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"Verwandelbares Polstermöbel"
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Man kann ein Polstermöbel nach Art der Erfindung von einem Sessel
in eine Liege umwandeln, in dem man durch Ausziehen mehrerer Rahmen an einem feststehenden
Gestellrahmen ein Liegegestell herstellt. Das Polstermöbel kann auch einerseits
eine andererseits Sitzcouch fur mehrere Personen sein, die in eine Liege für zwei
Personen umgewandelt werden kann.
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Bei einem bekannten Polstermöbel dieser Art (deutsches Gebrauchsmuster
72 01 670) ist an einem feststehenden Gestellrahmen fest ein Rückenteil angebracht,
welches die mit Stoff bezogene Rückwand bildet und an der Vorderseite als Abstützung
für ein auflegbares Rückenpolster in der Sitzstellung dient.
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Das feste Brückenteil enthält einen Kopfpolsterrahmen, der zusammen
mit den anderen Rahmen ausziehbar ist, bei dem Liegegestell eine flache Schrägstellung
einnimmt und dabei zur Abstützung des aufgelegten Kopfpolsters dient.
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Der vQrliegenden Erfindung ist die Auf gabe zugrunde gelegt, ein verwandelbares
Polstermöbel nach dem vorgenannten Stand der Technik in der Konstruktion zu vereinfachen
und die Handhabung zu erleichtern.
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Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des Hauptanspruchs
angegebenen Merkmale gelöst.
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Die Unteransprüche haben alternative Ausführungsmöglichkeiten und
konstruktive Detaillösungen zum Inhalt.
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Gegenüber dem Stand der Technik ergibt sich bei einem verwandelbaren
Polstermöbel gemäß der Erfindung dadurch eine konstruktive Vereinfachung, daß das
feste gestellseitige Brückenteil wegfallen kann. In der Sitzstellung wird die mit
einem Überzug versehene Rückwand durch die bezogene lotrecht stehende Polsterfläche
des Kopfpolsters gebildet. Dieses ist fest an einer Rückenplatte angebracht, die
in der Sitzstellung lotrecht durch Rastelemente gehalten wird, An der Rückenplatte
ist auch das Rückenpolster fest angebracht, so daß die Rückenplatte in der Sitzstellung
auch zur Abstützung des Rückenpolsters dient. Eine weitere konstruktive Vereinfachung
ergibt sich dadurch, daß kein auszieh barer Kopfpolsterrahmen benötigt wird wie
bei dem verwandelbaren Polstermöbel nach dem Stand der Technik, denn in der Liegestellung
ist
das Kopfpolster dadurch abgestützt, daß bei der horizontal geschwenkten Rückenplatte
das Rückenpolster auf einer festen gestellseitigen Stützplatte aufliegt Bei der
Umwandlung braucht man die Rückenplatte mit den fest angebrachten Polster lediglich
um 900 zu schwenken. Kopfpolster und Rückenpolster gelangen dabei jeweils selbsttätig
in ihre Gebrauchslage. Weil ein Polstermöbel nach der Erfindung kein festes Rückenteil
hat, kann die gesamte Länge als Liegefläche genutzt werden0 In der Sitzstellung
steht die Rückenplatte lotrecht.
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In der Liegestellung kann die Rückenplatte etwas geneigt sein, so
daß auch das Kopfpolster eine Neigung hat.
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Bei der speziellen Ausführung der Erfindung nach Anspruch 2 bildet
das Kopfpolster eine gemeinsame Ebene mit dem aufgelegten Polsterkissen, was man
dadurch erreicht, daß man die Stützplatte in der gleichen Neigung anordnet, die
auch das Rückenpolster hat.
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Wenn die Rückenplatte an jeder Seite einen Beschlag nach Anspruch
3 der Erfindung mit dem Gestellrahmen verbunden ist, dann ist sie in der Sitzstellung
dadurch abgestützt und gehalten, daß jeweils der an der Schwenkplatte fest angebrachte
Führungsbolzen in einer horizontalen Stütznut der festen Platte liegt. Durch das
Eigengewicht oder durch zufällige Stöße können Kopfpolster und Ruckenpolster nicht
herunterschwenken. Diese Verrastung wird
erst dann aufgehoben, wenn
man mit Absicht
Ausziehen der Rahmen die Rückenplatte zum Fußende hin schwenkt und dabei der Führungsbolzen
von der Stütznut in das obere Ende der gewölbten Schwenknut gelangt, wobei der Schwenkbolzen
die Möglichkeit hat in der Schwenknut entgegen der gewölbten Führungsnut auszuweichen.
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Gemäß Anspruch 4 der Erfindung entsteht durch die am Schwenkbolzen
und an der festen Platte angebrachte Feder eine Kraft, durch welche der Beschlag
in der Sitzstellung gehalten wird.
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Beim Herunterschwenken der Rückenplatte muß man daher eine entsprechende
Gegenkraft anwenden.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden näher beschrieben
unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen.
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Es zeigen: Fig. 1 einen lotrechten Schnitt durch ein Polstermöbel
nach der Erfindung in der Sitzstellung entsprechend I-I von Fig, 2.
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Fig. 2 zeigt einen Schnitt durch das Polstermöbel in der Sitzstellung
gemäß II-II von Fig. 1.
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Fig. 3 stellt einen lotrechten Schnitt in Längsrichtung durch das
Polstermöbel entsprechend Figur 1 und 2 dar, jedoch in der gebrauchsfertigen Liegestellung.
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Fig. 4 ist eine Darufsicht auf das Polstermöbel in der Liegestellung
entsprechend Figur 3, jedoch sind die
Polsterkissen abgenommen.
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Fig. 6 zeigt einen Teil von Figur 1 im vergrößerten Maßstab.
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Fig, 5 ist eine Ansicht entsprechend Pfeil V von Fig, 6, Fig. 7 ist
eine Darstellung eines Beschlags zur gestellseitigen Anbringung der Rückenplatte
in der Sitzstellung.
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Fig, 8 ist ein Schnitt gemäß VIII-VIII von FigO 7.
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Fig. 9 ist eine Ansicht entsprechend Pfeil IX auf Fig. 7 Fig. 10 u.11
zeigen den Beschlag in weiteren Stellungen.
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Auf Figur 1 und 2 ist das Polstermöbel als Sessel dargestellt.
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Ein
10 und mehrere eingefahrene Rahmen 20, 30 und einander 40 bilden ein Sitzgestell,
Durch zwei aufgelegte Polsterkissen 23 und 43 wird ein Sitzpolster gebildet. Dabei
ist eine am Gestellrahmen
schwenkbar angebrachte Rückenplatte
50 in eine lotrechte Stellung gebracht und in dieser Stellung durch Beschläge gehalten.
An einer Seite der Rückenplatte 50 ist ein Rückenpolster 52 mit einer schrägen Rückenfläche
fest angebracht. An der gegen überliegenden Seite der Rückenplatte 50 ist ein Kopfpolster
51 fest angebracht, das in der Sitzstellung lediglich als Verkleidung der Rückenplatte
dient. Zur Aussteifung des Rückenpolsters 52 dient ein fest an der Rückenplatte
angebrachtes Brett 53.
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Die beiden Polsterkissen 23 und 43 sind unter das Brett 53 geschoben.
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Figur 3 und 4 zeigen das Polstermöbel als Liege, je nach Breite für
eine Person oder für zwei Personen. Durch den Gestellrahmen 10 und die ausgezogenen
Rahmen 20, 30 und 40 ist ein Liegegestel gebildet. Die Rückenplatte 50 ist in eine
horizontale Stellung geschwenkt und dadurch in dieser Stellung abgestützt, daß das
Rückenpolster 52 auf einer gestellseitigen Stützplatte 14 liegt.
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Durch das oben liegende Kopfpolster 51 wird ein horizontale Kopfpolsterfläche
gebildet. Diese wird durch die Polsterflächen der
Polsterkissen 23 und 43 fortgesetzt.
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Die Figuren lassen weitere Einzelheiten erkennen: Am Gestellrahmen
10 erkennt man eine hintere Zarge 11 und zwei vordere Zargen 12 und 13, sowie eine
Schiene 15 und eine RoBe 16 zur Führung des Rahmens 20, welcher sich in der Liegestellung
an den Gestellrahmen 10 anschließt.
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Am Rahmen 20 erkennt man eine Schiene 22, die an der Rolle 16 geführt
ist, sowie eine Rolle 24, die in der Schiene 15 geführt ist.
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Am Rahmen 20 ist ein weiterer Rahmen 30 geführt, der in der ausgezogenen
Stellung sich mit Füßen 32 auf den Fußboden abstützt. Am Rahmen 30 sind Schienen
31, 33 und 34, sowie Rollen 35 angebracht.
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Ein weiterer ausziehbarer Rahmen 40 zur Aufnahme des Polsterkissens
43 ist mit Rollen 41 und 42 versehen, welche in den Schienen 33 und 34 am Rahmen
30 geführt sind. Das Polsterkissen 43 ist fest auf dem Rahmen 40 aufgebracht.
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Zur schwenkbaren Befestigung der Rückenplatte 50 ist, wie man aus
Figur 5 und 6 erkennt, an jeder Seite ein Beschlag vorgesehen bestehend aus einer
am Gestellrahmen 10 fest angebrachten Platte 61 (feste Platte) und einer schwenkbaren
Platte 71, an 7 der mittels eines Winkels w4 die Rückenplatte 50 fest angebracht
ist, Nach Figur 5 und 6 ist die Rückenplatte 50 in lotrechter Stellung, d. h. in
Sitzstellung geschwenkt und durch die Ausbildung des Beschlags gehalten. Die Liegestellung
mit horizontal geschwenkter Buckenplatte 50 ist auf Fig. 6 gestrichelt gezeichnet.
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Nähere Einzelheiten des Beschlags erkennt man auf Fig. 7 bis 9.
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Dabei ist die schwenkbare Platte 71 in die Sitzstellung geschwenkt.
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Die feste Platte 61 ist mit Löchern 61a versehen, durch welche die
Schrauben zur Befestigung am Gestellrahmen 10 gesteckt werden können.
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Außerdem ist an der festen Platte 61 eine bogenförmige Führungsnut
62a ausgebildet, die an ihrem oberen Ende in eine kürzere horizontale Stütznut 62b
übergeht. Weiter ist an der festen Platte 61 eine kürzere Schwenknut 63 in radialer
Anordnung zur Führungsnut 62a ausgebildet.
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Eine dreieckförmige schwenkbare Platte 71, an welcher ein Winkel 74
zur Befestigung der Rückenplatte fest angeschweißt ist, ist mittels zweier Bolzen
in paralleler Anordnung mit der festen Platte 61 verbunden wie man aus Figur 8 erkennt.
Diese Bolzen sind jeweils durch einenKopf und durch eine Scheibe fest an der schwenkbaren
Platte 71 angebracht. Der Bolzen 73 dient als Schwenkbolzen und liegt in der Schwenknut
63, der Bolzen 72 dient als Führungsbolzen und liegt entweder in der Führungsnut
62a oder in der Stütznut 62b. Außerdem sind die Bolzen an der Seite der festen Plate
mit einer Scheibe oder mit einem Kopf versehen, damit die schwenkbare Platte 7ßin
der Stellung nach Figur 8 gehalten ist.
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In der Sitzstellung hat die Schwenkplatte 71 die aus Figur 7 ersichtliche
Stellung und der Winkel 74 steht lotrecht. Das Gewicht der Rückenplatte und der
daran angebrachten Polster wird
auf den Gestellrahmen übertragen
mittels des Führungsbolzens 72, der in der horizontalen Stütznut 62 b liegt, und
mittels des Schwenkbolzens 73, der am unteren Ende der Schwenknut 63 liegt.
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Die beiden Bolzen liegen dabei etwa horizontal. Die Rückenplatte 50
wird lotrecht gehalten. Das Eigengewicht kann keine Schwenkbewegung auslösen. Eine
Feder 75, welche einerseits am Schwenkbolzen 73, andererseits an der festen Platte
61 befestigt ist, läßt eine Kraft entstehen, durch welche die Schwenkplatte 71 in
der Sitzstellung gehalten wird.
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Beim Umwandeln des Sessels nach Figur 1 und 2 in eine Liege die werden
zunächst Rahmen 20, 30, 40 ausgezogen. Dabei wird das fest auf den Rahmen 40 angebrachte
Mickenkissen 43 mitausgezogen, Dann wird das Rdckenkissen 23, welches mittels eines
Stoffgelenkes mit dem Rückenkissen 43 verbunden ist, umgeschlagen und auf den Rahmen
20 gelegt. Dann wird das Ruckenpolster 52 ein geringes Stück zur Fußseite hin geschwenkt,
wobei die Kraft der Feder 75 an den beiden Beschlägen überwunden wird. Dabei bewegt
sich der Schwenkbolzen 73 gegen das obere Ende der Schwenknut zu und der Führungsbolzen
72 gelangt in der Stütznut 62b bis zum Beginn der Führungsnut 62a, Diese Stellung
ist auf Fig. 10 gezeigt. Aus dieser Stellung heraus kann die Schwenkplatte 71 so
weit geschwen t werden, bis die Stellung nach Fig. 11 erreicht ist, wo der Winkel
74 und die Rückenlehne 50 eine horizontale Stellung erreicht haben, bei der das
Rückenpolster 52 gemäß Fig. 3 auf der gestellseitigen Stützplatte 14 liegt. In dieser
Stellung liegt der Schwenkbolzen 73 am unteren Ende der Schwenknut und der Führungsbolzen
72 am unteren Ende der Führungsnut.