DE2148423A1 - Verfahren zur Herstellung von ab ziehbaren Tapeten, Plakatpapieren und dgl - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von ab ziehbaren Tapeten, Plakatpapieren und dgl

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DE2148423A1
DE2148423A1 DE19712148423 DE2148423A DE2148423A1 DE 2148423 A1 DE2148423 A1 DE 2148423A1 DE 19712148423 DE19712148423 DE 19712148423 DE 2148423 A DE2148423 A DE 2148423A DE 2148423 A1 DE2148423 A1 DE 2148423A1
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John R Mather David C Oakville Ontario Gunning (Kanada)
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Abitibi Paper Co Ltd , Toronto, Ontario (Kanada)
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    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21FPAPER-MAKING MACHINES; METHODS OF PRODUCING PAPER THEREON
    • D21F11/00Processes for making continuous lengths of paper, or of cardboard, or of wet web for fibre board production, on paper-making machines
    • D21F11/02Processes for making continuous lengths of paper, or of cardboard, or of wet web for fibre board production, on paper-making machines of the Fourdrinier type
    • D21F11/04Processes for making continuous lengths of paper, or of cardboard, or of wet web for fibre board production, on paper-making machines of the Fourdrinier type paper or board consisting on two or more layers
    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
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    • D06N7/00Flexible sheet materials not otherwise provided for, e.g. textile threads, filaments, yarns or tow, glued on macromolecular material
    • D06N7/0002Wallpaper or wall covering on textile basis

Description

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Dipl.-lng. Heinz Lesser, Patentanwalt D —8 Mönchen 81. Cosimastrafee 81 Telefon: (0811) 483820
Abitibi Paper Company Ltd. L 9476
Toronto / Canada Fl/km
Verfahren zur Herstellung von abziehbaren Tapeten, Plakatpapieren und dgl.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Papier als Grundwerkstoff für Tapeten, Plakatpapier und dgl. sowie auf das Papier und die jeweiligen Endprodukte.
Tapeten sind ein seit Jahren allgemein eingeführtes Wirtschafts produkt. Die bekannten Tapeten bestehen aus einem mit Holz versetzten Grundwerkstoff, der auf einer Seite mit einem Muster versehen ist und an die Innenwände von Häusern und dgl. geklebt werden kann. Das Papier ist verhältnismässig weich, wenn es durchfeuchtet ist, und es bedarf einer geübten Hand, um einerseits die Rückseite der Tapete mit Kleister zu versehen und andererseits die so präparierte Tapete an die Wand zu kleben. Grundsätzlich kann demnach das Tapezieren nur von geübten Fachkräften ausgeführt werden, woraus sich ein bedeutsamer Berufsstand entwickelt hat. Als die Preise für diese Arbeiten zu steigen begannen, kamen Wassergrundfarben auf den Markt. Diese Farben sind leicht zu handhaben und abwaschbar und können daher auch von Nicht-Fachleuten aufgetragen werden. Als Folge davon verlor die Tapetenindustrie einen wesentlichen Marktanteil; es mussten Schritte unternommen werden, um mit den erwähnten Wassergrundfarben in Wettstreit treten zu können, so dass auch Nicht-Fachleute mit Tapeten umgehen können.
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Dipl.-Ing. Heim Lesser, Patentanwalt D —8 Mönchen 81, Cosimostrafce 81 · Telefon: (0811) 483820
Diesem Umstand trug die Tapetenindustrie durch neue Produkte Rechnung, die vorwiegend auf zwei Verfahren beruhen. Auf die bedruckte Seite der Tapete wurde eine plastische Emulsion oder ein durchsichtiger plastischer Film aufgetragen, um die Tapete so gegen Abnutzung zu schützen und wasserbeständig zu machen. Um das schwierige Bestreichen der Tapetenrückseite mit Kleister zu erübrigen, wurde die Tapete mit einem Klebstoff entsprechend vorpräpariert, so dass sich die Tapeten ähnlich wie gummierte Etiketten handhaben lassen, d.h. die Tapete kann einfach in Wasser getaucht und an die Wand geklebt werden,
Hinsichtlich der Heimdekoration tendiert man dahin, das Motiv und die Farbe der Tapete häufiger zu ändern. Wenn nun eine herkömmliche Tapete ausgewechselt werden soll, so wird eine zweite Tapetenschicht auf die erste aufgetragen, oder die erste Tapetenschicht wird abgezogn, so dass das neue Papier unmittelbar auf die Wandoberfläche aufgetragen werden kann. Bei den vorpräparierten Tapeten entstanden Schwierigkeiten dadurch, dass die gummierte Tapete an dem Plastiküberzug der vorhergehenden Tapete haften bleibt, und wenn jemand die bestehende Tapete entfernen will, so erweist sich dies wegen des plastischen Überzuges als schwierig. Früher wurde die zu entfernende Tapete mit Wasser getränkt und mit einem Spachtel oder ähnlichem Werkzeug abgeschabt. Dieses einfache Verfahren lässt sich bei einer mit einem wasserbeständigen Oberzug versehenen Tapete nicht mehl so einfach durchführen, da diese nicht durchfeuchtet werden kann, um den Kleister zu lösen.
Bei den herkömmlichen Plakatpapieren treten ähnliche Schwierigkeiten auf. Plakatpapier der in Frage stehenden Art wird für grosse Anzeigeflächen verwendet, die z.B. entlang von Autobahnen und auf anderen freien Plätzen stehen. Diese Anzeigetafeln sind daher in der Regel dem Wetter ausgesetzt und werden häufig
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Dipl.-Ing. Heinz lesser, Patentanwalt D —8 München 81, Cosimostrofee 81 Telefon: (0811) 483820
durchnässt. Soll ein neues Plakat auf die Anzeigetafel aufgeklebt werden, so muss der Plakatierer eine dicke Schicht eines beständigen Klebers mit einer langen Bürste auf die bestehenden Schichten auftragen; danach werden die einzelnen Abschnitte des Werbeplakates aufgeklebt. Da Werbeplakate im allgemeinen sehr häufig ausgewechselt werden, ist die gesamte Anzeigefläche sehr schnell mehrfach beschichtet. Von Zeit zu Zeit muss diese Fläche daher von den Papierschichten befreit und mit einem Spachtel od. dgl. Werkzeug bis auf die Originaloberfläche abgeschabt werden. Dies ist aber ein schwieriger und zeitaufwendiger Vorgang. Von besonderer Bedeutung ist dabei noch die Tatsache, dass ein Teil der Plakate dicht bzw. grossflächig bedruckt ist und ein anderer Teil der Plakate nicht. Oft wird daher ein Werbeplakat mit weniger dicht bedruckter Oberfläche auf ein anderes mit dichtem bzw. grossflächigem Druck geklebt. Das Papier ist selten so dick, dass das darunterliegende Plakat nicht durchschimmern kann, dies insbesondere dann, wenn das obere Plakat durchnässt worden ist. Aus diesem Grunde ist es üblich, über ein altes Plakat zunächst eine Schicht von glattem weissen Papier zu kleben, worauf dann das neue Plakat aufgebracht wird. Auch aus diesem Grunde entsteht weiterer Aufwand an Material und Arbeitszeit.
Mit der vorliegenden Erfindung soll die Herstellung eines Grundwerkstoffes für Tapeten, Plakatpapiere und dgl. hergestellt werden, mit dessen Hilfe sich Tapeten, Plakatpapiere und dgl. herstellen lassen, bei denen die vorerwähnten Nachteile vermieden werden» der Grundwerkstoff soll es ermöglichen, die Tapeten, Plakatpapiere und dgl. aus ihrer aufgeklebten Lage wenigstens hinsichtlich ihrer Oberfläche bzw. eines Teils ihrer Dicke weitgehend mühelos zu entfernen.
Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass zur Herstellung von Papier als Grundwerkstoff für Tapeten, Plakat-
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Dipl.-Ing. Heinz Less*r, Patentanwalt D — 8 München 81. Cosimastrafce 81 Telefon: (0811) 483820
papiere und dgl. zwei Papierbahnen in einem Zustand, den sie am "nassen Ende" einer Papierfertigungsmaschine einnehmen, gleichzeitig angeliefert werden, worauf die Bahnen in Deckung miteinander gebracht und in diesem Zustand zu einem Blatt gepresst werden, worauf das Blatt getrocknet wird, wobei die Grössenordnung der am Ende dieses Herstellvorganges erreichten Bindekraft zwischen den Bahnen derart gering gehalten wird, dass die Bindung im getrockneten Zustand des Blattes bei aufgeklebter einer Bahn und Angriff einer von der Aufklebefläche fortgerichteten Zugkraft an der anderen Bahn getrennt wird.
Das als Grundwerkstoff für Tapeten, Plakatpapier und dgl. aus zwei getrennten Papierbahnen hergestellte Papierblatt weist also erfindungsgemäss eine Zone abgeschwächter Bindung zwischen den Papierbahnen auf, die sich zwischen den Oberflächen des Papierblattes erstreckt und entlang derer sich die Bahnen wieder leicht trennen lassen, wenn das Papierblatt auf eine Wand bzw. Werbefläche aufgeklebt ist. Dazu wird einfach die obere, d.h. von der Wand bzw. Aufklebefläche abgewandte Bahn einer Zugbeanspruchung ausgesetzt, worauf die Bindung zwischen den Bahnen aufreisst. Die obere, bedruckte bzw. gemusterte und/oder mit Schutzschichten versehene Schicht der erfindungsgemässen Tapete bzw. des erfindunsgemässen Plakatpapieres kann somit durch einfaches Abreissen mühelos entfernt werden. Auf die verbleibende dünn zu haltende Unterschicht kann nun unmittelbar eine neue Tapete bzw. ein neues Plakat aufgeklebt werden; es kann aber auch diese verbleibende Bahn durchnässt und damit entsprechend leicht von der Wand bzw. Aufklebefläche abgeschabt werden.
Den verschiedenen erfindungsgemässen Verfahrensvarianten ist gemeinsam die Bildung des erfindungsgemässen Papierblattes als Grundwerkstoff für Tapeten, Plakatpapiere und dgl. aus zwei Papierbahnen, wie vorstehend bereits geschildert. Der gewönne-
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Dipl.-lnq. Hainz Lesser, Patentanwalt D — 8 München 81, Cotimqitrafee 81 · Tatefon: (0811) 483820
ne Grundwerkstoff als getrocknetes Papierblatt kann auf beliebige Weise 2ur Herstellung von Tapeten mit einem dekorativen Druck und einem wasserbeständigen Überzug an einer Oberfläche des Blattes sowie einer Gummierung und dgl. an der anderen Oberfläche versehen werden; bei Weiterverarbeitung zu einem Plakat wird in der Regel nur noch der erforderliche Druck aufzutragen sein.
Das dem Grundwerkstoff dienende Papierblatt kann mit einem tonigen Oberzug versehen werden, der insoweit eine Vergütung der Oberfläche darstellt, als das Drucken darauf leichter vorgenommen werden kann. Eine solche Vorbehandlung ist jedoch nicht immer erforderlich.
Da das Endprodukt als Tapete oder als Plakatpapier so beschaffen sein muss, dass die äuBere Schicht sich von der darunterliegenden Schicht leicht trennen lässt, ist erfindungsgemäss die Bindung zwischen den beiden Papierbahnen entsprechend gering. Diese erfindungsgemäss relativ geringe Bindung zwischen den Papierbahnen lässt sich auf verschiedene Weise erreichen. Der Druck, der auf die Papierbahnen ausgeübt wird, ist relativ gering. Weiterhin wurde festgestellt, dass ein Klebemittel, vorzugsweise ein Harz, den Fasern zugesetzt werden kann, um die Festigkeit der Bindung zwischen den Papierbahnen des trocke nen Blattes zu steuern. Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird mehr Harzbindemittel für die adhäsive Seite der Tapete oder des Plakatpapiers verwendet als für die Papierbahn, welche die obere Seite bildet, d.h. die Seite, die mit einem Plastiküberzug versehen ist. Dabei dient der Harzkleber nicht nur dazu, die Festigkeit der Bindung zwischen den Papierbahnen zu steuern, sondern er verhindert zugleich das Eindringen des Kleisters, der auf die Unterseite aufgetragen wird und der nicht unkontrolliert in das Papier eindringen und die Bin-
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Dipl.-Ing. Heinz Lasser, Patentanwalt ' D — 8 München 81. Cosimastrafce 81 Telefon: (0811) 483820
... - 6 dung zwischen den Bahnen verstärken soll.
Es wurde ebenfalls festgestellt, dass eine Zurüstung der Fasern, beispielsweise eine verfeinerte Ausführung, ebenfalls die Bindung zwischen den beiden Papierbahnen beeinflusst. Als Folge davon wird der Grad der Zurüstung etwas niedriger gehalten als bei normalem Papier.
Wie vorstehend aufgezeigt, beeinflussen der Druck beim Zusammen fügen der Papierbahnen, das zugesetzte Harzbindemittel und der Grad der Zurüstung der Fasern die Bindung zwischen den beiden Papierbahnen. In bevorzugter Ausführung der Erfindung werden diese Varianten so gehalten, dass die Bindefestigkeit zwischen den beiden Papierbahnen im trockenen Zustand des Blattes ca.
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0,001 mkg/cm (50/1000 eines "foot-pound per square inch" wie mit dem "Scott Internal Bond tester" zu messen ist) nicht übersteigt.
Das erfindungsgemässe, den Grundwerkstoff für Tapeten, Plakatpapiere od. dgl. darstellende Papierblatt besteht aus zwei benachbart angeordneten Papierbahnen, die so schwach miteinander verbunden sind, dass eine Papierbahn leicht von der anderen abgezogen werden kann. Eine Oberfläche dieses Blattes kann bedruckt und wasserbeständig gemacht werden, z.B. durch einen Plastiküberzug, und die andere Oberfläche wird vom Tapetenhersteller mit einem adhäsiven Material überzogen, um eine abziehbare Tapete herzustellen. Der Grundwerkstoff für Plakatpapier, das einen Tonüberzug aufweisen kann, um die zu bedruckende Oberfläche zu verbessern, wird auf die erforderliche Grosse zugeschnitten und vom Plakathersteller unter Anwendung herkömmlicher Verfahren bedruckt.
In bevorzugter Ausführung der Erfindung erhält die Papierbahn, die später bedruckt wird, einenHarzbindemittelzusatz, der be-
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Dipl-!ng. Heim lesser. Patentanwalt 0 — 8 Mündien 81. Cosimastrofce 81 Telefon: (0811) 483820
wirkt, dass diese Papierbahn im "ink float test" ein Ergebnis von weniger als 400 Sekunden zeigt, während die andere Papier bahn allein einen "ink float tesf-Wert von nicht weniger als 800 Sekunden ergibt.
Die Erfindung wird anhand der in der Zeichnung dargestellten Beispiele näher erläutert.
Es zeigen:
Figur 1 das Schema einer Papiermaschine zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens und damit zur Herstellung des erfindungsgemässen Papierblattes als Grundwerkstoff;
Figur 2 einen Querschnitt durch eine typische abziehbare Tapete gemäss der Erfindung.
Typische Herstellverfahren für das Papierblatt als Grundwerkstoff für Tapeten und Plakatpapiere werden im folgenden beschrieben mit Rücksicht auf die Bildung der Papierbahnen in der Papiermaschine, die Bildung der einzelnen Fasern, die die Papierbahnen bilden, der Grad der Zurüstung der Fasern, die Auswirkung eines Zusatzes an Bindemittel, das Zusammenbringen und -pressen der Papierbahnen zur Bildung eines Papierblattes, die Eigenschaften des gewonnenen Endproduktes und die abschliessende Behandlung des Papiers, um Tapeten oder Plakate herzustellen.
Das erfindungsgemässe Herstellverfahren kann mit Hilfe einer Papiermaschine, wie sie Figur 1 zeigt, durchgeführt werden. Es genügt, diese nicht grundsätzlich neue Maschine nur hinsichtlich ihres Arbeitsprinzips zu beschreiben.
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Die in Figur 1 dargestellte Papierherstellmaschine ist mit zwei Laufbahnen versehen und umfasst eine obere, auf dem Maschinengehäuseboden 10 angeordnete "Fourdrinier" und eine weitere "Fourdrinier", die auf dem Boden 12 der Maschine derart in umgekehrter Richtung angeordnet ist, dass die obere Laufbahn 14 und die untere Laufbahn 16 entgegengesetzte Förderrichtungen haben.
Die zur Bildung der oberen Papierbahn benötigten Fasern werden dem Behälter der oberen Laufbahn 14 zugeführt, während die zur Bildung der unteren Papierbahn dienenden Fasern dem Behälter der unteren Laufbahn 16 zugeführt werden. Die beiden, auf den entsprechenden Laufbahnen gebildeten Papierbahnen werden durch Förderbänder in Richtung auf die Presszone der Papiermaschine zubewegt. Die obere Papierbahn wird von dem oberen Förderband 20 von der oberen Laufbahn 14 weggetragen, während sich die untere Papierbahn mit Hilfe des unteren Förderbandes 22 von der unteren Laufbahn 16 entfernt. Die beiden Papierbahnen hängen nur schwach zusammen, wenn sie die Presszone 24, die insbesondere durch die beiden Rollen in diesem Bereich gebildet wird, passieren. Das leichte Zusammenhängen der Papierbahnen beruht auf der Berührung der jeweils benachbarten Fasern. In der ersten Presszone wird nur wenig oder vorzugsweise überhaupt kein besonderer Druck auf die Papierbahnen ausgeübt. Die derart zusammengehaltenen Papierbahnen werden mit Hilfe der Förderbänder durch eine zweite Presszone 26 geführt, in der ein Druck auf die Papierbahnen ausgeübt ist, der geringer ist als der Druck, der bei der normalen Papierherstellung aufgewandt wird. Hierauf wird noch näher eingegangen werden.
Nach dem Durchgang durch die zweite Presszone 26 werden die zusammenhängenden Papierbahnen von den Förderbändern abgehoben und gelangen in eine Glättpresse 28. Im allgemeinen wird hier
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jedoch kein Druck aufgewendet, um zu verhindern, dass sich eine zu starke Bindung zwischen den beiden Papierbahnen ergibt. Das aus den derart miteinander verbundenen Papierbahnen gebildete Papierblatt gelangt dann durch den Trockenbereich 30 und die (nicht dargestellte) Bindemittelpresse der Maschine, wie dies grundsätzlich bekannt ist, und wird schliesslich einer (ebenfalls nicht dargestellten) Glanzpresse zugeführt.
Wiederum um ein zu starkes Anwachsen der Bindung zwischen den beiden Papierbahnen zu verhindern, wird auch in der Glanzpresse auf das Blatt nur ein leichter Druck ausgeübt. Wenn gewünscht, kann das Blatt mit einem Tonüberzug versehen werden, um das Bedrucken zu erleichtern und zu verbessern. Das so gefertigte Grundpapier kann nun zu einer Tapete oder zu
j einem Plakat weiterverarbeitet werden. Im Falle der Tapete bedruckt der Tapetenhersteller die obere Fläche des Grundpapiers und ordnet gegebenenfalls darüber einen Plastiküber-
j zug an, der die bedruckte Oberfläche schützt. Zusätzlich wird eine Gummierung auf die untere Papierbahn aufgetragen, um eine für den Aufklebevorgang vorpräparierte Tapete zu erhalten. Zur Herstellung eines Plakates wird das Grundpapier bedruckt. Grundsätzlich erübrigt sich hier ein Plastiküberzug.
Vorstehend wurde die Herstellung des Papierblattes bzw. der Endprodukte allgemein beschrieben. Im Folgenden wird die Erfindung im Hinblick auf Einzelangaben eingehender erläutert:
Typische Basisgewichte für das Papierblatt als Grundwerkstoff
Die typischen Grundgewichte für Tapeten und Plakatpapiere (500 Blatt 63,5 cm χ 100 cm) sind folgende:
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Dipl.-Ing. Heim lesser, Patentanwalt D — 8 München 81, Cosimastrajje - 10 - 81 Telefon: (08Π) 48 3820 abziehbare Tapete: kg
kg
36 kg - Obere Papierschicht - 20
Untere Papierschicht - 16
kg
kg
kg
a) abziehbare Tapete: 36 kg und 44 kg - unbeschichtet;
40 kg - beschichtet auf einer Seite,
(Beschichtung 3,6 kg)
Gesamt 36
44 kg - Obere Papierschicht - 22
Untere Papierschicht - 22
kg
b) abziehbares Plakat
papier: 36 kg - beschichtet auf einer Seite,
(Beschichtung 2,3 kg)
Gesamt 44
Die Zusammensetzung der oben erwähnten Papiere ist folgende: 40 kg - auf einer Seite beschich
tet (C.I.S.)
kg
kg
kg
a) - Obere Bahn - 20
- Untere Bahn - 16
- Beschichtung - 4
kg
Gesamt 40
abziehbares Plakatpapier: kg
kg
36 kg auf einer Seite beschichtet
(CI.S.)
- Obere Bahn - 18
- Untere Bahn - 16
b)
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Dipl.-Ing. Heinz Leuer, Patentanwalt D--8 München 81, Cosimaitrafee 81 Telefon: (0811) 483820
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- Beschichtung - 2 kg Gesamt 36 kg
Der für beide Blätter verwendete überzug besteht aus einem für zu bedruckende Papiere vorgesehenen Tonüberzug aus Protein und/oder Stärke, Latex und einer Tonmischung.
Faseraus stattung
Die nachstehenden Beispiele erläutern die Beschaffenheit der Fasern der oberen und der unteren Papierbahn, die sich als besonders günstig erwiesen haben.
Tabelle 1 (Faserausstattunq)
Hartholz- Weichholz Papier- Mühle
Sulfit m. hoher masch.
Sulfatpulpe
Art des Papieres % % % %
Abziehbare Tapete 41 26 25 8 (Gesamt)
Abziehbares Plakat- 38 26 25 Ii papier (36 kg)
Alle Pulpen werden vorzugsweise geblichen.
Die Beispiele geben keine strengen Grenzwerte an, da festgestellt wurde, dass die Faserausstattung durchaus etwas variieren kann, um befriedigende Ergebnisse zu erzielen, insofern die Abziehqualität des Endproduktes betroffen ist.
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Zurüstung
Die Fasern von abziehbarem Papier werden verhältnismässig weniger zugerüstet als die nicht abziehbaren Papiere. Bei typischer Anwendung von Claflin und Jordan-Zurüstungen wurde im wesentlichen auf die Claflin-Zurüstung kein Gewicht gelegt, während die Jordan-Zurüstung nur in geringem Umfang aufgebracht wurde. Da der Grad der Zurüstung am besten durch die "Freiheit" der Fasernausstattung wiedergegeben werden kann, werden die hier anzuwendenden Zurüstungen mit Hilfe dieser, dem Fachmann Auskunft gebenden Freiheitswerte ausgedrückt:
Tabelle 2
(C.S.F. = Canadian Standard Freeness) C.S.F. nach Claflin C.S.F. nach Jordan
Tapete Plakatpapier
450 - 5OO
350 - 4OO
Die "Freiheit" der Fasernausstattung nach Jordan ist die gleiche wie die "Freiheit" der Fasernausstattung, die den Behältern der Maschine zugeführt wird.
Die vorstehend angegebenen Zahlen sind "Canadian Standard Freeness"-Werte, wobei Bezug genommen wurde auf
a) Technical Association of the Pulp and Paper Industrie (TAPPI) Allgemeine Testmethoden No. T 227 m - 58; oder
b) Technical Standard, Canadian Pulp and Paper Association (CPPA) Allgemeines Testverfahren: Cl,
zur Beschreibung des Testes und zur Anwendung desselben.
Der Grad der Herabsetzung der Zurüstung wird noch deutlicher, wenn man sich vor Augen hält, das typische C.S.F.-Werte für ein nicht abziehbares Papier nach Claflin 400-450 und nach
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Jordan 300-350 sind. Es sollte beachtet werden, dass die Angaben zur "Freiheit" lediglich richtungsweisend bzw. beispielhaft sind und dass Abweichungen unter durchschnittlichen Bedienungsbedingungen erlaubt sind.
Grundierung
Es wurde festgestellt, dass der Betrag der verwendeten Grundierung (in diesem Falle Harzgrundierung) einen besonderen Einfluss auf die Festigkeit der Bindung zwischen den Papierbahnen hat, aus denen der Grundwerkstoff gebildet wird. Dieser Vorgang wurde noch nicht völlig geklärt, aber es scheint, dass die Zusetzung einer Harzgrundierung zu den Fasern einezweifache Wirkung mit sich bringt:
1. Die Harzgrundierung scheint die Zwischenfaserverbindungen zwischen den Papierbahnen herabzusetzen.
2. Die Harzgrundierung scheint das Eindringen des Kleisters in die Mitte des aus den beiden verbundenen Papierbahnen gebildeten Blattes herabzusetzen. Ein Eindringen des Kleisters würde die Bindung zwischen den beiden Papierbahnen unerwünscht beeinflussen.
Praktisch wird nur wenig Harzbindemittel der "oberen"Bahn zugesetzt. Jedoch erhält die "untere" Bahn wesentlich mehr Harz. Der Zusatz an Harzgrundierung ist bei Tapeten und bei Plakatpapieren gleich hoch:
Obere Papierbahn 5,4 kg pro Tonne Faserngemisch Untere Papierbahn 38,5 kg pro Tonne Faserngemisch
Alaun wurde in einem Betrag von 0,45 kg - 0,68 kg pro Tonne für jedes Kilo der Harzgrundierung hinzugefügt. Zusätzlich wurde bei den abziehbaren Tapeten 1/2 - 1 % des Gewichtes der käuflichen Harzgrundierung dem nassen Ende der Papierlauf-
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bahn zugeführt.
üblicherweise wird die Grössenordnung des Zusatzes an Harzgrundier ung in einer Papierbahn mit Hilfe des bekannten "inkfloat test" bestimmt. Bei diesem Test werden Quadrate des Papiers über ein Gefäss mit Schreibtinte geleitet und die Zeit in Sekunden gemessen, die die Tinte benötigt, um das Papier zu durchdringen und an dessen oberer Fläche sichtbar zu werden. Hinsichtlich weiterer Einzelheiten dieses Testes wird auf "Technical Association of the Pulp and Paper Industry (TAPPI) Routine Control Methods: R.C. 14 verwiesen. Das erfindungsgemässe Papierblatt als Grundwerkstoff für Tapeten und Plakatpapiere sollte unter Zugrundelegung des "ink float test" folgende Bedingungen erfüllen:
Durchdringung eines Quadrats der unteren Bahn: 8OO Sekunden Minimum
Durchdringung eines Quadrats der oberen Bahn: 400 Sekunden Minimum.
Die zu dem Papierblatt verbundenen Bahnen haben in der Regel einen "ink float test"-Wert von über 1500 Sekunden.
Die oben angegebenen Harzgrundierungen sollten in der Regel den erwünschten Grad der "Abziehbarkeit" unter normalen Bedingungen gewährleisten. Wird jedoch die Bindung zwischen den beiden Papierbahnen zu gross, d.h. wird die "Abziehbarkeit" des Papiers zu niedrig, so kann man den Betrag der Harzgrundierung in der oberen und unteren Papierbahn etwas erhöhen. Dies führt gewöhnlich zu einer Reduzierung der Bindung zwischen den beiden Papierbahnen.
Bemerkenswert ist, dass die Harzgrundierung in der unteren Papierbahn weiterhin eine besonders wichtige Rolle spielt: Der Kleister, der auf die untere Papierbahn aufgetragen wird,
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kann diese nicht durchdringen und damit die beiden Papierbahnen zusätzlich zusammenhalten. Dies gilt sowohl für die Tapete als auch für das Plakatpapier, obwohl der Kleister bzw. Kleber für beide Arten von Papier auf verschiedene Heise aufgebracht wird, d.h. die Tapete wird vorpräpariert und folglich vor Gebrauch angefeuchtet, während das Plakatpapier in herkömmlicher Weise auf die Werbefläche aufgeklebt wird, d.h. der Plakatierer streicht die Kleisterschicht auf die Werbefläche mit einer langen Bürste auf und drückt dann das Plakatpapier darauf.
Pressen
Nachdem die beiden Papierbahnen auf den entsprechenden "Fourdri nier" gebildet worden sind, passieren sie die erste und zweite Presszone der Papiermaschine. Dabei werden folgende Drücke aufgebracht :
1. Presse: Keine Belastung (d.h. die Presse arbeitet mit dem
Gewicht der oberen Rolle ohne zusätzliche Belastung auf dieser).
2. Presse: 25 - 27 kg pro Zentimeter (140 - 150 pounds per
linear inch).
Glanzpresse: Wird nicht benutzt (die obere Rolle wird angehoben, so dass ein Spalt entsteht, durch welchen das Blatt hindurchgeführt wird).
Aus dem Vorstehenden ist ersichtlich, dass der Grad des nassen Pressens der beiden Papierbahnen gering ist, insbesondere bei der ersten Presse, wo die beiden Papierbahnen zusammengebracht werden.
Ober flächengrundierung
Das Papierblatt wird durch die grundsätzlich bekannte Presse in der üblichen Weise hindurchgeführt mit der Ausnahme, dass
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der angewendete Druck unterhalb des üblichen Druckes bleibt, d.h. 30 bis 32 kg/cm (170 - 180 pounds per linear inch). Ein typischer überzug umfasst 8 - 10 % Feststoffgehalt eines Enzymklebers. Ein bevorzugtes Überzuggewicht beträgt 0,23 kg pro ca. 5OO Blatt (0,5 pounds per ream - ein "ream" auch gleich 3000 sft) der unteren Papierbahn des Blattes und 0,45 kg pro ca. 500 Blatt (1 pound per ream) der oberen Papierbahn. Wie bereits erwähnt, kann die Grundierung nicht in das Blattinnere eindringen, da eine Harzgrundierung vorgesehen ist.
überziehen und Glätten
Das Papierblatt kann in der üblichen Weise überzogen werden. Das Gewicht des Überzuges ist bereits weiter vorstehend unter "Typische Basisgewichte ..." angegeben worden. Dabei wurden alle nicht überzogenen, abziehbaren Tapeten oder Plakatpapiere auf der ersten, vor der Überzieheinrichtung angeordneten Spule aufgewickelt und dreimal in der ersten Glanzpresse geklemmt. Zu überziehende Tapeten oder Plakatpapiere wurden in der ersten Glanzpresse einmal geklemmt, bevor die Blätter überzogen wurden, worauf in der zweiten Glanzpresse nach dem Überziehvorgang noch dreimal geklemmt wurde. Geglättet wurde nur soweit, dass sich für die spätere Verarbeitung geeignet flache Blätter ergeben.
Innere Bindefestigkeit
Diesem Faktor muss im Hinblick auf das fertige Papierblatt unbedingt Aufmerksamkeit gewidmet werden, da die Festigkeit der Bindung zwischen den Papierbahnen den Grad der Abziehbarke it der Tapete oder des Plakatpapieres bestimmt. Mit den vorerwähnten Massnahmen kann ein solcher geeigneter Grad von Abziehbarkeit erreicht werden. Die innere Bindung zwi schen den Papierbahnen kann durch verschiedene Angaben aus gedrückt werden; ein geeigneter Weg ist der, das Papier
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in dem "Scott Internal bond tester" zu messen und die Bindung als Ergebnis dieser Messung anzugeben.Dieses Verfahren wird in der Papierindustrie weitverbreitet angewendet, wobei Bezug genommen wird auf "Technical Association of the Pulp and Paper Industry (TAPPI) - Routine Control Methods R.C. 308." Gegenwärtig wird die Bindung innerhalb des Papierblattes an folgenden Graden der Abziehbarkeit gemessen: Scott Internal Bond reading
Tapete
(2o - 5o/1000 eines foot pound per square incl
.2
ca. 4,4 χ 10"4 bis 1,1 χ ίο"3
Plakatpapier
5,4 χ 10"4 bis 1,1 χ 10"3 mk9/
cm
(25 - 5o/looo eines foot pound per square incl)
Mit Werten dieser Grössenordnung kann eine gute Abziehbarkeit erreicht werden.
Weitere Behandlung bis zum Endprodukt:
Der Grundwerkstoff für Tapeten wird unter Anwendung herkömmlicher Verfahren in einer Aufeinanderfolge von Fertigungsschritten bedruckt und überzogen. Der Überzug, der normalerweise unter Anwendung eines Luft-Messer-Verfahrens aufgebracht wird, ist eine Aufschwemmung aus Ton, Pigment und Bindemittel (Kleister), wie beim herkömmlichen überzug in der Papierindustrie. Im allgemeinen ist der überzug so beschaffen, dass er eine genügend hohe Widerstandsfähigkeit gegen Wasser aufweist, um nach dem Trocknen das Papier abwaschbar zu machen, falls es nicht mit einem klaren, schützenden überzug nach dem Bedrucken versehen wird. Das Bedrucken wird mit Hilfe von auf Wasser basierenden Tinten auf den trockenen überzug unter Verwendung einer üblichen Drucktrommel von Mustern auf verschiedenen Rollen von mehr als 12 Stationen aus vorgenommen. Um die Tapete noch klarer und wirkungsvoller zu gestalten, wird der Druck mit plastischen überzügen, Filmen od. dgl. versehen.
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Dipl.-Ing. Hein» less«, Patentanwalt D-8 ΜύηΛβη 81, Cosimastrgfje 81 Tel.fon: (0811) 483820
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Der Grundwerkstoff für Plakatpapiere wird an einer seiner Oberflächen mit Hilfe bekannter Verfahren bedruckt. Wie bereits erwähnt, sind Plastiküberzüge bei Plakatpapieren nicht üblich, obwohl es theoretisch keinen Grund dafür gibt, solche überzüge nicht aufzubringen, besonders dann nicht, wenn besonders dauerhafte Plakate gewünscht werden. Bei abziehbarem Plakatpapier kann die oberste Schicht des alten Papieres abgezogen werden, während die untere Schicht zurückbleibt, die das Aussehen eines glatten weissen Papieres hat. Wenn der Plakatierer es nicht für nötig hält, das Papier abzuziehen, das sich noch auf der Plakattafel befindet, so wird das neue Plakat auf die untere Lage des alten Plakatpapieres geklebt. Da diese untere Lage weiss ist, wird das Problem des Durchscheinens alter Plakatdrucke von vornherein vermieden. Weiterhin kann die Anzahl der Schichten auf der Anzeigefläche wesentlich grosser sein als bisher, da jede Lage des verbleibenden Papieres dünner ist als das herkömmliche bzw. das gesamte Plakatpapier. Auf diese Art und Weise werden Zeit und Kosten gespart, da die Anzeigefläche nicht mehr so oft abgeschabt werden muss.
In Figur 2 ist ein Ausführungsbeispiel einer vollständigen Tapete dargestellt mit einem Papierblatt 3O aus zwei Papierbahnen 32 und 34, die entlang der Zwischenzone 36 über ihre gesamte Ausdehnung hinweg in relativ leicht trennbarer Bindung miteinander stehen. Die "obere" Bahn 32 ist mit einem wasserdichten Kunststoffüberzug 38 versehen, wie dies bereits beschrieben wurde, während sich an der Oberfläche der "unteren" Bahn 34 eine adhäsive Schicht oder Gummierung 40 befindet, die mit Hilfe der gestrichelten Linie angedeutet ist. Wie bereits erwähnt, wird im Falle vom Plakatpapier in der Regel kein wasserdichter überzug an der oberen Oberfläche vorgesehen; auch wird keine Klebeschicht bis zu dem Zeitpunkt aufgebracht, zu welchem das Plakatpapier auf eine Anzeigefläche aufgeklebt wird. Die verschiedenen Eigenschaften der
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Dipl. Ing Heim Lesier, Patentanwolt D 8 München 81, Cosimastrafce 81 Telefon: (08Π) 483820
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Papierbahnen 32 und 34, die zusammen das Papierblatt 30 bilden, wurden in der Beschreibung angegeben und müssen hier nicht wiederholt werden.
Obwohl die vorliegende Erfindung unter besonderer Erwähnung von Tapeten und Plakatpapieren beschrieben wurde, kann der Erfindungsgegenstand auch als gummierter Aufkleber für Pakete od. dgl. verwendet werden, wobei die bedruckte Oberfläche abgezogen werden kann und die unbedruckte, farbeinheitliche untere Schicht auf dem Paket zurückbleibt. Ein frischer Aufkleber kann dann auf die untere Lage des alten Aufklebers aufgebracht werden.
Natürlich sind die Verfahren und Herstellschritte, die hier dargestellt und beschrieben wurden, nur richtungsweisend und
j offenbaren den Erfindungsgedanken in seiner allgemeinsten Form. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus den nachfolgenden
j Ansprüchen.
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Claims (19)

  1. Dipl.-Ing. Heinz Lesser, Patentanwalt D — 8 München 81, Cotimastrafce 81 Telefon: (0811) 483820
    P AT ENTANSPRÜCHE
    Verfahren zur Herstellung von Papier als Grundwerkstoff für Tapeten, Plakatpapier und dgl., dadurch gekennzeichnet , dass zwei Papierbahnen in einem Zustand, den sie am "nassen Ende" einer Papierfertigungsmaschine einnehmen, gleichzeitig angeliefert werden, worauf die Bahnen in Deckung miteinander gebracht und in diesem Zustand zu einem Blatt gepresst werden, worauf das Blatt getrocknet wird, wobei die Grössenordnung der am Ende dieses Herstellvorganges erreichten Bindekraft zwischen den Bahnen derart gering gehalten wird, dass die Bindung im getrockneten Zustand des Blattes bei aufgeklebter einer Bahn und Angriff einer von der Aufklebefläche fort gerichteten Zugkraft an der anderen Bahn getrennt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekenn zeichnet , dass die Grössenordnung der relativ schwachen Bindung zwischen den Papierbahnen durch die Grosse des relativ leichten Druckes gesteuert wird, unter dem die beiden Papierbahnen zusammengedrückt werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , dass die Grössenordnung der Bindung zwischen den beiden Papierbahnen durch eine entsprechend bemessene Menge an Grundierungsmittel gesteuert wird, welches wenigstens der Faserausstattung einer der beiden Papierbahnen beigegeben wird.
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    Dipl. Ing. Heinz lesser, Patentanwalt D - 8 München 81. Cosimostiafje 81 Telefon: (0811) 483820
    SU
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet , dass wenigstens die untere, mit einem Kleber zu versehende Papierbahn des zu Tapete, Plakatpapier od. dgl. weiterzuverarbeitenden Papierblattes mit einer Harz-Grundierung versehen wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4 , dadurch gekennzeichnet , dass der Faserausstattung beider Papierbahnen eine Harzgrundierung derart zugesetzt wird, dass die obere, später zu verzierende oder zu bedruckende Bahn allein gemessen einen "ink float testM-Wert von nicht weniger als 400 Sekunden und die obere, andere Bahn ebenfalls allein gemessen einen "ink float tesf-Wert von nicht weniger als 800 Sekunden aufweist.
  6. 6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch entsprechende Abstimmung der Grössenordnung der Zurüstung der Fasernausstattung, des Druckes beim Zusammenfügen der Papierbahnen und/oder der beigefügten Grundierungsmittel eine Bindefestigkeit zwischen den Papierbahnen bei trockenem Papierblatt von 4,4 χ 10 "4 bis 1,1 χ 10 "3 "^^cm2 (20 - 50/1000 eines ft.Ib./sq.in.) gemessen mit dem"Scott Internal Bond tester" erreicht wird.
  7. 7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass das Zusammenfügen der beiden Papierbahnen in zwei Presszonen vorgenommen wird, wobei Im wesentlichen in der zweiten Presszone auf die zusammengeführten Papierbahnen ein Druck ausgeübt wird.
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    Dipi.-lng. Heinr Lesser, PaUntonwaU D —8 Mönchen 81. Cosimastra&e 81 Telefon: (0811) 48 3820
  8. 8, Verfahren zur Herstellung einer abziehbaren Tapete oder eines abziehbaren Plakatpapiers auf der Basis eines Papierblattes aus zwei Papierbahnen, hergestellt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass eine der Oberflächen des Papierblattes verziert oder bedruckt wird.
  9. 9* Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet , dass die verzierte oder bedruckte Oberfläche des Papierblattes mit einem wasserdichten überzug versehen wird.
  10. 10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 und 9 ,dadurch gekennzeichnet , dass die der verzierten oder bedruckten Oberfläche des Papierblattes abgewandte Oberfläche mit einem Klebstoff präpariert wird.
  11. 11. Papierblatt als Grundwerkstoff für abziehbare Tapeten, abziehbare Plakatpapiere od. dgl., gekennzeichnet durch ein Paar benachbart angeordneter Papierbahnen, die über den gesamten Bereich ihrer aneinander liegenden Breitseiten hinweg durch eine Zone vergleichsweise schwacher Bindefestigkeit miteinander verbunden sind.
  12. 12. Papierblatt nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet , dass die Bindefestigkeit zwischen den Papierbahnen nicht grosser ist als 1,1 χ
    10 ~ g'cm2 (5o/looo eines ft.Ib./sq.in.) gemessen mit dem "Scott Internal Bond tester".
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    Dipl.-Ing. Heinz Lesser, Patentanwalt D — 8 München 81. Cosimastrafce 81 Telefon: (0811) 483820
  13. 13. Papierblatt nach Anspruch 12 ,dadurch gekennzeichnet , dass die Bindefestigkeit zwischen den Papierbahnen im Bereich zwischen 4,4 χ Io "4 bis 1,1 χ Io " Ib./sq.in.) beträgt.
    Io "4 bis 1,1 χ Io "3 "^Λπη2 (20 - 50/1000 eines ft.
  14. 14. Papierblatt nach einem der Ansprüche 11 bis 13 , dadurch gekennzeichnet , dass es mit einem Grundierungsmittel versehen ist.
  15. 15. Papierblatt nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet , dass die Papierbahn, die im Zustand des Endproduktes an ihrer Aussenfläche bedruckt oder verziert ist, eine Harr-Grundierung der Grössenordnung aufweist, dass sie allein gemessen einen "ink float test"-Wert von nicht weniger als 400 Sekunden aufweist, während die andere Papierbahn mit einer derartigen Menge von Harz-Grundierung versehen ist, dass sie allein gemessen einen "ink float test"-Wert von nicht weniger als 800 Sekunden aufweist.
  16. 16. Tapete auf der Basis eines Papierblattes nach einem der vorhergehenden Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet , dass eine ihrer Oberflächen eine Verzierung und einen wasserdichten überzug aufweist.
  17. 17. Tapete nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet , dass die der verzierten Oberfläche abgewandte Oberfläche mit einem adhäsiven Kleber oder einer Gummierung versehen ist.
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    21A8423
    Dipl.-lng. Heinz Lesser, Patentanwalt D —8 München 81. Cosimostrafce 81 Telefon: (0811) 483820
  18. 18. Tapete nach einem der Ansprüche 16 und 17, dadurch gekennzeichnet , dass die Papierbahn, an deren Oberfläche sich der adhäsive Kleber oder die Gummierung befindet, eine genügende Menge eines Grundierungsmittel aufweist, um zu verhindern, dass der angefeuchtete adhäsive Kleber oder die angefeuchtete Gummierung diese Papierbahn durchdringt und die beiden Papierbahnen miteinander verbindet.
  19. 19. Tapete nach einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet , dass die verzierte bzw. bedruckte Papierbahn mit einer Harz-Grundierung derartiger Grössenordnung versehen ist, dass sie allein einen "ink float test"-Wert von nicht weniger als 400 Sekunden aufweist, während die andere Papierbahn eine Harz-Grundierung in solcher Menge aufweist, dass sie allein einen "ink float test"-Wert von nicht weniger als 8OO Sekunden aufweist.
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