DE2544868B2 - Längsgestreifter gestrickter Florstoff - Google Patents
Längsgestreifter gestrickter FlorstoffInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen in der Art von zusammengesetzten Tierfellen längsgestreiften, gestrickten
Florstoff, welcher aus mindestens zwei verschiedenen, an ihrer Vorderseite durch haarigen Flor
streifenartige Effekte erzielenden Faserarten besteht, wobei jeder einzelne Streifenabschnitt einen eine erste
Faserart enthaltenden Maschenstreifen und mindestens einen weiteren die erste und die zweite Faserart
enthaltenden Maschenstreifen aufweist.
Durch die DE-OS 1635 733 ist ein derartiger Florstoff
bekannt, der im Aussehen und in der Beschaffenheit ein natürliches Pelzstück nachahmt, welches
durch Zusammennähen von Tierfellen gebildet ist. Diese Effekte werden dadurch erzielt, daß der Flor
in verschiedenen Maschenstreifen unterschiedliche Faserarten enthält; z. B. haben manche Streifen lediglich
kurze, hell gefärbte Florfasern, während einige wenige nur lange, dunkel gefärbte Florfasern und andere
Längsstreifen mit gewisser Dichte sowohl kurze hell gefärbte Fasern als auch lange dunkel gefärbte
Fasern aufweisen, um dem Florstoff die richtigen »Fühl«-Eigenschaften zu verleihen. Diese Florstoffe
weisen zwar schon eine ziemliche Ähnlichkeit mit natürlichem Pelzwerk auf. Durch die Verwendung von
nur zwei unterschiedlichen Faserarten fehlt ihnen jedoch der für manche Pelzarten charakteristische Aufbau
aus langen, mittleren und kurzen Fasern.
Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, einen Florstoff des eingangs erwähnten
Typs zu schaffen, dessen pelzartiges Aussehen noch besser entsprechende Naturpelze imitiert.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß erfindungsgemäß
ein die erste, die zweite und eine dritte Faserart ίο enthaltender Maschenstreifen vorgesehen ist, wobei
letzterer schmäler als der die erste und die zweite Faserart enthaltende Maschenstreifen ist und annähernd
mittig zu den beiden anderen Maschenstreifen verläuft.
is Durch die Anordnung einer dritten Faserart wird
nicht nur die Variationsmöglichkeit im Aufbau des Florstoffes weitgehend gesteigert, sondern auch der
Tatsache Rechnung getragen, daß die Naturfelldichte und mögliche Farbschattierungen im Naturfell noch
besser nachgeahmt werden können.
Bevorzugterweise ist die Haarlänge der einzelnen Faserarten unterschiedlich; die Dichte des Fiorstoffes
kann vom Rand eines jeden Streifenabschnittes zu dessen Mitte hin zunehmen. Die Farben der Faserarten
können unterschiedlich sein. Auch die Tönung bei gleicher Farbe der Faserarten kann zur Streifenabschnittmitte
hin dunkler werden.
Um die Naturnähe noch zu steigern, wird nach der Erfindung vorgeschlagen, daß der die dritte Faserart
enthaltende Maschenstreifen in Streifenlängsrichtung an verschiedenes Stellen in Breite und Richtung variiert.
Auf der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Es zeigt
Fig. 1 eine Draufsicht auf einen Ausschnitt aus einer
Ausführungsform,
Fig. 2 einen Querschnitt längs der Linie H-II in Fig. 1,
Fi g. 3 eine Detailansicht einiger Maschen in starker Vergrößerung, gesehen von der Rückseite des Fiorstoffes,
und
Fig. 4 eine der Fig. 1 ähnliche Draufsicht auf einen
Ausschnitt einer abgeänderten Ausführungsform.
Ein pelzähnlicher, gestrickter Florstoff F mit streifenartigen
Effekten weist ein Grundgestrick 10 aus gesponnenem Faden Y auf (vgl. Fig. 3). Auf diesem
Gestrick 10 ist zunächst eine gleichmäßig durchgehende und relativ leichte Grundschicht 11 aus Grundfasern
12 vorgesehen (vgl. den linken Teil der Fig. 3). Nachfolgend werden die erste Faserart als Grundfasern
12, die zweite Faserart als Deckfasern 14 und die dritte Faserart als Zierfasern 15 bezeichnet.
Die Grundfasern 12, die in jeder Maschenreihe des Grundgestrickes 10 in alle Maschen 13 eingebunden
ν, werden, ergeben auf der Oberseite Faserbündel 12a
(Fig. 3) eines kurzen Flors nach Art eines Pelzes. Mit gegenseitigem Abstand verlaufende Maschenstreifen
P weisen zusätzlich zur Grundschicht 11 im Streifenbereich Deckfasern 14 auf; somit werden im Bebo
reich der Maschenstreifen P zwei Faserarten 12 und 14 eingebunden und gehalten, die auf der Florstoffoberseite
verstärkte Faserbündel 12a und 14a bilden. Die Deckfasern 14 können - falls erforderlich - dicker
als die Grundfasern 12 sein.
Jeder Maschenstreifen P weist in seiner Mitte zusätzlich verhältnismäßig schmale, in Streifenrichtung
verlaufende Maschenstreifen S aus Zierfasern 15 auf. In jedem Maschenstreifen S sind also drei Faserarten
12,14 und 15 eingebunden und gehalten, die auf der
Florstoffoberseite noch dichtere Faserbündel 12a, 14« und 15a bilden.
Aufgrund dieses Aufbaus der Pelzimitation ist der zwischen den Maschenstreifen P verbleibende Maschenstreifen
lla der haarartigen Grundfasern 12 am wenigstens dicht; die mit gegenseitigein Abstand verlaufenden
Maschenstreifen P enthalten Bündel 12a, 14a aus zwei Faserarten und sind dadurch dichter;
die verhältnismäßig schmalen Maschenstreifen S sind noch dichter, da sie Bündel aus Fasern 12a, 14a und
15a aller drei Faserarten enthalten. Die Maschenstreiien Ua sind verhältnismäßig schmal und bilden
»Täler«, die, wenn man den Florstoff gegen das Licht hält, durchscheinender erscheinen als die übrigen Ma- ι s
schenstreifen. Infolgedessen sieht die Pelzimitation wie eine Anzahl ursprünglich loser, natürlich gestreifter
ausgelassener Tierfelle aus, die mit ihren Seiten zusammengenäht sind, wobei die »Täler« Nähbereiche
andeuten.
Jeder Maschenstreifen P bzw. S besteht aus einem
Bündel Fasern unterschiedlicher Stapeüänge. Wenn
der Flor geschoren wird, haben alle Fasern Jer fertigen Pelzimitation — jedenfalls theoretisch — ungefähr die
gleiche Länge. Praktisch zeigt sich aber, daß Teile des Flors von unterschiedlicher Dichte sich jeweils in unterschiedlichem
Maße umlegen, so daß die Maschenstreifen Ha eine Florhöhe /' erhalten, die etwas kürzer
ist als die Höhe t2 der Maschenstreifen P, während die Maschenstreifen S eine etwas größere Hohe t1 erhalten
als die übrigen Bereiche der Maschenstreifen P
(Fig. 2). Es muß aber darauf hingewiesen werden, daß in Fig. 2 die unterschiedlichen Florhöhen etwas übertrieben
dargestellt sind.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 bis 3 ist die Grundschicht 11 aus weniger dicht angeordneten
Grundfasern 12 verhältnismäßig hell; die im gegenseitigen Abstand verlaufenden Maschenstreifen P
sind etwas dunkler; die in der Mitte der Maschenstreifen P verlaufenden schmalen Maschenstreifen S sind
noch dunluer, wobei farbliche Abschattierungen vorgesehen sein können. Diese Abschattierungen oder
Tönungen können auch verändert, z. B. umgekehrt werden.
Bei einer Ausführungsform des Florstoffes, weicher «
eine Imitation von ausgelassenen Nerzfellen bilden soll, kann die Grundschicht 11 hell cremefarbig, rehbraun,
beige, hellbraun oder ähnlich gefärbt sein; die Maschenstreifen P können die gleiche Farbe in etwas
dunklerer Tönung besitzen und die schmalen Maschenstreifen S können kaffeebraun sein.
Auch können die Maschenstreifen P unterschiedlich breit sein, so daß der jeweilige Abstand der Maschenstreifen
S in Abhängigkeit vom zu imitierenden Pelz größer oder kleiner sein kann.
Für die Herstellung eines derartigen Florstoffes könnte in Ausnahmefällen eine einsystemige Strickmaschine
verwendet werden. Für eine gewerbliche Herstellung wird eine vielsystemige Rundstrickmaschine
vorgezogen, bei welcher an jedem System ein Fadenführer und drei Kardenköpfe vorgesehen sind,
welche den angehobenen Nadeln jeweils die Fasern für einen der drei Maschenstreifen Ha, P und 5 zuführen.
Die Zungennadeln werden in vorbestimmte Gruppierungen unterteilt; diese Nadeln werden nachstehend
der Einfachheit halber als (a)-, (b)- und (c)-Nadeln
bezeichnet. Die Gruppe der (a)-Nadein nimmt
die erste Faserart - d. h, die Grundfasern - vom ersten, die zweite vom zweiten und die dritte Faserart
vom dritten Kardenkopf auf; die (b)-Nadeln nehmen die erste Faserart vom ersten Kardenkopf und die
zweite Faserart vom zweiten Kardenkopf auf; die (c)-Nadeln nehmen nur die erste Faserart vom ersten
Kardenkopf auf.
Demzufolge besteht die Arbeitsweise darin, diese verschiedenen Nadelgruppen in jedem System in der
folgenden Aufeinanderfolge auszuwählen.
(I) Zunächst werden alle (a)-, (b)- und (c)-Nadeln der Reihe nach angehoben, um die erste Faserart vom ersten Kardenkopf aufzunehmen.
(II) Dann werden alle diese Nadeln nacheinander auf eine niedrigere Höhe oberhalb der Abschlagstellung abgezogen.
(I) Zunächst werden alle (a)-, (b)- und (c)-Nadeln der Reihe nach angehoben, um die erste Faserart vom ersten Kardenkopf aufzunehmen.
(II) Dann werden alle diese Nadeln nacheinander auf eine niedrigere Höhe oberhalb der Abschlagstellung abgezogen.
(III) Dann werden ausgewählte (a)- und (b)-Nadeln angehoben, damit sie die zweite Faserart vom
zweiten Kardenkopf aufnehmen.
(IV) Danach werden die (b)-Nac?.:ln auf eine niedrigere
Höhe oberhalb der Abschtagstellung abgezogen,
wobei in der angehobenen Stellung nur noch die (a)-Nadeln bleiben, die die dritte Faserart
vom dritten Kardenkopf aufnehmen.
(V) Schließlich nehmen alle Nadeln den Faden Y auf, wonach alle Nadeln in die Abschlagstellung
abgezogen werden, so daß der Faden Y gestrickt wird und gleichzeitig die abgezogenen Fasern in
die Maschen 13 eingebunden werden.
Die Nadeln können mit jeder üblichen Nadelauswp.hleinrichtung selektiv ausgetrieben werden. In einer besonderen Anordnung, die hier nur beispielshalber erwähnt wird, sind die verschiedenen Nadelgruppen unterschiedlich ausgebildet und können dadurch wahlweise von Schloßteilen unterschiedlicher Dicke ausgetrieben werden. Die (a)-Nadeln können kurze Füße und lange Schaftenden besitzen, die (b)-Nadeln lange Füße und ebenfalls lange Schaftenden und die (c)-Nadeln lange Füße und kurze Schaftenden. In diesem Fall ist ein Schloßteil mit entsprechender Dicke erforderlich, das auf die Füße beider Längen einwirken kann, um alle Nadeln auszutreiben. Die (a)- und (c)-Nadeln werden durch eine Einwirkung von Schloßteilen auf ihre Schaftenden ausgetrieben; ein weiteres Schloßteil mit halber Dicke ist für die Betätigung der Füße der (b)-Nadeln vorgesehen, um diese auf eine oberhalb der Abschlagstellung liegende Höhe abzuziehen.
Die Nadeln können mit jeder üblichen Nadelauswp.hleinrichtung selektiv ausgetrieben werden. In einer besonderen Anordnung, die hier nur beispielshalber erwähnt wird, sind die verschiedenen Nadelgruppen unterschiedlich ausgebildet und können dadurch wahlweise von Schloßteilen unterschiedlicher Dicke ausgetrieben werden. Die (a)-Nadeln können kurze Füße und lange Schaftenden besitzen, die (b)-Nadeln lange Füße und ebenfalls lange Schaftenden und die (c)-Nadeln lange Füße und kurze Schaftenden. In diesem Fall ist ein Schloßteil mit entsprechender Dicke erforderlich, das auf die Füße beider Längen einwirken kann, um alle Nadeln auszutreiben. Die (a)- und (c)-Nadeln werden durch eine Einwirkung von Schloßteilen auf ihre Schaftenden ausgetrieben; ein weiteres Schloßteil mit halber Dicke ist für die Betätigung der Füße der (b)-Nadeln vorgesehen, um diese auf eine oberhalb der Abschlagstellung liegende Höhe abzuziehen.
Andererseits können die Nadeln wahlweise direkt an den Kardenköpfen durch eine Mustervorrichtung
zur Aufnahme der Fasern veranlaßt werden.
Durch die Verwendung von Mustervorrichtungen kann man Schattierungen erzielen, die jeweils Veränderungen
in der Breite und/oder in der Richtung an verschiedenen Punkten in Längsrichtung aufweisen,
wodurch ein Naturpelz noch besser nachgeahmt wird. Derartige Schattierungen sind in Fig. 4 dargestellt;
jeder Maschenstreifen 5, ist sinusartig oder in anderer Weise wellig abgebildet; an manchen Punken in
Längsrichtung ist der Maschenstreifen S1 auch wesentlich
breiter als an anderen Punkten. Ρις. 4,zeigt
außerdem, daß man mit Hilfe einer Mustervorrichtung die Maschenstreifen S1 allmählich in die Maschenstreifen
P übergehen lassen kann, um auch auf diese Weise die Nachbildung eines natürlichen Pelzes noch
weiter zu verbessern.
Claims (6)
1. In der Art von zusammengesetzten Tierfellen
längsgestreifter, gestrickter Florstoff, bestehend aus mindestens zwei verschiedenen, an ihrer Vorderseite
durch haarigen Flor streifenartige Effekte erzielenden Faserarten, wobei jeder einzelne
Streifenabschnitt einen eine erste Faserart enthaltenden Maschenstreifen und mindestens einen
weiteren die erste und eine zweite Faserart enthaltenden Maschenstreifen aufweist, dadurch gekennzeichnet,
daß ein die erste (12), die zweite
(14) und eine dritte (15) Faserart enthaltender Maschenstreifen (S; S1) vorgesehen ist, wobei
letzterer schmäler als der die erste und die zweite Faserart (12,14) enthaltende Maschenstreifen (P)
ist und annähernd mittig zu den beiden anderen Maschenstreifen (P, Ua) verläuft.
2. Florstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Haarlänge der einzelnen Faserarten
(12, 14, 15) unterschiedlich ist.
3. Florstoff nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichte des Florstoffes
vom Rand eines jeden Streifenabschnittes zu dessen Mitte hin zunimmt.
4. Florstoff nach Anspruch 1 oder folgende, dadurch gekennzeichnet, daß die Farben der Faserarten
(12, 14, 15) unterschiedlich sind.
5. Florstoff nach Anspruch 1, 2 oder 3 dadurch gekennzeichnet, daß die Tönung bei gleicher
Farbe der faserarten (12,14,15) zur Streifenabschnittsmitte
hin dtuikler ■ ;ird.
6. Florstoff nach Arspruch 1 oder folgende, dadurch gekennzeichnet, daß el r die dritte Faserart
(15) enthaltende Maschenstreifen (S, S1) in Streifenlängsrichtung
an verschiedenen Stellen in Breite und Richtung variiert.
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Legal Events
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