DE2728258A1 - Pendelmesserkopf - Google Patents
PendelmesserkopfInfo
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Description
WERKZEUGMASCHI NEN FAB RIK
Pendelmesserkopf
Die Erfindung betrifft einen Pendelmesserkopf. Grundsätzlich sind Pendelmesserköpfe bekannt, z.B. aus
"Schriftenreihe Feinbearbeitung: Feinbohren und Feinbearbeitung
von Bohrungen, Januar 1958, Seite 28." Solche Pendelmesserköpfe haben starr eingestellte Messer
und müssen daher nach Bearbeitung der Bohrung aus dem Werkzeugträger entfernt werden, um Rückzugsmarkierungen
zu vermeiden.
Weiterhin sind aus der gleichen Schrift auf Seite 43 Pendelmesserköpfe bekannt, bei denen das Pendelmesser
aus zwei Einzelmessern besteht, welche unter radial nach innen gerichteter Vorlast einer Feder stehen und die
Messer über einen antreibbaren Gewindestift spreizbar sind. Solche Pendelmesserköpfe können leicht auf verschiedene
Toleranzlagen einer zu bearbeitenden Bohrung eingestellt werden, jedoch müssen auch hier die Pendelmesser
nach Fertigbearbeitung der Bohrung vor dem Rückzug des Werkzeuges aus dem Werkzeugträger entfernt werden,
um Rückzugsmarkierungen im Werkstück zu vermeiden.
Pendelmesserköpfe werden auch mit anderen Werkzeugen, z.B. mit Glattwalzwerkzeugen kombiniert, um z.B. Zylinderbohrungen
zu bearbeiten. Ein derart kombiniertes Werkzeug ist z.B. offenbart in der Dt-OS 23 46 729. Hier ist
dem Pendelmesserkopf ein Glattwalzwerkzeug nachgeordnet. Der Pendelmesserkopf führt hier die zerspanende Endbearbeitung
durch und das nachfolgend angeordnete Glattwalzwerkzeug erzeugt im gleichen Arbeitsgang die erforderliche
hohe Oberflächenqualität der Bohrungswandung. Ist eine Zylinderbohrung mit einem solchen kombinierten Werkzeug
bearbeitet, so muß am Ende der Bearbeitung auch hier das Pendelmesser (Schälwerkzeug) 19 aus dem diametral durch-
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gehenden Schlitz 18 entfernt werden, um sicher zu sein, daß beim Rückzug die Messer die hochwertige Überfläche
nicht verletzen. Eine solche Entfernung des Pendelmessers bei Pendelmesserköpfen ist unangenehm, weil sie einerseits
grundsätzlich die Automatisierung, z.B. einer Tiefbohrmaschine verhindert und andererseits bei manueller Bedienung
Zeitverlust dadurch erzwingt, daß der Auslauf der Tiefbohrmaschine bis zum Stillstand abgewartet werden
muß und sodann die Arbeitsspindel der Tiefbohrmaschine in eine geeignete Stellung für die Entnahme des Pendelmessers
gebracht werden muß. Pur den Bedienungsmann ist dies außerdem eine sehr unsaubere Arbeit, da er ständig
mit großen ölmengen in Berührung kommt.
Mit der Dt-OS 22 23 696 ist - als Bestandteil eines kombinierten
Werkzeuges - ein Pendelmesserkopf bekannt geworden, bei dem die beiden Einzelmesser des Pendelmessers
über einen mit einem Kegel ausgestatteten Gewindestift durch die Antriebswelle hindurch von außen radial verstellt
werden können. Aber auch diese Verstellung muß manuell durchgeführt werden, so daß ein an sich möglicher,
automatischer Arbeitszyklus an dieser Stelle unterbrochen werden muß.
Die Wiedereinstellung der Messer auf Arbeitsdurchmesser muß mit sehr großer Sorgfalt erfolgen, um ständig
wechselnde Arbeitsergebnisse zu vermeiden.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe, zugrunde, einen
Pendelmesserkopf vorzuschlagen, bei welchem für den Rückzug des Pendelmesserkopfes der Wirkdurchmesser der Pendelmesser
in einfacher Weise und bei Bedarf auch automatisch verkleinert werden kann, ohne daß hierdurch die Wiederholgenauigket
der Neueinstellung auf Arbeitsdurchmesser nachteilig beeinflußt wird.
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ι Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß das
Pendelmesser einseitig in Vorschub-Rückzugsrichtung schwenk bar angeordnet ist.
In einer Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß sich die das Pendelmesser aufnehmende Öffnung einseitig
und in Vorschubrichtung erstreckend kontinuierlich erweitert. Dies ist eine besonders einfache Möglichkeit,
das Pendelmesser im Pendelmesserkopfgehäuse schwenkbar
anzuordnen.
Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird
vorgeschlagen, daß das in der Öffnung befindliche Pendelmesser von einer mit diesem in Wirkverbindung stehenden,
'■■ · axial verschiebbar angeordneten und mindestens zeitweise
unter der Wirkung einer Verschiebekraft stehenden Betätigungseinrichtung
gegen die die Messervorschubkraft aufnehmende Abstützfläche andrückbar ist. Hierdurch wird erreicht,
daß das Pendelmesser nach vollendetem Rückzug ι problemlos wieder in Arbeitsstellung gebracht und dort
gehalten werden kann.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß das Pendelmesser von der Betätigungsein-
,:> richtung in Richtung der Vorschubbewegung gegen die Rückzugsfläche
der das Pendelmesser aufnehmenden Öffnung andrückbar ist. Hierdurch kann das Messer zwangsweise und
bis in seine Endlage geschwenkt werden, wodurch sichergestellt wird, daß immer der kleinste Wirkdurchmesser während
des Rückzuges eingehalten wird.
Weiterhin ist möglich und wird nach der Erfindung vorgeschlagen, daß die Betätigungseinrichtung zur Erzeugung
der Verschiebekraft eine Zone aufweist, welche als Dauermagnetkern einer Elektrospule axial verschiebbar in einer
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solchen angeordnet ist. Hierdurch wird eine höchst einfache Erzeugung der Verschiebekraft in eine oder in beide
Richtungen ermöglicht.
Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird
vorgeschlagen, daß die Betätigungseinrichtung zweiteilig,
einerseits des Pendelmessers als Kolbenstange oder als Verlängerung der Kolbenstange eines Strömungsmittelzylinders
und andererseits des Pendelmessers als federbelastetes Andrückelement ausgebildet ist. Diese Art der
Zwangsbetätigung des Pendelmessers erlaubt einen besonders einfachen Aufbau des Pendelmesserkopfes.
Nach einer weiteren Fortbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß die Betätigungseinrichtung ausschließlich
aus einem federbelasteten Andrückelement besteht, wobei die Federkraft der Feder kleiner bemessen ist als die
beim Rückzug des Pendelmesserkopfes an den Messern auftretenden Reibkräfte. Diese Art der Andrückeinrichtung
richtet nach vollendetem Rückzug das Pendelmesser ganz automatisch wieder in Arbeitsstellung auf, während das
Pendelmesser während des Rückzuges durch den Reibkontakt mit der Bohrungswandung automatisch geschwenkt wird.
Hierbei ist die Federkraft für das Andrückelement so zu bemessen, daß die durch sie erzeugte Reibkraft zwischen
Pendelmesser und Bohrungswandung keine Markierungen auf der Bohrungswandung hinterläßt. Dies ist für die Bearbeitung
von härteren Werkstoffen eine Möglichkeit für eine extrem einfache Werkzeuggestaltung.
Nach einer sehr vorteilhaften Ergänzung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß die Rückzugsfläche der das Pendelmesser aufnehmenden öffnung einen radial einstellbaren
Positionierbolzen aufweist und das Pendelmesser an ent-
3ö sprechender Stelle mit einer für das Zusammenwirken mit
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dem Positionierbolzen geeigneten Vertiefung versehen ist.
Hierdurch wird erreicht, daß das Pendelmesser nach dem Schwenken in die Rückzugsposition eine genau zentrische
Lage einnimmt und demzufolge mit absoluter Sicherheit jede Berührung mit der bearbeiteten Werkstückoberfläche
vermieden werden kann.
Die Erfindung soll nun anhand der beigefügten Zeichnungen, welche bevorzugte Ausführungsformen zeigen, näher erläutert
tverden.
Es zeigen:
Figur 1 Seitenansicht eines Pendelmesserkopfes im Teilschnitt mit Pendelmesser in Arbeitsstellung.
Figur 2 Vorderansicht des Pendelmesserkopfes nach Figur 1.
Figur 3 Pendelmesserkopf wie Figur 1, jedoch Pendelmesser in Rückzugsstellung.
Figuren 4-9
Pendelmesserkopf mit verscheidenen Varianten der Betätigungseinrichtung für das Pendelmesser.
In einem Gehäuse 1 ist in einer öffnung 3 ein Pendelmesser
2 angeordnet. Die Öffnung 3 verläuft quer zur Vorschubrichtung 9 des Pendelmesserkopfes. In der dargestellten
Ausführungsform hat sowohl das Pendelmesser als auch die öffnung 3 einen rechteckigen Querschnitt.
Die öffnung 3 wird an ihrem erweiterten Ende von einer Späneschutzeinrichtung 13 abgedeckt.
Um innerhalb der öffnung 3 ein Schwenken des Pendelmessrs
2 zu ermöglichen, ist die Rückzugsfläche 11 der öffnung 3 - dies ist die in Vorschubrichtung vorne
liegende Fläche, gegen welche sich das Pendelmesser 2 beim Rückzug abstützt - nicht parallel zur Abstützfläche
10 angeordnet, sondern weist gegenüber dieser
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ι eine Neigung auf, so daß die öffnung 3 hierdurch einseitig
und in Vorschubrichtung sich erstreckend erweitert ist. Während des Arbeitsprozesses liegt das
Pendelmesser 2 innerhalb der öffnung 3 an der Abstützfläche 10 an. Über diese Anlage wird die für die Bearbeitung
notwendige Vorschubkraft vom Gehäuse 1 auf das Pendelmesser 2 übertragen. Das Gehäuse 1 kann z.B. mit
den Gewindebohrungen 12 mit einer beliebigen bekannten Werkzeugaufnahme 29 verbunden sein. In dieser Arbeits-
ii stellung weist das Pendelmesser den Wirkdurchmesser D1
auf. Ist die Bohrung bis auf die gewünschte Tiefe bearbeitet, so wird der Pendelmesserkopf zurückgezogen. Die
bearbeitete Werkstückbohrung ist aufgrund radialer elastischer Rückfederung des Werkstoffes geringfügig
r kleiner als der Wirkdurchmesser D1. Dies ist der Grund
für die bei den Werkzeugen des Standes der Technik auftretenden Rückzugsriefen. Da die fertigbearbeitete Werkstückbohrung
kleiner ist als der Wirkdurchmesser D1, tritt an den beiden Schneiden des Pendelmessers 2 während
;,) des Rückzuges eine Reibkraft auf,der am erweiterten Ende
der öffnung 3 keine am Pendelmesser 2 angreifende, Gleichgewicht der Kräfte schaffende Kraft entgegensteht.
Hierdurch kippt das Pendelmesser 2 in die in Figur 3 dargestellte Lage. Durch diese Kippbewegung des Pendel-
?E, messers 2 aber wird der Wirkdurchmesser D1 mindestens
auf den Wirkdurchmesser D2 reduziert, so daß nunmehr der Pendelmesserkopf ohne die Gefahr des Auftretens von Rückzugriefen
zurückgezogen werden kann.
Um sicherzustellen, daß sich das Pendelmesser 2 für den nächsten Arbeitsgang in richtiger Stellung befindet, kann
das Pendelmesser 2 beispielsweise über ein Andrückelement 6, welches gleitend in einem beispielsweise als Schraube ausgebildeten
Aufnahmeelement 8 gelagert ist, mit einer geringen Kraft gegen die Abstützfläche 10 angedrückt werden.
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ι Die Andrückkraft des Andrückelementes 6 kann hierbei beispielsweise durch eine Feder 7 erzeugt werden. Die
Feder 7 bewirkt jedoch über das Andrückelement 6, daß die Schneiden des Pendelmessers 2 auch während des Werk-
■■> zeugrückzuges ständig in Berührung mit der Bohrungswandung bleiben. Die Feder 7 muß daher so ausgebildet
sein, daß die durch sie verursachte Restanlagekraft, mit der die Schneiden des Pendelmessers 2 an der Bohrungswandung des Werkstückes anliegen, keinerlei Markierungen
<" hervorrufen kann.
Das Pndelmesser 2 kann auch mit einer Ausnehmung versehen
sein, in welche das Andrückelement 6 eingreift, wodurch eine Pendelbegrenzung des Pendelmessers 2 be-I·
wirkt wird. Hierdurch kann erreicht werden, daß das Pendelmesser 2 nicht ungewollt aus dem Gehäuse 1 herausfallen
kann.
Bei besonders weichen Werkstoffen kann jedoch die durch
■■ο die Feder 7 hervorgerufene Anlage des Pendelmessers 2
am Werkstück schon stark genug sein, um eine Markierung zu hinterlassen. Um dies zu vermeiden, ist es notwendig,
daß das Pendelmesser 2 völlig frei in seine Rückzugslage schwenken kann. Andererseits aber ist es erforderlich,
:>ί> das Pendelmesser 2 nach vollendetem Rückzug wieder in
Arbeitsposition aufzurichten. An sich wird dieses Aufrichten des Pendelmessers zu Beginn der Bearbeitung
ebenso automatisch infolge des nun ja kleineren, noch unbearbeiteten Bohrungsdurchmessers des Werkstückes erfolgen,
wie das Einschwenken während des Rückzuges. Es sorgen also die Bohrungsdurchmesserunterschiede vor und
nach der Bearbeitung für die Schwenkbewegung des Messers in Rttckzugsposition bzw. in Arbeitsposition. Ist das
Aufmaß der Werkstückbohrung jedoch zu Beginn des Wdrk-Stückes
- aus welchem Grunde auch immer - sehr gering,
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ι so wäre es denkbar, daß sich das Messer zu Beginn der Bearbeitung
nicht aufrichtet. Aus diesem Grunde ist eine Zwangsaufrichtung in aller Regel wünschenswert. Um also
einerseits eine Zwangsaufrichtung zu erreichen und andererseits ein kraftfreies Schwenken des Pendelmessers 2 in
die Rückzugslage zu ermöglichen, wird als Lösungsbeispiel nach der Erfindung vorgeschlagen, eine beispielsweise
als Stange ausgeführte Betätigungseinrichtung 22 axial durch eine entsprechende Querbohrung des Pendelmessers
hindurchzustecken - wobei die Querbohrung des Pendelmessers genügend groß ist, eine Pendelung zu ermöglichen und
diese Betätigungseinrichtung 22 über eine als Steckverbindung ausgebildete Kupplung 39 mit einem Dauermagneten
33 zu verbinden, wobei dieser Dauermagnet 33 axial verschieblich in einer Elektrospule 32 angeordnet
ist. Die Betätigungseinrichtung 22 weist an ihrem in Vorschubrichtung liegenden vorderen Ende einen Kragen
auf, welcher bei einer axialen Rückwärtsbewegung der Betätigungseinrichtung 22 die vordere Stirnseite des Pendelmessers
2 erfaßt und damit das Pendelmesser aufrichtet. Die Rückzugsbewegung der Betätigungseinrichtung wird
dadurch erreicht, daß die Spule 32 von der Maschinensteuerung 28 über die Stromleitungen 30 und 31 und deren
Anschlußstellen 30a und 31a, welche sich zweckmäßiger-
y·:· weise an der Werkzeugaufnahme befinden, mit Strom versorgt
wird und so den als Dauermagnet 33 ausgebildeten Magnetkern in den Spulenkörper hineinzieht. Bei dieser
Bewegung wird gleichzeitig durch den Spulenkern oder dessen Verlängerung ein von einer Feder 35 belasteter
Kragbolzen 34, welcher in der Werkzeugaufnahme 29 axial verschiebbar gehalten ist, gegen die Federkraft der
Feder 35 um den Rückzugsbetrag axial verschoben. Unmittelbar nach Arbeitsbeginn am neuen Werkstück kann,
bewirkt durch die Maschinensteuerung 28, die Stromzufuhr zur Spule 32 unterbrochen werden, wodurch die
gesamte Betätigungseinrichtung über den Kragbolzen 34 von der Kraft der Feder 35 solange vorgeschoben wird,
bis ein weiteres Vorschieben durch die Anlage der An-
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schlagmutter 36 an der Werkzeugaufnahme 29 verhindert
wird. In dieser Stellung der Betätigungseinrichtung kann das Pendelmesser 2 im Gehäuse 1 des Pendelmesserkopfes
völlig frei pendeln und schwenken. Um ein verschlissenes Pendelmesser einfach austauschen zu können,
kann beispielsweise die Betätigungseinrichtung 22 über den Griff 40 einfach aus der als Steckverbindung ausgebildeten
Kupplung 39 axial herausgezogen werden. Nunmehr kann ein neues Pendelmesser eingebracht und die
Betätigungseinrichtung 22 wieder in die Kupplung 39 eingesteckt werden.
Es kann unter verschiedenen Einsatzbedingungen wünschenswert sein, das Pendelmesser 2 nicht nur zwangsweise
aufzurichten und in Arbeitsposition zu bringen, sondern zusätzlich ebenso zwangsweise in Rückzugsposition zu
schwenken. Um dies zu ermöglichen, weist eine Betätigungseinrichtung 21 an ihrem in Vorschubrichtung gesehenen
vorderen Ende vor dem Pendelmesser liegend einen Kragen 20 auf und hinter dem Pendelmesser liegend
einen Anschlag 19, wobei dieser Anschlag 19 vorteilhafterweise als sphärisches Lager ausgebildet ist.
Der axiale Abstand zwischen dem Kragen 20 und dem Anschlag 19 ist so groß, daß dann, wenn bei aufgerichtetem
Pendelmesser der Anschlag 19 an der Hinterseite des Pendelmessers anliegt, eine Schwenkbewegung des Pendelmessers
in Rückzugsstellung in unveränderter Lage der Betätigungseinrichtung 21 durch den Kragen 20 nicht behindert
wird. Auch hier kann die axiale Verschiebung der Betätigungseinrichtung 21 wieder durch eine Spule 32
und einem in dieser Spule axial verschiebbar angeordneten Dauermagneten 33, welcher mit der Betätigungseinrichtung
21 verbunden ist, erfolgen. Wird die Spule 32 über die Maschinensteuerung 28 mit Strom versorgt, so wandert
der Dauermagnet 33 axial in die Spule hinein und nimmt
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ι dabei die Betätigungseinrichtung 21 mit, wodurch über
den Kragen 20 das Pendelmesser 2 in Arbeitsstellung aufgerichtet wird. Gleichzeitig ist hierdurch der
Kragbolzen 34 axial gegen die Federkraft der Feder 35 verschoben worden. Unmittelbar nach Arbeitsbeginn wird
die Stromzufuhr zur Spule 32 durch die Maschinensteuerung 28 unterbrochen und der Kragbolzen 34 schiebt,
von der Federkraft der Feder 35 betätigt, die Betätigungseinrichtung 21 in eine Neutralstellung vor. In
ι dieser Neutralstellung liegt der hintere Anschlag 19 gerade am in Arbeitsstellung befindlichen Pendelmesser
an. Der vordere Kragen 20 ist hierbei soweit vorgeschoben, daß eine Schwenkbewegung des Pendelmessers 2
in Rückzugsstellung nicht behindert wird. Nach Beendi-
lii gung der Bearbeitung eines Werkstückes wird die Spule
von der Maschinensteuerung 28 umgepolt und erneut mit Strom versorgt. Hierdurch wird der Dauermagnet 33 veranlaßt,
aus der Spule 32 hinauszuwandern, so daß die dadurch betätigte Betätigungseinrichtung 21 über den
;>(i Anschlag 19 das Pendelmesser 2 in Rückzugslage schwenkt.
Da die Schwenkbewegung des Pendelmessers in allen Fällen einseitig erfolgt, geht die Symmetrielage des Pendelmessers
nach der Schwenkbewegung in die Rückzugslage
i>«) verloren. Während des Rückzuges muß daher das in Rückzugslage
geschwenkte Pendelmesser durch die Berührung mit dem Werkstück so lange radial verschoben werden,
bis ein freier Durchgang möglich ist. Hierdurch kommt zu Beginn des Rückzuges das Pendelmesser noch mit dem
3d Werkstück in Berührung. Auch während des weiteren Rückzuges
bleibt ein, wenn auch sehr geringer, Restkontakt mit dem Werkstück erhalten. Bei extrem weichen Werkstoffen
hinterläßt auch dieser Restkontakt eine zwar nicht mehr fühl- oder meßbare, aber noch sichtbare
Markierung. Dies kann nach der Erfindung dadurch ver mieden werden, daß das Pendelmesser 2 vor dem Rückzug
in die exakte Symmetrielage gebracht wird. Ist dies erreicht, wird während des Rückzuges jede Berührung der
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ι Pendelmesser mit dem Werkstück vollkommen verhindert. Dies kann in einfacher Weise dadurch erreicht werden,
daß an der Stirnseite des Gehäuses 1 des Pendelmesserkopfes ein Positionierbolzen 15 derart angeordnet ist,
i, daß er aus der Rückzugsfläche 11 sich axial erstreckend
in die öffnung 3 hineinragt. Der Positionierbolzen 15 ist mittels eines Einstellelementes 14 in radialer
Richtung einstellbar und mittels eines Feststellelementes 16 in der eingestellten Position feststellbar. Der
ii Positionierbolzen 15 greift in eine vorzugsweise kegelige
Vertiefung 17 des Pendelmessers 2 ein, wenn das Pendelmesser in Rückzugslage geschwenkt wird. Durch dieses
Eingreifen des Positionierbolzens 15 in die Vertiefung wird das Pendelmesser entsprechend der Lage des Posi-
if, tionierbolzens 15 durch die Schwenkbewegung in Rückzugsrichtung radial verschoben. Eine geeignete Einstellung
des Positionierbolzens 15 zwingt daher das Pendelmesser in die exakte Symmetrielage zurück. Hierdurch kann, wie
bereits dargelegt, eine Berührung des Pendelmessers 2 mit
,., der Werkstückoberfläche mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen
werden. Wird die Spule 32 durch die Maschinensteuerung 28 nunmehr wiederum umgepolt und mit Strom
versorgt, so wandert der Dauermagnet 33 wieder axial in den Spulenkörper hinein und richtet daher über die Be-
2fj tätigungseinrichtung 21 und deren Kragen 20 das Pendelmesser
2 wieder in Arbeitsstellung auf. Der hintere Anschlag 19 wird hierbei von der Ausnehmung 18 aufgenommen.
Es ist auch möglich, die Betätigungseinrichtung zwei teilig auszubilden. Hierbei übernimmt das bereits be
schriebene Andrückelement 6 mit der Feder 7 die Aufgabe, das Pendelmesser nach vollendetem Rückzug automatisch
wieder in Arbeitsstellung aufzurichten. Da, wie noch
beschrieben wird, auch die Schwenkbewegung in Rückzugs-
- 12 -
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! richtung zwangsweise erfolgt, kann die Feder 7 sehr stark
ausgeführt sein. Diese starke Feder 7 ist dann erforderlich, wenn z.B. ein Rohr mit Querbohrungen bearbeitet
werden soll. Die starke Feder verhindert, daß das Pendelmesser 2 beim Überfahren der Querbohrung wegen der kurzzeitig
auftretenden unterschiedlichen Axialkräfte an den Pendelmesserschneiden nach vorne schwenkt. Um das zwangsweise
Schwenken des Pendelmessers 2 in Rückzugsstellung zu bewirken, wird über eine Maschinensteuerung 27 ein
'·: Magnetventil 26 so geschaltet, daß eine selbstregelnde
Pumpe 25 einen Strömungsmittelzylinder 24 mit einem unter geeignetem Druck stehenden Strömungsmittel beaufschlagen
kann. Hierdurch wird ein unter Federvorlast einer Feder 38 stehender Kolben 37 und hiermit die mit
ι- ihm verbundene Kolbenstange 23 in Vorschubrichtung vorwärts
bewegt. Die Kolbenstange 23 liegt am Pendelmesser an und drückt damit das Pendelmesser 2 in die Rückzugslage. Wird von der Maschinensteuerung 27 das Magnetventil
26 umgeschaltet, so wird der Druckraum des Zylinders 24 mit dem Tank verbunden und die Feder 38 zieht
den Kolben 37 und damit die Kolbenstange 23 zurück in die hinterste Lage. Hierdurch kann die Feder 7 über das
Andrückelement 6 das Pendelmesser 2 wieder aufrichten.
2f> Der wesentliche Einsatzbereich solcher Pendelmesserköpfe
ist das Gebiet des Tiefbohrens. Hier werden Pendelmesserköpfe allein oder in Kombination mit Glattwalzwerkzeugen
verwendet. Hierzu muß dann der Pendelmesserkopf mit Führungsleisten 4 ausgerüstet sein, um in der Werkstückbohrung
genügend sicher abgestützt zu sein.
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Claims (8)
- \ί1 l/Pendelmesserkopf mit einer im wesentlichen quer zur Achse verlaufenden Öffnung zur Aufnahme eines Pendelmessers und einem in dieser Öffnung angeordneten Pendelmesser, dadurch gekennzeichnet,:. daß das Pendelmesser (2) einseitig in Vorschub-Rückzugsrichtung schwenkbar angeordnet ist.
- 2) Pendelmesserkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß sich die Öffnung (3) einseitigκ und in Vorschubrichtung (9) erstreckend kontinuierlich erweitert.
- 3) Pendelmesserkopf nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das in der Öffnung (.3) bets findliche Pendelmesser (2) von einer mit diesemin Wirkverbindung stehenden axial verschiebbar angeordneten und mindestens zeitweise unter der Wirkung einer Verschiebekraft stehenden Betätigungseinrichtung (21,22) gegen eine die Messer- :>{, vorschubkraft aufnehmende Abstützfläche ti OJ andrückbar ist.
- 4) Pendelmesserkopf nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Pendelmesser (.2) von einer2t> Betätigungseinrichtung (21,23) in Richtung der Vorschubbewegung (9) gegen eine Rückzugsfläche (11) der Öffnung (3) andrückbar ist.
- 5) Pendelmesserkopf nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungseinrichtung(21,22) zur Erzeugung der Verschiebekraft eine Zone(35) aufweist, welche als Kern einer Elektro- spule (32) axial verschiebbar in einer solchen angeordnet ist. 35809884/0348ι
- 6) Pendelmesserkopf nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungseinrichtung zweiteilig, einerseits des Pendelmessers (2) als Kolbenstange (23) oder als Verlängerung der Kolbenstange (23) eines Strömungsmittelszylinders (34J und andererseits des Pendelmessers (2) als federbelastetes Andrückelement (6) ausgebildet ist.ι
- 7) Pendelmesserkopf nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungseinrichtung ausschließlich aus einem federbelasteten Andrückelement (6) besteht, wobei die Federkraft der Feder (7) kleiner bemessen ist als die beimι;. Rückzug des Pendelmessers an den Messern auftretenden Reibkräfte.
- 8) Pendelmesserkopf nach den Ansprüchen 1-7, dadurchgekennzeichnet, daß die Rückzugsfläche (11) einen ■ .·, radial einstellbaren Positionierbolzen (15) aufweist und das Pendelmesser (2) an entsprechender Stelle mit einer für das Zusammenwirken mit dem Positionierbolzen (15) geeigneten Vertiefung (17) versehen ist.809881/0346
Priority Applications (5)
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