DE234599C - - Google Patents
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- DE234599C DE234599C DENDAT234599D DE234599DA DE234599C DE 234599 C DE234599 C DE 234599C DE NDAT234599 D DENDAT234599 D DE NDAT234599D DE 234599D A DE234599D A DE 234599DA DE 234599 C DE234599 C DE 234599C
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B60—VEHICLES IN GENERAL
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- B60L15/00—Methods, circuits, or devices for controlling the traction-motor speed of electrically-propelled vehicles
- B60L15/02—Methods, circuits, or devices for controlling the traction-motor speed of electrically-propelled vehicles characterised by the form of the current used in the control circuit
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
■- JKI 234599 KLASSE 20/. GRUPPE
GIACOMO SOMAJNI in MAILAND.
Schaltverfahren für elektrisch angetriebene Fahrzeuge.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 26. Mai 1909 ab.
Bekanntlich
ist bei elektrisch betriebenen Fahrzeugen die Verwendung von Hauptstrommotoren
zum. Bremsen oder zur Verzögerung der Geschwindigkeit auf abfallender Strecke
mit gewissen Nachteilen verknüpft, die namentlich darin bestehen, daß, sobald die Geschwindigkeit
unter eine gewisse Grenze sinkt, die Felderregung sehr schwach wird und die Bremswirkung
daher fast, aufhört.
ίο Es sind daher Schaltungen eingeführt worden,
bei denen der Motor zum Bremsen als Nebenschlußmotor geschältet wurde, was sich
namentlich dann als vorteilhaft erweist, wenn der vom Motor erzeugte Strom nicht in Widerständen
verbraucht, sondern dem Netz wieder zugeführt wird.
Mit dem Sinken der E. M.-Gegenkraft des Ankers bei Abnahme der Geschwindigkeit
nimmt hierbei der Motor wieder Strom aus dem Netz auf, und da für dieses Stadium
die Nebenschlußschaltung ein zu geringes Drehmoment ergibt, wurden Vorrichtungen geschaffen,
die im gegebenen Augenblick selbsttätig die Reihenschaltung wiederherstellen.
Es wurde auch vorgeschlagen, beim Bremsen die eigene Erregung der Motoren auszuschalten
und eine Nebenschlußerregung aus einer besonderen Stromquelle einzuführen, die z. B. aus
einer mitgeführten Batterie oder aus einem Motorgenerator besteht. Ein anderes, ähnliches
System verwendet als Hilfsstromquelle einen, von den Rädern des Fahrzeuges angetriebenen
Generator, der natürlich auch nur so lange wirkt, als das Fahrzeug noch eine gewisse Eigengeschwindigkeit besitzt. Das letztere
System ist daher unzweckmäßig, und auch die beiden ersteren Systeme bringen Nachteile
mit sich, die einmal in der Verwendung von leicht versagenden, durch Solenoide gesteuerten
Schaltern, andererseits darin bestehen, daß das Mitführen einer besonderen Stromquelle umständlich
ist, und daß auch hierbei, sowohl beim Anfahren als auch beim Beginn des Bremsens Widerstände vorgeschaltet werden
müssen, in denen ein Teil der Energie verzehrt wird.
Diesen Nachteilen sucht nun die Erfindung dadurch zu begegnen, daß sie eine Schaltung
einführt, bei der die Motoren als Nebenschlußmotoren geschaltet sind, wobei aber durch
eine im geeigneten Augenblick eingeschaltete, vom Ankerstrom der Motoren erregte Hilfsdynamo
das Feld der Motoren so beeinflußt wird, daß sie sich wie Hauptstrommotoren verhalten. Es kommen bei dieser Schaltung
Vorschaltwiderstände im Ankerstrom ganz in Fortfall, und die Regelung wird durch Spannungsteilung
und die dadurch gegebene Möglichkeit, den Ankern der Motoren verschiedene Spannungen zuzuführen, erreicht. Die
Funkenbildung an den Kontakten der Steuerwalze wird dadurch verringert, daß ζ. Β. im
Augenblick des Umschaltens auf höhere Geschwindigkeit das Feld der Motoren verstärkt
wird, so daß die dadurch plötzlich auftretende E. M.-Gegenkraft der Motoren die Stromstärke
vermindert. Erst nach dem Einschalten der neuen Geschwindigkeitsstufe wird die für diese
Stufe normale Erregung hergestellt.
Diese Hilfsschaltungen werden durch eine mit der Hauptsteuerwalze verbundene Hilfssteuerwalze
vorgenommen, die in dem beschrie-
beiien Ausführungsbeispiel ihren Antrieb vom
umlaufenden Spannungsteiler erhält. Die Änderung in der Erregung des Motorfeldes auf
jeder Hauptschaltstufe durch die Dynamo und durch Widerstände, die gleichfalls von der
Hilfssteuerwalze selbsttätig ein- und ausgeschaltet werden, bewirkt auch, daß starke
Stromstöße in den Motoren vermieden werden. Während einerseits dadurch, daß auf jeder
Hauptschaltstufe mehrere Hilfsschaltstufen
selbsttätig eingestellt werden, die Zahl der Stufen beim Anfahren gegenüber den gewöhnlichen
Schaltweisen stark vermehrt erscheint, ist andererseits die gleiche Schaltung, die zum
Anfahren dient, für das Bremsen zu verwenden, so daß hierfür die gleiche Anzahl von
Stufen zur Verfügung steht.
In Fig. ι ist die Anordnung der Schaltung und der wesentlichsten mechanischen Teile
dargestellt; die Erregerstromkreise der Motoren sind gestrichelt, die Ankerstromkreise
voll ausgezogen; Fig. 2 ist ein Schaltungsschema; Fig. 3 stellt die mechanische Verbindung
zwischen Hauptschaltwalze und Hilfs-
25. walze dar; Fig. 4 zeigt das Getriebe der Schaltwalzen
in größerem Maßstabe.
Der wesentlichste Teil des Gegenstandes der Erfindung ist der Spannungsteiler und Regler D
(Fig. ι rechts). Er besteht aus einem Motor A, dessen Anker zwei getrennte Wicklungen und
zwei Kollektoren hat (Fig. 2). Beide Ankerwicklungen sind stets hintereinander an die
Netzspannung geschaltet und so bemessen, daß die eine Wicklung eine höhere Spannung
aufnimmt als die andere. In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel ist angenommen, daß
die Netzspannung 500 V. beträgt und die eine Ankerwicklung 30-29 eine Spannung von
375 V., die andere (kleinere) Ankerwicklung 32-31 eine Spannung von 125 V. aufnimmt.
Die Windungszahlen der beiden Ankerwicklungen des Motors A stehen also im Verhältnis
1:3.
Der Spannungsteiler-Motor A ist mit der Dynamo B gekuppelt. Die Feldwicklung dieser
Dynamo wird vom Ankerstrom der Fahrmotoren M1 und M2 durchflossen (oder aber
kurzgeschlossen) und besteht daher aus so viel getrennten Abteilungen, als Fahrmotoren
vorhanden sind. Der von der Dynamo B gelieferte Strom dient dazu, die Felderregung
der Fahrmotoren M1 und M2 zu verstärken
oder zu schwächen, je nachdem er dem normalen Erregerstrom der Motoren gleich- oder
entgegengeschaltet wird. Zum Erregen der Fahrmotoren M1, M2 dient der 125 V. betragende
Teil der geteilten Netzspannung zusätzlich oder abzüglich der Spannung der Dynamo
B. (Die punktierte Leitung in Fig. 2 ist parallel zur Ankerwicklung 32-31 geschaltet.)
Die Erregerwicklungen 45, 46 und 43, 44 der Motoren M1 und M2 sind im Ausführungsbeispiel
stets in Reihe geschaltet. In ihrem Stromkreis befindet sich noch ein Widerstand
rs (Fig. ι in der Mitte), der in verschiedenen
Stellungen der Steuerwalze P kurzgeschlossen wird. Statt diesen Widerstand rs, der dazu dient, bei bestimmten Stellungen
der Schaltwalze P die Erregung der Motoren abzuschwächen, einzuschalten, könnte man auch einen Teil der Feldwicklung der
Motoren kurzschließen. Zur Erzeugung des Ankerstromes der Fahrmotoren stehen die
Spannungen 125 (Schaltung in Reihe mit der ersten Ankerwicklung A und parallel zur
zweiten Ankerwicklung A), 375 (Schaltung in Reihe mit der zweiten Ankerwicklung A und
parallel zur ersten Ankerwicklung A) und 500 V. (unmittelbarer Anschluß an Fahrleitung
und Parallelschaltung zu beiden in Reihe liegenden Ankerwicklungen) zur Verfügung
und werden der Reihe nach durch die Hauptsteuerwalze Q eingeschaltet.
Mit der Walze Q ist eine zweite Walze P so verbunden, daß, wenn diese letztere eine
ganze Umdrehung ausführt, die Walze Q um eine Stufe verstellt wird (Fig. 3). Die Walze P
hat im Ausführungsbeispiel drei Stellungen, die mit α, β und γ bezeichnet sind; werden
diese in der Reihenfolge α, β, γ eingeschaltet (Pfeil α in Fig. 3), so wird die Walze Q auf
einen nächsthöheren Kontakt, also etwa von 0 auf I oder von I auf II eingestellt. Bei umgekehrter
Drehrichtung der Walze P, nämlich in der Reihenfolge α, γ, β (Pfeil b), dreht sich
auch die Walze Q im umgekehrten Sinne.
Wie schon erwähnt, liegen die Erregerwindungen der Dynamo B im. Ankerstromkreis
der Motoren M1 und M2. Die Walze P hat
nun die Aufgabe, während ihrer Stellungen β loo und γ diese Erreger windungen kurzzuschließen.
In Fig. ι ist ersichtlich, daß die vom Anker des Motors M1 gespeiste, d. h. in
Reihenschaltung mit diesem liegende Feldwicklung 37-38 von B an die Kontaktfinger
27, 28, der Walze P und die in Reihenschaltung mit Motor M2 liegende Feldwicklung
35-36 der Dynamo B an die Finger 25, 26 angeschlossen ist. . Durch entsprechende
Brückenstücke der Walze P werden nun die Feldwicklungen von B in den Stellungen β
und γ von P kurzgeschlossen. In der Stellung α wird dieser Kurzschluß aufgehoben,
so daß also stets dann, wenn die Walze P die Stellung α einnimmt — und das ist immer
dann der Fall, wenn an der Walze Q der Übergang von einer Kontaktreihe zur anderen
erfolgt (Fig. 3) —,die Dynamo B erregt wird und
Strom liefert, der den Erregerstrom der Motoren verstärkt oder schwächt. Dabei ist die 12c
Schaltung so eingerichtet, daß .die Feldverstärkung beim Anfahren erfolgt, die Feld-
Schwächung dann, wenn beim Bremsen die Motoren Strom an das Netz zurückgeben und
dadurch das Feld der Dynamo B umkehren. Die Dynamo ist, solange die Walze Q auf
einer ihrer Kontaktstellungen ruht, also fast dauernd, nicht erregt, belastet daher den
Spannungsteiler-Motor A nur während kurzer Augenblicke.
Zur Einschaltung des Erregerstromkreises
ίο für die Motoren M1 und M2 in dem einen
oder anderen Sinne dient die Schalt walze C. Sie besitzt eine Nullstellung, die Stellungen
ι und 2 für Vorwärtsfahrt und die Stellungen -i und-2 für Rückwärtsfahrt. Die Bürste
33 der Dynamo B liegt an Erde, die Bürste 34 an Finger 9 des Schalters C, von den Fingern
10 und 11 des Schalters C führen Leitungen
zu den Feldwicklungen der Motoren M1 und M2. Die Anordnung der mit den festen
ao Kontakten 8, 9, 10 und 11 zusammen arbeitenden
beweglichen Kontaktstücke der Walze C ist eine solche, daß in den Stellungen 1 und 2
die Verbindungen 8-11, 9-10, in den Stellungen
-i und -2 die Verbindungen 8-10, .9-11 hergestellt werden. Fig. 2 zeigt (rechts
unten), wie hierdurch die Stromrichtung in den Magnetwicklungen von M1 und M2 umgekehrt
wird.
Mittels der Kontakte 4 und 5 der Schaltwalze C wird der Spannungsteiler D, wenn
angefahren werden soll, an die äußere Stromquelle gelegt. In den Stellungen 1 und -1
liegen hierbei noch die Widerstände R1 und R2
im Stromkreis. Nach dem Anfahren werden durch Übergang in die Stellung 2 oder -2
diese beiden Widerstände kurzgeschlossen. Mit der Walze C ist ein Hilfsschalter i verbunden,
der, wenn C in eine der Stellungen 2 oder -2 gebracht wird, durch Verbindung der
Kontakte 12 und 13 den Finger 16 der Walze Q an die Spannung von 500 V. und
durch Verbinden von 14 und 15 den Finger 17 an die Spannung von 125 V. gegen Erde
legt, während der Finger 18 dauernd an Erde liegt. Zwischen 16 und 17 besteht also die
Spannung von 500 — 125 = 375 V. Die Bürsten 42 und 41 des Motors M1 sind mit
den Fingern 19 (über das Feld 38-37 der Dynamomaschine B oder über Finger 27, 28
der Walze P) und 20 (unmittelbar), die Bürsten 40 und 39 des Motors M2 mit den Kontaktfingern
21 (über das Feld 35-36 der Dynamomaschine B oder über Finger 25, 26 der
Walze P) und 22 (unmittelbar) der Walze Q verbunden. Bei den nachstehend beschriebenen
Schaltungen ist vorläufig angenommen, daß sich die Walze P jedesmal in der Stellung
a, also in der Übergangsstellung befindet, so daß also die Feldwicklungen der Dynamo B
nicht kurzgeschlossen sind, sondern vom Ankerstrom der Motoren M1, M2 mit durchflossen
werden. In diesen Übergangsstellungen der Schaltwalze Q kommen dann nacheinander
folgende Schaltungen zustande:
Stellung 0: Die Stromzuführung ist ausgeschaltet, die Anker der beiden Motoren
M1, M2. liegen in Reihenschaltung in folgendem
Kurzschlußstromkreise: Finger 19 der Walze Q, Feldwicklung 37-38 der Dynamo B,
42, Anker M1, 41, 20, 21, Feldwicklung 36-35
von B, 40, Anker M2, 39, 22, 19.
Stellung I: Die Anker beider Motoren liegen hintereinander an einer Spannung von
125 Volt (vgl. auch Fig. 2). Stromlauf: Äußere Stromquelle (500 V.), Finger 4 des Schalters C,
5, 6, 47, Ankerwicklung 30-29 des Motors A
4' I5' * 7' 22>
39-^2-40. 35-36,
^ 7j Ankerwicklung: 32-31 des
21, 20, 4i-Mr42, 38-37, 19, 18
Motors A (125 V.)
49, Erde.
Stellung II: Die Anker der Motoren liegen parallel an 125 V. Stromlauf: Äußere
Stromquelle (500 V.), 4, 5, 6, 47, 30-29,
22, 39-M2-4o, 35-36,
(375 V.), 48
20, 4I-M-L-42, 38-37.
8, 7, 32-31 (125 V.)
18, 49, Erde.
Stellung III: Die Anker beider Motoren liegen hintereinander an 375 V. Stromlauf:
Äußere Stromquelle (500 V.), 4, 5, 6, 47 12, 13, 16, 22, 39-M2-4o, 35-36. 21, 20,
30-29 (375 V.)
4.i-Mx-42, 38-37, 19, 17, 15, 14
32-31 (125 V.), 49, Erde.
48, 8, 7,
Stellung IV: Beide Motoren liegen hintereinander an 500 V. Stromlauf: Äußere Strom-
„ , r 16,22, 39-M„-40,
quelle 500 V. , 4, 5, 6, 47 ■—-— 1 ' 30-29 (375 V.). 48,
35-36, 21, 20, 4i-Mr42, 38-37, 19,18 ) „ ,
49>
Stellung V: Beide Motoren parallel an 375 V. Stromlauf: Äußere Stromquelle (500 V.),
22, 39-M2-4o, 35-36, "5
4. 5. 6, 47 { I2' I3>
Σ ( 20, 4ΐ-ΜΓ42, 38-37.
30-29 (375 V.)
T9 S I7' I5' I4 48, 8, 7, 32-31 (125 V.), 49.
Erde.
Stellung VI: Beide Motoren parallel an 500 V. Stromlauf: Äußere Stromquelle (500 V.),
22, 39-M2-4o, 35-J6.
4, 5. 6. 47
12, 13, 16
20^41-^42^38-37^
30-29 (375 V.) 48, 8, 7, 32-31
(125 V.)
49, Erde.
Diese Schaltungen könnten natürlich auch mehr als zwei Motoren umfassen und in
anderer Weise gruppiert sein; wesentlich ist nur, daß die Einrichtung so getroffen wird,
daß den bald in Reihe, bald parallel geschalteten Motoren abwechselnd die verschiedenen
zur Verfügung stehenden Spannungen zugeführt werden können.
Für jede betriebsmäßige Fahrstellung der Walze Q muß die Walze P jedesmal in der
Stellung β stehen, d. h. die Erregerstromkreise der Motoren nebst dem Anker der Dynamo B
werden über die Kontakte 10 und 11 der Walze C in der einen oder anderen Richtung,
je nach der Stellung der letzteren, von dem bei den Bürsten 31 und 32 des Spannungsteilers
A abgenommenen Strom von 125 V. durchflossen, ohne daß die Dynamo B erregt
ist, da ihre Erregerwindungen in der Stellung β der Walze P über die Kontaktfinger
25, 26 und 27, 28 kurzgeschlossen sind, wobei auch der Widerstand rs über die Kontaktfinger
23, 24 kurzgeschlossen ist. Im übrigen sind die Stromläufe in den Stellungen β der
Walze P bei den verschiedenen Stellungen der Walze Q dieselben wie die oben für die
Stellungen α angegebenen.
Es sei zunächst der Fall betrachtet, daß während des Fahrens, also während die Motoren
Strom aus dem Netz aufnehmen, von einem Kontakt der Walze Q zum nächsthöheren
übergegangen wird. Während des Überganges macht die Walze P unter dem Einfluß eines später erläuterten Getriebes eine
Umdrehung, und zwar in der Reihenfolge ß, γ, α, β. In der Stellung γ wird der Widerstand
rs in den Erregerstromkreis der Motoren M1 und M2 eingeschaltet. Durch diese Feldschwächung
wird die Umdrehungsgeschwindigkeit der Motoren zunehmen. Im nächsten Augenblick erfolgt die Umschaltung auf Stellung
α; die Dynamo B wird, da der Kurzschluß ihrer Feldwicklungen aufgehoben wird,
plötzlich erregt, und zwar ist sie so geschaltet, daß sie den Erregerstrom der Motoren M1
und M2 verstärkt. Die verstärkte Spannung im Verein mit der vermehrten Umdrehungsgeschwindigkeit
erzeugt in diesem Augenblick, in dem der Übergang zum nächsthöheren Kontakt an der Walze Q erfolgt, in den Motorankern
eine erhöhte E. M.-Gegenkraft, die der j Betriebsspannung entgegenwirkt, so daß beim
] Schließen des nächsthöheren Kontaktes an der j Walze Q eine Funkenbildung fast ganz verj
mieden wird. Die Walze P dreht sich dann weiter in Stellung ß, in der die normale Erregung
der Motoren wieder hergestellt ist.
Dreht sich die Walze P in umgekehrter Richtung β, α, γ, 6, so wird die Walze Q bei
einer ganzen Umdrehung der Walze P auf den nächstniedrigen Kontakt umgestellt. An die
Bürsten der Motoren wird durch den Übergang zu einem niedrigeren Kontakt an der Walze Q eine Teilspannung gelegt, die, solange
als die Motoren noch mit der alten Gesch windigkeit weiterlaufen, kleiner ist als ihre
E. M.-Gegenkraft. · Wenn z. B. die Walze Q von Stellung V auf IV umgestellt wird, so beträgt
die E. M.-Gegenkraft jedes Motors im Augenblicke der Umschaltung 375 V., während
die Motoren hintereinander geschaltet an 500 V., jeder also 250 V., gelegt werden. Die Motoren
geben daher Strom in das Netz ab, wirken also als Bremsen.
Durch die Umkehrung des Ankerstromes der Motoren wird auch das Feld der Dynamo B
umgekehrt, so daß diese jetzt, wenn sie in der Stellung α der Walze P auf das Feld der
Motoren geschaltet wird, dieses abschwächt. Durch die Feldschwächung wird auch der von go
den Motoren abgegebene Ankerstrom geschwächt und die Funkenbildung beim Erreichen
des nächstniedrigen Kontaktes an der Walze Q vermieden. Die Bremsung setzt infolge
der Stromschwächung sanft ein. Kurze Zeit nachher erreicht die Walze P die Stellung
γ, in der die Wicklungen der Dynamo B durch die Kontaktfinger 25, 26 und 27, 28
wieder kurzgeschlossen sind, so daß die Feldschwächung der Motoren durch die Dynamo B
aufhört, die Motoren einen stärkeren Strom abgeben und die Bremswirkung zunimmt. Gelangt
die Walze P dann in die Stellung ß, so wird der Widerstand rs aus den in Reihe geschalteten
Motorfeldern ausgeschaltet (kurzgeschlossen), und die Motoren laufen wieder mit normaler Felderregung. Der von ihnen abgegebene
Strom wird also noch weiter zunehmen, bis ihre Geschwindigkeit und ihre E. M.-Gegenkraft in der niedrigen Stellung
der Walze Q so weit abgenommen haben, daß sie wieder Strom aufnehmen.
Das jedesmalige Verstellen der Walze Q um einen Kontakt' bei einmaliger Umdrehung der
Walze P erfolgt selbsttätig. Ein Äusführungsbeispiel für das Übersetzungsgetriebe ist in
Fig. i, 3 und 4 dargestellt. Als Antriebskraft dient der Motor A des Spannungsteilers D, der
mittels der Schnecke ν die Zahnräder ^1 und a2
in 'entgegengesetztem Sinne in Bewegung setzt. Am Rade O1 befindet sich die Nase dv Rad a2
trägt die Nase d2. Die Welle c der Schalt-
walze P geht durch das Zahnrad a2 lose hindurch
und trägt zwei Muffen C1 und e2, die mit
Nut und Feder achsial verschiebbar auf der Welle c angeordnet sind, so daß sie (cx und c2)
bei ihrer Drehung die Welle c mitnehmen. Die Flanschen dieser Muffen haben Nasen ^1, /\
und g2, f2. Ein Kupplungsteil h, der seitlich
von den Muffen schlittenartig verschiebbar gelagert ist, greift mit Nasen A1 und k2 zwischen
\o die Flanschen der Muffen C1 und c2. Ein auf
einer Steuerwelle I aufgekeilter Doppelhebel η
umfaßt mit seinem einen gegabelten Ende einen Vorsprung des Teiles h und tritt andererseits
mit seinem Ende η zwischen die Flansehen
einer auf der Welle der Steuerwalze Q aufgekeilten Muffe. An dieser Muffe sind zwei
Nocken ft und s so angebracht, daß sie den Hebel η mittels schräger Flächen wieder in
die Mittelstellung zurückschieben, und zwar wirkt p in dem Augenblick, in dem die Walze Q
in der Nullstellung steht, s dagegen, wenn die Walze Q auf Stellung VI steht. Zwei Federn m
suchen den Hebel η und die Steuerwelle I stets wieder in die (gezeichnete) Mittelstellung zu
bringen.
Die Walzen Q und -P sind durch ein Getriebe t (Fig. ι und 4) verbunden, welches so
wirkt, daß ein Fortschreiten von Q in die nächsthöhere Stellung stattfindet, wenn P eine
volle Umdrehung im Sinne α, β, γ (Pfeil a in
Fig. 3) macht, und umgekehrt ein Weiterschalten von Q in eine niedrigere Stellung,
wenn P im Sinne α, γ, β (Pfeil b in Fig. 3) gedreht
wird. In Fig. 3 ist ein Ausführungsbeispiel eines solchen Übersetzungsgetriebes dargestellt, das ohne nähere Erläuterung ver-•
ständlich ist. Die Walzen befinden sich dabei in der Stellung, in der die Walze Q aus
der Nullstellung in die Stellung I übergeht.
Der Pfeil α bezeichnet die Drehungsrichtung
von P beim Anfahren, b die beim Bremsen. Die Steuervorrichtung (Fig. 4) wird nun in der
Weise gehandhabt, daß die Steuerwelle I mittels Handhebels so weit im einen oder anderen
Sinne gedreht wird, daß durch den Doppelhebel η der Teil h nach unten oder oben geschoben
wird und dabei die Muffe C1 oder c2
mit dem ihr gegenüberstehenden Zahnrad O1
oder a2 durch eins der Nasenpaare dlt g1 oder
d2, g2 in Eingriff bringt, worauf sich die
Walze P und mit ihr die Walze Q so lange drehen, bis die Steuerwelle I und damit auch
der Schlitten h wieder in die Mittelstellung gebracht wird. Hierbei kommen die Nasen ft
und f2 der Muffen C1 und c2 mit den Nasen
A1, k2 am Schlitten h in Eingriff und führen
die Muffen C1 und c2 in die Mittelstellung, in
der sie von dem Zahnrad O1 oder «2 ent~
kuppelt werden. Sie sind so angebracht, daß sie das Zurückgehen in die Mittelstellung nur
dann bewirken, wenn die Walze P die Stellung β einnimmt. Ein zwangläufiges Zurückstellen
des gegabelten Hebels η erfolgt durch einen der Vorsprünge ft oder s, wenn die
Trommel Q bei Vorwärtsdrehung in die Stellung VI oder bei Rückwärtsdrehung in die
Stellung 0 gekommen ist, so daß dann auf jeden Fall und unabhängig von der Einstellung
der Steuerwelle I eine Entkupplung der Walze P von der Kraftquelle D stattfindet.
Die Zahnradübersetzung v, O1, a2 kann so
bemessen werden, daß ax und a2 verschiedene
Geschwindigkeit haben, so daß ζ. B. das Schalten auf höhere Kontaktstufen (Anfahren) langsam,
das Schalten auf niedrigere Stufen (Bremsen) schnell vor sich geht.
Es ist natürlich auch angängig, die Drehung der Walze P von Hand zu bewirken, in diesem
Falle fällt die Übertragung v, O1, a2 fort.
. Statt je einer Stellung α oder γ der Walze P
können auch mehrere vorhanden sein, so daß der Widerstand rs einerseits und die Feldwicklung
der Dynamo B andererseits nicht mit einmal, sondern in mehreren Stufen aus- und
eingeschaltet werden.
Die Wirkungsweise der Anordnung ist folgende: Während das Fahrzeug stillsteht und
sich die Walze Q in Nullstellung befindet, wird der Schalter C in die Stellung 1 oder,
wenn rückwärts gefahren werden soll, in -1 gebracht. Der Motor A des Spannungsteilers D
wird dabei über die Widerstände R1, 2?2 angelassen.
Hierbei wird über A1 und R2 schon,
solange der Spannungsteiler noch nicht seine volle Drehzahl erreicht hat, eine Spannungsteilung bewirkt (Fig. 2), so daß der Erregerstromkreis
von A und die Erregerstromkreise der Motoren M1 und M2 mit einer Spannung,
die der Größe der Widerstände entsprechend unter 125 V. liegt, gespeist werden. Hat der
Spannungsteiler seine normale Drehzahl erreicht, so wird C in Stellung 2 oder -2 gedreht
und dadurch einerseits R1 und R2 ausgeschaltet,
andererseits werden durch Schließen der Kontakte 12, 13, 14 und 15 die durch das
Teilen der Spannung zur Verfügung stehenden Spannungen den Fingern der Walze Q so zu- *
geführt, daß zwischen 17 und 18 eine Spannung von 125 V., zwischen 16 und 17 eine no
solche von 375 V. und zwischen 16 und 18 eine Spannung von 500 V. herrscht.
Die Walze Q befindet sich in Nullstellung, also sind die Ankerstromkreise der Motoren
noch in sich kurzgeschlossen. Die Walze P befindet sich in Stellung ß, der Widerstand rs
ist also kurzgeschlossen und ebenso die Erregerstromkreise der Dynamo B.
Soll nun angefahren werden, so wird durch Drehen der Steuerwelle I eine Nase gx oder g2
an den Muffen C1, c2 mit der gegenüberstehenden
Nase d-y oder d2 des Rades CL1 oder «2 in
Eingriff gebracht, so daß sich die Walze P in
der Kontaktfolge β, γ, α, β zu drehen beginnt.
Dabei wird die Walze Q durch Vermittlung der Kupplung t von Stellung ο in Stellung I
usw. gebracht. Durch die Drehung von P j wird zunächst in Stellung γ der Widerstand 1\ j
in den Erregerstromkreis der Motoren M1 und M2 eingeschaltet/ dann in Stellung α der Kurzschluß
der Feldwicklungen der Dynamo B aufgehoben. In diesem Augenblick geht der
Schalter Q in Kontakt I über und schaltet die Motoranker M1 und M2 hintereinander an
die Spannung von 125 V. der Finger 17 und 18.
Sobald jetzt Strom durch die Motoranker fließt, wird auch die Dynamo B erregt (Stellung
α der Walze P) und schickt Strom in die Feldwicklung der Motoren M1 und M2, durch
den das Feld dieser Motoren verstärkt wird. Die Motoren werden daher mit geringer Umdrehungszahl
und großem Drehmoment anlaufen und sich ganz ähnlich verhalten wie Hauptstrommotoren. Die Walze P gelangt
darauf, falls die Steuerwelle I losgelassen wird, in der Stellung β zur Ruhe, und die Motoren
M1 und M2 laufen weiter mit der niedrigen
Spannung von —— = 621J2 V.
Wird dagegen die Steuerwelle I nicht losgelassen,
so wird die Walze Q von Stufe zu Stufe weitergeschaltet, wobei die Motoren M1
und M2 der Reihe nach an 125, 1Sy1J2, 250,
375 und 500 V. geschaltet werden. Hat die Walze Q die Stellung VI erreicht, so bringt
die Nase s den Steuerapparat I, n, h in die Nullstellung, falls der Fahrer dies nicht selbst
getan hat.
Soll die Fahrgeschwindigkeit vermindert werden, so wird die Steuerwelle I umgestellt und
dadurch die Kupplung C1, c2 in entgegenge-
4.0 setztem Sinne als vorher eingeschaltet. Die Walze P dreht sich dann in der Kontaktfolge
β, α, γ, β, und die Walze Q rückt gleichzeitig
auf einen niedrigeren Kontakt. Auf Kontakt α wird die Dynamo B erregt, aber
nun in entgegengesetztem Sinne wie vorher, da sich, wie oben gezeigt, der Ankerstrom in
den Motoren umkehrt. Da die Dynamo B jetzt dem Erregerstrom der Motoren entgegenwirkt,
wird das Feld der Motoren und damit auch der von diesen in das Netz geschickte
Strom geschwächt. Die Funkenbildung an der Walze Q wird daher nur schwach auftreten,
und der Wagen wird zunächst schwach gebremst. Ist der neue Kontakt auf der Walze Q erreicht, so tritt P in Stellung γ, d. h.
die Feldschwächung der Motoren durch die Dynamo B ist jetzt aufgehoben, hingegen wird
jetzt das Feld durch Einschalten des Widerstandes rs geschwächt. Diese Feldschwächung
wird aufgehoben, wenn die Walze P wieder in Stellung β gelangt. Erst bei dieser Stellung
der Walzen geben die Motoren den vollen Bremsstrom in das Netz ab und gelangen auf
die niedere Drehzahl, die der eingeschalteten Steuerstufe entspricht. Der Übergang erfolgt
also allmählich und stoßfrei.
Claims (6)
1. Schaltverfahren für elektrisch angetriebene Fahrzeuge, dadurch gekennzeichnet,
daß durch einen umlaufenden Spannungsteiler (A) die Betriebsspannung (z. B.
500 V.) in mehrere Stufen (z. B. 125, 375 und 500 V.) zerlegt wird, an welche die
abwechselnd (oder in anderer Reihenfolge) in Reihe und parallel geschalteten Anker
der Fahrmotoren (M1, M2) der Reihe nach
gelegt werden, und gleichzeitig eine in dem Erregerstromkreise der Fahrmotoren (M1,
M2) liegende Dynamomaschine (B) bei jedesmaligem
Übergange von einer zur anderen Schaltstufe die Felder der Fahrmotoren während des Anfahrens verstärkt und
während des Bremsens schwächt.
2. Schaltverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Feldverstärkung
und Feldschwächung der Fahrmotoren (M1, M2) dienende Dynamomaschine
(B) vom Spannungsteiler (A) angetrieben wird.
3. Schaltverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Feldverstärkung
und Feldschwächung der Fahrmotoren (M1, M2) dienende Dynamomaschine
(B) durch den Ankerstrom der Fahrmotoren erregt wird.
4. Spannungsteiler für das Schaltverfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß er aus einem Motor (A) besteht, der für jede Spannungsstufe eine
besondere Ankerwicklung und einen besonderen Kollektor besitzt.
5. Schalteinrichtung zur Ausübung des Schaltverfahrens nach Anspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß mit der Hauptschaltwalze (Q) eine Hilfsschaltwalze (P)
verbunden ist, die zwecks Fortschaltens der Hauptschalt walze um eine Stufe jedesmal
eine ganze Umdrehung machen muß und dabei jedesmal in der Stellung (a), in wel- no
eher die Fortschaltung der Hauptschaltwalze erfolgt, die Feldwicklung der Dynamomaschine
(B) einschaltet, in den anderen Stellungen (β, γ) aber ausschaltet
und in einer (γ) oder mehreren dieser Stellungen einen oder mehrere Widerstände
(rs) in die Erregerwicklung der Fahrmotoren (M1, M2) einschaltet, so daß in jeder Schaltstufe
(0 bis VI) der Hauptschaltwalze (Q) durch die Hilfsschaltwalze (P) eine stufenweise
Regelung der Felder der Fahrmotoren (M11M2) bewirkt wird.
6. Schalteinrichtung nach Anspruch 5. dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsschaltwalze
(P) durch eine Kupplung (C1, C2, dj., d2, gv g2) mit einem vom Spannungsteiler
(D) bewegten Getriebe (alt a%) in der
einen oder anderen Drehrichtung verbunden werden kann, wobei die Einrichtung so getroffen ist, daß die Hilfsschaltwalze (P)
nur in einer bestimmten Stellung (ß) wieder durch den Führer entkuppelt werden
kann, während sie selbsttätig entkuppelt wird, wenn die Hauptsehaltwalze (Q)
eine ihrer beiden Endstellungen (VI, o) erreicht.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE234599C true DE234599C (de) |
Family
ID=494447
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT234599D Active DE234599C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE234599C (de) |
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0
- DE DENDAT234599D patent/DE234599C/de active Active
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