DR. ING. E. HOFFMANN · DIPL. ING. W. EHXE · DR. RER. NAT. K. HOFFMANN
PATENTANWiLLTE
D-8000 MÖNCHEN 81 · ARABELLASTRASSE 4 . TELEFON (08Π) 911087
Universal Maschinenfabrik Dr. Rudolf Schieber KG
in Westhausen
Nadelbruchsicherungsvorrichtung
Die Erfindung bezieht sich auf eine Nadelbruchsicherungsvorrichtung
an Strickmaschinen, welche auf eine bei einem Nadelbruch auftretende StoiBwelle anspricht und über
eine elektronische Verstärkung die Ausrückvorrichtung für den Schlitten der Strickmaschine schaltet.
Zur Sicherung gegen Folgeschäden bei Nadelbruch sind an Strickmaschinen, insbesondere Flachstrickmaschinen, üblicherweise
Sicherungsvorrichtungen angebaut, welche die Strickmaschinen nach einem Nadelbruch abstellen bzw. einen
weiteren Schlittendurchlauf unterbinden, um zu verhindern, daii aufgrund der bei dem ersten Nadelbruch aufgetretenen
Schaden weitere Nadelfüüe abbrechen und daß die Nadelbetten
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bzw. bei einer Rundstrickmaschine der Zylinder, d.h. das untere Nadelbett, oder die Rib-Seheihe, d.h. das
ο bere Nadelbett, beschädigt werden.
Bei Flachstrickmaschinen sind bisher meistens solche Sicherungsvorrichtungen verwendet worden, welche auf der
Grundlage des Prinzips einer Stoßsicherung arbeiten. Bei einer solchen Stoßsicherungsvorrichtung sind an die Schlittenmitnahme
des Antriebs Überlasthebel angebaut, die bei dem durch einen Nadelbruch verursachten Stoß seitlich
kippen und dabei eine elektrische Ausrückvorrichtung betätigen.
Bei Strickmaschinen mit zusätzlichen Auswahlwerkzeugen für die Nadeln, z.B. mehreren Jacquardplatinenreihen
usw. ist die zum Ziehen des Schlittens über die Nadeln und Platinen benötigte Kraft sehr groß. Außerdem
ist der Schlitten einer solchen Strickmaschine schwerer als bei einer einfacheren Strickmaschine. Die Mitnahmekraft
und die träge Masse des in Bewegung befindlichen Schlittens sind daher so groß, daß es nicht mehr möglich
ist, die Ausrückvorrichtung aufgrund beispielsweise des relativ geringen Stoßes, der durch den Bruch nur
einer Nade^/entsteht, über die oben erwähnte Stoßsicherungsvorrichtung
auszulösen.
Zur Lösung dieses Problems ist eine Sicherungsvorrichtung bekanntgeworden, welche an jedem Nadelbett
einer Flachstrickmaschine angebrachte Vorrichtungen umfaßt, die durch den durch einen Nadelbruch entstandenen
Stoß mittels eines freischwebenden Gewichtes auf eine Menbrane übertragen, welche ihrerseits elektronische
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Schaltungen zum Betätigen der Ausrückvorrichtung für den " Schlitten der Strickmaschine auslöst. Bei dieser Sicherungsvorrichtung
sind für jede Flachstrickmaschine mindestens zwei Überwachungsvorrichtungen nötig, da je eine
Überwachungsvorrichtung an jedem Nadelbett, und zwar in der Richtung, aus welcher fter bei einem Nadelbruch zu erwartende
Stoß kommen wird, angebracht werden muß. Für Rundstrickmaschinen ist diese Sicherungsvorrichtung überhaupt
nicht geeignet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, unter Vermeidung der Nachteile bekannter Nadelbruchsicherungsvorrichtungen
eine einfache und betriebssichere Nadelbruchsicherungsvorrichtung für Strickmaschinen zu schaffen, die
sowohl für Flachstrickmaschinen als auch für Rundstrickmaschinen Verwendung finden kann.
Diese Aufgabe wird mit einer Nadelbruchsicherungsvorrichtung der eingangs beschriebenen Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß an dem die Nadelbetten der Strickmaschine tragenden Körper ein Geräuschmikrofon zum Erfassen
der auftretenden Schallschwingungen angebracht ist, das Geräuschmikrofon mit einem auf die durch einen Nadelbruch
erzeugte hohe Amplitude ansprechenden elektronischen Schaltkreis verbunden ist, und der elektronische Schaltkreis
mit der Ausrückvorrichtung für die Strickmaschine verbunden ist.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist einfach im Aufbau
und hat den Vorteil, daß die Schallwellen von einem an beliebiger Stelle und in beliebiger Richtung an dem die Nadelbetten
tragenden Korper angebrachten Geräuschmikrofon überwacht
werden können, wobei die vom Nadelbruch erzeugte hohe
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Amplitude den elektronischen Schaltkreis zum Kippen bringt
und dieser wiederum über eine elektronische Verstärkung die Ausrückvorrichtung der Strickmaschine betätigt.
Bei einer Rundstrickmaschine ist das Geräuschmikrofon zweckmäßig an dem Körper befestigt, um den sich der Zylinder
und die Rib-Scheibe der Strickmaschine drehen.
Der elektronische Schaltkreis ist zweckmäßig eine bistabile Kippstufe mit nachfolgender Verstärkung, z.B.
in Form eines Relais.
Eine zweckmäioige Weiterbildung der erfindungsgernäßen
Nadelbruchsicherungsvorrichtung besteht darin, daß eine Schalteinrichtung zum taktmäßigen Unterbrechen der Verbindung
zwischen Geräuschmikrofon und Ausrückvorrichtung jeweils nach dem Austreten des Schlittens aus dem Bereich der
Nadeln vorgesehen ist.
Hierdurch läßt sich vermeiden, daß durch Geräusche, welche beispielsweise durch ein Schalten des Schlittens
oder der Versatzeinrichtung an Flachstrickmaschinen entstehen, die Ausrückvorrichtung ausgelöst und damit die
Strickmaschine abgeschaltet wird.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im folgenden näher beschrieben. In
der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine schematische Vorderansicht einer Flachstrickmaschine,
Fig. 2 eine schematische Seitenansicht des Nadelbetts einer Flachstrickmaschine mit aufgesetztem Schlitten und
angebrachtem Geräuschmikrofon,
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Fig. 3 eine schematische perspektivische Ansicht einer
Rundstrickmaschine mit angebrachtem Geräuschmikrofon,
Fig. 4 die Darstellung einer normalen Schallschwingung mit einer durch einen Nadelbruch plötzlich auftretenden
Schwingung hoher Amplitude,
Fig. 5 ein Blockschaltbild der elektrischen Schaltung
zwischen Geräuschmikrofon und Ausrückvorrichtung,
Fig. 6 eine schematische Ansicht einer elektromagnetischen Vorrichtung zum Auslösen der Ausrückvorrichtung im
gesperrten Zustand, und
Fig. 7 eine schematische Ansicht der Vorrichtung nach Fig. 6 im ausgelösten Zustand.
In Fig. 1 ist eine Flachstrickmaschine, an xvelche die
erfindungsgemäße Nadelbruchsicherungsvorrichtung angebracht
werdenicann, schematisch in Vorderansicht dargestellt. Ein
Schlitten IJ ist mit einer Kette 14 verbunden. Die Kette
wird von einem Kettenrad I5, das über eine nicht gezeigte
Kupplung mit einem ebenfalls nicht gezeigten Antriebsmechanismus in Verbindung steht, angetrieben.
Wie besonders deutlich aus Fig. 2 hervorgeht, in welcher ein Nadelbett mit aufgesetztem Schlitten schematisch
in Seitenansicht gezeigt ist, ist ein Nadelbetträger 1 am Maschinengestell 16 befestigt. An dem Nadelbetträger 1 ist
ein Geräuschrnikrofon 2 angebracht, welches von dem Nadelbe
tträger 1 übertragene Schallschwingungen aufnimmt. Diese Schallschwingungen werden vom Durchlauf der Nadeln und
Platinen durch das Schloß im Schlitten IJ erzeugt , sie
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werden von dem Geräuschmikrofon 2 aufgenommen und in elektrische Schwingungen umgewandelt. Beim Bruch eines Nadelfußes
tritt eine Schwingung hoher Amplitude auf. Diese führt über das Geräuschmikrofon 2 zu einer Auslösung der
Ausrückvorrichtung für den Schlitten der Strickmaschine, um eine Beschädigung weiterer Nadeln sowie der Nadelbetten
durch einen dem ersten Nadelbruch folgenden Schlittendurchlauf zu verhindern.
In Fig. 4 ist schematisch eine normalerweise in dem
Nadelbetträger 1 auftretende Schallschwingung 4 schematisch dargestellt. Die Bezugsziffer 5 bezeichnet eine Schwingung
hoher Amplitude, welche bei Auftreten eines Nadelbruchs in dem Nadelbetträger 1 erzeugt wird. Diese Schwingung 5 hoher
Amplitude wird wie erwähnt von dem Geräuschmikrofon 2 aufgenommen und zum Auslösen der Ausrückvorrichtung für den
Schlitten weiter verarbeitet.·
Um zu vermeiden, daß die Ausrückvorrichtung über das Geräuschmikrofon 2 durch Geräusche ausgelöst wird, die beispielsweise
beim Schalten des SchlittensIj5 oder der Versatzeinrichtung
an der Flachstrickmaschine auftreten, ist eine Schalteinrichtung zur tatkmäßigen Unterbrechung der
Verbindung zwischen dem Geräuschmikrofon 2 und der Ausrückvorrichtung
jeweils nach dem Austreten des Schlittens aus dem Bereich der Nadeln vorgesehen. In Fig. 1 ist der Bereich
außerhalb der Nadeln mit χ bezeichnet. Beim Vorbeilauf des Schlittens 13 an einer Taktstelle 17 in den 3ereich aui3erhalb
der Nadeln wird die Verbindung zwjachen der Überwachungseinrichtung
mit dem Geräuschmikrofon 2 als die Schallschwingungen aufnehmende Einrichtung und der Ausrückvorrichtung
für den Schlitten unterbrochen, beim Eintritt des Schlittens in den Bereich der Nadeln wird die
unterbrochene Verbindung wieder hergestellt. Hierdurch
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wird vermieden, daß die beim Schalten z.B. eines Versatzes
oder durch die Schlittenanschläge auftretenden Geräusche in einer Stellung des Schlittens Ij5 außerhalb
des Bereiches der Nadeln die Ausrückvorrichtung unnötigerweise auslösen.
Fig. J zeigt eine schematische perspektivische Ansicht
einer Rundstrickmaschine, bei welcher ein Geräuschmikrofon 2 an einem Körper I1 befestigt ist, um welchen
sich der Zylinder und die Rib-Scheibe der Rundstrickmaschine drehen.
In Pig. 5 ist eine elektrische Schaltung in Form eines Blockschaltbildes dargestellt, mit welcher die
Auslösung der Ausrückvorrichtung für den Schlitten der Strickmaschine im Ansprechen auf eine von dem Geräuschmikrofon
2 aufgenommene Schwingung 5 hoher Amplitude erfolgt. Das Geräuschmikrofon 2 ist über einen elektronischen
Verstärker 6 mit einer bistabilen Kippstufe 7 in Form einer Schmitt-Triggerschaltung, deren Schwellwert
einstellbar ist, verbunden. Die bistabile Kippstufe 7 arbeitet auf ein Relais 8, das seinerseits über eine
Sehalteinrichtung 3 in Form eines Schalters auf einen
Elektromagneten 9 der Ausrückvorrichtung für den Schlitten arbeitet.
Von dem Geräuschmikrofon 2 werden die Schallschwingungen, die beim Durchla\if der Nadeln und Platinen durch
das Schloß des Schlittens Ij5 erzeugt werden, aufgenommen
und in elektrische Schwingungen umgewandelt. Die über den elektronischen Verstärker 6 gespeiste bistabile Kippstufe
7 bleibt in ihrer einen Stellung solang die SchallscMngungen k konstant sind. Beim Auftreten einer Schwingung 5 mit·
hoher Amplitude infolge des Bruchs eines Nadelfußes kippt
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die bistabile Kippstufe 7 in ihre zweite Stellung und
löst hierdurch einen Stromfluß aus, der über das Relais 8 mehrfach verstärkt dem Elektromagneten 9 der Ausrückvorrichtung
zugeführt wird, so daß die Ausrückvorrichtung ein Stillsetzen des Schlittens IJ bewirkt. Durch
die Schalteinrichtung J wird die Verbindung von dem Geräuschmikrofon
2 zur Ausrückvorrichtung im Takt der Strickmaschine jedesmal dann unterbrochen, wenn der
Schlitten aus dem Bereich der Nadeln austritt, und sie wird beim Eintritt des Schlittens IJ in den Bereich der
Nadeln wieder geschlossen.
In Pig. 6 ist der auf das Relais 8 bzw. die Schalteinrichtung J folgende Teil der Ausrückeinrichtung im
gesperrten Zustand dargestellt. Der über das Relais 8 eingespeiste Elektromagnet 9 ist am Maschinengestell 16
befestigt. Er wirkt auf einen Hebel 10, welcher seinerseits einen federbelasteten Hebel 11 entgegen der Federspannung
hält, solange der Elektromagnet 9 nicht eingeschaltet ist. In dieser Stellung des federbelasteten
Hebels 11 wird eine Schaltstange 12 so gehalten, daß . eine mit dem Kettenrad I5 verbundene nicht gezeigte
Kupplung eingerückt gehalten wird.
Im Falle des Auftretens einer Schwingung 5 hoher Amplitude
wird das Relais 8 wie oben beschrieben eingeschaltet und der Elektromagnet 9 eingespeist, wenn sich der
Schlitten IJ im Bereich der Nadeln befindet. Hierdurch wird
der Hebel 10 angezogen und somit der Hebel 11 freigegeben, wodurch sich der Hebel 11 entsprechend seiner Federvorspannung
bewegen kann und die Schaltstange 12 in Richtung des Pfeiles in Fig. 7 bewegt. Durch die Bewegung der Schaltstange
12 wird die nicht gezeigte Kupplung gelöst und der Schlitten Ij stillgesetzt. Die ausgelöste Stellung der in
Fig. 6 gezeigten Vorrichtung ist in Fig. 7 dargestellt.
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