O → CO + 3 H₂.
CH₄ + H₂O → CO + 3 H₂.
Wird Kohlenmonoxid als gasförmiges Reduktionsmittel eingesetzt,
so läuft die Nettoreaktion mit Hämatit nach der folgenden Gleichung
ab:
Fe₂O₃ + 3 CO → 2 Fe + 3 CO₂.
Dies ist eine exotherme Reaktion.
Dient als gasförmiges Reaktionsmittel Wasserstoff, so ergibt sich
eine endotherme Nettoreaktion, die sich durch die folgende Gleichung
ausdrücken läßt:
Fe₂O₃ + 3 H₂ → Fe + 3 H₂O.
Die angegebenen Reaktionen definieren die theoretisch minimale
Menge der zur Reduzierung des Eisenoxids erforderlichen Reduktionsgase.
Bei der direkten Gasreduktion von Erzen mit Hämatit (Fe₂O₃)
und Magnetit (Fe₂O₄) werden die höheren Oxide fortschreitend reduziert,
so daß Eisen (Fe), Kohlendioxid (CO₂) und Wasser entstehen.
Zusätzlich zur Reduktion wird auch das Eisen aufgekohlt, und zwar
im allgemeinen in einem Bereich von 1 bis 1,5%; die Aufkohlungsreaktion
läßt sich durch die folgende Gleichung ausdrücken:
3 Fe + 2 CO → Fe₃C + CO₂.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf die beiliegenden, schematischen Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 ein Blockdiagramm der Kombination der Direktreduktion
mittels eines reduzierenden Gases mit einer mit einem
reduzierenden Gas arbeitenden Schmelzeinheit und mit
einem Frischofen zur Erzeugung eines Stahls mit niedrigem
Kohlenstoffgehalt,
Fig. 2 ein ähnliches Blockdiagramm wie Fig. 1, jedoch einer
Kombination der Direktreduktion mit einer Schmelzeinheit
und einem Frischofen, wobei das vorreduzierte
Eisen vor der Zuführung in die Schmelzeinheit gekühlt
wird,
Fig. 3 ein Diagramm mit einer Kurvendarstellung der Schmelzgeschwindigkeit
der Schmelzeinheit als Funktion des Anteils
an vorreduziertem Eisen in der der Schmelzeinheit
zugeführten Charge,
Fig. 4 ein Diagramm mit einer Kurvendarstellung der für die
Stahlherstellung erforderlichen Energie als Funktion
des Anteils an vorreduziertem Eisen in der Charge der
Schmelzeinheit, und zwar für ein kommerzielles Verfahren
und für das erfindungsgemäße Verfahren,
Fig. 5 ein Diagramm mit einer Darstellung der prozentualen
Energieeinsparung durch das erfindungsgemäße Verfahren
im Vergleich mit einem kommerziellen Verfahren als
Funktion des Anteils an vorreduziertem Eisen in der
Charge,
Fig. 6 eine Ansicht einer Vorrichtung zur Herstellung von
flüssigem Roheisen für die Stahlherstellung, wobei
dem Direktreduktionsofens sowohl Schrott als auch Erze
zugeführt werden, und
Fig. 7 eine Ansicht einer Vorrichtung, bei der Schrott,
schlackenbildende Zusätze und andere Zusätze direkt
der Schmelzeinheit zugeführt werden.
In Fig. 1 ist durch das Bezugszeichen 10 ein Direktreduktionsofen
angedeutet, der mit einem reduzierenden Gas arbeitet. Eine Beschickungsbühne
12 nimmt vorreduziertes Roheisen, Schrott, Kalkstein
und Koks auf; eine Schmelzeinheit 14 ist auf Betrieb mit
einem reduzierenden Gas und auf die Erzeugung eines Abgases ausgelegt,
das reich an Wasserstoff (H₂) und Kohlenmonoxid (CO) ist.
Der für die Verbrennung in der Schmelzeinheit 14 und zum Frischen
in einem Ofen 16 erforderliche Sauerstoff wird von einer Sauerstoffquelle
18 aus zugeführt.
Ein Teil des Gichtgases aus dem Direktreduktionsofen 10 wird in
einer Gasaufbereitungseinrichtung 20 aufbereitet und dann im Umlauf
dem Direktreduktionsofen 10 zugeführt. Der Rest des Gichtgases
aus dem Direktreduktionsofen 10 strömt durch eine Energierückgewinnungsheinheit
22 und wird dann zur Atmosphäre abgelassen.
Zum leichteren Verständnis wird die schematisch in Fig. 1 dargestellte
Ausführungsform anhand eines Betriebsablaufes beschrieben,
bei dem im wesentlichen gleiche Mengen von Gußeisen, Schrott und
vorreduziertem Eisen geschmolzen und gefrischt werden, wobei 107 kg
Stahl mit niedrigem Kohlenstoffgehalt entstehen. In Abwandlung
hiervon kann jedoch der Anteil an vorreduziertem Eisen zwischen
etwa 30 und 100% der Charge ausmachen, während der Schmelzeinheit
auch Eisen enthaltende Erze wie Gußeisen, Schrott, Stahlschrott
oder ein Gemisch hiervon zugeführt werden.
Obwohl der eigentliche Verfahrensablauf mit der Reduktion des
Erzes in dem Direktreduktionsofen 10 beginnt, hängen die einzelnen
Schritte im wesentlichen von der Schmelzeinheit 14 ab, so daß
zur Vereinfachung der Beschreibung zunächst auf die Schmelzeinheit
14 eingegangen werden soll.
Als Schmelzeinheit 14 wird ein Kupolofen benutzt;
diese Schmelzeinheit
14 ist mit Brennern ausgerüstet, die Sauerstoff und Erdgas
oder (Heiz)Öl bei etwa der Hälfte des stöchiometrischen Verhältnisses
für die Erzeugung eines reduzierenden Gases in dem Kupolofen
sowie von Abgas, das reich an Wasserstoff und Kohlenmonoxid ist,
verbrennen können. Zur Erzeugung einer amerikanischen Tonne
(907,2 kg) Stahl mit niedrigem Kohlenstoffgehalt wird die Beschickungsbühne
12 der Schmelzeinheit 14 mit vorreduziertem Eisen
24 und Schrott 26 beschickt. Das vorreduzierte Eisen 24, das beispielsweise
aus Midrex-Pellets bestehen kann, hat einen Kohlenstoffgehalt
von etwa 1,0% und ein Gewicht von etwa 498 kg. Die
Schrottcharge 26 enthält 481 kg Eisen mit einem Kohlenstoffgehalt
von etwa 3,5%, 39,5 kg Kalkstein und 9,98 kg Koks. Die Schrottcharge
26 ist kalt; das vorreduzierte Eisen 24 ist jedoch vorzugsweise
so warm, wie es aus dem Direktreduktionsofen 10 erhalten
wird.
Brennstoff 28, vorzugsweise Erdgas aus im wesentlichen Methan
(CH₄), und Sauerstoff werden gemischt und in den Kupolbrennern
verbrannt. Gleiche Mengen, in diesem Fall etwa 192,1 Nm³ Methan
und Sauerstoff werden verbrannt zur Erzeugung von Wärme und eines
reduzierenden Gases in dem Kupolofen gemäß der Reaktion:
CH₄ + O₂ → [CO, CO₂, H₂, und H₂O]
In der Kupolofencharge treten mehrere Reaktionen zusätzlich zum
Schmelzen des in dem Schrott und dem Erz enthaltenen Eisens auf.
Dazu gehören:
CaCO₃ → CaO + CO₂
CaO + SiO₂ → CaSiO₃
C + CO₂ → 2 CO
C + H₂O → H₂ + CO
CaO + SiO₂ → CaSiO₃
C + CO₂ → 2 CO
C + H₂O → H₂ + CO
Als Ergebnis dieser Reaktionen bilden die in dem Erz enthaltene
Gangart, Koks und Kalkstein etwa 64,4 kg einer geschmolzenen
Schlacke, welche aus dem Kupolofen abgezogen werden kann; das
Eisen aus dem Schrott und dem Erz bildet annähernd eine amerikanische
Tonne Roheisen, welches etwa 2,3% Kohlenstoff enthält. Zusätzlich
entsteht Abgas aus Wasser (H₂O), Kohlenmonoxid (CO), Wasserstoff
(H₂) und Kohlendioxid (CO₂) im Kupolofen 14 mit einer Temperatur
von annähernd 1100°C. Die annähernde Zusammensetzung des
Abgases des Kupolofens ist wie folgt:
GasNm³/amerikanische Tonne Stahl
H₂O27,5%
CO27,5%
H₂39,2%
CO₂ 5,8%
Obwohl das Abgas des Kupolofens reich an Wasserstoff und Kohlenmonoxid
ist, die beide als reduzierendes Gas wirksam sind, enthält
es auch Wasserdampf und Kohlendioxid, wodurch die Reduktion gehemmt
werden kann. Die Reduktion von Erz kann im Vergleich mit
dem Oxidzustand als vierstufiges Verfahren betrachtet werden,
bei dem das Erz von Hämatit (Fe₂O₃) über Magnetit (Fe₃O₄), Wüstit
(FeO) fortschreitend in Eisen (Fe) umgewandelt wird. Wenn die
reduzierenden Gase Wasserstoff und Kohlenmonoxid sind, können
die kombinierten Reaktionen wie folgt dargestellt werden:
Bei Temperaturen unter 560°C ist Wüstit (FeO) unstabil; die Reduktion
von Fe₃O₄ führt wie folgt direkt zu Fe:
Wenngleich jedoch das Gleichgewicht für die Reduktion von Hämatit
zu Magnetit derart ist, daß bei allen Temperaturen entweder CO
oder H₂ sehr wirksam ist, wird das Gleichgewicht für die nachfolgenden
Reduktionsstufen weniger günstig und hängt sowohl von der
Temperatur als auch dem Verhältnis CO₂/CO und H₂O/H₂ ab. Wenn
K₁ als Gleichgewichtskonstante für die Reduktion von Eisenerz
durch CO und K₂ als Gleichgewichtskonstante für die Reduktion
von Eisenerz durch Wasserstoff bezeichnet werden, dann gilt
Es kann gezeigt werden, daß bei 871°C K₁ kleiner als 0,48 sein
muß, um ein reduzierendes Gas aufrechtzuhalten, das jedoch bei
Verringerung der Temperatur auf 426,6°C K₁ auf etwa 1,35 erhöht
werden kann. Andererseits muß K₂ bei 871°C kleiner als 0,55 sein,
während bei absinkender Temperatur auf 426,6°C K₂ auf etwa 0,15
verringert werden muß, um die Reduktionsbedingung aufrechtzuerhalten.
Das Abgas des Kupolofens kann bei 871 bis 426,6°C in den Direktreduktionsofen
eintreten und bei 315,6 bis 482°C aus dem Ofen austreten,
so daß die Reduktion über einen größeren Temperaturbereich
abläuft. Außerdem werden beim Fortschreiten der Reduktion durch
die besprochenen Reaktionen sowohl CO₂ und H₂O erzeugt, so daß
die Neigung besteht, daß die Werte von K₁ bzw. K₂ sich vergrößern.
Ausgehend von der oben angeführten Zusammensetzung des Abgases
des Kupolofens ergeben sich K₁ zu etwa 0,21 und K₂ zu etwa 0,7
entsprechend der folgenden Formel:
Es ist daher ersichtlich, daß die Reduktion des Erzes durch Kohlenmonoxid
zwar stark begünstigt wird, jedoch die Reduktion des Erzes
über den Magnetit-Oxidationsgrad hinaus gehemmt wird, bis K₂ wesentlich
abgesunken ist. Zu diesem Zweck wird das Abgas des Kupolofens
in den unteren Bereich 38 des Direktreduktionsofens 10 eingeführt,
im Gegenstrom durch den Ofen geführt und am oberen Ende
40 des Ofens 10 abgezogen. Wie unten noch deutlicher erläutert,
wird ein Teil des Gichtgases 42 aus dem Direktreduktionsofen in
die Luftaufbereitungseinrichtung 20 geführt, wo das Gas gekühlt
und derart behandelt, daß ein Teil des Wassers und des Kohlendioxids
beseitigt wird, und dann wieder aufgewärmt wird. Das wieder
erwärmte und aufbereitete Gas 44 wird mit dem Gasstrom 36 gemischt,
welcher aus dem Kupolofen 14 austritt, und wieder in den
Direktreduktionsofen 10 bei 38 eingeführt. Als Ergebnis der Abfuhr
wesentlicher Mengen von Wasser und Kohlendioxid in der Aufbereitungseinrichtung
20 können die Werte für K₁ und K₂ gut unter 0,4
bzw. 0,5 gehalten werden, so daß die Reduktion der Eisenoxide
sowohl durch Wasserstoff als auch Kohlenmonoxid innerhalb des
Direktreduktionsofens 10 stattfindet.
Zusätzlich zu den oben angegebenen Reduktionsreaktionen wird das
reduzierte Eisen in dem Ofen auf etwa 1,0% Kohlenstoff gemäß der
Gleichung aufgekohlt:
3 Fe + 2 CO → Fe₃C + CO₂
Die Temperaturverhältnisse innerhalb des Ofens 10 müssen eng eingeregelt
werden, um die Reduktionsgeschwindigkeit auf einem Maximum
zu halten; jedoch müssen die Temperaturen insbesondere in den
unteren Bereichen des Ofens begrenzt werden, so daß Sintern oder
Agglomerieren des reduzierten Erzes verhindert wird. Dies kann
teilweise dadurch bewerkstelligt werden, daß die Gasaufbereitungseinrichtung
20 so gesteuert wird, daß die Temperatur des in den
Ofen 10 an der Stelle 38 eintretenden Gases auf einem gewünschten
Wert gehalten wird. Außerdem kann der Anteil des Gichtgases 42,
welcher rezirkuliert wird, so gewählt werden, daß das reduzierende
Gas mehrfach durch den Ofen 10 geführt wird. Das genaue Ausmaß
der Rezirkulation hängt von der Art und Zusammensetzung des Roherzes
46 und des Abgases 36 des Kupolofens und von dem Betrieb
der Gasaufbereitungseinrichtung 20 ab.
Im vorliegenden Beispiel werden 687,7 kg Erz mit 645 kg Hämatit
und 42,6 kg Gangart zur Erzielung von 498,4 kg vorreduzierten
Roheisen 24 eingesetzt. Der nicht rezirkulierte Teil des Gichtgases
48 aus dem Ofen 10 kann mit Luft und, falls erforderlich,
zusätzlichem Brennstoff verbrannt werden, um in der Energierückgewinneinheit
22 die Wärme zu erzeugen, welche erforderlich ist
zum Wiedererwärmen des Gichtgases, welches durch die Aufbereitungseinrichtung
20 geführt wird. Der Energieüberschuß, welcher aus
dem Gichtgas 48 des Ofens 10 verfügbar ist, kann beispielsweise
zur Dampferzeugung verwendet werden.
Wie oben angegeben, hat das aus dem Kupolofen 14 austretende Eisen
34 einen Kohlenstoffgehalt von etwa 2,3% und kann eine Temperatur
von mehr als 1371°C haben. Eine weitere Frischung in dem Stahlerzeugungsofen
16 ist erforderlich, um Stahl zu erzeugen mit einem
Kohlenstoffgehalt im Bereich von 0,1%. Der Ofen 16 ist vorzugsweise
ein elektrischer Ofen oder ein Sauerstoffkonverter. Bei den
in Fig. 1 gezeigten Komponenten sind etwa 20,4 Nm³ Sauerstoff 50
stöchiometrisch erforderlich, um den Kohlenstoff in dem Eisen
34 von dem Anfangsgehalt von 2,3% auf einen Endgehalt von 0,1%
zu oxidieren. Die Reaktion des Sauerstoffs und Kohlenstoffs ist
exotherm, so daß die Temperatur des Endstahlprodukts 52 auf die
gewünschte Stichtemperatur von etwa 1477°C ansteigt.
Die Energiebilanz für das in Fig. 1 beispielhaft angegebene Verfahren
weist aus, daß etwa 2107 kWh in Form von Brennstoff (Erdgas)
und 352 kWh elektrisch zur Erzeugung des zur Verbrennung und Raffinierung
erforderlichen Sauerstoffs vorhanden und etwa 193 kWh
als elektrische Leitung zur Aufbereitung des Gases und für den
Betrieb von Gebläsen und Blaseinrichtungen erforderlich ist. Die
Gesamtenergie pro amerikanische Tonne Stahl bei dem vorliegenden
Verfahren beträgt etwa 2652 kWh.
Fig. 3 ist ein Kurvenschaubild, welches das Verhältnis zwischen
der Schmelzgeschwindigkeit des Kupolofens und dem prozentualen
Anteil an vorreduziertem Eisen in der Charge zeigt. Die Linien
54 und 56 repräsentieren einen Bereich von Versuchsdaten in einem
Kupolofen mit Brennern, die zur Erzeugung eines reduzierenden
Gases in dem Kupolofen und von an Wasserstoff und Kohlenmonoxid
reichem Abgas dienten. Im allgemeinen zeigen diese Daten an, daß
mit dem Anstieg des prozentualen Anteils an vorreduziertem Eisen
in der Kupolofencharge die Schmelzgeschwindigkeit abnimmt. Diese Daten
sind entsprechend als Linien 58 und 60 umgerechnet auf Werte,
die den Prozentsatz der Schmelzgeschwindigkeit in einem Kupolofen
zeigen, welcher ohne vorreduziertes Eisen in der Charge betrieben
wird. Die Linie 62 ist aus Fig. 1 des Aufsatzes "The Use of Sponge
Iron in Foundries" auf Seite 53 der Ausgabe September 1976 von
"Modern Casting" entnommen und zeigt Ergebnisse, welche ähnlich
denen sind, die bei dem hier beschriebenen Verfahren durch die
Wirkung von vorreduziertem Eisen auf die Schmelzraten des Kupolofens erhalten
werden.
Die Kurve 64 gründet sich auf die Schmelzratendaten der Kurve
54 für einen Kupolofen, welcher bei der Hälfte des stöchiometrischen
Verhältnisses von Sauerstoff und Brennstoff betrieben wurde,
um ein reduzierendes Gas und an CO und H₂ reiches Abgas zu erzeugen.
Die Kurve 64 demonstriert, daß eine ausreichende Menge Abgas
erzeugt werden kann, um die Reduktion des Erzes unter jeder gewünschten
Beschickungsbedingung zu bewirken. Die Kurve 64 belegt
weiter, daß etwa 75% des Abgases, welches in dem Kupolofen erzeugt
wird, erforderlich ist, um eine ausreichende Erzmenge zu reduzieren;
diese bildet 50% des Einsatzes des Kupolofens. Wie oben ausgeführt,
kann der Rest des Abgases dann verbrannt werden, um die
Energie zur Aufbereitung des Gichtgases aus dem Ofen zu erbringen.
Wenn der Kupolofen bei einer geringeren Schmelzrate als die, welche
durch die Kurve 66 definiert ist, betrieben wird, ist ein
geringerer Anteil des Abgases erforderlich zur Reduktion des Erzes,
d. h., ein Überschuß an Energie in der Form von Gichtgas
aus dem Ofen wird verfügbar.
Fig. 4 zeigt ein Kurvenbild, welches energiemäßig einen Vergleich
des hier beschriebenen Verfahrens mit einem handelsüblichen, mit
Direktreduktion arbeitenden Stahlerzeugungsprozeß, an den sich
ein Schmelz- und Frischvorgang in einem elektrischen Lichtbogenofen
anschließt, für verschiedene Prozentzahlen von vorreduziertem
Eisen in der Charge darstellt. Die Kurve 68 zeigt die zur Erzeugung
von Stahl durch Direktreduktion und zum Betreiben eines elektrischen
Lichtbogenofens mit zwischen 0 und 100% vorreduziertem
Eisen als Charge erforderliche Energie. Es ist ersichtlich, daß
bei 0% vorreduziertem Eisen in der Charge des Elektro-Ofens die
erforderliche Energie etwa 1465 kWh/amerikanische Tonne beträgt,
während bei 100% vorreduziertem Eisen in der Charge die erforderliche
Energie etwa 5685 kWh/amerikanische Tonne beträgt.
Die Kurve 70 repräsentiert das hier beschriebene Verfahren bei
dem das Abgas aus der Kupol-Schmelzeinheit die zur Reduktion des
Erzes erforderlichen Gase liefert. Die Daten aus Fig. 4 sind in
umgezeichneter Form in Fig. 5 eingetragen, um die typischen Energieeinsparungen
in Prozent zu zeigen, welche mit dem vorliegenden
Verfahren im Vergleich mit einem handelsüblichen Verfahren erzielbar
sind. Aus Fig. 5 ist ersichtlich, daß das vorliegende Verfahren
zu Energieeinsparungen von etwa 30% für eine Charge mit etwa
50% vorreduziertem Eisen führt.
Fig. 7 zeigt schematisch eine Vorrichtung, in welcher das Verfahren
entsprechend Fig. 1 durchgeführt werden kann. Derjenige Teil
der Vorrichtung, welcher die Schmelzeinheit bildet, ist insgesamt
mit 72 bezeichnet, während die Beschickungsbühne bei 74 und der
Direktreduktionsofen bei 76 gezeigt sind. Die Schmelzeinheit 72
und die Beschickungsbühne 74 sind in einem insgesamt zylindrischen
Stahlmantel 78 ausgebildet, welcher mit einem geeigneten feuerfesten
Material 80 ausgekleidet ist. Zusätzliches feuerfestes
Material 32, vorzugsweise in der Form von geformten Ziegeln, ist
innerhalb des feuerfesten Materials 80 angeordnet, so daß ein
Herdraum 84, ein Schmelzbereich 86 und ein die Charge erhaltender
Beschickungsbereich 88 entstehen. Mit dem Herdraum 84 stehen mehrere
Brennkammern 90 in Verbindung, in denen sich Brenner 92 befinden.
Die Brenner 92 sind ausgelegt auf die Verbrennung eines an
Brennstoff/Sauerstoff reichen Gemisches, so daß Verbrennungsprodukte
erzeugt werden, welche reich an Wasserstoff und Kohlenmonoxid
sind.
Eine Ausgußrinne 94 steht mit dem Herdraum 84 etwa oberhalb seines
Bodens in Verbindung, so daß das geschmolzene Eisen aus der
Schmelzeinheit einem Sauerstoffkonverter oder einem elektrischen
Ofen (nicht gezeigt) für das weitere Frischen zur Stahlerzeugung
zugeführt wird. Das eine Ende eines mit feuerfestem Material ausgekleideten
zusätzlichen Einlaufkanals 96 steht in Verbindung mit
der Beschickungsbühne 74, während sein anderes Ende mit einem
zusätzlichen Beschickungstrichter 98 über ein Gasabdichtventil
100 verbunden ist. Das ausladende Ende des zusätzlichen Beschickungstrichters
98 ist ebenfalls mit einem gasdichten Verschluß
102 ausgestattet. Zuschläge aus Eisen- oder Stahlschrott, Koks,
Kalkstein und Flußmittel können in den Beschickungstrichter 98
eingeführt und in die Beschickungsbühne 74 eingebracht werden.
Der Direktreduktionsofen 76 enthält einen im allgemeinen zylindrischen
Stahlmantel 104 mit einer feuerfesten Auskleidung 106 und
steht mit der Beschickungsbühne 74 über einen feuerfest ausgekleideten
konvergierenden Abschnitt 108 und eine Öffnung 100 in Verbindung.
Wenigstens eine Öffnung 113 ist im oberen Bereich des Direktreduktionsofens
76 für den Austritt von Gas ausgebildet. Außerdem
ist wenigstens eine Öffnung 115 in der Beschickungsbühne 74 vorgesehen,
so daß aufbereitetes Gas aus dem Direktreduktionsofen 76
in den Bereich 88 der Beschickungsbühne 74 und dann durch die
Öffnung 110 und den Innenraum 112 des Ofens 76 rezirkuliert werden
kann. Es können auch frische reduzierende Gase den aufbereiteten
Gasen zugesetzt werden, falls dies gewünscht wird.
Das obere Ende des Direktreduktionsofens 76 ist abgeschlossen
mittels eines Beschickungstrichters 114, welcher mit geeigneten
Gasdichtungen (nicht gezeigt) ausgestattet ist.
Geeignete Mengen Erz werden in den Direktreduktionsofen 76 für
die Reaktion mit den reduzierenden Gasen und die Erzeugung vorreduzierten
Eisens eingeführt, welches dann in den Beschickungsbereich
88 zusammen mit der gewünschten Menge von Schrott, Flußmitteln
und Zuschlägen gebracht wird, um den Einsatz für die Schmelzeinheit
72 zu bilden. In dem Herdraum der Schmelzeinheit werden Temperaturen
im Bereich von 1649 bis 2204°C erzeugt, um die Charge
zu schmelzen und einen Sumpf aus Roheisen 116 zu bilden, welches
für die Weiterverarbeitung zu Stahl geeignet ist.
Wie aus Fig. 7 ersichtlich, hat der Herdraum 84 der Schmelzeinheit
einen kleineren Durchmesser als der Schmelzbereich 86 der Schmelzeinheit,
so daß eine Umfangsschulter 118 entsteht, die das Beschickungsmaterial
in der Schmelzeinheit trägt. Durch diese eine kuppelartige
Verbrennungskammer wird die Gefahr vermieden, daß festes
Material in das Schmelzbad 116 fällt und diese möglicherweise
abkühlt und verfestigt. Das Schmelzbad 116 ist ein wesentlicher
Teil der Gestaltung des Herdraums der Schmelzeinheit, derart, daß
es den feuerfesten Boden der Schmelzeinheit abdeckt und gleichzeitig
Wärme aus den gasförmigen Verbrennungsprodukten absorbiert.
Außerdem wird durch das Zurückhalten einer Menge geschmolzenen
Eisens in dem Schmelzbad eine Reaktion der Flußmittel und anderer
Zugabemittel mit der Schlacke begünstigt und die gewünschten
Schlacke-Eisen-Reaktionen beschleunigt.
Die Brennkammern 90 enden mit ihren inneren Enden in verengten
Abschnitten 120, in welchen die Geschwindigkeit der Verbrennungsprodukte
vergrößert wird, so daß ein Gasstrahl entsteht, der in
den Herdraum 84 eindringen kann; dadurch wird ein Hochturbulenzbereich
erzeugt, in welchem der Wärmeübergang zu dem Beschickungsmaterial
und dem Schmelzbad 116 begünstigt wird.
Fig. 2 zeigt in Form eines Blockdiagramms eine Abwandlung des
Verfahrens nach Fig. 1. Der Hauptunterschied liegt im Verfahrensschritt
11, bei welchem das vorreduzierte Eisen bei seinem Austritt
oder unmittelbar nach seinem Austritt aus dem Direktreduktionsofen
10 auf Umgebungstemperatur abgekühlt wird. Durch die
Verwendung dieser Technik ist die Betriebsgeschwindigkeit des
Ofens 10 nicht direkt an den Betrieb der Schmelzeinheit 14 gebunden,
so daß es möglich ist, näher bei der vollen Reduktionskapazität
des Abgases zu arbeiten und dadurch die Produktion an vorreduziertem
Eisen zu vergrößern. Durch das Abkühlen des Anteils
an vorreduziertem Eisen in der Charge der Schmelzeinheit geht
die nutzbare Wärme des vorreduzierten Eisens verloren und muß
in der Schmelzeinheit durch Verbrennung einer zusätzlichen Brennstoffmenge
ausgeglichen werden. Hierdurch wird zwangsläufig die
erforderliche Gesamtenergie erhöht und daher der Wirkungsgrad
etwas verringert.
Fig. 6 zeigt eine abgewandelte Ausführungsform einer Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens. Die Vorrichtung unterscheidet
sich von der nach Fig. 7 dadurch, daß die Beschickungsbühne 74
und die zugeordneten zusätzlichen Kanäle und der zusätzliche Beschickungstrichter
fehlen. Die entsprechenden Teile aus Fig. 7
sind in Fig. 6 mit denselben entsprechenden Bezugszeichen bezeichnet
und dienen in beiden Ausführungsformen der Vorrichtung zu
denselben Zwecken. Bei der Ausführungsform nach Fig. 6 werden
die erforderlichen Mengen an Schrott, Flußmittel oder anderen
Zusätzen zusammen mit dem Erz in den Direktreduktionsofen 76 durch
den Beschickungstrichter 114 eingebracht. Der Schrott, die Flußmittel
und die anderen Zusätze werden in dem Direktreduktionsofen
76 vorgeheizt, also nicht in den oberen Bereichen der Schmelzeinheit
72. Daher ist die Temperatur des Abgases der Schmelzeinheit
etwas höher als die Temperatur bei der Ausführungsform nach Fig.
7. Wie oben erwähnt, ist es erforderlich, die maximale Temperatur
des Abgases der Schmelzeinheit zu begrenzen, um das Versintern
oder Agglomerieren der Charge innerhalb des Reduktionsofens 76
zu verhindern.
In den Fig. 1 und 2 ist angegeben, daß das Eisenerz in den Reduktionsofen
10 eingeführt wird, während der Schrott, d. i. die Eisen
enthaltenden Materialien, und andere Zusätze einschließlich Koks,
Kalkstein und Flußmittel in den den Einsatz aufnehmenden Teil
der Schmelzeinheit 14 eingeführt werden. Es ist ersichtlich, daß
wie in Fig. 6 gezeigt, sämtliche Einsatzmaterialien in den Reduktionsofen
10 eingeführt und durch diesen hindurchgeführt werden
können, falls dies gewünscht wird. In diesem Fall wird ein Teil
des Wärmebedarfs aus der Schmelzeinheit 14 in den Ofen 10 verlagert.
Als Ergebnis hiervon ist die Temperatur des aus der Schmelzeinheit
14 austretenden Abgases etwas höher.
Claims (10)
1. Verfahren zur Herstellung von flüssigem, Kohlenstoff im Bereich von 1
bis 2% enthaltendem Roheisen für die Stahlherstellung, bei dem
- a) Eisenoxide enthaltendes Erz in Form von Brocken, Briketts, Pellets oder anderen Agglomeraten sowie schlackenbildende Zusätze einem Direktreduktionsofen zugeführt,
- b) dort mittels eines reduzierenden Gases erwärmt und die Eisenoxide reduziert werden, bei dem
- c) anschließend das reduzierte Eisen in einer Schmelzeinheit durch die Wärme aus der Reaktion eines kohlenstoffhaltigen Brennstoffs mit einem sauerstoffhaltigen Gas eingeschmolzen und
- d) das Abgas aus der Schmelzeinheit als Reduktionsgas für den Direktreduktionsofen verwandt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
- e) die Verbrennung eines an Brennstoff/Sauerstoff reichen Gemisches, wodurch ein Wasserstoff und Kohlenmonoxid enthaltendes reduzierendes Gas erzeugt wird, außerhalb des Herdraumes der Schmelzeinheit erfolgt und daß
- f) das Abgas aus der Schmelzeinheit direkt in unbehandelter Form dem Direktreduktionsofen zugeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das der Schmelzeinheit
zugeführte, reduzierte und aufgekohlte Eisen in einer Menge von 30 bis 70%, insbesondere
40 bis 60%, und der Rest Schrott der der Schmelzeinheit zugeführten
Charge eingestellt wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Erzeugung des reduzierenden Gases dem Abgas aus der Schmelzeinheit
Wasserstoff, Wasser, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid enthaltendes Gichtgas
aus dem Direktreduktionsofen zugesetzt wird, daß das Eisen in dem Direktreduktionsofen
durch Reaktion mit einem Teil des in dem Gichtgas und dem
Abgas enthaltenen Kohlenmonoxids in dem Reduktionsofen zu Eisencarbid aufgekohlt
wird, daß ein Teil des Gichtgases von dem Direktreduktionsofen zur
Entfernung von Wasser und Kohlenmonoxid gekühlt und aufbereitet wird und
daß dieser Teil des Gichtgases erneut erwärmt wird, bevor er zusammen mit
dem Abgas von der Schmelzeinheit wieder dem Direktreduktionsofen zugeführt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil der zur
Wiedererwärmung des aufbereiteten Gichtgases erforderlichen Wärmemenge
durch die Verbrennung des anderen Teils des Gichtgases mit einem Oxidationsmittel
erzeugt wird.
5. Vorrichtung zur Herstellung von flüssigem, Kohlenstoff im Bereich von 1
bis 2% enthaltendem Roheisen für die Stahlherstellung
- a) mit einem feuerfest ausgekleideten Direktreduktionsofen mit einem oberen Einlaß und einem unteren Auslaß,
- b) mit an den Einlaß angeschlossenen Einrichtungen zur Zuführung von Eisenoxide enthaltendem Erz in Form von Brocken, Briketts, Pellets oder anderen Agglomeraten sowie schlackenbildenden Zusätzen,
- c) mit einer an den Auslaß angeschlossenen, feuerfest ausgekleideten, vertikalen Schmelzeinheit für das Einschmelzen des reduzierten Eisens durch die Wärme aus der Reaktion eines kohlenstoffhaltigen Brennstoffes mit einem sauerstoffhaltigen Gas,
- d) mit einem Herdraum im unteren Bereich der Schmelzeinheit und
- e) mit einer Leitung für die Zuführung des Abgases der Schmelzeinheit als Reduktionsgas zu dem Direktreduktionsofen,
gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:
- f) mehrere Brennkammern (90), die mit dem Herdraum (84) der Schmelzeinheit (72) in Verbindung stehen,
- g) in jeder Brennkammer (90) ist ein Brenner (92) für die Verbrennung eines an Brennstoff/Sauerstoff reichen Gemisches zur Erzeugung eines Wasserstoff und Kohlenmonoxid enthaltenden, reduzierenden Gases angeordnet und
- h) eine Leitung (36) für die Zuführung des Abgases aus der Schmelzeinheit (72) direkt in unbehandelter Form zu dem Direktreduktionsofen (76).
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelzeinheit
(72) einen oberen Schmelzbereich (86) mit größerem Durchmesser als
der Herdraum (84) aufweist und daß zwischen dem Herdraum (84) und dem
Schmelzbereich (86) eine Schulter (118) ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Brennkammer (90) mit dem Herdraum (84) über eine Verengung (120)
mit reduziertem Durchmesser zur Erhöhung der Geschwindigkeit der in den
Herdraum (84) eintretenden Verbrennungsprodukte in Verbindung stehen.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schmelzeinheit (72) in der Nähe ihres oberen Endes einen Beschickungsbereich
(88) aufweist, der über den Schmelzbereich (86) mit dem Herdraum
(84) verbunden ist, und daß der Beschickungsbereich (88) über einen
Einlaufkanal (96) an eine Zuführeinrichtung (98) für Schrott, Flußmittel
und Zuschläge angeschlossen ist.
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| DE19782819465 DE2819465A1 (de) | 1978-05-03 | 1978-05-03 | Verfahren und vorrichtung zur herstellung von rohmetall als einsatz fuer die stahlherstellung |
Applications Claiming Priority (1)
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